1876 / 184 p. 3 (Deutscher Reichsanzeiger, Mon, 07 Aug 1876 18:00:01 GMT) scan diff

beschäftigt. Die hierüber dem Reichsvraiße vorzulegenden Ge- 1 zu beantworten feier): 1) ob ein neuer Auslieferungsverirag mit

seßentwürie bildeten den Gegenstand der Berathung.

_Das internaiionale Comité; in Genf für die Pfiege “Verwundeter im Kriege hat allen Comiiés in den Staaten, welche der Genfer Konvention beigetreten sind, den ('Hedarrken nahegelegt, auf dem Kriegsschaup1aße der Balkanhalbmsei ihre Thätigkeit zu entfalten, welche den Grundgedanken des inter- uationalen HülfSUereinswesens bildet. Das St. Peterstrger HülfSUereins-Comité hat nun, wie die „Pol. Corr.“ meldet, in Folge dieser Anrkgung auf dem ordentlichen Wege durch die hiesige rusßsche Botschaft die Anfrage gcftellt, ob es ihm gestattet würde, Sendungen mit Umbulanzgegenstän- den durch die Monarchie nach Belgrad zu expediren. Wie zu er- warten stand, lautete die Antwort, daß derlei Sendungen unter dem internationalen Zeichen des „rothen Kreuzes“ ihren Weg durch unser Gebiet ungehindert nehmen können, um auf dem Schauplaße der Kämpfe zu humanitären Zwecken verwendet zu werden. Dem Vernehmen nach gelangen die erwähnten Sen- dungen mittelst Eisenbahn nach Peft und von da auf der Donau an ihre Bestimmung.

_ Von angeblich verläßlicher Seite wird dem „Vaterland“ mitgetheilt, daß die endgültige Entscheidung in der Olmüßer Kapitelfrage in naher Aussicht siehe, ja schon im Verlaufe des Monats September d. I. zu gewärtigen sei. Der päpstliche Stuhl hat nämlich auf die Bitte des Dom- dechanten Grafen Lichnorvskr) dem Kapitel eine Fristerßreckung zur Einreichung seiner Erwiderung bis Ende August [. I. ge- währt und zufolge dringenden Betreibens der Kaiserlichen

Regierung demselben neueftens eröffnet, daß diese Frist auf keinen Fall mehr nochmals erstreckt werde. Das Kapiiel hat denn auch bereits an kompe- tenter Stelle die förmliche Und bindende Zusage

gemacht, vor Ablauf des gedachten Termines werde seine Replik ganz sicher in Rom eingebracht sein. Da nun die von der Kai- serlichen Regierung gegen das Breve vom 3. Juli 1874 vorge- brachten Einwendungen sammt den bezüglichen Belegen, wie das genannte Blatt ferner erfährt, von den die Kongregation 8111361" U8Z0tij§ Exträoräjoariis 1300168188 bildendenden Kardinaken, na- mentlich aber von dem betreffenden Referenten gegenwärtig be- reits eingehend studirt werden, so sei die Annahme, daß schon im Monat September der Spruch des apostolischen Stuhles werde gefällt werden, eine vollkommen gegründete.

Trieft, 3. August. Die hiesige K. K. Ceniral-Seebehörde hat folgendes Rundschreiben an sämmtliche Hafen- und Sani- tätsämter erlassen:

„Nachdem von dr: Kabineten das Prinzip der Nicbtinierventkon gegenüber den dermalen in _der Türkei und den da n gehörenden Län- dern statihabenden" Ereignißcu angenommen und icscs Prinzip auch auf Montenegro aussedebntwurde, welches als kriegfübren- der Theil anzusehen ist, so ist an uns die Pflicht herangetreien, gegeniiber den beiden im Krieg befindlichen Theilen strenge Neutra- lität zu beobachten. In Anbetracht dessen hat das hohe K. K. Mi- nisterium des Aeußetn den Herrn K. K. Statthalter vou Dalmatien angewiesen, tas Nöthige zu verfügcn, damit von nun an in den Hafen von Klek weder irgcnd eiu Kriegs- noch überhaupt ein anderes Schiff Jgeiaffen Werde, welches Truppen, Waffen oder Kriegömunition an

ord bat._ Gleichzeitig wurde der Hr. Statthalter beauftragt, ähn- liche Verfugungen rückfichtlicb aller Häfen und AußladungSpiäße des Bezirks Caltaro bis an die türkische Grenze bei Spizza zu treffen, Dem entgegen können aber nach wie vor den beiden kriegfüb- renden Parteien unter den bestehenden Bedingungen Lebenömiitel zugeführt werden, und hat bezüglich des Hafens von Kiek als Haupt- k-dinaun zu gelten, daß; die Türkei fur_ das Einlaufen jedes ihrer Schiffe rüber die vorge chriebeue Erlaukmß einholk. An den übrigen Grenzpunkten haben die bisher mit Rücksicht auf Waffcn und Mu- nitionsfendungcn erlassenia Verfügungen auch fernerhin in Kraft zu verbleiben.“

Agram, 5. August. Wegen Hochverrathcs wurden in Pakrac und Bellovar 7 Personen verhaftet. _ In der heutigen Sißung des Landtages interpellirte der Abg. Subotic

wegen dieser Verhaftungen.

Schweiz. Bern, 2. August. (Voss. Ztg.) Die rom Bundeörathe cingeseßte Gotthard-Kommission hat fick) in Bern voUzäHlig eingefunden. Derscldeu ist vom Eisenbahn- T-epartement folgendes Programm vorgclegt worden.

]) Mutdmaßlicber Verkehr und Ertraa der Gotthardbahn versrbicdene Subpositionen der Anlage des Bahnneßes.

_ 2) Festseßung der Zahl und Belastung dcr Pétioncn- und,Güter- zuge, Betriebsplaiz für ein- und zWeispurige Thai und Bergstrccken mit AdhäsionSma1chinen und mit außergewöhnlichen Betriebömittelu, Betriebsplan für Trajektschifff'abrt.

3) Prüfung der Grundsatze für die Tracirung und der Traci- rung selbst nach Miigabe dcs Protokollaußzuch vom 25. März ab- Hin.,der ur Vorlage kommenden Akten und Vornahme einer ai]- fäiligen ereisung der Bahnlinie. Festseßung dcr Sieigungé- und «Krümmungsverhältnisse, dcr StationSanlagen, der ein- und zweispu- rigen Strecken, des anzuwendendm Betriebssystems 2c.

4) Prüfung der Normaiien für Unterbau, Oberbau, Hochbau und Stationen.

5) Priifung der Einheitspreise und Kostenberechnungen.

6) Pruning und Berechnung der Betriebskosten für verschiedene Suppositiozien des Verkehrs und der Bahnaiilage,

7) Prufung der Reniabilitätöbercchnungen für verschiedene Sup- Positioncn kes-Verkelns und der Bahnanlage.

_Ueber die geschäftliche Behandlung dieses Programms erhob “fick; m der*Kor:1u1_1sfion eine lebhafte Diskusfion. Die Kommis- iicm faßte schließlich eine vorwiegend iechnische Kommission ein, w_elche, gestuYt_ auf daß Gutachten der kommerzieürn Sektion, die Prrgrammsragcn 2 bis 6 zu begutachten und ihre Vorschläge der Geiammikommisfion zu UUterbreiten hat. Es wird fick) hierbei wssent11ch_um Reduktion an den Heilwagichen Bau: und Kosten- vdraiischlagen handeln, ohne daß die Gotthardbahn des ursprüng- lich m Au§ficht genommenen CHarakters einer großen internatio- nalen Verkehrsftraßr' verlustig würde.

_ 3.21uguft. Der König und die Königin von Sachxseit „find gesiern m Andermatt andek-ommrn und dort,

ÖLhufs emiger Tage XUfenthalis, im Hotel Bellevue abgestiegcn_

Großbritannien und Irland. London, 4. August. DSO GroßEerzog Und der Erögroßherzog von Meck- lxnburg-Strelrß ßaticten gestern der Königin in Osborne emen BYTch Y).

-- uswärtig-e Amt hat der andelskammer in Manchester eme Abschrift des zwischen Rumänizen und Oesterreich _ bestehender: Handeleertrages znkommm und ein Gutachten 1,1911 der Kcrmmer crimieti lassen über die Frage, ob zwischen Gx'oßbrttanmen _und Rumanien nac!) jenem Muster ein Handels- vertrag abzuschließen sei.

-- Im Oberhause 11.711de gestern die seit dem 24. U. M. vertagtc Debatte über die Auslieferungsfrage eröffnet durch ds_n Lordkanzlcr, der die Frage vom völker- reck)t[ichen Standpunkte ans beleuchtete und das Ver- halten der Regierung“ in der Kontroverse vcrtßeidfgie. Er führte aus, daß in Ex'wagung der Angelegenheit zwei Fragen

den Vereinigten Staaten geschlossen werden müßte, und 2) ob die Regierung ihre Pflicht in Beobachtung der Regeln des be- stehenden Vertrages genügend erfülit habe. Es schweben nun gegenwäiiig Uuterhandlungen mit den Vereinigten Staaten

behufs Abmachungen für die Zukunft ; die englische Regierung habe die der Vereinigten Staaten benachrich- tigt , daß fie iich in Leitung der Verhandlungen mcht

in irgend einer Weise durch Vornrthcile, die fie vielleicht aus der polemischen Korrespondenz beider Regicrungen über die Frage hätte schöpfen können, Wkrde beeinftuffen lassen. Ferner hob derselbe hervor, daß Land habe fich dafür enisthieden, daß Niemand wegen eines politischen Vergehens auégeliefert werden folie, aber es würde keine Sicherheit für die Verwirklichung dieser Anschauung haben, wenn Jemand, der wegen eines gewissen Vergehens au-delicfert werde, dann wegen eines anderen &bgeurtheilt werden könnte, und daß deshalb die britische Regierung ganz richtig gehandelt habe. Lord Selbourn, der frühere Lordkanzler, trat dieser An- schauung entgegen. Alies, was England thun könnte, sei, zu er- mitteln, ob das Verbrechen, wegen dessen Jemand aUSgeliefert werden folie, nach britischen Geseßen die Auslieferung des Flücht- lings an die amerikanischen Gerichte rechtfertige, aber wenn der

Verbrecher erft einmal auSgeliefert- sei, würde er nach amerikanischen Gesetzen abgeurrhetlt werden , und es sei schwierig zu begreifen, warum er nicht wegen

irgend eines Vergehens, wegen dessen ihn das amerikanische Ge- seH belangen könne, abgeurthcilt Werden solle, aUSgenommen nur kin politisches Vergehen. Der Gegenstand wurde hierauf fallen gelassen.

_ 5. August. In der gestrigen Sißung des Oberhau- scs beantragt Lord Granville die Vorlegung gewisser De- peschen, welche auf die Meinungsversckziedenheii zwischen der in- diickzen Regierung und dem Ministerium für Indien in Betreff des indischen Tarifs Bezug haben. Eine Depesche ch Mi- nisters für Indien vom 11. November empfahl die Herabseßung der Eingangözölle auf Baumwollftoffe, Wodurch den indischen Einkünften ein jährlicher Verlust von 80,000 Pfd. Sterk. entstanden wären, aber die indisckze Regierung war in Anbetracht der ernstlichen Silberentwerthung außer Stande, diesem V0rschlage beizufiichten, und mißbilligte die Idee, zur Deckung des Defizits r-eue Steuern aufzulegen. Der Earl vonNorthbrook benußte die Gelegenheit zu der Eklärung, daß keine ernstliche Meinungsversihiedenheit zwischen ihm (als Vize-

Köxiig von Indien) und dem Staatssekretär für indische Angelegenheiten betreffs dieser angeblichen Einmischung in die indische Geseßgebung vorgcwaltet habe. Er

glaubte, die Veröffentlichung der Depesche würde dazu beitragen, die Beziehungen der indischen Regierung zu der Re- gierung des Mutterlandes zu befestigen. Der Marquis von Salisbury gab seiner Befriedigung über diese Erklärung Aus- druck und bemerkte, daß er gegen die Vorlegung der gewünsch- ten Schriftftücke nichts einzuwenden habe. Dem Antrage wurde hierauf ßattgegeben. .

_ Das Unterhaus beschäftigte fiel; in seiner Vormittags- fißung mit der Elementarunterrichts-Vorlage. Die Regie- rung ließ fiel) zu einigen Zugeständnissen herbei und die vielangefoch- tene PeUsche Klausel Wurde im Sinne der Opposition amendirt. In „der Abendsißun *:“ Wurde die Erörterung fortgeseyt und soweit erledigt, daß für Sonnabend die driite Lesung der Vor- lage anberaumt werden konnte. Die gegenwärtige Parlaments- sejfion wird vora1'3“cht1ich am 15. d. Mis. geschlossen werden.

_ Die indii'gni“„AMLSzeitung“ in Simla veröffentlicht in ihrer Nummer Vom 5. eine Resoluiion des vizeköniglichen Rathes, Welche eine Rückschau auf die Lage der indischen Finanzen hält und bemerkt, dieselbe gewähre Ursache für ernste Besorgniß. Die ZoUeinkünftd werden als ungünstig erklärt. Es smd deshalb Befehle erlaffen worden, alle vermeidbaren Angaben zu suSpendiren, und die Au6gabe für außerordentliche_öffentliche Bauten isi wesentlich reduzirt worden, um das drohende Defizit zu verkleinern. Tie Resolution schließt mit der Erklärung, daß die finanzielle Zerrüttung einzig und aÜein dem rapiden Fallen des Silberwerthes zuzuschreiben sci.

_ 5. August. (W.T.B.) Im Unterhause lenkte, nach- dem das UnterrichthescH in dritter Lsfung angenommen worden war, Campbell die Aufmerksamkeit des Hauses an? die Mission Cave's nach Aegypten. Cave vertheidigte den über seine Misfion von ihm erstatteten Bericht und hob abermals hervor, daß der Khedive, wenn er nur die Absicht habe, sparsam zu wirthschasten, jederzeit den ihm obliegendcn Verpfiickztungen würde genügen können, obschon die aegyptisckze Schuld, seit er, Cave, seinen Bericht erstattet, fick; absrmals vermehrt habe. Dodson und Lowe sprachen fich gegen Cave's Mission und deren Ergebnisse aus und erklärte insbesondere der leßlere, daß durch dieselbe der ägyptisckze Kredit ruinirt worden sei. Der Kanzler der Schaßkammer, Northcote, trat diesen Ausführungen ent- gegen und wurden schließlich die für die Mission Cavc's und fiir den weiteren Ankauf von Suezkanal-Akiien gefor- derten Kredite bewilligt.

Frankreich. Paris, 5. August. In der heutigen Sißunxz dsr Deputirtenkammer wurde die Berathimg des Militarbudgets fortgeseßt. Der Berichterstatter Langwis bc- merkte zu Kap. 6, der Ausschuß beantragr, damit die zwrite Abtheilung des Kontingents während eines Jahres unter der Fdhne bleiben könne, eine Vermehrung dcr Auggaben von 14825000 Fr. Zu dem Niitrage des Arissckzuffcs, den Erhalt der M ilitärgei stlich en zu streichen, bemerkte der Deputirie Keller, für den Gottesdienst in der Armee zu sorgen, sei eine Pflicht des _Staates, und zwar die heiligste von aUen. Es gebe ohne Zivcrfel eifrige Priestcr, die fich den Soldaten zur Verfügung ftelien;_ nder ohne besondere Militärgeiftliche sei es nicht möglich, den mriitarischcn Gottesdienst durchzuführen. Die Religion sei steis eine Stürze dcs Patriotiswus gewesen, sie habe stets den Geist der Arifopferung aufrechterhalten, Fiir die Mehrheit sci der Zeitpunkt gekommen, zu beweisen, daß sie so warm fühle für'die religiösen Interessen, wie sie immer sage. Der De- putrrte Wilson erwiderte im Namcn der Kommission, daß es xm Prinzip gebe, das alle anderen überragt. DHL einzigen AUSgaben, die nicht verworfen Werden können, sind diejenigen, welche einen konstitutionelicn Charakter haben. Uebrigens betrackztei die Kommission die Wirksamkeit der Miiitärgeistlichen als unnüß und gefährlich. Die Soldaten können irxtmer in die nahegelegenen Kirckxn gehen. Es cmpfcble sich, die Armee den Ränken der Geistlichkeit zu entziehen. Es sei manchmal vorgekommen, daß die Militärgeisilickxcn den (Fin- fluß des Gene'xal-Jnspecteurs überboten haben. Die Kom- missior will dicscm nicht zu dal'dsnden Mißbrauche cin

Endo machen. Meikne die Aufhebung von

beantragte als vermittelnde Lösung von Miiiiärgeißiichen,

58 Poßeii

Keller wendete iich gegen den Antrag Meline und verlangte die Aufrechterhaltung des alten Kredits, damit die Militärgeiftlich- keit gewahrt werde, welche die Religionsfreiheit des Soldaten bedeute. Das Ymendemeni Keller wurde hierauf mit 306 ge- gen 142 Stimmen verworfen. Dann fand die Abstimmung statt über das Amendemcnt Meline, das nur für 11 ?lrmeegeifiliche die Mittel bewilligt und sonach die Unterdrückung der Stellen von 58 weiteren Armeegeiftlichen einschließt.

, _ Die Bonapartißen haben für ihren Theil einen be- sonderen Ferienaussckzuß, bestehend aus den Herren Rouher, Herzog von Padua, Baron Bourgoing und Dréoile, ernannt,

Spanien. Madrid, 2. August. Am 28. Juli war der“ König Alfonso und seine Schw.:fter, die Prinzessin von Asturien, mit Canovas dei Castillo und den Ministern der Marine und der öffentlichen Arbeiten, zum Empfang der Königin Isabella nach Santander abgereist und daselbst andern Tags angelangt, empfangen von den Generalen Mar- tinez Campos, Quesada, dem Bischof, Deputationen u. s. w. Die Stadt war beflaggt. Am 30. Vormittags kam die Königin ,Isabella“ an. Der König, die Minifier und die Behörden empfingen sie an Bord des „Ferrolano“. Der spanische Boi-

begleiiet. Wie die „Ag. Harms“ berichtet, erklärte die Königin Isabella in ihren ersten Unterredungen mit dem Könige Alfonso und seinen Miuißern feierlich, daß ße entschlossen sei, fich von der Politik ganz fern zu halten, da fie begreife, das; ihre öffent- liche Rolle zu Ende sei. Der König ist mit seiner Schwester und den Miniftern bereits nach Madrid zurückgekehrt. Die Königin Isabella hat fich zunächß in die Bäder von Ontaüeda begeben.

Italien. Rom, 3. August. Der Minißer des Innern hat nach dem ,Piccolo“ von Neapel ein die Abhaltung von Prozessionen außerhalb der Kirchen betreffendes Cirkular an die Präfekten gerichtet. Er bp theuert darin, daß er die religiöse Freiheit keineSivegs zu be- schränken gedenke, daß er oder Störungen der öffentlichen Ord- nung auch nicht gestatten dürfe. Deshalb sollen die Präfekten solche Prozesfionen im Allgemeinen nicht dulden, unter Um: ständen aber erlauben, wenn die Veranftalter derselben fich 14 Tage vorher die Erlaubnis; dazu bei den zuständigen Behörden werden einholen können, was aber dieser Tage ganz unmöglich gewesen sei, da der Minißer-Präfident und andere Mitglieder des Kabinets schon seit mehreren Tagen von Rom abwesend find.

_ Am 1. August ist Italien, nach der „Ilalie“, mit den niederländischen Kolonien in Ostindien in direkte Postverbindung getreten und zwar übcr Neapel, wo vermittelst der niederländischen Dampfer der Helder-Vatavia-Linie und der französischen Post-Dampfschiffe, wenige nach Indien und China fahren und über Brindifi vermittelß der englischen Dampfer, die zwischen Brindisi und Yokohama fahren. '

_ Die Kommission, welche die Reduktion des Beamtenpersonnls vom Finanz- Minisieriuui zu prüfen und darüber Bericht zu erßaiten hat, ist mit ihrer Arbeit fertig und wartet nur auf die Rückkehr des Finanz-Minifters, um demselben das Resultat ihrer Arbeit vorzulegen. Die Hauptvorschläge, welche fie em- pfiehlt, [affen fiel; in Folgendem zusammenfassen: Abschaffung aller kleinen Intendanzen und Einführung einer einzigen Klasse von Intendanten. Abschaffung aner Provinzial-Inspektoren. Für das Ministerium folien mit Befeitigun allerjeßigen Abiheilungs- Chefs, drei Klassen von Divifions-Cßefs mit 5000, 6000 und 7000 Jranketi Gehalt eingeführt werden, drei Klassen von Sekretären Mit 3000, 3500 und 4000 Franken Gehalt, und drei Klassen von Unter-Sekretären mit 1500, 2000 und 2500 Franken Gehalt. Alle enibehrlichen Beamtenßellen folien abge- schafft und die dadurch erzielten Ersparnisse zur Aufbesserung der „Gehalte von denjenigen Beamten verivendet werden, welche weniger als 3500 Franken Gehalt beziehen.

_ Am nachsten Montag wird der Ausschuß der Reck)- txn zusammentreten, um zu berathen, was zu thun iß, falls die Dcputirtenkammer aufgelöst und Neuwahlen veranßal- tet werden sollten.

Türkei. Wie der „Politischen Korrespondenz“ vom 5. d. M. aus Konstantinopel emeldet wird, stelle sich das Leiden des Sultans mehr und mex als ein chronisches heraus. Die Gefahr einer Kataftrophe erscheine beseitigt, auch sei von einer Abdankung des Sultans keine Rede. Für das diplomatische Corps sei der Sultan nach wie vor unzugänglich. ' _ Die ,Correspondance Orientale“ in der Lage, ihre früheren, die in Aussicht stehende türkische Verfassung betreffenden Mittheilungen erheblich zu ergänzen. Der erste Entwurf der Verfassung, so schreibt die ,Correspondance Orien- lale', umfaßte 140 Artikel, deren sehr viele indeß Wiederholun- gen enthielten. Midhat Pascha beseitigte alies Ueberflüsfige und führte damit die Zahl der Artikel auf 70 zurück. Es ist b;- merkenSiverih, daß in dem ganzen Dokument an keiner einzigen Stelle von Muselmanen und Christen, sondern ßets nur von os- manischen Unterthanen die Rede iß. Die Verfassung kann in sieben Kategorien geschieden werden, deren jede 10 Artikel enthält. Diese sieben Kategorien sind folgende: 1) ein vom Landesherrn unterzeichnetes Gescß wird veröffentlicht, des In- hglts, daß das gegenwäriige Regierungssystem zu existiren auf- hort und durch ein vollstäxidig neues erseßt wird. 2) Das Gesey Chcriat wird in Civilangelegenheiten für ungültig erklärt. Nile ognmnisckzen Unterthemen sind vor den Gerichten gleich. Die Verordnung des Cheri, nach welcher der Eid eines Moha- medaners mehr gilt als jeder schriftliche Beweis, wird aufgehoben. 3) Zulassung sämmtlicher oSmaniichen UnteriHanen zu allen Aemiern und Unabseybarkeit der Veamtrn. 4) Berufung ciner Deputiiienkammer zur Regelung der Finanzen und der Steuern und zur Ueberwachung der StaatSauSgaben. Reform des Staatsratlis nach dem Musicr des französischen Senats oder der Kamnzer der Lords in England. 5) Verantwortlichkeit der Minister gegenuber der Depuiirtenkammer. Dezentralisation der Provin- zen, Abschaffurig des Frohndienstes im ganzen Reich. 6) Das Eigen- thuerecht wird nach den verschiedenen in Europa herrschenden Rechtsfysiementgeregelr Abschaffung des Eigenthumsrcchts des Vakuf, das heißt, der den Moscheen gehörigen Güter. Erleich- terung und Förderung indnftricller Unternehmungen. 7) Her- stellung und Inkraftseßung eines Geießbuckx, welches den Code Napoléon zur Grundlage hat. Errichtung von Rechtöakadcmim m' den größeren Städten des Reichs, sowie gemischtxr Lycecn. Diese Konstitution wurde bereits unterzeichnet und soll nach zwei Wochen in Kraft treten. . _ Nack; den Zusammenficiiungen der ,Turquie“ über die Freiwilligenwerbungen gingen in der zweiten Hälfte des Inii mit der Saloniki-Bahn 140 Offiziere und 6700 Sol-

Vorschläge zur

daien mit 6 Kanonen und 250 Pferden nach Mitrowißa ab. Di? Bain: von Varna nach Rufischuk hat in den letzten zehn

' unterwegs.

schafter in Paris, Marques de Molins, hatte fie bis Santander _

Tagen des Juli 11,000 Mann, nämlick) 2700 Nizams, 5900 Redifs und 2400 Freiwillige befördert. Am 29. Juli gingen 600Jreiwi11ige nach Tatar-Basards chich und per DampfernachVarna ein Theil der ägqpüschen Hülfstruppen ab. An dem Tagetrans- portirte ein Staatsdampfer 2500 Arnauien nach Aniivari. Dieselben find sämmtlich mit Wincheftergewehren bewaffnet und von einigen Derwiiclzen begleitet. Am 30. gingen wiederum zwei Bataillone nach Antivari, am 31. kamen 400 FreiwiUige aus Bruffa an. Wie der „Basfiret“ meldet, find 3000 FreiwiÜige aus Tunis Am 26. Juli durchzogen 300 Freiwillige die Haupt- straßen von Stambul, um sich nach dem Seraskierat zu begeben. Es gingen ihnenrinige Fahnenträger und etwa 50 Aradr aus Mekka voraus, welche SchiZde trugen und Säbel schwangen, in- dem fie mit lauter Stimme Gebete bersagten. Zwei der Tam- pfer, welche das dritte ägyptische Regiment nach Saloniki ge- dracht, sind von da nach Konstantinopel gegangen, um dori 25,000 Remingtongewehre und 2000 Säcke Reis auszuiaden.

_ Vom KriegSschauplaHe liegen folgende Tele- gramme vor: Konstantinopel, 6. August. (W, T. B.) Der Re-

gierung wird vom Kriegöschauplaße gemeldet: Die türkischeit Truppen haben am 5. d. nach einem zweitägigen Kampfe die Stadt Gurgussovaß genommen, Die StaT-t ist von den Freiwilligen eingeäschert worden. Die Verluste der Serben smd bedeutend. _ Nach Prioatislegrammen wären die Serben in der Richtung von Alexinaß geflüchtet.

Belgrad, 6. August. (W. T. B.) Wie ein der Re- gierung vom Kriegsschauplaße zügegangenes Telegramm meldci, machte eine 2000 Mann siarke Abtheilung türkischer Truppen am 3. d. M. von Sienißa aus einen Aquall gegen den linken Flügel ,der serbischen Armee, wurde jedoch mit einem Verluste von 150 Todten zurückgeworfen. _ Dasselbe Telegramrn'be- flätigt fewer, daß Oberst Horvatovich fich nach fünftag1gen Kämpfen gegen einen überlegenen Feind von den Höhen VO,?! Tresibaba nach den Defiléen zwischen Knjazewaß und Banja zurückgezogen hat. ' '

Ragusa, 5. Augiift. (W. T. V.) Nach hier eingegan- genen Nachrichten haben die Insurgentcn die Belagerung von Trcbinje begonnen. Die Straße von hier nach Tredinje ist von denselben befehl.

London, 6. August. Dem „Reuterschen Bureau“ wird aus Belgrad vom geßrigen Tage gemeldet: Die österreichi- schen Behörden haben in Verschas die Verladung von Effek- ten, welche für die verwundeten serbischen Soldaten bestimmt waren, verhindert. Die Donau-Dampfschiffahrrs-Gesellschaft hat von der ungarisckzen Regierung den Befehl erhalten, keinerlei Munition oder Effekten für Verivundeie nach Serbien zu trans- portiren. _ Heute ist in Belgrad eine Anzahl in den letzten Kämpfen gefangen genommener Tscherkessen eingetroffen. _ Gerückztweise verlautet, daß die bei Saitehar, Mramor und Knjazewaß eingeleiteten Gefechte noch fort- dauern. _ Demselben Bureau geht aus Semlin vom heutigen Tage die Meldung zu, daß die 2000 Mann starke Abtheilung Freiwilliger der Drina-Armee, welche 'in BoMien ein- edrungen iß, 20 Kilometer vorgerückt ist und zwei Telegramme m das Hauptquartier des Fürsten Milan gesandt hat, in welckzsn der Mangel an tüchtigen Offizieren hervorgehoben un) Obcrß Dcöpotovitsck; als Ober-Befehlshabcr erbeten wird. _ Tscholak Antitsä) hat die auf dem Marsche von Sienißa nach Novibazar befindliche ägyptische Division gestern voilsiändig geschlagen.

Zara, 5. August. (W. T. B.) Die iürkischen Trup- pcn haben gefiern Abend die Baracken bci Kiek durch Fcucr zerstört und fich sodann auf einem Kriegsdampfer eingeschifft. Uuch Utovo wurde von den Türken eingeäschert und dann verlaffen.

Zara, 6. August. (W. T. B.) Der Insurgentcnchef Luka Petkovirsci) ist gestern in Ragusa angehalten und den Miitärbehörden übergeben wvrden. Derselbe war im Be- griff, fick) nach Rahova zu begeben.

Belgrad, 6. August. (H. T. B.) Ein offizielies Bulleiin meldet: Unsere Truppen unter Horv'atovic haben 5 Tage auf den Höhen Tresibabas ihre Pofitionen gegen einen Überlege- nen Feind vertheidigt. Erschöpft durch koloffaie Angriffe, mußten ße schließlich ihre Positionen vor Knjazewaß aufgeben und sich in die nach Banja führenden Pässe zurückzichen.

Ragusa, 6. Auguß. (HT. B.) Monkhtar Pasclzir hat die Kapiiulation zurückgewiesen, da Ersaiziruppen in Eilmar1chen heranziehen und Ende der Woche erwartet werden.

_ Tie „N. Fr. Pr.“ giebt folgknde Darstellung der bis- herigen Operationen gegen Knjazewaß: Nack; den Meldungen unseres Korrespondenten hat die türkische Armee von Nisci) unter Achmed Ejub Pascha in dcr Nacht vom 28. auf den 29. Juli die Offensive gegcn Gramada er- griffen. Am Mittags des 29. Juli bereits stieß die Avant- garde, Brigade Hafiz Pasckzas, bei Gramada auf die ser- bischen Vortruppen und veririeb diese nach stchs- ständigem erbitterten Kampfe aus ihren dort errichteten Bc- feßigungen. Die Serben zogen fick) am 29. Juli nach Der- vcnt zurück. Am 30. Juli feht: die Nischer Armee unter Achmed Ejub Pascha ihre Vorrückung fort. Dervent wnrde von den Serben ohne Widerstand geräumt, worauf Achmed (»TjUb bis Ponor vorrückte und dort in Gefechtsformation ein

Bivouak bezog. Am selben Tage, den 30. Juli, hatte aiich Sulciman Pascha die serbische Grenze nach mehrstün- digem Gefechte bei Pandiralo überschritten und traf

am 31. Juli bei Trefibaba ösilicl) von Ponor ein, wo er seine Vereinigung mit Achmed Ejud Pirscha bewirkte. Ebenfalis am 31. Juli hatte jedoch Achmed Eiub den Vor- mgrsck) auf Knjazewaß kämpfend fortgesest und nach sieben- Üundigen Gefechten die chien rechiSUfrigen Timok-Höhen ge- nommen. ,Die Türken und Serben“, telegraphirte Uiiicr Kor- réspondcnt, „stehst! fick) heute (1. August) nur durch den Timor g_ctrennt gegenüber.“ Am 1. und 2. August verharrten_ die iuriischen Kolonnen im Zustande der Ruhr und zwar Angencizts xcxier vsrsclzanzten Positionen, welche die Serben noch am rechten TtmobUstr zum Schuhe von Knjazewaß erbaut hatten. Offenbar hat unser Korrespondent unter diesen Werken nur den Timoi- Brückenkopf vor Knjazewaß gemeint, da Achmed Ejub bereits am 31. U. M. sämmtliche rechtsufrige Timok-Höhen okkupirt halte. _ Gestern, am3. August, soll nun der Kampf nach der zivei- tägigen Ruhepause, Miche die Türken gemacht haben, neuerdings critdrannt sein, Dcr türkische Angriff kann jedoch nur gcgen dl? Schanzen am Timok scibstgerichtet gewesen sein, da, wie be- rxits Oemerkt, die Höhen am rechten Ufer dieses Flusses, also auch die Zshn Kilometer südlich von Knjazewaß lieaende Trefidaim, ßch schon seit dem 31. Juli in den Händen der Türken befanden.

Eine andere Veigradcr MéidM-g (*r-richtet von einem Bor- swß, welchen die Serben offenbar von Siippooac ans gegen

Mramor unternommen hätten, wobei er?: ihnen gelungen iväre, ; die Wrrke der Türken zu nehmen und in deren Lager emzu- ,

dringen. Mramor liegt am linken Morawa-Ufer, ungefähr acht Kilometer Westlich von Risch, auf der von'hter iiach Uerkub (Prokopljr) führenden Siraße. Mramor, wo em tUkkisÜe'H Lager fick; befand, dürfte den Manövrir-Bruckenkopf von Risch ge- bildet haben.

Die türkische Operation gegcnKn1azewac, sagt die „N. Fr. Pr.“ vom 6. August, wurde in den ersten drei Tagen mit ebenso viel Glück als Geschick durckigrfuhrt, und härte Aßdul KLrim Pascha, da er bereits am „31. Inli'Abenis im Angenchie von Knjazeiraß stand, den Angriff auf diEse Studi sogleich am 1. August begonnen, so häiien_ fick) der raschrn Einnahme der- selben Wohl nur geringeHindermffe entgegengcstelit. Ansigtt an- zugreifen verblieb jedoch die Armee Achchd Ejubs zwei Tag?, am 1. und 2. August, unthätig stehen, wahrend welcher Zeit die überraschten Serben ihre Fassung wiedergewonnen und in Eile Verstärkungen an den bedrohten Prmkt herangezogen haben dürften. Die zwciiägige RUHcpause m den Operationen mag die Ursache sein, daß man zur Eroberung von Knjazewaß, das man durch Ueberraschung nehmen konnte, nun mehrerer Tage bedarf.- Zajcar hätte Ozzman Pasrha ebenfalls wiederhoit“ und insbesondere am 2. Juli, als er Lxeschanin bei Veliki-Izvor schlug, ohne große Opfsr nehmen können. Auch hier wurde die Gelegenheit versäumt; Ljeschanin konnie seine Positionen dc- fcsteigen und Verstärkungen heranziehen.

_ Ueber die militärische Situation in Serbien enthält die „Pol. Corr.“ aus Belgrad vom 2. d. Mis. fol- gende Mittheilungen:

Die Thatsache, daß dic serbifcbeArmee [is Knjazewaß zurück- gegangen ist, hat hier eine erbitterte Stimmnrg gigen die Armer- 1eitung hervorgorufen. §Zille Anschuldigungrn kchren fick) gegen Gexxxral Tschernajeff, als den Urheber des Fcldzugsplaneö. Es cirknlirt aber ein Exvo'sé diéfcs Generals, worin er die Gründe isinrs Rückzugcs ans Bulgarien augiei't. Die Offcufirk drr Morawa- Armee kafir1e auf drei Voraussetzungen: 1) da]"; die Bulgaren "icb in großrm Maßstäbe erbebcn werden; 2) daß (Hrncral Zack) über Sienica vordringen Und den Moutsnegrincrn die Hand rcichen werde, und 3) daß Grneral Alimpics tief in Bosiiicn eindringen und einen aligemeinrn Aufstand Tori berrrrrnien Werde. Wären diese Vorauésé'ßimgc-a in Erfüiiing JLZJUJSU, iv bätie Tschernajeff bis Sophia vordringen Und alien einzeln anrückendcn türkischen Versiärkungrn dic Spiß-x bieten können; Der Krieg wäre nicht auf serbischcm Boden ausgeiragkn wvrden. In- dessen iraf keine einzige dieser Prämissen zu. Die Bulgaren zcigtcn nicht die erhoffte Tbcilnabmé. Zach wurd? zurückgeworfen. Alim- pics ist an der Drina aufgehalten worden und konnte sich wedér mit den Jnsurgenten von Nord-Brénicn vereinigen, noch Die noch ruhig gebli-„benen Sandsckxakate Bohniens insurgiren. Unicr ioicben Umständeu erübrigie Tschernajesf nichts Anderes, als die Pofiiionen bei Picot und Babina Glawa aufzugrben und ziirück- zugehen, zriu1xl,Ljeickanin die wichtige Sieang bei Vcliki- Jzoor durcb eigkne Schuld verloren hatte,

Stünkliio wird einer großen Schlacht beiKnjazewaß cnigdgen- gesehen. Bei Alekfinac fisch blos zwriDirifirnen in dcr etwaigen Stärkeron 18,000 Mann, während bei Kniazervciß uud Zaimr die größte Macht konzentrirt ist. Die südöstliche Armee zählt gearn- wärtig mii alien zu ihr gkstoßenen Verstärkimgen bei 80,000 MFM! mit 120 Geschüßcn und 6 Regimentern Kavallerie. Davon befirdxn yich bei Zajc ar etwa 360,0 Mann mit 40Geschü13en und bei KnjazeWaß 45,000Mann mit80©cscixüßen. Knjazewaß ioÜ ohne großen KMM nicht aufgegeben Werden. Von hier läuft die breite Heeresstraße über Banja uach Paraciu,Zupriia, Jagodin, Sxmendrm und Belgrad, dic T!chrrnajeff unbedingt halfen muß. Solitrn die Türken Knjazewaß und Zajcar nehmen, dann nüßen die Be- fesiigungen von Deligrad nichts mehr. Jedeniaas sieht eine Schlacht bevor, die das Schick'al des Feldzuges entscheiden wird.

Die erste Verlustliste ist e1schicnen. Sie wrist akcr [*[OS tausend Verwur-dcte auf, die Torten Werden nicht angeführt.

Géneral Fadejeff ist zum Fürsten in;2 Hauptquartier abgereist. Seine Ernennung zum serbischen General ist bereits vollzogen, wenn aua) die offizislle Zeitung das Dekret noch nicht veröffentlicht hat.

_ Vom montenegrinischen Kriegsschauplaye liegt eine Nachricht vor, welche, der „N. Jr. Pr.“ zufolge, geeignet ist, den raschen Rückzug des Fürsten Nikita nac!) dcquiédck- lage bei Bischina bis nach Bilek, also in die Nahe der montenegriniickzen Westgrenze zu erklären. Die Niederlage, weiche Fürst Nikita dcm Moakhiar Pascha bei Vrbica, nördlich von Blick, beibrachte, war so emicheidend und der Schlag, den er fiihrte, io kräftig, daß die Niederlage bei Bischina fur die Montenegriner durchaus nicht empfindlich sein konnte. Den eiligen Rückzug mögen daher andere Gründe veranlaßt 13.1151. In :rsier Linie war es dem Fürsten Nikita offrnbgr darum zu thun, Moukhtar Pascha aus dem offenen Terram in jene Gebirgsgegenden zu locken, wo seine Leute_ vo_.kom1iicn zu Hause sind. Eine zweite Ursachs mag aber die Niederlage ge- wesen sein, Mickys ein Tizeil des Corps des Bozo Petrooaß imd Plamcnaiz [iiilkk dcm Pdpxn Rißa in Albanien erlitten hat und wobei 300 Montenegriner von den Türken umzingelt und total vernichtet wurden. Fürst Nikita mag nun Besorgniffe wegen einer türkischen Invafion Monienegros von Süden aus gehegt haben Und ist daher auf die Nachricht von der Niederlage seines Südcorps in Ei(märsckgeii von der Narenta nach _der montene; grinisckjen Grenze geeilt, um seine Grenzen zu schußen.

_ Ter „Glas Crnagorza“, das monienegrinisckxe Amts- bxait veröffentlickzt folgenden Bericht: _

„Jr. Cetinje, Welckxs sonst so lesr ur“.d öde außsiebt, feierte man Heute (24. Juli) ein großes Fest, Es wurd: durch den Meiro- politcn Hiiarion ein D ankgritchicnstai*gedallcn,wcki1dec Allmäch- tige unjern Fürsten, in den großen Gefahren, welchen er bcim Bra:- bardemcm dcr (Zitadelle rcn Nevéiivje aUSJese'ßt Ivar, _gnädiglich bc- schüßte, Zn eben der Siirnde langtcn die Yoddaen “and Gc- iangenen in Cctinje cin, und _ erregten untrr den K_m- kern und Frauen groß: Sonsaiton. Unik: den_ Trrpixacn befirdct sicb auch einc- kci Crnißa abgenoxnnirne rciche Filme, die wit ('“)oid geflickt ist, und eine Unzahl turki1cher Gcwebrxvrmd viel Munition. Unter den Gefangenen zählt man mxhrkrc Offiziere und 551 Sridatcn; sie ichamcn uiid traurig_ und niedergerchlagen «m_s, man konnte iiénen am Gsficiyi ableicn, da:; sir gefürchtet _hatten, in Cctinj: hingcrichiet zn w:“rren. Einer unter ihnen fragte iogar, was mit iynen geschieden Werde. Er irxirde bcruiyigt; man gab den („sie- fatrgcnkn xn cssen und gönnte ihnen Ruhe. WWU fie auci) nicki Nizams find, so soll ihnen dock) kcia Haar gekrümmt werden, wndern wir werden sie bis an das ésterreichifche (Gebiet eskorttrcn und der K. K. Behörde zur Jniernirung ürcrgeden.“

_ Man schreibt der „Pol. Corr.“ ans Cettinje, 2.9. JUli:

„Anläßlich Des Sieges von Vrbiza hach hrutc dirt grrßs JesTlLÖkLitCn stattgefundxn. SÖOUITUL 1 Uhr nach MitteranÉt wurdcn die Einwohner krimi) (ZiirckrngelaUTZ g-chcki, weichechnzs-icg vsrkündetc. Dis THM der FÜNMÖJU'RUWMZ31.)!!an grrffnkt und dicse illumiriirt. Die gesammte JÜUUUTQFÜUUNE, der MFK„TUYOW Hilarioti und die Senatoren i'cgabxn iich aiéixiid zur Facitin M ileua, um dieselbe zn drm Siigc 5a 1':giiickwmixckrrz, von iyeliiicin sie zuerst txicgrapHisÖe Iiachcichi erhalten [)xite. Eine große ror rc-xxi leastc angesammcltc Mcrgc Jah "!)n'r Frenkc durci) Ab'llißkli ron

_VrlkÖiicdcrii, Tanzsn imd unanfk;ö;1:cho Zwivö auf den Fürsten AUSTRAL-

Tankgdit-“Sdiénste beizuwohnen.

Um 8 Uhr begab fick) das gxpze Vr-ik méi drrFüriiin und ZW. Erb- pririzen in die Kirche, um einem »In dem Metrrpoiiien cxiskritrn Als Um 10115: 1.165 driiie Tri?- gramm eintraf, Weiches die vr-Üständige_ Nixderiage_Mouiir-iars MU- dete, wurde dies nrckémals mit KanoneniiiZuUéu begrußt. Man giebt sich den Üderschwänglickzsten Öl)fflii11ig€11_ickikt. Gléiri) nacb dzm 11"; glücklichen Kampfe bci NSMfiUjL ix_ici; xs, Farsi N ikoiaus séi lcicr-i vrrwandrt wordén. (xs 1i§iii€ ii.?) a'r_er ixxr- aus, daß der Fürst zw-xr in grdßér 054-74in 'LÄw-TUE, und ein Arjntant Hart an seinereiir von. einer Kuxxi gejtreiii irrirdk, daß Fürst Nikita abcr uaverlsßk blick: _ Die Akiirigrigß der MDK??- ncgrinsr gsgrri irde strong,? DisZipiin und di? .Kamrfr-Z'inxr OElleiikli sie oft zu Unisrnedimmgen, div im quptqurrtier gar nicht braMÖtigi W311- Deu.- Das Corps de?» BozoPetrrvics und Piamriiaz hai_die strengste Weisung Ishabt, in dsr Deisnfive zu wxrblkidcn. Exnss Tages _ cs war am 22. Juli _ crdrrsn fick) abr: 300 MMK- negriner unisr der Führung des Poden Risia uud mnricixiricr: in Albanien cin. Am 23.1vrn're ricie Sraar vr-n wsit Ürcrxéßsren iürkiichcn Kräften umzir-gcii und Mai vcrnichtet.“

Rumänien. BUkarest, 5. August. (W. T. B.) Die Bildung des neuen Kabiiiets ift bereits erfolgt. Joan Braiiano Übernimmt das Präsidinm und das Fimmz- Ministerinm, Ionescu das der AUSiväriigen Angelegenßeircn, D€meter Sturdza das Ministerium der dffentlicizen Arbeiten, Und

taiech das Iusiiz-Minisierium. VerneScu behält das Mixi- fterium ch IUULXÜ und das KUitUE-Ministerium, Und Oberst Slaniceano das KriegH-Minifterium.

Amerika. Washington, 5. Arigust. (WT. B.) Der demokratische Präsidentschafrskandidai Tilden Yat eire Erklärung veröffentlicht, worin er die ihm anzeiragcne Kandidatur annimm! und erklärt, daß das Programm der Kon- vention von St. Lonis alles Dasjenige, was dem Lande mots): thus, genaU bezéickgne. „Insbesondere irrickzt fick) Tiideii für Nr: formen in Bezug auf die StaatSausgaisen und für eine voll- ständige Versöhnung mit den Südßaaien aus, erklärt fich da-

grgen wider jede beschleunigie Wiederaufnahme der Baarzahlungen Und beschuldigt dic republikanische Parrei, daß ste durch das Geseß vom Jahre 1875 die Regierimg zur Wiedsraufnahme der Baarzablungen 13817: pfiichtet habe, ohne fiir diefen Fail irgend wsitcre Vor-

bereitrmgexr zu treffen. Tilden fieht deshalb einen ailmähiichen Uebergang zur Wiederaufnahme der Baarzahlrmgen als ang?- zeigt an. End1ichsprichtfich dersslbe noch dagegen aas, daß ein UnionsPräfident zum zweiten Mal zum Präsidenten gewähir werden könne. Der von den Demokraten als Vizepräsident „mf- geßelite Hendricks bat gleichfalls eine Erklärrmg veröffewtiickzt und sick) mit dem Programm der Konvention Von St. Lriiis einverstanden erklärt.

_ Tie Repräsentantenkammer hat ein AMSUÖEMLM „ziir Verfassung genehmigt, welches die Verwendung Öffentlicher Mitrci zu Gunsten cinzslncr kirch1icherSekien untersagt,

_ 6. August. (W. T. B.) Die Repräsentanten- kammer hat die Bill angenommen, wonach der Ariikel des Gescch Über die Wiederaufnahme der Baarzahlungcn, durci) welchen der Termin der Wiederaufnahme festgeseyi wurdr, wieder aufgehoben wird. Die Repräsentantenkammer nahm sodann eine Resolution an, dahin gehend, eine Kommission zur Prüfung der finanziellen und der allgemeiiien politischen Lage zu ernennen, um die Wiederaufnahme der Baarzahlungen zu erleichiern.

Uruguay. Montevideo, 1. Jiiii. Heut€ übcrreichtc der deutsche Minister-Resideni in Bricnos:?lr]res die Beglairdi- gungsschreiben, durch welche er gleichzeitig bei dem dermaligen Ober- haupte der Repriblik Uruguay, dem Obersten Latorre akkre- ditiri wird. Lexterer ist erst seit Kurzem zur Diktatur gelangt, und die Kaiserlich deutsche Regierimg dia erste eUropäiiM, welche ihn durch einen öffentlichen Ait formell anerkannt hat.

Unter den in Uruguay [ebenden Deutschen scheint g:.ißc Befriadigung iiber die Entschiedenheit des Diktators zn izrrrsckzcn, welche eine Zeit der Ruhe hoffen läßt.

_ Argentinische chudiik. Dic chicrrtng knit, dcm „VUCUOZ NVWÖ "Standard““ ZLiiOlIC, allo 'Zi.1atr§gc17.§1- tcr, KUÖJCUOMMCU dcn Srlddsrgcmciiicn*Zrldaicn,im1 15 PLM. hcradgescizi und die Siibfidicn rrn iirim Prorinzcn abgcsci) uiii. Die Hälfte der "Öffentlichkii Fricrixgé iril entweder QileCkJIÖCN odcr daI RogieriiiigÖpcriO-iml rcdrr;iri ircrdcn. NOUU GciicrU: antruilic, 66 POstüiilTFAgkiiiC!1 imd iiiciircrc Prstkapiiänc iirir entlaffcn imd äi)iiiichc Rediiktirncn sind im laiidwiriixstixéir= 1ichcn Txpartcmcni, im Pate.» Und Auéwaiidcriiiigsamr 1%“- wirkt, ckcnio ist die jälzriici) rotirtc SUMML fiir Ti." Einwanxs: rrmg untrrdriiikt ivorden. Weiter? Rediiktirncii in dcr Arxicc rorzunriynicn wird iiideffrn fiir 1111111ÖJUck erachtri.

Asien. China, (Allg. Ztg.) Aus Peking wird der am 26. Mai erfolgte Tod des Groß-Sekrciärs Wen-Simtg gemeldet, wodurch der chinesische StaatSratki eines seiner hervor: ragendsten Mitgliedkr, das Auswärtige Amt seine beste Kraft vcr-

loren hat.

Afrika. Einem Telegramm des „W. T. B.“ aus Ma- deira vom 5. August zufolge ist die Bioiade VOR Dahowrcr] wieder aufgehoben worden. .

Tanger, 26. Juli. Gcfiern Wurde hicr Victoria gcschoiicn anläßlich cines Sieges, den dsr Siilran von Marokko dei Taza iibcr den aiifsiändischen Stanim iin Bezirke vox: Griita crfrchien hatte. Der Kampf war äuixcrst erbittert, die marokka- nische Armee erlitt sckxwore Vcrlnstr, 22713 dem Sirlran scibst wurde ein Pferd rmicr dem Leide Okkn'iiiidci.

Kunst, Wiffenschast und Literatur.

Der Architekt Avsust Rincklaic i:i Triff irrt.; ist zum Dr- dentlichen Prefessrr an der KuustsckMic in BraunskhiVCig errannr morden.

chrruih, 2. Niißufi. Gcsierii iii “Ter S).“!ii'pF-Djxckwx ke.“ Königlich ungarisclycn Musikakademir, Or. *;“iSzf, [:ie; angekoaner, um den Fostspielen anzuwrixnen,

Verkehrs-Anfialten.

Nachdem am 5 und 6.1). M. die Pronßiscdexi S_taaiZ- Eiicnbahn-Verwaltungen in Berlin Zu KLUfkchWiT Z::Jirxxxxrn getreicn warsn, um die Grundzüge eincs cindzitiiÉen T„1:l;'-:U':.ms vorznicrailérn, l)aitrn Die Sxaaiö-S“,icriiaixi':=LI-erwaiiiUx-„xsn :.::(S-der übrigen DsutfHen Bundesstaaten imd dor T-FUNZL'M Privat-Eisendai)n-Vsrw.11iux?53n xm 7. r*.„M. [*!iir" Kon- „ieren; in Harzburxx, die die Liuiitiixng (mcd rckrndacn Tacif-Zystsm-Entwuris zur Folgc ÖILTL; ;(riiér k_.-.1n Mi '."1. r*, M. szcHen Krunriisfaricn dsr pxrußii-ÉM Z:"..éxéxrgiékas UND WLW)" ragcndcn Bcrtretrrn ron Pcivat-Siicx'raÖn)Yxriruiitrixxgzn cin rriitcr Eiiiwurf „zi: *Ziande, Wci-Ikc: dic UDMÖUl-JÉU in DM

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