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Untersuchungen haben ergeben, daß die beste englischeStein- kohle bezüglich der Heizkraft, des Aschengehalts, des ver- brannten Quantums und der Zeitdauer des Ranches von_ der westfälischen Kohle übertroffen wird. Rizr bezuglich der relativen Cobäfion haben die Untersuchungen em der eng- lischen Kohle mehr günßiges Resultat gehabt. „Auch diexen ge- ringen Vorzug der englischen Kohle würde em zweckmqßrgeres und sorgfältigeres Verfahren der weftfälisckzen Kohlengewmnung mindestens erreichen können.
_ Mit dem gestrigen Tage haben bei der Garde- Kavallerie die Uebungen im Regimentsverdande begonnen, s.; Exerziexten u. N. heute Vormittag auf dem Tempelhofer Felde das Garde-Kürasßer- und 2. Garde-Dragoner-Regiment.
_ Se. Erlaucht der regierende Graf zu Stolberg- SU) ibe rg ist gestern Abend aus Stolberg a.,iH. hier angekom- men und im Hotel Royal abgestiegen.
_ Der General der K.;vaUerie Baron von Rheindaben, General = Inspecteur dcs Militär - Erziehungß und Bildungs- wesens, ift von seiner Dienstreise, behufs Inspizirung der K!;iehgssckzulen in den weftlichen Provinzen, hierher zurück- ge e rt.
_ Der Kaiserlich deutsche Minißer-Resideni bei den Laplata- Staaten Dr. von Holleben ist von Montevideo, wohin er sich in dienstlichen Angelegenheiten begeben hatte, nach Buenos-Ayres zurückgekehrt.
_ Briefsendungen für SM. Tropedodoot „Zieten“ ßnd bis aufWeiteres nack) Wilh elmshaven zu dirigiren.
Bayern. München, 7. August. (W. T. B.) Ihre Majeßäten der König und die Königin von Sachsen find Bestern Abend, von Ragaß kommend, hier eingetroffen.
Mecklenburg = Schiverin. Schwerin, 4. August. Im heutigen „Regierungsblatt“ bringt das geistliche Ministerium auf Allerhöchstsn Befehl zur öffentlichen Kunde, daß ungeachtet der Veftimmung in §. 1 der Virordnung vom 8. August 1855, bejreffend die Heiligung der Sonn- und Festtage, am Sonn- abend, den 2. September d. I., in Veranlassung der Sedan- f e ier anonahmsweise öffentliche Aufzüge und Belußigungen mit Mufik geftattet sein sollen.
Sachstn-Coburg-Gotha. Coburg, 4. Angnß. Am 1. d. Mis. fand in Coburg, wie man dem „Frkf. I." schreibt, eine Konferenz von Vertretern thüringischer Ministerien att, deren Berathungen fich mit auf die neue deutsche Geri ts- organisation und speziell auf die Einrichtung gemeinsamer Straf- und Besserungsanftalten in Thüringen er- ßreckten, in welch leßterer Beziehunx Seitens der Ministerial- bevolimächiigten eine Befichtigung der im hiefigen Lande be- stehenden Straf- und BescrungSanftalf Haffenderg stattfinden wird.
Lübeck, 6. Auguft. Wie im vorigen Jahre hat fick) auch für die diesjährige Feier des 2. September ein Comité ge- bildet. Wegen eines Beitrages“ aus Staatsmitteln zu den er- wachsenden Koßen wird das Comité, der „Lüb. Ztg.“ zufolge, fich wiederum an den Senat wenden.
Elfaß-Lothringen. Das Resultat der Gemeinde- w ahlen ergiebt, daß die Wahlbetheiligung aÜenthalben eine sxlzr beträchtliche war. In einzelnen Stadien wie Thann wurde geradezu ein glänzendes Resultai erreicht, indem von 1300 Wäh- lern fich 914 an der Abstimmung betheiligten; auch in Meß be- lief fich die Stimmenzahl bis auf 50 Prozent der Wahlberech- tigjen, so daß man im Allgemeinen mit großer Befriedigung auf das Ergebniß der Wahl zurückblicken kann; doppelt erfreulich auch dadurch, das;, wie von der „R. Z.“ hervorgehoben wird, die Wähler überall ihren praktischen Sinn bekundeten und nur solchen Männern ihre Stimme gaben, die fick) durch ihre poli- tische Parteiftellung nicht von der Ausübung ihrer Bürger- pflichten abhalten lassen.
In der denisckxcn Preffe giebt sich daher allerwärts über diese lebhafte Betheiligung “an den Gemeindewahlen dic Befrie- digung rückhaltslos kund. In diesem Eintreten in die Aktion findet die „N. L. C.“ eine thatsäckiliche Anerkennung der Neuen Verhältniffe. Ucberwiegend scheinen die bisherigen Gémeinderäthe wiedergewählt worden zu sein, und da dieselben bisher sich im Allgemeinen die Verständigung mit der Verwal- tung znr Richtschnur gemacht hatten, so iß damit zugleich ihr zukunittges Verhalten bereits gezeichnet. Der Unterschied gegen die. Wahlen des Sommers 1871 aber liegt darin, daß diese Ge- memdeverlretimgen damals zum großen Theil aus Minoritäts- wahlen hervorgingen, während jeyt die Mehrheit der Wahl- berechtigten hinter ihnen ßeht.
Oefterreich:Ungarn. Wien, 5. August. Heute fand ein Minifterrath statt, an welchem auch Jinanz-Minister Freiherr v. Pretis und Handels-Minister Ritter v. Chlumeckq, ob- wohl beidegegenwärtig beurlaubt, theilnahmen; Ersterer kamvon Wartenberg, Leßterer von Gastein hierher. Die beiden genann- ten Minißcr benußten diese Gelegenheit, um auch einige drin- gende und wichtigere Geschäfte ihres Ressorts zu erledigen und find bereits behufs Fortsetzung ihres Urlaubs von Wien wieder abgereist. Ueber den Zweck der heutigen Minister-Konferenz liegt keine authentische Meldung vor.
_ _ (N. Fr. Pr.) Bekanntlich ift von den Delegationen Wiederholt _ auch in ihrer diesjährigen Session _ in Reso- lationen der Wunsch auSgesprochen worden, die Regierung möge auf die Intereffen der inländischen Kohlenproduktion dadurch Bedacht nc men, daß die KriegSmarine ihren namhaften Bedarf an Kohle nicht mehr wie bisher aus England, sondern aus dem Inland decke. Es ift jest UUSsicht vor- handen, daß diesem Verlangen entsprochen wird. Das Handels_- Ministerium hat sich mit den Gesellschaften der Südbahn, Nordbahn, Elisabethbahn, Franz-Ioseph- baYn, “Kronprinz-Rudolphbahn und der Böhmischen Weft- ba n m_ Verbindung geseßt, um die Maßnahmen zu be- rathen, uns es moglich ware, der englischen Kohle in Pola Kon- kurrxnz zn machen. Nach mehrfachen Konferenzen wurde ein Tarif vxrembart, welcher für die direkte Beförderung von Ostrauer und Pilsener Hohle nach Pola einen Einheitssatz von unter 0,5 Kr. per Meile und Centner festseßt. Der Frachtpreis würde ßch dann auf 13 Fl. 36 Kr. ellen, und da der Preis der Kohle 6 Fl. 40 Kr. im Durch chnitt beträgt, so würde der Gesammtpreis der Kohle 19 F1. 76 Kr. betragen. In den von der Marine = VerwaltunÉ den Delegationen nnter- breiteten Vorlagen war für den ezug der englischen Kohle ein höherer Preis angeseßt worden, und es ist daher naturgemäß,
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daß die Kriegsmarine menigßens für ihre Etablissements auf dem Feßlande künftig ößerreichische Kohle benußen wird. Diese Vereinbarung bedarf nur noch des letzten AUStausches von Er- klärungen, um ganz perfekt zu sein.
_ Die „Presse“ schreibt: In den verschiedenen Geseßen, welche auf die Verwaltungsreform in Ungarn Bezug nehmen, ist auch darauf Bedacht genommen, daß wirksame Ga- rantien für eine syßematische und energische Ueberwachung des Volkssckzulwesens geschaffen werde:. In diesem Behnke würde dem von der Regierung ernannten Schul-Inspektor die sehr einflußreiche Steüung im Verwaltungsausschuß des Mu- nizipiums als dessen Mitglied und als Referent für das Unter- richtswesen angewiesen. Nun aber, da der neue Verwaltungs- apparat seine Funktionen beginnen soll, ergiebt fich, daß die Zahl der vorhandenen Schuxinspektoren für den Bedarf nicht auSreicht. Bisher war nämlich in vielen FäUen das Unterrichts- wesen von mehreren Mnnizipien in den Händen Eines Inspek- tors konzentrirt, während fortan der Schulinspektor doch nur Mitglied Eines Verwaltungsansichuffes sein können wird. Es zeigt sich somit die Nothwendigkeii, zahlreiche neue Inspektoren zu ernennen.
Pest, 5. Auguß. Die gestern abgehaltene Konferenz der ungarischen Bischöfe in Unterrichts-Angelegen- heiten fand, da der Fürft-Primas an der Reise nach Pest ver- hindert war, unter dem Vorfiize des Erzbischofs von Erlau, Ioseph Samaffa, statt. An derselben nahmen die in der Haupt- ftadt anwesenden Bischöfe Theil; Gegenstand der gemeinschaft-
" lichen Berathung und Veschli:-ßitng bildeten wichtige, die katho-
lischen Schulen interessirende Fragen.
Agram, 5. August, Am Schlusse der heutigen Landtags- sihung erklärte Makanec, daß seine zerrüttete Gesundheit und Vermögensvethältniffe ihm nicht mehr erlauben, an der legis- latorischen Thätigkeit iheilzunehmen. Er bittet das Haus, feine Prinzipiengenoffen als gute Patrioten zu betrachten, denen das Vaterlandswohl am Herzen liege.
Großbritannien und Irland. London, 5. August. Lieutenant Cameron ist, wie die „London Gazette“ meldet, m Anerkennung der" großen Dienste, die er durch seine jüngfte er- folgreiche Forschungsreise in Afrika der Sache der Wissenschaft geleistet, zum Kommodore ernannt worden.
_ Das AuSwärtige Amt hat dem Ausschuß des Vereines zur Erforsckzung Palästinas Abschrift eines türkischen Regierungsschreidens zugehen laffen, in welchem der General- Gouverneur Syriens von der Pforte angewiesen wird, von dem Volke Safeds die ganze Enis chädigung einzutreiben, die Konsul Moore für den im vorigen Jahre auf Lieutenant Con- ders Gesellschaft gemachten Angriff fordert.
_ Die Denkschrift der gemischten Kommission, wel e als Grundlage des zwischen England und Frankreich abzusch11e- ßenden Vertrags über d*e Herstellung des Kanal-Tunnels empfohlen wird, ist jeßi veröffentlicht worden. Nach derselben würde die Grenze zwischen England und Frankreich halbwegs zwischen dem niedrigen Wafferßandszeichen an der englischen Küfte und dem an der franzöfischen Küße sein. Diese Grenze wäre von einer Kommisfion zu beßimmen, die aus drei von England und drei von Frankreich u ernennenden Mitgliedern bestehen würde, Die franzöfii e Abtheilung der unterfeeiftben Eisenbahn würde nach französischen, die englische nach englischen Gesehen gebaut und erhalten werden. Innerhalb der fiianahre vom 2. Auguß 1875 an wüßte die französiche Gesellschaft mit einer englischen einen schriftlichen Vertrag schließen und umgekehrt. Iede Gesell- schaft hätte jährlich ihrer Regierung Abrechnung vorzulegen. Streitigkeiten würden von der internationalen Kommisfion ent- schieden werden. Ein Tarif der höchßen Säße wäre fest- zußeÜen. Jede Gesellschaft wäre für den Zuftand der auf ihrem Landesgebiet gelegenen Eisenbahn verantwortlich. Die Kon- zeifion würde auf 99 Jahre von Eröffnung der nnterseeischen Eisenbahn an lauten; später übernimmt die bezügliche Regierung alle Rechte der Gesellschaft. Die ErforsÖungSarbeiien hätten im Laufe eines Jahres vom 1. Juli 1876 an zu beginnen und innerhalb der fünf Jahre vom 2. August 1875 an hätte jede Geseilsckzait ihrer Regierung zu erklären, ob fie die Konzesfion behalten wil]. Zwanzig Iahre vom Tage dieser Erklärung an würden für die Vollendung der Eisenbahn und ihre Eröffnung für den öffentlichen Verkehr zugestanden. Wenn nach An- fang der Arbeiten die Gesellschaften für ein Jahr ohne triftigen Grund dieselben einstellen, oder wenn die Eisen- bahn in den 20 Jahren nicht eröffnet wird, oder wenn diese Ge- seilschaften ohne triftigen Grund für 6 Monate nicht an der Eisen- bahn arbeiten, so erlischt die Konzesfion. Zu irgend einer Zeit nach Ablauf von 30 Iahrkn, Welche auf die Eröffnun der unterieeischen Eisenbahn folgen, soll jede Regierung das auf- recht erlangen. Iede Regierung soll das Recht haben, die Ar- beit an der Eisenbahn und den Durchgang durch den Tunnel, wenn fie es im Intereffe ihres eigenen Landes für nothwendig hält, einzustellen.
_ Die Proben mit dem 81-Tonnengeschüße find in [ester Zeit in Woolwicl) fortgeseßt worden. Die Pulverladung wurde dabei, bei einem Gewichte des GeschoffeSdon 1700 Pfund, von 340 Pfund auf 350, 360 und 370 Pfund gesteigert und in Schnelligkeit und Kraft eine Leistungsfähigkeit erzielt, welche aUes Bisherige übertrifft, und doch noch nicht den höchften Grad erreicht hat.
_ 7. Auguß. (W. T. B.) In der heutigen Sihung des Unterhaus es erklärte der Unterftaatssekretär im Departement des Acußern, Bourke, auf eine Anfrage Iacob Brights, die deutschen Unierthanen aufKuba seien temporär und so lange die darüber geführten Verhandlungen fortdauerten, von der Entrichtung von Kriegssteuern befreit. Die englische Regierung ßehe wegen der Kriegsfteuern mit der spanischen in fortgeseßten Verhand- lungen und würden die entweder uuf Vertrag beruhenden oder auf andere Weise erlangten Rechte geprüft und aufrccht erhal- ten werden. _ Im weiteren Verlaufe der Sitzung erklärte Disraeli auf eine Anfrage Nakano, die Pforte, Serbien und Montenegro wären der Genfer Konvention bei e- treten, Unzuträglichkeiten betreffs dieses Beitrittes zur Gen?er 1«Jouvention seien wegen der Souzeränetätsfrage nicht zu be- argen.
Frankreich. Paris, 6.Angust. Das „Iournal officiel“ veröffentlicht ein Dekret des Präsidenten der Republik, durch wel- ches der Senator und Ober-Ingenieur Kranh zum General- Kommissär der Pariser Weltausstellung von 1878 ernannt wird, sowie das Geseß, wonach die theilweise oder vy!!- ßändige Einstellung der NuSprägnng von Fünffranc- stücken auf Rechnung Privater verfüZt werden darf. Das Ge- seh hat bis zum 31. Januar 1878 Gultigkeit.
_ Dcr Contre- Admiral Serre iß zum Befehlshaber des Gescliwaders des Stillen Oceans ernannt worden.
_ Gegen das Amendement Keller, welches die Wiederher- ßellung der von dem Budgeiausschuß unterdrückten Besoldungen für die Militärgeiftlichen verlangte, ßimmte faß das ganze linke Centrum (Leon Renault, der eßemalige Polizei-Präfekt, Lacaze, Deuzy, Robert de Maffy, Philippoteaux und Victor Lefranc machten eine Ausnahme), die gemäßigte Linke, die ganze äußerße Linke sowie ein Theil der Vonapartiften. Die Royalisten und Klerikalen, die Minister anaure, de Marcére, Christophle und Decazes, die Unter-Staats- sekretäre Faye und Louis Paffy, sowie ein Theil der Bonopartisien stimmten für Keller. Für das Amen- dement Méline, welches für elf Armeegeißliche die Be- soldungen bewilligen wollte, war fast die ganze Rechte, die Minister, ein großer Theil des linken Centrums und so- gar einige Mitglieder der republikanischen Linken, ins- gesammt 212 Stimmen. Die 217 Gegner deffeiben bestanden aus einem großen Theile der gemäßigten Linken, der ganzen äußersten Linken und drei Bonapartiften. Dieser vermittelnde Antrag ist demnach gefallen und die Stellen der Urmeegeiftlichen (Almoseniers) find durch Streichung des für sie verlangten Ge-
halts abgeschafft.
Italien. Rom, 4. Auguß. (Ital. Nachr.) Der General-Sekretär des Finanz-Minifteriums hat gestern ein die Erhebung der Mahlsteuer betreffendes Cirkular an die Steueragenten erlassen, worin diese aufgefordert werden, _ die Eintreibung dieser Steuer im Intereffe der Steuerpflichtt en möglichst zu erleichtern und ebenso Prozessen auSzuweichen, oßne jedoch die Staatsfinanzen zu beeinträchtigen.
_ In der erßen Hälfte des Septembermonats werden (nach dem ,Bersagliere“) an drei Punkten große Manöver ftattfinden: im Val di Sacco zwischen Valmontone und Caprano von den Truppen der General-Kommcmdos Rom und Neapel unter dem General-Lieutenani Cosenz, zwischen Modena und Pamina von den Truppen der General-Kommandos Florenz und Verona unter dem General-Lieutenant Mezzacapo, und zwischen dem Tessin und der Sefia von den Truppen der Ge- nerai-Kommandos Turin und Mailand unier dem Genera!- Lieutenant Petitti.
_ Am 2. d. Mis. versammelte fich das Kardinalkol- legium im Vatikan nnd berathschlagte unter dem Vorfitze des Papftes über die Tagesfragen. Der Papst hat in Folge der Berathung ein Cirkularschreiben an aUe Bischöfe der Chrißenheit gerichtet, worin er sie ersucht, auf der Hut zu sein, „damit fich keine Keyneien in ihre Diözesen einschleichen.“
Türkei. Von: Kriegsschauplaße wird telegraphisck) gemeldet:
Konstantinopel, 8. Unguß, (W. T. V.) Ueber die jüngsten Kämpfe mit den Serben liegen folgende offi- zielle Nachrichten vor: Knjazewaß iß nach dreitägigen Kämpfen in die Hände unserer Truppen gefaklen. Die Niederlage der Serben ist eine vollständige und um so größer, als der Feind um diesen Ort beirächtliche Streitkräfte konzentrirt und Verschqnzun- gen errichtet hatte, welche jedoch den Angriffen unserer Truppen nicht widerstehen konnten. In Folge des Bombardements ift Knjazewaß niedergebrannt. _ In dem bei Senidje ßattgehabten Kampfe haben unsere Truppen den Feind von den Höhen, welche er befeßt hatte, vertrieben und fich der dort errich- teten Verschanzungen bemächtigt. Der Feind wurde von unseren Truppen bis über die Grenze hinaus verfolgt und wurden von unserenTruppen zahlreiche Gefangene gemacht und viele Waffen und Kriegsmaterial erbeutet. _HassanPascha hat vonTsoka aus die Offensive ergriffen und hat den Feind bei Gralako am Timok (eine halbe Stunde von Saitschar und in der Nähe eines anderen ebendaselbst gelegenen OrteS) angetroffen. Die Serben konnten dem Angriffe unserer Truppen nicht wider- ftehen und ergriffen die Flucht. Unsere Truppen überschritten bei dsr Verfolgung den Timok und bemächiigten fick) daselbst zweier Dörfer, welche nachher durch un- sere Artillerie in Brand geschossen wurden. _ Bei Soboukdja wurde der Kampf fortgeseßt. Die Serben griffen unsere Truppen an, welche |ck] diesseits der Morawa be- fanden. Nach einem fiebenstiindigen Kampfe Wurden die Serben zurückgeschlagen. Wir haben viele Waffen erbeutet. Die Dörfer Iraikoftcha Bilek und Dorfi Peßa find während des Kampfes in Flammen aufgegangen. Als die Serben unsere Versehanzungen bei Pedia Zwornik angriffen, wurden sie ebenfails zurückgeschlagen.
Paris, 7. Auguß. (W. T. B.) Wie ein dem Iournal „LssDébats“ zugegangenes Telegramm meldet, seßen die Türixn die Verfolgung der Serben in der Richtung auf Banja zu fort. _ Die Armee des Ober1tLeschjanin hat stark
gelitien.
Wien, 6. Auguß. (W. T. B.) Die von hier gemeldete Nachricht, daß Serbien bereits eine Mediation der Großmächte nachgesuckyt habe, 11"! nach einer Miuhcilung des ,Telegraphen- Forrespondenz-Burean“ bis cht ohne thatsächliche Begrün-
ung.
Belgrad, 7. August. (W. T. B.) Der Präfekt von Alexinaß hat hierher gemeldet, daß die Türken das von den Serben verlassene Knjazewaß sowie die in türkischen Befiß ge- langten Dörfer auf beiden Seiten des Timok in Brand ge- steckt haben.
Belgrad, 7. August. (H. T. V.) Hier herrscht große Aufregung. Die angesammelte Volksmenge verlangt laut die Abseßung Tichernajeifs. Die serbische Jürßin iß erkxankt. Die Ausländer verla en Belgrad. Semendria und Kragu1evay wcrden eilends befestigt. Der Fürß ist auf dem Wege nach Zacvad, wo heftig gekämpft wird.
Wien, 7. Auguß. (W. T. B.) Gegenüber den verschü- denen Nachrichten hiefiger Blätter über die angebliche Enthaup- tung des von den Montenegrinern gefangenen OSman Pascha wird der „Politischen Korrespondenz“ aus Cettinje gemeldet, daß Osman Pascha am 1. d. in Cettinje eingetroffen, und da ihm dort eine Wohnung in einem Gasthause angewiesen ft!- Der Jürß von Montenegro behundele OSman Pascha 1311? Außzeichnung. Der Fürs! habe auch den gefallenen Selim Pascha mit allen Ehren bestatten laffen.
_ Die „Turquie“ demeniirt das Gerücht, es habe dic_Re' gierung den Mantel des Propheten nach dem Kriegs“ schauplaß gestndet; die Reliquie dürfe niemals die Haupkßadt verlaffen.
_ Der ,Bassiret' veröffentlicht nachstehendeDokumente: Unterm 9. Inlt 1876 hat der Großvxzier per Telegraph die folgende Cirkulardepesche an die Gouverneure der Provinz versendet:
ch gxü ? eu,ch„ Asie v_on Seikix Sr. Majestät des Sultans. Alle wissen daß eli einiger Ze1_t die Feinde der Regierung und der Nation allerhand Jutr1guen,„hem11tche und offene, ins Werk setzen, mit der Absicht, unserer .*)_iegicrung zu schadxn und sie zu ruiniren, was Gott bebüte._ Das Rejultat dtesexsIuirtguen ist, daß in diesem Augen- blicke die Feinde unserer Rehgwn und Regietung fich an verschiedeuen Orten einpöct und das_Reicb angxgriffen_baben. Es ist daher die Pflicht eines jrden glaubigen Muselmans, an dem heiligen Kriege theil- zunehmen. ,umdie Rechte, dre Ehre, Reli ion uud Nationdes Islam zu reiten. Wie die regulareu Truppen. Wel ezum Kampfe in dem heiligen „Kriege nntertdte Waffen gerufen find, so ist es durchaus nothwendig, daß auch die Redifs (Reserven) aquefordert Werden, am Kampfe jhnlzunelxmen. Ans _Besxlxl Sr. Maxefjät muß daher die aanze otto- mamfche-Macht btkUt iem, den Angriff der Feinde des Reiches zu- rückzuwetsen, weshalb es nothwendig ist, die Redifs unter die Waffen zu rufen und die vout_Kne s-Mmister bezeichneten Bataillone so schnell als moglich an die ver cbiedeum Orte zu senden, welcbe ihnen verzDrabi angegxben werden. Sie werden Alle gebeten, nicht einen einzigen Augmbltcx zu verlieren, _um dies zu erreichen, und jeglichen Muth nnd jede Erle, welche in 191chen Verhältnissen nothwendig ist, zu entwickeln.
Am 12. Juli versendet der Großvezier das folgende Telegramm:
Ich bescheinige b'ieimit den Empfang Ihres Telegramms vom 10.'Ju11, betrxffnxd die Emberufuug uud Bewaffnung der Redifs, sonne der Frem'UÜIEU. welche am heiligen Kriege tbeil unebmen wunscbteu, um dr: estrafung der Feinde, Welche sich in ver1chiedenen PunktenJumelnnß erhohen und das Reich angegliffen haben, zu befehlenmgen. _Die Freiwtüigen, wck1 e m_agirt sem wollen, weiden unter d:: Bedingung angenommen, (1 ie in der Reserve stehen und wahrend der ganxen durch das Militärgeseß festgestellten Zeit dienen, xvofiir sie _Waffen, Kleider, Anstellung und Raticnen erhalten. Benachr1chttgen Six davon die Offiziere der Redifs und regiftciren Sie „21110, welche_ die Waffeu_ergreifeu wollen, und senden Sie, wenn moglich, _800, sei es Redifs, rei es Jreiwiüige, an die Ihnen bezeich- nelen Plaße, wd kesonkeiJDampfer, Waffen und alles Nöthige fie eiwxiten. Theilen Sie mir das Resultat mit.
Rumänien. Bukareß, 8. August. (W. T. B.) Das neue Ministerium hat in der heutigen Kammerfißung die Aufrechterhaltung der befiehenden Verfaffung und Geseße, die Dezentralifirung der Verwaltung, eine sparsame und haus- hälterische Finanzverwaltung und, was die Politik nach Außen betrifft, die Beobachtung strenger Neutralität unter Ueberwachung der öffentlichen Sicherheit und der Landesgrenzen als die Hauptpunkte seines Programmes bezeichnet.
Rußland und Polen. St, Petersburg, 6. Auguß. Von unserm Kriegsschiffen befinden sich gegenwärtig, so schreibt man dem „Nikos. Westn.“ vom Piräus, nur der Schooner „Kelaffury“ und die kürzlich angelangte Panzer- fregatte „Petropawlowsk im Piräus. Die leßtere hat zu ihrer Reise aus dem Baltischen Meere alxerdings gegen 1? Monate gebraucht, ist aber nach Abzug der Rasttage im Ganzen nur 22 Tage unter Dampf gewesen. Sobald die täglick) aus Neapel erwartete ,Swetlana“ eintrifft, wird diese mit dem „Petro- pawlowsk“ nach Smyrna abgehen, um fick) dem bereits dort vor Anker liegenden „Askold“ anzuschließen, während der Schooner „Kelaffury“ den ,.Pjesuape" in Salonichi abzulösen bestimmt ist, der dann ebenfalls nach Smyrna abgehen wird.
Dänemark. Kopenhagen, 5. ngufi. Am Donnerßag Kath der Ober-Kammocherr und Ober-Hofmarschail, General- Maxor W. T. v. Oxholm, im Alter von etwas über 70 Jahren. Der Verstorbene, ein langjähriger treuer und er- gebener Freund des Königshauses, Wurdein den Jahren 1848 _ 1850 zu verschiedenen diplomatischen Sendungen, n. a. nack) St. Peters- burg, verwendet, und im Jahre 1853 zum dänischen Gesandten in London ernannt, in welcher Stellung er bis gegen Ende 1860 verblieb.
Die Nr. 60 des „Amtsblatts der Deutschen Reich?- Post-„und Telcgraphenverwaltung“ hat folgenden Judalt: AUerbocbjie Ordre vom 17. Juli 1876, betreffend die Verléihnug der Amtsbezeichnung .Telegraphendirektor“ bz ,Telegrapben-Jnyxyektor“ an di: Vorsteher von Telegravhenämtem 1. Klasse bz. an die Bc- zirks-Aukfichtsbeamten der Telegrapbie, sowie die Verleihung des Ranges als Postdirekwten bz, Post-Jnspektoren an die Beamten der vorgenannten Dienstklaffen. _ Verfügungen vom 1. August 1876. Anwendung des Eissnbabn-Postgestßes vom 20. Dezember 1875 auf die Eisenbahnen Gießen-Fnlda und Gicßen-Gelnhausen.
Statißssche Nachrichtem
London, 3. Augusi. Aus englischen Häfen smd im Jahre 1875 den statistischen Zuiammenftellungen _des Handelßamtes zufolge 173.809 AUSwanderer nach außereuropaischeu Ländern abgegangen. Es ist dies seit 1862 die niediigfie Zahl und zeigt gegen 1874 eine Adnahme von 67,000, gegen 1873 von xah-xzu 137,600. Es sind da- bei auch diejenigen uichtbritischen JuSwanxcrer mitinbegriffen, welcbe über engli1che Häfen nack) übeneeischen Landern gingen. Die Zahl der britischen Untertbauev, dre M) nach außereuropäiicben Ländern einjcbiffteu, betrug im iéßtcn Jahre 140,675, im Jahre 1874 197,272 und 1873 228,345, Wie „viele von diesen AUSWan- derern wieder zurückgekehrt find und note vgl; als bloße Reisende zu betrachten waren, darüber liegen keine staitittsÖen Angaben vor.
-- Die Einwanderung in den Vereinigten Staaten Während des ersten Vierteljahres 1876. Während ch e-ften drei Monate dieses Jahres wanderten m den _Vercinigten Staaten 24,541 Pkt onen ein, 18,532 männliéhen und 6609 weiblichen Ge- schlechts. «davon standen im Alter von:_
Manner Frauen unter 15 Jahren 1878 1258 15 bis unter 40 Jahren 14,950 4113 40 Jahren und darüber 1704 638
Unter den Einwanderern waren 5081 Chinesen, von denen 5065 in San Francisco anlangten. AIG England und Wales wanderten 3384, aus Irland 1772, aus Schottlmd 687 Personen ein, aus Frankreich 1819, aus Deutschland uud_Oesterreich 4162, aus Ungarn 145, aus Schweden, Norwegen und Danemark 747, aus der Schweiz 247, aus Italien 605, Rußland und Polen 427. Das britische Nordamerika war unter den Einwanderern mit 4515 Personen ver- treten. Die stärksten Einwanderungsplaße waren New-Yotk, Huron, San FranciSco und Philadelphia; in IZew-Ycrk iaudeten 9056 Per- sonen, zum überwiegenden Theil Eurdpaer, in Huron 6944, von denen 3752 aus dem britischen Nordamerika kamen, in San Francisco 5409 und in Philadelphia 751 Personen.
Kmefi, Wissenschaft und Literatur.
Münchcn, ]. Au ust. In der Vergangenen Woche feierten biefige Künstler und KunHtverebrer em Fest auf der Rottmannshöhe, am Ostufer des benachbarten Starnbergersees. Dort steht seit dem Jahre 1857 ein dem _Audeukeu Kar1,R_ottmanus, dem deutschen Claude Lorrain, gestiftetes, einfach WurdtJes Denkmal in Obelisken- form. Dem Meister und. seinem Gedacbtniß in der Monument- verkörperung galt die Huldigung der von visr aus um daffelbe Ver- sammelteu. _ Seit Mitte voriger Woche hat der deutsche Kunst- verein für GlaSmalerei eine permanente Ausstellung von Glas- walereieu im Gxäfiicb Arco-VaUey'sÖen Pglaste in der Maffeistraße hier veranstaltet. Es sind axgeu 70 mein kleinere, wohlgelungene Glasinalereieu iu_ dunklen Kaitcnumrabmungm, bei angemessenem Halbdunkei ausgenellt. "
Jena, 4. Augnst. Aus dem Programme der hier vom 9.-11 Augusttagendeu,Deutschenanthropolo ischen Gesellschaft“ theilt die „_Weim. Ztg.“ Folgendes i_nit: _ ittwvch Eröffnung der Generalvmammlnng durch den Ge1chäftösübrer Prof._ Dr. Klop- fle'nÖ, Jahresbericht des Geueraliekrekcixs, Rechenichaiisbericht und Wahl des Rechxungsausschusses, winmscbafiliche Vorträge, „Ueber das prähYorUche Thüringen“ v_cn P-ofeffor 1)r. Klopfseiéch, Besichtigung der ammlung prähistoriicber Funde im germanischen Museum unter Führung des Profeffors 1)- Klopfteiicb, auch der Sammlungen des ethnographischen Museums, der mineralcgischen, aev- iogifcheu, anatomischen, zoologischen unräcloz-iichen Sammlungen. Don- nerstag Bericbtnftattnngm über die statistischen Erhebungen bezüglich der Farbe der Augen, de'." Haare und der Haut (Virchoiv), über die Her- stellung einer prähistoriscpen „Karte (FraaS), _über die Statistik der Schädelformen in De_uU-Yland (Schaaffbauien), geschäftliche Erle- digungen, wiffeuicbaimcbe Vorträge, „Zur Keltenfrage', ])r. Riecke, Vr, Mehlis und Prof. Ox. Sievers, Ausflug nach der Heidenschanze auf dem Jenzig unte; Jubrung des Prof. 131“. Klopfieisch. (Mit Uuögrabungen.) Freitag geschäftliche Angelegenheiten, Bekicht des Rechnungiiausscbuffxs, Decbarge, Voranschlag für das nächste Jahr, wissenschaftlicbe Vonräge. AusfinÉ und Ausstabuugen nnter Führung des rofcffors ])r. Klopfseisch. onnabeud archäologiJcher Ausflug und iisgrak'ungen in de_r noeiteren Umgegend von Jena unter Führung des Professors Vr. Klopsleisth.
_Jm „Regierungs- und Rachrichtsbsatf für dasFür- fientbum Schwarzbura-Sonder§bausen“ find vou Nr. 11 bis 19, Jahrgang 1876, unter „Beitrage zur Schwarzvurger Hei- mathskundc FILA." von T1). Irmiich eine Reihe interessanter Ar- tikel „zur Geschichte der verheerenden_Krankbeitcn im 16. und 17. Jahrhundert““ mitgethein. Dine Mittheilungen bc- treffen vo;zugswciic das Fürftmxbum SÖwaxzburg-Sonkersdauien, die Städte Sondershausen, Frankenhausen, Arnstadt, „Ilm und viele Dörfer daselbst, außerdem aber auch die Umgegend, wrechurt, Mag- deburg,Langen1alza u. s, w. und smd glei zeitigen Berichten, wie dcr Chronik von Joachim Manmdt, vxm Ja re 1551, dem Kirchen- bucbe von Sonderxhamen, ker Beicbrciixung der St_ärte und Flecken d-r Grafschaft Schwarzburg von Topvrus und verjchiedeuen band- schxiitlicheu Nachrichten entlehnt.
Land: und Forsttvirthschaft.
Die in der Nacht vom 12. auf den_13.März1876 vom Sturm gewvrfcnen Hoizznasfen belamen Fick) _ nach einer vorläufigen Zasammensteklung 1a der Forstl.Be11ageo(1876,5) der Zeiiicbrift des Vereins Naffauisckxer Land- und Forstwirtbe _ für die preußischen Staatsforsten auf nicht weniger_ als 832,728 Fest- metsr. Diese koloffale Holzmaffe verthetlt sich gut die_emx;1;:cn Y_ie- ierungsbezirke wie folgt: Coblenz14,300, Dusseldor: 5730, _Coln 29,600, Trier 6500, Aachen 27,910, Könmöber 3300, (Humbmasn 2050. MarienMider 4850, Potsdam 1400, Fran furt 15,210, Liegms 3300, Merseburg 43,113, Erfurt109,500, Arnsberg 11,000, Cassel 382,217, Wiesbaden 172,748. _ Dazu kommen noch aus den Ge- meindewaldungeu dxs Regicmngsbezitks Caskl 72,637 u_ud Wiesbaden 394,476. _ Aus einzelnen Bezirkxn resp. Odexforstereien fehlten die Berichte noch.
Bremen, 4. August. (H. N.) Morgen treffen die Herren Ministerialdiriktor Marcard und LandeDOekonomie-Rath Vr. Thiel von Berlin hier ein, um mit hiesigen und oldenburgischen Bevoll- mächsigteu dix Grundlinien für die beschlossene Mooerersucbs- station hierielbft zu ziehen. Sie beabsichtigen mii dieier Konferenz einen Besuch des WWW", in der Nähe von Bederkesa zu verbinden wozu der L.:nddro Küster in Stars die Lifordeilichcn Zcrberettun- gen getroffen Hat.
Gewerbe mod Handel.
Die Generalvexsamminng der Düsseldorfer Allgeme nen Versicherungs-Geselischaft für Sew, Fluß- und Landtranöport be1chioß, von dem Reingewinne von 182,509 „jk- als Dividende 144,000 „45 = 144 .“ per Aktie oder 48 0/g vom KapitaiSeiuscbusFe zu vertlxeilen und 37,500 „és dem Reseroeiouds zuzu- Weisen. Der RM wird am neue Rcchnung vorßetragen. Der Reingewinn beträgt nach Ab ug der Zinsen etrvas üdkr6m der Prämieneinnahme. Die Gesammt- ersickyeruugssumme betrug ca. 70000000) „16., davon wuxden rückverficksert 29000000 „M, folslich blieben für Antheil der Ge1easchaftca.410,000,000 „44 Die Einnahme an Prämien- und Po1icegeidern ist für 1875 2268613 «46, 1874 1,917,873 „14, daher in 1875 mehr 350,740 „44 Von den Lluögabeposten ist zu erwähnen, daß die Rückversicherungs-Prämien, welche in 1874 709.533 „46 73 „3 betrngen, in 1875 nur 551,423 .“ 8 „5, folglich weniger 158,110 .“ 65 -_5 erforderten. Die Schäden, abzüalicb der Rückvergütunßen, be- tragen 71% der nach Abzug der Rückversicherungen verbleibenden Yrämieneinnahme; dieies Schadevverväitniß stellte fich für 1874 auf
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_ Die Aktionäre der Leipziger Wechlerbauk wetdm zu einer augerordentlichen Generalverlammlung auf den 17. Oktober d. I. nach Leipzig berufen. Auf der Tagesordnung steht 11. A.: An- trag auf Aufiömng der Geienschaft und Ausführungsantrag 86 1.: Den Kapitalantheii der Wechslerbank an der .,Leiziger Malzfabrik in Schkeudiß“, eventuea auch den an der „National-Akiieu-Biex- Bierbrauerei Braumchweig in quunschweig“ durcb Zukauf oder Ver- kauf de gestalt abzurunden, daß dcricibe an die Aktionäre der Wechsler- bank effektiv venheilt werden kann.
Rom, 4. Augufi. Die Königliche Generai-Zokldirekiioo hat eine vergleichende Ueber1icht der vom 1. Januar bis 30. Juni 1875 und 1876 in Italien ein: und außgefübrten Güter Veröffentlicht. Demnach betrug der Wertk) der in diesem Zeitraum importirten Güter1876 614,577,335 Lire. 1875 624,026,444 Lire, 9,449,099 Lire mehr als 1876, und der Werii) dcr éWo:tirten Güter 1876 573,205,019 Lire. 1875 561332330 Lire, 11,372689 Lire mchr als 1875. Die Zolleinkünstc [*kixugen im 1. Semester 1876 47,935,035 Lire, 1875 49,114,431 Lire, 1,179,396 Lire weniger als 1875.
_ Die Handelskammer des Staates New-York bat eine Reihe von Resolutionen znGmxsten einer finanziellen Konfe- r-„euz angenommen, die fick) xnsßewndere i::ii dc: Silverwäbrnugs- frage beiaffen wil. Es in im Plane, dieie Konferenz in Waihiug- ton abzuhalten.
Verkehrs:Anstalten.
Zur int smd deim bayerischen StaaiSeiienbabnbau 24,271 Arbeiter, deren kleinere Hälfte Italiener, beschäftigt; hier- von treffen 11,277 Mann auf die Fichtelgebirgsbabn, 7003 auf die Eisenstainer Linie, 1305 auf 'die Strecke Miltenberg, Aicbaff-nburg und der Rest veriveilt fick) auf die übrigen dcrmalen noch im Bau begrinenen kleineren Linien.
_ Mitte voriger Woche hat, „Helsingöx Av.“ xufvlge, im Kattxgat zwischenciacm nortvegischen Dampfschiffe und einem deut1chen Schqoner (Namen werden nicht g:naunt) ein Zusam- menßoß stattgefunden, in Folge dessxn dcr Schooner gesunken ist. Zwei Matrosen von der B;7.1t5ung dos Scherney: kamen bei der KoÜision leider ums Leben, während der übrige Theil sich an Bind des Dampfichiffes rettete.
New-Vork, 7. August. (W. T. B.) Der Dnmvfsr „The Queen“ dcrNational-Tainpiichifis-Compagnie (E.Mes- fingschc Linie) ixt beufe [Her eingctroffen.
New-York, 8. August. (W.T.B.) Der Dampfer „Den- mark' der National-Danxpffchi„;ck-Compagnie (C. Mes- iingiäxe Linie) ist hier eingetrcnen.
Berlin, den 8. Auguß 1876.
Königlick; Preußische Lotterie. „ (Ohne Gewähr.)
Bei der heute angefangenen Ziehung der 2. Klasse 154. Königl. Preuß. Klassenlotterie fielen: 3 Gewinne ?: 600 «46 auf Nr. 62,299. 66,974. 82,891,
6 Gewinne Z; 300 «46 auf Nr. 7351. 19,516. 27,095. 45,603. 81,008. 82,241.
Weltausstellung in Philadelphia1876.
Ueber die „deutsche Textilindustrie auf dex Weltaus- fieilung in Philadelphia“ schreibt Herr Max Weigert in einem von der „Köln. Ztg.“ veröffentlichten Artikel n. A.:
_Beidcn mannigfachen Angriffcn, tvelckzen die deutsche Jn- dustrt_e in ihrer Betheiliguug an der Anssteaung_ iu Phila- delphia in der June ausses:ßt gewesen ist, Aquiffen, denen ihre Theilweise erechtigung nicbt abgesprochen _werden kann, erachte ich es als eine Pflicht der von der dxuijchen Regierung zur Vertretung der Industrie nach Philadelphia gejandten PretSrichter das Wort, zu ergreifen. Sie hatten während der nunmehr beendeten Arbeiten m der internationalen Jury die beste Gelegenheit,_ die deut- schen Fabrikate zu studiren, ihr Urtheil über dieselben fcnzusteilen, die Ansichten der fxemden Kollegen zu hören und Vergleiche mit den Ekzeantffen anderer Länder vorzumhmen.
* ie deutsche Textilindustrie war allerdings ia_ Philadelphia nur schwach _vertreten; manche bedeutende Zweige det1eibeu fehlten ganz, die erschienenen zeigten durchaus nicht einen ihrer Bedeutung ent- sprechenden Umfang. Wer hierin etwas Befremdlichcs ficht, weiß Mchx, weiche Meinung in den industrieUen Kreisen _ nnd mit Recht ; uber das AuSfteÜuugSwesm herrscht. Die Weltausmilungen find, O_ank der Dichtigkeit und Schnelligkeit unserer Kommunikations- mkkkel, ker Billiokeit unserer Pvstporti, nicht“." mehr von dem Emslaffe, den sie vor 25 Jahren hatten, als London zum ersten Male der Weltindustiie seine Thore öffnete. Heute ist dem Fabri- kgnten gxuugsam Gelegenheit geboten, alle: Orten seine Waaren anzu- bieten, icine Muster hinzufenden; eie aiif den Aussieüuugcn zu er-
Warteuden Preife haben fick) in der Regel aus werihivs erwiesen und „
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zieren jchon massenhaft nur die akturen'; ein praktischer Nu en schaut für dén ausstellenden Jabrianten m „den seltensten Jä eu heraus. er wissen will, was auf seinem Ge1nete geleistet wird, wo einzas zu lernen, zu kaufen oder zu vsrkgufen :|. at leicht Gelegen- Heit, sich darüber zu ocientiren, ohne die kostspielige AussteUung zu besuchen. Ganz besonde:s für die Gebiete_ der Jndustxie, deren Cr- zxugniffe einerseits aus kleinen, leicht vetyenddaren Abschnitten beur- theilt wcrden_k5uuen und die andererseits _n:cbtdurch glänzende Muster die Aufmerkmmkeit dcs Pudliknws__aus sicb „ziehen, was beides in der Textilindustrie zurn _gromen Theile der Fall ist, find die Ausstellungen nußloie Sckoaufiellungen. . Das haben die leßren eu-“opäiichen Außsteüungen in Paris und Wirt! zur Genüge bewéesen. Wer fich in Wien üker_dte enxltfckox uud stanzöfische In- dustrie sein Urtheil gebildet Hä_tte. wurde diese Lander sebr falsch tarirt haben. Die heutige Weltausstellung giebt, unt Ausnahme vielleicht der Industrie des eigenen Landes. chu den andexcn keln wahres Bild, sondern Zerrbilder, und ist voilnandtg unggtguet zur richtigen Be- urtheilung. Der Fabrikant aikeitet kein Schaumaterial, sondern Kaufmatecial, und seine Arena „111 der freie Markt. Dort gebe man bin, wenn man die Leistungen eines Landes kennen lernen, ihre Kon- kunenxfähigkeit mit anderen vexgleichen WTÜ! _ _, . ,
Und an die Industrie, heißt es dann, alio ermudet durch die m schneller Reibe aufeindcr folgenden Weitauösieüungen, die nur Kosten, ke-nm maiericüea Nasen gebrachi h_atten, klemuiutbig durch den Jahre lang anhaltenden schlechten chchafthaug, tuit das Land mit der Aufforderung zu «iner neuen Aussxcllung, dasssemen Mgrkt der Mit- bewerbung der anderen Nationen er1chwerte. Die Jurastxtellen, die' in richtiger Erkennung der Sachlage Abstand gxnommen hatten von einer Beschickung der Ausstellung, vecdieuten kemen_T.1del. „Aber Dank und Anerkennung den induftrieilen, die zum_ großen Tveil ohne Aussicht auf maierieüe Voctheile, mit großen Muhen und Kosten ibren Plgtz da eicnebmen zu müssen geglaubt haben, wo die deutscde Fahne im Aussieüungsraume wehte. _ _
Es sei erwähnt, daß wie dis denische Judußrie, auch die samint- licher europäischen Industriestaaten außerit lnckenhaft vertreten ist. I:: der engli chen Textil-Jndnstrie seblen Brndxmd, und Manchester mit ihren eitiudustcien gänzlich; Frankreich hat nicht mehr aus- gestellt wie Deutschland. _
Bedenken, die etwa gcgen das Nrranzexnent der deutjcben Ans- stcllung erhoben werden möchten, faueu, nne der Verfasser meint, in den seltensten Fällen dcn Jndufiricilen zur Last; aber schließlich fteUt Niemand fin den „Ausstellungskummler' aus,
dcr binläuft, wo es glänzt und blitzt. sondern für dm, der den Gehalt versteht, und ebenso wie der, Welckxer den Wein nach dem Glase beurtbeilt, in dem er ihm gereicht wird, sicb manchen Gynuffcs beraubt, haben die Besucher, die von der oft nn- scheiubaren und unschönen Hülle abgeschreckt wurden, die edelsten Kerne deutschen Gewnbeftsißes sich entgehen lassen.
Die deutschm T il-Jndustriellcn, we1cha in Philadelphia er- schienen sind, haben fat durchweg voxtreffliché Leistungen geiirfert und sind sowohl in der Jiny als auch 111 der amcrikaniichen Preffe auf das Günstigin beurtbeilt worden. _ _
Die deutsche Seiden-Jndustrie, durch die Firma Gebhard u. Co. in Elberfeld auf das Glänzendste vertreten, „zeigt (Mic_urte Seiden uud Sammie, Kleiderstoffe nnd Shawls m gelungsmtkn Ausfüh- rungen, vor Allem aber, kostbare 7.790nnir1e und «oiddurcbwirkte Pracbtftoffe für den Orient, wxlcbe, zum Theil Meistecweike der Fabrikation, in der ganzen Ausstellung nicht ihres Gleichen haben. Die seidenen Hutplüiche, die Cécales u. Hatry uud Ma*-1'ing Fidres ausstellen, bilden die bcsxen Fabrikate dieses Artikels in der Außfkliung. _ Die deut1chx „_Tucb- Industrie ift durch eine Koüektiv-Ausstellung acht rbem_11cher Jahr_ikanten, zwar in kleinem Maßstabe, aber auf das Windigfte prasentirt. Die schwarzen Tuche und Militßiiuche in_ den pxachtigsten Farben von Ich. Eickens Sö ne in Burt1cbeid; die Bucksbnß, _Paictot- nnd Txmcnmäntel- Jo e von Joh. W.Jan1en in Montjore; die Tuche und Palciot-
o e von Leon; Schökle: und Söhnen in Düren, dic Kammgarn- und Paletotzsione von J,. P. Schöller in Düren, ric bochféineu Tuche, Von Gbr. Wik]? 1.11 Werdin bilden die Spitzen vou dcm, vxas m dicker Industrie _udcrdanvt auf der AussteUung vorgkfübrt iit, und erntxien den hockiiten Beiiail dcr Fachmänner. _ Dic Kyllektiv-Ausßxaung dex C'lverielder Fabrikanten, an der sick) acht F::men bethxiligtxn, (zeigt 111 couleuxten aneUas in den fiinsten Farben und _1orgfaltig ter Ausführung das Schönste, was in Phila- xexphta in dieser Bt_cmcbe zu sehen lst. _ Die dcuxicbe Kammgarn- 1piunerei isi durcb die Spinnerei in Kaiserslautern in würdigstcr Weise repraieatirt und bekundet die hohe Stufe, die fis im Vaterlnnde einnimmt. Jn gefärbten Wollen, besonders Zephyr-Stickwollen, worm DLUkschland den Ton auf dem Weltmarkt angiebt, find vor Acht BLkgmaun u. EV. m Berlin zu erwähnen, deren meisterhaft ausge- fuhrte Schattenfarbcu aÜe anrcren Ausstellungen Überragcn. Daneben W Tittel U- Krüger in Leipzig und W. Spindlkr in chhn 111112131?- zeichnun zu nennen. _ JanUfiizen bietcn die württxmbcxgi1che Wolinl - Manufa tur inGieugen und Ambrosius Martdaxs iu Oxchas ertruff-