über die diekiäbrigen Ernteaussicbten eingegangen und in der Rigétidende' veröffentlicht worden. Aus allen Gegenden deH Landes wird Lüder die große Trockenheit gexlagt, We'lche mr Jun: herrschte, und wodurch die HeUernte zum großteu Theil verntichxet worden ist. Seit Memcbengedenken ift eme olche Trockenheit mcht dagewesen. Bäche und Flüsse find auögetrocknet so daß „das_ Viel) sogar Mangel an Wasser leidet. „Mau best gro e Besorgnis; fur den Winter, und auf vielen Stellen rst man bereits dgrauf bedacht, Heu aus Deutschland und Frankreich zu importtreu. Auch das Getreide stebt dünn und verwelkt, rxas gm Morgen ge- mäht wird, kann dreist am Abend in die Scheunen ge- bracht werden, denn die Aebren [ind beinahe'trockeu, ehe fie ?" der Sense fallen. Die Heuernte ist folglich ix_n' Ganzen als eme Mißernte zu bezeichnen, das Getreide wird kerne balbe Durxb schnitt5ernte eben und nur die Kartoffeln verspretben eme Vollernte. - Folge dieser trüben Ernteaussicbten sind _bereits durch das Armeedepartemeut in mehreren Aemtern die diesxahngen Kavallerie- uud Artillerirübungeu der älteren Mannschaften 9 bestellt und sollen nur die jüngsten Mannschaften zum |Dienste einberufen
werden. Gewerbe und Handel.
Tro dem die Koblenkou unkturen während des 11, Quartals d. I. im Ugemeinen keine Be „erunYerfuhren, haben sich die Abfas- verhältnisse für die Königlichen aar_brucker Steinkohlezr- gruben doch verhältnißmäßig recht günstig gestaltet. Hauptsächlich war dies dem Kohlenabsase auf dem Saarkanale zu danken, welcher sich von Ende März ab ungemein lebhaft entwickelt hat, derart, daß
Rubrkoble auf allen Punkten des Absatzgebietes mit großer Rübrig- keit auftritt. Unter dem Einfiusse der Konkurreuzverbältnisse und der allgemeinen Koblenkoniunkturen mr_rßten den Vertra Sabscblüffen über Saarkohlenlieferungen für _das zivette Halbjahr Prei e zu _Grunde gelegt Werden, die sich durchschnittlich 4 6 pro Centner niedriger be- rechnen, als die Vertragspreise des ersten Halbjahrs; Es ist indessen bei diesen Preisen gelungen, im_Wesentlichen ein g1e1ch Hohes Kobler)- quantum wie im ersten, auch fur das zivette Halbxabr vertragamaßtg abzusehen. Auch für den laufenden Debit ist eine abermaltge Herab- setzung der Koblmpreise unabwendbar geworden. _Dreselbe ist mit dem 1. Juli in Kraft getreten und betragt durchschnittlich 4 H) pro (Gentner. Die Kohlenförderung der Gruben wurde im zweitext aar- tale so ziemlich auf der seitherigen Hßhe erhalten. _- Dte Dach- schiefergewinnung im Regierungöbezirx Trier steht in Folge der vielen im Bau begriffenen ö entliehen Gebaude in schwunghaftem Betriebe; es können nicht so vie e Schiefer gewonnen werden, wie begehrt smd.
- Die Posener SpritzAktixngesellsÖaft veröffentlicht ihren zweiten jährlichen Gesxhaftdbertcht, welchem die ,Po). Ztg.“ Folgendes entnimmt: Das Sprttgeschäft war während des ganzen Jahres
ebr gedrückt, so daß ein großer Umsxß nur durch eine billige Rektifikatious- gebühr zu erreichen war. Der erzielte Absa ist recht befriedigend, denn es wurden in diesem Geschäftsjahr 6,854,000 tr. oder 570.000 Ltr.monat- lich rektifizirtge eu uur mouatlich3_50,0001mVorjal)re. Der Reingewinn beziffert fick) au? 84,41334. Zuzualrch des Gewinnvortrages aus dem voriqen Jahre von 4445 „44 steht em Betrag von 88,858 „ja zur Verfügung, wesen deßen Verwendung m der Generalversammluug fo1aende Vorschläge gemacht werden sollen. Abschreibungen auf Grundstücks-, Fahrwerks-, Inventar- und Effekteukonto 25,406 «44 83 ck!-
Kypotbeken-Amortisation 2450 „Fi, Kontokorrent-Dxbetores 275,653 ,“ reditores 158,858 „44 Den Aktivis stehen näch1t dem Aktienkapitaj folgende Passiva gegenüber: Hypothekenschulden 270,600 „46, Axcepte 457,500 „sé, Dwidendenbeträge von 1872-1873 und 1874 bis 1875 2063.74, Reserves'onds 30,000 514 Das FondSkonto be- steht aus Nommal 70,800 «, 80 0/0 Einzahlung von Posener Bau.
laufend:
bank: UUd 11.700 ckck osener Spritbankaktien, au ivel e 15,09 abgeschrieben werden nd, f ck 14
_ Die Dreßdner Bank veröffentlicht einen Semeßral-Kz. schlußzpr. uit. Jun); demnach zeigt im Gewinn- und Verluft-KW das ecbselkonty em_en Zins- rmd CoUrSgewiun von 155.323 „s, das Wexbsgl-Compxorr emxn Gewinn von 29.209 „14, das Zinsen-Konto abzuglrchberguteter Zinsen, 169,995 .“, Provifions-Konto 123531“: Jmmobrlren-Koato, eingenommener Mietbe, abzüglich Unkosten, 8053 „;ck, was zusammengmt dem kleinen Vortrag von 1875 im Betrag: vbn 4921 .“. emen Gesgmmtgewinn von 491032 „js. «. zielt. Hiervon [bid abzuzie en: Zinsen auf Öeposirenaeldn 50,703 „M, Effektenkouto 34, «14, HandlungSunkosten 78,987 ,)); Steuern 7996 .“, *zusgmmen 172,328 „M, so daß von 318,70! „Fl verbleibt, pas einer Halbiabrkdivtdeade von reichl1ch 3% gleichkommt. Die Bilanz zeigt unter den Aktiven das Casa. konto mrt einem Be ande von 1,351,011 „M, Coupoukouto, Bestand 313 511 „Fü. Sorten onto desql. 51,565 „M, Wechselkonto, Bestand abßtkiß! . Zinsen 4,845,886 „Fi, Effektenkonto 2.160,785 «M, Wechs e1comptojx 26 , 86 „M, Darlebneukyrxto 1,068,488 .“, Kontokorrentkonto, Debitoren 10,306 320 .Mi, Jmnxobtlteukynto 1,311.847 .;- und zwar Bankgebäude 741, «FC, Maschinenfabrik Fnedrtch-Augusthütte irn Plaueuscben Grunde 1.050.000 „M, abzüglich Hypothek 480,000 «js, somit
ein Reingewjm; "
'r'md Auslandes, sowie durch Carl
die Schiffsverladung bereits bis Schluß des Monats Mai etwa
ZMiÜion Centner Kohlen mehr aufzuweisen hatte, eitraume des Vorjahres.
Reparaturen angeordnet werden müssen.
Vom 19. Juni ab hatte leider eine fünf-
wöcbentliche Unterbrechung des Kanalverkehrs wegen unaufscbiebbarer Nicht so lebhaft wie im
als im gleichen tiöme an den AufstchtSrath,
5 % Dividende rc. 750,000 „FC„ Akiienkavital 37,500 „za, Tan- Dn'ektron und Personal 4300 „Fi, Reservefouds 20,000 ckck, Vortrag auf neue Rechnung 1651 .“ 78 „_z. Die bauptsächlichsten in der Bilanz aufgeführten Aktiva find: Sprit
570,000534, Mobilienkonto 46,048 5-4, 3111 enkonto, noch zu berech. nende Zm en 6429 .“ _Provisiouskouto 198 „M Summa der Akti- ven_21,7 „059 „M Öte Passiven, sehen fich zusammen aus dem Aktienkapital 9,600,000 «Fl», verzinslichen Depositen 3,474,054 .“
Kanaldebite war die Nachfrage nach Saarkohle im Eisen- und Spiritus rc. 393,938 ck14, Gebinde und Böttcherbolz 174.094 „M, Kontokorrent-Konto-Krediioren 6,153,206 (M., Accept-Konto 1.848,535' babn- und Landdebiie. Der erstere bat namentlich im Fubrwerke 17,029 „44, Kohlen rc. 2418 „M, selbeftaxrd 22,576 „14, „M, Cou-tage-Konto noch zu bezahlende Courtage 833 (M, Dividm. Juni abgenommen und bietet auch 'r die nächsten Cffektenbeftand 47,389 «74, Ka a- und Steue cheme 15,128 .“, Grund- den-Konto 11,727 .“, Reservefonds-Konto 112,000 “14, Spezialsu-
Monate Wenig Aussicht auf Besserung, zuma die Konkurrenz der
stücke inkl. Apparate und Ma cbinen 799,16 :,“, Inventar 8031 M,
serve 114,000 „M, Reingewinn 318,704 „46 Summa 21,733,059 .“
Inserate für den Deutschen Reichs- u. Kgl. Preuß. Staats-Anzeiger, das Cenkral-Handelöregister und das postblatt nimmt an: die Königliche Expedition
des Deutschen Reichs-queigee- und Königin!) preußisrheu Staaw-queigem Berlin, |.!. Wilhelm-Straße Nr. 82.
1. Zbookbrioso uncl thannabuv 1-88011011.
2, Zubbutsßiousa, aufgeben, otbäuuxn !. äorsl.
8. sorquo, %erwa Submission“ ata.
4. sorwo-auk, Wottiution. Was a. a. !. 7011 östhakon kapieren.
Oeffentlicher Anzeiger.
..:- “ KMWWM et: en u Mohren traße Nr. 45, d : Annoncm-äxpedttloneu du , rival ank“, Rudolf Mose, Tan enftein Vogler, G. L. Daube &. Co., * lotto, Büttner & Winter, sowie alle übrigen a ßeren Aunoneeu-Bnreans.
5, loäu-ttieUs Lt-bljmmann, Fabriken ua Mamas]. 6. sonebioäouo Zomnkmubuneov. 7. binnkjaobs zueigen. 8. L'beator-Qvuixon. [- äst kön"- nikko.
Steckbriefe und Untersuchungs- Sachen. Steckbrief-Erledi ung. Der unter dem 20.Juli
(. gegen den Bäcker bristopb Linkmann von Birklar
ergrngene Steckbrief hat seine Erledigung gesunden. rankfnrt a./M., 5. August 1876. ;Der Königl. utersuchungörithter, ])r'. F a b ri c t u 8.
Es wird um Außkunft über den dermaligen Auf- enthaltsort des Schreinergesellen Heinrich Berg von Weißenborn, Kreis Ziegenhain, ersucht.
Rotenburg a./F.. den 6. August 1876.
Der Staatsimwalt.
Edlktalcitatiou. Der abwesende Musketier IoZtlmn Heinriäj Matheis der 3. Compagnie 3. beinischen Infanierie-Regimenis Nr. 29, 20 Jahre alt, aus Bruchjal aebürtig, wird hierdurch aufgefordert, fich binnen 3 Monaken, spätestens aber m Samstag, den 25. November 5. I., Bor- mittagi 9 Uhr, im hiesigen Garuison-Gerichts- lokale zu gesteuert, widrigeufalls die Akten ge- schlossen, 2c. Matheis für fabueufiüchttg erklärt und zu einer Geldstrafe von 150-3000 ckck verurtbeilt werden wird. Cableuz, den 7. August 1876. Königliches Gouvernements-Geeirht.
önbbaftatiouen, Aufgebote, Vov- ladnngen u. dergl.
kroolam.
Dritte und letzte Bekanntmachung.
AÜe und Jede, welche an die Nachlaßmase des weil. Hufners Peter Arp zu Wendtorf, imonder- beit au die von den Erben des Peter Arp an den Hufner Hinrich Lamp zu Wendtorf nunmehr ver- kaufte Luft Nr. 5 o. p. in Wendtorf, aus irgend einem runde Ansprüche und Forderungen zu haben vermeinen -- mit alleiniger Auönahme protokollirter Gläubiger - werden aufgefordert und befehligt, sich damit binnen 12 Wochen von der leßten Be- kanntmachung dieses Proklamk an gerechnet, ord- nungSmäßig hieselbst zu melden und zwar_ bei Ver- meidung des Ausschxusses und Verlustes ihrer For- derungen und Anspruche. _ _
Außwärtige haben hier am Orte emen Aktenpro- kurator zu besteÜen. ,
Schoeuber§i./Qolstein, den 26. Juli 1876.
önigliches Amthcricht. [6580]
5870] [ Aus den Antrag des Apothekers Otiomar Baum 11 Brome ist Termin zur Anmelduu von An- ?prüchen an die Autheilsckjeiue dxr er oalich Brauusäxweiq-Lünebnrgsöjeu Prämien- nleihe vom 1. März 1869 Serie 2938 Nr. 44, 45, 46, 47 und 48 je über 20 Thlr. auf
den 5. Oktober e.,
Morgens 10 Uhr. vor Herzoglicbem Stadigericbte hterselbst - Zimmer 15 - angeseßi, zu welchem die unbekannten In- haber dieser Anibeilscheine bei Vermeidun des Rechts- nacbtbeils damit vorgeladen Werden, da bei ibrxm Nichterscheinen diese Anibeilscbeine dem Herzoglach BraunfchweigoLüneburgschen Jinanz-Kollegium gegen-
?"rköer für ungültig und wirkungSlos erklärt werden 0 en. Das abzugebende Erkenntnis; wird allein an der Gerichtstafel veröffentlickrt werden. Vranusänveig, den 27. Juni 1876. Herzogliches Stadtgericht. L. Rabert,
Verkäufe, Verpachtung» Submissionen :e.
Vekanntmathung.
Das Domaineu-Vorwerk Laffentin, im Kreise
Frauzburg, ca. 15 Kilometer von Stralsund und Barth entfernt, mit einem Areal von [6299]
510582 ektar, worunter 449,804 ektar Acker und 32,783 ektar Wiesen
soll auf 18 Jahre, von Johannis 1877 bis dahin 1895, im Wege des öffentlichen Aufgebots andcr- wertig verpachtet werden. Das dem Aufgebote zum Grunde zu legende Pachtgelder-Minimum beträgt 12,850 „76
Die zu bestellende Pachikaution ist auf den Be- trag der einjährigen Pacht bestimmt und das zur Uebernahme der Pacht erforderliche Vermögen auf Höhe bon 90,000 .,“ nachzuwei en.
Zu dem auf den 26. Anga er., Vormittags 11 Uhr, im Lokale der unterzeichneten Regierung anberaumten Bietuugstermine laden wir Pacht- bewerber mit dem Bemerken ein, daß die Verpach- tungsbedingungen, dxe Regeln der Licifation und die Karte nebst Flurregisier mit Ausschluß der Sonn- und Festtage täglich während der Dienststunden in unserer Registratur eingesehen werden können, wir auch bereit smd, auf Verlangen Abschriften der Ver- pachtungstedingmgen und der Licitationöregeln gegen Erxiattung der Kopialien zu ertheilen.
Stralsund. den 17. Juli 1876.
Kouigliclxe Regierung.
„Die Ausführung sämmt- lrcher Arbeiten und Ma- terialienlieferungen zum Bau weier Beamten-Wohu- uud „ ebengebäude :c. auf Bahn-
» - bof Erkner der Königlichen
: Niederfchlesisch-Märkisxben Eisenbahn soll im Wege
: der öffentlichen Submission vergeben werden und ist
; hierzu ein Termin auf
. Sonnabend, den 19. Au U| 1876,
' Vormittags 11 u r, . im Bureau der unterzerchneiea Bau-Inspektton, Koppenstraße Nr. 5-7, anberaumt, iu welchexn auch die Zeichnungen, Bedin ungen nud Preisverzxichniffe
; eingeseben resp. gegen rstattung der Kopialten ent- nommen werden können. _
' Die Offerten sind unter Benn ung des voraescbrre- benen Formulars bis zum vor ezetchneten Termine portofrei, versiegelt und mit entsprechender Aufschrift versehen an die unterzeichnete Bau-Jnfpektion ein u- reicben. [66 ]
Berlin, den 29. Juli 1876. Die Vau-Iuspektion. (S. (Ito. 55/8.)
Verloosung, Amortisation, Zinszahlung u. s. w. von öffentlichen Papieren.
ausseloost werden.
W Bekanntmachung. “"A BreSl-m = Warschauer Eisenbahn- . ' Gesellsehaft.
Z'“ Am 20. September 0. IS., Nachmittags 4 Uhr, sollen im Geschäftslokabder Unterzeichneten hierselbst 12 Stück Prioritäts-Obligationen 3300-34 der diesseitigen Eisenbahn-Gesellschafk Behufs deren Amortisation
[6679]
Inhabern von Prioritäts-Obligationcn ist der Zuiritt gestattet. Polti. Wartenberg, den 4. August 1876.
Direktion.
“ (i 01:0. 70/8.)
Konstitutionelsér Gemeinderatl) der Stadt Madrid;-
Um die Zahlung der fälligen Zinsen der MunizipaLschulden zu bewerkstelligen, hat dieser Gemeinderath für gut befunden zu verfügen, daß die Inhaber von Schuldscheinen der von der Stadt Madrid im Dezember 1868 ausgeschriebenen Anleihe bei dem hiefigen Muni- zipabRechnungs-Amt die Coupons einreichen, welche auf die fünf fäÜigen Jahresbeträge vom 1. Januar 1872 bis zum 1. Januar 1876 lauten. Jedem Jahresbetrage muß ein UW schlag beigegeben werden, wie sie beim Portier des Gemeinderaths für 0„„ Pesetas zu haben find, behufs des Umtausches besagter Coupons für die Umschläge, welche den Werth derselben vertreten. Nachdem dieser Umtausch geschehen, sol! unverzüglich zur haaren Außzahlung von der Hälfte des Betrages des Umschlages geschritten werden, der dem Coupon entspricht, welcher das Datum vom 1. Januar 1876 trägt.
Dieses wird hiermit zur Kenntniß der Inhaber der Anleihe von 1868 gebracht, da.- mit sie sich danch!) richten. [6677]
Madrid, den 27. März 1876.
(Siegel.) ber 1119-1168 kresicjente. H. Conde de Heredia Spinola.
Industrielle Etablissements, Fabriken und Großhandel.
Holzspan-Tapeten
zum Bekleidén feuchter Lokalitäten, wie
Ställe, Souterrains, Keller, Waschhßuser :e. mehr als 50Iabre der größten nchtigkeit widerstebmd, sind in Breiten von (0-170 me. m zwei Qualitäten stets vorräthig. Pre s per Qn-Mtr. 1 und U.;“. zollfrei. In den Säxloffern nud Domaineu der Fürßen von Hohenlohe vou Windisch- grah, yon Fürstenberg und anderen haben Herrschaften, sowie in fast allen Häusern Hamburg] unt größtem Erfolge angewendet. Prospekte gratis nnd franko. [6654]
Auf der Wiener Weltausstellung preisgekrönt. Nad. Tzsthafchel, Heinr. Freese Nachf. Hamburg. Ialoufien- und Holztapeten-Fabnk. Verschiedene Bekanntmachungen. Kömgltch Württembergische land- und forstwirthsckxaftlirhe Akademie o M kim. Das Wintersemester 1876/77 begint'? Ohlensltzaa, den 17. Oktober 1876. [6656] Prospekt und Vorlesungsberzeicbtrijß werden auf Verlqngen von der unterzeichneten Stelle, sowie von der K. K. Hofbuchhandlung Fast] & , rick in Wien gratis versendet. Hohenheim, den 1. August 1876. (11. 72110)
K. Akademie-Direktion. Nan.
Pomologifches Institut in Reutlingen, [6655] zur Qeranbildmrg tüchtiger Pomologeu, Obst- und Kuustgärtmr. Beginn des Wintersemesters und Jabraökursus am 2. Oktober. Programm und Statuten franko und gratis, (U. 72102) vk. Ed. Lucas.
Bekanntmachung.
Bei der hiesigen Polizei-Verwalirxng “ist die Stellexines Poltzer-Wachtmerfters [cl)lcunigst zu beseßen.
, Das Gehalt beträgt jährlich _1500 514 und steigt von 2 zu 2 Jahren um 75 «M bis zum Mcjxtmalsaße von 1800 «74 Außerdem wrrd freie Wohnung oder eine Miethöentschädigung von 240 .“
g(wahrt. Die Yusteklung erfolgt zunächst auf Probe. „ Quabfizxrte, civilversorgungsberechtigte Bewerber onen sich _bis spätestens zum 20. August ck- upter_Emre1chung tbrer Zeugnisse und eines cheuSlaufs bei dem U11terzrichnctcn melden, bei welchem aucb die naheren Bedingungen eingesehen Werden können. PerZonlicbe Vorstellung ist erwünscht. Dr; Sbnrg, 4. ?xugust 1876.
[6678]
(Q (Ibo. 39/8.) Der Bürgermeister: "'s-'ner.
von 450 „M jährlich, zunächst für die Dauer der
' Kr lk ! [ D“ e thierarztstelle des Kreises Sä, ld nächsten 3 Jahre zu bewilLigen. Wir fordern hier-
berg, mit dem Wohnsiße zu Stadt Kempen und „ 91118111 jahrlichen Gehalte von 900 „M ist erledigt. :“Die Kreisftände haben beschlossen, dem Inhaber Zderselben unter Auferlegung der Verpflichtung zur -uncntgeltlichen Beauffichtigung der im Kreise abge-
baitenyn Vieh- und Pferdemärkte eine Remuneration [
mit qualifizirte Bewerber auf, fich unter Einreichl's ihrer Zsugniffe und thres Lebenslaufs binnen Wochen bei uns zu melden.
Posen, den 3. AuZust 1876.
Zweite Beilage
,L" e/ v.:“.
185.
1) Patente,
Zweite Beilage Zum Deutschen Reichs-Anzcißcr und Königlich 1137553565)th Staats-Anzeiger.
Berlin, Dienstag, den 8. August
In dieser Beilage werden bis auf Weiteres außer den gerichtlichen Bekanntmachungen über Eintragungen und Löschungen in den H and e l s -, Zei ck en - u. Must er r e gistern, sowie über Kon kurs e veröffeaüickot : 7) die von den Reichs-, Staats- und Kommunalbebörden außgeschriebenen Submissionstermine,
2) die Uebersicht der anstehenden Konkurstermine,
3) die Vakanzen-Liste der durch Militär-Anwärter zu beseßenden Stellen,
4) dxe Uebersicbt vakanter Stellen für Nicht-Militar-Anwärter,
5) die Uebersicht der anstehenden Subbaftatious-Termine,
6) die Verpachtungstermine der Königl.Hof-Güfer und Staats-Domänen, sowie anderer Landgüter,
Der Inhalt dieser Beilage, in weleher auch die im J. 6 des Gesetzes über den Markeusckxuß, vom 30, November 1874, vorgeschriebenen Bekanntmachungen veröffentlicht werden, erscheint auch in
einem besonderen Blatt unter dem Titel
1655.
8) die Tarif- und Fahrplan-Veränderuu en der deutschen Eisenbahnen, 9) dre Uebersicht der Haupt-Eisenbabn- erbindun en Berlins, „ 10) die Uebersicht der bestehenden Postdampfschiff- erbindungen mit tranSailantischer; Landern,
11) das Telegrapben-Verkehrsblait.
Ceuteal-Handels-Registsr für das Deutsche Reich. (N.. 211.)
Das Central-Handels-Reßister für das Deutsche Reich kann durch aUe Post-Anftalten des In-
Patente.
Preußen. Königliches Ministerium fÜr Handel, Gewerbe und öffentliche Arbeiten.
Das dem Ingenieur Peter Barthel zu Frank- furt a. M. unter dem 22. August 1873 auf drei Jahre, von jenem Tage an gerechnet, und für den Umfang des preußischen Staats ertbeilte Patent
auf eine Soblen-Nähmaschine für umgewendete
Schuhe, soweit dieselbe nach der vorgelegten
Zeichnung und Beschreibung als neu und eigen-
thümlich erkannt ist, iü um zWei Jahre, bis zum 22. August 1878 ver- längert worden.
Den Herren Lebrecht und Car)[ Stein- müller zu Gammersback) bei Cöln ist unter dem 4. August 1876 ein Patent
auf eine innerhalb des Kessels gelegene Vorrich-
tung zur Erzeugung einer lebhaften Wassercirku-
lation und zum Zwecke der Gewinnung trockener
Dämpfe ohne Ueberbißung in der durch Zeichnung
und Beschreibung nachgewiesenen Weise, auf drei Jahre, von jenem Tage an gerechnet, uyd für den Umfang des preußischen Staats ertbeUt worden.
Württembera. 31. Juli 1576. Auf 5 Jahre: Schäffer u, Budenberg, Buckau-Magdebnrg, NiederschraubVentil mit metallischem Membran- verschluß; Paul Piccard in Lausanne, Abdampf- apparat.
Berlin, 8. August 1876.
Nach den Bestimmungen über die Führung des Musterregisters vom 29. Februar d. I. §. 8, 9 (Central-Blatt für das Deutsche Reich S. 124) betrugen bisher die Kosten für die Bekanntmachung der Eintragung eines Musters oder Musterpackets, sowie für die Bekanntmachung der Verlängerung einer Schußfrist im Reichs- Anzeiger je 1 «76 50 „5. Durch die Bestim- mungen über die Führung des Musterregisters vom 23. Juli d. J. J“. 2, 4 (a. a. O. S. 404) ist dieser Koftenbetrag für alle Bekanntmachungen, welclie der Expedition des Reichs-Anzsigers nach dem 15. August 11. J. zugehen, auf 2 «76. 50 „[Z erhöht. Veranlassung hierzu hat der Umstand gegeben, daß die überwiegende Mehrzahl der bisher erlassenen Bekanntmachungen eine weit- läufigere Fassung erhalten hat, als bei Festseßung des Gebührenbetragcs von 1 .“; 50 „Z voraus- geseßt war.
Die Bestimmungen vom 29. Februar 1). J. enthalten im §. 10 Muster, nach welchen die Bekanntmachungen abzufaffen find. Bei ge- nauem Anschluß an diese Schemata nimmt ein;: Bekanntmachung über die Eintragung eines ein zelnen Musters, Musterpackets 2c. im Reichs- Anzeiger durchschnittlich nicht mehr als fünf Druckzeilen ein. Die InsertionSgebühr für eine Zeile beträgt 30 „Z, sodaß unter jener Voraus- seßung das Kostenpauschquantum auf 1 516 50 43 bemessen werden konnte.
Die im April und Mai d. Js. veröffentlichten 159 Bekanntmachungen haben dagegen im Durchschnitt acht bis neun Zeilen ausgefülkt. Unter diesen Umftänden ließ sich der Kostensaß von 1 «FC. 50 ,:5 ohne finanzielle Benachtheili- gung des Reichs-Anzeigers nicht länger auf- recht erhalten. Bei Abmessung der hierdurch gebotenen Erhöhung des Pauschquantums auf 2 «16. 50 H ist ebenfaUs ein Infektionsgebühren- betrag von 30 ,s für die Zeile zu Grunde ge- legt worden.
th einem Prozeß der Konkurömaffe der Pom- mer1chen Central-Eiscnbal)n-Gefe111cha_ft YIM einen Aktionär derselben, welcher 50 Slack * tamm-Prioritäts-Aktien gedachter Gesellschaft 9- 200 Thlr. gezeichnet, dagegen die erste Einzahlung Von 1070 = 1000 Thlr. nicht geleistet hatte, auf Uachtragliche Zahlung jener Summe bgtte der ver- klagte Aktionär in seiner Nichtigkertöbeschiverde Ikgxn das ihn verurtheilende Erkenntnis; des Kgmmer- Jerlchts zu Berlin den Einwand erhoben: dre Yor- ausseßung der Wirsamkeit seiner Zeichnung set_ge- wssen. daß das ganze statutenmäßige Grundkapital der Geseuschaft mittelst verbindlicher Zeichnungen aUfßebracht sei und da diese Voransfeßung i_vezen der durch frühere Entscheidungen des Reichs- Obekbandengerichts außgesprochenen „Unber- bipdlichkeit anderer Zeichnungen, welche Verbindlich- xe1t'm Folge Mangels einer Unterwe'rfun- mixer em Uestlmxntes Statuk den größten Thetl_der Zeichnun- HLU kkafe, nicht eingetreten 1ei, 10 se: auch er _aus “msk Zei nung nicht verbunden. -_ Das Reichs- Obkxbande Igericbt erachtete diesen Einwand in dem vorliegenden Falle, in Welchem unmittelbar das
,"kéresse der Gläubi erschaft der Geseaschafi, mchx _das der GeLellschaft an sich dem ktlonar gegenüber zum Au5druck gelangte,
„ Heynzanns Verlag, Berlin, 877, Königgrä erstraße 109, und alle „Buchhandlungen, fur Berlin auch durch dre Expedition: ZW., Wilhelmstraße 32, ezogen Werden.
für, uybegründet und verurtbeilte den verklagten Aktionar zur Zahlung von 1000 Thlrn. gegcn Crn- Pfang vor; 50 entspreckzenden Quittungßbogen, „Aller- dmgS“, fuhrt das Erkenntnis; des Reichs - Oberbay- delögerrcht? aus, ,ist in der Doktrin und Praxis konstant die Auffassung vertreten wvrden, daß die Aufbringung des ganzen Grundkapitals durcb rechts- gultrgr Zéickmungen Wesentliche Bedingung der Wirk- samkeit der einzelnen Zeichnuyg€n sei, und zivar mit Der Wirkung, daß auch der fonstituirten Gesellschaft vom Zeichner der Einwand der Recht-ungültigkeit ayderer Zeichnungen wirksam entgegengestrüt Werden durfte. Die Richtigkeit dieser Ansicht ju 8b§br3010, ivenn man dgbei den KoÜistonsfaU zwischen dem Rechte „de? Zeichners und den in Folge der begonne- nen Wirkmmkeit der Gesellschaft nach außen entstan- d?nen Rrchtcn Dritter außer Betracbi läßt, mag [ner dahingestellt bleiben. Allein die gedachte An- fichx kann nicht zu der Konsequenz führen, daß die Glaubiger der errichteten Aktiengeseüschast, welcbe derselben auf ihr veröffentlichtes Grundkapital kre- drttrt haben, es zu duldrn hätten, da); die Zeich- ner a_uf Grund jsnes Niebtcintritts jener Bedin- grmg ihre geleisteten Einzakvlungen selbst 489. Glau- brger zurückfordc'rtrn und sich den zur Deckung der GefxÜschafthläubigcr erforderlichen Einzahlungen enizogrn, während ihnen 1clbst nicht einmal das Rscht zustände, die Nichiigkeitserklärung einer solchen Ge1ellschaft herbeizuführen, diese vielmehr unter dem Schein der Aufbringung des publizirten Grund- kapitals fortbxstände und auch von den Gründern resp. Gesellschaftöorganen, die nach Art. 249 Nr. 1 des Handelkgeseßbuchs nur für vorsätzlich falsche Angaben haften, in den zahlreicbcn Fällen eines fczktischen oder Rechtsirrtbums in Betreff der Ver- bmdlicbkeit der Zeichnung kein Ersaß erlangt werden körxnte ..... Der Zeichner verbindet fich durch die Zeichnung nicht blos gegen die GeseÜsÖaft, sondern er wirkt mitrelst derselben zur Entstehung eines Rechtssubjekts mit und '."anlaßt dieses, das; es auf
die Zeichnungen bin m ') Außen auftritt. Die Gesellschaft ist gar richt in der Lage, ibr Entstehen abzuwehren, selbst Wenn fie
im Augenblicke dsr Entstehung Kenntnis; von dem Ermangeln dcs vom Zeichner VorauSgeseßten hätte. Mit ihrer Entstehung muß fie in die Sphäre des Handelns treten. Selbst wenn i!*reWiederaufbebung wegen Aufrufbarkeit dcr behufs ihrer Entstehung abgegebenen WiÜrnSerklärungon und gefaßten Be- schlüsse erfolgte, wäre die Thatsache ihrer einmal [Lattgebabten Existenz, inSbesondcrL sorveit cs fich um die Rechte Dritter handelt, nicht ungeschehen zu machen. Die Ge1cllschaft würde daher selbst beider Annahme der Hinfälligkcit der Zeichnungöverbind- lichkeit, einen Ansvruck) gegen den Zeichner auf die erforderlichen Bsträge zur ErfüÜung der GeseÜ- 1chaft€verbindlichkeiten unschwer unter dem Gesichts;- punkte dcs Ersatzes des negatchn Jutercsses - Wctl sie auf die Rechtögüliigkeit der Zeichnung rechnen durfte und darauf hin zur Entstehung gelangte -„ begründen können. Ebenso Wkiß der Zeichner, daß es seine und seiner Mitzeicbner WiÜeuSeiklärungen gegen die (Heseslschaft _find, auf Welche hin der Dritte der Gesellschaft kreditirt.“
Die einer ZPerfon von einer anderen gegebenkn allgemeine Vollm acht, für fie den Yin- und Ver- kauf von Werthpapicren nach ganz freiem Ermessen fonwbl in Beziehung auf die Bestimmung der zu han- delnden Wert papiere, als auch auf den Tag, an welchem das eschäft zu machen, und auf die Course, zu Welchem das Geschäft erfolgen solle, zu besorgen, ist nach einem kürzlich rrgangenen Erkenntnisse des Ober-Tribunals, 17. Senats, gültig.
Die Handelskammer zu Lüdenscheid äußert fick) in ihrem Jahresbericht pro 1875 über das Zeichenschußgeseß: Aus den Arbeiter- und Handwerkerkreisen tritt uns vielfach Klage dariiber entgegen, daß das neue Zeichengeseß eine Bestimmung enthalte, wonach nur die in das HandelSregister aufgenommenen Firmen zur Eintragung und somit zur Führung eines Zeichens berechtigt seien. In der That ver- mögen auch wir die Gründe einer derartigen Bestimmung nicht einzusehen und finden darin eine unberechtigte Benachtheiligung des kleineren Arbeiters gegenüber der Großindustrie. Gerade in unserm Bezirke giebt es eine Anzahl kleiner, selbständiger Meister, die fiel; mit der Her- stellung von Werkzeugen und sonßigen Eisenwaaren beschäftigen und seit langen Jahren ein bestimmtes Zeichen schlagen. Um dasselbe eintragen und weiter schlagen zu dürfen, iß es nach dem neuen Geseß also erforderlich, das; zunächft die Eintragung in das Firmen-
register vorangeht, em Verfahren, das n1cht ein- ?ck“! seiner 24693066 meohner 8% GaÜonen,
die Monarchie Oesterreich-Ungarn dagegen 271,377,767/
mal dem Sinne des Handewgeseßbuchs entspricht, denn ausdrücklich finden die Veßimmungen des letzteren auf Personen, deren Gewerbe ni t über den Umfang des Handwerksbetriebs inaus-
gehen, keine Anwendung. Es haben fich dann,
auch wirklich die Gerichte schon geweigert, der-
Das Ceniral-HandelS-Register: für das Dentscbe Reick) erscheint in der nge[ täglick). - Tas Abonnxment beträgt 1 „M 50 45 fur das Vierteljahr. - Einzelne Nummern kosten 20 .z - Juscrtronövreis für den Raum einer Druckzeile 30 43.
artige kleine Meister, welche nur mit wenigen Gesellen arbeiten, in das Firmenregister einzu- tragexr, und ist mithin fiir dieselben die Mög- lichkeit, ihr seitheriges Zeichen fich zu erhalten, ausgeschlossen. Bei einer Revifion des Zeichen- geseßes, wie sie namentlich von Remscheid ange- regt ist und welche aucb wir empfehlen möchten, tß es daher dringend nothwendig, eine solche, dre Interessen einer großen Klaffe von Staats- bürgern schwer schädigende Bestimmung anf- zuheben.
" Die Handelskammer zu OSUabrück außert fick) in ihrem Jahresbericht pro 1875 über Marken- und Musterschuxz wie folgt:
ka Markenschuß-Geseß, dessen Vortheile Seitens des deutschen Gewerbes anscheinend noch nicht mit cntsvrecbendem Jnikrefse wahrgenommen werden, ist inzwischen unterm 11. Januar 1876 mii? den Geßßcn betr. das Urheberrecht an Werken der bildenden Künste und den Schutz der Pbbtograpbieen gegen unbefugte Nachbildung auch das - vielseitig
als noch größeres Bedürfnis? empfundene - Geseß, betreffend das Urheberrécht an Mustern und Modellen gefolgt, dessen
Fassung in den Wxitesten Kreisen bcfrie'digt haben dürfte. Wir begrüßen gerade dieses Geseß mit be- sonderer Freude, da wir in demselben ein xchäßbares Mittel zur Hebung unserer, so lange hinter den Fortschritten des Auslandes zurückgebliebenen deut- chen Kunstindustrie erblicken und Hoffen, die ge- wonnene Sicherheit, das; die geistige Arbeit “fortan auch den Lohn ihres Fleißes genießen kann, Werde den auch in unserem Kammerbezirk 1nebrfach ver- tretenen Jndustrieszarn, bei deren Erzeugnißen die ästhetische Form in Frage kommt, einen kräftigen Impuls zu neuem Schaffen geben.
Weltausstellung in Philadelphia 1876.
Zu den interessantesten Koaektivausstellungen in Philadelphia gehört, nach der „N. Y. H. Ztg.“, die Ausstellung der Brauer.
Das Industriegebäude der Brauer ist in nächster Nähe der Agrikulturbaüe belegen. Es ist 272 Fuß lang und seine Breite beträgt 96 Fuß. Aus dor Mitte des Daches erhebt sich ein Thurm, von dessen Ga- lerie man eine reizende Fernsicht über den Fairmount Park genießt, und die beiden Flügel der „Bretoers Hall“ haben eine Höhe von 28 Fuß Der Inhalt des Gebäudes bildet eine vollständige Jndustrieausstel- lung der Brauer, gewährt emen Urberblick über aÜe Einzelheiten des Gewerbes, ermögltcht eitzcn Eiijltck in sämmtlicheMascbinen, Apparate und Gerätwchaf- ten, die bei der Bereitung bon Malzgetränksn in An- tvcndung kommen, zeigt dabei die Unterschiede zwi- schen der Bierbrauerei in alter Zeit und den mecha- nischen Einrichtungen, Welche die Vervollk_ommnung des Maschinenwesens auch in diesem Industriezweige nacb fich gezogen hat, und umfaßt endlich eine hübsche KolLektion von Gerste, Malz und opsen aus allen Theilen der Welt. In einem um angreichn Anbau haben, gegen die Einwirkungen der Hitze durcb Eis geschützt, die zur Prüfung ein elieferteu Ale- und Lagerbiersorten Plaß gefunden. auf einer speziellen Vergünstigung der Aussteüungswmmission ist der Verein zum freien Ausschank der verschiedenen Bier- sorten gn seine Freunde und Gönner im Eisbame ermächtigt worden.
Nimmt man die Produktion und Konsumtion dcs Jahres 1872 als eine verläßliche Basis an, so kom- men auf [eden Einwohner der Vereinigten Staaten 62/5 Gallonen Vier, denn die Gesammtbcvölkerung betrug damals 38,650,000 und gebraut_ wurden 176,013,438 GaÜomn. Das Verhältniß ist sertber so ziemlich dasselbe geblieben, obwohl nach der Han- delskrifis von 1873 auch auf dem Gebiete dießser Industrie sich ein Stillstand, Wenn rzicht gar Rui!- schritt fühlbar gemacht hat. Nicht eingeschlossen m den obi en Ziffern sind die sehr bedeutenden Quan- titäten alzgetränke, welche von Englaxrd, Deutsch- land und Oesterreich jährlich hier eingefuhrt Werden. Der Bierverbrauch in den Vereinigten "Staaten kommt, wenn man Produktion und Bevolkerung als Basis für die Berechnung nimmx, deux Konsum in Preußen und Oesterreich so ziemltchgletck. Nur ist dabei zu berücksichtigen, daß die Emwy ner der leßtgenannten Länder als ständige_Biertrmker b'e- trachtet werden müssen, denn_Bier gjlt rhrien als em nothwendiges LebenSbedürfniß, während hier zur Ver- minderung des Verbrauchs Gesetze und Gememde- verordnungen in Kraft find. So darf man“ getrost annehmen, daß nur ein Drittel der Bevolkerrzng in den Vereinigten Staaten Malzgetränke konsunzrrt, und nach dieser Wahrscheinlichkeitsberechnung wurde auf den Kopf ein dreimal so boYes Quantum kom- men, wie m reu en oder Oe terreicb. Preußxn roduzirt jährlich 16,042,288 Gallonen, d. l). ur
Gaüonen, d. b. für jeden der 35,644,855 Einwohner 73/5 (Hal]onen. . Jm Mittelschiff des Gebäudes hat der Verein emen vollständigen Brauapparat derart plaHirt, daß chr Betrieb jeden Augenblick beginnen und elbst der Late
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einen Ueberblick über die einzßlnen Maschinentheile und ihre Bedeutung für das Ganze fich leicht ver- schaffen kann. Unter dem riesigen Kühlfaß steht ein von Charles Stoll, Brooklyn, sauber angefübrtes Modell einer modernen amerikanischen Brauerei, und einige Schritte daVou entfernt, gewissermaßen als Pendant, ein getreues Abbild des Münchener Hof- bräubauseö, wie dieses Proiotyp ciner altmodischen Brauerei rm Jahre 1776 bestaiid. Als Urheber jenes ehrwürdige]! Modells ist Robert Lieber, Boston, genannt; sein erk bat den Ehrenplaß im Gebäude erhalten, wie das Hofbräuhaus in der Geschichte der Bicrindustrie den ersten Rang einnimmt, und Über dem Strohdack) des Gebäudes ist ein Banner mit der Devise angebracht: „Hopfen und Malz, Gott erhalt's!“ _ ,
Die Ausstellung der Majcbinen, technischen AV- parate und Gerätlschaftcn, für Brauereien macht den Eindruck der Vollständigkeit und systematischen Ordnung. Der Ingenieur Theodor Bergner aus Philadelphia bat mehrere Malzdörren und Malz- dörr Wendeapwarate verschiedener Konstruktion aus- gestellt. Er ist der Vertreter von 21.1). Schlemmers Malzdörr-Wendeapparak zu Hochheim und Louis Hsrmanns (Droöden) Malzdörrborden aus der- schlnnge'nem Draht, „_
Unter den zahlreichen Mar1chpaparatcn empfiehlt fich durch einfache Konstruktion und saubere Arbeit die Erfindung dcs Konrad Seibel aus St. Louis und die Koklektivausstcüung dcr „Pbocnix Millwrigbt u. Machine Workö“, New-York. Tragbare Mühlen Yben Chai. Kacstncr u. Co., Cbicago, ausgesteüt.
ie technischen Apparate, durch Welch? m reicher Aus- Mrhl die Maschinenfabrik _von Albert Zoller, Hoboken, N. J., Vertreten ist, sind_1ehen61vertl) und durch zahl- reiche Atteste als prakti1ch empfohlen. W1n.Ziuffer u. Co. haben 11.21. einen patentirten Luftspund aus) gestellt, für dessen Vorzüge der Umstand sprichr, daß seit seinsr Einführung in 1874 bereits zwei MiÜioncn Stück davon verbraucht Worden find.
Während Deutschland und das Ausland überbaupi in der tecbnischcn Abthrilung der Brauerausstxlwng nicbt Hervorragend vertreten find, fteÜt sich das Ver- hältniß in dem Departement für Gerste, Malz und Hopfen günstiger. _Die Superioritäk des deut)chen resp. österreichitchen Hopfcns übcr das ameri- kanische Produkt wird allqemein zugegcben, während der Gerstenbau und die Malzbcreituug in den Agri- kulturdistriktcn dcr Vereinigten Staaten berciis so günstige Resultate erzielt, das; die Zufuhr aus dem Aus1ande für die amerikanischeBrauindustrie mit den Jahren immer mehr abnehmen wird. Ja der deutschen Abtheilung der Ackerbaubaüe findet man eine inter- essante und hübscharrangirte KoÜcktibausstellung bayerischer Biere und Hopfe1110rten, die be- kannten Produkte der Berliner Brauerei-Aktien- gesellschaft .Tivoli“. cinen Flaschentempel der Aktienenbrauerei - Gesellschaft „F r i e d ri cb s [) ö k) e ' (vormals Paßenhofer), Berlin, Flaschenbier aus der Löwenbrauerei von Peter Overbeck in Dortmund, mit eincr Nachbildung des Hermanndenkmals als captatjo 5911670165636 für den Gerstensaft auf .der Höhe des Flaschenbügels; férner aus der _Brer- braucrei „Pschorr“ von Georg Pschorr, Munchen, sodann aus der Brauerei bon Justus Hildebrand in Pfungstädt und endlich verschiedene Praparate aus der Leipziger Malzfabrik in Schkeudiß.
Der Jahresbericht der Handelskammer von Minden für 1875 sagt über die Eintragung in die Handelsregister: e_s „hätten fich in dem dortigen Bezirke seit längererZett eine große Menge Gemerbetreibender dcr geseßlich vorgeschriebenen Eintragung in die Handelsregister zu entziehen ge- wußt. Cs dürfe überall als feststehend betrachtet Werden, daß die Veranlagung zur Gewerbesteuer vom Handel in Klasse 8. 1. und 11. auch die Ver- pflichtung der Eintragung in sich 1chließt. Da nun nach den Gesetzen vom 20.911arz,1872 und 5. Juni 1874 auch die Müüer, Backer, Fleischer und Brauer, sobald ihr Betrieb „vori solchem Geschäfwumfange, Welcher demjenigen der m demselben Gewerbesteuer- bezirke in den Klqssen „4. 1. und 11. veranlagten Kandengeschäfte gleichsteht“ - ebenfaÜs in diese
[affen verwiesen worden seien und sich betreffs deren Verpflichtung zur Eintragung in die Handels- register Zweifel geltend machten, so hält es die Handelskammer von Interesse, einige darauf bezüg- liche Erkenntnisse des Reichö-Ober-Zandelßgerichts
in Leipzig rnitzrrtheilen. Erkenntni des Reichs- Ober-„Handelsgerichts vom 6. Dezem er 1871;
, „Em Backermezster, welcher Mehl zur Verwendung in seinem Gxschgfte ankauft, macht ein Handels- gescbaft und ist in Bezug auf dasselbe als Kaufmann an useben.“
n den Gründen wird ausdrücklich hervorgehoben: „Jn Bezlzg auf solche Mehlankäufe für das von ihm betriebene Bäckergeschäft ist Beklagter nach Art. 4 des H. G. B. als Kaufmann anzusehen, d? er dieselben offenbar gewerbömäßig betreibt, Zoober es unerheblich ist, ob die vom Beklagten betriebene Bäckerei und der Verkauf von Brod und sonst_i en Backwaaren über den Umfang dex andwerkbetrxe es hinausgeht und solche Weiterverau erungen Seitens des Bekla ten nach Axt. 273 Abth. 3 deß H._G. B. nicht als andelsgefchafte zu betrachten sem wurden.“