kaum hoffen durfte. Bei Abgang der diese iVorfäUe hierher meldenden Depesche des Kaimakams von Reihywno war _diese Stadt noch in größter Aufregung. Vsi 800 Turkei: kawpirtsn bewaffnet in den Straßen, während die'Chxißen fich ibeiis in ihren Häusern verbarrikadirt haben, theils m das Gebirge ge- fiiichtet sind. Reouf Pascha berief Hsbart Pascha hierher, um sich mit ihm zu berathen. Gleichzeitig wurde um Truppen- sendungen in Konßantinopel nachgesucht. Man besorgt, an der Schwelle ciner ernßen Bewegung zu ßehen.“
Rußland und Polen. St. Petersburg, 23. Auanß. Nack) cinem Telegramm, das der Ober-Commandeur der Flotte und Häfen dis schwarzen Mesres erhalten, wird Ihre Majeßät die Kaiserin am 1. September aus Zarskoje Sselo nach der Krim abreisen und am 4. September in Ssewaßopol eintreffen, wo die Yachten „Livadia“ und „Griklik' in Bereitschafi aeseßt werden. Die Ankunft Sr. Majestät des Kaisers von Vra- iilien wird nach einem Telegramm, das der brasilianische Ge- sandte am hiefigen Hofe gestern empfangen, erß am Montag den 28. August erfolgen.
_ Man sch'eibt der „Mosi. Zig.“ aus Wladiwoiiock, daß in der leisten Zeit eine ziemlich ansehnliche Einwanderung von Bewohnern von Korea in die russischen Befißungen im äußerßen Orient ßattgefunden hat. Der Korrespondent begrüßt diese Einwanderung mit Freuden, da die koreanischen Kolonisten im AUgemeinen arbeitsam und tüchtige Landwirthe find, fich leicht an die Gebräuche und Lebensweise dcr Ruffen an- schließen, und endlich ihre Bekehrung zum Christentbum, wie es scheint, keine zu großen Schwierigkeiten bietet.
_ 25. AUgust. (W. T. B.) Der von England erfolgten Abmahnung der Pforte, Baickiibozuks zii verwenden, ßand cin gleicher Schritt der :rei Kaifermäcbte zur Seite. Oesterreich hat noch besonders auf die Schwierigkeiten hinge- wiesen, die bei Verlegung des Kriegsschaupichs in die Nähe des österreichischen Grenzgebietcs durcb massenhafte Flüchilings- Übertritte entstehen und Oesierreick) direkt berühren würden.
Schweden und Nortvegeu. Stockholm, 23. Augufi. Se. Majeßät der Kaiser von Brasilien besuchte vorgestern in Begleitung des hiefigen französischen Gesandten und des Dr. H. Hildebrand das Nationalmuseum, die Riddarbolms-kirche und mehrere öffentliche Sammlungen; gestern machte derselbe einen Ausflug nach Upsala. Se. Majestät der König, welcher gesiern von dem Flottenmanöver zurückkehrte, fiattete beute dem Kaiser im Gratd Hotel einen Besuch ab. _ Der ichwedisch- norwegiickze Gesandte am Berliner Hofe, Freiherr v. Bildt, iii zu einem mehrtägigen Aufenthalte hier angekommen. _ Um 12. d. M. wurde die vollendete Strecke der Drontheim-Stö- ren-Babn, dic nördlicbfte Eisenbahn Europas, bis zu der Bergstadt Röros zum ersten Male mit der Lokomotive befahren.
Dänemark. Kopenhagen, 24. August. Die König- liebe Familie iraf gestern früh 82 Uhr im besten Wohlsein auf der Rhede von Rönne auf Bornholm ein und besuchte im Laufe des Tages die Ruinen von Hammersbus und kehrte gcgsn Abend über Sandbig und AUingc nach Rönne zurück, Heute werden in 91611112 mehrere Festlichkeiten stattfinden, nach deren Schluß sich die Königsfamilie einschifft, um morgen friih die Rückreise hierher anzutreten. _ In den ersten vier Mona- ten des Finanzjahres 1876 77 haben die Einnahmen aus de;: Zöllen, dec Branntweinsteuer und den Schiff6abgaben 7948056 Kronen gegen 8,600,3_42 Kronen im gleichen Zeitraum des Vorjabrcs bstragen, mithin 652,286 Kronen weniger. Die Kriegssteucr brachte im genannten Zeitraums 1,197,121 Kronen gegen 1318347 Kronen im Vorjahreein. Tie Mindereinnahme dieiss Jahres beträgt mithin 773,512 Kronen.
Amerika. New-York, 25. August. (W. T. B.) Der Vertrag mit Rothschild und einem Syndikat biefiger Banken wegen Emittirung einer 4ä'*/0 Anleibe von 300 Millionen Dollars if: nunmehr definitiv abgeschlossen. Es iß zu- näcbft ein Betrag von 40 Miüionen zu yarj mit einer 11% Kommission fest übernommen.
_ (A. A. C.) Zn Utah besorgt man den Ausbruch einer Revolution unter den Mormonen im Falle des Ablebsns Brigham Youngs. Vrigham iuni0r und Joseph J. Smith, ein Neffe des ersien „Propheten“, find beide Kandidaten für die Nachfbigericbaft und während das jeßige Haupt der Mormonen- kirche unzwiifelbaft ersteren begünßigt, werden die Ansprüche des Letzteren von einer sehr mächtigen Partei unterfiüßt. Im Tal]? cines Zwiespalts wird Smitbs Opposition genen die Vielmeiberei ihm einen sehr wesentlichen Vortheil über den direkten Abkömm- ling des gegenwärtigen „Propheten“ gewä..ren.
Mexiko, 26.Ju1i. Der Präsident Lerdo de Tejada hat ein Dekret erlaffen, durch welches eine neue außer- ordentliche Abgabe auf alles Eigentbum im Werthe von über 3000 Tol]. und auf kaiifmänniscbe Wechsel gelegt wird; dock; soll dieses Tkkret auf diejenigen Staaten feine Un-
wendung finden, in welchen seit dem 1. Juli 1875 Exira-Jon- tributionen erhoben worden sind, deren Vetragxderfduch) dujes Dekret auferlegten Steuer gleichkommt, oder dieselze uberstetgt. _ Gegen Porfirio Diaz, welcher sich m ngaca befindet, hat fich in Ixtlan eine Contre-Revolution orgamfirt.
Asen. Japan. Die „Japan Mail, born 10._Juli meldet: Der Premier-Minifter hat einx wich'nge Verfugung erlaffen, welehe die Wirkung haben wird,„dte Tortux'in Kriminalprozeduren abzuschafien. 'Em anderer Ministe- rieller Erlaß erklärt, daß die Veroffentlichung irgend euies Artikels in einer eingeborenen Zeitung, der dazu anaeihan' iß, den Frieden der Nation zu ßören, mit der Suspension „dieses Journals nach der Diskretion des Minifieriums fur mnexe Angelegenheiten bestraft werden wird. Es verlauiet, daß die Beamten im ganzen Reiche in Kurzem angewreien werden sonen, ausländisehe Tracht anzulegen, .und allen Mannern das Tragen der Zöpfe verboten werden wird.
Afrika. (A. A. C.) Der in Madeira angekommene afrikanische Posidampfer „Walmer Castle“ bringt bis zum 4._ds. reichende Nachrichten vom Cap der guten Hoffniing uber den Kaffernkrieg. Darnacb besiegten 150 Voers eiiie Stxeit- macht von 2000 Kaffern. Viele große und kleine Hauptlxnge der [esteren haben sich unterworfen. Die Goldfelder find ganz- lich abgeschnitten.
_ (W. T. V) Aus Cape Coast Cafile in London am 24. d. M, eingegangene Nachrichten vom 2. d. M. beftätigen, daß der König von Dahomey alle dort befind- lichen Europäer in Wydah gefangen geseßt und ihr Prioai: eigenthum weggenommen hat. Dies und seine Drohung wit Kriegsvorbereitungen und mit Niedermachung aller Europaer hatte große Unruhe hervorgerufen.
Statistische Nachrichten.
Nach Mittheilung dt's statiiiiichen Bureaus der Stadt Berlin sind bei den bissigen Staudesämternin derWoebe vom 13. Augiist bis inkl. 19. August zur Anmeldung gekommen: 156 Eheschließungen, 821 Lebendgeborene, 35 Todtgeboxene, 729 Sterbefälle.
_ Dcr ,Cccnomiftefmch-ais' veröffentlicht eine Studie von Léonce de Lavergne über den BEbölkerungsstand in Frankreicki. Derselbe hatte jederzeit nur langsam zugenommrn. von 1851 bis 1856 war er Hanz ins (Stocken geratbeu, dann bitte sich bis 1870 das Verhältniß zwiicben Geburten und Todcsiillen wieder günstiger gestaltet. Unmittelbar nach dem Kriege ergab sich _ abgesehen von dem Verlust von Eliaß-Lotbringen _ eine Abnahme von 550,000 Seelen, das Ja2r1872 wies eine unbc-r- bbffte Zunahme von 172,936 Geburten auf, aber dieses Vcr- bältniß bewäbrie fich in der Folge nicbt. Sibou im Jabre 1873 betrug der Uebericbuß der Geburien über die Todesfälle (946,364 gegen 844,588) nur umb 101,766. Während diescs Jahrgangs über- stieg in 25 Departements dio Zahl der Geburten diejmige der Todesfälle und auffallende: Weise fiebt mier deu Gegenden, die sich dexmxßen auszeichnxten, die reiche und fruchtbare Normandie (Calvados mit 2071, Seine-Juferieure mit 1823 die Geburten iiber- steigenden Todesfällen) voran, indessen die armen Pyrenäendeparte- MW und die Bratagne sich durch das Gegentbeil herbmtbuu. Der Autor Lébnce de Labergne dringt auf eine genaue Untersuchung der Ursachen dieser für das Land io nachtbeiiigen Entvölkerung, der er die Zunahme der Bevölkerung Deutschlands und Englands um durch- icbnittlicb je 400,000 Seelen jährlich gegenübersteiit.
_ In Norwegen erscheinen „ur Zeit 178 Zeitungen und Zeitschriften, wovon 70 in CZriiiiania. Eine Zeituna ericbsint 7 Mal wöchentlich, 14 6 Mal, 1 5 Mal, 1 4 Mal, 14 3 Mal, 46 2 Mal, 45 1 Mal, 7 monatlich 2 Mal, 35 1 Mal xc. Der jährliche Abonnemenispreis für ein Exemplar bon sämmtlichen Zei- tungen und Zeitschriften beträgt etwas über 250 Spezies.
Kunst, Wissenschaft und Literatur.
Der Professor der Jurisprudenz, Gsbeime Justiz-Ratb Dr. Karl Witte in Halle, der bekannte Ueberfetzec und Erläutcrer Danie's, hat am 20. d. Mis. sein 60jäbxiges juristisches Doktor- Jubiläum gefeiert.
_ Der Physiker Wilb_e1_m Weber wird, der ,Elberf. Ztg.“ zufolge, am 26. d. M. das fiiniiigjabrige Doktorjubiiäum begeben.
_ Der Prof. Dr. A. Bastian, der sicb im Frühjahr 1875 zu Forschungen, Sammlungeii :(. auf dem Gebiete der Ethnologie, Eibnogxabbie u. 1._ w. nach (zentral-leerika begeben und im weiterin Verlauf iciner Miisiou aucb Theile von Süd- und Nordamerika be- reist hatte, ist am vergangenen Sonntag wieder bier eingetroffen.
_ Dr. Hubert Beckers, Proicsior an der Univeriität zu München, von welchem iin vyrigsn Jahre, zum hundertjährigen GS" baristage Schc'nings eine Feilscbrift erschien, hat vor Kurzem bei Finiteilin in Miinchen ein you ibm iuglcicb gediwtetes und in MUfik gesetztes „Deuticbes Reiwslied“ herausgegeben. Proi. Beckers ift bereits früher auf mufikaliichkm Kunstgsbiete hervorragend ibätig gewesen als Veriqsser eines großen musikalischen Quellenwerkes, welches in dcn Jahren 1845-47 _unter dem Titel „Santi :; spirjtaana oder Auswahl der schönsten aeiitlicheu Lieder älterer Zit“ und ipäter in mehreren Auflagen bei Cotta in München erschien.
Land: und Forstwirtbschaft.
Aus dem Elsaß wird Mile Aiiguft_cescbrieben: Die Ge. ireideernte ist nunmehr und in allen Getreidearten, Was die „Körner betrifft, über Erwarten gut ausgefallen. Voz! großem Vortheil war es, daß während der ganzen Erntezeit beständig gutes Wetter herrschte, so daß die Fiucbt im beiten Zustande in die Scheunen _geiaiigt ist. Aus- der andern: Seite hat freilich der seit etwa 6 Wochen_ganz1'ch ausgeblje„ bene Regen recht nachtbeilig auf die Futterkräuter aewn'kt. Grum'met wird es nur an Bachwieie- geben und auch nur soweit, _als die Bätz). nicbt vertrocknet sind. Die Kleefelder sehen recbt klaglich'aus; "icht minder leiden auch die Rüben und Kartoffeln sehr „Unter der übex. mäßigen Hitze und der damit verbundenen Trockenheit; docb Käme ej, reichlicher Regen hier noch zur rechten Zeit, ebenso fur das _Wecbiel- korn. Das Gemüse, wel_ches bock) vor einkm Monxit in reich. licher Menge und zu billigem Preise zu haben _war, ist um das Doppelte ibemer geworden. Die Weinbergsbefißer furcbien. daß die lang andauernde Dürre die Beeren nicht zur- volien Entwickelunz bringen, und daher der Menge einen großen Eintrag thun möcbte. Jndeß dieser Schaden läßt fich leicht ertragen; was etwa _an Menge fehlen sollte, das wird ficbexlich durch die größere Güte ericßt Weiden, Ju letzterer Hinsicht find die besten Hoffnungen vorhanden, so daß vorausfiéxtliw der elsäffer Wein einen noch größeren Absatz nach Deutschland finden wiid, als bisher.
GeWerbe und Handel. “ Zum „Konkordat der schweizerischen Noxxnbanken' brinat die „N. 3. Z. ' folgenden Artikel : Von den 32 Geldinstituten, welche bis jest in der Schweiz Banknoten auSgegebexi haben, iind 12 nicht im Konkordat inbe-zriffea. Wir stellen fie bicmach zusammen mii Angabe der Snmme von Noten, w-lcbc von diesen Banken zu Ende des Jahres 1875 im Umlauf waren:
Name der Bank:
Bank in Luzern
Leibkaffe Glarus
Kantonalbank
Kantonalbank
1381108 oant0n31s
133503 (16113 8712:er italiana.
Langues p0pu1airs (16 13. EwFsro
Caisse bypatbécajrs (16 Fribourg
Zanqns yopulaita äs 13 131-076
()récjii: aZricols et iuäustriel (16 1a. Zroxs
081856 ci'am-zirtixzsmsxit (1:1 (141.105
(„1161111 (iruéz'rien
NotenimUmlaui zu Eude1875:
5.806,330 300,000 3,927,940 1,929,590 1,473,070 325.355 145,8120 152. 200
1 1 630 133, ? 60
393,000 166,260
14.864.335
Die Gesawvntsumme des Notenumlaufs der 32 Banken belief fich zu Ende 1875 auf Fr. 85.765,225; das Konkordat würde somit ungefähr 7“; des Gesammtumlaufs an Noten umfassen. Jedoch ist dabei in Betracht zu ziehen, dax; für Noten von weniger als 50 Fr, die kcnkordaismäßige Einlösungsbflicst nicht besteht; wir wissen nichi, wie viele Notenbon 20 oder 10 oder gar von 5 Fr. in Umlauf imd.
Um Verwechselungen vorzubeugen, beben wir betvvr, daß die „Bank in Glarus“, die „Bank 111 St. Gallen“, die „Bank für Graubünden“ und die „Zsbqus cantonaw fridourßeoize“ dem Kon- kordat beigetreten sind.
Verkehrs-Aufialteu.
Ueber den Eisenbahnbau in Californien berichrei die ,New-YOrk. Hd. Z.“: In keiner Zeit ist der Eisenbahnbau im biefigxn Staate energischer betrieben wordcn. als es geaknwäriig der Fail ist. Der wich1igste drrartige Bau ift die Vrüenrung de: Southern Pacificbabn bis zum Colorado River. Die Soutbem Pacificbabn besteht zur Zsit aus drei getrennten Stückkn. Erstens die Babu von San Francisco nacb Solebad, ziveitens die Babu von Gosbcn nacb Caliente und drittkus die Bahn von San Fernando ria Los Angeles nacb Indian chls. Diese Fragmente sollen allmählich vereiui-t Werdcn und dann eine ununterbrochene Bahnverbinduu bis zum Colorado Rivsr bilden. Die Oregou-Eiienbabn wurde auf dem linken Ufer des Sikra- mento hinauf bis Redding gebaut und jetzt ist eine Babu &us dem reehten Ufer vcn Woodland bis Red Bluff im Bau bkgriffxn und bereits bis Williams, einer neuen Eiicnbabnsiadt, 7 Meilen von Coluia, im Betrisb. Die (Halt und Jone-Eiscnbabn, nach den Jone-Koblenfeldem gebaut,-ist bereits nioeüirt und erwartet man die Vinkunfi der Schiener). Am 20. soll die Abiil und San Luis Obispo schmalspurige Bahn eröffnet wirden, welcbe bestimmt ist, die Produkte von Santa Maria - V.“.[icy nacb dem Landungsplaß zu bringen. An der schmal- ivurigen Bahn von Dumbarton nach Santa Clara und San Joie wird fleißig fortgearbeitet. Diese Bahn sol] nach und nach bis Jasta Cruz fortgésetzt und mit den dortigen Cisénbä1)11ku in Verbindung gebracht werden. Die North Pacific Coast Eisenbahn iit j5ßt etwa bis 10 Meilen biuier Tomales f.1bibar und soil bis Horb" den Russian River erreichen. Der seit Jahren scbon bkgvnnenstau der Bahn von Bantas über Martincz nacb Oakland_ isi 00119271 Monat wieder aufgenommen wor-éen. An dem Tuqnel fiir die swmalsvmige San Rafael und Petaluma Ciienbabix find 60 Mann Tag und Nacht beschäftigt und find eiwa 275 Fax; d:eics Tunnels fertig
Kanton:
Luzern Glarus
St. Gauen Graubünden Tessin
FrZiburg
Aus dem Wolffsckzen Telegraphen-Bureau.
Paris, Freitag 25. August, Morgens. Die Personen, welche am 15. 13. wegen Demonstrationen zu Gunßen des Kaiser- tbums verhaftet worden waren, find zu mehreren Tagen Ge- fängni; verurtheilt worden.
Berlin, den 25. Aiiguß 1876.
Die Eröffnung der vermanenten Berliner Bau-Aus- itellung,_Wiibe1ms1iras;e 9273, wird am Sonntag den 27. d. M., 12 Uhr, er_iolgen. „Dic Ausstesiung bleibt die crftxn drci Tage für einzelne beioxiders inter-sfirte Vereine r.iervir?, ist aber von Mittwoch a'b dem Beweis des Publikums zugänglich.
(Hobbs, 24,21uguit. (Goth. Ztg.) Sozialisienkongreß. Ju. derOiizung chm 22._wurde die Beratbung über Feststcliung der iozm1istiichen Kandidaten für die nächsten Reichstagswahlen forigeseßt. „Zu _de_r ferner auf dsr Tagcsbrduunu siedenden ,Parteibresse' wurde zunmbtt beschlossen, die beiden Parteiblätier „Volksstaat' und „Neuer Oorialdeinokkgt“_ in ein einziges Centralblaii zu ver- icbmelzxn, welche_s m LUN'J vom 1. Oktober d. I. ab zu erscheinen babe. Zum OZ der (Zeritralbebörre Wurde Hamburg vorgeschlagxn und an- genommen uiid eine. aus 7 Personen bestehende Beschwerde- und K_ontxolfowmiision niit dem Sitze in Berlin gewählt. Die Diäten im: die Reiwstagsabgeordneten wurden für die in Berlin wobabafieu aui iagiich 9 «,und für die auswärtigen auf 12 «& icstgei st und ten „Agitawren ein monqtlicher Gehalt von 135 .“ nebst Reisekosten- vzrgutuyg von 1 .s bis zu 11; „ck bewilligt. Darauf wurde der Kongreß geskilofseu,
Der „Wes. Zig.“ wird gemeldct: Helgoland, 24 August, Mittags. De: Dampfer .Tunstall', am 23. August von Ham- !bnrg nach Sunderland abgegangen, ist soeben Angesichts Helgoland gesunkeri. Voz: dex Mannschaft des Dampfers find 17 Perionen ge- rxttet, i_onsi ist “(bis gxborgen. Der Untergang ist angeblich durch emen pio [ichen imeckiarllcben Leck erfolgt, welcher das Schiff unlenk- ba_r und egoland 51.1 i'rrcicben unmöglich machte. Die Mannschaft „wird hier Protest UDMA und morgen nach Hamburg abgeben.
In W. BerndtsKunstverlag zuDresdeu siiid “st ost- Korrespondenziartewwii Genrebildern in feinem ?Hßlzéchniit auf der zum Schreiben bestimmten Seite erschienen. Uns liegen zwölf
verschiedene Mustes vor. 25 solcher Karten, welcbe fich zu Glückwün- Hchsxa odero-éiur beiondere Gelegenheiten verschiedenster Art eignen, :) en 1
_Bayreutb, 23. August._ Die woblgelungcne Aufführung der „Gotterdämmexiing“ bcichloß den weiten Festspiel- Cyklus. Se,. Kontgliche Hoheit der.Grcßberzog von Mecklenburg und Se. Hrhett_dsr Herzog von Meiningkn waren anwesend. Nach Scblui: der VoriteÜung erhob sich anhaltender Applaus. Wagner erschien und dankte der Versammlung.
Väder-Statißik.
Arnstadt bis 9. August . . . . . . . . . . Baden bis 21. August (einschl. der Durchreisenden) Berka bis 31. Juli . . . . . . . . . . . Blankenburg bis 4. August . . . Borby (Eckernförde) bis 31. Juli . . . . Borkum m der Nordiee bis 16. August . . Cranz bis 15. August . . . . . . . Elgersburg bis 5. August . Elmen bis 14. August . Elster bis 15. August Expo bis 20. Auguft . . Flinsberg bis 15. August . Frankenhausen bis 31. Juli . . .
rguzensbad bis 15 August . . . . . . . . Friedricbsroda und Reichardtsbruun bis 30. Juli . Gastein bis 15. August . . . . . . , „ Geyrgentbal bis 5. August Glucksburg bis 31. Juli
elgoland bis 15. August . “ lmenau bis 31. Juli .- . Karlsbad bi-Z 15. Angust . . , . Kie1_bis_31.Juli . . . . . . . . . . . . . . . Königstein (Swweizsrmübk uud Königsbrunn) bis 13. August
. 360 . 29047 841] 588 308 1000 2783 565 1662 3700 8226 758 . 200 . 6000 . 2586 . 2500 240 693 2500 1012 17110 477 498
über
1865 4400 367 1012 1700 9000 1700 3000 2250 3598 2967 , 471 „ 11244
210
2670
3220
Kösen bis 13. August . Landeck bis 18. Augufi . Langenau bis 11. August Liebesstein bis 29. Juli . Lippipriiiße bis 15. August Marienbid bis 15. August St. Mons bis 15. August Naub-sim bis 15. Auugst . Neuenahr bis 15. August . . . . . . . . . . . . . Nordemsx) bis 11. August (einswl. der Durchreisendén) . . ca. Oynbxmen bis 18. August . . . . . . . . . . . Pclzin bis 14. August . nymont bis 12. August
aitenbcrg bis 31. Juli RLUUW bis 15. August . . Reichenbail bis 15. August Reinerz bis 15. August Salzungen bis 31. Juli . Schandau bis 12. August. . . . . Swarbeuß (Schwartau) bis 31. Juli . Scheveningen bis 15. August . . Stadtsulza bis 31. Juli . . Grvß-Tabar bis 31, Juli Tepliß bis 5. Auaust . . . . Thal bei Ruhla bis 10. Augu Westerland bis 31. Juli . . . . . . . . . . . Wirsbaden bis 19. August (einschl. der Durchreisenden) . WildUd bis 12.21uguft . . . . . . . . . . . Wykbis31.Juli . . . . . . .
Redacteur: F. Prebm. Verlag der Expedition (Kesici). Druck: W. Clsiier-
Vier Beilagen (einschließlich Börsen-Beilage).
Berlin:
„755.7 200.
Deutsches Neich. Maß: und (HewichtI-wesen.
Nachträge zur Eichordnung vom 16. Juli 1869. ' * m_mg vom 17.. August 1868 erläßt die „Kaiserlickye Normal- Eichungs:Komm1sfion folgende Nachtragsbeftimmungi'n zur Eich- Bundes-Geseßblattes.
Achter Nachtrag ziir Eichordming. Zulässigkeit gleicharmiger Baikenwaagen mii Jegabel- ten Valkenenden zur Eicbung und Stempelung be-
„Zur_Er1edi_giing d_e_r _in der eicbamtlichen Praxis bsworgeiretenen Zweiscl uber die Cichiabigkeii von qleicbarmigen Vaikenwaageu mit G1€1chÜ11Uig€“BuiksUWi'la-xiii mir gegäbcltsn Balkc-nenden find „zur Eichung und Sxempclimg, [?dock) nur mit zugebörigen Schalen _wenn fie die in §§. 31, _33 und 38 5111) 13. :::;er angegebenen aligemeinen Bsdiiigxingen dei: Siempeifäbigkeit dic gsga'belten Balkenenden hinreichende Wédsrftandsfäbigkeii gigeii Verbiegungén besißen; icitswird; „ die Lange der Mitisliebn-side nicbt weniger als 0,6 der Länge im der Aufbängimg der Schalen dichi unterbalb odsr iäncrbalb der Gabelung der Balksncr-deii sin Scbußbügcl oder ein Schuß- Gegcsnsiäch an den meiebaikxn unis: allén Umständen verhin- dert wird; S_télien der chgsscbalen eine verschiedene Lingxbe der Waage nicht erfolgt; Last auf den Waageixbaikii _iibcb eine inneibalb dcr rrrgeschris- deexn Waqgen ker iragiichen Konstrukiion .:uch den wciter- gkbenden m §. 38 5111) 2 der Eichordnung angegebenen Geiiauigkeits- Stsnibelung als Präcisisnswaagcn nicht versagt werden. 31 §§. 34 und 3.) und den N.icbtrngsbistimmungen zu dsn- (i. Cirkuiare 7, 17 und 23). _, Einrichtungen zum Wägsn mit Laufgewicht und Skala “* Iii ZZSireff der Eiiiricbtungxn zum Wägen mit Laufgewicbt und Skala (Schnellwaagen-Konstruktionen) wird hiermit in Erläutcrung vicxien und Fünften Nachtragszur Ciiboidnung, sowie in den zuge- bbxigen Crganzuygsn zur Jniiruktion enthaltenen Vorschriften Fol- “ 1) SYM Einricbiwggn ziim Wägen mii Laufacwichi und Skala (Sckyneilwxagen-Kbnitxuktibnen;, bei denen Wazgcbalkcix Einstellurig dex Laiifgewiciixsiinxiwiung nur auf feste Jntsrvaile der Skala, nicht eine gleicbiiiaizig sortiibreitende glxiiende BSWLJUUJ dcr
Auf Grund des Artikels 18 der Maß- und Gewichts-ord- ordnung vom 16. Juli 1869 (besondere Beilage zu Nr. 32 des Zu §. 33. treffend.
gegabeiten Balkknendén wird Hierdurch Folzsndcs bssiimmt: nnd Aufhängungen, zuxulassen, der Eichordnung erfüUsii, und wsnn insbesonderzt die Aufhängung der Schalen durch besondsre Gsbänge vermit- einer Endaxe beträgt; blech dsrait angebraibt ist, das; eine Anlcbnixng der zu wägenden iicß eincr Verschiébu1tg des Gswicbis rdkr der Last auf verschiedene bei de: Ungünstigsten ((TCSU1111ÉLU) Sicilnng von kaicbt und i'erxn Gienien lingnde Emy :ndiichkeit vorbanden ist. anfordsrungsn genügen, darf ihnen auf besonderis Verlangen die iciben vorn 6. Mai 1871, 25. Juni 1872 und 28. Jimi 1873 (Schnellwaagen-Kbnstruktioncn) betreffend. und Ergänzung (“St in Z 34 der Eicbbrdnung und im zweiten, gendés bestimmt: kia: Laufsibienen mit Kérbeinibniticn vecsébcn find. Welche eine Laufgezwickyiseiniich1ung und die Einsteilung derixiben auf jeden belie-
bigen Punkt der Skala gestatten, düifcn zur Eichung und *meps- *
iung nicbt zugelassen wérden.
„. 2) Wennglsich bei den gcwbbniicben Srbncliwaagen (§. 3413. der Cicbordugngö, bst welcbén ric vcranderiicbcn Siellungsn einer Lauf- €€1V1ch16L111rich1u38 an der Skala die Angaben der gesammten Be- iaiiung der andern Seite dsr Wxag: liefern, unbédingt und ans- iiibmslbs daraux gehalten werden muß, das; dem Laufsewicht ver- mixieiii eines beänges eine Tiebing nm cine Siiiblscbneidb crmög- Wi 121, vcxmög: deren der Schwerbunkr res Laufgéwicbts sist; vsr- i_ikai iintex einem Punkt der _.Oüiie lii'gi, wslcber eincn unveränder- 1icbkii Abitand von der Abloiungsmarks dsrieiben bai, wirdes iuläiiig 12111, „[*éi der Anwendung von LaufgsintSciiirichiungi-n mit Skala in L;iibi_ndung mtiD 31ma1= brchcnreiimalwaagcn mit unveränderlicbsm BUb-altniß derHébelarixis, dei" Lauigkwicbtséiiiricbtung, vcrmittciit derm i_iur21ruchtb.i16dch:las1ungd.erageabgileien werden, welcbe keines- iQUsubér_ei_113-:bntb€ildergrößtsnzuläsiisku Bsiastun; dcr Waage be- 1_ta.;sn durfen (J“. Nimm 53“), eine einfachere Anordnung zu g-xben in
iclcber Art, das; durcb ki: Jbrm des Laufge'wiibts _ etwa einer !
Kugei, eixies Cyiindcrs ode; dergleicbcn _, welches direkt obne Hülse YidOebange aui dir Laiii1chiene .iuisißi imd bci Möglichst gcringem Opieirgum sniwodcr init (ixcr P(eßfede: gcgen eine Seite derselben augcdxuckt w_i_rd, oder durch eine unveränxerlich niit dém Gewicht ver- bunden? Preßicbkaube .macdrücki werkcn Finn, der Swwcrpunkt Des Lauisewicbts nahezu in bis Mittellinié 'der Laufschiene fällt. .. 3) In „Betreff der im Cirkular 23 vom 28.Ju11i 1873 m 33- 34_und 35 der EiÖOkdUUUJ ciiafiencn Bestimmung, nacb ive'lch'ec Dir größte Gewichtswsxrb, weicber von einer als Hiilfxeinvcbtuns eiiier Waage disnendsn Laufgewicbisiiala angkgeben wird, den wan- zigitkn Tbxil dei“ Kiößten 511155115121 Belastung Dkk betreffeni-cn aage nicbt übéxftcixzen darf, ibixd hierdiircii Dkk Nachlaß gewährt, daß, wenn dieier _zwanzigsts Tbeii din Bci-ag von resp. 5 Fig., 50 Kg., 000 Kg. 11, 1. w. erriiibt Oder übersteigt, abcr kleiner ist als resp. 10 Kg., 100 Kg,. 1000 Kg. u. 1. w., eiue Ersireckung dsr Angaben der betrenendcn Laukgcwicbisikim bis zu resp. 10 KYD 100 Kg., 00 Kg.-u. s. w. im Zntcrefse der Exleicbtexung und Siebermig dcr ?liikiummirung dcr Angabsn der Wxag? ZULÜNJ 15111 7011.
Zu §. 71.
Abänderung der im Anschluß an §.71d€r Eichordnung Unter Nr. 6 Alinea1 des Cirkiilaxs 6 _vom 21. April 1871er1cii1'enen Bestimmung über die Prufung und Be“ Ilaubigung von Normalen des IlikoboiotUeter, Thermo- Ulkobolometer und Thermometer betreffend.
Die unter Nr. 6 Alieiea 1 des Ciikulars 6 vom 21. April1871 erlassene Bestimmung über die Prüfung und Beglaubigung von iormalxn des Alkoholomeier, Thermo-Alkobblbmeter_ uud Thermo- meter wird hierdurch dabiu abgeändert, dax; Tie Prufung U-nd'Bé- glaubigung dir bezeichneten Normalinstrumente, aucb dcrxemgen, lxélcbe für andere als Eichungsbebörden und für Private bestimmt 11111“, fsorian ausschließlich durch die Normal-(Fichungskcmmisfiou er- L 82: oll. Exlafz, betreffend die Zulassung von Neigungswaagen zur
lchung und Stempelung und 31517 Aiiwendbng beim * Wägen von Eisenbabn-Paiiagicrgepack.
Um demselben Bedürfniß dcs Eisenbahnverkcbrs, welches zum Erlaß der Vorschriften vom 25. Juni 1872, béireffcnd die Zulassung pon FederWaagen zur Eichung und Stempeluna AUlaß gegeben hatte, in erweitertem Umfange zu genügen, hat die Kommission auf Grund res Artikels 18 der Maß- und Giwichtsordmms vom 17. August
,_ *_ ErsteBeilage „_ zum Deutschen RkikhÖ-AUZCigLr und Königlich Prixiizisciien Staais-Yii
Berlin, Freitag. den 25. August
1868 Neigungswaagcn nacb Maßzabe der folgenden näheren Bestim- mungen zur Cichng und Siempelmg und zur Anwendung bei der Wäguuz von Eiienbawaaffagicrgepack zugelassen.
§, ].
Allgemeine Kbnstruktion der Neiguxigswaagen
für Ci]enbabu-Paisagtergepack.
Die Eigenibümlicbkcii der im Hinblick auf die besoudsren Um- siände, unter denen Wägungen von Eiienbabn-Pasiagiergeback stati- finden, zur Eichung und Stempelung zuiiilaffenden Neigungs- waagen besteht darin, daß die Bemessung der «(bwisxe dsr ?qit nicbt durcb Auflegxu 811162": Kleicb 1chweré_n OÖTV 111 beiiinimtéxn Maße verjüngten Gewichtes geschieht, iondern dadurch, dax; die durch verschiedene Beschweiiiiigen des Last-Hebsliysti'ms bewnktcu Vericbiedenbciten der Lage (Neigung) des mii einem konstanten Gegengewicht beschwerten Gswichtsarms dcs Özupi Winklbsbels gegen die Vertikale durcb gseianeie Führungen vermittelst Zabniiange, _ Ge- triebe und beweglichen Zeiger auf ein mit ibrilauiendeii Gewichts- angaben versehenes Zifferblatt derari überixa_aeu wirdeii, 1245 der Zeiger bei derjonigen Gewiibisaugabe des Zisxerbiaiis 11ch_ einitelii, Weiche dem jedxsmaligen Gewicbisweribe der Be1a11UUJ_entipiicht.
Die Vbrtbeiie dieser Art der Wäßung sind ganz dieielbcn, welche im §„ 1 des Erlasses vom 25. Juni 1872__zu Gunsten der Fader- waage für Cisenbabn-Paiiiigierßeväck aufgesubrt wvrden, iind. „ _
Die Nacbtbsilc des Kbiisiruktionsiystems, weiche diese Vortheile der Bequemlichkeit und Sckynkiligkeit bei Weiieu1_uberwiegeu, wo_§s sich um gleichmäßigere und genauere WägungSr-“iultaie, als sie sur den bier in dee stehenden chck erforderlich sind, bandeli, _besteben darin, das;, sobald die zur Erfüllung der G[Eichgéw11h16bedmgiiiigen bei jeder Belastung Erforderlich: Winkelbewegimg dis .Hsbelibitems auch in: Drebiing cines-Zeigerwerks benußi Wird, Widerstands gegen die reinen Wiiikeibewegungkn dcs Hebclsbftems eingefiihrt wirden, welcbe leicht bewirken können, daß daffélbe auch in Folgx bon klc'inenxernderiicbe'u Hemmungen an dsm Zeigeiwerk Oder von ionstigen kleiizen Otorurigen. in einer anderen Lage als der dem jedesmgligen Belayiuiigsvsxbalimffe , extibrscbcnden zur Ruhe kommt, upd dai; übcrbaupi dk? Mangei der mechauiicbcn Ausfübrima bon Drehungsbewegungen großeren Winkel- ' betrages, wie fis im Wiiemsiusn bxi Neigungswaaiea zugelaffsn erden müssen, iowobl die Empfindlichkxit iclchir Wßagen als die Zuverlässigkeit und Beständigkeit ihrer Leiitungeiz ib weit bcrab'eßxn, das; sie nur skbr geringen Anforderungen zu gsmigin verbiegen, wah- rend bsi denjenigen Waagen, bei welchen man das Gewicht dex Be- lastung aus Dkk SÉWers der zur Herstellung einer und dsriclben Gluicbgswickiislage erforderiicben Gegengewicbte ableitst, die unbei- weiblichen Störungen des freien Spiels bon Drehungen im AÜZLMU- nen innerbaib eines kleineren Winkeibctragss und deshalb in Viel ge- ringerim M-xßé auftreten.
§ 9,
, Besonder: Vorickdrifien über die Beschaff_enbeii der_zur Abwäguxg von Eiienbabn-Paiiagiergepack zuzulasien- den Neigungswaagen.
Die zur Eichung und Siembclung zuzulassendsn Neigungswaagen für Wägung von Eiienbabn-Pasiagiergxpäck müssen an erficbilichcr Steile etwa in der Nähe des Zifferblaties ein Schild tragen, ggf welchem in deutiicb-xr Schrift die Bezeichnung „IieigiiUJSWaage sur Eifenbabn-Paffagiergepäck“ enthalten in.
Die Zifferblätter der Neigungswaagen müssen nach Kilogramm eiugetbeilt “sein, und dasjcnige Intervall der Zifferblattcinibeilung, Wklches einem Unterschiede der Belastung von einem Kilogramm ent- spricht, dar“? nicbt kleine: sein als 5 Miilimeier.
Tic Hebelbeibindungcn der Waage müssen dsn ailgemeinen in der Cichordnunz und der Instruktion für die Beschaffenheit der , Trebungscinricbtungen an Waagkn aufgestcilten Yorichriiien bozüglick) der Anordnunß, Gestalt und ionitigen Beicbasisnbeit der einzelnsn .- Tbeilc eniivrecbcn; aucb muß die Waage kine_ Arretirung bc- iißen, durcb, Welche die Dr_ebungsz und Abléiungseinricbtungen vor der Wiikung der Stöße béim Ayfbringsn von Lasten tbunlicbit bewahrt werde:“. Die Waage mut; feriisr mit_eincr Vor- ricbiung versehen sein, durch welcbe die Wirkung des icgenannten icbädlicbcn Raumes zwiicben den Zähnen der Zahnstange und des Getriibcs am Zéigklkäké bcieitigt wird, z. B. gewiwt, mslcbes das Zeigerrab i_o z11 dreben sucht, daß dis Zäbna seines Gsttiebes fich stLts in derislben Weise an die der beustange anlegen.
Endlich muß eine anmeessene Regulirungxeiarichiung für die ficbere und bkqucme Ausiübrung dcr vsn Zsit zu Zeit mittslst gseicbter Gewichte zu bewirkenden Richiigiteilung der Angaben des Zifferblattcs dcr Waage, iswie ein Pepdelzeiger zur “Sicherung der- jenigen Stellung cer Waage gegen die Vertikale, in wclche: die Eichung derseibsn erfolgt ist, vorhanden sein.
§, 3.
Früfung dex Neigungswaagen.
Tie Pxüiung der NcigungSwaagen bai mittelst geeichter Gewichte in der Wsiis zu erfolgen, daß di? Waags „zunächst bei der größten son ibr-m Zifferblatt angegebenen Belastung vermittelst der Regu- liiungseiucicbtung auf der" dem Gewichtswertb der Last g-naii ent- ipcecbcnds: Stelle des Zifferblattes zum Einibielen gebracht wird. In dieser Siéllung muß der Zeiger der Waage eine Vsränderung der Angabe am Ziffexblatt deutlich erkennen lassen, scbald auf der Brücke eine Veränderung der Belaßung im Betrage von 100 Gramm ftatksmdet. _
Sodann wird bei der kleinsten Belastung, von welcher ab die genaue Cintbeiiung res Zifferblattes der Waa c beginnt, untersucht, ob die Waage an dsr betreffenden Steile dss Zfferblattes hinreichend richtige Angaben ixiacbt. Auch an dicker Stine muß der Zeiger der Waage eine Veranderung der Angabe am Zifferblatt deutlich er- kennen laffkn, sobald auf der Brücke eine Veränderung der Belastung im Betrage von 100 Gramm stattfindet. Der Fehler der Angabe des Ziffcxblattcs bei der geringfti'n von demselben angegebenen Be- lastung darf 100 Gramm nicbt übersteigsn.
Hieeauf erfolgt bis weitere Prüfung der zwischen obigen beiden
Stillen licSénden Angaben des Zifferblaiies _mit Anwendung gesichter Gewichtsstucke in dc_r Art, das; bis zur .Zrößten Belastung nach ein- ander etwa 5_ verichiedene Gewickytsbetrage, aufgeset werden, für Welche die entsprechexiden Ablesungcu tbunlichst glei mäßig zwischen der kleinsten und_größten Angabe desÄZifferblaites vettheilt sind. Bei alien diesen Prufungen muß die Waage; die Gewichtswertbe, mit denen fie belastet ist, auf dem Zifferblatte innerhalb einer Fehlergrenze von 100 Gramm angeben. §. 4.
Stempelung der Neigungswaagen.
Die Stempelung der Neigungswaageu geschieht an solchen Stellen, an welchen die Befestigung des mit der Waage fest zu ver- bindeydcn Schildes, das die besondere Bezeichnung „Neigungswaage“ fur _Eismbahn-Paffagiergepäck' trägt, erfolgt ist und zwar auf den zu diesem Zweck in geeigneten Dimensionen herzustellenden Köpfen voii kupferneu oder messmgenen Schrauben nacb Entfernungen des Emschniiies dersxlben.
Außerdem ist an einer passenden Steile des Schildes oder der Verbindung d-xs Schildes mit der Waage etwa auf einem Ziuntropfcn eine Steinbelung auszufubren, Welche neben dem Eichungsstembei die
Periodiscbe Eichung der Neigungswaagen.
Die Gültigkeit der Eichung einer Neigungswaage fiir Eiieiibabn- 5YLsisiagi?rgebiick wird hiermit déxartig eingeschränkt, dai; Line wlche
ange nur dann als gehörig geitswpeli zii betrxcbtxii ist, Wenn die nacb §. 4 aufgestempslte Jabrsszabi der ClÖUUZ- nichr um mebr als eine Einheit von der laufendeii Jahreszahl abwexcbt,“
Hieinacb ist bis bcribdiicbs Crnxuerurxg der_ Otémbeluxig der Neigungswaagé für Eisenbabn-Paffagiérgxback 61111“ Grund (mer er- neuerten jedesmaligen Wiederholung der eicbamilicben Prizxiingeii des ZUstandes der Waage die Bidinsuxg ibrer daizßrnden ZiiiaiiiZk-xii.
Bei den beriddiicb zii wicksibolmden Pruningen iiixd im Y_ÜZL" meinen dib in §. 3 gegsbenen Vbciibriitsn 311 bsibigsn; doch diirien alsdann solch Abweichungen dcrAngaben derWaagc bon derRicbiig- keit noch als Mläifiß angcisbcn werdcn, wslcbe durcb eme Zulagsvoxi böcbsteiis 200 Gramm ausgeglichen Werden können. Ebenio darf die Empfindlichkeit hierbei als genügend betrachtet wsrdeii, wenn eine Veränderung der Beiafiuug im W:Lrage von_200 Gramm noch eine eriich11ich€ Veränderunz der Angaben des ZiiJerÖ bkrbbrrufi. ,
Di: Aufsteliang dsr Noigungswaageii i_iir Eiskribabn-Paiiagier- gebäck darf nur in solchen Räumen oder in iblcbcn gsibnderién RUM)- abtbeilungxn LkiOiIek', in welcben keine cmisccn Abwagimgcn als die von Eiienbabn-Paffagisrgcpäck stattfinden.
§. 6. Eicbgebübren.
Für die Eichung und Siémbeiung einer Neigiinsswaage iin:
Eiicnbabn-Paiiagisrgebäck iind zu bérkcbnen: „ bis zur giöixien Tragiäbigkeit von 250 Kilogramm 1,00 .jé. bei einer gröiisrcn TragiäbiJk-xit . . . . . _. 1,50 _„
Eine Berichtigung ioicbsr Waagén diirch die Eichimgéöanxialt findet nicht statt. _
Für Die Prüfung obne Sienibeiimg iit zu becchchnenr bei Waagcn bis zur größten Tiagiäbigksit von 250 Kiivßr. 0,80 „xz bc-i Wxagsn von größerer Tragfähigkeit . , . 1,10 „
§. 7. Fix: den Eichscbein ist folgendes Formuixr Zu [“OUUHML Eicbickyein Zis. Nummer . . . . _
Fiir Niigungswaasen zii Eiiunbabn-Paffagiexgsbckck. find nacbidlgsnd anzegebene Neigungswaagsn, nacbdsm 112 iiiri-xrbaib der nacb ZZ. . . . des Erlasses vom „_ . . „_ . _. . . . 187. . zuläiiigen Libwkichngsn voricbrifisixiäxziz iicbtig befunden wbrdcn 'ind, geeicht und die beigsmcrkien taxiiiäizigen Gsbiibren bsreibnct wordsii.
Stückzahl __ . T_axiiiäßige dcr Tragiabigkeii, (Hebiibrsn. Neigungswaaßen. ck
Eichamt zk: ....... am ........ 18 . . (stmp21,) (Untkrichrift des Eicbmkistcrs.) Berlin, den 19. 211131111 1876. Kaiiérl. Norwai-Eicbungs-Kcmmiiübn. Foerster.
Königliche landwirjbicbaitlicbc Akadcmie Poppelsdorf in Verbindung mit dsr Rbainiichen Friodricb-Wilbslms-Uniberfität Bonn. Das Winiericmcstcr 1876 77 beginnt .im 16. Okwbsr d. J.
mit einem Gegen- ,
aleicbkleitiq mit dm _Vbrleiungén an Der iiniberfitiir Bonn. Der 1 ipeiie 8 chrplan umfaßt fbigsndc mi. Demonstraxibncn verbundcne wisiinicbaitiicbc Vorträge:
*Einleitung in die landwirtbiibaitlicbsn Siudisn: Direktor Prbi. 1)r, Dünkelberg, Allgemeine Viehzucht: Tcrielbs. *Encbklo- bädie dcr Kultiirtccbnik: Derselbe. *Kuitmrecbniiibes Konversa- tbriiim und Seminar: Direktor 0x. TÜLikk11*k1"g. Fiigcniebr 1)r. Giesclex imd Bauratb Or Sibubert. stziiiisr Pfliiizsnbaii: Prof. Dr. Werner. Rindviebzucht: Dkkiéibk. *WiribiÉaiis- Organisatibn und landwirtbicbafiiickx-J Bachfiibmng: Derselbe, Dcmonstraiionen am lebenden Rind: Dericibe. Lankivirtbickxaftlichks Seminar: Direktor Dr. Dünkelberg umd Prei. 01 Werner. *Llilgcmeincr Pflaniénbau: 1)r. Havenstein. Tewonstmtionsn im agrbndiniich-bbbstblbgiscben Laboratorium: Derislbe. *Fcrft- benußung, Forstichß und Taxation: Obsrférsicr Prof. Dr. Borggreve. Obstbaumzuckzt: Akadsmiicbcr Gärtner Linde- mutl). _“Uubrganiscbs Experimental-Cbemie: Prof. Dr. Frevtag. L=ndwirtbichaitiiche Technolrgie: D crsclb e. Chemisches Praktikum: Dsrielbe. *Piianzcn-Ernäbriix:ß und Düngung: Or, Kreuser, Pflanzkn-Llnatbmic und _Pbbsiolbgie: Prof. 1); Körnickc. Pbbxib- lbgiiibe Mid mikroixkoviicbe Uebungcn: Derislbe, Naturgkiibtxbte dcr Wirbelibie'rx: Geheimer ngierungs-Ratb Prof. 111". Trosckyel. Allgemeine Gsies? dss tbisrischen Sioffwcchsels: Prof. Dr. Zunß, Tbierpbyiiologischss Praktikum: Derselbe. *Mineraloxiie: Prof. 1)r. Andras. *Exberimenial-Pbyük: Ingenieur Or. Gieseler.
*kayiikaliicbcs Praktikum und kulturtcchnisches Zeickncn: Dericlbs. "Mirbanik der iandwirtb'cbxftlichen Gerätbe imd Maickyinkn: Der- selbe. *Tetrainlcbre: Derselbe. *Landwictbsckoaftlickze Baukunde: Bayrak!) Or. Schubert. _ *Wege- und Wasserbau: Derselbe. *Zeicbncn- Unterricht: Derielbe. *Volkswirtbicbaitslébre: Prof. Dr. Held. *Landwirtbichafisrccht: Geb. Bergrath Prof. Dr. Kloster- mann. Ayyatomie und Pbysiologie dsr Hausibierc: ToparteMiits- Thierarzt Schell. Pferdezucht, Geburtsbülfe und Hufbeiilag: Derselbe,
?_lußsr_den der Akademie eigeusn wissenskbaitlicben und praktiichka Lebrbuifsmuteln, welcbe durchdie fur chemische, pbyfikaliiche, Pflanzen- und tbikrbbyw'logiscbe Praktika'eingerichteten Institute, neben der laiidwirtbicha'tlicben Versuchsstation, welche durch den Neubau eincs tbierpbysiblsgisckpen,Labvraioriuzns erweitert wurde, eine wesentliche Vervoiiiiandigung in der NL113611 e_rfabren haben, steht derselben durch ihre Verbindung 11111 der Umvnsitat Bonn die Venußung der Samm- [urigen und Avpsrakx dsr lcßieren zu Gebote, Die Akademiker find bei dcr Univexsitai immatrikulirt und babxn deshalb das Recht. noch alle anderxn sur „ihre _ailgemeine wiffenschaftliche Bildung wichtigen V?xßes'ilitagen zu borm, uber welcbe der Univetfitätskatalbg das Räbere m1 81 .
„ Auf Anfragenßwygm Eintritts in die Akademie ist der Unter- zeichnetc gern bereit, ]edwide gewünschte nähere Auskunft zu Skihkilkm
Poppelsdorf bei Bonn, im August 1876.
Der Direktor der landwirtbschaftlichen Akademie: Prof. Dr. Dünkelberg.
Jahreszahl der C1chUUJ enthält.