1876 / 201 p. 4 (Deutscher Reichsanzeiger, Sat, 26 Aug 1876 18:00:01 GMT) scan diff

zum 1. Oktober er., kommandirf. Gresser, Pr. Lt. vom Jnf.Reg1. Nr. 70, von seinem Kommdo. als Jnsp. Offiz. und Lehrer qu der KriegSschule zu Meß, mit dem Schlusse des laufenden Kursus entbunden. v. Maxsow, Sec. Lt. vom_4. Garde-Gren. Rem., als Jusv. Ofßz. und Le rer znr KriegSschule m Meß zum 1. Oktbr. cr. kommandirt. v. Pelchrzim, Pr. 81- vom Drag. Regt. Nx. 4, von seinem Kommando als Insp. Offiz. und Lehrer an der Krtegsscbule zu Erfurt mit dem Schlusle des laufenden Kursus entbunden. Graf zu Solms-Sonnenwalde. Pr. Lt. vom Ulan. Regt. Nr. 1, als Jusp. Offiz. und Lehrer zur Kriegsschule in Erfurt zum 1. Oktbr. cr. kommandirt. Neumann, Pr. Lt, vom Gren. Regt. Nr. 5, Fri)". v. Wrangel, Sec. Lt. vom Hus. Regt. Nr. 14, von ihrem Kom- mando ais Jtüyektions Offiziere und Lehrer an der Kriegsschule zu Anclam mit dem Schlusse des laufenden Kursus entbunden. Frhr. v, Stiern, Seconde-Lieutenant vom Grenadier-Regimmt Nr 1, v. Koblinski, Pr. Lt. vom Ulan. Regt. Nr. 16, als Jnsv. Offiz. und Lehrer an der Kriegsschule zu Anciam zum 1. Oktbr. (. kom- mandirt. v. Roupcrr, S_ec. Lt. vom Kür. Regt. Rc._5, von sei- nem Kommdo. als Jnsp. Offiz. und Lehrer an der Kriegsschule zu Neiße mit dem Sclylusse des 1aufenden Kursußentbunden. v. Pritt- w itz und Gaffron, Sec. Lt. vom Drag. Regt, Nr. 15, als Insp. Offi5. und Lehrer zur Kriegsschule in Neiße zum 1, Oktbr, & korn- mandixt. v. Diest, Sec. Lt. vom Drag. Regt. Nr._1'2, von seinem Kommro. als Znip. Offiz. und Lehrer an der Kriegs1chule zu Cassel zum 1. Okbr. c. entbmxden. v. Berger, Sec_Lt. vvm Draa.Regt. Nr. 2, 118 Jnsp. Offix. und Lehrer zur Kriegs1chule in Cassel zum 1, Oktbr. (. kommandirt. v. Zerboni di Sposetti, Sec. Lt. vom Inf. Regt. Nr. 50, vom 1. Sept. c. ab als Erzieher bei dem Kaeetteuhause zu Wahlstatt kommandirt. -- B erlin, 18. August. Frhr. v. Tettau, Schde-Lieutenant vom Garde- Échüßen-Bataißon in das Jnfanterie-Regiment Nr. 41 verseßt. lemnr, Hamptm. und Corny. Chef, bisher in der See-Art.Abth., in der Land:.rmce, und zwar als Hauptmann mit seinem bisherigen Patent im Fuß-Art. Regt. Nr. 3 angestellt und gleichzeitig „zum Vor- stand des Art. Depots in Stade ernannt. » Züllichau, 19. Aug Frhr. v. Lee“: Gen. Mai. und Commdr. der 3. Gardc-Kav. Brig„ unter Belassung in diesem DieUstverbältniß, zum General k 111 811116 Sr. Mai. des Kaisexs und Königs ernannt. Graf v, Wedel, Hauptm. vom Großen Generalstabs, v. Fischer-Treucnfeld,

auptm. vom Generalstabs des 71. Armee-Corps, und v. Müller,

auptm, vom Generalstabs und kommdrt. zur Dienstleistung als Generalstabs-Offizier bei der 29. Division, zu Majors befördert. v. Blumenthal, Rittmeister und EScadrons- Chef vom Huiaren- Regiment Nr. 2, v. Groote, Rittnwistcr und Eandrons- Chef vom Kürasster- RCJZMORT Nr. 1, der Charakter als Major, Beliß, Ritim. und Ekcdr. Chef vom Draa, Regt. 911.8, und Kr_c_11_;mcr, Pr. Lt. vom Kür. Regt. Nr. 2, Patente ihrer Charge, ver lk en.

Zur Beurtheilung unseres Eisenbahntarifmesens. 111. (Vgl. Nr. 199 d. Bl,)

In ähnlicher Weise wurde auf anderen Bahnen verfahren, und als die Ausdehnung des Eisenbahnneßes und die stetig fortschreitende Entwickelung der Industrie die Eisen- bahnen immer mehr auf den Güterverkehr und besonders auf MaffeutransPorte hinwiesen, wurden an. die vorhan- denen Frachtklaffen, eine nach der andern, niedrigere d. h. mit geringeren Einheitssäßen angereiht und es wurden ihnen, Wesentlich nach dem augenblicklichen Bedürfnis; namentlich be- zeichnete Güter zugetheilt, Es entstand nach und nach eine bis ins Detail gehende Klasstfikation der Güter. Soweit man bei JeststeUung derselben beziehungSWeise bei Aenderungen in der Klasfifikation überhaupt Grundsäße befolgte, glaubte man beson- deres Gewicht darauf legen zu sollen, ob die betreffenden Güter in großen Massen zur Versendung kamen, ob fie in bedeckten oder offenen Wagen beziehungsweise mit oder ohne Haftpflicht für den Verderb durch WitterungSeinflüsse befördert werden sollten, ob sie einen höheren oder geringeren Handels- wertl) oder für diesen oder jenen Industriezweig eine besondere Bedeutung hatten. Da hierbei lediglich die subjektive Auffassung der Bahnverwaltungcn beziehungsweise der mit der Bearbeitung des Verkehrswesens betrauten Beamten bestimmend war, so konnte es nicht ausbleiben, daß in der Klasfifikation der Güter eine große Verschiedenheit eintrat, und da[; diese für den Verkehr, insbesondere wenn die TranSporte sich Über mehrere Bahnen bewegten, erhebliche Nachtheile mit fick) führte, die um so fi'thlbarer wurden, je mehr die Vervielfältigung der Bahnen und der große Aufschwung von Handel und Industrie dazu nöihigten, anßatt der Abfertigung von Bahn zu Bahn direkte Expeditionen herzusteüen, und für diese unter Verschmel- zung der sehr verschiedenartigen Lokaltarif-Klasstfikationen direkte Tarife einzurichten.

Anfänglick) beschränkten fich diese direkten Tarife auf den Vc1kel1r mit den unmittelbar angrenzenden Bahnen, später wur- den fie auf größere Entfernungen angewendet und erlangten bald eine sehr große Ausdehnung. Als der erste derartige Tarif 11 der im Jahre 1848 gebildete sogenannte norddemsthe Verbundtarif anzusehen, welcher die Bahnen zwischen Leipzig, Berlin und den Nordseehäfen Hamburg und Bremen einer- seits und die Rheinisch - Westfälischen Bahnen anderer- serts umfaßte und eine direkteAvfertigung zwischen den Stationen der _westlickgen und östlichen Bahnen ermöglichen sollte. Derselbe enthielt eine Klasse für Eilgut, eine Klasse für gewöhnliches Frgckytgut 11111) 9 Klassen mit ermäßigten Frackztsäsen für ver- sehudene speziell benannte Güter. Dieser Tarif, neben welchem die ver1_'_chtedenenTarife für den nachbarlichen Verkehr beziehungs- nzetse fur_ den Verkehr in engeren Grenzen beibehalten wurden, bildete spater den Stüßpunkt für das Tarifsthema der norddeutschen Bahnen und der verschiedenen direkten Tarife auf“ anderen Routen. Als die Herstellung direkter Tarife und direkter Expeditionen ein allgemeines Bedürfnis; wurdc, führte fie zu be- sqnderen Vereinigungen, Eisenbahnverbände genannt, und da die Verwaltimgen in Beziehung auf die TarifirungSgrundsäße 11_icht Hand m_Hand gingen, vielmehr jede an einer solchen Ver- einigung bethetligte Verwaltung eifrig bemüht war, aus ihrem Lokalvekkehr so viel als möglich in den Verbundtarif » über- tragen_resp. für denselben zu retten, auch bei Normirung der Frackztsaße oft von ganz verschiedenen Grundsäßen, und nicht

selten _ohne Rückfickztnahme auf die Höhe der Fracht- saHe _1m Lokalverkehc auSgegangen wurde , so kamen bmd mnerhalb emer jeden Verwaltung so viel Verband-

Klasfifikationen mit gxößeren oder geringeren Abweichungen zur Anwendung, als Verbande oeftanden. bei Wclchen die betreffende Verwaltung bethetltgt war. Da ferner die geographischen Ge- i_ne1e_dcr Verbande auf der nämlichen größeren Route vielfach uberemander greifen deran', daß eine beßimmte Sirecke oft zu mehreren Verbänden gehört, von denen jeder die betreffende Strecke _mn anderen zu der nämlichen größeren Route gehörigen Bahnstrecken m Verbindung bringt, so entstand bald auf dem Gebiete des Tarif- weserzs eine große Permorrenheit, die wiederum zahlreiche Unzu- xragltchketten, Mißsnmmung und Reklamationen von Seiten des

Publikums erTeugte und auf den exekutiven Dienft nicht nur lähmend einw rkte, sondern auch eine große ,Vergeudung an _!_1__r__beitskraft und eine Steigerung der Betriebskosten herbei- " rte.

Seitens der Regierungen wurden Maßnahmen, diese Ver- nwrrenheit und Unßcherheit zu beseitigen, nicht getroffen. Die Bahnverwaltungen, welche darunter nicht minder wie das Pu- blikum litten, versuchten es deshalb, ' fich selbst zu helfen. Im Jahre 1868 traten die Verwaltungen der Bahnen zwischen Cöln, Frankfurt a. M., Leipzig, Berlin und Hamburg, beziehungs- weise Bremen zu dem sogenannten Tarifverbunde in der Ab- ficht zusammen, um fich über die Hauptgrundlagen der Verbandkarife zu verständigen. Diese Vereinigung führte zur Aufstellung eines sogenannten Normaltarifs, der indessen selbst auf dem begrenzten Verkehrsgebiet eine günstige Wirkung schon um deStviÜen Nicht üben konnte, weil die einzelnen Ver- waltungen in Wahrung ihrer Selbständigkeit für ihre Lokaltarife sowie für einzelne Vcrdandtarife Abweichungen sowvhl bezüglich der Klaffeniheilung, als auch bezüglich der Eimeihung der TranSportartikel in die einzelnen Klasen fick) vor- behielten und fick) nur dazu verstanden, diese Ab- weichungen vor deren Einführung im Verbande einer gemeinsamen Besprechung zu unterwerfen, ohne die Verpflich- tng zu übernehmen, die bezüglichen Beschlüsse für fich anzu- ne men.

Die Erkenntniß, daß auf diesem Wege nicht zum Ziele zu gelangen sei, wurde Veranlaffung, die Tariffrage im Verein deutscher Eisenbahnverwaltungen, dem indessen nichi nur die deutschen, sondern auch die ößerreichisch-ungarischen, sowie belgischen, niederländijchen und polnischen Bahnen angehören, einer Erörterung zu unterziehen. Im Jahre 1871 stellie die Direktion der Altona-Kieler Eisenbahngejellschaft den Antrag,

daß von Seiten des Vereins die allgemeinen Grundsäße eines rationellen Tarifsyßems für den Personen- und Güterverkehr und zwar sowohl für den Lokal- wie für den Verband- Verkehr in Verathung genommen und zur Beschlußfassung in nächßer Generaloerfammlung vorbereitet werden möchten,

um in das Tarifwesen der deutschen Bahnen mehr Ueberein- ftimmung zu bringen und um den Regierungen Aufklä- rung über die allchcinen chndsäße zu verschaf- fen, welche nach der Ansicht und den Erfahrungen der Eisenbahn-Verwaltungen bei Berechnung der Tarife thun- lichft festzuhalten seien. Zur weiteren Begründung dieses Antrages wurde an- geführt: die Klagen des deutschen Handelfiandes über die Verworrenheit und Unficherheit des Tarifwesens der deutschen Bahnen, sowie über die unabsehbare Mannigfaltigkeit und Verschiedenheit der Güter-Klasftfikation seien so allgemein und _ wie ßch nicht verkennen lasse _- in mancher Hinficht so wohlbegründet, daß schon darin eine Veranlassung für die deutschen Eisenbahn- verwaltungen liegen sollte, eine Reform des Tarifwesens selbst in die Hand zu nehmen, bevor die Aufsichts- behörden oder die Geseßgebung solches tlsäten.

Auch liege es im eigenen Interesse der Eisenbahnen, die Tarife den Selbstkosten der Beförderung thunlichst anzupassen und jedenfalls zu vermeiden, daß nicht in einzelnen Fällen ohne jeden Gewinn oder gar mit Schaden tran4poriirt werde, während in anderen Fällen durch übermäßig hohe Tarife der Verkehr unnöthig beschränkt werde.

Der Antragstellerin komme es nicht darauf an, daß Be- schlüsse gefaßt würden, wonach sämmtliche deutsche Bahnen ihre Tarife zu ändern hätten, sondern zunächst darauf, daß einige allgemeine Grundsätze eines rationellen Tarifsystems

aufgestellt und zur allmählichen allgemeinen Dnrchfüh- rung empfohlen würden , damit sowohl die Bahnen, welche eine neue Regulit'ung ihrer Tarife vornehmen,

wie auch die Regierungöbeßördcn, welche dic ihnen vorgelegten Tarife zu prüfen und zu genehmigen hätten, eine bestimmte feste Grundlage zur Beurtheilung des Tarifweiens erhielten.

Von diesen GesichtsPunkten aus wurde von der Antrag-

ßellerin zur Erwägung empfohlen:

1) die AuffteUung einer möglichst einfachen Klasfifikation für den regelmäßigen Verkehr unter thunlicßster Beschränkung der Zahl der Klassen und mit der Maßgabe, daß in den Wagenladungsklaffen Güter verschiedener Art von einem Absender an einen Empfänger zusammen verladen werden dürften, vorbehaltlich der Anwendung von Auönahme- Tarifen für gewisse Artikel und gewisse Richtungen;

2) eine einfache und überstchtliche, den Selbstkosten möglichst angepaßte Konstruktion der Tarife in der Art, daß die d_urchschnittlichen Expeditionskosten per (Zentner und zwar fur Eilgut und Normalgut zu einem höheren Betrage, wie für Gut der ermäßigten Klassen und die durchschnitt- 1ichen TranSportkosten per Gentner für die verschiedenen Tarifklaffen festgestellt würden.

Bei der Vorberathung dieses Antrages in der Kommisfion

erhob fich gegen denselben in seiner Allgemeinheit Widerspruch, der fich_ vorzug9weise gegen eine Einschränkung bei Normirung und Bildung der Jrachtsäße richtete. _ Es wurde bestritten, daß die Herstellung einer Uniformität 111 der Konstruktion der Frachtsäße im Interesse des Verkehrs liege oder auch nur überhaupt durchführbar sei. Das Interesse des Verkehr:“- exheische die größtmögliche Freiheit der einzelnen Verwaltungen_m der Feßstellung der leackJtpreise und habe die Aufsteüung eines Normalsyßems weder eine theoretische Be- de11_tu1_1g_, yock) einen praktischen Ruhen. Sie könnten sogar schadlrck)_w1rken, wenn dadurch die einzelnen Bahnen oder die Auf- fichtsbehqrden zur Annahme resp. zur Vorschreibun des Normal- [yftems m_[olchen FäUen veranlaßt würden, Wo die ntcreffen des Verkehrs eme andere Tarifbildung nothwendig machten, oder wenn dadurch einzelne Versender oder einzelne HandlungSplähe bei Erhebung unbegründeter Ansprüche untecfiüßt würden.

In Vez_ug guf das Tarifsystem wurde da egen anerkannt, daß die T_artffretheit zu einer großen Verschie enartigkeit und K_omplikanon der bei den einzelnen Bahnen und einzelnen Ver- bunden zur Amyendung kommenden Klassifikation geführt habe, daß eme Yeschrankung in der Bildung oder Veränderung der Klassifikation zwa; die Wirkungen der freien Konkurrenz beein- tr_acht_1gen und _fur einzelne Artikel, sowie für einzelne Strecken vielleicht unxmrthschaftlickze Frachtpreije zur Folge haben konne, daß mdeffen die aus dem zeitigen Zustande fich er- gebenden Uebelstx'mde größer seien, als die Nachtheile, welche eme Selbsthesckzrankgng in der Freiheit, die Klasfifikation feß- zusehen, mtt sich fahre. Da nun im Wesentlichen die Tarif- frethext dqrch Annahme einer vertragSmäßig bindenden Klassi- fikation mcht alterirt werde, die Feßseßung der Frachtsäße inner-

halb der Klas s1fikation vielmehr die Hauptsache bilde, der Verein

1

auch durch eine ablehnende Haltung der vielfach verbreiteten Oln- sicht von der Nüßlichkeit eines direkten und pofttiven Eingreifens der Administrativbehörden oder gar, der Geseh- gebung in das Tgrifwesen Vorschub leisten Würde, so erscheine eine theilweise freiwillige Beschränkung der Freiheit zum Besten. Aller geboten.

Die Kommisfion vereinigte fich zu dem Besckzluffe, der-

Generalversammlung des Vereins zu empfehlen:

eine besondere Kommisfion zur Ausarbeitung einer überein» ßimmenden, für die VereinSmitgljeder vertragSmäßig verbind- lichen Güterklasfi kation zu ernennen, es mit als Aufgabe derselben zu bezeichnen, Vorschläge über die geschäftliche Be- handlung der auf Fortbildung resp. Abänderung der Klasfi-- fikation bezüglichen Fragen zu machen, ihr die Einrichtung. einer Wagenladungsklaffe für Güter aUer Art zur Erwägung zu geben, und die Vorschläge der Kommiffton demnächst einer

besonderen hierzu einzuberufenden Generalversammlung zur"

Berathung und Beschlußfassung zu unterßellen,

es (15er nicht für opportun zu erachten, Grundsäße für eine-

rationeUe Konßruktion der Tarifsäße, 111 8112619. über die Höhe der einzurechnenden ExpeditionSgebühren aufzuftellen oder Vor- schläge hierüber zu machen resp. eine Berathung hierüber der Generalversammlung zu empfehlen.

Die im Auguft 1871 abgehaltene Generalversammlung des Vereins acceptirte den Vorschlag der Kommission und [chte zur NuHarbeitung einer übereinstimmenden Güterklasstfikation eine be- sondere Kommission ein, welche im Dezember 1872 einen aus:- führlichen Bericht erstattete. In demselben empfahl fie der Generalversammlung:

eine detaillirt festgesteUte _ und unten näher zu erörternde -- Güterklassifikation mit der Maßgabe, daß dieselbe als ver- tragsmäßig verbindlich bei sämmtlickzen Verbandverkehren im Deutschen Reiche und bei den Verbandverkehren der deutschen Eisenbahnen mit den öfterreichisch-ungarischen und

den übrigen zum Verein deutscher Eisenbahnverwaltungen.

gehörenden Eisenbahnen zur Anwendung komme und daß angestrebt werden sollte, dieselbe succesfive auch in den Lokalverkehren zur Geltung zu bringen,

und als Organ für die Fortentwickelung des einheitlichen Tarifs- eine Kommisfion von 20 Mitgliedern aus den verschiedenen. Intereffengruppen der dem Verein angehörenden Verwaltungen mit der Befugnis; einzuseyen, die an ße gelangenden Anträge auf KlasfifikationSverjeßungen einzelner Artikel endgültig zu er- ledigen, beziehungsweise darüber mit einer Majorität von 2 der sämmtlichen Kommisftonémitglieder für alle Verwaltungen bin- dend zu beschließen.

In Bezug auf das Tarifsyßem ift zunächft daran zu er- innern, da[; bis gegen Ende der 1860er Jabxe auf den deut- schen Eisenbahnen überall das so enannte Werthklasfifikations- system in Anwendung ßand, da? in dieser Zeit aber ver- schiedentlich Beftrebungen nach einer Reform auftraten, welche darauf gerichtet waren, einerseiis die Tarife einfacher zu ge- stalten und ihnen eine gewisse Beständigkeit zu geben, anderer- seits die Tarife der mehr oder weniger wiUkürlichen Feftseßung durch die einzelnen Bahnverwaltungen zu entziehen, dieselben nach festen Grundsähen zu normiren und ihnen dadurch auf all_Fn deutschen Bahnen eine einheitliche gleiche Gestaltung zu ge en.

Insbewndere wurde die Inbetrachtnahme des Werths der (Hüter und die nach demselben bewirkte Zutheilung in die verschiedenen Klassen angegriffen und geltend gemacht, daß, wenn die volköwirthschaftlichen GeseY über den Werth der Güter im UUgemeinen, wie über den erth der Dienstleißungen im Be- sond_eren - wie solche im freien wirthsohaftlichen Leben natur- gemaß zur Geltung kommen - auf den Eisenbahntranöport in, _Llnwendung gebracht würden, bei der Feßseßung der Bahnfracht jedenfalls nicht der Verkaufswerth der zu ttanSportirenden Gü- ter oder eine sonstige innere Qualität derselben, sondern lediglich die von der Valmoertvaltung in dem TranSport gewährte Dienft- leistung und die dureh den TranSport bedingten Kosten den Ausschlag geben könnten. Die Eisenbahnen trügen nicht den Charakter gewerblicher Unternehmungen, hätten vielmehr im Laufe der Zeit einen so überwältigenden Einfluß auf den ge- sammien Verkehr, auf die privaten und allgemeinen Interessen gewonnen, daß es nicht zu rechtfertigen sei, leßtere von der WiUküc und den Privatintereffen einzelner Bahnverwaliungen oder von der zufälligen Lage und Ausdehnung einzelner Bahn- gebicte abhängig bestehen zu laffen, auch seien die Bahn- verwaltungen weder berechtigt noch berufen, VerkehrSpoli-

tik zu treiben und durch Begünstigung des einen oder anderen Arlikels resp. des einen oder anderen Industrie- zwetges auf Kosten anderer Verkehrszweige Schußzölle

herzustellen oder die Rolle von Protektoren zu spielen, ihre Auf- gabe bestehe vielmehr lediglich darin, den Verkehr zu bedienen. Da nun ferner auch bei der Tarifirung nach dem Werthe des Gutes eine einheitliche Klasfifikation weder berechtigt noch mög- lixh sei, schon Weil die Bedeutung der einzelnen Verkehrsgegen- stande für die verschiedenen Gegenden sehr verschieden sei, so empfehle es fick], lediglich auf die „natürlichen“ Tarifgrundlagen zurückzugehen und dem entsprechend keine andere Verschiedenheit der Jrachtsäße _- mit nur einer Uuönahme -- beftehen zu (affen, als die, welche fich . durch das Maß der Beförderungsbeschleunigung (Eilgu und gewöhnliches Frachtgut), durch die Menge des aufgegebenen Guts (Ermäßigungen bet Aufgabe von 100 Centnern und mehr resp. bei Aufgabe in Wagenladungen), durch die Verschiedenheit der Wagen (Packwagen und- Laftwagen resp. bedeckt gebaute und" offene Wagen)

von selbst ergebe, im Uebrigen aber die Frachtgeber selbst tari- firen zu lassen.

Die einzige Ausnahme von den ,natürlichen' Tarifgrund- la_gen_ könne und zwar ebenfalls als Ausfluß natürlicher Ver- haltmffe darin besjehen, gewisse, nur in großen Muffen zum Versandt kommende speziell bezeichnete BeförderungSgegenstände zit einem besonders niedrigen Frachtsaße zu fahren. Sei auch dre leweichung vom Natürlickzen und zugleich das Unwissen- schaftl1che, das in der AUSnahme liege, nicht zu leugnen, so m_erde doch dadurch die äußerfie Vereinfachung des Tarifwesens mcht aufgehoben, man :rage vielmehr nur den Verhältnißen resp. der tm Art. 45 der Reictherfaffung gegebenen Vorschrift Rechnung, _und ordne die Wisenschast der Thatsache unter, daß es Gegenßande ehe, die be niedrigstem Jrachtsaße in großen Muffen auf die ahn gebracht werden, deren niedrigße Tarifi- r_ung aber finanziel] nur möglich sei, wenn andere Güter mit emem höheren ßrachtsahe tarifirt würden. -

Als erße Frucht dieser UnschauungSweise erschien am 1. September 1867 für die Nassauische Staatßbahn ein Tarif,

in welchem im Wesentlickzen das war. Nach diesem -- noch jekt geltenden - Tarif Tarifirung

als Eilgut, als Stückgut, als sperriges Gut und als Gut in Wagenladungen. Für lcßteres beßehen 2 Klassen, von denen

speziell bezeichnete Güter in Mengen von 10,000 Kilogranzm, die andere für alle sonßigen Güter in Mengen yon 5000 Kilo- gramm und mehr beßimmt ift. Dieser Tarif blieb ohne_ Nail;- ahmung. Nachdem jedoch der Handelsftand, der durch die wall- resp. durch die damit_verbundene willkürliche Preisstellung fich vorzugsweise benachtheiltgt glaubte, für die Tarifirung nach den vorgenannten „natürltchen“ Grund- lagen fortgeseßt eingetreten war, wurde iu_1 Augyß _1871_auf den Reichseisenbahnen in Glsaß-Lothringen_ enz Tqrif emgefuhrt, nach welchem die Fracht verschieden normxrt ist, je nachdem die

kürliche Werthklasfifikation ,

Güter als Eilgut, als Stückgut, als Ladungen und zwar in bedeckt gebauten Wagen und in offenen Wagen zur Beförderung gelangen.

Nur einige beßimmte Güter und zwar vornehmlich Hie im Art. 45 dei Reichsverfassung bezeichneten werden zu ermaßigter

Fracht befördert.

Dies Tarifsystem wurde zunächft und zwar _im 213sz 1872 im 1 von denen des nord=wes1deutschen und gegen Ende des Jahres denen des mitteldeutschen Eisenbaßnverbandes

von den Verwaltungen des süd-weftdeuisckzen,

1872 von _ für den direkten Verkehr mlt Elsaß-Lothringen und war es bei der Ausdehnung und Anerkennun

ches hierdurch erlangt hat, nur zu natürlich, daß

Klasfifikationssyßem verlaffen

erfolgt die _ ' Ybiet des Vereins zu acceptiren.

Vermittelungsvorschlag, Stückgut, sowie die zwei

die eine für aus dem Elsaß-Lothringischen

die Anforderung des Versenders gelehnt.

insoweit s1e abweichend

1872 Die Kommisfion wählte

angenommen g, welche sol- auch in der

vorerwähnten Kommission des Vereins deuische_r Eisenbahnver- waltungen der Antrag geßellt wurde, dasselbe fur das Verkehrs-

der Kommisfion und ebenso ein von den preußisckzm Staats- und unter SiaatSverwaliung ßehenden Bahnen au6gegangen_er der die Klassen für Eilgut und fur generellen Wagenladungsklaffen

System übernehmen, dem aber eine Anzahl Artikel nur in bedeckt gebauteq Wagen beziehungsweise zu den dafür beftimmten Frachtsaßen, eme An- zahl anderer Artikel auch bei Verwendung bedeckter Wagen nur zu den Süßen der Klasse für offene Wagen befördern, Aus- nahmetarife [owolzl für gewiffe Artikel von höherem Werthe, als auch für weniger werthvoUe Artikel, für_ lehtere nur bei Be- zahlung der Frucht nach der Tragfähigkett der Wagen zulasten und endlich über Anwendung der Säße der einen oder anderen Wagenladungsklaffe nicht die wirkliche Wagenfteüung, sondern

Die Kommission entschloß fick; zur Annahme der detaillirien Güterklassifikaiion des mehrerwähnten Tarifverbanhes, hie]t_ es aber für ganz unthunlich, fie hinsichtlich aUer Artikel zu einer verbindlichen zu machen, weil schon der plößltche Uebergang vo:_1 völliger Freiheit zu vöUiger Gebundenheit an fich bedenkl1ch_set, ferner abe; “auch zu befürchten ftehe, daß die neue Klasfifikanon, von den Klajfifikationen sei, _ SteUe fie treien solle, viele Interessen der Eisenbahnep, wre i_es Publikums verleßen werde, so daß es nothwetzxzig [er, den e_m- zelnen Verwaltungen eie Befugniß zu geben, sur besonders mich- tige Artikel AUSUahmetarife herzusteüen. 29 Gruppen von _ _ aus und wollie jeder Verwaltung die Freiheit er_l3a11en 1ehen, fur jede derselben einen Spezial- oder Au9nahu1etartf_zu machen. _ Das von ihr empfshlene System enthn-li: eme_ Klajse kkw Eilgut, drei Klassen für Stückgut, véer Klaffen- fur Guter m

Dieker Antrag Wurde jedoch

außer-

entscheiden [affen wollte, ab- Sie wurde

an derm

Artikeln

beftehen.

“._-

Wagenladungm beziehungsweise in Mengen von 5000 Kilo- ramm und mehrere, dreiSpezial- und neunundzwanzig AuZnahme- crffen, sowie ferner eine besondere Frachtberechnung für sperrige

Güter, für außergewöhnliche Gegenstände, für Schußwagen und

für Beförderung von Gold- und Silberwaaren, Platina, Geld

und geldwerihen Papieren.

Die bezügliche Generalversammlung des Vereins deutscher Eisenbahnverwaltungen fand im . Januar 1873 zu Frankfurt statt. In derselben wurden die Anträge auf Annahme des elsaß-lothringischen Systems erneuert, jedoch mit 171 gegen 79 Stimmen abgelehnt. des Tarifverbundes durch Bildung einer allgemeinen Wagen- ladungsklaffe zu ergänzen, mit 174 gegen 72 Stimmen und wurden schließlich die Vorschläge der Kommission mit 176 gegen 76 Stimmen angenommen. war indessen, weil dazu nach der Verfassung des Vereins Ein- stimmigkeit nothwendig war, nickzt thunlick) Und die projektirte Tarifreform somit als gescheitert zu betrachten.

Ebenso fiel ein Antrag, die Klasfifikation

Eine Ausführung des Beschluffes

indeffen von einzelnen Verbänden und insbe-

sondere vom Tarifvervande wieder aufgenommen, indem die Ver- Waltungen des leßteren mit den östlich von Berlin belegenen preußischen Bahnen, sowie mit den österreichisch=ungarischen Bak)- nen die schon früher eingeleiteten Verhandlungen wegen Ver- schmelzung der beiderseijigen Klasfifikationen erneuerten. Die Großherzoglich badischen, sowie die pfälzischen Bahnen accepiirten das elsaß=lothringische System, während die bayerischen Staats- und Privatbahnen fick; einem gemischten System zumandten, wel- che6 mit dem elsaß-lothringischen System die Klasse für Eilgnt und für Stückgut sowie die aUgemeine Wagenladungsklaffe für den TransPort in bedeckten Wagen gemein hat, 11:1) von demselben aber dadurch unterscheidet, daß ihm die allgemeine Wagciiladungs- klaffe fiir den TranSport in offenen Wagen ganz fehlt, und statt des einen Spezialtarifs deren 3 fiir beßimmt bezeichnete Güter

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Jus erate für den Deujscben Reichs- u. Kgl. Preuß. StaaW-Anzeiget, das Central-Handelöregister und da] poftblatt nimmt an: die Königliche Expedition dk! keutstheu Miths-Quzeigers nud Kdniglith preußisthen StaatJ-queigetj: Berlin, 1. !. Wilhelm-Straße Nr. 02.

Oeffentlicher Anzeiger.

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AunoncemVureaus.

9. kmüion-Rubriobnv. Zu dem auf Mittwoch, den 11. Oktober d.I„

Das 11on den Truppen der ko :.binirten 1,G1rde-

Qubvaftanvnen, Aufgeben, Vor- laduugen u. dergl.

Suhhastatious - Patent.

Das dem Restaurateur August Rockel zu Friedenau gehörige, in Friedenau belegene, im Grmzdbucb vvu Wilmersdorf Band 7111, V1. Nr. 276 verzeichnete Grundstück nebst Zubehör soll den 27. September 1876, Bormitta : 10_Uhr, au Gerichtsstelle, Zimmustraße Nr. 5, anzier Nr. 12, im Wege der nothwendigen Sybhastanon öffentlich an den Meistbieienden ver_fte1gert, und demnächst das Urtheü über die Ertbeilung des Zu- schlags ebenda den 29. September 1876, Vormittags 10 Uhr, verkündet werden. _

Das zu versteigernde Grunhstnck, 31 Ax 96 On- Mc'er groß, ist zur Gebändeiteuer rnit einem 1äl)r-

lichen Nußungöwertk) 110117500514 veranlagt. AuSzua _

aus der Steuerrolle und Ayicbriit des Grundbuch- blatts ingleichen etwaige Abicbzäßungen, andere das Grundstück betrcffende Nachweiyungen und besondere Kaufbedingungen sind in unserem Bureau 7. em- *useben. 6 Alle Diejenigen, Welche Eigenthums- od_er ander- weite, zur Wirksamkeit gegen Dritte der Eintragung in das Grundbuch bedürfende, aber n1cht einge- kragene Realrechte geltend zu machen haben, .we_rden aufge_fordert, dieselben zu_r Verme1du1zg der Praklu- sion pätestens im Versteigerungstermm anzumelden. Berlin, den 30. Juni 1876. _ Königliches Kreißger1cht. Der Subhaftations-Richter.

Sublxastations - Patent.

Das dem Schmiedemeifter_Carl August Moderow zu Friedrichiberg gehörige, m Friedrichsberg be- legeue, im Grundbuch von Lichtenberg Band 24 Bl, Nr. 785 verzeichnete Grundstück nebst Zubehor

oll

7ben 10. Oktober 1876, _Vormittags 111 _Uhr, an hiesiger GerichtssteUe, Ztmmerktr. Nr. 25, Zrm11_1er Nr. 23, im Wege der nothwendigen _Subbastatton ö entlich an den Meistbietenxen versteigert und dem- nachst das Urtheil Über die Erthetlung des Zu- s lags

ck den 14. Oktober 1876, Mittags 12 Uhr, ebendaielbst verkündet werden. _ _

Das zu versteigernde Grundstuck lst zur Grund- steuer, bei einem derselben unterliegenden Gesauzmt- Yächenmaf; von 9 Ar 76 Qu.-Meter 11111 emem

einertrag von 6 „16 87 „3 und zur Gebaudesteuer mit einem jährlichen NußungSWertl) von 7000 „FQ

veranlagt.

[6437]

Inhaber, wird aufgeforderf, sich bei uns und zwar spätestens in dem am 14. Oktober 1876, Vormittags 1111 Uhr, vor dem Herrn Kreiörichter Hückstaedx an Gerichts- stel1e im Terminözimmcr Nr. 3 ansteheniZen Ter- mine zu melden, widrigenfalls er damit fur immer auögefchloffen und der a_urgebotene Pfandscbem h_e- hufs nener Ausfertigung für den Kaufmann Sundm als ungültig erklärt werden Wird. Stextlu, den 13. Juni 1876. _ Königlicßes KreiSaemcHt. Abtheilung fur Cwil-Prozeßsacben.

[5490] Aufgebot. _ _ _

Dem Tischlermeister C. Laß m Sicttm ist an-

geblich der von der hiefigen National-Hypotlxeken-

Creditgesellsädaft aussesteUte Pfandbrief Nr.

2219, Serie 1). Emission 1873 über 100 Thlr.

nebst Talon verloren gegangen. _ Wer an diesen Pfandbrief irgend welche Anspruckye

zu haben vermeint, insbesondere dessen jeßiger Ju- haber, wird aufgefordert, sich bei uns, und zwar spätestens in dem

am 14. Oktober 1876. Vormittags 1_1 Uhr. vor dem Herrn KreiSrichter Hückstaedt an Gerichtssteüe im Terminäzimmer Nr. 3 anstehenden Termtne_zu mel- den, widrigenfalls er damit füiZ immer ausge1chloffm Und der aufgebotcne Pfandbrief behufs neuer AJS- fertigung für den Tijchlermeister C. Laß als ungul- tig erklart werden wird._

Stettin, den 14. Jun! 1876.

Königliches Kreisgericht; Abtheilung fiir Civil-ProzewaMn.

[1758] 110131811111.

Der Apotheker Johann Christian Schlemnx, welcher früher hier gew0_'y11t, im Jahre 1853 1312 Preußischen Lande vertonen und [:ck nach Amerika begeben hat, ist 1611 dem Jahre 1862 VerjcboÜen.

Der Wiirmer Christian Vouchex, geboren 1825 La Beck'nsiedt bat fiel) 11.111) Amerika begeben und ist srit 1änger als zehn Jahren dort vcrscboüen.

Carl Friedrich Ferdinand Berg, genannt Öaase, aus Hasserode, ist 1849 _im Alter von :Lalyren auf die Reise nach Amerika gegangen und 111 ieitdem verschoÜen.

Der Masckxiuenarbeiter Julius Ludwig Gusigv Schmidt hat Ilsenburg, Wo er am 8. Fehruar 1834 geboren ist, verlassen, um sich nach Amerxka zu be- geben, und ist seit 1855 verscboÜen. _

Diese vier genannten Personen, forme deren ' unbekannte Erben und Crlmeknner werden aufgefor- dert, sich in dem auf den 18. Dezember 1876, Vormixtags 11 Uhr, an hiesiger GerichtssteUe vor dem Kreiögericyts-Rath

Außzug aus der Steuerrolle_und_ beglaubigte Ab- schrift des GrundbuchvlaUes, leetcben etwaige Ab- schätzungen, andere das Grundstuck _betxeffende Nach- weisungen und besondere Kaufbedmgungen sind 111 unserm Bureau 7. einzusehen;

Alle DYeni en, welche Et enibums- oder ander- weite, zur » irk?amkeit gezeu ritte der Einkragung in das Grundbuch bedurfende, aber nicht ein- getragene Realrechte geltend zu machen haben, wex- den aufgefordert, dieselben zur_Verme1dung der Pra- kluslou spätestens im Versteigerungs-Termme an- zumelden. _ _

Berlin, den 6. Juli 1876. [6440]

Königliche§_Kr_engeri§bt. Der Subhastatwns-Rtchter.

[5489] Aufzehot. _ _

Dem Kaufmann O. Sundm m Gretfenthen1st angeblich der ihm von dem ehemaligen ömgl. Bankcomptoir zu Stettin unter dem 8. August 1873 auögeftelltc Pfandsthein Nr. 4949 gültig 1111er 3400 Thlr. gleich 10,200 „76 Berlzn-Stettmer Eisen- babn-Stammaktien vexpfändet fur 1 Darlehn von ursprünylich 500 Thlr. jest 5400 “M verloren ge- gangen. _

Wer an diesen Pfandscbein 1rgend welche ?in- sprüche zu haben vermemt, insbesondeie dessen 1eßtger

Vorberg anberaumten Termine oder vor dem Ter- ' mine schriftlich oder persönlich zu melden, d_a andern- é'faÜs nach Maßgabe des Gescßes auf die Todes- erklärung der Verichollenen erkannt_ und 1171: etwa bier vorhandener Nachlaß den_ nachsten bekannten Erben herausgegeben werden wrrd.

Werui erove, den 22. Februar 1876. _

Königli eund Gräfl. Kreißgerichts-Deputatwn.

Verkäufe, Vérpachtungen, Submisfionen :e.

D Bekanntmaäxuug. as Domäncn-Vorwcrk Gncwkow

im Kreise Demmin, 11; Meilen von Treptow a./Toll., 21- Meilen von Demmin und 41- Meilen von An- klam entfernt, mit einem Flächeninhalt von 391,569 ektaren, worunter 343.281 Hektar Acker, 1,710 Hektar ärten. 33,345 Hektar Wiesen, 4,744 Hektar Werde, soll auf die 18 Jahre von Johannis 1877 bis Jo- hannis 1895 meirtbieteoy vetpqckotet werden.

Das Pachtgclder-Mimmum ist auf = 12,600 „FH und die Pacht-Kaution auf 4200 «M festgesetzt. _Zur ] Uebernahme der Pachtung iii der Nachwets m_tes

diSponiblen Vermögens won 80,000 .“ erforderlich.

Vormittags 10 Uhr, in unserem SißungSzimmer anberaumten Bietungstermin laden wir Pacbtbewn- 11er mit dem Bemerken ein, dax; der Entwurf zum “Pachtveitrage nnd die Lizitationsregcln i_n unserer Domäncn-chistratuc und auf dem Domanen-Vor- Werk Gnewkow eingesehen werden können, , Stettin, den 4. NUZUÜ 18763. 1 Königliche Regierung. __ ;

Abtheilung für direkte Steuern, Domaneu _ und Forsten. ;

v. Jeeße. [6744] z

., ';

Die Lieferuxjg von * 1 93,000 Stiick eichencu Mittelsäxmellen ; _ _ ibedingnngen bcigefsmt sein 111113, 11111 der Ueber-

sol] im Wege der Submijsion vergeben werden. Termin hierzu ist auf Sonnabend, den 9. September 11. I., Vormittags 11 Uhr,

in unserm Geschäftslokale, Koppensttaße Nr. 88/89 hier- .

selbst anberaumt, bis zu wc1chem die Offerten fran- _; _ ; an “die unterzeichnete Materialxcn-Verwaltung vvrto-

; frei einzusenden._ Später c'ngehcnde Offertcn blei- Z bea u:xberacks1chttgt. _ _ ' miue ei11_acgar.genen ?lncrbxctungen werden in Gegen-

kirt und versiegelt mit der Aufschrift: „Submission auf Lieferung von eicheneu Mlttelschmcllen“ eingereicbf sein müffen. _ _ _ Dic Submissions - Bedingungen hegen m den Wochentagen, Vormittags. im yocbezetchnsteq Lykale zur Cinficht aus und können dajelbfi auck) 21b1chr1ften

der Bedingungen gegen Erstattung der Kosten in_ [7036] *

Empfang genommen 1vc1yen. Berlin, den 22. Auauu "1876. Köui liche Direktion der Niederschle sch-Märkisaxen Eisenbahn.

Bekanntmachgng. _ _ Zum Veikauf des beim biengen A1*1111e11e_-De_pot vorhandenen alten Guß- und Scbnnedeeqens namlich:

circa 34,800 Kg Gußeisen in Geschützröhren und _] 818818 - [1186111181111 - 6888118011811.

Hoblgeschoff-*n 2c.. _ 46.900 Kg.Schmiedeeifen in großen und kleinen Beschlägen, Waffen- theilen und Kgrtätfcbkugeln ist ein Sukmiifionswcmin auf Dienstag, den 5. Sep- tember (r., Vormiiiags 1011br, im Bmeag des unterzeichneten Artinerie-Depots anberaumt, _bts__zu welchem versiegelte Offerten mit der Auficlmjt: „Submission auf den Anfans von Guß-_ m_id Schmiedeeisen“ bei dem unterzeichneten ArtiÜerte- Devoi einzureichen find. _ _ _ Die Verkaufsbedingunaen liegen 61er z1_1r _Emficht aus und wird Fav_on Abschrift gegen Koptalien und ostvorschu' Ü e: andi. PPosen, Yen 16. August 1876. [6912] Artillerie-Depot.

Die auf “den verschiedenen Bahnhöfen lagernden Quantitäten ausrangirter Schienen, Laschen, Stox- winkel, Unterlaggviatten, alle_g Schrot- und (_Hu

. eiscns sollen im Weae der i_Znentltchen Submisfiqn * verkauft Werden. Die Verkaufsvedmgungen liegen m '. unserm Centralbureau Hier und auch auf den_Sta- ; tionen Emden, Leer, Papeuburo, Lingen, Munster, 1 Hamm, Paderborn, Warburg und Höxter zur _Em- sieht aus, werden auch auffrankirte an dre Betriebs- Kalkulatur unseres Centralbureaus bier zu_r1ch_tende Schreiben gegen Einsendung von 1_ „je uberiaydr. Die Offerten find verschlossen und mitder Aufschr1ftx „Submission auf Ankauf von alten eisernen Oberbau Materialien“ bis zu dem am 28. Sep- tember er., Vormittags 101 Uljr,_ in unserem_ Centralbüreau hier anstehenden Termme portofrei an uns einzusenden. Münster, den 23.August1876.

Königliche Direktion der Westfälischen FBF] _

bahn.

*

Division in den Nächten vom 2, 311111 3. reip. 4. zum 5. Sevxember er. in den Bivounks, Umgegend von Teltow, benutzte Lagerstrol) [oll jedesmal nach aufgehobenem Bivouak und zwar am 3. Septem- ber er., Morgens 9 Uhr resp. 12 Uhr, und am 5. September er., Morgens 9 Uhr. an Ort und Steüe meistbietend gcgen gleich baarc Bezzhlung durch einen diesfeitiqea Beamten verkauft werden, wvzu Kauflustiqe einaeladen werden. Köni liche Iutendantur der Garde-ZKadaUerke-Div fiou.

Nassauische Eisenbahn.

, - Die Lieferung des Bedarfs W„ _„"..*1Conpee-Oekzkohlen mo 1876/77 sol] im Submisfionsivege ver,:cben werden und sind .--nerbietungen hierauf, denen ein unter- schriftlich anerkanntes Excrnvlar dcr Lieferimgs-

schrift: [6866] „Offerte auf Conpee-Heizkolxlen“ gckörig vcrfiegelt bis Mittwoch, den 6. Sevtember er.. Vormittags 10 Uhr,

Die an dem bezeichneten Ter-

wart der etwa Persönli-Fx cricbeirxendcn Lieferungs- Jntercffenien cröffn-t. Die Lieferungsbedingnngen können auf dem dtesfeitigen B' 76cm eumeielxn und von da bezosen werdcn. (iz. 010, 131/8.) Limbur , den 13 August 1876. T e Materkalien Verwaltung. [Zumal].

Verloosung, Amortisation,

': Zinszahlung u. s. w. von öffentliche»

Papieren.

088191181011180116

1ch. [(. [)1'117.

11'11' 51116 7011 (101 Wrgeäncbten (1688115611811; beaufixaxxf. 1118 11111 1, 8691011110.- .1_ „7, fÜUlZSU

SGUYGUZ 111r6r 31) 010111145011 Sb1igatjonen, 80-

1716 (118 701008180 Obljguijwnen 101111 Pekka"-

luxe a!» eln-uiösku. [7005] [118 0011110115 811111 in 11811 UOTW1T1JLZ§1UVÜS11 7011

9-12 11111“, 113611 (181 181110116611 RUMOR" g€011111st,

81112111'61011611. ("233/8.) ]!orllu. 1111 31131151 1876.

1181111818801111 & 1)0., Jägerstrasse Fr. 52.

[3510] Köln - Mindener " . Eiscnbahngescllsckxast.

;.)-1473721 „1 * " ' '-'

»ÜMNY 73774-1“ . _ _ E Die 4 „/9 ' rior.-le sxat on [][-_ m. 141". !!.ck unserYr Gesellschaft Nr. 27811 8 100 Thlr. ist dem Eigenihi'xtner angekl1ch abhaudep gekommen. Auf den Antrag desjelbeq und mit Bezug auf §.- 9 des Allerl). Pewilegiums vom 12. Aprii 1858, findern wir den []?JDUWUTMTU J_n- haber der genannten Ovltaatan hierdurch auf, Re- selbe an uns einzuliefern oder 121112 etwaigen _Rechxe daran geltend zu machen, widrigenfalls _wir d1e Mortifiziruna derselben ber dcm btestg_en Koniglichen Landgerichc beantragen und, sobald Dtcie erfolgt fem wird, dem Eigentbümcr -ine neuc Obligatjrn unter der obigen Nummer ausfcrtigcn wexden. Cölu, dm 22. “vril 1876 Die Direktion.