1876 / 205 p. 3 (Deutscher Reichsanzeiger, Thu, 31 Aug 1876 18:00:01 GMT) scan diff

ibren Studiengang, ihre Werke, §Ilus eickmungen 11.1". w.bebufs der Heraus- Zabe einer im Laufe des i.:äcbsien Zahrkß erscheinenden, Zweiten, ve:-

esserien und vermrb:ten Auflage des in den Jahren 1857-1864 herausgekommenen und 1870 bereits einmal durch eim-u Nachtrag er- weiterten, von Fr. Müaer, Klunzinger und Seubkrt bearbeiteten Künstler-Lexikons freundlichst zu untexsiüßen. Indem wir der Auf- forderung der genarnieu Verlagsbandlung im Interesse ihres dankens- werthen Uniernrbmens hiermit weitere Verbreitung geben, weisen wir darauf bin, daß das von ihr herausgegebene Werk", das namentlich auch auf eine möglichst getxaue und vollständige Berücksichtiguug der modernen Kunst nbzielt,fich1choui.»ßt als ein bequemes und bandiicbes Nachicblagebucb in aÜgemc-inem Gebrauch befindet. Deu zeitgenössi- scbkn Künstlern selber, von denen Virle bereits die erste Auflage durch trieb!“ Ok'cr minder ringcbrnde autobiographisch: Mitibsilungen 1151er- siüßien, wird dcsbxib um so mehr darin: grlcgen ikin, daß den wciierrn Krcisxn bon Kunsxfreundrn durchw-xg korrekt? Ansabrn Über ihre Werke und ibrsn Entwickelungögang dargeboten werden, wie sie ohne eigene Mitwirkung der Beibeiiigteu aus der vorhandenen Lite- raiur, aus Zeitschriften, Tageblättern u. s. w. nicbt immer in wün- schsnkrvertbkr eririä-[iakeit zu gewirnen sind. Auch crgänrende und bkricbiigc-ndr' Ndiizen über die in dcr ersten Auftagr enthaltenen Biographien wird die Redakiian dcs Wkikes mit Dank entgegen- nehmen.

Nacb den vom „Daily Telsgrubb“ veröffentlichten Briefen dds Afrika-Reiienden Stauber) kann man fich eine Meinung über die von ibm während seiner ipäieren Reisen errc*chten C':f01-.zc bilden. Die Erforschung des Vicioria-Niyanza-Sees ist vol1 endet WNDM, urid obwobl Stanlrv's Karte in x:,ewisser Beziebnng mangeibafi sein mag, so kann doch kein Zweifel an ihrer aÜgkmeincn Kor cktbeii sein. Die Reiie übir die _HOÖiUUdZ, Weiche den Victoria- vom Aibert-Nibaizu-See trennen, führt 11115 311 einem andsm jiner riefigsn erloschenen Vuikane,_ an d:“n-sn Ostafrika Ucbriftuß 11 haben irbeint. Der Albeit-Niyanm niert firbtbaiiiicblicb riier den cauator ki aus aukzudebneu, [o wie von Spekcund Grant vermuthctward, und wenn Star-iiy Iiiccbt bar mit ieiner Behauptung: da[; alle die Berg- ketten in jcnem Tb-ii Afrikas in einrr iiidweitlicben Riwiung iaufen, so wéibindei w.1b:sch-.-.inlich ein Lärgeribal dM Albert-Niyanza mii dnn Tangwyika, obwohl die L_iiisickNu, daß diese zwci Seen 11:11“ Einen biidcn, [SLT aussegebcn Werden müsicn, „Das Hinaufsieiaen am Kagrra, bis zu einem Punkkc, welchec 80 cngl. Msiien oberhalb Sbrkés Windcrmere lirgi, War eine andere That Siawiev's. Er beiwreibt diesen Fluß ais dsn wichtigsten unirr den Gewässern dcs Victoria-Niyanza. Nach ibm ist es ein [Licbier See oder eine Lagune, 4 bis 14 engl. Miilen weit; aber man darf nicbt vergessen, das: sein Brsuck) während der RSZkUFLiT staiifand und daß auf prke's Karte obendrkiu beide Seiten des Fiusses als bon Sümpfen eingenommen bcz-ickynet sind.

In der Cassiadt werden, wie dem „Reuterichn Bureau“ in London unterm 4 d. M. bc'ricbiet wird, großartige Vorkebrungen für die daselbst im Februar zu eröffnende internationale Ausstcilung getroffen. Diesrr Virisiicüui ;] wird in drrtigrn oifizielien und kommerzielirn Kriisen mii virlim Intrrrffe enigrgengcssben. Da Süd-Afrika keine eiginen Fabrikin beiisi, ist 23 gänzlich von Eurkpa und Amerika für Ziisubrrn abhängig und man certet, die Aussteliimg werde durch den Jmprri eiiirr Mengc bésber dort unbskannter Fabrikate eine neue Aera eröffnet:. Der Gencral-Direktor dcr Aussikilung, Signor _21. (__Za li, hat [1513 in Yaseiegenbeirrn der Ausstellung nach Europa ("ge en.

Aus Bayreutb wird der „Allg. Zig.“ gemeldet:

Bayreuth, 29. August. Bei der Abreise des Königs von Bayxrn, MitMochacbts, wird die Bürgerscbaft demselben eine groß- artig? Ovation brin en; der Weg von der Eremitage bis zur Ein- steigsere wird mit ackeln und Lampions beleuchtet werden. - Gleich bei Beginn der eutigeu Vorstellung des „Siegfried', als Se. Mairstät der König, begleitet von seinxm Flüqel-Adjutanteu Frbrn. v. SiauffkUbkrg und Richard Waxner in seine Loge trat, erbob sicb Bankirr Frustel und sprach folgende Worte: „Sr. Ma xfiät dem König, dcm erhabenen Förderer der Kunst, aus tiefstem erzen ein donrerndes Lebebochi“ .Das ganze Publikum, welches sicb sofort von seinen Sißen erhoben batte, brach mit größtem Enthusiasmus in von einem Tusw des Oichefters begleitete, nicbt enden wviiende Hocbrufe aus, di.- erst bsi Wiedxrbrgiiw der Musik dis Dramas aufhörten. Sr. Majxsiät dankte nacb alien Seitrn bin buldboii grüßend. Die Auriiibrung dcs ,Sit'ßfkiéd“ war eine außerordiniiich gelunßene, von dem glänzendften Erfolge begleitete.

-- Ueber die Vorstellung des „Rbeingold“ am 27. wird der ,AÜg. Ztg.“ nachträglich berichtet: Der so ungemein komplizirte technische Apparat vrriagte kein einzigesmal seine Dienste, und kein 1eidigec Zufall störte den Eindruck der oft zu künstlerischer Bedeutung erhobenen iceniicbeu Bilder. Das boilstäudig bese te Haus folgte der_ ganzen AufführUng mit der geipanntesten Au merksamkeit uud äußerte seine Ergriffenheit am Schluß in lang anhaltendem Beifaa. Der Zuschauerraum war dieSmal [OI bell beleuchtet. das; die Mbglicbkeit aegebkn war, dies Textbücher nachzulesen, Se. Maissiäf der König Ludwig 11. Wobiite mit [einem Flügel-Adja- tamsu errn. v. Stauffmberg und Richard Wagner in der Hofloge ker 'Wo-“stellung bsi, und Se Majestät wurde bei der Rückiahri von der bartender: Menge mit jubelnden Horbruien begrüßt. Bon Fürst- licbcn Periöniichkcitcn war auch So. Köaislicbe Hoheit drr Prinz GTOTÜ von Preußen niiwricnd. Auf der Errmitage brakbte das Hmn-Q-xiirirtt der Berliner Hbi-Oper Sr. Maiksiät nach der Auf- iübrrxpg (“in Ständchen.

Theater.

Das Waliucr-Tbkatrr war am Mittwoch fast ausverkauii. Das alxe L=bcnsbi d VM Kaiiscb, das nun wobl zwanzig Jabre ge- iiibi, „B t'1'1111, wie es weint und lacbt,“ batie von Ncuwn ieire szichirngskrait b-éwicix-n. Spiel und Geiängniß, falscbe De- nur-FiaiiM, vrrincbtcr lebstmord, bitterer Ernst und heiterer Humer, rvecbi-slir karin ab. und (“as (Hanze ist mit seiner durchaus sittlichen Tendenz als eins gcsunde voikSibümiicbeKost zu bezeichnen. Von dénkki, die bei ixinem ersten Eriweinrn im alten Waaner-Tbeaier mitgewirkt, find nur noch Wenige an demselben Vorhanden, Hr. Helnrcrdina. Keller, Neu11er,vou den Vertretern der Hauptparticn nur der Erstsrs, aber noch 81:01:10 frisch, Humor- voll. Éarakierisiijch und vom Beifall des Publikums getra- gen wie damals. Den Keliner imb r. Formes in ieiner brkanntrn drastiiwcu Woiie. Frau Carl sn „*.-.“iwiii-te die böse Frau sein und 98112 Uebcrtreibung; Frau Schmidt war recht brav als das verfolgte arme Mädwin; Frl. Löffler eine muntcre Köchin, Hr. 9)iei-i;11erkcmi1ch als Schulze. -- Dann folgte der Überaus lustige Schwank? ,Verpleiit“, in welchem die Herren .Di-[mer- ding (Kinnr), Formes (Ladrmann) und Neubsr (Müller) ein böcbit droilizies Tcrzetr von frrwisamcn Leuten rxkkutixirn, und damit viel Heiterkeit erregten und großen Beifall fanden.

- Krolls Tbeaier. Am iiächsirn Mittwoch, den 6. Sep- trmber, komriit zur Eröffnung der winterlichen Saison cine größere

Zaktige Novität zur Aufführung, betitelt: „Der VerivbungS-Teufelf, bumorisiisches Lebensbils von Adolph Reich, mit Musik von G. Ml- cbaelis und Ballet, arrangirt von Brus. .Die erste Aufführung ist zum Benefiz des beliebten Komikcrs Hrn. Eduard Weiß bestiwmt, weicher im Verein mit Fl. Mejo nach Abmuf ibrcs Urlaubs wieder zum ersten Mal auftreten wird.

Bäder-Statjftik.

Aachen bis 23. August . . 15157 Ablbrck bis 15. August. . 633 AlexiSbad bis 16. August . . _. 120 St. Y_ndreasberg bis 15. August , 282 Arrndiee bis 14. August . . . . . . . . . . 168 Baden bis 26. August (einschl. der Durchreisendeu) . 30759 Borkum in der Nordiee bis 15. August . . . . . 1094 Burtscheid bis 18. August . . . . . 1598 Cbarlottenbrunn bis 23. August . 960 Colbera bis 12. August. . 3646 Crauz bis 22. Au ust . 2840 Cubowa bis 23. ugust 814 Deep bis 15. August. . . . . 269 Dievenow bis 15. August . . . . . 1830 Claren bei Gr. Salze bis 14. August . 656 Elster bis 18. August . . . . 4183 EM:": bis 27. August . . 8522 Flinsberg bis 23. August . 684 Glücksburg bis 24. August. . . . . 1052 Grund (Braunschweig) bis 11. August. 1251 Harzburg bis 13. August . . . . . 2107 Herinngorf bis 15. August . . . 3113 Homburg v, d. H. bis 27. August . 8210 Königsborn bei Unna bis 31. Juli . . . 188 Kösen bis 18. August . „_ . . . . . . . . . 1931 Landeck bis 23. August (einickxl. der Durchreisenden) . 4430 Langengu bis 23. August . . .“ . . . . . . . 436 Langexichwalbacb bis 20. August 3285 Lautsrberg a. H. bis 15. August. 712 Lipvwringe bis 15. August 2000 MiIDroy bis 15. Angust . 4500 Gr. Möllen bis 13. August 828 Neuhauser bis 15. August . . . 347 Neufubren bis 15. August . . . . . . . . . . . 835 Norderney bis 19. August (einschl. der Durchreiseiidxn) , 5195 Oeynhausen bis 25. August . . . . . . . . . 3079 Volziu bis 21. August . 491 Putbus bis 15. August . . 2294 Fyrmont bis 22. August . 12037 isinerz bis 23. August . 2273 Riigenwalde bis 15. August 173 Salzbrunn bis 23. August. . . . . 2478 Saßniß mit Crampas bis 15. August 1953 Schandau bis 20. August . . . . . 1336 Stolpmünde bis 15. August . 425 Suderode bis 10. August . . 1890 Swinemünde bis 15. Angriff . 2146 Thale bis 14, August . . . 724 Weiibiclmüzide bis 20. August 546 ZintWWinlß 15. August 499 Zoppot is 15. August . 2266

Inserate für den Deuticben Reicbs- u. Kgi. Prciiß. Staats-Anzeiger, das Cmrtcal-Handelsrcgiiicr Und das Postblati nimmt an: die Königliche Expedition

des Dentschen Ueirhs-Txnzrigerz und Königlich preußischen Staats-aneigcrs: Berlin, 8.17. Wilhelm-Strasze Nr. 32.

Quhhaßaiioneu, Aufgebote, V;";rx ladungeu n. dergl.

Oeffentliche Vorladung.

Jn i_cr Expropriationssaäie der Berliner Stadt-(x'iscnbahnist auf den Antrag dsr Direktion 159111 17. August 1876 das (TriticbädigimgÖverfabrrn rücksichilicb ciner Fiäcbe von ],76 Ar des in dcr

[ 4

Neuen Frixdriciéiir Nr. 33 gslcgcnen, 1114 Grund“

kuck)? dss Köiiigi. Stadt.,srichis von Berlin Band 18 Nr. 1294 rrrieiwneikn Grundstücks der Tsckoicr des

bkrstbrbenrn Rciiiicr Carl Julius Pollack, minorenne

Ida Loniie Poiiack bieri, VkrikLieU durcb ibren Vor-

mund. dcn Hauptiebrer _G. Käßke bicri. eingeleitet, und bm ick) zum Kommiiiar dcs KönigiichcnPolizei-,

Präsidiums erbarmt w01dcn.

Ji: Frlgs dcsicn babc ick) zur Verbandlung der„

SQÜW, ibwie CVEiiTUäiitik zur Aufrmbmr dcr Taxe 11111“ zur ErklärUng darübcr Termin auf den 12. September er., Nachmittags 31 Uhr, im Ab- tbeiluugs-Vureau der Stadtbahn, Neue Friedriaxstr. 22 hieri, anberaumt, zu Welchem dirjcbigcn Bitb-éiiißtrn, Wels.“? nicbt bereiis Per- iöniiche BOkläUiiiJ erbglién bach, in Gemäß- boii dcs Z. 25 des ©2161er Über die Enteißiiung ron (Hrnndeigeniirimi rein 11.Zuni1874 behufs W.:brnrbmung ibrkr Rccbte iéierdurcb unirr der Ver- Warnurß vcrarisdsri treibst", dai; obne Ziiibun des riir1 21114142in1191: die Eniicbädiziing irßgsstslit, und wsgxzi 211125117111171; oder Hintorieguyg der Leß- tercn rkrruat wrrdsn wird.

Berlin 8117, din 29. August 1876, [7158]

LankwiJ-Straße 14.

Der Konimiffnrius des Königiichen

. OeffentlichevÄnzeigev.

]. Zisckbrisi's 11116 Untsrxnobungs-Zasbsn.

2. Zubiiasiaiionsn, sukßsbow, 17011361111gsn u. cieri.

3. 7811151110, ssrpaebtanZso, 811b1111§51011811 sic.

4. 761100511112, 31110rri§ati011, 211152101ng "U. 5. *.7. ron 6111350101191] Layisrsn.

bietielbst nuberaiimi, zii ivcicbcm dirjcnigen Bcibeb

ligten, welchc nicbt bereits psriöniiwe Vrriadung er- baltenbaben, in Grmätrbeit dcs§ 25 des Goseßes über

die Cnteigyuna WU (Hrnndrigsntbum vrm 11. Juni ; 1874 bli)ili'"* bernrbwung ibrcr 0154112 hierdurch

Unter der Vrrrvarnung voriiclaken worden, das; obne Zutbm: des (m'a Arisbieibrndcn dic Cr-ticbädigurg icstgesieilt, und wegen ?liisiabiung odkr Hinieilrgukg 'cer Lsßicren bcriügt Werren wird. [7159] Berlin ZW., ren 29. August 1876. Lankwiß-Straße 14.

Der Counniffarius dcs Königliiixcn Polizci-Prändmms. Rcaiernugs-Rath Stephan.

Verkäufe, Verpachtungen, Submissionen :c.

_ Bekanntmachung.

Die Anliiierung vrn 600 Tonnen Portland- Cemeut “für den Rrubau des Joawinwibaiicben (Hmnnafiums cm dcr Kaiirrstraße 31131151 rn dcm Zoreriicbcn Garten und Wilmersdorf, 1011 111126de der öffentlich Fubiriiiüon verakbcn Werden.

Die Bkdingunaen li-gin im Bau-Bureau ..Ui rem Bauplaße zur Einsisbt ans und können gesen l.)““r- staitung drr Kopialioii doriber bewgcu wsrden.

Di? mit der brtrchnren Aufscbrift beriebenen versiegelten Lffsrten sind bis

Donnerstag, den 7, September er., Vormiitags 11 Uhr, im Bau-Bureau drs Jracbrmétbalicbcn Gymnasiums bri D. Wilmersdorf cinznreirbrn.

_ * ., * "" ' Berlin, den 30. August 1871". "169 Polizei-Prandmms. D.. Königliche Landbaumeister. [“ ] Regierungs-Rath Zastrau. Stephan. ___„_-_____,__ Bekanntmachung.

Oeffentliche Vorladung.

Zn drr Exproprigtioussaäje der Berliner Stgdt-Eisenbabn iét aui dyn Antrag der Di- rskiion voni 1820191171 1876 das En21ckädißungs verfahren rucksiwilich einer Fläche von 1,20 Ar des in dsr Neuen Jrixdricbftraße Nr. 24 geiégrnen, im Grundbuchs des .Kcnigliwen Stadtgerichts von Berlin Band 16 Rr.1235 verzeicbniion Grundstücks des Kaufmann Karl Eduard Theodor Stanislaus Mai- térti bierielbsi eingeleitci, und bin iw zum Kom- missar des Köiiigiicbcn Polizei - Präsidiums ernannt wOrdeu. _

In Folge dessen babe ich zur Verbaiidlung der

Tie Airliif-xrniig von 200 Mille Klinker für den NeubJU dis Jonwimsibuiscb-n Gymnasiums an der Kaiirriiraßc zwischen dem Zoolosischcn Garten und Wilmersdorf soll im Wege der öffcnilicben Submission vergeben werden.

Die Bedingungen_ 1109211 im Bau-Burcau auf den] Bauplaße zur Einsicht aus und können gegen Eritattung dcr chialicn dortber beioaen werden.

Die mit d_er bctrcffendcn Aufichrifi vrrsebenen versiegelten Offerten sind bis

Freitaa, den 8. September er., _ Vormittags 11 Uhr, mr Vau-Vureau des Joachimsthalscheu Gymnasiums ber D. Wilmersdorf einzureiwen.

Sache, iowie evrntualitcr _zur Auiuabme der Taxe Berlin, den 30. August 1876. [7170] und zur Erkiaiung daruber Termrn auf den Ter Königliche Laudbaumeister - 16. September er.. Nachmittags 31 Uhr, im Zastrau.

Ab:!xeilungkbüreau, Nene Friedrichstr. 22,

"“

5. 1561151116116 Ltubiissemsnts, Fabriken uml (3105811311661.

6, 7615011166658 Lskanniumcbunßsn.

7. [1103131150116 .411261Z611.

8. L'bsatsr-snssixzsn. 111 661" Börsen-

9. kawüieu-Uacbricbbsu. beiiaZs.

; Komglichc Ostbahn. Liuix PosenBe1gardRiigemvalde-Stolpmüude.

Zur Vérdingung ' 1. der Licfrrung von

u.. 1152 Mils Klinker Und bartgsbrannicr Ziegelsteine, 1), 26 .Kbm. aiiscrleiener Granitfeldsieine,

. c. 1055 Tonnen Poriland-Cemeni, ,; (1. 158 Kbm, gelb chien Kalk, , €. 120 , gewöbnlickx Granitfeidiieine. ill. der Ausfübrunq dkk Maurer- und Sicinbauer- Z arbeiten zum Bau der WaribeBrücke bei Obor- ; 1111 mit 3 Oeffnungen 5. 44 M. weit und eiser- ' nem Oberbau, ' in öffentlichr Submission ist Termin auf Freitag, ; den 15. September 1876. Vormittags 10 Uhr, „: im Sirchnbaubüreau zu Obornik anberaumt. ] Dic Exubmiifionsbedingungen und Zricbimnqen ziiegrxi daiclbst z11k Einsicht aus, auch könnrn Ab- ; ichristen nebit Zeichnungen gegen 3 „;ck, obne Zeich- ;? nur_igen geaen *] .!s. pro Exemplar von da, sowie von : 11111c71'1' Ceniral-Bau-Registraiur, Victoriastraße 4 Z bierielbst, bezogen werden. 1 Bromberg, din 29. August 1876. 1 KönigliclieDirektion der Ostbahn. Ban-Abtheilung 111. [7168]

neltomejer. (T1 (310. 240/8.)

Bekanntmachung. Zum 23.-11an des beim bicfigcn Llriilierie-Depot vorbaiidenen alten Guß- und Schmi3deeiiens nämlich: circa 34,800 Kg Gußeisen in Geichützröbren und belgcicbosscn :(., 46,900 Kg.Schmiedeeiien in grcßen und kleinen Vcscblägen, Waffen- _ _ __ theilen und Kariätschkugeln ist ein Snbmwfionstcrinin auf Dienstag, den 5. Sep- tember_cr., Vormittags 10 Uhr, im Bureau drs unterzeichneten ArtiÜeric-Depots anberaumt, bis zu we1chem__vcrfirgeite Offerten mit der Aufiwrift: „.Submqiicxu aui_ den Ankauf von Gus;- und Ockymich'eiikn“ bei dem untcrzeichncten Artikierie- Devot cinxuréicben siiid.

Die Vrriauisb-dingunFen lie,;eii bier zur Einsicht aus und wird davdn Abschrift gcgen Kopialien und Postvor-äéutx übersandt.

Posen, ren 16. August 1876. [6912]

Artillerie-Depot.

Das unterzeichnete ArtiÜerie-Devoi wird am 18_. September d. I., Vormittags 10 Uhr, in seinem Bureau 235.000 Kilo Gußeisen in zerschla- genen Ge1choffen,_Sprcngfiücken, Voilkugeln, Kano- :iemöbren 2c„ 30,000 Kilo Schmiedeeisen in un- brauchbaren Bischlagen, aucb Stabeisen :c. lagernd in Torgau, Wittenberg und Schießplaß bei Jüter- bog auf dem Wege der öffentiicben Submission an den Meistbietenden verkaufen. Kauftusti e “wollen ihre verfiegelieu mit der Aufschrift „EU -

Inserate nehmen an: das Central=Aunoneen= Bureau der deutschen Zeitun eu zu Berlin Mobrensiraße Nr. 45, die Annoncen- „xpeditionen des „Jnvaltdcndank“, Rudolf Mosse, Haasenftein & Vogler, G. L. Daube &; Co., C'. Schlotte, Büttner & Winter, sowie alle übrigen größeren Annoncen-Bureaus.

misfion i_iuf Ankauf von Eisen“ vrrsebenen Of- ferten frei bis Zur Terminstundc einsenden, u Wel- cher Zeit_ bis Eröffnung derselbon im Beiiein der etwa er1chiencnen Käufer erfolgt. Das Angebot erioigt pro 50 _Kilo loco Laaerort Torgau, Witten- berg oder Schießplaß bei Jüterbog. Die Bedin- gungxri _1rcgsn im Bureau des AriiÜerie-Depots und des Jilial-Artiiisrie-Debots in Wittenberg zur Em- ficbi aus, könnkn aucb abicbrifilicb gcgen Erstattung der chrxlien mitgetheilt wsrden. [7149] Artillerie-Depot zu Torgau.

_ _ _ Bekanntmachung.

Die Liescrzmg von 21,000 Centnern Kali- Salpeter __1_ur dis Pulverfabrik bei Hanau soli im _Wege der UfféUtl'iÖkn Submission an den Mindeft- forderkrdrn v::gében werden. [7143]

Bedingungrn find während der Dienststunden im Bureau rer unierzeichreieu Dirition einzusehen, anch_ge§2n Erststiung der Kopialien zu beziehen.

_Dt_e vosimaßig verschlossenen Offertrn find bis spateitsns den 12. September c., Vormittags 10 Uhr, zu_ welchcr Zeit die Eröffnung derselben stattfinden wrrd, an die unterzeichnrie Direktion ein- zurercben.

Hanau, den 28. August 1876,

Direktion der Pulverfabrik.

Vcrliu-Coblcnzer Eisenbahn.

Strecke Nordhau en-We lar. Die Ansfübrung von: s H 680 lxdn. Metern Soblenstcilcn und 1120 lsrn, Metern Tunnel-Voliausbrucb uud Tunncl-Mauerung zur HLTstLUUUZ des Tunnels bei Bischofferode (zwi- 1chrn Spaygenberg und Waldkappel) soli in dem auf Dienstag, den 19. September er., Vormit- tags 11 Uhr, in unserem Verwaltungsgebäude, Hedderichstrqße Nr. 59 hierselbst, anberaumten Sub- misfionbtermm vergeben werdéu. Bezugiiwe Offerten sind verficgeit und porioirei und versehen 11111__der Aufschrift: „Submissions- offerte auf Aysfulnnyg _des Tunnels bei Bl- schofferodx“ bis zur fcitgeieiztcn Terminsstunde an uns einzur_eichcn. Später eingrbende Offerten blei- ben ynberuxkficbtigt. [7121] _ Die maßgebendewBedingung-n und Zeichnungen liegen vor de_n) Termme zur Ansicht aus; auch kön- nen Bedingniizbefie gegen Erstattung der Kopialien von unserer Betriebskanzlei bezogen werden. Fraukfxzrt a./M., den 24. August 1876. Kouiglickie Eisenbahn-Direktiou.

Redacteur: F. P r e b m.

Berlin: . Verlag der CWedlflou (Ke el. Druck: W. (Elsner.ss )

Drei Beilagen

(einschließlich Börsen-Beilage).

ium Deuiirixrn Rcirizs-Anzeiger imd Königlich P _481395-

Die neue Kadetienanstalt bei Lichterfelde. [

Bereits im Jahre 1868 machte fick) im Hinblick auf den , vermehrten Bedarf der Armee an Offizieren, die nicht mehr ge,. nügenden Räumlicbkcitcn urid die beengte Lage des Ver. liner K.".dctten-Corps in hohem Grade das Vsdürfniß nach Anlage und Einrichtung einer neuen Ceniralanftalt iiiblbar und führte zu dem Plan der anderweitigen Begründung eines solchen, den wichtigsten Interessen des Heeres die- nenden Institutes. Dsr Ausbruch des Krieges im Jahre 1870 rückte indeß, ebenso wie viele andiren Bauten, auch den Neubau eines Kadetten-Corps zu Berlin in die Ferne und veriagie die in Bezug darauf eniworfenen Projekte.

Erst durch ein Geseß vom 9. April 1873 wurde die Dring- lichkeit der Erweiterung anerkannt und für Zwecke der Auf- richtung eines neuen Gebäudes die Summe von 1.400,000Tblr. bewiÜigt, wozu noch der durch den Verkauf der bisherigen An: stalt zu erzieleude Erlös von etwa einer Million Thaler bian zu rechncn ist, so daß im Ganzen eine SUmme von 2,400,000 Thaler für den Bau diSponibel bieibt.

Das„ das neue Institut tragende Grundstück umfaßt 72" Morgen, und ist einGrschenk d-es Rittergutsbefisers von Karsten, *

welcher bsi der Schenkung zugleicb die Verpflichtung übernahm, für die Wasserleitung, sowie auch fiir Entwässerung drr Anstali zu sorgen, und ebenso die Anlage und dir Betriebserbaliung einer etwa 21“? Kilometer langeri Zweigbahn vom Anhalter Bahnhof Lichterfelde aus zur Heranführung des Baumatsrials während der Vauperiode zusagie.

Das Grundstück, cms welchem das neue JNÜWT erbaut ist, liegt etwa 1000 Schritt südwestlickz dss Dorfes Lichterfelde, fast in der Mitte zwischen der Verlin-Anhalter und Berlin- Potsdamer Eisenbahn, deren Stationen auf guten und zahl- reichen Wegen leicht zu erreichen smd. Den Bauborizont bildet durchweg ebener Sandbodrn. Südlich der Anstalt breitet sicb, in der Entfernung von einigen hundert Schritt, der Teltower Sse aus.

Der Bau selbß wurde noch im Jahre 1873 begorxrien und *

foil nach den Sommerferien des Jahres 1878 völlig beendet

sein; gegenwärtig smd ca, 550 Arbeiter an demselben bksthästigt. .

!

Was die Anordnung und Ausführung der cinzsrncn An- .

[agen angeht, so wurden dieselben im Ziegelrohbair und im Rundbogeiistqi grbaitcn, um mii dcn verhältnißmäßig geringen Mitteln zum Ziele zu kommen. Bei aller Eiiifachheit dcs archi== tektonischen Genres fehlt cs doch keinem Gebäude an militärischen Emblemen. Am meisten ragen untcr den [esteren die Fiillungstafeln dcr Hauptgefimse der vier Kasernengebäude mit ihren geschmackvoll und reich ausgeführten Gruppen von Heimen, Schwertern und allegorischcn Figuren hervor.

„Den Kern des weit ausgedehnten Komplexes von GebäUben bilden diese 4 Kasernen, welche in par 1001" Lage einander gegen- überstehen, und eiiien längliäxen rickztcckförmigen Play umschließen. Der in der Mitte zwischen ihnen grbiiebene Raum wird nördlich durch das Unterrichtsgebäude, südlich durch das Direktions- gebäuds mit der proxeftantisüxen und der katholischen Kirche :c. aus- gefülit. Bei dem Direktiousgebände ift zrigieick) der Haupteingang.

Irdes der 4 Kascrnementsgebäude is: 160 Meter lang, hat ein Erdgeschoß und 2 Stockwrrke und enthält in 32 ngnzimmern zu 6, und 4 zu 7 Kadetten, und ebenso 32 Schlafzimmer und 4 deSgl. zu 7 (wobei pro Kadett 810 Kubikfuß Luftraum gerechnet ist), den Raum für 2 Compagnicn. Außerdem enthält jedes Kaser- nemem noch zwei Compagnie:Versammlungsiäle, 2 Fechtsäle, 2 Sprcchzimmer, 2 Zimmer für Mufikunerricbt, 2 Zimmer für Privatunierricht, zwei Wohnungen für Verheiratycte Hauprleuie, zwei desgi. fiir 2 Feidwebel-Lieutenants und Räumlichkeiten fur 8 Offiziere, 2 Gouvern-.ure, 2 Miiitärlehrer, 2 CiviUehrcr, 14 Aufwärter, 1 Heizer, 1 Portier, cinen Revierkrankeniaal, _2 Stiefeikammern, 2 Arrestlokaie, 2 Montirungskamwern, 2 Biblio- thekszimmcr, 5 Handwerksstätten, 2 Wäscbzimmer, 4 Wasch- kiiciicn, 2 Roiikammern, 2 Gcivchr*k.mrmern, 8 Compagniekeüer, zwci Verkaufs- und 2 Badrioiie zu 4Wannen. _Die Kasernen- gebäude stehen dura) verdeckte Haben unter einander in Verbmduiig.

Das in der südlichen (vorderen) Front die Mitte bildende DirektionSgebäude hat 88 Meter Länge 80 Meter Breite und ebenfaUs ein Erdgssckzoß und zwei Etagen. Der mittlere Theil desselben emhält das durch zwei Grsckioffe gebende Veirikéxi mit darübsr befind- licher Kuppel, welche von ciner boden Fioioffalftatusdes_heiligezi Michael gekrönr wird. An die Mine sch1ießcn zWei Flugsl mri den Wohnungen für Profefforen und Prediger der Anstalt. In der Verlangerung des Mittelbaus; und in Verbindung mit den beiden Jiügcln steht die evangelisckze Kirche mit ca. 1000 Sri)- pläsen. Die katholische Kapelle, in der Kuppel untergebracht, ist für ca. 300 Sißpläße eingerichtet.

In dem zivii Stock hohen Vestibüi des Gebäudes befinden fich die Marmorftatuen der Feldherren des fiebenjäbrigrn Krieges, von denen die Kopien in Bronce gegoffen auf dem Zictbenplaß sieben.

Das Haupteingangsportal schmücken in reich architektoiiisckzer Ausbildung die 4 Königsstatuen Friedrich Wilhelm [„ :iriedrrck) []„ Friedrich Wilhelm 111. und Wilhelm 1., von den Professoren Wolf, Keil und Moscr in Gyps nwdellirt und von dem Kunst- gießer Gladenbek in Bronze zu gießen. Das hierzu erforder- liche Metail ist von Gr. Majestät dem Kaiser aus eroberterr Geschirßen zur Verfügung gesteUt Worden. Der Erzengel M1- chael wird vom Profesior Eiwelhardt in Hanrwver modeliiri, und nach diesem ModeÜ vom Profeffor Howald in Braunschweig in Kupfer getrieben. Kriegerische Embleme, Adler ßiid an ge- eigneten Stellen der Kuppel angebracht. _ _

Un Wohnraum hat das Direktionsgebaude 3 ._Zimmer zur Venuxzung fiir den „CorpSCommandeur bei Besichtigungxn der Anstalt, ein Zimmer für den Adjutanten, eme W_o_bt_1ung fur den Stabsoffizier, eine desgleichen fiir den ersten Mtlttarlebrer, vtsr für Professoren, eine für den Oyer-StabSarzt, zwei fur_Pred_t- ger, eine für den Rendanten, eine für den Schreiber, eme_fur den Rendanturgehülfen. Dann 4 Wohnungen fur 4 Wartet und die erforderlichen Kellerräume. _ _

Ueber dem Haupicingang wird eine Votivtafel aus schwedi- schem Granit mit vergoldeten Buchstaben, enthaltend die Worie: „Dcr Jugend zur Bildung, der Armee zum Heile,“_mtt welchen Se. Majestät der Kaiser am Tage der Grundsteinlegung die üblichen drei Hammerschlägc ihat, angebracht werden.

Das die Mitte der nördlichen (hinteren) Froni einnehmende Unterrichtsgebäude, 88 Meter lang, 40 Meter breit, 2 Etagen

Erxse Beilage“

Berlin, Donneritag, den 31. Auguit

bock), nimmt den Jeldmarschaiisaal (38 Meter lang, 17 Meter breit, 15 Meter hoch) auf. Dieser, mit den sämmtlichen Bildern der bis jeßi bsrstorbenen preußischen Feldmarscbälle, sowie den lebensgroßen Oelgemäiden aller preußischen Könige und den Marnwrstaturn resp. Büsten der Generale Büiow, York, Gneisenau, Schx-rnborst und König Friedrich Wilhelm _111. zu schmückende Saal, bewahrt auch im neuen Gßbaude [eiiien Charakter als Fest- und Ruhmeshalle und als bleibende St_atte der Erinnerung an die kriegerischen Thaien des brandenburgisch- preußiichen Heeres.

Diese Bestimmung wird auch in seiner ornamentalen O_e- koration einen entsprechenden Ausdruck erhalten: Ueber den Bil- dern wird ein Relieffries, eingetheili in 13 Felder zu 5,10 Meter lang, 1,25 Meter boch, zu diesem Zweck angebracizt. Derselbe stellt verschiedene Episoden aus dem deritsch:franzofischen forme dem Kriege von 1866 dar, als Wackztposten, Abkockxen, Fahnenwacbt, Offiziere Rapporte entgegen nehmend, Jeldichiach- terei, F.ldbriefpoft, Liebesgaben, Kommandorufe, Signale zum Aufbruch in das Gefeckxt u. s. w. -7 Zeichnungen und Ph0_to- graphien dieser Relieffriese haben die Ailerhöckifte Approbation empfangeii und werden vom Bildbaurr Pfuek m Gyps model- liii und gegriffen. _ _ _

Ari Rärrmlicbkeiten umfaßt das Unterriibtsgebauoe 35 Lehr- klaffen zu je 25-26 Kadetten, wobei für _den Einzelrien _ca. 1,5 Qu.:Meter gerechnet ist. Drei Zimmer fur das pbyiikglische Kabinet, eine Modeilkammer, eine Karten- und Schiilbucher- kamwer, drei Zimmer für die Corpsbibliotbek, eine Wohnung für den Bibliothekar, eine deSgleickzen für den _Hausmspekior, eins fiir den Anstalts-Oekonom. Dann als Mr besonderes 061135 (10 logiZ das Oisizier-Kaßno, beßchend aus einem Speise- iaal für 65 Offiziere nebft Anrichtezimmer, einem _Leseztmmer, eincm Veriammlimgszimmer, cinem Billardzimmer, einer Garde- robe, vier Wärterwohnungen. Endlich noch zwei Säle fur Ge- saiigübungen, zwci Konferenzzimmer und die nötbigen Keiler- räume. Das Unterrichtsgebäude sieht dnrch Verdeckte Hallen mit den beiden angrenzenden Kasernengebäuden in Verbindung.

In der Mitte der beiden kurzen Seiten des, durch die vdr- ftebcnd näher beschriebenen Baulichkeiten gebildeten rechtechfor= migen Raumes Liegt bßlich das Commandeur-, wefilich vgs Beanrie-Nhaus. Tas erßere ift 30 Mtr. lang, 18 Mir. breit, entbäbi im Kelicrgescboß Wohnung für den inrzleidiener urid Portier und einen Kaffenbsien, im Erdgeschoß vier Zimmer im Bureau, Registratur und Kaffe, sowie die Wohnung des Adju- tantM. Das 1. Geschoß dient als Wohnung für den Comnian- dem:. Das Aeußere wie Innere diescs Gebäudes ist [einer Würde entsprechend ornamental ausgestattet. Das in [r)meirischcr Lage“ gegenüber befindliche Veamtengebäude, 30 Mir. lang, 18 Mtr. breit, ist im Styl der Kaftrnengebäude gehalteri, und umfaßt 3 Wohnungen für Profefforen, cine deSgl. fur_den Registrator, eine für den Kanzleiiekreiär, zwei für zwei Warter. _ Zwischen je zwei einander gegenüber liegenden Kasernsments- gebäudcn befindet fich, in dem rechteckförmigcn Hofraum, em Exerzierplay. Trr RaUm zwiscben den Mittelgebäuden (Direk- tions- und Unterricthcbäude) heißt Varadeplaß.

Dem Hauptgebäude-Komplex liegt in nördlicher Richtung nach eine Zahl von einzelnen administrativen und wirthschast- lichen Zwecke dienenden Gebäuden vor. Als das bedeutendste derselben tritt das OckonomiebaUs, mit dem Unterrichtsgebäude durch eine bedeckte Haile verbunden, hervor. Daffrlbe 78 Meier lang, 23 Mctcr breit, enthält 2 Flügel mit dazwischen liegendem großen Speisesaal von 54 Meter Länge, 18 Meter Breite 11110 12 Meter Höhk. Denselben folien die Büsten Sr. Ma- jestär des Kaisers, des Kronpriirzen und des Prinzen Friedrich Carl zieren. Eine reichcre Ornamentik des Gebäudes, wi'lches mir während der Effcnszcit von den Zöglingen beireten wird, ist vermieden.

Bei der inneren Einrichtung ist in hohem Maße suf aile Bedürfnisse des wirtbsckzaftlickzen Betriebes Bedacht genommen. Die Einibeiiung der Räume zeigt einen Speisesaal für 880-900 Kadetten, zwei Anrichtezimmrr, zwei Räume für Speiscaufzüge, eine große Kochkückze mit Dampfbeizung, eine Spüiküche, eine Bäckerei, eine Räucher-, Jleisch:, Backwaarenkammer und große Vorrathskeller. Eine Wohnung für den Oekonomen und dessen Personal, sowie für zwei Tafeldecker, den Oberkoch, den Hausinspektor.

*Das Ockonomiehaus umgeben auf seinen beiden kurzen Seiten je eine massive Latrine und eine ebensolche Turnhalle, so daß dadurch eine Flucht von im Ganzen 5 der Nordfront des Hauptgebäudkomplexes parallelen Gebäuden gebildct wird. Eine zweiie Linie von Wirthschaftsxiebäuden, noch Weiter nördlich Von den Kasernen, bildet eine Wasch: und Badsanftalt (in der Mitte) ein auf dem wesilichcn Jiügcl belegenes Lazareth, und eine auf dem östlichen Flügel liegende Reitbahn nebst Pferdestiilien. ,Tie Wasch= und Vade-Anstalf, weichr mit dem Oekonomichause dcn Oekonomiehof umsch1icßt, 38 Meter lang, 20 Meter breit, enthält: Zehn ZSULU fiir Wanmnbäder, eine Wohnung für einen Hausinspektor, fiir den Badewärter, den Maschinisten, den Heizer, die Oberwaschfrau, verschiedine Wasch- und Trocksnräume. Das Lazareti) besteht aus einem 30 Meter langen, 18 Meter breiten Vcrwaltung-debäude, und dcm 45 Meter langen 20 Meter brei- ten Krankenblock, dann der Isolirbaracke und dem Leichenhaus.

Diese Gebäude enthalten 17 Zimmer für 60 Kranke, und zwar 12 Zimmer zu 4 Betten, 4 Zimmer zu einer, Und eins zu acht Lagerstellen, zwei Krankenftuben nebst Kabinetten für das Anstaltspersonal, eine Wohnung für den Lazarethinipektvr, drei Wohnungen für Assistenzärzte, drei desgleichen für Lazareth- und Krankenwärter, eine Stube für den Lazarethgehülfen, 1 GeschäftSzimmer, 1 Rezeptionszimmer, 1 Betsaal. Außerdem Dispenfiranstalt, Kochküche nebst Speisekammer, Waschküche, Rollkammer, 2 Badeftuben, 1 Todtenkammer. Die auf dem anderen, östlichen Flügel sich erhebsnde Reitbahn ist 55 Meter lang, 34 Meter breit und enthält StaUung für 60 Pferde. Sie hat eine Grundfläche von ca. 500 Qu.-Meter und außerdem Wohn- räume fiir einen Futtermeister und 30 Kavallerie=Ordonnanzem für den Sattlermeister (nebst einer Werkßati), für 24 Haut- boisten und Spiilleute und 2 Ankleidezimmer für Mitschüler. Hinter der Reitbahn liegt die Wagenremise für 12 Wagen, 16 Meter lang, 8 Meter breit.

Den nördlichen Eingang, an der Zehlendorfer Straße, be- grenzen zwei kleinere Häuser, das Portierhaus weßlich, das

Schlachthaus ößlick). Das erstere, 33 Meter lang, 15 Meter breit, enthält eine Wohnung für den Portier, eme für den Schuhmacher,

reußiicixen Staats-Anzeiger.

1876.

eine ür den Ti ler und Werkstätten für diese_ Handwerker. Das fleistete, 3317911. lang, 15 M. breit, sxrthalt außerdem einen Viebßall fiir 12 Stück Rindvieh, 20 Stucx Schwarzvieh, 4 Stück Iungvirb und Gsfiiigei, dcr aiißsrdim fur zwei Knechte und zwei Handwerker (Maurer - Zimmermbnn) Unterkunft giebt. Sämmtlicbe Baupläne des Jiistitutes, insbesondere_ des Direktions- sowie des Untrrrichtsgebaudes, _baberr Sr. Majestak dem Kaiser vorgelegen, und find in ihren Einzelheiten auf Grund der Alierhöchften Willensmeinung geregelt _worden._ Ebenso ha- ben die betreffenden Künstier öfters Audienzen m Betreff der: HersieUung der vier Königsstat_uen gehabt. _ __ Zur Unterhaltung der Zöglings werden auf d_eren_ Sptslplaßm einige Kegelbahnen angelegt, und wrrd der sonst freibleibende Rarmr überal! mit Gärten und Parkanlagen versehen werden. Ema maifiveUmfriedigung sckzließidie gesammten Aniagen, welche nach den Hauptricbtungen _ mit Gas- und Wasserleitungen durchzogen werden, nach außen hin ab. _ _ _ _ Von den genannten Gebaudcrr des großen, vielseitigen Baukomplexes find bis jest ganz fertig: _ _ die Reitbahn mit den Stallungen und die Wagenremrie, welcbe gegenwärtig noch als Wächterwohnung und als Auf- bewahrungsraum benußt wird; _ _ _ _ theilweise vollendet find zwei Kaiernerigebaude, bei ihnen fehlen nur noch die Malerarbsiien, iowre dre innere Ausstattung und Dekoration. _ _

Im Rohbau vollendet smd die beiden anderen Kasernen und das Unterrickztsgebäude mit dem Jeldmarstbailsaal, dessen innerer Aquau noch in diesem Jahre e_rfolgen_wrrd.

3111 Bau begriffen ist das Drrekttotisizebrmde, angefangen ßnd die Lazaretbbauien, das Oekonomiegebaude. Zur Aus- führung gelangen noch in diesem Jahr das Commandeurhaus, das Beamienbaus, die Umscblußmauer,

Das Berliner Kadetten-Corps wurde am 1._ S_epteniber1723 von König Friedrich Wilhelm ], gegründet. Konig Friedrich 11. legte im Jahre 1776 den Grundstein zu dem Kadettenhaus in der Neuen Jriedrichßraße, deffen Bau 1779_boxlendet wurde. _

Der jetzige Neubau wurde von Sr.Mq1eftat am 29.201.31112 1868 beschlossen und am 2. Februar 1871 von Versaich uns die Ausführung desselben befohlen. __

Die festliche Grrrndßei-nlegung erfolgte am 1. September 1873, 150 Jahre nach Stiftung des Institutes, am Tage von Sedan, in ei: er der feierlichen Würde dcs Festaktes aiigemeffepen Weise. Am Stiftungstage wurden durch Kabinetsordre de_m Berliiiev Kadetten-Corps die Marmorbüsten der in den Jeldzugen 1864, 1866, 1870/71 gebliebenen oder an Wunden verßorbe_nen_ Ge- nerale verlirhen, welche in dem großen Vestibule des Direktions- gebäudes Aufsteilung erhalten dürften. _ _

Die Eentral-Kadeitenanftali zu Beriin nimmt die aus den sechs Voranßalien Calm, Potsdam, Wahlstatt, Bensberg, Piven und Oranienftein ausneieiiden Zöglinge in ihre Reihen auf und giebi ihnen die unmittelbare Berufsbildung. _ _

Seiner militärischen Formation nach zerfalii das Inßttuf in 7 Compagnien unter einem Stabsoffizier mit Regimenis-Com- mandcurrang. Der Etat desselben zählt außerdem 1 Stabs- offizier, 1Udjuianten, 7 Hauptleute und 7 Lieutenants des Kadrtien-CorPS, 12 aus der Armee als Militärlebrer komman- dirte Offiziere, 21 als Erzieher kommandirte Lieutcnants, 1 Rendaiit, 1 Ober-Stabsarzt, 2 Assistenzärzte, 1 Militärpfarrer, 2 Erziebec nnd 24 Lebrer Vom Civil, 7 Feldwebel-Lieutenanis, 18 Hauk- boisten, 1 Bataillonstambour, 14 Tambours und Hornistcrr, 700 Kadetten.

Als Militärsebule umfaßt die Anstalt die Klaffer. Sekunda, Prima, Selekta und wird dcr Unterricht in 28 versclziedeneir Lehrabtheilungeu ertbeilt.

Von den ca. 300 Primanern wird aÜjäbrlick] das Porte- cpÉe-Fäbnrichsexamen gemacht. Dic Bestandencn (durchschnittlick) 200) kommen als charakterisrrte PoriepÉe-Jähnxjche_ die Nichtbe- standenen gcwbhniick) als Gemeine in die Armee. Die Besten (gegen 70) bleiben nock) ein Jahr in der Seiekta des Corps und treten dann nach beftaiidenem Offizier-Examen als Seconde- Lieutenants in die Armee. Dirjenigm Primancr, welche zu jurg, odcr noc!) zu schwach zum Eintritt in die Armce find (durch- schnittlich 30) kommen nach bestandenem Portepée:Fäh11richs- examen auf ein Jahr nach Ober-Prima und dann nach bestatt- denem Offizier-Examcn als wirkliche PortepÉe-Fähnrickze in die 21 r mee.

Das Kadettm:Corps lieferte bis zum Jahre 1866 42 Pro- zent des Offizierssases.

Als Vewcis für die hervorragenden Leiftimgen desselben darf das bis vor kurzer Zeit brstandene numerische Verhäitniß angeführt werden, nack; welchem von den Generalstabsoifizieren 69 Prozent, von den Adjutanten bei höheren Stäben und Be- börden 52 Prozent, von den höheren Truppenbeiehlshabern 46 Prozent ehemalige Kadetten waren.

Am Glänzendsten jedocl) traten die Verdienße, welche das Fadeticn-Corps um die Armee [)at, in dem Feldzug von 187071 ervor.

90 Generaie, 591 Stabsoffiziere, 738 Hauptkcnte mid Riis- meister, 1842 Lieutenants waren aus den Reihen desselben hervorgegangen,“ 341 von diesen Offizieren befiegelien mit ihrem Tode auf den Schlachtfeldern in Frankreich ihre Treue für König und Vaterland, 38 Offiziere erlagen den Strapazen, 624 wurdcn verwundet, 41 erwarben den Orden p0ur [a W01'1t0, 391 das Eiserne Kreuz 1. Klasse, 2610 das Eiserne Kreuz 2. Klaffe.

Diese Zahlen lieferten hinläuglich den Beweis, daß das Kadctten-Corps treu geblieben war seinem ursprünglichen Beruf, cine Pfianzftättc zu sein des altpreußischen Geistes der Treue gegen den Kaiser und Köiiig, der Liebe zum Vaterlandc, das Gehorsams und Pflickztgefühles, zum Segen für die Armee und dadurch für das Vaterland.

_ In ehrendster Weise gedachten Se. Majeßät der Kaiser dieset: LUskUUJM- als Allerböchßdieselben bei der Feier der Grundstein- legung zu den unter dem Gewehr stehenden Kadetten sagten: -Treue und Gehorsam, die Grundpfeiler einer militärischen Er- _ziebungsansialt, find stets in Eurem Institut gepfisgt worden, und kann Zei) nur wünschen, indem Ich auf die zahlreich gefallenen, dsko- rirtcn und in die höchsten Stellungen gelangten Offiziere, welcbe ehe, mals dem Kadetten-Corps angehörten, hinweise, daß diese für Eucß ein Vorbiid sein mögen.“ "

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