1900 / 121 p. 5 (Deutscher Reichsanzeiger, Mon, 21 May 1900 18:00:01 GMT) scan diff

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durchaus stehen bleiben. Ick muß aber jugestehen, daß die Mit- theilungen, die die Kommission in die Preffe gebracht hat, wie ich nunmehr gehört habe, meine Bemerkungen noch längst nicht so unklar wiedergeben, wie nachher die Presse, wenigstens manche Blätter. Die Kommission batte gesagt, ich hätte gesagt, dieses Grieß würde_dem Mittelstand wesentlich nichts nüßen, und wie der Herr mir heute außeinandergesetzt bat, hätten sie geglaubt, das Wort .aÜein' nicht hervorheben zu brauchen, weil sie gleich hinterher mich hinweisen ließen auf die Selbsthilfe, dir das schließlich Entscheidende für den Mittelstand wäre; damit hätten sie geglaubt, sich genügend klar auSgedrückt zu baden. Was hat die Preffe aber gemacht? Sie hat dieses „wesentlich' weggelassen, den Nachsatz auch weggelaffen und hat einfach gesagt: Der Minister hat der Deputation erklärt, dieses Geseß würde dem Mittclstand garnicht nüßen. Ja, meine Herren, so entstehen die Dinge, und da meine ich, wenn in Zukunft derartige Deputationkn, namrniliih in einer so bestrittenen geseßgeberischen Frage, bei einem Minister erscheinen, io foüien sie sich doch für ver- pf1ichtet halten, wenn sie überhaupt eiwas in die Zeitung brinZen, was übrigens garnicht der Zweck solcher Unterredungen ist, vorher dem Minifier Vorzulegen, was sie publizieren wolien aus den stunden- lang fortgeführirn Arußrrungen, wenn sie einen einzelnen Saß beraus- greifen wollen. Ick) babe daran garnicht gedacht, dieser Deputation eine tendenziösr, absichtliche Entsteilung des Sinnes meiner Rede Vor- zuwerfen, und ich habe mich für verpflichtet gehalten, diss auch hier öffentlich auszusprecbrn; drnn ich möchte nicht in drn Ruf kommen, daß ich leickUsinnig soich2 Iorwürfe anderen Menschen mache. (Brady!)

Geheimer Regierungsrat!) Lusensky erklärt die Worte „auf Anrufen eines Jniereffenten' in dem Abtrag Barth für sehr bedenklich und bittet, diese Worts zu streichen.

Abg. Dr. Barti): Der MinisTer hat die nochmaligs Kom- missiondberatbrng empfoblen; icio sirlle dssbalb den Antrag, die Vorla-ze an die Kommiifion zurückzuderweisrn; die Sache ist noch nicht rienügend grklärt.

Abi. von Eynern (ni.) ichiießt sieb diriem Anfrage an.

Vizc:Präsident dcs Staats:Ministeriums, Finanz-Minister O1". von Miquel:

Meir? Hrrren! Ick baitc LI nich1 für nöibig, gcgen dieien Nati) des Herrn Or.Bartb, der mir etwas ganz Andrrrß unterlegt, als was ich gewolit habe:, mich bestmdars ausfiihrlici) zu äußern; drnn ich halte die große Mebrbsit dirfr-Z Hariiks doch für so king (Heiterkrit), um sich nicht Von drm Grgxsr der Voriaze [211611 zu lassen.

Abg. Dr. Barti): Ob drr Anirag 13011 einem Fréunde oder einem Gchrr dr; (Tiefeßx's krmmi, ist gleichgültig. Ick babe meinen Antrag mit Rücksicht 0111“ die Worie des Ministrrs gestrlit.

Ada. (Graf zn Limburq-Stirrsm (kon!) ist gegen die Zurück- verwrisrriw, dn dir bisbrrigr Beraibrmg Material genug ergeben habe, um fich sch1ÜJ7fiJ 20311700 31: iönnrn.

Aba. von Cynern: Die Anrrßuna zur Zurückverwriiun ist von eincn: Freirrd? drs (8110325 arrsgrsanßen, vom Minister selbLt.

VizexPräsid-rnt drs 'Siaats:Ministeriums, Firianz-Minisier 131'. von Miquel:

Meine: HIFrrn! Mam sirbt, wir [Wbt Mißvrrstäudniffe entstehen, selbst in Argumrnien wrrden einkm andere unixrgrschoben, wenn 01111) in gurrm Glxubrn 11.111) ssinrm ©5551", was durchaus nicht dessen Meinung 1;c.::x"€ri iii. Ich babe: ausgeführt, daß das hohe Haus nicbt in der Lags 1an würds, eincn 111613101) in disse schwierige Materie bineingrworfenen Antrag, obne die Folgen drsseiben übersehen zu können, arizunebmen. DQS war die Absirbt, dds bobs Haus zu bitien, in der zweitrn Lesung dsn Antrag abzul-xbnen, indem ich noch aus- führt:", die Freunde: drr Vorlage könnten 1101; zwischkn der zwxiien und dritten Leim») besser irbkr di: SLH? vrrständigrn. (Srbr richtig! rechts.) Jeder, drr gehört (“,-ai, w:.s 101) von Herrn Von Cynrrn nicbt annebmr, kann di? AukT-sgixng, die kr mir unrrrlrgt, in keiner Weise daraus gut.!äubig berlritxn. (Sehr richtig! rrchks.)

Abg. Ebiers (ir._V,1;1-): Jeb vrrsiebr drn Standpunkt dss Ministers nicbt; er iäuit darauf hinaus, das; die Mehrheit es unter sich abzumacben 1201 und die Minderheit ais aügemeiner Landesfeind angeschiedcn wird. Unsere Gegnerschaft (3811611 das Grieß schließt nicht aus, das; wir es möglichst ungefährlich fassen wrÜrn. Es ist eine Entstcllung drr Tbaxiacbrn, wenn man ck so binftriii, (11s hätten wir kein Interesse daran, wie das Grieß wird. Wenn Herr Barth gestern mrinte, wir müssten für unannrhmßare Bestimmungen stimmen, damit das Geseß 10112, so war da:“; natürlich nur icherzbafi. Wir haben bidber gezcigt, daß wir Las Gesetz nicht dadurch Verderben wollen, daß wir uxiannebmbare Bestimmungen bineinbringen. Der Antrag Cabendiy beweist, daß die Sach: noch nicht genügend geprüf: ist.

VizePräfident des Staats-Ministeriums, Finanz:Minister Dr. von Miquel:

Wie der Hrrr Abg. Ehlers zu dieser Interpretation meiner Aus- führungen kommt, ist mir Voiikommen unberständlich. Ich habe nichts weiter gesagt, als daß die errn der Grgner, soweit sie das ganze Gsseß nicbt onien, dem Gases wenigrr gefährlich seien als der Uebereiser der Vertreter der Mehrheit, welche das Geseß wollen. Ick) wollte damit eins energisch3 Warnung, in diricr Beziehung nicht über die Vorlage binaußzugcben, ausspreéoen. Das war mein ganzer Zweck. Die Herren haben fich ja sogar in drn Einzelheiten in fafi asien Fällen auf d.sn Standpunkt der Regierung oder der Vorlage gefteklt. Daß ich deren Meidung ignoriere, oder gar Sie als eine weniger berechtigte Partei ansehe, das kann doc!) wahrlich hieraus in keinem FaUe gefolgert werden. _

Abg. Eblerx: Herr bon Miquel bat gefaßt, er halte die Mkbr- beit für zu klug, um sich durch einen Gegner bestimmen zu lassen. Das läuft darauf hinaus, das; wir nicht mitreden sol1en.

Abg. Frriberr don Zedlixz und Neukirch (ir. kons.) erklärt sich gegen die Zurückberweisung an die Kommission, um die Sache nicht zu verschlevpen. Wenn der Antrag Cabenslv angenommen würde, könnte noch immer in der driiten Lesung Kommiffionsberaibung beschlossen werden.

Abg. Dr. Bartl): Es ist beffcr, wenn dieKommission es gleich macht, da noch nirmand über die TragMite des Anika s klar ist. Ich babe meinen „Antrag nur im Sinne des Midisirrs geteilt.

Vize:Präfideni des Staats-Ministeriums, Finanz:Minister Dr. von Miquel:

Herr von Zedlitz bat das Richtige gesagt (Zurufe links: selbst- verständlicb! immer!), daß ich ein Gegner der Kommissionöberatbung sei, und daß es das AndkunfiSmitiel gäbe, zwischen der zweiten und dritten Lesung unter den Beibeiligtkn die Sack): zu beraiben. (Zurufe !inks: Wer sind die Vrtbeiligien?) Meine Herren, die Kommissions- beratbung farm aaiurgemäß nur dabin führen, daß vor Pfingsten das Gesetz gar nicht mehr abgeschlossen werden kann. (Sehr richtigl rechts.) In dar Kommission ist die Sache ganz gründlich beraibcn, das wird Herr 1)1'. Barti) auch einräumen. Es ist eine oberflächiikbe Behandlung der Sache in der Kommission garnicht ein- getreten.

Wenn also Herr Dr. Barth unter Berufung auf einen angeblichen Wunsch des Minifiers den Antrag stellt, dem zu Folgen und die Sache an die Kommission zu verweisen, so babe ich das kaum ernst nehmen können. Ich habe gedacht, das sei eine der scherzhaft“! Wendungen, die Herr Dr. Barth beliebt, um einen andern in Verlegenheit zu bringen (Heiterkeit), und deswegen bin ich auf die Sache garnicht weiter eingegangen. Ich habe ausdrücklich gesagt: ein Gegner, der zur Geschäftöordnung An- träge maeht -- und es handelt sich bier nur um eine Geschäfts- ordnungsfrage -, welche die Vorlage, die er bekämpft, abzuschließen erschweren, deffen Ratbseblägea soll man nicht folgen. (Sebi: richtigi

rechts.) Wie Hart Ehlers daraus diese Schlüffe ziehen kann, daß ich

gewissermaßen die Minorität mundtodt machen wollte, ist mir voll- komm-zn unverständlich, noch jeßt.

Es wird ein Schlußanirag gestellt.

Abg. Dr. Sattler (nl,): J-cb beantrage namentliche Ab- stimmung.

Vize-Präsident Dr. Krause: Nach § 61 unserer Geschäfts- ordnung ist namentliäoe Ybstimmung über einen Antrag auf Schluß oder Vrriaaung nicht zulasfig. _ _

Die Geschäftsordnungsdebatte wrrd geschlosien.

Aba. von Eynern erhält das Wort zur GeiehäfiSordnung und will auf die geschlossene Debatte zurückkommrn, wird aber vom Vize- Präsidenten 1)r. Krause daran xerbinderi. _ _ _

Der Antrag auf Zuruckverweisung an dre Kommission

wird abgelehnt.

Abg.W1nckler (koni): Um dem Abg. Barth entgegenzukommen, beantrageiäp, in dem Anfrage Barib die Worte: „auf Anrufung eines Inter1113nirn' zu streichen; für den Fall der Annahme kisses meines Antrages ziehe ich unseren-Antrag zurück. Wir wollen das Geseß nicht durch Abänderungsanträge gefährden. Gegen den Kommissionsvorschag sind so viel Bedenken laut geworden, das; wir ihn faüen lasisn. Wir hätten ja 5 Gruppen lieber statt der regierugs- seitig vorgrschlag2nen 4, aber nur, wenn dadurck) keine Beunruhigung bervorgcruien wird. Wir werden heute für den Antrag Cahensly stimmen, um di:- Grundlage für eine weitere Verständigung mit der Regierung zu schaffrn. Soüie diescr Antrag bis zur dritten Lesung für die Regirrung nicbt annehmbar gestaltet werden können, so würden wir dann für die Regierunasvwlage stimmen, um nicht das Zustande- kommen des Geießes zu Jrfährden.

Abg. Cabensly ziebt seinen Antrag zurück.

Ab.;- Hirt (10111): Früher hieß es_ immer, die chierungIVorlage spezialisicre nicht grnug; nun wxrden wieder gegen unsrre Eintbeilung allerlei Bed€nken laut. Jedenfalls hoffe 16), daß das Grieß seinen Zweck erreichen wird, brrlchtigte_Jnter€ffen zu schonen, aber auch einedStütze für drn grwerblichen Mittekstand in Stadt und Land zu Mr en. Abg. Fuchs (Zdntr): Die Herren don der Linken wollen es hier machen wie im Rrich§tagr, wo sie Arm in Arm mit den Sozial- demokraten Obstruktion treiben, rnit Ledien, die stets den Mund 0011 haben bon Vdikssoiweräniiät, 11110 die ießt die Axt an die Wurzel drs ParlamentariSwus legen. Durch nichts schädigen Sie den erla- mentxriSrnu-Z 10.-br, als wenn Sie die parlamrntariscben Verband- lunaen unmöglich machen. Hier k?nnte Herr Barth 0581“ seinen WiÜen nicbt durcbsrlzen wkgkn rmierer GésckoäitSordnun , und drr einzige Erfolz _srines Vorgehens wird sein, daß sich der kirhsiag an unserer Gescbäxtsordmmg ein Muster nimmt. JF) baie in der Kom- mission gesagt, daß die einzrinen Gruppen Wxarenbäuser iarstrüen, und jetzt stimmen Sie mit darin bei. Ich bin nicht der Vater der Grärdrrnbiidurg, ich habe sogar auch die Spezialgescbäste besieuern wo en.

Abg. _1)1*. Rewoldt (fr. kons.): Von einem ganz besonderen Ein- druck der Argumente des Herrn Barth bis in die Reiben der Frii- konfervatiben hinein kann keine Rede sein. Denn mrin Freund Lucius hat erklärt, daß _er uur für seine Person svricht. Die Art und Wrist? des Vorgehens des Herrn Barth und das Schreien im Lande sind uns nicht 012; fachiiii) eindruckgyyil erschienen. Mit seinen Wissleien wird Hsrr Barib gewiß manch€ Anerkennung fiaden, und das mag auch seine Absicht_ ;)ewesén sein; aber cr bat wrder wssentlicb Neurs, noch wrsentlwi; Erbrbiichez gestern und heute bier vorgebracht. Ich habe den Eindrrrck .Fr-Habt, als ob ibn gewissermaßen die Lorbeern drs anderen qufed am Königsplay nicht schlafen ließen. Es war sehr auisallrnd, dai; pameuiiickie Aostimmung herbeigeführt werden solite, die doch nach drm Urtbeil ailer im H.".use nicht der Förderung der Sack)? dienen kann. (Abg. Dr. Barth: Ich babe nicbt namentliche Abstimmung beantragt.) Das habe ich auch nicht gesagt, sie ist aber von einem der Freunde des Herrn Barth angeregt worden. Was den § 6 angeiyt,_fo wird man wvbl, da der Antrag Cabensly zurück- gezogen ist, xrßt den Paragraphen in der Fassung der Regierungs- Vorlage annehmen.

Abg. Dr. _Bartb: Von aUen Seiirn, speziell vom Zentrum, ist die Notbwendigkeit der Aenderung der Regierungsvoriage betont worden, und jeßt, in der zwölften Stunde, zieht der Abg. CabenSiy seinen Antrag zurück. Das brweift doch, wie schwierig die Sache ist. Daher ivxr es unsere Pflicht, das Geses zu bekämpfen; und wenn nun gesagt wird, wir machten Obstruktion und legten die Axt an die Wurzel des Parlam-ZntariSmus, so ist es klar, daß davon keine Rede sem kann. Für die Anträge laq überhaupt kein Grund vor, weiin die Herrrn der Ansicht find, es dürfe über das nicht bmausgcgangen werden, _was die Regierung wokie. Oder 11201112 mom mit den Anfragen dsr Regierung nur auf den Zahn fableii? Der Kommisfionsbeschluß macht den Eindruck der objektiven Un_reiie, daher erscheint es um so wichtiger, diesen § 6 genau zu prufen, und wir wollen, daß es in parlamentarischer Form geschieht, aber wir onen auch, daß der Parlamentarißmus in Verständiaer Weise geführt wird. Der Redner hält die Worte „auf Anrufen eines Jntercffrnten“ in seinem Antrag für wünschenswerlb, will aber auf die Auireckptarbaltung keinen Werib le en, wenn durch eine Er- kiärung der Regierung iestgesteilt werde, daS nicht etwa ein Denunziant eme solch: Entscheidung des Ministers veranlassen könne.

Grdeimer ReaierungSratb Lusensky erwidert, daß der Minister den Antrag eines Unbetbeilig_ten sicherlich ablxbnen werde.

6_Absaß 1 wird 111 der Kommrsswnsfaffung beinahe eiystimmig abgelebni, m der Fassung der Regierungsworlage Mit großxr Melrbert angenommen. Jm übrigrn wird § 6 in der Kommissionsfaffung mit dem Antrag Barth, jedoch unter Streichung der Worte „auf Anrufung eines Interessenten“, angenommen. _ _ _

Die K_ommrssion hat emen neuen § 6a hinzugefügt, welcher bestimmt:

Durch die erlegung eines Waarrnbausbetriebs in mehrere ge- sonderts, selbständige Veiriebe wird der Inhaber des Waarenbauses von der Eytrichtung der Steuer nach Maßgabe des Gesammtumsaßes nicht befreit, wenn die begleitenden Umstände erkennen lassen, daß die Zerle ung in mebrereBetriebe behufs Verdeckung des Waarenhaus- detrie_ es stattfindet. _

Die 21ng. von Brockhausen und Winckler (kons,)

beantragen:

anstatt der Worte „wird der Inhaber dcs Waarenbauseö' zu setzen die Worte „wrrden diese Betriebe" und hinzuzufügen: .Der hiernach auf die Gesammtbxii drr Betriebe einheitlich veranlagte Steuersaß ist unter sinngemäßer Anwendung der Brstimmungrn im § 38 des Gewerbesteuergefeßss von 1891, bezw. im § 32 des Kommunal- abgabengeseßes von 1893 in die auf die einzelnen Betriebe ent- fallendr'n Theilbeträqc zu zerlegen.

Abg._1)r. Barth erklärt sich gegen § 63, weil dieser nur die Waarenhauser treffs, selbst wenn sir jetzt ihren Beirieb genau so um- bildetexi, wie der Betrieb von Rudolph Heryog sei, dieser leistete aber nt-smals mit diesem Paragraphen gefaßt werden könne, weil er

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. _ E..,“ ' e 1 schon ein Spezialgefchäft babe. Dab“ sei düst Be' W'K' W ZL AußnabmegeseY wie es nicht schlimmer gedacht :..:-dk.“: ___“!qurr. : rockbaUsen sei noch eine weitere Verskbärfung, “Fx", ':

Der Antrag von er nicht das Waarenbaus in seiner Gesammtbeit, sondern die einzelnen

Betriebe trrffe.

General-Direktor der direkien Steuers-dem _ „_ : Herr hat früher das Geséß iür "' MUS ., weil sich die Waaren. bäuser in Spezialaeschäste 01-110,“ , . n, und jkßt bekämpft er den § 68. Dieser will gers»: verb...oern, daß die Waarenbäuser daduxch die Steuer umgeben. «...-r Redner spricht sich gegen den ersten Theil des Antrags von Brockhausen aus.

Abg. Winckler bemerkt, daß -der erste Tbeil des Antrags keine Verschärfung sei, sondern lediglich redaktionelle Bedeutung habe. Der zweite Theil fülle eine Lücke aus, amit festgestelit werde, wer zu zahlen bat. Der § 6 0. sei gerade 1 folge der Ausführungen des Abg, Barth bei der ersten Lesung beschlossen worden, um der Umgebuug der Steuer durcb Zerlegung der Waarenbäuser einen Riegel vor-

zuschieben. Abg. Funck (fr. V01ksp.): Der § 6a muß nothwendiger Weise

zur Vestruerung aner Spezialgeschäit€ führen, denn die Ungerechtig. keit ist nicht aufrechtzuerhaltkn, daß die Genesis eines solchen Geschäfts allein entscheidet, ob es _der Steuer unterliegt oder nicht. § 60 wird Mit dem Antrag von Brockhausen an: genommen. _ u §7, nach welchem _dre Veranlagung der Waaren- Faussteuer im Anschluß an die Gewerbesteuer zu erfolgen hat,

emerkt

Abg. 131". Barth, daß ein Waarenbausinbaber unter fremdem Namen ein Spezialgrsckoäst gründen Und dann nicht gefaßt werden könne. Wenn man die Zerlegung der Waarexrbäuser in Spazial. a-scbäfte unmöglich mache, würden die Speziaigescbafte derdcckrr Waarenbäuser werden.

General-Direktor der direktenSteuern Burghart: Wenn sich s01che Dinge ergeben soliten, wird man neu_e Bestimmungen treffen müssen. Gagen verdeckte Waarenhäuser ist eme Kantel im § 8 durch

die Deklaration gegeben. Abg. Dr. Barth hält trotzdem verdeckte Waarenbäuser für

möglich, wenn die Zweiggeschäfte z. B. in verschiedenen Siadtgrßenden sich befänden und jrdes einen anderen Nimen führe. Es i_ei eine Ungerechtigkeit, die Steuer danach zu erheben, ob ein Geithaxt vor Erlaß dieses (Heseyes Waarenbaus gewesen ift odkr nicht. Grneral-Direkwr der direkten Steuern B urg [) art eracht€t es nicht für ungerecht, einen Wxarenbausinbaber, der sein Grscbäft nur zur Umgebung der Steuer umändere, Weiter ais Waarenbausinbabcr zu behandeln. Auf denienigrn. der 00011119. 1160 sein Waarenbaus in ein

Spezialaesckéäit auflöfe, treffe § 68. garnicht zu.

Nachdem sich noch Abg. Ehlers in demselben Sinn wie Abg. 131“. Bartl) ausixrsprochen hat, wird § 7 angenommen, ebenso obne Debatte die §§ 8 bis 12. '

§ 13 bestimmt u. a., daß die Gemeindsn, soweit sie Gewerbesteuer erheben, das Aufkommen an Waarenhaussteuer zur Erleichicrung der Gewerbesteuerklaffen 111 und 17, andern- falls zur Bestreitung von Grmeindededürfniffen verwenden sollen. Die Kommission bat den Zusaß beschlossen : „bevorzugter- weise im Jnteressr der kleineren ererbetreibcnden.“

Abg. Meyn er (Zrntr) beantragt, nur die 117. Gewerbesteuer- ilaffe in dissrr Weiie zu erleichtern, weil nach der gestrigen Be- rrcbnung drs Haxdeldminisiers auch Waakenbäuier in drr 111. Klasse scin könntrn, die auf diesem Wege ibrx Steuer zurückrrxieiten.

Abdi. Wi;.ck1er ist gegen den Antrag, wünscht aber für die driitc Leésung eine solche Faffung, daß die Erleichterung der 111. Kiaffe fakultativ in das Ermessen der Gemeinden gestellt werde.

Vize-Präsident des Staats-Ministeriums, Finanz-Minister 131. von Miquel:

Meine-Hrrren! Ich kann mit!) drn Ausführungen des Herrn Ab- geordneten Winckier nur anschließen; irh babe nichts dagegen, weil voraus- sichliicb, da diese doch einer solchen Unterstüßung besonders bedürftig ist, die Klasse 4 wesentlich und zunächst in Beiracht kommi; bleibt dann aber noch etwas übrig, so ist es vollkommsn zutreffend, daß gerade die _Klaffe 3 vielfach am meisten unter der ominösen Kon- kurrenz der großen Waarenbäuser leidet. Ich würde sie urtzr krincn Umständen ausschließen. Ich möchte also bitten, auch diese Sache, wo wir materiell nicht wesentlich vrrichiedencr Meinung find. bis zur dritten Lesung noch aufzubewahren. Wir sind ja mit den Wünschen des Herrn Metzner insofern cindersianden, als ich auch der Meinung bin, daß voraussichtlich die des Erlaffes von Steuern bedürftigsten Leute in der Klaffer 4 stecken. Aber die Klasse 3 auszuschließen, würde ich für falsch halten. (Zuruf: Höheres Einkommen, 20000 „ii) - Nein, das ist nur theilweise ivabr; es sind in der KlaffeZ auch Er- schäfte, die visüeicbt mehr unter der Konkurrenz der großem Waarrn- häuser leiden“ (sebr richtig!) als die kleinen, die oft eigentlich wenig berührt werden von der Konku rrenz, und gerade bei den Vorbe- ratbungen sind mir aus den Kreisen der Gewerbetreibendea diese (Gesichtspunkte aucb mitgetheilt worden. Ich glaube 0110, Herr Mcßner wird sib wobl entsrhiicßen müssen, die Klasse 3 nicht aus- zuschließen. Das kann am besten in der dritten Lesung formuliert werden. Es wäre wohl das Richtigstk, den Antrag vorläufig zurück- zuziehen.

Abg. Mxßner zieht seinen Antrag vorläufig zurück, um ihn in der dritten Leiung wieder aufzunehmen.

§ 13 und der Rest des Geseßes werden in der Kommissions- faffung angenommen.

Die vom Abg. Cahensly beantragte Resolution: „die N-“gierung zu ersuchcn, möglichst bald eine Aenderung des Ein- kommensteuergescßes in der Richtung ?erbeizuführen daß auch Konsumvcreine ohne juristische Persön ichkeir der 'nkommen- steuer unterliegen“, wird ohne Debatte abgelehnt.

Darauf vertagt sich das Haus.

_Abg. Dr. von Heydebrand und der Lasa (koni) fragt bezuglich der GesckpäftSdispositionen cm.

Vize:Präfident des Staats-Minifteriums, Finanz-Miniskek O1“. von Miquel:

Meine Herren! Ich würde mich sonst nicht in Geschäftdordnungs- fragen einmischen, aber zur Aufklärung des Hauses möchte ich doch sagen, daß die StaatSregierung wird wünschen müssen, daß die dritte Lesung dieses Waarenbaudgeseßes erst am nächsten Mittwoch statt- findet, weil eine Staais-Minisierialsißung wird berufen werden Müffsn, auf Grund der ich, wie ich schon gesagt babe, im Laufe kek Debatte ganz bestimmte Erklärungen abgeben kann. Das Haus wird dW gern Wissen onen, ob und wie die Staatßregierung zu Be- schlüsiem dic bier gefaßt werden, sich sieUt, und es ist nicht wobl möglich, vor Dienstag dirse Sißung zu berufen. Vielleicht könnte dann das Haus geschlossen werden.

V11k-Pkäsident 1)!"- Krause tbeilt mit, daß am Mittwoch ?Ußekdkm die dritte Lesung des Geseves über die ZwangéetiiEbunß stattfinden könne, Wenn dieses am Montag in zweiter Lesung erledigt [Lin Werde, und daß dann eine längere Pause bis nach Pfingstek eintreten werde.

Schluß, gcgen 31/2 Uhr. NächsteSißung Montag 11 uhr- (Zwangserzrehungßgeseß)

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Berlin, Montag, den 21. Mai

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xräsidrr'“_' _7" Literatur.

Handels- und Macbtpolitik. Reden und Aufsäße, im Auftrag? der „Freien Vereinigung für Flottenvorträge“ berauSgegeben vo'tGUstav Scbmollcr, Max Sering, Adolpb Wagner, ordentlichen Professoren der Staatdwiffenscbaiten an der Universitat BerliU- Zwei Bände. Stuttgart, I. G. Cotia'scbe Buchhandlung Ngchf. Preis geb. 2,20 „jk _ Die „Freie Vereinigung für FlottenYortrage' wurde von einer Anzahl Schriitst211er,;Künsiler, Gelehrter gcgrundet. als der Entwurf eines Geießes zur Veritärkung der_deutscben Krieakftdtte veröffentlicht wurde. Ihre Mitglieder wollten in Wort und Sabrift für die ihnen gemeinsame Ueberzeugung eintreten, daß eme bedeutende Vermehrung unserer Streitkräfte_ zur See erforderlich sei, um dem deutschen Volke die errungcne politische und wirtbschaftlicbe Stellung zu sichern. Durch die Heraußczabe der vorliegenden Samm- lang hat die Vereinigung einige anderwarts noch nicht im Wortlaut veröffentlichte Vorträge und Aufsätze ihrer Mitglieder weiteren Krrisen zugänglich gemacht. Der ersteBand enthält einen Vortrag von Professor Or. Gustav Schmoller über .Die wirtbicbaftlicbe Zukynft Deutschlands und die Floiienvorlage“, geschichilicheB3trachtungen uber Die Entwickrlnng des wirtbschaftlichen und geistigen Horizonts unserer Nation“ von Professor Dr. K. Lamprecht in Leivzig, einen Vortrag übxr „Die Seefahrt im Leben der Völker“ von Proxesiyr Or. Rtch_ard Ehrenberg in Rdstock, eine Abbandlung über „Weiipolitik und Sozial- ngorm“ von 131". Ernst Francke in Berlin und eine um- faffendS Arbeit über „Drurirhland und der Welkrriarkt' von ])x„ Paul Voigt, Pridaidozenten an der Univerfitcrt Berlitz. DM Jndalt des zweiten Bandes bilden folgende Beitrage: „Die Handrißpoliiik drr Großsiaaien und die Kriegsflotie“ von Professor Dr. Max Serina, ,Die Flottenverstärkuna und unsere Finanzen“ von Professor Dr. Adolph Wagner, .Die Entwickelung 11110 Bedeutung der deutschen Rbederei“ von Professor Dr. Ernst von Haüe in Berlin und „Drutschlands Jniereffrn in China“ bon Professor Dr. Hrrmann Schumacher in Kiel. Diese Sammlung lebrreicher Abbandlungen, welche über 0110 für die politische und wirthscbaftlicbe Stellung des dcuifcbén Volks bedeutsawen Vorganiie_ und Fragen allgemein verständlich unterrichten und in denen auch em reichhaltige? statistiichrs Material zusammengetragen und übetfirbilich dargestellt ist, Wird die Aufnahme und Würdigung finden, welche sie nach Inb91t und Form vkrdirnt. Die Vrrlagsbuchbandlung bai sicb bereit erk_lari. einrn sicb etw; crgrbrnden Reinrrtrag des Werkes, dessen Preis im Hinblick auf die gute: AuMaUun-g als außrrordcntlicb niedrig bezeichnet werden muß, dem „„Deutsche-n FlottenVerein“ zuzuführen. _

- Heimatbvolitik durcb Weltpolitik. Reden zur Floiiknddriage 1900 von Adolph don Wenckstern. Verlag von Dunckrr u. Humblot, Leipzig. Preis (i_eb. 2 5-6 _- Dtese kleine, interrffante Schrift giebt iünfiebn Vortraae wieder, welch: der Verfaffer in dsn Monaten Februar, März und April d. I. an _ vrrschirdenen Ortrn gehalten bdt,'um gleichfalls die Notbwcndigkeit einer Ver- 111111111171 dcr deutschem Krirrisflorte darzutbun. Wenn auch nicht jeder Leser allen Audiühvungcn beistimmen dürfik, so wird er doch manckyerlci Anrrguag darin fixiden.

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„Jahrbuch für Fädnriche und Fabueniuner“. Her- auégxgebrn bon SQaarsÖmidt. Major a. D. Erster Jabr- gang 1900. Verlag des „Deutschrn Offizierblattes“, Gerhard Stanyg, Oidrnbnrg 1. (Hr. Pr. 905. 1,75 „FQ - Dieses soeben erschienen? kiemr Wsrk reibt 1111) dem bereits früher bon dsmseibrn Verfasser heran?!- gessbenen ,Jabrbuch fiir Kadritcn' bezüglich _der Anordnurrq WW der darin enthaltenen leitenden Grundsäße an, ist xedoä) tm ubrigen déil Verbäituiffen der im Titel angeführten Dienstgrade angepqßt. Das Buch enthält zunächst das jedem _.Jabrbucb“ unsnibebriirbe Kalendarium, sowic neurologische, grschiéotiicbe u_nd gedxräpbrsche Noiizen, Angaben über Mümrn, Maß: und Gewichte, ubrr Poit- 11113 Telegrapbenverkebr, Berliner Srbenßwücdiqkeitcn _u. s. w.,_und wender fich dann den rein militärisckiedimirliÖLn Bedirrfmffen drr Fahn- rirbr und Fabmenjunker zd. In diesem Theil (11:01 der Y_erfaffer darch Darbietung reichen Maierials aus seiner) eigenen langjabrigcn Erialwmren als Offizier und Erzieher dcr militariscben Jugend dkn Oifiziers-i spiranien nichtzu unierscbäßende praktische_Wir.kck zur_Selbst- beiebrung in 011610 Wechselfällen iixrer risien miiitanscherieniizeit. Eine besondere Berücksirbtigung finden hierbei die Verdaixmffe a_ui den Kriegsschulen und die sich dort voiizirbrnde cigrnilicbe _OZranbtldirng fiir den künftißcn Oifizircsberuf. Als zwrckmäfiige Brigabe_entbait das Büchlsin ferner noch Auziüge aus den BZstikUiiiUIiZM iiber die Ergänzung der Offiziere des Friedcndstandes und des Sregffizterkorpß, 100318 der Dienstordnung der Krieasschulen, ferner Line 11.11?) _den Regt- ments- :c. Nummrrn asordnete Armee-Quartierlists und er:1€_aUge- meine U€b€1ficht der Marine-Eintbeilung, end1ich 018210111013 Hiiin_€1s2 über Benußung und Instandhaltung drs Fabrradd. -_- Das Jahrbuch ericheint, wie 0118 dieser InhaltSangabe rrsicbtlicb, nicbt nur fur_ den Gebraach des Fähnricbs und Fahnenjunkers geeignet, sondern durft: sich ganz besonders auch für junge Leute, welche firbsvaier dem Miliiärbrruf widmrn wollen, als zwrckmäßiges Nacdicblage- und Oricntierunqswerk nüßlich erweisen. _

_ “Der. Türmer. Monatsschrift für _Gemutb und (Hxisi. Herausgeber: Jeanriot Emil Freiherr von Groitbus", 11.243135 Qanii, Heft 6 bis 8. Verlag 5011 Greiner u. Pfeiffsr, Sintrgart. Pcris vierteljährlich 4.44 - Die vorlirgenkrn Hens wriien wirdcrum einen reichen med gewähltrn Inhalt auf. Dr. Hermann Röskmeier 111613! im Märzbeit ein scharfumriffencs Lebersbild des Kaisers Karls. anlaßlich der 400 jäbrigr'n Wiederkehr seines (Heburtdiags; Profrffor ***)ka Sciiinq erzählt in dem anrrgenden ?iufiatz? „Ein außerordent- 11ch_?r Menirb des 19. Jahrhunderts“ Einiges aus demWLebcn und Wirken dss Schotten Daniel Home; Profeffor Paul «(barnweber Jtrbt einc crgreifrnde Schilderung der Hungrrsnoth in TaIkdma, weiche der Arbeitseinsieüung auf der TaEkomx-Linie drr canadncben PacificBabn folgte. Das Avrilbc'ft eröffnet eine 9301111130011: Er- zählung aus dem Leben Christi, „Die lrßte Rast - ein Grächt aus ierncr_Zeit*, von Pster Rosegger, an die M) Aufsätze über S111100 Tvszk_1ew cz (Gräfin Potocka, deren die levien Zsirxn voiniichsr Selbständigkeit und die ersten Jahrzehnte des 19. Jabrbunderjs br- bandeliide Memoirrn im vergangrnen Jahre auch in druifcher Syküäie «schienen sind, von Theodor Schiemann, übcr Arnold Vockiizi von W. von Oettingen und das Pbilosopbirrendc Gewracb „Blumknseelen“ von F. E. Medicus abschließen. J_m Maibeft veröffentlicht Dr. Hermann Schelsi eine [ejrnswerthe Studie über das „Entwickelxngégescß der Religion und deren ZU- Tunit“; Profrffor Fol de Mont würdigt in dem _Cffay _.»;tn _Moderner aus dem „ande Rembrandj's' drn jungen mricriandiscben Maier Anwort van Weite und dessen Werke. Foriirßungrn dcs 181101081) Romans „Die Halbrn“ vori dem Hörausgeber, eine Erzählung ZRH Joiéz Echegaxay: ,Chinitaß'. eine Kleinitadtgeschiäoie bon Karl 4311112: .TanteFine“, anziehendeSkizzrn und mehrere ©0010th boUenden dk“ anult drs Haupitbeiies der Hrfte. Jm kritischen Abschnitt findet man eingehende Beiprecbungen von Dramen, Gesrrirbtdwxrken Zink), solistiarr LitékatUk von allgemeinem Irrereffe, in der Rund1ch01 BeUchte uber die Ergebnisse der neuesten medizinischen, astronomischen u's'w-Fokschungei1,zur Weib. Kultur- und Literaturgrfchichte, über ZNUfik und Bühnenkunst. Zablreiche kleinere Mittbrilunxen, di?

11 den Rubriken „Offene Halle“ und ,Türmers Tagrbuci)" krit- baitkn sind, beschließen die Hefte, weiche mit einem Porträt Kaiier

Karl's 7. von Cbristopb Amberger, den Bildrrn „Der Gang nach Emmaus' Von Arnold Bchiin und „Ophelia“ Von Antoon van Welie geschmückt find.

Land- und Forstwirthschaft.

Der Saatenstand in Preußen um die Mitte des Monats Mai 1900.

Nach den im Königlichen Siatiitischrn Bureau zusammrngesiellien Ergebnissen der Erhebungen über den tand der Saaten in Preußen berechtigte dsrfelbe um die Mitte des onais Mai zu folgenden Ec- wartungen (Note 1: sebr gute, 2: gute, 3: mittlere [durchschnittlich21, 4: geringe, 5: sebr g-Zrinae Ernte): Winterweizen 2,8 (wie im April), Sommerweizen 2,7, Winterspeli 2,3 (im April 2,4), Winter- roggen 3,3 (im April 3,0). Sommerroggen 3,0, Sommergerft? 2.8, Haier 2,8, Kartoffeln 20, Klee 3,2 (im April 3,1), Luzerne 2,9 (im Avr112,8), Wiesen 3,3 (im Apri13,1). Die wegen AUSwinterirnq, Mäuseschadens, Schukckenfraßes und deraleicben umgepftügie Flache brträgt in Hunderttbeilrn drs Anbaueö: beim Winterweizen 4,32 0/0, beim Winterspelz 0,990/0, beim Winterrozgen 3,190/0, beim Klee 5,72 11/9. bei der Luzerne 1,99 0/0.

__ Ekxläuternd wird zu diesen Zahlen in der .Stat.Korr.' Folgendes

Emtk : «*;1 Während drr verflossenen Berichtsperiode herrschte fast im ganzen Staatssebiet andauerndes. mit starken Nord- und Ostwinden ver- bundenes trockenes Wetter, das eine grdeibliche Weiterentwickelung der an sich schon schwachen Winteriaaien unmöglich machte. Zwar sind seit d:m 8. Mai Nirderickyläge gefaüen; sie reichten aber besonders in den östiichen Provinzen bei weitem nicht aus, den durch wochenlange Dürre 55111; ausgetrockncien Boden aenügend zu durcbfeacbien. Nur im Regierungsbxzirk Cassel und in der Rheinprovinz: siad größere Regrnm-nßen nirdergegangen, die den Saaten von Nutzen gewesen. Dix T:mperatur_war in dEr zweiten Apriibälfte kalt; es folgten Aniang Mai einizr sebr beiße Tage; dann aber kühlte sich das Writer plößlicb derartig ab, daß aus einer ungewöhnlich großen Anzahl 0011 Berickotsbszirken, ins- besonders der östlichen Prvinzen, für die Zeit vom 10. bis 15. Mai starker Frost gemeldet wird.

Bis zum 19. d. M. gingen ein Berichte _

mit rnit aus dem äber- Angaben aus drm _ über- Aggaben Regierungsbezirk haupt übst Regierungdbezirk haupt uber Frost Frost Königsbrrg. . . 214 107 Hanwodkr . . . 56 23 Gumbinnen .. 129 64 HZldssb-xim . 70 12 Danzig . . . . 76 39 Lünrburg . . . 77 23 Mariendoerder . 99 50 Stade . . . . 64 19 Potsdarn . . . 99 42 OInabrück . . . 51 15 Frankfurt . . . 93 38 Aurich . . . . 33 9 Steirin . . . . 183 40 Münster. . . . 74 12 Köslin . . . . 182 86 Minden . . . . 75 8 Siraisund . . . 62 9 Arnsberg . . . 158 23 Posen ..... 159 57 Casei. . . . . 169 14 Bromberg . . . 84 42 Wieébaden. . . 113 6 Breslau. . . . 203 51 Koblenz . . . . 122 14 Licgniß . . . . 180 80 Düffeldorf. . . 146 12 Oppeln . . . . 155 28 Köln . . . . . 102 13 Magdeburg . . 289 116_ Trier ..... 144 6 Merseburg. . . 213 20 Aarben . . . . 87 7 Erfurt . . . . 91 8 Sigmariiigen. . 11 ----. Schleswig . . . 226 76 _ _ Besonders tief sank das Thermometer in dem bsilicbrn Provinzen; Viei- fach hat 65 bier aucb geschneit. Jm Kreise AÜenstrin war die Schnerderkr am 10. Mai 6 0111 stark, und die Frider boten Linen vöÜig winikrlicbrn Anbléck. Nadi) den 2111935711 dcr Vertrauenc-männer betrug, um bier nur die Kältkgrade Von 30 (8211103 _und daxunier bervvrzubebrn, die Stärke des Frostes 8--90 7-89 6-70 5-60 4-50 3-40 in Berichisbezirken 11 12 .

in Ostpreußen . . . -- - «-

, Westpreußen . 4 _

. Brandenburg . 1

Pommern . . . . 1

Posrn . . - 2

Schlrfien . . »-

Sachsen . . . . 1 .“) zusammen . . 1 4 16 __39 _ 4

Inwieweit die Sauren durch die anbaitenden Nxchi_iröitr_ (Schaden „qe-

vommen haben, läßt si-Ii) zur Zsit noch nicht übersehen; jrdsnfails bat

die Baumblütde viclerorien stark gelitxrn.

Dcr Winterwrizen. welcher der Ungunst der Wkiterung dyn stärksten Widerstand geleistet bai, bewahrte srinrn Simid und vrrsprikot in der Mehrzahl der Vcrichtdbezirke nock) cine Miitelyrnte. Von drr gesammten mii Winierwyizen besteüisn Fläche sind 432 Vom Hirndert gegen 1,4 im Vorjahr umgeackcri worden. Zumeist bxben englische Sorten durch Frost und Schne€ im Winter grlttien. Am bcdentrndiien waren die Umacernngrn in den RrgiLrungs- bezirkrm Kohlen“, Düffeiddrf, Köln und Aacbsn. Jm Staats- durchsckniit blkibi dir Note binter dsr des Vorxabrks um vier Zrbnrel zurück und nimmt unter den Mainotcn dcr leßten 8 Jahre die grringiKe Steile cin. Där Stand des Winterroggeds tit gegxn dan Vormonat 110chwrit€r zurückgrgangen. Anbaiirtide Trrckeubett, verbunden mit auSkörrendrn Winden und unZ-ZwödnlrchS Kalte, _bat seine Beflockung gehemmt, sodaß der Stand fait durchwrg als dunn bezeichnet wird. In einz-zlnen Geganden beqinnt de_r Roggen bccrits zu schossen; d0ch dürfte er größtentbeiis kurz im Halme bleiben. Am ungünstigsten lauten dir Liiachrichten aus_ drr Provinz Schlesi211. Der Staatddurchsckonitt (3,3 gegen 2,7 im Vorjabre) war nur noch im Jahre 1.895 (3,4) ungünsttgrr. In den Regierungsbrzirken Breslau, Oppeln, Merseburg, Eriurt, Hiidesbrim urid Mindrn haben nicht unbedeutrnde Tbrile dcr AnbauflaYe 11m- geackert werden müssen. Die Anlbeilzablen wücdrn guck) tur die übrigen Réqicrungsbszirke noch höher sein, wenn wirklich 0111: Au?!- winieruxigxflääyen bon neuem bestellt worden wären; _Ostmals aber fehlte es bei der an uvd für sich schon verspäteten Frubxabrsdeiieliung wohl an Zeit, mehrfach aber auch an Arbeitskräiien. Sodann konnten die ausgewintertrn Stellen nicht immer umgepfiugt w:rde_n, weil fie nicht im Zusammrnixange, sondern über das ganze Fsld zerstreut lagen. Zu solchen Fäüen sucht? man sich dadurch zu bclfen, daß man Sommernng odcr Scrcacha dazwricven sarix; _ _ _

DieBestellung der Filder mit Sommerung hat der brstandigem Weiier obne Störung zu Ende geführt werden _kömzrri; doch ist bisher nur am kleiner Theil aufgegangen, sodaß sich em einigermaßxn sicheres Urtheil erst im Juni wird fäUen lassen. In den Frostnqchten der ieizxen Wowe ist virl Sommerung abgefroren; am meriten hat Sommrrgrrsie gelitten. _ _

Die Kartoffeln sind zum grdßtcn Tbetle_0c1€0,t, aber _crft zum gerirgrn Theile agigrlaufen. Das Kraut der Frudfarwffkln ist vixler- NTM rrfcoren. Den für die Kartoffelxr ermittxlien Notsn durfte j-Z'dori) kein großcr erib bkizumrstxn sscn, d_a dteir Frucbi zumeist noch nicht aufgegangen ist und dxdbalb nur eme geringe Anzahl yon Bsrirauensmännern Schäßung§nffetn abzugebm dermocbts.

Am meisten haben die Futterpflanzrn unter dcr Ungunst des

c.: DHQ-WPQM

Writers gelitte

in vielen Gegenden wird Futtermangel befürchtet.

11“ Der Klee, welcber wegen der ungünstigen Perhäitniffx des Vorjahres an sia: sch00 «inen schlechtxn Stand harre, ist sehr zuruckgeblieben und vielfach erfroren; er verspriäot bei dünrxm Stand? nur geringen Ertrag. Die zumeist wegen Mäuseschadens noibwendig geivoxdßnewUmLckerungen sind am umfangreichsten in den Regierungsbrzirken Stsitin, Gtraisund,

Hannover, Hildesheim, Minden und Aachen.

Die Wiesen sind infolge der Käite 5135er in virlen WarichtY- bezirken fast noch dbne alles Waibstbum und bsqinnrn 1821! erst grun

zu werden. Die Flußwiesen itsben vieiiach

noch unter Wasser, und

auf den Feldwiesen haben die fsineren Gräser durch Frost gelitten.

Ernteaussichten und Getreidebandel in und Sizilien.

Süd-Jialien

Der Kaiserliche General-Konsul in Neapel berichtet unter dem

10. d. M. Folgendes:

Auf die langandauernde ungünstige Witterung ist im Vergangenen Monat besseres Wetter gefolgt, welches die ErnieausfiÖten in Boden-

produkien in günitigem Licht erscheinen läßt. Der

Stand der Saaten

ist in ganz Süd-Jtalien ein sehr guter. auch in Sizilien erwartet man

eine reichlichsErnte an Brotkorn. _ bäume versprechen edenfaüs gute_ Ertrag? Nrtr haben durch di“: rauba Frühjahrdwriterung so «[Wie

Wein, Oiivrn und andere mcht-

die Munde bäume n, daß wahrschein-

lich nur auf eine halbe Ernte zu rechnen s0i71 wird. Aus demsrlben Grundr wird dir diesjährich Haniernt: sich mindriiens um 5 WWW

verzögern, sodaß der Exporr kaum vor der zwziten wird bsginnen können. _ _

Im Einzelnen stellen sich die Preise, ww folgt Hartweizen . . . . . 28,00-29,50 Lire pro Wxicbzc- Weizen . 26,00-2825 Maiskorn 15,50-17,50 Hafer . 17,50-19,00

Der Wasserstand des Nil.

Cbarium IZKF AiiUÜ"

1900 1899 1930 18995 _190 1110 1110 LK? 1)

Datum

Hälfte des August

(verjyilt): Doppri-Zentner

112er den Stand des Nil liegt folgende Zusammenstellung vor:

Ro dab 0 1339 i 1900

x( 1)1('11)1(

März 28. 0,64 111 1111181: 0 2,62 29. 0,64 . 2,54 30. 0,62 , 2,47 31 0,59 2,46

April

. 0,56 2,40 0,53 2,46 _- 2.43 2,40 2,30 2,37

*

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0,49 0,49 0,48 0,47 0,48 0,46 *.),45 0,48 0,44 0,52 0.58 0,70 0 66 0,67 0,63 0,62 0,58 0,53 0,49 0,51 0,51 0,57 0,59 0.64 0,60

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111 : Mster, 0 = antimrter, 1.) : Pic : 0,54 011), 1T : Kiral, 1 Pic = 24 Kiral.

In London ist, wie ,W._T. V..“ 12121001, am Sonnabend von den Bevolimäckprigien der 5615871100311 Staaten ein irrterxiationales

?kaommen über Wildschuiz in Z“.“niral zeichnet worden.

-Afrika unter-

Gesundheitswesen, Thierkrankheiten und Absperrungs-

Maßregeln. Niederlandr.

In Anbrirackpt drs crncuten Auftrctens dcr Pxit in Alexandrien hat der KöaiqiiH ni-drriändiicbe Ministrr dus Jimern 0;r_rch V3r- ordnung Vom 14. d. M. di:: gxnannte Hafeniiadt wiederum fur vest-

verseucbt Erklärt urid dis Beobachiunzsirtst für

brrdächtigs Säoiffe

auf zehn Ta.;e fest,;cicßt (!).-tgl. .R-Anz.“ Nr. 55 vom 2. d. M.)

Griechenland.

Die gri9chische Regierung hat über 011€ Schiffe, die rinen türkischen Haien s-it dem 9. d. M. drrlaffen baden, 531112 in_nf- tägige Beobachtung-z - Quarantäne verhängt. Auch sollen die Sch:ffe

desinfiziert wrrden. _ Schiffe, die in Smyrna__grw31§n smd, verdächtiger Fall borgekommen Ut, muffcn si

Woielbst ein peit-

ch einer zebntägigen

Quarantane und einer gründlichen Dcsiniektidn unierzieben. Die Einfuhr von Waarcn aus Smyrna ist auf das strengste

verboten.

Diese Quarantänen müssen auf der Insel Delos absolviert

wrrden.

Nur die aus ien Häfen Albaniens, don Epirus, dem

Golf von Prebeia und die au; dkn (_1_11_i Adriatisckyen iind Ionischen Meere liegenden türkischen Haien kommrndm Sodiffe,

babrn jich einer Quaranjäne nicht zu unierzirben. Egvvten.

Der internationale Gesundbritöraii) in Alexandrien bat bc-

sch10ffcn, gegen Herkünfte von Suakim daI in Anwendung zu bringen.

Pest-Reglement