1900 / 123 p. 6 (Deutscher Reichsanzeiger, Wed, 23 May 1900 18:00:01 GMT) scan diff

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Vize-Prästdent des Staats-Minifteriums, Finanz-Minister Dr. von Miquel:

Meine Hkrren! Hier liegt ein Antrag vor von einer aanz eminenten Tragweite in seinen Folgen, und ich bin daher natürlich als einziger "Minister gar nicht in der Lage, mich über diesen Antrag zu äußern, das wird lediglich Sache des Staats-Ministeriums sein. Ick möchte nur das hohe Haus, Von dém ich ja nicht zweifie, nach der Haltung der verschiedenen Parteien in der Kommission, daß es den Antrag annehmen wird, auf die Natur und Konsequenzen dieses Vorganges aufmerksam machen.

Meine Herren, die zweiMiÜionen find entweder eine Begünstigung unberechtigter Weise für eine einzelne SteUe, beispielSweise für Bielefeld, oder aber “sie werden fich verwandeln in Milliarden. So ist di: Lage. Ich stehe doch nicht in dem Rufe, daß mir die Wohnungsfrage gleichgültig ist; aber ich muß doch sagen. wie v?.el auch noch auf dem Gebiete des Wohnungswesens zu geschehen hat, daß wir in dcr vollen Bewegung find, durch ein Zusammenwirken privater Kräfte, der Arbeitgeber, der Kommunen, dW Staatss, wenigstens für seine eigenen Arbeiter, d5r Ver- wendung großer Mittel der Verscherungßgessllschasten für die Be- friedigung des Wohnungsbedürfniffes vorwärts zu kommen, daß wir immer mehr diese große Aufgabe auf der Tagesordnung baben, und daß man fich fragen muß, ob es in disser Richtung und in diesem Augenblick absolut nothivendig ist, den Staat für das Wohnen der Mensehen verantwortliäp zu machen. Denn das ist nach meiner Mei- nung die Entscheidung.

Wenn fiä) übkrall Genoffensckpastkn _ das ist ja heutzutage nach dem Genossnschaftßgeseß sehr leicht _ zusammentbun, einen Vau- verein bildcn _ die Vermebrung der Wobnungen ist fast überall ein Bedürfniß, jsdenfalls die Verbesserung der bestebknden Wohnungen, Neubau an die Steüe der alten, ungeeigneten Wohnungen _, so werden die Anforderunger an den Staat ins Janz Ungemeffene wachsen. Das kann garnicht ausbleiben, man kann ßch da garnickpt bescbränken, wie der Herr Vorredner meint, denn sonst ist diescs Ein- treten des Skaats eine Ungerechtigkeit für den einkn und einS Be- günstigung für den anderen. Die Frage stlbt wirklich so, daß Sie hiermit die Verantwortlfcbksit für das Wohnen der Menschen auf den Staat abwälzen. Ich will das noch garnicht kritisieren; man könnte ja sagen: die sozialen Entwickelungen find so beschaffen, daß der Staat das übérnebmen muß. Ick) will die Frage garni-“bt entscheiden, ich babe dis Befugnéß auch garnicht dazu, aber daß diese Koussquenz aus dieser Frage hergeleitet wrrden kann und aller Wahrscheinlichkeit nacb hergeleitet wird, das ist garnicht zweifelhaft.

Meine Herrén, in dkn Städken _ das hat der Herr Vorredner selbst gewiffermaßzn zugestayden _ ist das, was bier gefordert wird, ein qus und ein Garten, überhaupt nicht möglich. Das aÜein würde schon Eine ganz bsdenkliche Wirkung dks Antragks sein. Nun aber auf dkm LrndEJ I:!) will mal sagsn, zehn Gatsbéfissr tbun fich zusammkn zu eins: Genoffenschaft, bauen ihren Arbeitern Häuser, das sollen ja nun NcntsngutSeigentéyümer werdkn. Glauben Sie. daß Sie die Lzute dadurch balten, daß Sie Ihnen eine Wohnung gebxn mit Rsnten bSlastét und einen Garten? Sie müssen ihnen Land g€ben1 Dann werden die Leute wirklich bleiben, weil 112 dann das (Gefühl einer gewissen Selbständigksit bekommen. Und Wkllhés Nifiko für die Leute, ein solch€s Eigsntbum zu nehmen, was fie nicbt Vsrwertben könnkn, wenn ihre wirtbscbaft- lichen Verbältniffe den Abzug erzwingen! Sie machen gerade durch eine solche Mktbodk dZe Lxute Von der S:!wlle abhängig, und darauf werden fich dikse größwntbeils nich'! einlaff-xn. Auf drm Lande scheint mir danach die Sachs n0:b viel zweifslbafter zu sein.

Wär haben immer mittlere und kleinere Befißer durch unsere Geseßgebung gründsn woklzn Hier soßen wir Lsute ansiedeln bloß mit einer] Wohnung (Abg. Jm Walle: Und Garten!) _ und Garten: ja, der Entschxirst abrr nicht, derc'brtzr Hzrr, absolur nicht; fonDern die Abbängigksit blsibt von dem Garten ganz unberührt.

Ich wiU tiefer auf die Sache ga: nicbt eingébkn.

Ich möchte nur das hohe Haus aufm-crksam gemacht baden, zu welchen Konskqnenzen Sie mit diesem Antkaxx kommen.

Nun haben eine groß? Mknge Arbeitgeber mit eigensn Kostrn, mit eigenen Mitteln sowohl in der Stadt wie auf d2m ande für die Wobnungßbedürfniffe sxlbst gesorat. Diejenigen, die zurückgeblieben find, bekommen nun bier die Staatshilfe. Die erwkndbarkeit in Stadt und Land wird ganz v::scbieden sein. Was soll alles aus solchen Jntereffenkoofliktén werden? Davon bin ich überzeagt: Wenn

wir zwei Mtllionsn bikr für dissen Zwkck bewiÜisen, so muß der-

Staat weiter gkbcn; denn er kann nicht kinzslne Fälle, die ihm be- sonders am HerzM liegen, bc-raussucben; dann kommt Das große Gebiet der Berufungsn, der eine beruft fish auf den andern, was dem einen recht ist _ tritt dann bervor _ das ist dem andrrn billig.

Also so sehr ich von der wohlwollenden Abficbt der Antrag- fteller überzeugt bin, möchte ich doch bitten, meine Herren, nüchtern diese große Frage in Erwägung zu sieben. Jedenfalls wird die StaatSregierung das thun und fich alle Konfansnzen vergegxn- wärtigkn müssen. Wir schiffen da aÜmäblicko in ein Gebiet der Erweiterung der Staatxmranérrortlichkeit und der staatlichen Auf- gaben, das, glaube ich, vielen von anen, wenn Sie es recht durcb- denken, recht bedenklich werden muß Wir kommen auf ein sozialistisches Gebiet, was in dieser Bcziebung doch zu betreten, man silb zehnmal bes1n11en sollte.

Ich kann es mir lebhaft denken, daß ein Freund unserer Arbkitkr- wohnungen gern die Sache erl€ichtekn würde. Ick) vcrkenne dke guten Abfichten der Herren garnicht; aber ich warne davor, in dieser Be- ziehung so leicht vorzugeben. Wenn Sie der Staatöregierung einen Antrag unterbreiten wollen, diese Frage nochmals in eingehende Er- wägung zu zéeben und nach aÜen Richtungen xu prüfen, so wäre das ja viel ,unbedenklicher. 511er gleich einen Gesesentwurf formuliert bier als Jnitiativantrag der StaatSregierung vorzulegen, davon möchte ich doch abratben.

Wie gesagt, eine enischeidende Meinung kann ich über die Sache nicht abgeben; ich bin dazu n1chtbercchtigt, da aUe Ressorts obendrein bei der Frage betbeiligt sind. Ich muß mir daher vollständige Freiheit vorbehalten, ch die Staatßregierung demnächst beschließen wird.

Abg. von Riepenbausen (kons): Wir wissen aue, welchen Einfluß der Vize-Präfident des Staats-Minifteriums in Preußen und im Reiche bat; ich hätte deshalb gewünscht, daß wir seine Ansichten hinüber kennen gklernt bätten. Wir erwartéten gerade von seiner Erfahrung und seinem großen Können in dieser Frage viel, aber schon

im vo1igen Jahre sagte er, er könne s1ch darüber n1chtaussprrchem Eine eminente Tragwrite hat der Gefeßsnlmurf allerdings, aber ich

würde mich freuen, wenn bier aus kleinen Anfängen etwas Großes und Tüchti es würde, das fich zum Se en für die Bevölkerung erweist. J weiß zu fck.äßen, Was es etßx, ein eiaenes' eim ju babkn. Lsider war es nicht möalich, fur die 'K'ommts ons- Verbandlungen einen Vertreter des Landwirtl)schafts-Mmtsters zu be- kommen, ttoßdem diesem mitgetheilt war, daß deSwegkn noch eine zweite Lesung in Aussicht genommen sei. Ich freu: mich deshalb, heute den Landwirtbschnfjs-Minister bret zu sehen. _Wenn der Minister saat, wir machten mit diesem Gesetz den Staat fur das Wohnen der Menschen verantwortlickp, so ist das doch zu weit gegangen, oder es paßt aucb ebenso gut auf die alte Rentengutsgeseßgebung. Ich hoffe, daß, wenn das Haus den Antrag annimmt _ m der Kommission ist er mit allen gegen eine Stimme angynommen wo_rden _, wir rmt der Regierung gemeinsam auf diesem Gebiete vorwarts kommén wcrden.

Geheimer Ober- Regierungsrat!) Sachs: Nachdem'der Finanz- Minister seine Stellung dahin präzisiert hatte, daß datmt die ganze Wohnungsfrage aufgeroÜt wude und dtese nicht_im Rahmen der Rentengutsgescßgebung aetegelt werden könne, erklarte fich trotzdem der Landwirthschafcs-M1nister zur Tbeilnabme an Verbandlungen darüber bereit. Da nun aber in diesem Jahre neue Gesichtspunkte nicht mehr zu errvarten waren, so war eine Wertere Betbezltgung des Ministeriums übexflüsfia. Damit- hat das landwirtbscbaftltcbe Ressort nicbt mangelndes Jnterxffe bekundet, sondern nur die Ansicht yertrete'n, daß fich die Materie auf diesem Wege nicht regeln laffe. Erne Mit- theilung, daß eine zweite LSsung abgeb'alten werden 10116, in der er verjreten sein könnk, ist dem Landw1rthschafts-M1n1ster nicht zu-

geganÄY. Jm Walle (Jenin): Die Einrvendungen des Vize- Präfidenten des Staats-Ministeriums können uns nicht von dem Boden des Antrags abbringen. Der Finanz-M'mister sieht aber dock) wobl zu schwarz, nachdem er uns erst einmal auf die Sprünge gebracht hat. Gelingt unser Versuch, so wird der Finanz-Minister hoffentlich diesen Weg weiter verfolgen.

Viszräfident des Staats-Minifteriums, Finanz-Minister Dr. von Miquel:

Meine Herren! Ick babe mich bisher _ und werde es auch in Zukunft thun _ enthalten, die einzelnen Bestimmungen des Geseßes zu kritifiersn. Früher ist das bereits geschehen. Da würdsn sich die Herren erst recht überzeugen, Wenn man die einzelnen Paragraphen behandelt, daß der Geseventwurf als solcher so überhaupt garnicht bleiben kann. Da wäre jedenfalls die Form einer Aufforderung an die Königliche StaatSregierung, diese Frage „in eingehende Prüfung zu nehmen, die angemessenste gewesen.

Meine Herren, diese Frage ist allerdings auch eine so boch- wichtkge Finanzfrage. Der preußische Staat hat so viele Notb- wendigkeitkn, seine Schuld permanent zu vermehren, wie kaum irgend ein anderer Staat. Wir bauen jährlich praswr ])roptézr für 100 MiÜionen Eisenbahnen; jährlich müssen wir neue Schulden machen. Frankreich läßt“ diese Aufgaben durch andere Organe erfüllen; es braucht hierfür keinen Pfennig Schu1den zu machen. Frankreich hat seit 10 Jabrkn keine Schulden gemacht, dagegen seine Schulden erheblich getilgt _ ich babe schon früher gksagt,1nfünf Iabren troxz rer koloffalen Belastung der franzößswkn Steuerzahler, die etwa das Fünffache von dem in Preußen beträgt, keine Anleihen gemacht, sondern sich lediglich aus den laufenden Mitteln geholfen. Wir bestreiten crbebliche Aus,“;aben durcb Anleihen für andére ZWTcké. Jabraus, jabrein haben wir für Wafferbauten, für Anstcdelungen in den östlichen Provinzen, für Arbeiterwohnungen wabrscbcinlich in steigendem Maße Anleibcn zu machen. Ja, die bloße Tbatsache, daß ein Staat nicbt bloß schon etwa 7 Miüiardcn Schuldxn bat, sondkrn durch seine ganze innere Organisation gezwungen ist, diese Schulden jabrauß, jahrein zu vrrmebrrn, kann doch mal für den Staat in Krisen im höchsten Grade brdenklfch werden. Daß eine solche 90113 unbksrenzte Aufgabe, die wir bier übernkbmen (911611, schließlich zu Miüiardkn anwachsen kann, sodaß man sich da auch vom Stanrrunkt der staatlicb-finanzieUk-n Kcnsolikatéon aus bxfinnen muß, ist wohl ganz klar. Das ist nicht bloß eine Augenbl'scksfrage, sondern Eine Frage von unübersehbarer Tragwsite.

Ich bin immer in krn Kcmmunrn dafür gewesen, das Wohnungs- wesm zn befördcrn, urd billixze, gnte Woknungen ingenügender Menge zu schaffen. Ich bin (1er nie auf dkn Eedank'en 2610117111911, daß diZ Kommunen die Verantwortlicbksit und die Verpßickptung, für jéden, der fich in ibnen nkcdetläßt, Wohnungen zu bkscbaffkn, über- nean können. Hier tbun wir das aber mehr oder weniger in dc-n Folgén für den ganzen Staat. (Widerspruch) Bei dem kommunalkn Vorgehen giebt es keine Berufung Anderer, die Kommune handelt für fich; wénn fie mal weiter gebt durcb billige Zurdispostkwnssteklang yon Grund und Boden, d'arcb Darkbne, die sie Baugenoffensckpasten giebt, so hat das keine weiteren Folgen, die ganze Frage ist eine örtlich Die Kommun: ist reich. fis kann sich das erlauben; da braucht mxn noch lange nicht so ängstlich zu sein wie bkim staatlichen Vorgebcn. Was der Staat für die eine Ge- noffenfckprt, für den einen Beerk t'dut, muß er schließlich für alle thun, wenn er nicht im höchstrn Grade unger2cht und unbiÜi-g ver- fahren will-

Méiae Herren, ich bin nicht aUzu ängstlich, die s4aa111chen Auf- gaben auSzudebnen; da, wo der Satz gilt: disse Aufgaben können weder die Einzslnen, noch die Vereine, noch die Kommunen, große odrr klein?, erfüllen, fie müffrn aber erfüllt werden, muß der Staat eintrrLen. Auf dem Boden stehe ich, obwohl ich allerdings sagkn kann, daß mkine N-quung. Staatsbetrisbe und Staatskerantwortlichkeit auNudebncn, sich in der Periode, wo ich Minister bin, nicht verstärkt, sondern sehr vermindert bat. Aber die Er- füllung eine'r solchen Aufgabx wie diese, die aösolut nicht be- grenzt werdsnkann, so leichten Hsrzens und anten,freundlichen Sinnes im Jntereffc dec Menschbxit zu Verlangen, würde ich doch sebr be- denklich findxn. Der Parlamentatixmus muß fich hüten, Rrsolutionen leicht zu nehmen, etwas Gutes ins Auge zu faffxn, bei den Wählern einem guten Eindruck bervorxurufen; faßt die Landesvertretung zu viel unausfübrbare Resolutionen, so werden seine Resolutionen auch in wichtigen Dingen an Bkdeutung und Kraft verlieren. (Ssbr r1chtkg !)

s . Minister für Landwirtbschaft 2c. Freiherr von Hammer- tern:

Meine Herren! Ich babe das Gefühl, daß, wenn 115 zu den Darlegungen des Hsrrn von Riepenbausen vollständig still schweigen u-d mich mit den Erklärungen bkgnügen würde, die der err Vertreter der landwirtbfcbaftlicben Verwaltung in meinem Namen abgegeb2n bat, der irrkg-c Glaube fick) V1kÜ€1cht verbreiten könnte, als stände in diksen hier zur Verbandlung stebxnden Fragkn die landwiribscbaftlich: Verwaltung grund- sätzlich auf einem anderen Standpunkt als die Finanzverwaltung. Eine solche Annabmx ist zwar schon dadurch wéderlegt, daß ich bei der vor- jäbrigen Beratbung dieser Vorlage in der Kommission mich habe ver- treten und hierbei !enselben Standpunkt babe einnehmen lassen, den

auch der Vertreter des Herrn Finam-Ministers eingenommen

Ick erkläre aber ausdrücklich und halte mich für verpflichtet, diese“ klärung abzugeben, daß in der Beurtheilung der vorliegenden Fragen eine Divergenz der Anficbten zwischen der landwirtbscbaftlicben Verwaltung und dem Herrn Finanz-Mknißer in keinem Punkt bestkbt. Ick) gebe sogar vielleicht einen Schriit Weiter als der Herr Finanz-Minifter uzd bin der Meinung, daß die Ueber. tragung der Fürsorge für die landwirtbschaftlichen Wohnungen „ck eine große Reihe von Bedenke; bat, die ich eingehend war „(ck erörtern will, die zum tbeil aber auch der Herr Finanz-Minißer bei der vorjäbrigen Beratbung schon angedeutet bat.

Ich gestalte wir darauf binzuwxisen, daß die Verhältnisse vad Bedürfniffe der landwirlhsckzaftlicben Arbeiter nach der geographischen Lage, nach den klimatischen Verhältnissen, nach der Gew-pbnbeit der Bevölkerung im Osten und im Westen sehr versckoiedenartig sind, daß ich es schon deshalb für bochbedenklich halten würde, in dieser Frage zu schablonifieren _ und diese Gefahr würde vieüeiäpt näher freien, wenn die Sache mehr oder weniger bureaukratisck) gerexelt würde. *- Im Osten der Monarchie würde vielleicht ein großer Theil der land. wkrtbschafjlicben Arbkitcr, soweit ich augenblicklich die Verbältniffe übersebe, befriedigt 16174, wenn fie Haus und Garten bekommen; 71: würden fich vielleicht auch dabei beruhigen, wenn fie erst mit der Zeit Eigéntbümer würden. Dagegen bin ich darüber nicht zweifelhaft, daß die (Gewährung eines solchen Hauses nur mit einem kleinen Garten den Ankprückxn und Gewobnbeüen dex westliäpen Arbeiter nicht genügen würde, und daß das Verhältniß, wie es jest besteht, welches ihnen neben einer Mietböwobnung aus- giebigks Weide-, ausJiebigxs Wiesen- und Ackerland in solchem Um- fang gewährt, daß fie eine kleine Landwirtbscbaft, eine größere Vieh- haltung für ihre Rechnung, eine Schweinemast und so Wer betreiben können, weil mehr zusagt, als wenn sie ein Haus nur mit einem kleinen Garten jbeuer zu Eigentbum erWerben können. Es würde das nicht zur Befriedigung der Arbeiter, sondern mr Un- zufriedenheit beitragen.

Meine Herren, ich glaube mich auf diese Erklärungen beschränken zu dürfen und enthalte mich, auf prinzipieÜe Bedknken, welche meine; Erachtens um!) in der Fassung der Vorlagk bezüglich der Nentenguts- gcseßgebung liegen, näher einzugehen. Ich glaube übrigens, das; dieFe Bedenken, soweit folckxe mein Ressort betreffen, bei der vorjäbrigen Veratbung angiebig dargelegt find.

Abg. 1)r. Weihe (kons.): Die Erklärung des Kommiffars ver- ftebe ich nicht; er war un6 zur Kommisfionsfißung angemeldet, aber nicht erschienen. Die Arbetter Werden auch im Westen mit Haus und Gartkn zufrieden sein; das weiß ich aus eigener Kenntniß. Wir müssen mit Hilfe des Antrags in der Wohnungsfrage einen Schtitt weiter kommen.

Abg. Schmiß-Düffeldorf (Zenn) erkennt an, daß der Staat nicht die Aufgabe babe, für die Wohnungen zu sorgén, daß aber in dem Gesetz immerhin eine Aufmunterung zu wsiterem Vorgehen auf diessxsn (F,;ebiete liege, auf dem die Privattbätigkeit noch nicht genügend

ewe en er.

(; Gebkimcr Ober-Rcaierungsratb „Sachs erwidert, daß er schon in der vorjäbrigen Kommi1fion dkn prinzipiell ablehnenden Standpunkt dsr LandwirtbscbafTSverwaltur'g dargelegt und gesagt babe, daß aus seiner Tbeilnabm; an der Beratbung kein cnt-gegengeseßter Schluß ge- zogen werden dürre.

Abg. von RiepenbausenZ Der Kommiffar sagt, er habe keine Nachricht von der Kommisfionéfißung erhalten. Ick) bsdaucre dm gLrinzen Zusammenhang zwischen den einzelnen Ministerien. In der erstxn Kommisfionsfißunx waccn Kommiffare anderer Refforjs ax- wesend, und die zweite Sitzung Wurde nur beschloffen, damit auch der landwirtbx'äoaftliape Kommissar'da sein könne.

Dkk Gescßentwurf xmrd nach dem Kommisfionßantrag angenommen. _

Es folgt die Berathung von Petitionen

Eins große) Anzabl von Petitionen von Eisen habn beamjex Vérfckoiedensr Kategorien um. Verbesserung ihrer Besol- durzquérbältnisse ::. wird durch Uxbergang znr Tagekorkmrg erlr iat.

Eine Petition Von E isenbabn-Bureau-Diätaeeu (1.19 Altona und anderen Orten um Vermehrung der Stellen für Eisen- babn-Sekretäre wollen die Abgg. Broemel (fr. Vgg ), Funck (fr. VMM), 1)r. Göjcben (nl,), entgegen dem auf Uebergang mr Tagsßordnuvg lautenden Kommisfionsantrage, dkr Regierung zur Er- wägung überwiesen wissen, weil zur int die be1 dsr diätatiscba Steßllssni im Verhältniß zu derjenigen der etatsmäßigen Steam zu gro e.

Abg. Broemel beantragt, die Petition dor Regierung 1nso- weit zur Erwägung zn überwetsen, als fie karaur grr1chte1 iß, die Burkau-Diätare, Welche rie Prüfung der Eisenbabn-Sekretare bo- standen haben. ebenso wke die diätariscben Anwärter für mittlere Beamtenstsllen 1. Klaffe der anderen Staajsverwaltungszweige, nach einer dcr Bikligke'it entsprechend-n Diätarienzejt in eine Eisenbahn- SekcetäxstkÜe überzufübrcn, im übrigen aber über die Petition nc TjgeSordnuna überzuqeben

Gcbxiwer Regierungsratb Niehaus und Geheimer Regierungs- ratb Hofs bestreiten, daß die Eisenbahnverwaltunq aus Sparsamkeits- rücküchten die Etatsmäßigen Steüen nicht rermebre, und empfehlen den Kommisfionßantrag.

Abg. 1)('. G oebel (Zkrtr) tritt für die Wün'che der Diätare ck11 und erinnert karan, daß der Finanzminister 1893 versprochen habe, das; (1118 Diätare nach vier- bis fünfjähriger Dienstzeit angxsiellt wxrden sollten.

Geheimer Ober-Finanzrajb Belian bestreitet dieß; es babe ßckp damals nur um einen AuLnabmefall gehandelt, nicbt „xm eine Zusage für a11e Zukunft. ,

Der Antrag Vroemel mtrd angenommen.

„Schluß 4 Uhr. Nächsxe Stßung Mittwoch 11 11131“, (Drjlte Lesung der Geseße uber dre Waarenbaussteuer, uber die waxngserztehung und über dre Errichtung von Renten- gütern.

Nr. 18 des ,Eisenbabn-Verordnungsblatts', beraus- geqeben im Ministerium der öffentlichen Arbeiten, vom 21. Mal, ent- hält einen Erlaß des Ministers der öffentlichen Arbeiten vom 7. Mai 1K9l0i0,b bbetreffend allgemeine Bedingungen für den Wagenübetgaug avf

e n a nen.

Land- und Forstwirthschaft'.

Diewrcußische Staatsforstverwaltung beirn tot es als eme ihrer Aufgaben, im Interesse der Landesku tut auf'den Holzanbau in den Waldungen der Ge- metnden, öffentlichen Anstalten, Privatgrund- besißer u. A. anregénd und fördernd auch dadurch ei:- Juwirfen, daß fie gytes Pflanzenmaterial zum Selbs- ostenpreis e denxenigen Waldbcfißern abgiebt, die UM Ge_leßzcnk)eit haben, sich die erforderlichen Pflanzen selbst !* erzte en.

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der Zeit vom 1. April 1899 bis zum 31. März 1900

; sind auf diese Weise atx *Holzpftanzen aus den Staatsforsten

abgegeben worden :

Laubholz iNadelbolz Zusammsn

in der Provinz

“Hunderte

1133 LZ 33 8 Brandenburg . 6 724 46 855 ommern . . . . . . . . . 4 423 19 691 Bosen . . . , . . . . . . 1 076 14 543 Schlefim . . . . . . . . . 934 12 141 Sachsenk . . . . . . . . . ZZZ 14 XF leéw g . . . . . . . . . „Faémorier . . . . . . . . . 2 FL 8? FL esifa en . . . . . . . . . Zffen-Naffau . . . . . . . 877 17 131 Rheinprovinz . . . . . 616 30 813

Im ganzen Staate 21517 319 936

20 886 59 987 53 579 24 114 15 619 13 075 15 640

1 023 82 895

5 198 18 008 31 429

341 453

„Preußen . West-Preußen

Die Gartenbau - Ausfiellung des Pankow - Schön- hausener GartenbauVSreins (s. Nr 120 d. Bl.), die 7111) fortgeseßt des regsten Besuches erfreut, ist um drei Tage vsrlänqert worden und Wird bis einschließlich Sonntag, den 27. M21, geöffnet bleiben.

Saatenftand in OesterreiÖ.

Bericht des öfterreichiscbm Ackerbau-Ministeriums nach dem Stande - um Mitte Mai.

In d-l-r zweiten Hälfte des April bcffIrtsn [115 die Witterungs- verbältniffs, und es trat in der minleren Landerzone zumeist günstigeres, trockenes Wztter ein, welcbeß das nach den bkdsutenden Niederschlägen zu Ende März und anfangs April so notbwendigs Austrocknen des Bodens sebr beförderte. Ende April stelLten fich jedoch vielfach Niederschläge und eine solcbe Temperaturabnabme ein, das: oft Nachtfröste, Reif und in den höher gelegenen Gegenden auch Schneefäüe zu verzeichnen waren. In den ersten Tagen des Monats Mai fiklen warme, befruchtende Regen, welcben schöne, trockene Frühlings- tage folgten, sodaß die bis dahin noch stark zurückgebliebcne Vegetation uunmebr rasche For1schritte machte. In Böhmen herrschte hingegen von Mitte April bis in die ersteDekade des Mac nahezu vollständiger Regenmangel. und es führten beftigé, austrocknende Winde infolge der vorangegangenen übermäßigen Nässe zu einer starken Verkrustung

“des Bsdens. Auch in Ostgalizien hatte das Ausbleiben von Nieder-

roße Trockenheit und Dürre des Bodens zur FoLqe. Um 21 tra! ein allgemeiner Wettersturz ein, welcher an- nördlicben Länderzone, den AWM- ländern und den höher gelegenen Gegenden auch Schneefälle, eine bedeutende Tempsraturabnabm: und viclfach emrfindlkcbe Nachtfröste brachte, die zam ?beil erbeblöcbsn Schaden anrichteten. Uebsr Hagelschäden liegen nur vereinzelte Meldunaen vor. _ Von den Wintersaaten ha! sich in der berflxssenen Bsrichtsveriode nur der Weizen erholt; er hat im allgrmänrn durch die groß? Näffe in der erftén Hälste des Avril wenigcr gelßtien c-ls Roggen, sodaß; sein Stand den des Roggens bkdeutknd übertrifft und Ausxßkerungen nur verxinzelt vorgenommen werden mußten. Nur in Ostaalizien und einigen Gegenden Böhmens bat bewnders svätgebautcr Wéizen durcb Trockenheit und kalt? Witterung großxn Schaden gelitten. Der Stand des Roggens bat fich _ mit wenigen Außnabmen _ nicbt aekeffsrt. Die vislfacben Wettcrunbilden, besonders dsr im Monat Mär! ein- getretene Nacbwinter, bxbsn die Roggeniagtzn dermaßen geschädigt, das; selbst die anfangs Mai eingetretene Warme zu ihrer _Erbolung nicht mehr viel beitragen konnte und in Böhmen, 911.16an und Galizien ein großer Theil der Bkständs umgeackert wkrden mußte. Nur in den Alpenländern xviakn die Roggensaaten cinen qünstigersn Stand, obwohl auch aus diésen Gebisten Klagen über fchüxtxre, un- dichte Bestände eingelaufen find. Raps bat_s1ch in Böhmen nnd namenxlick) in Ost-(Halizien infolge der großen Trockenbeit vtelsacb verschlechtert und steht auch in einzslnen Gkgenden Mabrens und SÖlkfiInI scbwmh und setzütter. In Nieder-Oesxerreich und Oder- Oesterreicb vxrlief die Blütb: des Rapfes zumkrsx bei günsttger Witterung, und es dürfte, soweit sie nicht durch 1215 1631811 Nacht- fröste Schaden gelitten hat, ein befrixdigcnrec Schotenanxas zu _xr- warten sein. In Schleficn und Galizien ist der Ravxglanzkaser ziemlich stark aufgetreten. _ Der Anbau der S_ommeUaaten, welcher wegen der ungünstigen Wéttcrungsvkrbältninx: zu Ende Marz unxerbrochen werden mußte; konnte yielfa-„b erst Mitte April wieder aufgenommen Werden und wurde größtentbeiss in dsr ersten Mcrtwocbe beendet. In Böhmen und in den A1pen1ändxrn ist man mtt dem Anbau noch nicht überall zu Ende, und derjelbebbat fich auch in Gegenden, Welche durcb Uebsrschwemmungen zu leiden halten, sebr Vkrsvätet, da die übcrmäßige Feuchtigkeit dte Bsstellunqs- arbeiten außerordentlich erschwerte. Dix Sommerungen find injolge ker genügenden Bodenfeuchtigkctt 1chön' und gleich- maßig aus dem Boden gekommen; nur _1n eintaen Gégenden Böhmens und in Ostgalézien baxdße bkrc1chenke Trockenbxrt rin uncleicbmäßiges Aufgeben der Saaten bkwrrkt. erste zetgt käßtentbeils einen günstigcn Stand, und es haben auch A5 vor dem ttterungkrückfcblag im Monats März angebauten Saaten nur vereinzelt Schaden genomm3n. Jn Mäbrzn bat die fiarkk Boden- feuchttgkeit vielfach eine Verunkrartung der Saaten zur Folge gehabt. Arch der Stand des Hafers kann im aÜgemeinßn als be- frkedigend bezeichnend werdkn. Der Anbau vcn Mais bat„fich sebr verspätet, ist jedoch gegenwartig_ zum grbßen Tbexle beendet. Wo die Saat bereits im _Aufgeben begrtffen ist, |th fie ziemlich günstig. - Die Niederschlage der leßxen Zeit haben dte Entwickelung der Klekbestände und der Wresen 1ebr be- fördert. Klee zeigt vielfach einen verschiedenenqStand, steht jedoch im allgemeinen, namentlich in der südlichen Landerzone und in den A[l)enlanyern, günstig und zufriedensteüend; nur, in Galizien tft er jumtbetl angewintert und hat durch kalte Waiserung und _durcb Nachtfröst: sebr gelitten. DieFklkmäuse haben in Böan, Mabren, besonders a':er in Galizien derarticxen Schaden in den Kleebestanden v""ksalbt. daß Umackerungen in außaedebrterem Maße vor- knommcen werden mußten Die Wiesen find m der .kßkxanon wobl noch im Rückstande, man hofft jxdoch auf eine Kunstme Heuernte, nachdem sich die GraZnarbe ztemlécb dicht Mtwickelt bat. Falls warme Witterung eintritt, dürfte die erste HWWbd anfangs Juni erfolgen. Der Anbau der Spätkartoffeln 'lm'ßke in Böhmen, Mähren, Schlesien und Galizien. infolge des eIten Wextersturzes unterbrochen werden und wird in dtesen Gebie'ten “"",tbeil «ck zu Ende geführt. Die Frübkartoffeln find gletcb- YM! axlfgeaangen und werden zum ersten Yéale bebackt. Der An- iu hkk Zuckerrüben ist arößtentbeils beendet, und die Saat gebt Lt A"Snabme einiger Distrikte Böhmens, in welchen fie durcb ?ockenbeit zu leiden batte, gut und gleichmaßig auf. Früh angebaute “ten zeigen fich meift sebr schön.

schlägen den 9. haltende Regen, in der

Budaveft. 22. Mai. (W. T. B.) Ein Bericht res Acker- e 'dMinlfteriums über den Welterumschlag vom 21. d. M. stellt ank, 13 in einzelnen Bezirken von 6 Komitaten Frost, m 4Bezirken diä)?" 4 Komitate starker Reif Schaden vsrursacbte, der sich noch Ro feststkukn lasse. Am meisten litt der in den Halm geschrffene “YM- ferner die Rübe, der Weinstock, Mais, Kartoffel und der

TLÉFYYZJ' Seit gestern ist FrühjahrSwetter bei normaler

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Handel und Gewerbe.

(Aus den im Neich5amt des Innern zusammengestellten „Nachrichten für Handel und Industrie“.)

Bulgarien.

Kommunalsteuergeseß. Nach einem bulgarischen Geseß vom 19. Januar d. J. werden vom 20. Januar d. I. ab folgende Kom- munnalsteuern erhoben:

3. Auflagen guf einbeimiscbe und ausländische Waaren:

1) Von Spirttus, Branntwein, Ram und Kognak, nach dem Gay Luffac'!chen Alkoholometer gemeffen, bei 1.5 Grad'C. (12 Grad R.) Normaltemperatur Von jedem Lrter und Grad . . . . . . . . Z Centimen

Anmerkung: Der zum Brennen, zur Beleuchtung und zu in- dustriellen Zwecken vsrwendbare Spiritus wird nach Denaturierung von2§erVKoaxmunathietuerHefreiT. F

on edem er ier n ä rn und Flas en 4 Centimen

3) Von jedem Liter Wein in Fäs-Fern und Flak'Yen 4 ,

4) Von jedem Kilogrammm Zucker und Zuckerwaaren wre Lokum, Kompott, Bonbons und allen vcr- zuckerten Eßwaaren . . . . . . . . . .

5) Von jedem Kilogramm qefchnittrnen Taback, Ztgarrsn, Zigaretten und Shnupftaback:

Von der Extra-Qualität . . . . . . . 1 Franken

1. Qualität . . . . . . . . 0,50

„„1.„........0,30. , „111., _...,....0,10 „'

Anmerkung: Der Schnupstaback gehört zur 11. Qualität und wird nut 30 Csntimen für jkdks Kilogramm besteusrt.

b. Auflczae auf nur ausländische Waaren:

1) Von xed_er Art Wein in Versiegelten Flaschen zu

xe Z 1, fur die Flasche . . . . . . . . . 50 Centimen

2) Von 1ed€r vcrstsgslten Flasche Liqueur aUer Art, wie Rum, Kognak, Absyntb, Wzrmutb, Bitter, Curayxo, Vxnjlle, rusfikcbsn Wodka u. a. zu j? 21 30

3) Von jxdem Kilogramm Kaffee und Zicborie . . 16

4) Von ]Sdem Kilogramm Thee, in Pzcketen und Büchsen ohne Unterschiad . . . . . . . . 80

5) Von_j2dem Kilogramm Thee, in Kisttn aus- geschuttet..............20

6) Von jedem Kilogramm Maccxroui, Fadennudeln, szeback (in Fässern und Büchsen), Eriks,

- Starkemebl, Stärke, Gsrstengraupen, Sago, Seifs, (Hraupen, Zitronen, Orangen, Granatävfel, Rosinen, ingen, Datteln, Mandeln, Pistazien, OliNnöl, Sesamöl, Anis Und Kümmsl . . .

7) Von jeorm Kilogramm Oltven over gerösteten Kichererbjen.............

8) Vor: jedxm Kilogramm Kaviar und Fischwgsn

9) , ,_ „„ 'Austern, Ssespinnen, Hechte, Oechtkavrar, martnierter, getrockneter oder

g-räucherter Fische . . . . . . . . . . 10) V0" jZdem Kilogrx-rnxn Stearinkerzen . 11) , Liter (Ketogr) Petroleum . . . . 3 12) „_ H;»Uänder- undanderemKaxe. . . . . . . . . . .32 13) Von jedem Ktlogramm frischer Fiscbx . . . . . 14) Aae übri,;en,"ob_en nicht erwähntsn ausländischxn Wxaren werden einc: stadtiéch“: Stsuer in der Höhe von nur 20/0 vom Werthe entrichten. _ 'Die Abgaben für die in Artikek 1 unter Mc. 4 erwähnten in- landtschen Artikel, find mit AUSnabme des Weins Und des Brannt- weins, in den Fabriken durcb Staatsbsamtk, jene für ausländix'che Artikel in den ZoÜämtern zu erbebcn.

Die Oktrot-Geseße Vom 20. Dszxmber 1883 und vom 18. De- zkmber 1895 (vgl. „Hxnd-Arch.“ 1896 1, S. 335) sammt den später Erfolgte'n Aenderungen, sowjr: das Gesxß über bis Wazengebübr werden gleichzettig durch dieses Gerry aufgehoben.

Paxentsteuer. Nach einem bulgarischen Geseß vom 29. Januar 1900 bleiben die auf Grund des Patentsteuerqessßss Vom 20. anuar 1895 (a. St.) (,Hand.-N_rch.“ 1895 1, S. 632) für die erste Periode normierten Parentstcuersach auch für das Jahr 1900 in Kraft.

Kilogramm Schwrézev,

Hanfbearbeitungsmaschinen in Mexiko.

Die unter dem Namen „r35x3830r“ oder na-b dxm (Erfinder .,50113“ bekannte Maschine ist zur Bearbcifung von Hensquen an- da_uernd Vorwiegend im Gebrauch Sie bcstrbt aus einer mts aroßen Zabnkn v:rsebcnen Walzx, welche die Mass»? abschabt und die Fasern zurucklaßt. Die Einfachheit der Maschine Ermögltcht auch ihre Be- dienung durch die eingeborenxn Arbeiter. Man beginnt sogar. die Plantagen als solch? mit einer, zwei oosr einem Dnßend Walzen zu unterscheiden. Das stetig wachsmde Ausfubrgeschäst erfOrdsrt immer besskre, schnkllkr wirkknde Pkaschinen zum Réinigen des Hanks. Es [de aucb s-“on wkrscbiedxne neue Maschinen gebaut worden. Zur Zeit jmd in Yukatan die folgenden im berauckp:

WW "Z""Zx'ßj' de r 7 7 ., Be. YZF“ dkenungs;

' mannscha71

für jsde Mascbéné

belderim Gabrouch

béfindlicben Maschinen

bel der ir

10 Stun- den ge- reinkgtén BläZter

Preis einer Maschine

Pesos

, 6 000 6

' 7 000 90

11 000 6 250 1200

Torroeüa . 5 000 20

Villamor. . 70 00) 35 3 6 000 _

(Nack) einem amerikanischen Konsulatsbericht, abgedruckt tm errjgh

'kraäez Fourna1.)

Namen der Maschinen

130 000 35 125 000 60

Lanaux | 150 000 70 ! i ]

Prieto. . Stephens Solis . 9 000 6

80 000 30

Wirtbschaftlicbc und kommerzielle Lage der indischen PräsidenUcbast Bengal, der NOrdwestprovinzen und der Provinz Oudb im Jahre 1899.

Das Jabr 1899 ist für die Präfideatsckvaft Bengal, dis Nord- Mstprovinzen und die Provänz Oudy einschließlich der innerhalb dieser Gebiete lieg-nden Eingeborenenstaaten in Bezug_ auf Ernteresultate, erzielte Prease und aUgemeine Handelslage ein befriedigendes gewesen. Eine AuSnabme bildeten die westlichen Distrikt“, welch? durcb un- genügenden Regen und die darauf folgende HunZLr-notb großen SleTden, besonders durch den fast gänzlichen Verlust dss Väebstandes, er 1! en.

Der Einfubrbandel hat sich im Jahre 1899 besonders auch für deutsche Fabrikate in erfreulicher Weise gehoben, zumal da die von der Hungersnotb betroffenen Provinzen den Kalkuttaer Handel nur schwach beeinflussyn. Die Emfubr von Wollwaaren aus Deutschland ist „von 778 000. Rupien im Jahre 1898 auf 1494 000 Rupien im Jabre1899 gestregen. Auch die Einfuhr von Baum- wollwaaren hat sich yon 125000 Ravizn im Jahre 1898 auf 405000 Rupien im Jahre 1899, diéjenige von Glaswaaren von 247000 Nupikn im Jahre 1898 auf 366 000 Rupien im Jahre 1899 und diejeni e von Eisenwaaren und Maschinen von 340000 Rupien an? 453 000 Rupien geboben. In diesen Zahlen sind die über Antwerpen, London 11. s. w. nach Kalkutta eingeführten Waaren nicht mitentbalten, sodaß fie in Wirkli keit kein richtiges Bild von der deutschen Einfuhr : Eben. Die Sa zeinfubr aus Deutschland bewertbete fich 1899 an 533 000 Rupien gegen 368 000 Rupien im Vorjahre, die Einfuhr von Metallen auf 330000 Rupien, von Zündbölzern auf 320000Rupien, von Bier, Wein und Spiri. tuosen auf 180000 Rupien, von Spielwaaren auf 157000 Rupien, von Kleidungsstücken auf 130000 Rupien, von

Instrumenten auf 100000 Rupien, von Spiritus auf 69000 Rupien, von denatueiertem Spiritus auf 34000 Rupien, von Papier und Papierwaaren auf 66 000 Rupien, von Maschinen und Theilen davon auf 65000 Rupien, von Chemikalien auf 60000 Rupien, von Arzneimitteln auf 54000 Rupien und von Möbe_ln und Tischlerwaaren auf 53 000 Rupien.

_ Ernen sebr bedeutenden Rückgana zergte die Einfuhr deutsch2n Rubenxuckers. Dieselbk belief fich auf 496000 Rupien gegen 4640 000 Rupien im Jahre 1898. An die Stell? des deutschen ist der billigere österreichische Rübenzucker getreten, deffen Einfuhr durch die dmedrtgen Frachtsäse: des österreichischen Lloyd sehr begünstigt wur ?.

Dkr Schiffsvsrkebr mit Kalkutta wurde im Jahre 1899 durch 1189 Scbxffe Von 2395 741 Reg-Tonß gegen ebensoviele Schiffe Von 2342 070 RM-Tons im Vorjahre vermittelt. Die deutsche Flagse war an dem Schiffswerkebr mit Kalkutta mit 34 Schiffen von 93 787 Rea--Tons ?gen 40 Schiffe von 87 218 Reg-Tons im Jahre 1898 betbeiltgt. n dem direkten Export nach Deutschland nahmen noch 26 enaltscb: Sch1ff8 von 64009 R9g.-Ton6 tbeil, gegen 40 beiffé' von 90 660 Reg.-Tons im Vorjahre. (Nach einem Bericht des Katserlkchkn Konsuls in Kalkutta.)

Handel und Schifvaerkebr im Hafen von Alexandretta (Syrien) im Jahre 1899.

Der Außenhandel des Hafens 230.1 Asexandretta in Syrien bewertbete (111) im Jabrx1899 auf 3094745 Pfd. Stekl, wodon 2163743 Pfd. Sterk. auf die Einfuhr und 931002 Pfd. Sterk. auf die Ausfuhr entfielen. Im Vergleich mit dem Vorjabr blieb die Ein- fubxckum 168 447 Pfd. Stets. und die Ausfuhr um 27 958 Pfd. Stets. zuru .

Die bathsäcblkÖsten Gegenstände der Einfuhr beweribeten s1ch im Jahre 1899, wie folgt:

Antbeil

„1899 Deutschland in Pfund Sterlina Manufakturwaaren ...... 1 371 340 26 000 Tuche 66 470 10 640 27 490 _ 111 940 „- 43 071 78 33 600 _ 12 948 _ 7 984 1 023 90 890 240 2 400 120 14 467 190 19 249 989 9 700 380 14 925 1 312 27 139 2 976 “91 600 _ 11 229 10 139 47 772 57 440 _ 79 687 1 920 27 790 1 980 67 770 _

Waaren

Seidenwaaren . . . . . . . Zucker ........... Kaffe: ...... . . . . . Reis ............ Wein und Spirituosen . . . . Ledrr und Häute ....... Pfrffsr und Piment ..... Provisionen Pwier und Pxpierwxaren Kupfer........... Blei, Zink, Weißbleckp, Stahl . (Eisen und Eisenwaaren. . . . Jndiao. . . Petroléum . . Glas und Krystall ...... Drogen . . . Taback und Tambzki ..... Kurzwaaren u. s. w. . . . . . Farben ........... Geld und Juwelen ...... zusammen einschli-Ézlick) anderer . . 2163743 90696.

' Außer Dyutscbland Waren an der Einfuhr nacb Alexandrett: be- tbetlißt: Großbritannien mit 1199 393 Pfd. Sterl., Frankreich mit 110 824 Psd. Sterk, Italien 11111 127719 Pfd. Sterk, Oestérreitb mxt 216 100 Pfd. Sterk, Rußland mit 23 938 Pfd. Sterk, BZlgien mtt 99 076 Prd. Sterk, die Türkei m'xt 338144 Pfd. Stsrl. und Egypten mit 77 893 Pfd. Stekl.

Da ein großer Tßeil der deutschen Einfuhr nach Alexandretta feinen Wzg über Triest und Antwerpen nimmt, so werden diese Waaren als östrrreichiscbe oder belgitchs in der Einfubrstatiftik von Alexandretta vermsrkt. Nimmt man den Tßeil der deutschen Ein- fuhr über Tr1chst zu 1- der östscrei_ch1]cben Einfuhr und über Antwsrpen zu + der h_elgtkcben Einfuhr an, 19 erhöht 01) die deutsche Gesammt- cintubbaur 137 498 Pfd. Sterl.

Dt? Ausfub r Alkxandrettas gkstalteke fich, wie folgt:

_ Deutschland? in Pfund Sterling 169 240 1 920

13.12 _ 2 4.90

Wxaren

EinbkimisÖe Manufakturwaaren Kokonz ........... 89 600 _ Baumwoüe ......... 1650 242 WoÜe 132 430 360 Galläpfel und Gelbbkeren . - . 21650 7390 Gelbes Wachs ........ 4 050 1 990 Gummi 1 320 Sesam-, Mob11-, Ricinus u. s. w. Saat . . . . Getre-idr .......... PistazZen .......... Rosinen und Feigen ..... Mandeln und Avrikosenkerne . Butter ........... Olivepöl .......... Provisionka ....... . Leder und Häute ....... Opium. . . Scammoniumwurzeln . . Süßholzwurzeln ....... Gesalzene Därme Albumin und Eigelb ..... Kapfererz und altes Kuvfér . . Ypselfinen und Zitronen

lk ............ Geld und Wertbgegenstände

zusammen einschließlich anderer

Wzaren 931 002 27 493

_ In der Einfuhr ergab M; ein Weniger dem Vorjahre ac» en-

uber bei x_wlaenden Waaren: Manufakturwaaren (_ 175 959 fd.

Sterk), Kuvfkr (_ 11650 Pfd. Ster!) Eisen (_ 10145 Pfd.

Stekl.) und Pstroleum. Ein Mehr in der Einfuhr batten dageqen

aufzuweisen: Zucker (+ 1881 Pfd. Ster!) Reis (+ 5373 fd.

ZZUZ, Taback (+ 25 680 Pfd. Stekl.) und Farben (+ 9255 fd. er . .

In der Ausfuhr zeigte fich ein Weniger bei Cerealien, Manufakturwaaren (_ 24490 Pfd.Ster1.), ölbaltigen Sämereien (_ 8158 Pfd. Sterl.). Rofinen und Feigkn (_ 6993 Pfd. Sterk), Olivenöl (_ 3970 Pfd. Sterk), Süßholzwurzeln (_ 40 996 Pb. Stekl), SAl_lbvmin und Eigelb (_ 7800 _Pfd. Sterk), ein Mexr dagegen bei Kokons, Wolle (+ 30 475 Pfd. Sterk). Pistazien und Aprikosenkerncn, Butter (+ 3465 fd. St:rl.), Opium, Kupfer, Orangen (+ 4697 Pfd. Stekl.) und ' ich.

Der Schiffsverkehr mit Alexandretta wurde durch 589 Schiffe von 397 038 Reg-Tons vermittelt. von welchen 120 Schiffe von 76 460 Reg-TonS die britische. 42 von 80 079 Reg.-Tons die frau- zösische, 12 von 6996 Reg.-Tons die italienische, 79 von 121135 Reg.-Tons die österreichische, 285 von 82 402 Reg-TonS die türkische, 18 von 17 716 Reg-ToW die ägyptische. 31 von 10 307 Reg-Tons die griechische, 1 Schiff Von 1045 Reg.-Tons die deutsche und 1 Schiff von 938 Re .-Tons die russische Flagge führten. (Nach einem Bericht des Kaiserli en Vize-Konsuls in Aléxandretta.)

8 457 23 685 25 835

4 977

6 975 56 320

5 400

7 159 72 313

8 450

1 030 41 984 13 175 11 390 70 540 12 962 18 768 86 560