1900 / 127 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger, Tue, 29 May 1900 18:00:01 GMT) scan diff

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dem Zahlmxister Müller vom Jnfanterie-Ne iment Herwarth von Bittenfeld (1. Westfälisches) Nr. 13 bei einem Ausscheiden aus dem Dienst mit Pension den Charakter als Rechnungsrath zu verleihen.

Seine Majestät der König haben Aaergnädigst geruht: den SanitätSräthen 1)1'.De11nert in Berlin, Hofarzt V1". 111611. Adloff in Potsdam, ])1'. Dziekanski in Templin, ])1“. 111811. Schaberg in Hagen 1. W. und Professor ])1. 11186. Wilhelm Wagner in Neuhriduk den Charakter als Ge- heimer SanitäTSralb und den Aerzten [)1'. Karl Abele, Dr. Max Fritsche, ])1'. Lammert, 1)1'. Pollack, 131'. Karl Schacht und 131“. Max Skadthagen in Berlin, 131“. Theodor Goerges in Charlottenburg, ])1“. 11186. Mx Weßstcin in Bsrnau, ])1. 1111311._ Kanye in Frankfurt a. O., ])r.111€(1.Tk)eodor Tz1chaschel in Sorau, ])1'. „Holle- freund 111 Kyriß, ])1'.111€11. Brunck 111 Zehdenick, ])1'. Gustav Meyer in Boißknburq, 131. 1119.11. Friedrich Rosemann und 1)r. 111611. Totenhöfer in Breslau, ])1“. 111611. Moriß in Pilchowiß, 131. 111611. Bial in Striegan, Or. 111611. Theodor Noempler in Görbersdorf, ])1'. 111811. Battig in Heidkrsdorf, ])1'.111811. Paul Sendler in Magdeburg, ])1'. 111611. Mansfeld 111 Brotterode, ])1'. 11186. Jessen “111 Pinneberg, ])1'. 111611. “Friedrich Schulz in Flensburg, 1)1. Ehrhardt und 1". 111811. von Waömer in Kiel, .!)1'. Lohe in Wilhelmshaven, ])1'. 1111211. Brune und O1". 111611. Wedemeyer 111 Hannover, ])1'. 111811. Hendorff in Wienhausen, ])r. 111€(1.W1)neke11 in Jork, 1)1'. 111611. Leo Reißmann in Hasws, 131: Dam- ma11n 111 Lipyspringc, ])1'. 111811. Obertüschen in Wiesbaden, ])1“. 111811. Krcfel 'm CPPstcin, ])]: 111121]. Gr even in Morsbach, ])1. 111811. Diepgen in Krefeld, 131. 111811. Schießges in München-Gladback), ])1'. 1111311. Beykr 111 Barmen, 131". 111811. Bollinger in Kleve, O1*.111€(1. Boschbcidgcn in Mörs, ])1'. 111811. Timme in Koblenz, ])1.111€(1. Lenné in Neuenahr, Dr. 11186. Friederichs '111 Worringen und O1: 111811. Schmiß 111 Bcrnkastrl den Charakter als Sanitäthrath zu verleihen.

. F111anz=Ministcriun1.

Bei der Königlichen Sechandlung find ernannt worden:

die KaffemSekretäre Saring 1111) Müller zu See- handlungS-Buchhaltern,

die Bareau-Diätare Patschmann 11113 Grimm zu Kassen-Sekrctären.

Justiz-MinistcriUm.

Vcrsctzt find: dcr AmtSJLricHLSrath Fiebelkorn 'm Wolgast an das AmtSJerickU 111 Hannovsr, dec AmtsZerichts- rath Magnus in Bonn als LUndqerichtSrath 1111 das Land: gericht daselbst, dcr AmtSrichtcr Gerl1ar01) in M.:Gladbach an das AmUdericht in Trier, der Landrichter ])1'. 803€ 111 Brannsberg _an das Landgericht in Halberstadt, der Amts: richter Claeßcn "111 Gerresyeim nac!) Mettmann, der Amts- richter [)1'. Temme in Burg bei Magdeburg als Landrichter nach Nordhausen und der Athichter Matthies in Bergen (1. R. nach Vinnkbsrg.

DLM Notar, Justizrat!) ])1'. Israel in Berlin ist die nachgcsuchkc Enilaffang aus dem Amt ertheilt.

In der Liste der Rechtsanwälte sind gelöscht: die Rechts- anwälte WUlter Meibauer bei dem Landqericbt 111 Konitz, Weiß? bei drm Amthericbt in Ziulenzig, 131: "Dietrich bsi dem Amts ericht 111 Ogiigs und Schlinzigk bei dsm Amts- gericht in Flatow.

311 die Liste der R-xchtHcmwälte sind eingetragen: die Recht-Zanwälte Dr. Dietrich aus Owligs bei dem Landgericht in Köln, Walter Maibaum" aus Konitz bei dem Amts; ericht 111F'1atorv,*WciHe aus Ziclenzig bei dem A111té-gcri t "111 (801111011), dic Gsrichtf-Affefforen Krug bei dem Tber-Landxs: gericht in Frankfurt 11. M. und Keyser bei dem 21111th111611 und dem Landgericht in Bochum.

Dkk Am1§richter Wiegrebe 'm Jork ist gsstorbcn.

Ministerium her geistlichen,U11tsrrichts- und Medtzinal-Angeleqenheiten.

Dcr Regierungs- Und Schulrat!) Paul Köhler ist der Regierung zu Oppslrz Übrrwicscn worden.

Dcr bisherige aUßeroroemlichE Professor in der medizinischen Fakultät derFricdrich:Wilhelms-Univsrsität„5112331611, (H?heime Med_izinalratk) Or. Julius Hirschberg ist auf Grund Aller- böchjter Ermächtigung Seiner Majestät des Königs zum ordent- lichen Honorar=Profeffor 111 dkrselben Fakultät ernannt worden.

Ministerium des Innern.

Dcr Ober:Reg1erunquath ])1. Gramsck) ist dem Regie- rungs-Präsidenten in Könizsberg,

der Ober : Regierungsratl) Grimm dem Regierungs- Pcäsidenten in Oppeln und

der Ober : Regierungsratl) Spade dem Regierungs- Präfidcnten in Arnsberg zugktbeilt worden.

Die von heute ab zur Ausgabe gelangende Nummer 19 der „GescH-Sammlung“ enthält unter

Nr. 10188 das (Hescß, betreffend die Erweiterung des Staatseisenbahnneßes und die Bethciligung des Staats an dem Bau? einer Eisenbahn von Treuenbricßen nacb Neustadt (1. Dose 10111113 von Kleinbahnen, vom 25, Mai 1900.

Berlin W., dM 29. Mai 1900. Königliches (HeseH-Sammlungs:Amt. Weberstedt.

In der Ersten Beilage zur heuti en Nummsr des „Reichs- und Slaats-Ynzeigers“ werden 13616 entlicht:

das _(He1eß, betreffend die Erweiterung des StaaWetsenbahnneßes und die Betheiligung des Staats an dem Baue einer Eisenbahn von Treuen- brießen nach Neustadt a. Dosfe sowie von Klein-

der Allerhöchste Erlaß, betreffend die Ueber- nahme des Betriebs der der Ahaus-Enscheder Eisenbahngesellschaft in Ahaus 1. Westf. kon- zessionierten Eisenbahn durch die Holländische

FWnbahngeselLWaft in Amsterdam, vom 26. März

Yichtamtliches. Deutsches Reich.

Preußen. Berlin, 29. Mai.

Seine Majestät der Kaiser und König wohnten heute Morgen von 8 Uhr ab auf dem Tempelhofer Felde dem Exerzieren der 2. (Harde-Jnfanterie-Brigade bei, .

Im Monat April 11. I. haben 2158 Schiffe (gegen 2176 Schiffe im April 1899) mit einem Netto:Raumgehalt von 266412 Registertons (1899: 250632 Rxgistertons) den Kaiser Wilhelm-Kanal benußt_und, nach Abzug des auf die Kanalabgabe in Anrechnuna zu brmgenden Elblootögeldes, an Gebühren 133192 „sé: (1899: 127 025 „M) entrichtet.

Der Kaiserliche Gesandte 111 Vukarsst, Geheime Legations- rath von Kiderlen:Wacchter ist von dem ihm AUerhöchst bewilligten Urlaub auf seinen Posten zurückgekehrt und hat die Geschäfte der Gesandtschaft wieder übernommen.

Sibyllenort, 28. Mai. Seine Majestät dsr König von Sachsen un1ernimmt, wie dsr „Schief. Ztg.“ gemeldet wird, seit Sonnahend fyrtgescßt Spaziergänge. Das Be- finden Seiner Majestät 111 vorzüglich, der Appetit und die Stimmung gut.

Baden.

Wie „WT. B.“ aus Karlsruhe erfährt, ist das Befinden Seiner Königl1chen Hyheit des Großherzogs befriedigend. Der Bronchialkatarrh 111 in langsamem Rückgang begriffen,

Heffen.

Gestern Vormittag fand, wie die „Darmst. Ztg.“ berichtet, im Mausoleum auf der Rosenhöhe bciDarmstadt die feierliche Bci- seßung Seiner Großherzoglichen Hoheit drs Prinzen Wilhelm statt. Anwcxend waren Skins Königliche Hoheit dsr Groß- herzog, Seine Hohsit der Prinz Friedrich Karl 'von Hessen, Seine Durchlaucht der Prinz ranz Joseph von Battenberg, Seine Durchlaucht der5 rinz Albert zu Schleswig-Holstein, die (Hrafen zu Erbach: Schönberg, _Schliß gen. von (Hörß, zu SolmS-Lauback), zu Ecbach-Fü11tenau, die Großeroglichen Hofstaatcn, der funktionierende (Hemral-Adjutant und die Flügel-Adjutantcy, der Divifions-Kommandeur, der preußifckye (Gesandte Prinz zu Hohenlohe-Oehringen, der russische Legations-Sekretär von Dubrnskr), kautationen des 3. und 4. Großhsrzoglichen Infanteric-Ncgimrnts, dée Minister und drr Ober-Bürger- meister von Darmstadt. Die Trauerparade b1loeten zwei Barailwnc drs 1. Großher1ogl1chen ananterie-(LÜbgardeQ Regiments Nr. 115, drei Esfadrons oer Großherzoglichen Dragoner-ngimsnter Nr. 23 und 24 Und zwei Batterien des (Großherzoglichen Feld-Artillcrie-Negimcnts Nr. 25. Die Ein- segnung dsr Laich? erfolgte dnrch d-zn Hofprediger EHrhardt.

Reuß j. L. Aus Anlaß VIS beurtstags Seiner Durchlaucht des Fürsten fand, wie die „(Hkraer Ztg.“ berichtet, vorgestern Abend in (Hera großsr Zypfeystrcich statt. Gestern früh gegen 5 Uhr wurden BöUcrjchÜn'e gelöst; spätér fand Nevcille, Garnison-(Hojtcsdienst 111 der Johanniskirche und sodann eine Parade_ dex: Bataillons 111111. Um 2 Uhr versammelte fich eine große Anzahl Thrilnehmer zu einem Festmahle, bei dem der Geheime Staatsratk) von Hinübcr die Festrede Hiclt.

Elsaß-Lothringen. Dcr Staatssxkretär v 011 Puttkamer machtnachstehcnden Erlaß des Kai1erlichen Statthalters bekannt:

Seine Majestät dsr K1iser babsn gsrubt. mic Skins bobs BZFriedigung über dcx1 AUerböch11de1nsel5en anläßchb des B:- suchrs der Hobkönigsbyrg 1011118 a11ch in_eraßZurg 111 s.) üßeraus berzlicher Wxiss 111 tkm! ßewordenen Emvmng 11111) ü'oer die aus aUen Kre1sen der Beoölkerun1 zahlreich bethätigten warmen Kundgebungen und Begrüßunqeu aUSzusvreäven. Jarem ich Eqrec Execklenj bisrvon_ Mittheilung ma:bs, freue ich mich sebr. diéxen Ausdruck Allerböb1ter gnädiger Gefinnung zur Kenntniß der betbrixigten Gemkknden zu bringIn, 11111) ersuche Sie, das Wcitzre 111 Vöranlanen.

Straßburg, den 26. Mai 190“).

Fürst zu Hobenlobe-Langenburg. Seiner Excellenz dem Kaéssrlxcben Stxxxssekcetär, Wirklichen beetmen Rat!) von Puttkamer.

Oesterreich-Ungarn.

, Die ostrrreichische Delegaxion seyte, 11316 „W. T. B.“ ber_1chte_t, gestern die Debatte uber den Etat des Mi- nister1ums des Aeußern fort.

Der Minister des Yuxwärtigsn erf Golucbowski führte aas, er woüe_ stb mehr in eine langs Polemik mit dsc czecbiscbzn Ovpontion __einlafferx, da dieselbx doéh n1cht übxrzeugt azerden Zvolle. ©3151"? AquäUe bürsten absr vom Régierungs- nsckxe 111cb1 uaerwzdsrr _bl-tbsn. D:: Minister protestierte zunachst_ dagegen, 15113 eK 1.1 [13er Zsit üblich geworden sei, fremd: Souverane 1:1 dt? Dsbatte hineinzuzieben, und widerfpraä) der „2328112121111; _des Delegirten Kaftan, daß er nach dem gnechnch-turkUQen Kriege 1111 Jahre 1897 gleichlautende Noten an die Kabmexte von Berlin und Rom gerichtet habe, um die Frage der Arnetperung der occupierten Pcoomzen anzuregen, und daß ibm b1erbe1eine Abwsisung zu theil geworden sei. Er könne bestimmt versichern, daß von einer solchen Note niemals die Rede gewesen sei und daß er von dem ungarischn Minister-Präfidenten voa Sul], den Kaftan als seinen Gewäbrsmxnn genannt habe, ermächtigt sei, zu er- klären, ibm sci es niemals eingefallen, etwas derartiges zu sagen. Be- züglich der Bemerkungen Kaftan's über den Dreibund erklärte Graf

nämlich ein Friedensbund par 630911611136. Die Verständi ' Rußland bezüglich des Balkan sei sehr erfreulich, aber anm e?“ des_ Dreibundes werde durch dieselbe nichts geänkerj; fie [ej 61:1" Fmdenßgaraatie mehr und nichts Anderes als das. Wenn Kastan de:? Dreibund ein abgespieltes Klavier genannt habe, welches in die Rumpelkammer gehöre, so erwidere ec da'auf, daß dieses Klavier noch voULönend sei und keiner Reparatur bedürfe Gxgrnuker dem Delegirten Stransky, welcher gefaßt baue, da eine Be; krasttaung des Dreibundes nothwendig gewesen sei, so müffe derselbe gxwackelt _ba_ben, führte der Minister Pcäfident aus: er bab- d1e1e Bekcafttgung dahin verstanden, daß es angesichts Verschiedene; Ausstreuungen Yer lc 1211 Zeit nojbwendig gcworden sei, auch dem Publikum_ gegenuber lar bm:usteUen. daß an dcm Dreibunde gar- nichts geandert sei. Er glaube, daß die Vegwgnung des Kaisers FranzIZsevb mit dem Deutcben Kai'er jedeniaüs zur Beruhigung sur d1_e Einen und zur Belehrung für die Anderen gedient b1be. Gagenuber der „Bemerkung Kaftan's, daß der Dreibund nicht so fest und_ soltd se1, wkiZ_ Italien nicht ein vollwerjbiger Faktor set, saste der, Minni"; hätte Kaftan fick) an maß- gebender Stelle informtert, so hatte er bald zu der Erkenntniß kommen muffxn, in_welcb hohem Ansehen Italien in Berlin und Wien stehe und w1e't1e1 „man davon überzeugt sei, daß im gegebenen Augenblick Jtalten fernen Verpfiichtungen nicht nur nachkommen könne, sondxrn au_ch nacbkoxnmen w_erde. Die Aeußerung, daß der Dreibund Jtalten w111bschaftl_1cb schwache, sei das Echo gewiffer internaiionaler Lxgénden. Die Krim die Italien durchmachs, und mit Italien viele andere Stgaten, habe mit dem Dreibund-Vertrage absolut vichts zu thun, Ware Italien nicht 111 der Kombination des Dreibundes, so würde vermutblicb jxder leitende Staatßmann versuchen, in irgend eine andere Koxnbinatioy einzutreten. Heutzutage seien die Großmächte, dre keine Al111erten batten, jedenfalls sehr unvorsichtig. Eine andere Kombinanon, der Italien etwa beitreten würde, oder eigentlich die Sicherbeitxes emenen Landes würde Italien die gleichen Opfer auf- erlegen. wce de_r Dreibund. Kein Staat dürfe, weil er Alliierte babe, seine Wzbrfäwgkeit Vernachlässigen. Die Legende, daß der Dreibund thlien ruinieren werde, sei daher nichts als ein tbörichtes Emde. Yet dsa czecbiscben Anspielungen auf die V3rbältn1ffe im Balkan ubcrrßscb: es ibn_, daß man ihm, dem Nichtemmiscbung 111 die, 111nsrer1 VetbgltniffZ Oxjterreichs zur Pfl'1cht gemacht we1de, glexchzeitig Einmi1chung 111 die inneren Verbältniffe Serbiens zumuxbe 1111“- bebaupte, der König Milan ski nur deshalb in Serbien, weil OesterreiG-Ungam es toletiere. Ec wünsche in di? invervolitisckxm Verhältnisse keines Staates einzugreifen. Be- züzlicbpcr Ausweimngen wiederholte der Minister, da von Maffen- auSweixungen nicht die Rede sein könne, in Landshut s en 1. B. nicht, wie behauptet, 360, sondern nur drei Personen ausgewiesen worden, und daß er denselben unauSgefeßxeAufmerksamkeit widme; mxn müffe indxffen bedenken, daß die Ausweimng ein absolutsouveränes Rechtjedes Staates s-xi. Dzr Minister betonte, unter Hinweis auf das Vorgehen Amerikax, daß auch die frsisinnigfte Regierung dem allzu großen Anwacbxen ftemtder Beyöikerung, msbesondere in Grenquzirken, vor- zubeygen für thre Pflkcht halten müffk. Bei jedxe drakoniscben Manregel werde absr wwrt 1n freundschaftlicher Weite interveniert. Bezüzlcch der Erhöhung des türkischen Zoütarifs seien Ver- handlungen im Gange über die Bitte der türkischen Regierung um thkmmunz zu dcr geplanten Zollerböhung. Ueber die end- gültige Regelung der Angelegenheit könne er fich nicht äußern, roch have man prinziviesl gegen eine solche Ve1leßung der Kapitulationen protestieren müffen. Der Mtnistec 1chloß mit einem Warmen AppeU an dieParteien, zur Schlichtung der inneren Streitigkeiten beizutragen. _Jn der Spezialrebane erklärte G1af Goluchowski auf eine AntraJe, daß 11“. der Angelegenb€it des Mtlitär-Attachs in KonstantinopÜ, Obersten Freiherrn v:n Gießl, die Sache so ltege, daß die türkischen Bebö1den diesen zuerst Verhindert hätten, eine Reise zu unternehmen. Freiherr von Gießl habe die Vmfikht gebraucht, Vor seincr Abreise einen Paß von der Polizei zu Verlangen. Da die türkische Polizei 11an Erlaubniß der höheren Behörden einen Paß nicht ausstellen dürfe, ko sei bei dem schwerfälligen Verwaxtungßgan eine erzögerung eingetreten, sodaß der Attaché fich obne Paß einge1ch1 t habe. Er habe gebeten, Verfügungen zu treffen, daß ihm keine Schwierigkeitkn bereitet wxrden möchten, was dann bkreitwiwg geschehen sei. Bezüglich einer Anstage über E1w31b1111ge11_111 Cvma sagte Gxaf (Goluckwwzki, davon sei keine RSVC- er1o[l_e man das macbsn? Mit Luftballon? Mm müffe vor aUem Sbine haben. Dxr O_elegicte Kastan rief: “Sollten wir haben! (15er Goluchowsfi jagte: Bin vollkommsn Ihrer An- fikbt. Berufs; dk! vafikation der Protokqlle der Haager Konferenz Erklärsé der Minister, 1116121113 wzrde bald erfolgen _und, sobald fie er- folgt ssi, 131151111211 werdsn. Was die BsgcüZung des Prinzkn Heinrich 131311 Preußzn durch den deut-chen Bothbafter in Wxn betreffe, so 1:1 der AUdruck Yes BZT ch111er3 voükommen berechtißt gswxsen. Als der ö:t€rreichi]ch - ungarische Bot- schafter am 2. Dszsmber 1895 111 erl'xn in dxr Bo::ch.1ft öftxr- reicbiscb ungarische Staatögngrbörige begeüsts, babe er au-O auf di: Cxterritor'ralität des Botlcbafterpalais Bezug gsnommen. WL 115 Waffenlieferunzen ;1_nge_b?., 11) 116.18 [1581111 _keine Verlesung der 92511- tralität vor. da es 1211112113111191 Gsundfaß sei. daß die Regierung für Gsichäéte Prther, selbst 1181111 83 std 11111 Kciegsfontrcbande handle, n1cht vsrantwortlicb sei. DZe Delrgation bewilligte hierauf den Titel Disvofikionsfßnds, da diese Bewilligung den Außoruck d;"s Vzrtcaaenö zu dem Mi1111ter "111 fix) schließr, sodann _die übrigen Tue: des Bud- aets des Ministeriums des Neusern und ging hierauf zur Bécarbqng des Arxn_eebudqet§ über. _ D_12 11ngarz1che Delegatton nahm in der gestern fortgenßtsn Spszmldebatte das Armeebudget 1111 und ging 1oda11n zu dEr V:rt1a_11d11zng _übxr das Budget des gemein- samen Finanz-MmUtecrums sow'1e zur Besprechung der Verwaltung VOSILSUS und der HerzegowLnaYbsr. Der Finanz; Mimnengron von Källay inertegte me Beschwerde, daß der ungamsché Handel zu Gu111ten des OccapationsNbiets zurückqedrängt karde. Dxe bosn1sche Anleihe, deren Emisfion in (Gold mgn thm zumuVormurf gemacht habe, hätte nicht ankxcxs vlac1ert werden konnxn. Die Budapester und Wiener Jn1t1tutehä'11e11 kein? so gunstjgen Bedinxzangen gestellt 11116 111; ausländqchen, _mrt denen dte Anleihe abgeschlossen worden 121. Die, Geyehmrgung des Statuts der mohamedanischen Autonprme se1 versagt worden, we1l, wenn die orthodoxe und kathol1sche__K11ch3 das glr1che Vsrlan en stellen moklten, ein vcrhängmßvoxler ScparqtrSmus entste _en würde. Das Budgex deH gemeimamcn FmanZYMinitteriums wurde hieran! vottert,_sodann g.3l;angte d_as * arinebudget zur Annah111e. Bst 11511 ge11r1gen W1ener Gemeinderathswah len 1m 1. Wahlkorper_ wurden merzehn [fortschrittliche Kandidatxy uyd'fiebIn Christlich-sziale gewäh „_ Eine Stichwahl 111 notht . Die Fortschrittuchen verloren stehen Mandate. _ „_rn ungartschen Unterhause brachtx gestern der anter-Präftdrnt chn Szell eine Vorlage em, in 111elcher vorgeschlagen w1r_d, d1e Quote gleich der biSher durch Kön1g11che Verordnung verfugtsn auf 34,4 Prozent festzuseßen. D1efes Gejeß solle mit dem 1. Juli 1900 in Kraft tre_t_en, poxaus- gesxßt, daß eine entsprechende Vorlage im oxtcrre1ch1schen Re1ch3rath vorgelegt urzd angenommen werde." „S_ollte dtes mcht geschehen, so müss die Quote durch Komgltche Ver- ordnung fcjtgeseßt werden.

Großbritannien und Irland.

Das Oberhaus genehmigte, wie „W. T. B.“ meldet, gestern nach kurzer Debatte die zweite Lesung der Volunteer- Bill, ebenso mit 110 gegen 31 Stimmen die zweite Lesun der

bahnen, vom 25. Mai 1900, und

Goluchowski, der Bund sei noch beute dasselbe wie vor "20 Jahren,

Bill, durch welche die in den Kolonien legal abgeschlo enen

Ehen mit der Schwester der ersten Frau in England für geses- mäßig erklärt werden. Der Locdkanzler Earl of Halsbury und der Erzbischof von York stimm1e_n aegen die Bill, während der Prinz von Wales und_ dte Herxoge von Connaught und York für dieselbe st1mmten. Der Staats- sekretär des KriegSamts Marquis of LanSdowna legts sodann eine Erqänzungsbiü zu der bereits vorhandenen Akte, betreffend die Reserve, vor. “Dieser Akte _zufolge kann dis zweite Reseroe-Dwision erst dann emvsrufen wcrdxn, mxnn die ganze erste Divifion eingezogen ist. Die neue Bill schlägt nun vor, das; jedes Regimsnt berechtigt Werde, seine eiqene zweite Reserve einzuziehen, 11121111 dasselbe seine erste Reserve erschöpft habe. Die erste Lesung dieser Bill wurde enehmigt. Ferner legte Lord Lansdowne eine B1ll, betreffen Erleichtzrunan für die Manöver, vor, dzrcn erste Lesung ebenfalls genehmigt wurde. A*.sdann versagte fich das Haus bis zum 18. Juni.

Zn Unterhause erklärte der Unter-Staatssekretär des AUSWärÜqM Brodrick, die auf dem Tisch: dss auses liegende Uebereinkunst enthalte die Vorschläge der vor arzcm abgehaltenen Konferenz für die Erhaltung des Wild: standes in Afrika. DIe von dieser Konfsrenz festgeseßten Vorschriften würden von jeder Maxht in der We1se an:

ewandt werden, 11118 si: es 1111: gut. haltr. Die

chaffung von H2gestätten für das W111) sei einer der Vorschläge" der Konferenz. Die britische Regierung wie die Regierungen der anderen Mächte hätten fich die Freiheit des „Handelns in szug auf die Konvention nach Maßgabe der von ders-slben festaeseßten Grundlinien vor- béhalten. Jn Ost-Afcika fei beryits eine Hegestätte errichtet worden. Brodrick führte ferner auI, das jüngst getroffene russisch-koreanische Abkommen stehe in keiner Beziehung zu den Hoheitßrechten, sondern in Beziehung zu einer ähnlichen Konzession, wie fie Japan innerhalb des Vsrtrags- hafens von Masampo erhalten habe. Die Regierung Habe keine Informationen von dem Vorhandensein einer vewaffrzeten Macht auf dem für ein Kohlendepot abgetretenen L_anmtrich oder von einer Absicht Rußlands, Vefzstiqun en 'dajelbst 'zu errichten. Rußlands Zuficherungen 111 dieser Zinftcht seien 1m aHre 1886 einer (111621611 Macht crtheilt worden. Welche

chritte die britische Regierung im Falle einer N1chtachtung der durch diese Verficherung gebotenen Politik zu unternehmen für richtig halten werds, sei eine Frage, welche erst beantwortet werd-en könne, wenn Umstände einträten, durch welche britische Rechte oder britische Interessen tangiert würden. Der Erste Lord der Admiralität Goschen theilte über die am_Sonnabend vor- genommenen Versuche mit dem Kriegsschiff „BeLiÖle“ mit, das Schiff habe zum Erstaunen aller _Betheil1gten kein Fuer gefangen, obwohl das Holzwxrk dcs1elben _nach allen

eiten zerschossen worden sei. Es ser Übsrbaupt mcht 111 aus- gedehnter Wmse vom Fener ergriffen worzen. Dtc Versuche seien ganz speziell zu dem Zwrck vorgenoxnmm worde11_, um fest: zustellen, ob Holzwerk in Brand geschos1cn werder konne, 11111: die?: im spanisch:amerika11ischen Kriege bei eimgcn Schiffen vörgekommen se1. Der Erste Lord des Schaßamts Balfour führte aus, er habe keine Mitthkilung über Fciedenßokrhand- lungen mit der TranSvaal-ngierung, von denen berichtet worden sei, Es liege kein Beweis dafür vor, daß c_ngli1che (Gefangene "111 Pretoriaschleckztbebandclt würden. Nach 181 keine Bestätigung dcr Meldung, betrkffxnd die Einleitung von Yer: handlungen über den Austausch der Gefangenen, eingetroffen. Dcr Unler-Staatssekretär dcs Kriegsamts Wyndham theilte mit, daß die Gssammtzabl der in Süd-Afrika stehenden Truppen aUcr Gattungen 221000 Mann betraZe. Die Gc- sammtzahl der “111 der Heimatb 1111111? den Waffen stehenden Mannschaften könne nicht mit Gcnauigkxit festgestxllt werden; doch betrügen die Negulären einschlicßlich dsr Königlichen Rc- seroen etwa 120 730 Mann. Die Miliz zähle ca. 77000 Mann. Redmond fragte (111, chviel Buren "111 Süd:?lfrika ständen, 1111) ob es wahr sei, daß einer gegen 7,2111) stehe. Diese Frage blieb unbeantwortet. Sodann vertaZtZ 1111) das Haus bis zum 14. Juni.

Frankreich.

In dcr gssirigcn Sitzung drr Deputuirtenkammer wünschte dcr Deputirts Graf Ca1t_cllane uber dis Er_klä: rungen Reinach's hinfichtlich psc theraufrxabmc der Affäre Dreyfus. zu interp361cren. “Dl? soxormge Erorterang der An- gelegenheit wurde angoordnet.

Dcr KriegZ-Minifter, General de Galliffet wiederholte seine: im Senat abgegebenen E1k1ärung€n übxc dsn Vorfaü Tomvs-K1pitä1 Fritsch und fügte hinzu, man 161 übereingskommen, fich nichr mxbr mit der Affäre zu b'scbäftizen; ec bdauere es lsbbaft, daß der Kapitän Fritsch das Arykkgebkimniß 118119131 babe 111 dym Zwscke, den aewiffz Lcute verfolgten. Ec boff-Z, „daß das . H*cr nich: auf di-jsntgen böten werde, die ibm D15311y11n10stgk21x pcxdigtkn, und sich nicht einen AbenLeurer aurdtangen lankn erde, wie vor 15 J1bren. Der “„O-Vutirte Graf Castellane erklärte, die Régierung sei mit;"cbuldig an dem Komplott, welches angezettelt worden sei. um einen Ysrrätber zu reba'xilitisren. Dzr Deyuttrte Le Hérissé biüiqxe die H1lt11113 11:1; Hauptmanns Fritkch und fragte, wesvalb die Regierung denn 111cht_ gegen denselben ebenso wie _ gegen seinen MitfabulOigen einae1chcittkn séi. DU dener warf dem Minister-Pcäfidenten vor, daß er nicht gewagt hab?, den Agenten Tomvs zu dagavouieren. _ Du Dxputicte Lasies führte aus, er habe d311 Kriegs-Mimster „de' Gaüiffet von den Machenschaften des aklgxmeinen Sichöcb311§d19nstes in Kenntnis; gesetzt, und dieser babe ibm erwidert: niemals, solange er Minister sei, werde der Fan Dreyfus wieder aufgknytymen werden. Der Deputirte Humbert vertrat, troß dec aegsntbstltgen Vzrficbe- rungen des Minister - Präsädénten im Smas, dte Ansicht, daß die Agenten des SichnbeitSdienYteS fich 111 „dkn Befiß von Aktenstücken zu seZIn gésucbt batten, 11111 , d1e Dreyfus- Angelegenbeit wiederaufleben zu laffen. Der Munster - Pra11dent Waldeck-Rousseau erwiderte, die Regierung habe den Aeyße- ru'qgen Reinacb's kein Dementi entgegengesest, wzil dieselben im vöatgen W1derspruch mit den Ansichten der Regierung ständen. Dex Mmister- Präsident verlas dann Briefe des Agenten Tomps und fugte'binzu, ein tro aegentbeiliger Anordnungen im zweiten Bureau verbltebener Agent abe fich zu den bekannten Machenschaften bergegeben und eines Tages, um einea Tbeatercoup zu machen, gesagt, die von Tomps _qe- schrteben2n Briefe nien durch den Treubrucb eines Offiziers angeliexUt woxden - Anhaltender Beifall auf der äußersten Linken, lebhafter Wtderspkucb und Lärm rechts und bei den Nationalisten. Die Mehrzahl der Deputirten batte fick) erhoben, der Präfident DeScbanel schwang yekßebens die Glocke. Der Kriegs-Minister, General de Galliffet, der yon einem Unwohlsein befallen wurde, verließ den Saal, während die Nanonaxisten nach dxm Takt des Lampionliedes seinen Namen sangen. Es entstand ein großer Lärm, die Linke rief dem Minister-Pxäfidemen Waldeck-Rouffeau Beifall zu, die Sozialisten und Radikalen richteten von ihren Bänken herausfordernde Rufe an_ die Rechte und ftellten 5ck sodann vorden Bänken der äußersten Lmken auf, um Waldeck- Nouffxau unter Hochrufen auf die Republik 111 beglückwünschen. Da der chrm sicb nieht legte, unterbrach der Präfident die Sißung und Ukß dte T1ibünen räumen.

Nachdem die SZJunlg um 7 Uhr wieder eröffnet war, erklärte dx: Mminer-Präfideux ; veck-Rousseau, es sei ihm niemals ein-

gxxallen, die Tßava-be der Auslixferung der Briefe Tomps' anders 111

beurtbeilen, als dcr Keieas-Mm'nter de Gxslißst dies gethan babe. Ds:

Minister-Präfioent protestierse aexen die Anjchuldigunz. daß er es ab-

aelebnt babe, |!) den wohlverdienten Lobreden des Kriegs-

Minksters auf die Armee anzuféoließep. Der Deputirte

Kca 118 widersprach dsa von dem Mmijter-Prastkzknten gegen

Oxfiziere des zweiten Bureau; gerichteten Anschulotgungen und

warf ihm vor, er habe Machenschaften gedgldet, deren, Zxreck 11e-

wxsen se1, die DceyfuI-Angxlegxnbrit wieder auslebzn zu laffsn. Hier-

auf wurde die Diskusfizn g2schloff_en. Es wurden msbrers TIJZSOW-

nungen eingebracht. Der MinMer-Pcäfident nahm die Von dem

Dépatitten Bourgeois beantr1g1e an, welch: lau1et: „Die Kammer

btUigt die Hxltunz dzr Regierurzg und gebt 111 der Gc- w'tßbeit, daß die Armee Fcankre1ch und der Republtk, er- geben ist, zur Tageßordnung übSk. Bourgeois bemerkte bmzu, das Land sei lange genug durch_ 111113 Ancxelegenbeit ae- svxlten, welchz man als eine rein jakestlsébe hc1tte behandeln müffen. Keine Regierung könn? den Wunsck; haben, d1e Frqge wiedzr aufzucollrn. Es sei Z-Zit, daß die Kammsr cine g1te volmsch; That VoÜführe. Wxnn eine Pmtxi sicb national nennen könne, so 16"! das diejenige, wzlcbs nah 1870 die nationale ertbejdizung wieder neuzescbxffen bakoe. Böurgeois _w:111dte sicb schlxeßlich an die reyubl1kanisch2 Partei U11) erklarte, dke Repubkk müff:

dsm Auslande gegeaüöer stark und_einig zeig_en. Der Deputicte Méline warf dem Ministec-Prasidsnten jein Z1samm3nßeben mit den K1Uektivisten vor und kündigte “d:" Republikanch an, daß ihr Vzrtrauen zu ledeck-Rouffeau 1bnsn theuer zu stehen kommen wxrde. Hleraaf wurde zur Abstimmung qeschritten. Där Deputirte Humbert beantragte, daß man zuxrst über eine Tages- ordnung abstimmx, durch welch: die Rzgierung_aufg€focdert wérd, den Umtrieben ihrer Agenten, dk: darauf gexicbtet rxien,_ds11 Fall Dreyfus wieder aufleben zu laffen, ein Ziel zu 1eßxn. Die1er Antrag wurde mit 291 gegen 246 Stimmen abgelsbnt. Sodann beantragte der De- vutirte Den€cheau den Vorrang für ein»? Tagxsordnung, in welcher es beißt: Die Kammxr billigt, daß_d2r Kriegz-Mmütec der Désxiwlin Nehrung Verschaffx hat, ist aber €ut!chloffe11, dxr Republik und der AkMSS Achtung zu verschaffen, und geb! 1111: TageSorduung üßkr. Dieser An- trag wurdz mit 282 gegen 242 Skimmsn abgelsbnt. Sodann wurde der erste Theil dsr won Bourgeois einzsbracbten Tagesordnwg mit 288 gegen 247 Stimmen angenommen, die Annahme des zweiten Theiss, welcher dix ArmSe betrifft, 1211015116 bei 515 Stimmenabgaben einstimmig. Schließlich wurde die gksammte TagrSordnun-g mit 293 gegen 246 Stimmsn angeyommxn und sodann die Sißung mit Hoch- rufen auf die Republik ge1ch1offen.

Während die Sißung unterbrochsn war, hatten der Miniüer des Aunärttgen Delcassé und per Jasttz-Minister Monis im KrngMMistcriym eine Bewrechung 11111 dem General de Galliffet. Dre Nationalisten vcrbrcrteten in den Wandelgängen das Gerücht, Her General_de Galliffet WOÜL dem11s10111eren, Descaffé Have ck11 _aber 1m Namen des Kabinets gebeten, zu ble'1b111, da 56111 Rücktritt den Sturz des Ministeriums Herbe1führen 111111516. B1?- heute früh Hatte der General de (Halltffet sem Entlaffungs- gesuck) 'nicht eingereicht; man „glaubt anch, daß, wc_11n er die Abstcht haben soUte, zu dermfnonieren, er die]? Ab11cht in Anbetracht des VertraUZnsvotums der Deputirtcnkan)_mer_nicht ausführsn werde. Der Arzt des Generals de Gallimt 11t der Anficht, daß derselbe nicht länger d_cn Vsrkxandlungen d_er Kammer ohne Grfalst beiwohnkn konge, „Heute soll_c1n Mrnisterrath unter dem Vorsitz 73.993 Prändcntcn Louhct statt- fmden, und erst dann dürfte Bcsnmmtes üb2r disAbstchtcn des

Kriegß-Ministcrs zu erfahren sein. , Rußland.

Der Schab von Persien ist, wie dem „W. T. B.“ bsrichtct wird, am Montag in Tiflis eingetroffen und auf dem Bahnhof der Station Akstafa 111111 dem stOUvrrtretenden Gcnsral-Gouvernsur des KaukasuI, Gcncralbxutnant Frese, Und den SpiHsn der Behörden empfangcy worden. Das Stadtßaupt übxrreichte dem Schaf) auf 1161211111“ Schüffel Salz und Brot. Als der Schul) dc11 Bahnhof vcrlisß, wurde ein Gcschüßsalut abgegeben. Auf dem che zum Palais bildeten Truppsn und Schüler dEr Lehranstalten Spalier. Im Palais wurde der Schah 13071 hol1c11 Würdsnträgern und den fremden Konsuln empfangcn. Die Stadt hatte Fkaggen- schmuck angelegt; Abends fand eine JÜumination statt.

Belgien.

Nach der amtlichkn Feststeklnng dcs Ergebnissps der Wahlen zur Nepräsentantcnkammsr sind, wie dem „W. TV,“ aus Brüssxl gemeldet wird, gewählt: 85Ka1holikc11, 33 christliche Demokraten 117-111 liberale Radikale, sowie 33 Sozialisten. Unter den 1v'1eder 6111111111811 Dxputierten bOfinden fick) dcr bishcrigc Kammer-Prä1dent Becrnacct, der frühere

Minister de Woeste und die__ Sozialisten Desfuiffeaux und Demblon. Der Führer der chr11111chen Dsmokrateu Abbé: Daens ist nich'. wiedergewählt. Das Ergebniß der Senat§walxlen

ist noch nicht vollständig bekannt.

Türkei.

Nach einer Msldung drs Wiener „Tslegr.-Corresp.-Burcaus“ aus Konstantinopel 111 der Jungtürke Hamid Bey nach Athen entflohen.

Dsr britische Votschaffe_r crhielt am Sonntag die Nachricht, daß der Ober:Komm11sar der Pforte “111 Egypten Ahmed Mukhtar nach Europa abgereist sei. Es vsrlaute, dies sei ohne Erlaubnis; des Sultans geschchen, was “1111 Yildiz: Palais psinlich berührt habe. Anscheinend Habe Ahmed MukHtar wegen Meinungsverschiedenheiten mit dem Palais sowie wegen großer Gehaltsrückstände Egyptcn verlassen.

Schweden und Norwegen.

Das norwegijche Storthing hat, wie „W.T. B.“ meldet, gestern mit 78 gegen 35 St1mmen den Vorschlag an- Ynommen, die Regierung zu ersuchen, im Amte zu vsrbleiben.

er Minister-Vräsident erklärte, er könne nichts versprechen; er werde es in Erwägung ziehen.

Afieu.

_ Aus Tientsin vom gestrigen TNF meldet das „Reuter'sche Bureau“, daß die Boxer 111 der acht 11111 Montag die Station Liuliho an der HanamBahn, 24 eilen von Fengtai und 29_ M:ile_n von Peking, niesergebrannt, den Bahnkörper aufgeriffen. e11_12 Anzahl von Eisenbahnwagen erstört und „mehrere chmesnche Angestellte ermordet hätten. Fengtai sei von den Engländern und Belgiern geräumt worden. Ein Eisenvabnzug habe die Flüchtlinge bis Tientsin ges afft. Der Eisenbahnverkehr zm'xschen Peking und Tientfin sei eit estern Mittag 12 Uhr „emgestellt. Es verlaute, daß me reren legiern, die mit 1hrex1 Famjljen in Chang-sin-tien, zehn Kilometer von engtat, ansä1s1g seien, die Flucht abgeschnitten sei, und daß 11: 116) aus einem in der ähe des Ortes ge- legenen Berge gegen die Boxer vertheidigten, welche 1eßt die

Stadt Fengtai zerstörten. Man Hege für das chen der

Mis ionare abges nitteq. - Nach e'111er weiteren Meldung wären auch die ' aschtnenbauwerkjtätten auf der Bahn- station in Fengtai von den Boxern niedergebrannt morden. Mxhrere Personen seien dabei umgekommen.

Der amerikanische Kreuzer „Newark“ und ein französisches Kriegsschiff seien vor Taku eingetroffen. Das diplomati1che Korps in Peking hielt gestern eine Konferenz ab, um über die äußerst beunruhigende Lage zu berathen. _

Aus Yokohama vom 28. d. M. erfährt da§1elbe Bureau, ein frührrer koreanischer Beamter hahe 1111121 dzr Folter die Namen der an der Ermordung dxr Kaiserin von Korea 1111 Oktober 1895 betheiligt-kn Personen angegebsn. Mehrers 13971 ihnen seien daraufhin verhaftet worden.

Afrika.

Dem „Reuter'schen Bureau“ wird aus Mafeking vom 23 Mai über die Verluste seit Beginn der Belagerung Fol- gyndss gemeldet: Von 41 Offizieren smd 6 todt, 15 vérmundet, 1 wird vermißt;_von 975 Mann sind 61 tobt, 108 vermundst, 26 wzrdsn vermißt, 16 starb,:n an Krankheiten. Von der weißsn Bevölkerung sind 4 etödtst, 5 vsrmundet, 32 an Krankheiten gestorben, von den ?arbigen Soldatrn und E'mgeborenen sind 353 todt und 297 verwundkt.

Dsr ledmarschaULord Roberts meldet vom Klip :Niver vom gestriqen Tag?: W111 marsch1ertcn hsute 20 Meilen und find jth 18 Meilen 11011 Johannesburg entfernt. Dcr"; sind Hatte verschiedene VertHTidigungssteUungen vorbereitet, qa die: elben jedoch, eine nach d:: anderen, bsi unserer Annäherung auf. Wir vedrängten ihn derart, daß er nur Zeit batt-z, seine 5 Gcschüxze zu verladen und 11011 der [1127111211 Station ab: zufaßren, als auch schon Mannschaftsn d;:r westaustralischsn berittenen Jafanterie “111 dsn Ort eindrangen. Dis Tmppsn dcr Gsnerale French und Hamilwn find anschsinsnd etwa 10 Meilen von unstrer Flanke entfernt 111 ein Gsfecht mit dem Feinde: verwickelt, da s1'1t M111ag Geschüxz: 111111 szehr: feuer zu hören ist.

Die „Daily News“ melden aus 801117611140 Marques 110111 gestrigen Tage, der G3neral Botha sei "111 Pretoria eingetroffen, um mit dem Präsidknten Krüger Übor Friedens- bedinaungsn zu borathn.

Die „Times“ bsrichtet cbsnfalls vorn gestrigen Tage aus Lonrenxo Marques, der (3561121111 Botha habs vor 2111111511 Tagen 1n1t der Regierung 111 Pretoria berathen und sich nach: drücklich für eine Kathulation auSgcsprochen. DIT Präsident Steijn sei gleichfaüs für den Fcisdzn; nur dsr Präsident Krüger sei für FortfÜHrUng des Krieges; in Pretoria sei jedoch das Gefühl vorherrsch)3nd, daß die Friedenöpartsi jeden 2111981111126 dic Ueberhand gc1v111nc11 könne.

Bel ier ernfte BZorgniffe. In Pao-ting-fu seien mehrere

Parlamentarische Nachrichten.

Bei der am 25. d. M. vorgenommenkn Ersaßmahl zum Reichskag im 7. badischen Wahlkreise (Offenburg) wurden nach der amtlichen Zählung im (531111211 18603 Stimmen abgegcbon. Davon erhielt der Bürgermeister Schüler-Ebr'mgen (Zentr) 9531 und der Gekxime Ober: Regierungsrath Dr. Reinhard (Mtl.) 9069 Stimmen. Ersterer ist mithin grwäblt.

Land: und Forstwirthsckzaft.

Saatenstand in Galizien. Dsr Kais-xrléck): Konsul in Lemberg bsricbtet unxer dem 21. d. M.

FÄJLMLÖ: Ost-Galizien.

Ja der 611th Maibälfte war trockene Witterung vorbsrrschd; erst am 10. Mai stcüte fich 61116 WittsrunZSWend-z ein. DC!" kalte Regen, dcr 11.1 diesem T-1ge z1zm11ch a'ngemein niederfisl, war von vorübergehender Dauer; darauf 101111611 einige Fcosttage, di? hier und da, namsntlicb 111 den Gebirgsgeaendxn, z1em11ch starke S:!)neefälle mit fib brachten. Nach dieskzn N1chw1nter b::rfchM im größxrm Tb1ile 189 81111188 kalte Regen1älle; im östlichn Theile 13311512 115.1“ d1e trockcnx küblx Wittkrung 11121th 1118 Oberhand.

D:: Sxatenstmd 111111318 bei d1715n WittrrUngsvsrbältnineén voc- läufig im 531013311 (Hanson als 1111111111113 bézeicbn-xt werdxn. AÜILUILJ ungünstiz laucsn di? Berichte 11er 11311 NWZ, der auch häufig 11111- geackert wococn ist. Der W:iz:n erfreut fich zwar 8111-73 bZffko Skandes als der Rogzen; «ute Roggew und Wxijenstände gehören immer 1112111 zu den Szltenheiten. erbältnißmäßig Ltwas beff-r find die Nachrihtkn über die jungen erst “1111 Auflaufen bsgriffenen Sommec1aaten; aber auch bier mangxlt es nicht an Najorjcbxen, nuch denen mehr entwickelte, d. 1. vom früheren Anbau berstxmmende Gzrstesaatex1 stark vom Frost angégrxffcn 11111) geLbl1ch 118111013611 smd. DaIselbx melder man 111321 1211 frühzeitig angeb-mxen MUZ: die Saat muß w1ed:rbolt werden. Der wiederholte Anbau 111 auch bei dem Gemjsebau, besondsrs 1111 Fxlva 111 mehr exponiectrnLag-xn noth- wzndig, so z. B. bsim Kraut und T1back. Dxn Kartoffeln haben die Fxöste nicht mzbr gsfckoader; übNgens ist das Kartoffslnlegkn noch 111671 ganz zu Ends. Am traarigsten steht Der Klee. Infolge der Um1ckerungen, die mar: vornehmen mußte, 111 die Aabaufljcbz stark vzrmindert; die übrig gebliehsnen Saaten abzr find so späcltch, daß“; man um den künftigen Futtervorratb schoa Ltwaz besoxgt sein muß, um so mehr, da die ngétnion auf den Wiejea unter dem Einflaffe _d:r zu trockenen Witterung odsr der kxltxn Rxgenfälle nur sehr 1chwache Fortschritte macht. Die Obstgärtcn erfreuten fich eines schönen BlüWenschm-acks; nach den Fcöstsn aber ist es besondxrs bei dem Steinobst fraglich, ob es zum Fcuchtansas kommen 1111111. Der Frost hat auch in den wamanlazen mancbkn Schaden angertcht€t.

West-Galizien.

11. Wintersaaten. Die infolge des nassen Herbstes zum großen Theil sebr spät in den Boden aebracbten Wintersaaten_kamen 1ch1vach und schüttet in den Winter, während die frühzeitig ge?aten fib beffer bestcckten und ihn verbältnißmäßig gut überdauerten. DJ: in den Monaten März und April einngretene Nachwinter hat den Otgnd dec Herbstsaaten,insbesondsre des Roggens,dermaßen gesckoadigt, daß du: Ende April und Anfang Mai eingetretene Wärme nicht mehr viel helfen konnte und der Roggen steÜenweise sogar untergeackert wsrden mußte. Vom 8. Mai herrschte in Wsst-Galizieu eine sehr kalte Witterung Verbunden mit Regen und sogar Schneefällen, 11135 är die Ernte verbängnißooll werden kann. Im aßgemeinen hat der eixen fast in ganz W111- Kalizien beffer überwintert und verspricht eine bessere Ernte wie der

oggen.

b. Sommersaaten. Der Anbau der So mersaaten, welcher Ende März vereinzelt begonnen hatte, wurde dar die starken Schnee- fälle und Regengüffe und die hierdurch herbeigeführte Bodennäffe unterbrochen und konnte erst Mitte April, zum tbeil aber auch erst Anfang Mai wieder aufgenommen werden. Die große Verzögerung aller Befte'aungvarbeiten im Frübijr und die Mitte Mai herrschende nasse und sebr kalte Witterung schließt beinahe vollständig “vie Hoff-

nung auf eine gute Ernte aus. - Der Anbau von Hafer und Gerfte