1836 / 243 p. 1 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

BerlUUIDonnerst

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LUUNiÖeZMachrUHWn.

Kronikdes Tages So

.. „55.511191. Hoheit der Kronprinz isr «ms Ponmxern wieder hier eingetrsffcn.

Sc. Djxrcanncht dcr "xcgicroydc Herzyg/von Bran),- schwcig “ist gestern (ZNste;1_)_ von Braynxclmyctxx 12:11" «xngctromn und im Königlichcn Sclxsome r*: die 1111" Hocbyrdcnjclbcn in Be-

1 reécschaft gesetzten Zémmcr adgcsxécgcn,

Déc unterzeichnete Akademie Cl'11k11e1't hécrdxtrcs) ihre bereits nnkcrm 24“). April V. Z'. in Bckccsf dex“ dicsjÜÉ-riqcn-.,thkm'rcnz um den von der Michael Bcrrscßen Skchmg aUsgcxclzccn PWW erlassene Bekanntmachung: _

Dcr zn D)?Ünchcn am “22. (."-WU „18223 vcrxkokche Oxamat:- sche Schriftsteller I.?ichxc'. Bcer «115 PckW [)ut T*gt'cl) tcjramx'n- xarische Verfügrxng cin vcdcurexxdxs Kapchl zn che); von Gr. Majestäk dem König 'LlllcxgnädYs _qcne1)1211chn C]11§11_11151 ans- gesekzr, Um unbxméttcitßn “„Rat-cya Und- Ycßhuncmx ]nchlxxer- liqion dcn AuscntHaLc 111 „2111111611 zuk Lixtsvcidnxngm :l)rcr311mst dmcs) Gewährung cines STWSYVTUMI zu.cr1cx(oxcrt1, welches dem Sieger eincr jährlich skatxslkxdcndcn,Pycxsz2391111217111sz zu Theil wird, mit dercnBexanxrulcmxg “c&c .81“Öxx;_.»,l.-Tc1)§'_.):kadcmrx dcr .Känße tmc!) dem Wrtmci) dcs Scésxcrs ?1171:*1'1)Öc1)7ret1 Ortes beausrragt worden ist. _ .

Demgemäß nmcix-t dicscldc [)icxdm'ch 130611772 , da:; dxe diss- jähyéqe Könkurrcnz um Oexr Michch Bc_crs-:i)cn Preiß füyWerke dcr Gcscl)iclckts-I)2alcrci Icyrémmt itt, «1Zlcc31u11abl)«*1ngtg blctbtvon der für dasselbe Facl) bereits Undcmccétia 129501111ch:“Powerbzzxg, Die Wahl des darzustellenden Gcgcxstandcs Üderlgkzt dxe Ilka- demie für décsen Fall dem eigenen Crmcssen der Konkurrcntxn; docs) müssen die Bildes ganze Fiülll'kU cnc13a1tcn, akckdex11i1chc Scitdien aus denselben crsichtxich scwn, eine „Höhe von ;; Fuß, eine Breike von circa LU:; [ck15 2%, JUZ haben und _in Oel aus- qcfübrt seyn. Dcr Terxnin dcr Awlxcfchg de'.“ Gemälde an die Akademie ist der 29. Scptcancr d. I., Und MUZ; ]cöcs mit folgenden Atecsten versehen !cyn: ,

]) das; der namentlich zu bczckxchncmdc Konknrrcnt stel) zur jüdischen Religion bekennt, cin ?_iLtcr vpn 22 Jahren cr; reichc hat und Zögling eimer Dcutjchcn Hunsk-Akademée isx;

2) daß das eingesandte GemäWc von ("Mn- jclbsc erfunden und ohne fremd: Beihülsc von ihm «?xxszxcskjhrt worden isr.

Die so beg1aubigxen Bilder wcrden in M chsjährige Kunst- Ausstellung der ".'lkadcmic aufxxenommcn, choc!) ()*-)nc Ncnnxmg ihrer Urheber. Dic Zuerkennung dcs Pre-xcs m'soigt vor Ende Öktoöcrs 13.3, und vesxchc derselbe in einem Retsc-Stipcndium von 3510 Rcßw. anf Ein Iaßr, wclckch jcdocl)“ [mkcr Umständen vch'mgcrt oder ami) dcm Skipcndiaxsm Nack) Verlauf eines yal- bcn Ja!;rcs entzogen werden kann. .

Die T1“ax16porr-Kosren fÜr dée mit den _vokzknlrieban Ar- tescen versehenen Gcmälds Überxmnmt dasUFi'uraxryx-imn O_cr Mi- chael Bcerschcn Scichng; die nicht szanmmöxähigcn Arbeiten werden auf Kosten der Einsender zur:“ngcschickt.

Berlin, den 211. August 1836.

Königliche Akademiqdcr' Kkmsre. (gez.) 1)1'. 05. Schadow,

Dcr Gcncral-Major, Gemeral-Adjutant Berlin, Oöraf von Nojriz, von

Direktor.

Angekommen: und 2tcr Kommandant von Karlsbad. _

Dcr Gcncral-Major und Kommandeur der 5th Infanterie,- Briqadc, von Rohr li., und „_

“Dcr Gcmcral-Major und QoUnWUdeur dcr Iten KavaUcric- Brigadk, von Kurssel, von F!.'m1k;"urt a, d. 0.

“Dcr General-Jntcndauc dcr Königl. Schanspielc, herr Graf von Rcdern, von Erfurt.

Kammer-

ZeWungs-Rachxichrmx A Us 1a11d Rußland,

St. Petersburg, 24. August. Sc. Majestät dcr Knife? smd am Mster: dieses Monats nach Mosfmz aygcrcisc; , _ Dic L_)écsigen Zeitungen c;:tTJaM'n Folgendes .Mserlwhe INMifcsc: „Von Gottes Gnaden Wir Nékolavs u. s. w. Fortkaxhchd darauf bedacht, Unscrn gclkcwtcn Unterthancn die (')?lele ihrer verschtcdcnen Vcrpfiéchtnngcn _qegcn den Staat, besonders die ch'pfiiclsung zur Stellung vonARckrUtcn zu er; lcécl)tern, hatten Wik flxx“ m'vlzléci) crachtct, in (;_N'icdenszcétsn die allgemeinen RskrUcenéLlUEhchgcn irn Reiche abzusclwffcn und durch das VTanif-ch vom 1. “?stezxusr 18:31 partéellc 'J1U:Llckcbungcn festgesckzt, welche in zweäen ihrer Bevöikcrung nacl) gleichen Theilen des Reichs, in dem nördiiclch und in dem sx'tdkiclxen, in regckmäßiger Okduung stattfinden sollten. Nachdem hier- durch denjenigenStänden, weiche vcrpsttchtcc sind, Rekruten zu stellen, eine Wesentliche Erleichrcrung zu Theil geworden war, beschlossen Wir unmittelbar durant“, einen sicheren Weg anzu- weisen, auf welchem das Schicksal der Soißacen und Unteroffi- ziere, duch) die Abkürznng dcs flxx" den effektiven Dienst in den Heeren festgesclzten Termins, erleichtert werden könnte. Zur Érreichung diescs Ziele:?- cracHtcten Wir fm' notkmvcndig, als Regel festzusetzen, dasz diejenigen Soldaten und Unteroffiziere, Welche bei den aktiven und Reservc-Truppcn zwanzig Jahre un- tadelhafc gedient Haben, alljährücl) auf unbestinnnte Zeit beur- . laubc werden sollen. Diese Maßregel hat die wohlchätigsten Folgen gehabt. Auf Grundlage des Reglements vom 30. Llu- Kust 1834 für die auf unbestimmte Zeit Bcurlaubten kehrten sthon viele von den Kriegern, welche sich durch untadclhaften Dienst gerechte Ansprüche auf den Ruhestand erworben hatten, in “M Heimat!) zurück, widmeten sich daselbst,

während fie zu gleicher Zeit dem P?i[itairfiandc angehör- ten, verschiedenen Industriezweigen und halfen «ms diese Weise, bei ihren noch ungeschwäclxen Kräften, dcn «Ugemcinen Mol)ls'cand des" Staats befördern. Beide angcff'11)rke, ix1 g(céchem *))Taßs sowohl für die Stände, wckch Rekruten schen, ck15 ami) fk'n'xdic Krieger selbst, wohlthätigc Vcrordmmgcn kxacccn jedoch eine bcchtende ',)[bnalymc in dcr Truppenzahl, in Vcrgch) mir den bestehenden Etats und Reglements, znr Unvcrmsédkichn Folge. - Von der einen Seite fixxden die jährlichen Rekruten- Anshchngcn nicht mehr, wie früher in allen Gouvex'ncmrnts, sondern nnr in einem Theélc dez Reichs statt; von der andkren Seétc aber xmxßce die Truypenzußl, durä) die Abkürzung des Termins des effektiven Dienstes 1m:Ür[icher Weise tcmporaLr bc- dcntend abnehmen. DieseAbnalhme isc besondersjelztßemerchl), 1k0 déeKricgcr, wclche während dervcrstärkten Rckrutirxmgcn in den Un- vcrgcßlichcn Jahren 1812, 1813 und 181/- m denDiensc traten, auf umbssrinnnre Zeit beurlaubt werden. - Bei diesen UmJänden halten Wir es für' nothwendig, um den Bestand der Truppen in einem den Bedürfnissen des Reichs entsprechenden Verhält- niffc zu cricka1ccn und um Unsere Armee und Flottc__gcl)örég komplctcéren z"u können, ohne die oben angeführten Cricéchte- rungs-Maßrcgcln vcrändern zu müffen, diesesmal ausnahms- weiße eine allgemeine Rekruten-Aushcbnng im ganzen Reiche anzustellen, und verordnen: ]) In dem gegenwärtigen Jahre eéne allgemeine Rekrutkn-'L[usl)cbun_cz in dem ganzen Reishe, mit “Llusjmkz-me von Gruficn und Bcffavabicn, vorzunehmen, und znmr von 111011 111ärmlichcn Seelen 5 Rekruten. 2) Alle gegen- wärtig fürdéeAßli-sfcrung der Rekruten bestehenden Gcsekze in ihrer vollen Kraft beizubehalten und déeselben bei der bevorstehenden Rc- krUtM-AUIHWUUZ streng zu befolgen. 3) Bei der Tekruten-Aus- hebtmg unter den Kleinrusfischen „Kosaken und den zu den Be- zirken der angesiedelten Kavallerie gehörigen Bauern ebenfalls die gegenwäytig bestehender: Vorschriften nick): im geringsten zu verändern. Gegeben im Lager bei Kraßnoje-Ssclo, am 31. JW (12. August). Nikolaus.“

Mittelsk Rcscripts vom 13. Augusi haben Se. ONaj. der Kaiser dem Commandeur der 2ten Brigade der Neu Grenadier- Division, General-Major Kamenew;Ljubawskéj, für ausgezeichne- ten Diensteifer, den St. Annen-Orden ]srcr Klasse mit der Kai- serlichen Krone Allergnädigst verliehen.

An den Geneml-Adjutantcn Kraßowskij haben Se. Maj. unterm 19ten d. folgendes Rescript erlassen: „Afanaßij Zwa- nowitsck)! Während der großen Manöver, welche am 23., 2-1, 23„ 26. und 27. Juli (a. St.) in der Umgegend von St. Pe; tersburg stattfanden, habe Ich Ihnen den Oberbefehl Über“ eines“ der Corps übertragen und WM Mir" jetzt ein besonderes Vcr- gnügcn daraus, Ihnen für Ihre mit vieler Umsicht crgkiffencn Maßregeln zm“ AusfüOrung der planmäßigen Bewegungen, so wie fü? Ihr erfolgreiches Mitwirken zur Erreichung des OeaO- sichtictcn Ziels, die Manöver zu einer bclcbrenden Uebung für die ruppet: zu machen, Meme Erkenntléchkcét zu bezeugen. Ick) verbleibe Ihnen wohlgcwogen. Nikolaus.“

Vorgestern wurde das Dampfschiff „Bogatyr“ (dcr Hckd), das vom Obers-Lieutenant Grünwald gebaut und unter das Kommando des Capitain-Licutcnants Kretschetnikoff gestellt wor- dcn ist, von der Haupt-Admiralixät glücklich vom Stapel geLas- sen. Dieses Schiff ist das größte der jetzt in Rußland existi- renden Dampfschiffe, weii es, nach dem Augenmaß zu urthi- len, von der Größe und Breite einer Fregatte und von der Länge eines Linienschiffes ist- die Maschine auf demselben wird 290 Pferdckraft haben (die *)?aschéne des größten unserer Dampf- schiffe, des „HerkULes“, hat nur 250); sie wird in dcr Alexan- droffscben Fabrik verfertégt.

Die neue Chaussée, die zwischen Kanon und Dünaburg ge- baut wurde, ist nun eröffnet worden. Die ganze Strecke von 193 Werft ist in 11 Post-Stationen gethcilc.

Dic Nordische Biene meldet: „Dcr große Nußcn, den eine bequemere Verbindung mit China für den Handel haben würde, hatte auf den Gedanken geführt, eine bessere Straße um den Baikal-See anzulegen. Auf Befehl der dortigen Bc- ixdrde wurde ein Plan dazu entworfen, wonach die Kosten etwa 221/973 Rnbcl 37 Kopckcn betragen würden. Während man mit der Prüfung dicses Entwurfes beschästtgr war, machte Herr ngnnoff, ein angesehener BÜrger und Kaufmann erster Klasse in Kiachta, den naa) China handelnden Kayfieuten den Vor- schlag, die Straße um den Baikal-Sce auf eigene Kosten anzu- legen, und er erbot sich zugleich, die ersten Fonds dazu herzu- acben. Dic Kaufleute von Moskau und Kasan, so wie die der RUssiscl)-'211ncrikaniscl)en Compagnie, die in HanchsVerbindungen mit China stehen, haben den Wunschausgesprochen, fiel) diesem Unter- nehmen anzuschließen. C's isr- darübcr ein Bericht an So. TNaj. den Kaiser abgestattct1vordc:1,1md die Lokal-Bchdrde hac daranf dem Dérektor der Wege Und Conmmnicacioncn den Plan vorge- legt. Die nach Kiachta handelnden Kaufleute: Haben am Mstcn v. M. ficl) schriftlich verpflichtet, die Straße (mf i1)re Kossau herzustellen, ohne daß der Schulz das Geringste dazn beitrng, und der Generalsquvcrncur von Oft-Sibirien [J:at keinen ".An- srand genommen, ihnen zu gestatten, sofort mit dem “Bau der Straße zu beginnen. Se. Majestät der Kaiser hat, auf den Bericht des Finanz-Ministcrs, dieses Unternehmen gebilligt.“

F r a n k r e i ck). Paris, 25. August. Der Genera1 Bugcaud hatte vorge- stern, unmittelbar nach seiner Ankunft aus Algier, in Ncuilly einc Privat-Audienz beim Könige. Geüernkwurde _dcr Ocstck- reichische Botschafter daselbst von Sr. Majestät empfangen. Der König beider Sicilicn wird sicl) in Toulon nac!) scinsn Staaten cinschiffen. „Dcr Minz von Salerno begleitet il)n_ nicht; er ist in Ncuilly zurückgeblieben und wird heute die Reixe nach Deutschland antreten, wo er in Prag mit seiner Gemahlin zu- sammen tre en und “der Krönung des Kaisers Ferdinand bci- wohnen wird. Im Courrier franxxais liest man: Kriss verwickelt fich mit jedem Augenblicke mehr.

„Die ministerielle Die Schwei-

zkl'ischen und die Spanischen Angelegenheiten machen die Stek- lung, die Herr Thicrs in Bezug auf diese beiden Fragen ange- nommen hat, immer zweideuciger. Dcr MinU'ker-Ratk) ist zu kJ-cnice Vormittag um 11 UHL“ zusammenberusen worden, und Wahrscheinlich wird in demselben irgend eine bestimmte Entschei- dUng in Bcrrcff des Kabinetts erfo1gcn. Ein ungünstiges Zci- chct1 fÜr den Conseiés-Präfidcnten ist es schon, daß der größere Thee! seincr Freunde ihn verläßt und ivm Unrecht giebt.“ » Bei Abgang der Post war das Gerüchc verbreitet, daß die Herren Thicxs, „Taisov, Duperré und Pele: ihre Portefeuilles niedergelegt hätten und daß die Herrcn “Molé und Guizot mit der Bildnng des neuen JNinisceriums beauftragt wären. Es k-ieß, Herr Thiers sey hauptsächlich deshalb zum Austritt aus dym Kadénette gcndthigt worden, weil er mehrere Schritte, tm: mentléck) die Rückkehr des Generals Bugeaud aus Afrika und dle Erlassung des bekannten Tagcs-Befehls von Seiten des Gene- rals Lebeau, veranlaßt habe, okckne zuvor weder den König, noch seine Kollegen davon in Kenntnis; zu seßcn.

»Mehr-:re Legitimisten waren esr:rn versammelt, um sich Über die für Herrn Berryer in orschlag gebrachte Subscrip- tion zu besprechen. Es wurde eéne Kommission ernannt, UW zu deren Präsdenten der Wkarschall Victor, zum Vice-Präfidcn- ten der ONarqnis von Dreux-Brézé und zum Schaßmeisker der Notar Champion gewählt.

Das Journal des Débacs enthält heute übst" die VN"- qänge in OJTadréd folgenden Artikel: „Die verwittweie Königin hac San Ildefonso am 17ten Mittags verlassen, um fick) tch) Wkadrid u begeben, wo fie an demselben Tage Abends mit der jyngen dnigin, zwei der neu ernannten VTiniscer und dem zum Qommandeur der Garde ernannten General Rodil eingezogen ist. Die Reise erfolgte unter der Bedeckung eines Bataillons Milizen, das Tags zuvor aus der Hauptstadt angekommen war, um die beiden Königinnen zu beschükzen, Im Uebrigen fanden am 17ten keine weiteren Unruhen stan. Die Madrider Zeitun- gen von diesem Tage enthalten nichts als langweilige Berichte übcr dic Bewequng in den Provinzen, Proclamationen der re; volutionairen Junta Adressen an die Königin, Sißungs-Pro- tokoUe und dergl. Jeßt, wo die Revolution in *))?adrid voljen- dec ist, haben die EreiZZisse in Valencia, Cadiz; oder Granada gar viel von ihrer ichtigkeit verloren. Aehnliche Auf- tritte finden im Uebrigen an allen Orten statt, und in den Berichten darüber feh1en alle nähere Details, wor- aus man schließen könnte, daß etwa das Volk irgendwo 2111- stand genommen hätte, die Verfassung von 1812 zu proklamircxx. Wenn es dereinst vergönnt seyn wird, die wahre Geschichxe dessen zu schreiben, was fich gegenwärtig in Spanien zuträgc, so wird man fich überzeugen, wie weit der moralische Zwanz getrieben werden kann, den der Sieg einer b1utdürßigen Par; tei auf die Presse zu üben vermag. Dée große Frage Über das Zusammentrctcn der Cortes“ ist, den Madrider Blättern zu- folge, sthon jetzt entschieden. Schon die Vertagung der vorbe- reitenden Sißung ließ das EndresULtat voraussehen; es leider jeßt kaum noch einen Zweifel, daß man die testen Wahlen am nulliren'wird und daß die mit der Revision des Grundgeseßcs zu beauftragenden conflicuirenden Cortes aus neuenWahlen her- vorgehen werden, die natürlich nicht anders als in dem Sinne der rcvolutéonairen Partei ausfallen können. Der Espaüol vom 17ten spricht fich hierüber unmnwunden aus. „„Die Ver- tagung der vorbereitenden Junta,““ sagt dieses Blatt, „„hat zum Theil die Besorgnis": verschcucht, welche bei den Pa- trioten durch gewisse Gerüchte entstanden waren, verbreitet von INännern, die auf die glorreiche Verfassung von 1812 mit Verachtung hinbkicken. Die skandalösen Kunstgriffe, zu denen das *))?inistcrium seine ZufiucHr genommen hatte, um sich die Majorität in der Prokuradoren-Kammer zu verschaffen, haben wesentlich zu der allgemeinen Aufgere chert beigetragen. Wollte man die Revision der VcrfassUng Öcputirten anver-- trauen, die unter so ungünstigen Auspizien gewählt wurden, so hieße dies, unsere innerenZwiftigkeiten noch verlängern und den Augenblick verzögern, wo alle Freunde der Freiheit fich um den legitimen Thron sammeln werden. 21351" wollen, daß jene Re- viston solchen Repräsentanten des WWW anvertraut werde, die ein Recht dazu haben. Die Verfasxvng von 1812 bedarf einer Verbefferung; aber wir wollen nicht Depucirten unsern Beistand leihen, dercn Vollmachten mit einem so wichtigen Auftrage in Widerspruch stehen.““ Die öffentliche Meinung, wie fie von den Revolutions-Häuptern geleitsc wird, greift schon jekzc dcn Beschlüffcn des neuen Mintsrer-ums vor. Wie die Sachen in diesem Augenblick liegen, vermag freélich auch das Kabincc (1115 sich selbst nichts; es kann nur gehorchen, und seine Exiscen selbst steht beständig auf dem Spéel. Zn Carthagcna i]? die Verfassung von 1812 am 9ten oHne Blutvergießen proklxx mirt worden, nachdem der . ?ilitair:Gouverneur, General M:“- rasc-l, mit dem General Valdez dic StaDc verlaffen hatte.“ (Vergl. den Artikel Spanien.)

ONan will heute wissen, daß Herr Zscuriz ein ähnlickxes Schicksal gehabt habe, wie der General Qucsada. Dieses ('H-e- rücht bedarf indeß noch der Bestätigung.

Dic Gazette de France sagt: „Die letzten Nachrichtcn aus OJTadrid haben den General Alarm bestimmt, seine FUUUW- nett als Botschafter der „Königin von Spanien canzuüe'llen. C'? bcgiebt sich nach Tours; Spanien Hat also für den 'Zl'ugeubltck keinen Repräsentanten in Paris. Das Kabine! der Tmlerx'ecn scheint den Entschluß des Herrn ?[lava nicht bekämpft zu haben.“

.Der *Messager entVälc Folgendes: „Wir erfahren von gewöhnlich gut unterrichteten Perwnen, daß die Königin Chr:- skme seit den Ereignissen von San Ildefonso dcr Fkanzöstschen Regierung den unwiderruflichen Entschluß zu erkennen gegeben hat, sick) nach Frankreich zurückzuziehen. In Folge déesér M;:- cheilung soll man seit drei Tagen damit beschäftigt seyn, die möchigen Vorkehrungen zur Aufnahme der Königin zu treffen, Das Schloß YT Meudon, in welchem schon Dom Pedro wohnte, soll zu ihrer esidenz bestimmt seyn.“

Es smd Befehle nach Toulon abgegangen, um schleunigs;