1903 / 46 p. 10 (Deutscher Reichsanzeiger, Mon, 23 Feb 1903 18:00:01 GMT) scan diff

des gewerblichen Fortbildungsschulwesens; ich kann daran erinnern, daß er 10 Vkillionen zur Verfügung gestellt hat, um den Provinzen, den Kreisen und den überlasteten Gemeinden neues Blut zuzuführen; ich darf daran erinnern, daß es möglich gewesen ist, nahezu 2 Millionen für die Zweck? der Fürsorgeerziehung zur Verfügung zu stellen.

Der Etat des Kultusministeriums ist z. B. von 102 MiUionen im Jahre 1890/91 auf 171 Millionen im Jahre 1903 gewachsen, also in dieser verhältnismäßig kurzen Pcriode um nahezu 70 MiÜionen gestiegen, und während für das geWerbliche Fortbildungsschulwesen 1896/7 nur drei Millionen angegeben wurden, sind im Jahre 1903 bereits acht Millionen dafür vorgesehen. Daß das Dotationßgeseß erbebkiche Mittel in Anspruch genommen hat, habe ich schon angeführt.

Aus dieser Entwicklung ergibt sich meines Erachtens zweierlei: daß wir Vorsubt walten lassen müffen hinficbtliä) der Gestaltung unserer Eissnbahneinnabmcn, und daß wir auf einen mäßigen Zuschuß der StaatHeisenbaanecwaltung für die allgemeinen Staafsaufgaben nicht verzichten können. Das möchte ich auch den Herren gegenüber, die immer auf eine Ermäßigung der-Tarife, sei es dcr Personen- oder Gütertarife drängen, sagen, daß, Wenn wir auf diesen Beitrag der Staatßeisenbahnen verzichten müßten, das einfach die Notwendigkeit einer Verdoppélung der StaatSeinkommensteuer bedeuten würde. (Sehr richtig! rechts.) Wir Haben, wie ich schon erwähnte, im Durchschnit1 dsr Jahre 1900 bis 1903 von den Staatseisenbabnen einen Betrag zu den aÜngeinen Staatsausgaben von 156 Millionen. Mrk gehabt, während fich bekanntlich das Veranlagungssoll der Ein- kommensteuer auf 174 MiÜionen Mark, also annähernd auf dieselbe Summe, beläust, und Es ist cine unentrinnbare Notwendigkeit, daß- wenn wir diesen Beitrag der StaatSei/enbahnen Verlieren müßten, wir einfach zu einer sehr erheblichen Erhöhung der Einkommensteuer zu schreitcn genötigt sein würden.

Die zweite Konsequenz,“ die fich aus dieser Sachs für mich ergibt, ist die, meines Erachtens , daß die SteÜung der Finanzderwaltung in unserem ganzen staatlichen Systkm, ins- bcsondare auch gegknüber dcr Eisenbahnverwaltung unter allän Umständen schalten wxrden muß. Je kompliziertkr unser ganzes staat- liches System wird, j? mehr die staatliche Täkigkeit sich auf den Ver- schiedenstkn Gebieten ausbrcitst, js mehr damit aueh die AuSgaben des Staates wachsen, jc unerläßlicber ift es, daß eine Instanz im Staate ist, die in dsr Lage ist, die yerschied€nst€n Gébiefs zu übersehen und damit auch dem einzelnen Ressort Grenzen unter Umständen vor- zuschreiben, ohne die die Gesamtbedürfnisse nicht befriedigt werden können. (Sehr richtig! recbts.) Aber, meins Herren, gerade bsi dieser ausschlaggebenden Bedeutung der Eisenbahnen und auch unseres Eisen- bahnstats für unsere gesamten Staatsfinanzen ist es andererseits Pflicht eines vorsorgenden Finanzministers, den berechtigten Bedürfnissen der Eisenbahnoerwalkuna Nachnung zu tragen und der Eisenbahnverwaltung das zu geben, was fie nötig bat, um ihre großen wirtschaftlichen Auf- gaben zu erfüllen.

Zu diesen Bedürfnissen der Eisenbahnverwaltung gehört meines Erachtens in erster Linie eine gewisse Stabilität, eine gewisse Gleich. mäßigkeit; denn nur bei einer solchen Gleichmäßigkeit kann die Eisen- bahnverwaltung von langer Hand ber planmäßig, ihre ganzen Auf- gaben in Angriff nehmen und lösen. Um die Eisenbahnverwaltung nicbt fortgeseßten Schwankungen auszusetzen, um ihr das, was fie selber Verdient, in erhöhtem Maße auch wieder zuzuführen, ist man

' in den letzten Jahren dazu übergegangen, das Extraordinarium der Eisenbahnverwaltnng viel höher zu dosieren, als das früher der Fal] war. Die .Herren Inden in der Begründung der Vorkage einige kurze Notizen, die ich bei ihrer Wichtigkeit bitte kurz mitteilen zu dürfen.

Es ist in der Begründung mitgeteilt, daß beispielswsise im Jahre 1882/83 das Extraordinarium der EiscnbathLrwaltung fick; nur auf 3,9 Millionen Mark belief gleich 1,4 0/0 der Gcsamtaußgaben, daß dieses Extraordinarium auch in den Jahren 1894/95 sieh nur auf 20,9 MiUioncn Mark glc'ich 3,4 0/9 der Gesamt- auSgaben belief und dann von Jahr zu Jahr „eine erhebliche Steigerung erfahren hat, die von 27 MiÜionen Mark hrs auf 98 Miüionen Mark im Jahre 1901 ging, so daß der frübkre Prozent- saß der AuGgaben Von 1,4 fiel) auf 10,2 gesteigert hat. .

Meine Herren, mit voüem Vorbedacht ist auch, nachdem dre Ge- famtfituation dss Staates ungünstiger geworden war, im Ja'k/rc 1902

.und auch im Entwurf für 1903 das Extraordinarimn der Etjenbabxx- verwaltung sebr reichlich bemessen worden, um diese Verwaltung m den Stand zu setzen, auch in den mageren Jahren ihre Aufgaben zu erfüÜen, und um fis davor zu bewahren, diese AuSgaben leisten zu müffen, wenn die Konjunktur wesentlich angezogen hat, und damit auch wesentlich höhere Preise seitens des Staates anzu- legen sind.

Meine Herren, infolge diefer wesentlichen stärkeren Dotation des Extraordinariums der Eisenbahnverwaltung ist auch der Beitrag, der seitens der Staatßeisenbahnvexwastung zu den allgemeinen Staats- aUSgaben zu leisten ist, in den leßten Jahren in viel geringerem Maße gestiegen, als das früher der Fall war. Wir Haben vom Jahre 1887/88 bis 1895/96 eine Steigerung dieser Beiträge der Staatseisenbabnverwaltung zu den allgemeinen StaatSausgaben von 3 Millionen auf 104 Millionen gehabt, während wir seit dem Jahre 1895/96 in einem viel geringeren Maße die Staats. eisenbabnen zu den aÜgemeinen Staatsausxzaben haben beitragen lassen. Ick) habe bereits erwähnt, das sogar dikser Beitrag in den leyten Jahren erheblich zurückgegangen ist, daß, wahrend er, 1901 noch 185 MiÜionen betrug, er im Jahre1903 auf 110 Mxüwnen ge-

unken it.

1 Um" der Eisenbahnwerwaltung die Erfüllung dieser Zwecke zu ermöglichen, ist ferner mit Zustimmung dieses , bolzen Hauses dazu übergegangen worden, der Eisenbahnverwaltung emen außeretats- mäßigen Dispofitionsfonds zur Verfügung zu stellen zur Beschaffung von Betriebsmitfeln, zur Ergänzung ihrer Anlagezt, zur Er- werbung von Grundstücken im Falle. eines mcht “vorher- gesebenen Bedürfnisses bei eingetretener VerkeßrH/tetgerung, und ich glaube, daß dieser Fonds kross der Mängel, axxf dl,? :ck? nachher noch kommen werde, fich als durchaus nußbringend fur die Eisenbahn: verwalkung wie für die Finanzverwaltung erwiesen [)czt. Denn bei einer so großen wirtschaftlichen Verwaltung, wie es dre Eise-nbah'n- verwaltung ist, ist es schlechterdings unmöglich, aÜ'e Bedürfmffe n'n voraus zu übersehen. Es treten Fälle ein, wo das Verkehrsbedürfms

sofortige Befriedigung erbeisch, und wo diese sofortige Befriedigung'

Zugleich im finanziellen Interesse“" des Staats liegt. Denn die Hinaus- scbiebung, bis etatsmäßige Mittel zur Verfügung gestellt Werden würden, würden den „Kostenaufwand wesentlich erhöhen.

Meine Herren, an den Vorgang dieses außeretatsmäßigen Dispo- fitionsfonds der Eisenbahnverwaltung, der von diesem hohen Hause so oft gebiUigt worden ist, knüpft nun die Vorlage an, die Ihrer Beratung unterbreitet worden ist. Dieser Dispofitionsfonds yon 30 MiUionen Mark leidet gegenwärtig an zwei wesentlichen Mängeln, wie das schon bei der ersten Lesung des Etats angedeutet war. Er hängt von dem zufälligen Umstande ab, ob gerade das leßtverflossene Jahr einen Rech- nungsüberschuß ergeben hat. War also im leytverfloffenen Jahr ein Ueberschuß nicht da, dann stand auch der Dispofitionsfonds der Eisen- bahnverwaltung nicht zur Verfügung. Und so hatte die Eisenbahn- verwaltung weder für 1902 diesen Fonds zur Verfügung noch für 1903, da eben die Vorjahre Ueberschüffe nicht ergeben hatten. Er litt ferner an dem Mangel, daß dieser Fonds nur verwendet werden konnte zu Ausgaben, wenn eine Verkehrssteigerung bereits eingetreten War, während es für die Eisenbahnverwaltang gerade darauf an- kommt, fich auf die eintretende Verkehrssteigerung Vorzubereiten, um den Fonds schon in mageren Jahren zu haben, um daher gerüstet zu sein auf die Jahre des Verkehrsaufschwungs und der wieder auf- steigenden Konjunktur. Diesen beiden Mängeln so!] die Vorlage abhelfen, indem dieser Fonds von 30 MiÜionen unabhängig gestellt wird von den Ergebnissen des jeWLiligen leyten Jahres. Es soll nicht nur das Ergebnis dieses Jahres, sondern das der [exzten Jahre angesammelt Werden, um den Eisenbahnminister in die Lage zu seßen, auch in mageren Jahren diesen Fonds zur Verfügung zu haben, ein Fonds, der, glaube ich, wirtschaft- lich wie finanziell durchaus rätlich gewesen ist. Nachdem das hohe Haus seinerseits wiederholt die Zweckmäßigkeit dieses Fonds anerkannt Hat, ist es wichtig, ihn von diesen zufälligen Mängeln zu lösen, die ihm gegenwärtig anhaften, und den Eisenbahnminister in die Lage zu seßen, ihn aus den Ueberschüssen früherer Jahre zu er- halten. Wir befolgen damit nur einen Weg, den jede große Privat- betriebsgesellsckyaft gebt, indcm fie fich in guten Jahren einén Reserve- fonds zurücklegt, um daraus auch ihrs AuEgaben in mageren Jahren bestreiten zu können. Ferner soll dieser Fonds nicht nur verwandt werden können, wenn die Verkehrssteigernng bercis eingetreten ist, sondern schon dann, wknn fi? zu erwarten ist, um rechtzei1ig für diese gewappnet zu sein. Aus dLm so angesammelten Fonds soll ferner nicht nur dieser Fonds von 30 Millionen Mark gebildet, sondern es soÜ auch das Extraordinarium der Eisenbahnverwaltung in Liner angemessenen Höhe erhalten werden können.

Meine Herren, wenn wir jeßt ungünstige Jahre Haben, wenn die Finanzverwaltung genötigt ist, die Ausgaben der verséhiedenen Ver- waltungen einzuschränken, so kann fich auch die Eisenbahnverwaltung als Zweig des ganzen staatlichen Daseins dem nicht entziehen, Sie: ist wohl in der Lage, ihre ordentlichsn Außgaben bei finkender Kon- junktur auch einigermaßen einzuschränken, und der Herr Minister von Thielen hat ja auch in diesem Hause erklärt, daß wir zwar am?!) für das laufende Jahr 1902 die Einnahmen nicht erreichen würden, daß aber auch die Ausgaben eine Einschränkung würden erfahren können. Ganz anders steht es" bei den extraordinären Ausgaben, namentlich bei den Bauten; die könnte man wohl im Einzelfalle „zurückstexlen, aber zum Schaden der, Sache und zum Schaden der Entwiékelung in unserem Lande. Deshalb ist es für die Eisenbahn- vérwaltung “von hoher Bedeutung, das; fie“ auch in mageren Jahren das Extraordinarium dotieren und *zum Finanzminister sagen kann: ich habe die Mittel in “guten Jahren aufgebracht, jest gib fie mir auch in schlechten Jahren für das Extraordinarium. Das sind die Zwecke, die der Gsseßentwurf in den Ziffern 1 und 3 dcs § Za hat. Der Grundgedanke ist der, im Intkreffe der EisenöaHnVLrwalwng eine größere Gleichmäßigkeit und Stabilität zu erzielen und damit dem ganzen Verkehr im Lande und unserer Verkehrsentwickelung förderlich zu sein.

Mei'ne Hérren, wie die Vorlage in erster Linie ' Von Bedeutung ist für dre Etjenbahnverwaltung, so ist fie meines Erachtens auch von HOHSM Wert für die Finanzverwaltung. Der jeßige Zustand der großen Schwankungen der Eiscnbahneinnahmen verursacht natur. gemäß auch Schwankungen in unserem gesamten Staatshaushals- etat. Es ist auch für die Finanzverwaltung ein durchaus unerwünschter Zustand, Wenn, Wie ich schon ?kWÜHNtL, der Nettoüberschuß der Eisenbahnen von 185 MiÜionen im Jahre, 1901 auf 110 Millionen im Jahre 1903 gesunken ist, also fich in zwei Jahren um 75 Millionen verringert [M' Sie können |ck) denken, daß eine derartige Schwankung dem Finanzminister die größten Schwierigkeiten bereitet bei Auf- stellung des Etats. Er muß überall suchen, diesen Schkvankungen entsprechend, auch die AuSgaben zu,!)escbränken, und darunter leiden der Etat und die einzelner) Verwaltungen des Staats. Diese großen Schwankungen ergeben zugleich _ und das ist namentlich für unseren Kredit im Auslande wie im JnTande Von Wichtigkeit * ein ganz falsches Bild Von der Gefamtlage des Staais. Nachdem wir im Jahre 1900 einen Etat gehabt haben, so glänzend wie'ibn Preußen noch nicht gesehen hat, ist es in der Tat sehr unerwünscht für uns im nächsten Jahr 1903 mit einem Defizit von 72 MiÜionen hier „9; dexp Landtage erscheinen zu müssen. Dieses aüés würde Vermieden werden, wann wir die Ueberschüffe reicher Jahre verwerten könnten um ach) in mageren Jahren den Etat angemeffen zu gestaltenf Ferner entspricht diesem Geficbtspunkte der § Za Nr. 2, Worin auch bestimmt ist, daß die rechnungSmäßigen Fehlbeträge der Eisenbahnverwaltung aus den Fonds gedeckt werden können, soweit fie nicht aus sonstigen Ueberschüffen des gesamten StaatshaushaltSetats ibre D'eckung finden.

Meine Herren, für die Fianzverwaltung ist aber der Hauptvorteil ein, Wenn ich sagen darf, indirekter, den der Geseßentwurf mit |ck bringt. Wird ein solcher AuSgleiÖsfonds geschaffen, derartig, daß die Mehreinnahmen, die über den EtatSansaß erzielt werden, der Eisen- bahnverwaltung zu gute kommen, so hat die Eisenbahnverwaltung das größte Interesse„ ihrerseits die Einnahmen Vorsichtig, bescheiden zu schäßen; und fie hat ferner das größte Intereffe, ihre ganze Wirt- schaftsführung nacb wjrtschaft1ichem aucb finanzieUen Geßchk5punkten einzurichten uad also, wenn möglich, ein Mehrerträgnis gegenüber dem Etatßansaß zu erzielen.

Ich frage, meine Herren, ob es ein richtiger Zu Jahre 1901 die Eisenbahneinnahmen um 81 M veranlagt waren, so daß fich_ unter Ab ? un ' außgaben von 23 MiÜionen ein MinderübersckZu? vg der Mmder-

on 58 ' ergab; und dieselbe Ueberschäßung der Mlüioneg

Eisenba ' haben wir auch f?r , das Jahr 1902 ""wakfethleY-T - Werden diese Mebrertragmsse der Elf enbabnverwaltung s elber IUgeführt'

so wird fie ihre Eisenbahneinnabmen vorstchtig schäYen; und in der

stand ist, daß im iUionen zu boéh

vorsichtigen Schäkung der Eisenbahneinnahmen liegt zugkeka das stärkste BoUwerk gegen eine übermäßige Steigerung der Ansprucheder übrigen Verwaltungen.

Der Gedanke, eine solche Rente einzuführen, die die Elsénbahn' verwaltung an die Finanzverkvaltung abzuführen hätte, ging 1a “"ck davon aus, auf diese Weise eine übermäßige Steigerung der Staats- ausgaben zu verhüten. Meine Herren, indirekt befindet man fich “Pf demsekben Wege mit dxr Vorlage; denn wcnn die Einnabmkn vosrfikhflg eingeschätzt werden, so ist es ebsn ausgesckyloffén, daß die ubrigen Staatsverwaltungen übermäßige Ansprüche erheben, in der Annahme- daß die Einnahmen viel höher sein würden, als es tatsächlich. der Ja!! ist, und, meine Herren, wie ich schon ebkn andeutetk, bat dre Eisen- bahnWrwaltung, Wenn die etwaigen Ucberscbüsse ihr selbst zuflreßen- ein erhebliches Jnterssse an der wirtschafklichen Gestaltung ihres génzcn Etats. Ich habe nur mit Dank anzuerkennen, daf; sowohl der fruher?

Eisenbahnminister wie der jetzige den Rücksichten der Wirtschaftlichkeit und _

den finanzieüen Rückficbten, die ja natürlich in zWeiter Linti? steh?" müssen, vol] Rechnung getragen haben bei dsr ganzen WtrtsÖUftS“ führung. Aber es kann garnicht zweifelhaft sein, daß ein 'sVlckJs direktes Interesse der einzelnEn Verwaltungen dahin fühlen "Urd- d'e Wirtschaftlicbkeit bei der Betriebsführung noch zu Verstärken.

Meine Herren, bei unserer ganzen komplizierten Finanzgebarung“ bci den außerordentlich vielen Betriebsverwaltungen, die wir haben, muß 95 die Aufgabe des Finanzministers sein, jede einzelne 'Ver- waltung nach Möglichkeit an einem guten finanziellen Ergebn'ls M interessieren; denn keinkm Menschen macht cs Freudc, dem Fmanz- ministar wieder Gelder abzuliefern. Der Finanzminister ist - Md

das gehört zu seiner Position _ eine in aÜen Staatsverwaltung?“ --

sehr wenig beliebte Persönlichkeit (Heitsrkeit), und kein Mensch

hat ein Interesse daran, ibm Gelder abzuliefern. WM" aber das Geld den eigenen Verwaltungen zu gute kommt, dann erwacht in diesen das cigenc finanxielle Inkkkeffe'

Man kann ja in den verschiedenstén VérWaltungen sech- Me""„dc ersparten Gelder am ersten Aprik an den Finanzminister (:bges'lhxt werden sollen," dann wird wenige Tage vor dem ersten April dkk leyte Sechser Von dem Fonds verauögabt, mag die AuSgabe nokwendig sein oder nicht. (Heiterkeit)

Wie ist es aber, wenn dis Verwaltungen ein Interés? daran haben? Wir haben beispielsweise bei den Gymnaßen Ungefähr?- da die Staatsbeiträge, die die Gymnasien bekommen, und die fis m den einzelnen Jahren nicht Verbrauchkn, nicht ijer zur Staatskasse a , gkfübrt werden, sondern bei den vanafien verblsibcn. Dis M:: nafien Haben nun ein lebhaftes Interesse daran, ihre Fonds spar,“ , zu verwalten, WSU fie wissen, das; das, was fie in dem einen Jahre er übrigen. ihnen in dem nächsten Jahre zu gute kommt. 1) 11

Diese finanzielle Jnteresfierung der einzelnen Vernoaltungen ha e_ wir ja auf den verschiedensten Gebieten des Staates durchgeführt. Ick darf? aus meiner früheren Stellung als Regierungspräfident in Düssel?" an den Ruhrbafen erinnern, der vielendec Herren bekannt sein wird. Dieser koloffale Hafen, der größte Hafen des Kontinents, hat dem preußkskl)en Staate nicht einen blanken Erbschen gekostet; denn die Einnak)men der Rubrhafenberjvaltung find immer wieder dazu verwandt worden- um den Hafen zu erweixern. Die Interessenten hätten sicher die ck“ beblichen Gebühren nicht so willig bezahlt und die Verwaltung des Hafens selber wäre nicht so auf die finanzielle Seite der Sache be- dacht genossen, wenn die Mehreinnahmen an die aUgemcine Staats- verwaltung abgeführt worden wären, statt der Verwaltung seler zu gutk zu kommen.

Ich darf an Ein neusstcs BLi/picl Erinnern, yon einzelnen Domäncn- Und Forstgnmdstücken im Westen, namentlich in Hannover, Westfalen, Schleswig-Holstein usw. Bekanntlich ist mit Zustimmung des hobkn Hauses die Vereinbarung getroffen worden, daß ans dcr Veräußerung der vereinzelten, fürihren eigentlichenZweck MEM bedeutungsvoÜen, aber hoch im Kaufpreise stehenden Domänch stüxke nur 1600 000 ck zur Staatskasse abgeführt werden. Was del“Mr erztest véird, soll dem Minister für Landwirtschaft zum Anka“. yon anderWettigen Domänen- und Forstgrundstücken zur Verfügung when- Auf diese Weise ist erzielt worden, daß beispielsweise im Jabk319 der Landwirtsckyaftsminister aus dieser Veräußerung der kleinen

"omanengrundstücke über seinen Etat hinaus 7x? Millionen zur Ver- fugung gehabt hat, eine Summe, die auf das zweckmäßigske zur größerung unseres'Domänen- und Forstbefißes im Osten verwa" F?r???" lst- Ick 501 übe-rzeugt," daß, wenn nicht das eigene Intere

" erwa"ltung mttgesprelt hatte, fich tausend Schwierigkeiten “Uf“ geturmt batten, um diese eiuzesnm Domäncn- und Forstgrttndstl“1cke 3" LTFÜFZÉL WWU?) sLUsk sUiicbt erreicht worden wäre, einen unendt n

" o ren un ür enen gro en w ei Uke Domanen- und Forstbestß im Ostenßzu eZiexeT. viel Wbt ge 9 ,

Meine Herren, ich halte es für ri ti ' ' tuügk" F?r He1€tßnanzi§ll§n Ergebnissen zu iZerYfiTlreeneFnzxexFendYeYcslelnbak/n-

a ung nnr, Wenni - er- xügung steht, ihr also hr ein 'VW“ AUSglenhsfonds zur V

en Etat erzielt, an dem u ' ' . S“" WM sich bei der VMWZÉL, sslelch§fonds finanzieu interesfiert sem * minister zu nehmen hat, und ' ' minister nehmen muß. Ich Tra finanzteUen Vorlage, die, wie ich glaube Schritt znr Konsolidierun bildet. (Bravo! rechts.)

Rücksicbten; die der Finanz-

, einen weiteren, immerhin wertvollen g unseres gesamten preußischen Finanzweskns

Aba- M am Zebnbofs nt * - d“ - - : i r Freun & HLTÖÉTTYMFYÖMOÉY "Bd Z(KaezßncmZehYÜd ZZZan-WZYWZZ - „,oenerl tdnurk.

j?eäi'Zzelnen hat" 'Die Y'knzxpieUen BevßxrxkßßedxgeherYn Teils memc1c 1" geben dabtn: Qtstens befürchten e zunächst daß durch, die aotr age das Budsexrech „UU i (Kränkt wirÖ, und zwextens istn .“ es fur Uchti er und einfacher, da auf dem deckenr eslngesckylagene'n Wege ortgeschritten wird, alte ÖWD?" zu: rechti*u Obo? Um Ler„Sparsamkeitspolitir zu veranlaffen- Die

i 1? "g vom Finanzmmister vorgeschlagenen Verbesserung wl die15133€31§k22xxz ab“ xxx“ «W ";ck" ““ "'

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auf Verhefferungen: diese 30 MW erLtéFUYLWc-u (massr'ffC derjenigen, die auf dem Stand unkt der Vorlage stehen““ Z.?ddöu enen'geböre ich *, ist die: Der Érundgedanke des MinisteJ. “chtuixchaus U_ tig, aber ni t völli durcbgedaéht. Man soll "; kt (1?an be! tanken„ einen uSglei sfonds zu bilden für die SW:;- Z Z e- die in unserer Ttnanzwirtschast dadurch entstehen, da die CHE- a dm-sn aus “O_en Eisen ahnen steigen und fallen sondern den USC!lei en F s auxb fur dteAus leickjung anderer SÖWankungen 5217ka “.,“

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