Zur Arbeiterbewegung. d Bl) [dt
11 [) nkam in erlohn (Vgl. Nr. 108 . ' . me e
die ?RY-Zßlxstf. Y.“, dIßs die Fabrikantenvcrantgun _am
Freitag beschloß, 1ch aucb ssrnkr'auscrhandlungen mrt den A; elter-
verbänden nicbt einzulassen, die Bctrie_be offen zu,!)alten und dre zahl-
reichen ArbeitsSwuilligen unter den' fruheren Bedingungen obne Lohn-
kür un einzu te en. , ' _
z(E?xw von dem Fabrikantenvcrem xn Glcxuchau 131 Sachsen be-
1 [offene AUIsverrung '[ämtlicher Tcxttlarbettcr, dZe am Sozm-
end in Kraft treten ollte, ist, wie der „Voss._ng- telegxapbtert
wird, dadurch abgewendet worden, daß die ausstandigen Arbeiter der
Firma Peßvld U- Co- anJefichts des Aussperrungsbesckyluffes des abrikantenvereins die Arbei wieder aufgenommen haben.
Zum Ausstand der Eisenbabnangestellten in Australien,
(Vgl. Nr. 109 d. Bl.) wird dem „W. T. B,“ aus Melbourne berichtet “czas; der Etfenbahnverkebr nach dem Innern “esst vollständig eingestcÜFt kst- In Vallarat, Bendigo und anderen Y? ist die Einsteüung VonLokomotivfübrcrn unmö [ich. Der Eisenbather- kehr nach dén Vororten bat so gut wie ganz aufge ört, da nur 9 Lokomotiv- führer eingestsüt werden konnten. Der Vorortverkcör wird miftels Straßenbahnwagen und andeker Fahrzeuge aufrechterhaltén. Mau trifft Vorkehrungen, um di? Küstenpost durch Dampfer und die In- landPOsk durcb SWÜwagLn zu befördern, da die Lokomotivschuppen von den Ausständigen umla ert weroen, um ArbeitswiÜige fernzuhalten. So ar die weni en in etrieb befindlickpen Züge werden von Leuten efü rt die n;]cht erfahren qenug find, um die Maschinen vor- chrifts131äßig zu bedienen. Von verschiedenen Seiten find Be- richte Von Cisenbabnkinien eingegangen, auf denen' infolge fa1scher Weichenstellung Zugentgleisungcn vorgekommen sind. Die Expreß- züge nach Sydney und Adelaide, erlitten Verspätun Ln um mehrere Stunden. Die englische Post rst zur See nach delaide gesandt
worden. Kunst und Wissenschaft.
. „ ' Aus tellungen i„n den Kunstsalox1s_ bieten, jetzt auch :ÖÉrenKklzeer Somsmermonate, dre sonst zu ihrertxÜ-x'n Zert gc- börten Reichhaltiges und Gutes. So feffeln gcfgenwartt? he: Schulxe zwei Ländschaftlsr in besonderem Maß? dl? AU Mkrksatxl ett; szdwt'g Dill und Toni Stadler. 'Der Karlsruloer Lahwlg “;Otkl _tst ,mtt einer ganzen Reihe von Arbeiten Vertreten. Seme et entumlxcbe, in den gedämpftkn Farben an schotttsche andschaf'ten erinnernde Kunst ist bekannt, dock) bekommt man hier, wo seine Bildkr eine ganze WMjd HLPLÜUENJW ck fick) „U“
änan oder bestätigen, einen besondch deutltckwy tn ZU von xbhxx I)ie Arbeiten, die einc seltsameLZazstheltt [[FrBeY-es; YTTÉZÉZUFCYUZT nicht den AnYsZZMÖ, 1an eme an a tt [0 , nur gedämpfte Farben- mit seinem irklichkettsgebalt zu y,ermt" L 117 A haben s rechen ' ' einen ro Ln Retz fax das „USE „ - P , YÜZFYYYWÄÜZÉSM findg ebßrocben und lwgen ryte unterlemerÉ Blk)? rauen Schleier, das gi t ihnen etwa dn? Wtrkung a ter_ o_ e ml. * äume, Wasser, Himmel, Blumengründe, al! dies werden wrx mema s mit den Augen des Künstlers in dex Natur sebén, übkxksklnä? YUV- tastisÖe Usbcrtragung mit ihrem marchenhaftenZanLk 1s_ Vo er Ölz- und die Farbengebung verrät eine Vornebmbctt un?) HOHE ,dks „ e- xémacks, die kkchi uns nicht etbeiré) bäßfig ist;t 92131erth YF chlerLtsseMr? ' , o i m er wet r ' ' . rt ist Tom SWM d ck Hkaturen, die auf Schxttt und Tritt im Leben Fülle und Schönheit sehen. In „seinen Arbertcn" [an!)"t 11zan einen Ein us; von Thoma zu sptzr2x1. Cr 'waHt _abnlrche Landschafts ilder zu seinen VorwürfSn xvte ]enex; sch11chte Motxpe find es meist, ewallte F1äch€n mit zablxcccbxn Bnschcn unp Straxxchexn, mit einer üUc Von grünen und bxaunltchen T-Z'nen, dte fich 11,1 «tnc kraftVOÜe Harmonic zusa1mnenschlxcfzen. Darubkr Hoher Hmzmcl mit wunderbar behandelten Wolken, etwa zarten, lufttgen, Von der Sonne cmporgszogencn Nßbcläockcn odßr schwckreren Muffen won [ichjbräunlichem Gran, denLn 'man, den kommendcn REIM anspütt. Die Bilder find unendlich ltebevoll aus efübrt, alles ist nah und innig cseben, und doch fg t das Yu e Ho eich die (Gesamtstimmuna und w rd von den ausxzefu rten Emze -
eigen. Er gehört zu den
erten nicht beängstigt. Diese herzlickye, fast demütige Art der Natur-
etrachtun , in der der Künstler indem er. nur die Natur zu geben su t, zugFeicb so vöUig fich sélbst aussprtcbt, bat die größte An- zie un skrast.
on Porträtisten ist der mit zWei [ebetxdißen Bilyni en ver- tretene Frits Burger zu erwähnen. Eine kraftr e,_ er mck iche Ax- bcit Vo Leben, Tem erament und floxter Teka st auch dlE „Walachis 6 Post" von em Verstorbenen Kunstler d ylf Schreyer. In dem er ten Saal intere fiercn die De'koratconsentwurfe zu ,PeUcas und Melisandc', die von ouis Corinth und Leo IngekoVS'n herrühren. Es find schnelle Undnzte'mlich robe Pastellzctchnun Ln, tn denen dsr Hauptwerk auf den prachttgsn Zusammenklang der arben gelegt ist. -
Land- und Forstwirtschaft.
Aus Koblenz wird geschrieben,: Dex We'instock Hat gutßubxr- wintert, das Holz ist stark und kräfttg,"d1e, Witterung xvar gunstig, es smd somit die ersten Bedingungen fUr em gutes Weinxahx gegsben. Der nächste Wunsch der Winzer richtet fick) darauf, daß ytcbt aUzn- starke Spätfröste eintreten möchten. Was hen Werxxbandel betrifft, so hat sich die uncrwartete Erschemxmg gezet t, daß der [EWE Jahrgang bei den Käufern "stetgendxs _nteress: aefunden hat und in seinen Nottcrungen uher_ xte Yerxtse de; Kreszenz von 1901, deren teilweise nicht ganz 'remtontge eme star Vérnachläsfigt sind, erheblich binausgegangcn rst. Das hat seinen
Uznd darin, daß der Wein von 1902, der cznfangs infolge un- gxnugender Reife der Trauben einen hohen Sauxcgebalt aufwies, d'ese" nach vollendeter Gärung u einem großen Téll abgestoßen und M) zu einem recht brauchbaren Övnsumwein entwickelt hat.
- Ueber die WUÉUUUI und den Stand der Kulturen Wld dEr „Schweizerischen Landwirtschaftlichen Zeitsehrift“ aus der Zentxalsckyxvexz unter dem 3- Mai geschrrebem Mit dem Gras- wuchs ist es '-" de" [“M" 14 Tagen wenig vorwärts gegan „en; es war zu _frosttg "„"d Windig SUM Wachstum, das erst dur re"chte Bodeanrme gefordert wird. Gegenwärtig ist man LFast qUwarsts Vom Werdgang zur Grasung übergegangen, aber die & est-Zckung rst dünn und daSFutter unergxebi . Die Saaten stehen, so xbek noch nicht und zetKen trolß d'es rostwetters noch wemg R.M- " Mtt Pflanzung der artoffe n gmg es nicht gut vorwärts, und pte fruh ge- pflanzten wachsen Ym ,kaxten Boden UOYnich *aus. Me _Gartext- arbeiten find stark "„U RUckstande. Nun ollten dre Werdeplaöe, MU Mist GüUe oder leicht löslichem Kunstdün er mögltckZst xn frischen Trieö esetzt werden- Der Blübet der Kich- und Brxnbaumc wrrd nnn a gemein, und schöne Maientage sind drin end nötra, wenn das Bluff“ fich entwickeln„und Früchte erzeugen so . DerKnospengnsaß X'väre, etrva die Aepfelbaume außgenommen, im allgemeinen genugend
bis reichlich.
Saatenstand iti Rumänien.
' ' 1. d. M.: Der Kaiserliche Konsul itz Bukarest hertÖtxt unterm _ ' Na rt ten haben dre Wrntersaaten den MS- Nach den WMWJYU iF lYügcmeinen gut überstanden. Aus.
jährigcn barten , . T .! dre Rapssaaten, die zum roßten er € ausfroren, HoensFmFanxsxuérucbtart nur ein geringer rtrag zu erwarten steht.
Die mit Raps an ebaut gewesenen Aecker find vielfach umgeackert und
mit anderen Fru karten besteat worden. Die_Frub1ahrsel??sticsltTudn€sé
i n Bedingungen Hor cb gehen. ur YTWmYFr nYNsFeY SLIM des Mats eschangt. Lek tand der
Saaten ist be riedigend, 10 daß die Hoffnungen auf eine gute Ernte zur Zeit bere tigt erscheinen.
erkebrszcntren '
Gefreidebandel in Antwerpen-b chtt t
1 li Generalkonsulat in Antwerpen eri e uz! erat
4. d.DU()1Z:KaJF1rAckx-Fril d. J. verliefen die GetreidegxsÖäfte am hiesigen Plaße ziemlich lebhaft, und die Preise guter Weizensorten erfubxen eine eringe Steigerung. Am Ende des Mynats stellten fich die Prets e für etreide und Mehl bier ungefähr, wre folgt:
Wei en: nordamerikanisckyer. Fr. 16T z Kansas, . 16.1- califormscher „ - WaUa. . .. . . „ LU“ Kurracbee, wetßer . „, 16-2 „ roter .* . . . . , 165/5 Plata, je nach Güte . . . , 153/307? Donau . ., ., . . . 155/3/17 rusßsch€r .. . . „ 15§/17F inländischer . . . ." . „ „ LÖZ/WZ Roggen: Donau und nordamertkamscher . , 13Y/14 inländischer . . . . . . , 13Z/14 Gerste: xu Futterzwecken . „ 122/13 für Brauerd. . d' . k. "fck. . . „ ZYL/YZ r: ru '1 er un nor amert am er . . „ Zaafies: NosrsdYterikaniscber und Plata . „ [ZZ/LZZ Odeffa und Donau . „ 13Z/14F Weizenmehl: inländisches . . - . 202/22.
Die Vorräte am biefigen PWS? wurden Ende April d' I““ wre fplgt, geschaßk: Weizen: 150000 (12
Gerste: 35000 „ Mais: 25000 , .
ein art, 11. Mai. (W. T. B.) Bai einem Festmabk zu ESva derf bier stattfindenden 39. Wanderversamm'luong baveriscber Landwirte hielt gestern gßen'iY Seine Kömglwhe Hoheit der Prinz Ludwig von Bayern eme langere Ansprache, m der er über die Bedeutung der Landwirtschaft sprach Er Hetonte dabei den Hohen Wert des Großgmmdkzes'tßes, der jedoch memaks das ganze Land umfaffen dürfe. Stets musse ueber) de'm Großgrund- Hefiß ein kräftiger mittlererbun?) kleisnxrer Befiß, sowre eme bmreréhende as'l on 16 nern vor an 211 km. ' Z LTanY-Ke 91) Mai. (W. T. V.) Dgs HandelSamt bat die Einfuhr von Tieren aus Argentinten und Uruguay nach Großbrifannien vom 12. Mai ab Verboten.
Verkehrsauftalteu.
Pcrsonen- und Frachtverkebr des Norddeutschen Lloyd.
Jm Iabre1902 wurden auf den transozeamschxn Reisey der Dampfer des Norddeutschen Lloyd 334 972 ersonen befordert. Im ganzen wurden vom NorddeutsÖen Lloyd 1m tranSozeanischen Vsrkebr bis zum 31. Dezember 1902 befördert 4799 933 Personen.
[11 Ladun wurden im Jahre 1902 auf den Ncscbxcdknen Linien im transoxeanis en Verkehr 3 172 098 «bm beförder't.
Die Dampfer des Norddeutschen Lloyd durchxefen im Vorigcn Jahre aus“ ihren Fahrten ca. 5781000 Skemetlen, gleich ctwa 268 mal den Umfang der Erde.
Der Räicbsvostdampfer ,Preußen“, auf der AUZrcisL naéb Ostafien begriffem, ist in der Nackt Vom 4. auf den 5. d. M. bei Southampton mit einem Englischen Dampfer zusammen-
estoßen. Tclegrapßisäzcn Meldung?." zufolgs soÜfcn die Instand- Jcßungsarbeifcn erst am 9. Abends oder am 10. Morgens [wendet s-e'm. Unter diesan Umständen wird der Dampfer Voraussiäytlick) erst am 16. anstatt am 14. d. M. yon Neavcl waiterfabrcn können. Der Postschluß für den Dampfer tritt daher zwei Tage später, als festgeseyt war, ein.
Borkum, 10. Mai. (W. T. B.) Heute be mm bei gutem Wetter die Legung des zWeiten deutsÖ-atlant schen Kabels von Borkum nach ordamerika. Der Direktor Moll von der DeutsÖ-Atlantischen Kabelgesells aft taufte das Kabel mit einem dreifachen Hoch auf Seine ajestät den Kaiser. Das Kabel wurde dann vom Strande aus eingebettet und in ein Kabelbaus eingeführt. Darnalb begann der neue Kabel- damvfer .Podbiekski“ sofort dix Weiterlegung des Kabels durch die Nordsee und den Kanal. 311 ecner AnspraÖe qn die Teilnehmer betonte Direktor M oll, da dres das erste, durch eme deutsche Kabel- fabrik, die „Norddeutschen eekabelwarke“ zn Nordenham, bergestellte grö ere Unterseekabel sei. Man 5217?- dre LESUNG des Kabels im näcÉsten Jahre zu Vollenden und spaxestens am 1. Januar 1905 den Betrieb auf dem ganzen KUZU 3" eroffnen.
Theater und Mnfik.
Königliches Opernhaus.
' ' ' ' i 2 O ernbübne dürfte Dieken Mufikfreundcn durch die am (YFZZZYF érfolcYe Wiederaufnahme von Smetanas komtsc'ber Oper Die verkaufte Braut“ e'ine um so großere Freude bereitet haben " als die Aufführung des rctzvollen WerxS unter des Kapelk- meistérs Richard Strau ' temperamsntvollex Lextung „sebr, anrchnd verlief. Die weibliche Zauptroüe der arte sang Frgulem Destmn mit blübender Stimme und warmxm An'sdruck und „entwtckslte auch im Spiel die erforderliche.Lebhaftigkert. leen treffltcben Partner hatte sie in Herrn Jörn, dem zum ersten Male dxeRolle des Hans anvertraut worden war, die ihm offenbar besonders gut zusggtx. In den andere'n Aufgaben bewährten nb die Daxnen Kopka, Dtetrtcs; und Pybl, dle .Herren MödKngex, ittekopf, Lkeban und andere. - Auf hte Oper folgte ein neues Baklett, .Der Zaubecknabe“, TanzspieY m einem Akt von . Regel, Mufik von R. Goldberger. das frejlich mehr_ für das uge als für das Ohr bot, aber doch sehr freundlich auf- enommen Wurde. Es handelt fix!) darin_ um den „alten annei, den Zeit ewigen Erdentagen der Winter kgmpft mtt dem Mai“. Den jungen Lenz wollen die Mächte der insterms, Verkörpert durch den Uhu und anderes Nachtgetier, im Ölafe'ermorden,' aber die Liebe und ihre: Dkenerinnen, Schwakben, Nachtlgallen, mken 2c führen in ge- schlosserier Phalanx und m aufgeloster S lacbtordnuna, die Gelegen- heit genug zu hübschen uyd bunten Bühnenbildern bisten, dM Kampf zu seiner) Gunsten fiegr€tchdurchzden Schluß charakterisieren am besten dre Worte aus Stxgmunds L_rebeslied: ,Vareint find nun Liebe und Lenz. “ Die Mufik zu diesen Vorgangen ist gcfäUia, obne Prätentionen, Heike!) aber auch ohne besonders au9gkprägken Charakter. Was dem
allett den Hauptreiz verlief), war die Aufführung, in der aue Vor- züge unsere? tadelkos gekx ulten BaUetts in die Erscheinun traten. Sowohl die' cborcograpi 2 Emricbtun des Ganzen durZ) Herrn Graeb, wie die Socht nze der Damen DLÜ' ra(Pfauenan e), Kierschner (LenzZ, Urbanska (Lte e) und die Leistungen des Balkettéxorps im aÜ- geme nen waren bewunderungswürdig. Auch die Ausstattung bietet des Sebenßwerten genug.
Berliner Theater. Die Herren Halm und Grau!, die Dr. Paul Lindau in
der Leitun? des Berliner Theaters abgelöst haben, begannen ihre -
Direktions übrun am Sonnabend - unter den günstigsten Umständen. Gegeben wurde e ne der _altesten Berliner Possen des Begründers des .Kladderadatxcb' D. Kaltsch, und zwar „Hunderttausend Taker“, das Werk4m t dem der später so erfolgreiche Bübnendichter die Gunst der Berlmxr „im, Iabxe 1947 Fuerst gewann. Die Frische und Ursprun lubkett, dle d1ese Arbeit noch heute in reichem Maße aqszeiÖen, fin? so recht dazu angetan, uns den Nieder ang der Berlmer offe, wxe fie. Heute besteht vor Augen zu f_ü ren. Freilich wurde das Stuck mcht ganz in seiner für heute vienercbk IU
naiven Urform gegeberi; Herr Louis Hermann, dxr dies Gebiek der Bübnenlitcratur gründlich beherrscht und auch selbst als Posen- und Coupletdichter des össteren erfolgreich hervor- getreten ist, _batte mit feinem Vcrtändnis für seine Auf- gabe die Retouchierarbeit Vorgenommen, die Gesangsein1aaen mrt neuen, dem Geiste des Ganzen wohlangepa ten Versen versehen und auch sonst als geschickter Dramaturg die be ernde Hand an elegt So Fand denn das alte Werk in der neuen Ge fast so starken eifall, daß tbxn vermutlich wieder ein längeres Bübnenleben beschieden sein wird. N1cht wenig trug dazu aber die sorfältigst vorbereitete, in aUen ihren Tei1en völlig einwandfreie Aufführung bei. An erster SteÜe ist Herr Walden zu nennen, der in der Hauptrylle des StuUmüller, der im ersten Bild Maler, ix_n zwetten Börsenspekulant und im dritten Bierwirt in Stralau ist, eme neu_e Probe Von seiner außerordentli en Vielseitigkeit ablegte. Wer bqlte gedacht, daß der begabte DarteÜer jugendlicher Helden, der treffliche Interpxet des komplizierten Charakters des Prinzen Friedrich vo_n Homburg, dxr poe'tische Karl Heinz in „Alt-Heidelberg' in so liebens- Wt1rdxger urxd fern pomtterter Weise Couplkts Vortragen, fit!) mit dem Berhncr Dtalekt so gut abfinden und obendrein eine so ausgesprochen kozmsche Figur abgeben könnte, wie es im [Yen Akt geschah! Seine LetstunZ gemahnte an die 13er aÜerbesten orbilder im Poffenfach. Nxben 1bm bßbayptete sub mrt großem Erfolg auch Frau Schneider- Iktßen, die gluckluherwetse dem U-eberbrettl enjsagt bat, um ur Bühne zuruckzukehren. Erne Charch von überwältigender Komik Lot ferner Herr Schmdler _als Jude Zw'tckxxuer. Unter den andeéren Mitwirkenden zerchneten fich Fraulem Cartgtolt sowie die Herren Rohkand, Wehrlin, Miethke u. a. aus und.vereinigten fich mit den Vorgenannten zu tadellosem Zusammensptel.
Schillertheater U.
' Henrik Jbscns Schauspiel „Hedda Gabler“ erfreute fich bet ferner Ausfuhrung am Sonnabend einer fichtbaren Anteilnahme; aber 13911 der tiefen Erreguyg und dem gespannten Interéffe, das Fotzst dre Dxamen Yes nordzschen Dichters wecken, war wentger zu puren. Diese, schwachere Wirkung „Hedda Gablers“ berth zumTeil auf der,enxseittgen psychologtscben AUSJestaltung der Charaktere. Die Yten, tn tbrer beschxankten Sphäre tüchtigen Menschen, wie Jörgen
?Stmm, Tante Julle und Frau Ckvsted, tragen alle den Stempel mmderwertiger Intelligenz an fick), so daß die Teilnahme der
gscbauxr fich lhnen nur mit VorbsHalf zuzuwenden vermag.
m_ etswoÜen Genußmenschen ihrerseits, wie Hedda (Gabler und GertcHtSrat Brack, verlcxßten durcb jeglichen Mangel an Gemüt, und der e enso geniale wie haltlos? Ejlert Lövborg, dsr jkdem Einfluß zu- ?änglich ist und naturgemäß dem stärkeren er Bösen unterliegt, er- chemt auch nicht geeignet, Sympathien wachzurufcn. So konnte fich der Zuséhguer an fejner Gcstalt des Dichters rückhaltlos erwärmen oder ,an khr em aufrichtrges Interesse gewinnen. Die Stimmung des Publikums bot daher eine Mischung von Neugier und Gleichgültigkeit, die zufxieden war, ungeackytet der feinen psychologischen AuGgestaltung der vom Dtcbtcr eryothey Charaktere, sich an die Aeußerlichkeiten des Dialogs zu halten. eme btzarren Wendungen, die Einem überreizten Gsfükss- [eben Ausdruckszebexx, boten dann wiederholt Anlaß zu lauter Heiterkeit, a_nstatt„die hea fi ttgte ernste Ergriffenheit hervorzurufen. Vor aklem [regt fur dxe Gefalt Heddas durch ibrß Maßlofiqkeit. bis: aus Der- wöhntem Exgexzfinn uny ertötender Herzlofigkeit resultiert, die (Gefahr nabc, unnaturljch zu Wirken, und so wurde gerade fie oft genug nicht ernst gßnommen. In etwas Herschuldeke diese Wirkung «ck die Dar- stellerm der R006, Alwine Wrecke; fie kann schncidcnd1charf, überlegen uztd Verschlagen m der Dialektik sein, aber es mangelte ithk Charakteristik dte Großzügjgkcit, die von den Fehlern Heddas LbeimniSVOU-e Schauer axzsxtrablen lassen muß. FWU Hübner, als. eddas Gatte, übertrieb dw Nüäsernbeit und Unbs onen eit des gutmütigM Jörgen TeZman; dieser ist doch immkrbin ein ernster Gelehrter, der mcht ohne Weitere?) in die Kategoria der Dümmlingk verseßk werden darf. Am besten Waren di? Nebenroüen bejexzt; die gute Tante Julix fand in Meta Büngér eine trefflich? Dar|tellerin, und Else Waja [leb der Gkstalt der Frau Elbsted mit sch1ichten Mitteln eine warme und natürliche Herzkicßksit. Dcr Gerichtßrat Brack des qurn Steinrück war überhaupt die beste Leistung des Abenps; mtt vvrnebmer und kühler Sicherheit, durch dis doch em leiser Ton von Mitgefühl für die Leiden und Freuden seiner Neöenmenscben hinduxcb- klau , verfolgte dieser genußfreudige Egoist seine Ziele. Die schwierige No 6 des Ejlert Lövborg stattete err Ziegel schon in der Erschkinung mit allen äußerlichen AnzeiÖen des verkommenen Genies aus, deren Eindruck durch die Unficheren Gesten und die nervösc Sprechweise noch
verstärkt wurde. Thaliatbeater.
Die Rückkehr zur altbewährten Berliner Posse, die auch andere biefiZZ Bühnen ersol reich angebahnt haben, wurde gestern im Theater der resdener Stra 2 gleich alls mit bestem Gelingen durchgeführt. Emil Pobls und H ilkens lustige Gesangspoffe „Auf eigenen Füßen“ gelangte dort am Sonnabend zur erstmaligen Aufführung. Die Herren I., Kren und A_ Schwnfeld, bezw. E inödshofer hatten das beliebte ZuFstück fruherer Jahre bearbeitet und mit neuen. zeitgemäßen GesangJein agen außgestattet, ohne jedoY seinen GesamtcharakterÉu beeinträchtigen. Es xvar ihnen aber dadur gklungen, sowohl die estalten ergangener Zktten, als auch die ein- zelnen aus dem Berliner Leben herauSgegriffknen Semen unserer Futigen Auffassung näher zu bringen. Voq den neuen mufikaliscben * eigaben erzielte das von Herrn_Formes mrt kräftigem, warmcn Ton vorgetragene stimmungstUe Lxed „Lebe wohl, mein Heidekberg“ besonder§ [cbhaffetx Bcifal] kes . auswerkauftsn Hauses. Aber auch Fraulein Manet „(AgneIZ fcznd mtk dcm launigcn GesangsWrtx-a e „Dix Lieb: kommt wle der LPV“ aÜgemeine Ankrkennung. Eben?o beifalhg wurde das von Fraulein Wannovius (Lieschen) und Herrn THtelscher (WeselLr) esunßena ,Hatdustt“, sowie ein von diesen beiden und Herry He merdmg (Röthelmann) Vorgetraaenss Terzett „Raus aus Berlzn' aufgxnommen. In gleicher Weise vortrefflich war das_ Zu_]ammensprel' dicser * aupkdarsteller mit den Ferrxn Retff (PUMP), Grimm (Glut ein) und Winkler ( fannen- „chmxdt), wenn srelllch der leßtkre den studentischen ebermut m sexner Rolle etxvas mehr hättk betonen können. Selbst die kleinerxn
ar'tten waren mtt ersjen Kräften_ durch die Damen Dora und Boxä owie Herrn X_aulmüller beseßt, 10 daß eine außerordentsiß) gut ab- qxrundete AU Ubrung zu stande kam. G81von11en_ hätte dress alle;- dlklgs noch; „WLW die Gesangssinlagcn mch: «aus (106 Akt_e verlexlt worden waren, statt fie in den beiden erstkn zx-sammzenztxdrangen- xn denen von den alten Liedern das Conradische „Fctnsltebchen mem umterm Rcbendach' das Hauptthema bildéte.
Jm KöUiJNÖCn Opernhause wird morgen .FeuerSyot“ Von Richard Strauß, unter der persönlichen Leitung des Kompontsten Und in den Hauptrollen mit den Damfen Deskmn, D,:eztrtch,b Rox- Hauser, Pohl, den .Herren Berger, „Knüpfer und Phjlxpp esöß , gegeben. Den Beschluß des Abends Ytldxt das Ballett -D€k„ZaU kk“ knabe' von Goldberger, in dem anuxetn DeÜ/Era und die ersten Kräfte des Königlichen Ballets beschafttgt find. _ k
Jm Königlichen Schau1ptelvause begtrxnt Yer Cy [us Her SHUkLsPLakescben Königsdramen am Sonntag, dyn 24. Mgr. ' , .,
Unter dem Namen „Bartbsrhe Madrtgqlveremx ung baden fich unter Leitung von Herrn A.!"Barth dre Damxu „. vordt Linfingen, Betsy Schot (Sopran), E. Helfer und Zakk? (2th) und die Herren A. Michel, Stromseld (Tknor), A. N. *Haxen-Muüer un
abian (Baß) zu emen: Vokaldoypxlquartetk vechxxgt, das KZ lnsbksondere der Pfle 8 ME konzexxmaßtgkßrit ForsllhklMg dcr Madriga . 7.“arun(rtsw1men_r- „( .
des 1221 WYLKoIzerYZJ das wie bereit?; angFYndtqf, morgen aberzd um 7 Uhr in der Ap-“ostel Paulus-Ktrckpe, “staxtfindet, wird cha Adalbert Gülzow ür den verbinvxrtxn Hexrn thek eintreten. Die anderen Solisten ind anu Emilte Herz“; und die Hexxxxx ;)“szon Kraffelt und Asbur Eg dr. - , , *