1903 / 129 p. 3 (Deutscher Reichsanzeiger, Thu, 04 Jun 1903 18:00:01 GMT) scan diff

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ben, da die Mitschuld Bertuas an der le n ?tMZebr ihr? Sühne gefunden hat. P 5 s

xdes Staats bezeichnet zu ba En. Bened k, der unter [ärmendßn

Als einsäöneidendsten Erfolg der Aktion möchte iY schKesZliscth hell):- en a a roy e

Oesterreitb-Ungaru.

Der Zollausschuß des österreichischen Abgaordncten- Wies nahm, dem „W. T. B.“ zußolge, gestern die Tarifklasse „WACOM? und Waren daraus" unwerandert an Und beriet sodann die SLC „Kautschuk und Waren daraus“. _ Der AuMleicbs- aussävnß egmm _dte ,Yeratung des znrückßesteüten Artikels 21 des Zoll- und Handexsbundnmes, betreffend pen «ZieHVerkehr.

ungarrsckyen Untxrhause tnterpeUierte gestern der Abg. Benedkk (KoffutbparterZ uber eine gegen den Professor Felix Somlo der Groß-Wardemer' Rechtquadomie gerichtete Eingabe Von fünf Pryfefforen der Rechtßakademte, m der Somlo beschuldigt wird, durch emen auf der Grundlage won Herbert Spencerschen Anschauungen shaxjxnen Bßrtrag Agitation gegen Familie, Eigentum x_md elzgwy gebilligt und den strafrechtlichen Rechts- schuß, den diese Jnstttutronen enießen, als unrechrmäßigsn Uebergriff

Zwischepr'ufen _der kle'rikalén Volkspartei sprach, fragte, ob der Unter- richtSmmtfter 1enc Emgabe der fünf Professoren energisch znrückwsisen werde. Der Kultus- und Unterrlébtsminister von W[as ]" ies erklärte, Profeffyr Somlo habe eyolutionistiscbe Theorien dargelegt; er möge dabei xm Aysdruck vieüerchk übertriebsn ewesen sein, dock) könne dxswegen_ mcht die Freibett dex Wissens aft und die Lebrfreibeit etngeschrankk Werden. Dsn Mannern der Wißenschafk könne nicht verwehrt werden, daß fie als soziologisYe For äber öffent1iche Insti- tutionen zum Gegenstand der Kritik ma ken. “Er billige nicht den Weg, den die fünf Profe oren durch ihre Eingabe gewählt hätken, erklare jedoch, daß kcm rund Vorliege, wégen jener Eingabe gsgen die Professoren Vorzngeßen. Die Antwort des Ministkrs wurd? unter aügemeiner Zustimmung zur- Kenntnis genommen.

Frankreich.

Im Auftrage Seiner Majcstät des Deutschen Kaisers sprach gestern, wie „W. T. B.“ erfährt, der deutsche Bot- chaftec Fürst Radolin den Ministern Delcassé und

elletan persönlich den Dank aus für die der „Amazone“ gewährte Hilfeleistung. DLT Marineaktachß, Kontreadmiral Siegel begibt sick) heute nach Brest, um im Auftrage Seiner MaZestät den Marinebchörden ans dem gleichen Anlaß zu dem en.

Die Kolonia1gruppe des Senats besprach“ gestern mit dem Ministerpräfidenten Combes die Er_eigmjj e in Süd oran, Der Ministerpräfident erklärte, dte chterung habe alle nöiigen Maßnahmen erqriffen. Drei K010nnen seien gebildet worden, um von drei ver ck)iedxnen Seiten vorzugehen und eine energiscße Unterdrückung zu sxchern. Jm Bedarfsfaüe werde man die STreitkräste in Südoran noch verstärkon und neue Milijärposten errichtEn. Die Regierung beabsichtige- in keiner Form neue Gebiexsjeile u gewinnen, und sie se'x nur

gew'xüf, den FWU» quo und ie Sicherheit der französtschen

mcht beigetreten sind. Die Kommission unterzog dann die Gescßgebung Japxms und Rumäniens einer Prüfung, dock) wuxde e_tne Beschlußfassung einstweilen aus- geseßt, metl gswrffe Schriftstücke noch nicht eingegan en waren_. DU? Rest der Sißung wurde der vorberctten en Untcxjuchung von zwei Fragen gewidmet, die auf der beungcn Tachordnung ste en, nämlich der Liquidajion der Vorräte und deniMaßregeln, die zu ergreifen sind, um zu ver- bzndcrn, daß Prämienzucker bei der Durchfuhr durch Staaten, dre Unterzeichner der Zuckerkonventiowsmd, der Zahlung dxr Kompensattonsabgaben entgehe. Die Kommission cschloß, du: Beratungen geheim zu halten.

Amerika. Dte russische Gesandtschaft in Washington hat, nach emer Meldung des „Neuterschen Bureaus“, Berichte aus St. Vetersburgxrbaitem die bssagen, daß die Räumung dxr Mandschuret ststig fortschreite und die endgültige Zu: ruckztelxnng her Truppen im September erfolgt sein werde. ' DW, ch1lenische F10ttenabordnung ist von Monte: vtdeo Meder nacb Buenos Aires urückgekebrt. AUZZ Santiago de Chile wir gemeldet, daß Riesco beute w1eder dje Präfideniscöaft übernehmen werde. In- ffZl edessen werde eine Umbildung des Kabinetts statt-

n en. Afrika.

' Wie dem „Standard“ aus Johannesburg gemeldet wnZd€ hat ÖW Holländische Partei beschlossen, an den poltUschen Angelegenheiten in Transynal tätigen Anteil zu nehmen. Versammlungsn zu diesem Zweck sollen in Kürze einberufen werden. .

Australien.

Aus Melbourne wird dem .W. T. V.“ berichtet, das; der B11nde§minister für Handel und Industrie Kingston fiÖ im Reprasentantsnhause dahin außgesprocben babe, seiner Anficbt nacb könne Australien Großbritannien Vorzugsrecbte Vor dem Aus- lande einräumcn, 0an dadurch einen unerwünschten Ausfall an Ein- nahmen der_beizufübren, wenn LZ die besfebendcn Zökle gegenüber Großbritanmen beibehalte und Re dem Auslande gegenüber erhöhe. EH sei die Pfticht Australiens, dic Reichßregierung in jeder Weise zu unterstüßen.

Parlamentarische Nachrichten.

Der Nittergdutsbesißcr Julius von Vemberg: lamers- Heim, Mitglie des Herrenhauses, ist am 1. „M. auf Burg Flamersheim (Rheinland) gestorben.“

Besitzungen in Algerien zu erhalten.

Der Seepräfekt von Brest, Admiral Gourdon, hat den Makrosen und Schiffsjungen des Schulschiffes „Brxtagnsk seine Befriedigung über den Eifer ausgeéprochan, mrt dem ste dem deuts en Kren er „Amazone“ „Hi! 6 geleistex hahcn. Es ist nunme r festgeteUt, daß die „Ama one“ tat7ächltch kern Lotsenboot auf offener See angetroffen at, weil dre "Lotsen wegen Nebeks die Küste ni t verlassen konnten.

Der Prior des O latenklosters in Lablachére (Dep. Ardéche) 'ist verha tet worden, weil er das Kloster hatte umauern lassen. Zwis en der Gendarmerie und Anßän ern Jer Mönche kam es zu einem Zußammensjoß, bei em mehrere Personen verwundet wurden.

Einige Pariser Müller melden ays Oran, daß der Generalgouvcrnenr Jyt-xnart Tu!) gewetgert babe, déz). Chef der mcxrokkanifthcn Mtsston zu empfangeY, der nach Senda ge,? kommen sei, um ihm das Vehauewx uvex _de_n Ußberfaü bet Figig außzusprechkn. _ Es hcxße, dxe Mtlttarbehyrde werye dem marokkanischen Vertreter die ortseßmx semer Reüe nach den Militärpostßn im äußer Nn Su cn Algemens nichtges1atten. Auf die abgefeuert worden, dre die Bcsaßunq erwrdert habe. Meldung, daß _ fei, bestätige fick) mcht. Dienstag angeseßt. *

Rußland.

Wie dem „W, TV.“ aus St. Petersburg gemeldetwird, der Kaiser den

bis zurRevision der inner: und außerhalb der in der Ansässig- keitSzone liegenden Gouvernements den Erwerb von _Land und Immobilien sowie die Nußnießung derselben zx; verhreten. Dagcgen sol] der “Wischen Bevolkerung gestattet sem, stck) in Zsigkeitszone gelegczten Ortschaften anzufiedeln,

die infolge ihrer industriellen Entmuxkelung den Charakter von und dort Irnmobtlien zu erwerben. Solcher

qcnekzmigte, dem „RegicrxxNngoten“ ufolge, Beschluß des Mimsterkmnttees, den aden, dcr Geseße über die Juden auf

Gesetzgebung,

dem Wege

den in ihrer Ansä

Städten annehmen, _ Ortschaften gtbt es bisher 101.

Italien.

Im Lauxe der gestrigen Beratung der Deputiertenkammer

über einen ereits seit einigen Tagen zur Verhandlung stehenden Antrag des Abg. Pantano, nach dem “oke Regieruxm aufgefoxdert werden soll, bezüglich der Eisenbahnstage kerne Verpfltchtunge-Z etnz'u- ehen, bevor fie niébt dem Parlamente die Grundsaße mttgetetlt abe, nach denen die Regelung dieser Fragx erfolgen solle, erklärte der Ministerpräfident Zanardxlli, wte „. . T. B.“ erfährt: er hoffe, Pantano werde nicht auf fernem Antrgge bestehen, denn die Regierung _kön_ne dem Parlgmcnt nicht Grundsatze an Stelle von konkreten Vor1chlagen unterbretten. Er selbst _ der Ministerpräßdent _ sei stets für den Betrieb'der Bahnen durcb Priyate gewesen, er werde aber die Frage des Betrrebs durch den Staat ernstlich und ohne Voreingenommenbeit prüfen. Wenn mqn mxt dxn

rivatgesellschaften nicht zu Verträgen gexangen könne, dre Vorterl- Kist fur das Land seien, werde dre Regterung ihre icht tun und Betricb durch den Staat vor cblagep. Der den Antrag Pantano abzulehnen urzd emext An- trag des Deputierten Rubini anzunehmen, nach dem dre Regterung spätestens bis zum 30. November d. I. dem Parlamente „konkre'te Vorschlä e machen soÜe. Der Antrag Pantqno wurd_e bterayf m namentli er Abstimmung mit 237Aqegen 56St_11x1mxn be) 16 Stimm- entbaltungen abgelehnt und der ntrag Rubtm m emfacher Ab-

stimmung angenommen.

dem arlament den . Mini terpräsident bat,

Belgien.

Wie „W. T. B.“ aus Brüssel berichtet, _beéchloß die perm'anente internationale „Zuckerkommi styn. in ihrer gestrigen Sißung, zun'ächst d16_ Gescßgebung derxentgen

* Staaten in Beratung zu ztehen, dre der Zuckerkonvennon

Wachtposten des _Forts von Bßni Unis seien in der vergangenen Nack)! zaherck)? Gewehrschx§sße

te das Dorf Zenaga bere'xts bombardiert worden Die Beschießung sei auf den nächsten

7. Internationaler Kongreß für augenmndte Chemie.

Die erste Plenarsißun des 17. ZnternatiynalenKon- gresses für an ewandte CZc-xmie wuxde am gestrtgen Mgttxvoch um 10 Uhr erö net. In Vertretung Skmer ngeséät des Kaisers war Seine Königliche Hoheit der Prinz Fri_edrtch Heinrich vgn Preußen ampesend. Naeh Begrüßung Semer Königléckzsn „Hoheit durch den Präsidentetz wurde,- nachstehendes Huldigungstelegramm an Seine Majestat den Kaiser abgesendet: An Seine Majestäf “den Kaiser.

Eure Majeskät, den Erhalte: des Friedens und erhabenen FörBerer wi enschastlicben und gevoexßlichn Jortséhrüis hütet dLr unter Tei!- na me von 2500 Mitgliedern in Berlin tagende, zum ersjen Male auf deutschem Boden versammelte Fünfte Jnfernaüonase Kongreß für an- gewandte Chemie bei Temex Eröffnung begeisterte Hußigung uyd ebr- 7ucchtsvollen Dank für die ihn] durch Cnlsendung Seiner Kömglicben Hoheit des Prinzen Friedriä) Heinrich von Preußen bewiestne Gnade entgegennehmen zu wo'slen.

Der Präfident. Witt.

Dann folgke eine Ansprache des Staakßministers, Staatssekrefärs Dr. Grafen von Posadowsky =Webner namens des Deutschen

Reichs: . ' „Eure Königliche Hobett! Hochgeehrte Herren!

Wenn auf dem estzeichen dieses Kongresses die beiden Halb- kugeln dss Erdbaüs a gebildet find, so bekundet fick) darin offenbar das stolze Selbstbewußtsein der_ chemischen Wissenschaft, daß sie ißren geistigen Und wirtschaftlichen Emfluß ausübt auf das Kulturleben der gesamten bewohnten Welt, Und ferner lag darin die gastfreundliche Hoffnung, daß fick) die Vertreter Von Wiffenschaft und Praxis aus allen gebildeten Staaten dieSseits und jenseits des Ozeans an djcsem Konarsß beteiügen möchten _ die fichtbare Erscheinung geistigen Weltbürgertums. ,

Ihrer Wissenschaft meme Herren, ist es in stets fortschreitsnde'm Maße 5Yrc-lungen, die Materie zu erforschen und zubeberrschen. In einem eise von so beworragendkn KMnern darf ich mich darauf b?- rufen, was die (Themis für unsexe Industrie, insbesondere für unsere xößten Jndustxien dcr Eiscn-, Gewebe:, Lader- und GlaSCrzeugung ge- erstet _hat. Ste hat 95 vcrsxandxn, die Erzen ungskosten unendlich zu verbilltgen und gleichzentig dte Erzeugnisse sel | zu verschönen und zx! veredeln und so mcht nur Hic Gegenstände einer verfeinerten Lebens- haltung immer wetteren Kreisen zugänglich zu machen, sondern agel) Gescbmqck und Kunstfinn zu_ heben. Mit wissenschaftlichem Ver- standnis geleitete landwrrtscbaftlxche Bekrtebe haben, dank “den Ent- deckungen der angewandten Chemie, ibre Crnfeerträge wesentlich ver- mehrep können. Die_ Nüberzzuckerinkuftrie ist nur mit Hilfe dEr Cbemxe wettbewerbsfabtg mlt den Tropenzuckern geworden. Der Cbeune ist es. auch gelungen, durch die Erfindung wirk- samer Sprengmrttel Berße zu verse en und Täler zu füklen

und so über die höchsten länders eidenden Gebirgszüge eine Ausdebnung und_ Schnelltgkeit des Verkehrs zu ermöglichen, welche e1ne,-machtige Rückwirkung auf die gesamte Güter-

erzeu ung-geübt hat. Und wenn die chemische Wissenschaft auch im Dienßte des Mens enlebcn zxrstörknden KrieZes und seiner Hilfs- masch1nen_stebt,'sq ann_fie unt desto mehr kachdruck darauf hm- rretsen, m 'wtevtel h_oherem Grade fie durch ihre Entdeäungen Schmerzen stxllt und bellt, wte sie das Menschenleben vor ansteckenden Seuxhen bewahrt und purch ihre Untersuckyungen auf dem (_Hebtete der, Nax)rungs-mttßlinduftrie fortgeseßt die mensch- ltche Gesundbett schtzßt. Cs 9le wenige“ Wissenschaften, wo gelehrte ssiorschupg zmd praktnchx Verwertung so eng miteinander verbunden md Me 11) der chemtschen Wissenschaft; die industriellen Anlagen und lczndwtrtschaftltchen Betrtebe find ihre großen Laboratorien, un_d dre dyrt gesammeltcn, Erfahrungen geben wiederum der wxssenschaftltchen' Forschung immer erneute Belehrung und An- regung, Und "dtese Vrrbindun zwischen Wissenschaft und Praxis InkJet tbren glanzenden Auédru auch in diesem Kongreß, wo wir die erubzntestexx Forscher vereint sehen mit den Vertretern der großen Wx!ttndu_str1€n-„ anexn ich Sie namens des Deulschen Reichs be- gruße, wunscbe nh„ daß Ihre Wissenschaft zum Heile der Menscbbcit tmmer tiefer eindringen möge in das Weken der Elemente, gestärkt durch den unerschütterlicben Glauben, daß er forschende Geist 1chließ-“ [ich doch die spröde Materie meistert.“ *

Der Minister. der geistlichen 2c. AngelIelgenheiten Dr. S tudt hielt namens des preußischen Staats folgerkde nfprache:

„Eure Königliche oheit!

Hocbansehnlichx Fe Eversammlung!

Wenn der Zusammentntt dxs 7. Jntxrnatjonalen Kongresses für angewandte Chemie den Blick 111 erster Lmie auf die überaus groß- artige Entfaltung der chemischen Industrie'lenkt, „dj_e allein in unserem Vaterlande jährlich Werte von „mehr als emer Mtllxgrde erzengt, Wenn dem Beschauer dabei deren Einw1rkungen auf die verschtedensten Industrle- zweige, aquandwirtfcbaft, Hailkunde und so viele andere Arbeitßgebiete des öffentlichen und täglichen Lebens ftamzend bewußt werden, so zéemt es nicht minder, heute der wiffenschaftltcherx Grundlagen dieser Ent- wickelung zu gedenken. Gestgtten SW darztm beute mir als Chef der preußischen Unterrtchtsvcrwaltung, em Wort herzlicher Begrüßung an Sie zu richten. ' , _

Das Aufblühen der chemxschen Jndustrre tß, wemgftcns in Deutschland, aufs engste mit dem UnibetfitatSunterrrckyt ver- wachsen. Wer vermischte die Fülle der „Amegungen' zu __er- messen, die aus dem ersten _kxeinen Gteßener Unwcrsiiats- laboratorium Justus don Lieb: s erflosten „find, Desen 100jäbrigen Geburfstag wir soeben gef? ert haben! _Wte der Gexanke, allen Studierenden an der Univerfitat Gelegenbxjt zu prakUsxbsnr Arbeiten zu geben, für andere Zweige unseres hochstet) naturwissen- scbaftlichen Unterrichts vorbildliék) geworden rst, so erwxes er fich zu- gleich aks das fruchtbare Samenkornn, das, von Geschlecht zu Geschlecht fortwirkend, an Unwerfitaten und, Tecbnzschet] Hoch- schul€n weitergetragen, durcb Liebigs Schüler, dle selb1t wreder als Meister der Xoxscbung und Lehre em neues Gesch[echt hxkan- bildeten, den Wunderbau der heutigen Chemie geschaffen hat; S_oll ick) nur an einige der bereits Dabmaeschiedenen ermnern, _dte exnst kreußische Hochschulen- geschmückt haben, an Wöhler, Mrtscherlxch, Rose, Magnus, an Vunscn, an Kekuléz _ dem dankbaxe Vex- ebrung in den nächsten Tagen dort, wo der Rhexn mit seinen Wellen so mancher Burg bemooste Trünxmer grüßt, em würdiges Denkmal weihen wiU _ oder an Aug. W111). von Hofmagy, der so lange die Zierde der Berliner'UniVerßfät gewesxn rst? S1? alle k?nnen sie, und viele von Ihnen, mögen Sie der remen oder der

angewandten Chemie, mag Ihr Beruf der Hochschulx oder der Fabrik angehören, haben ihnen die unmittelbarste und reichste Förde- rung zu danken. ._

Sind dock: Wissenschaft und Praxis in der Chemie durcb e_in untrennbares Band verknüpft, und Me der allgemeinen wissenschaft- 1ichen Ausbildung unserer Chemiker in der Industrie die wesentlichsten Fortschritte verdankt Werden, so haben auch die chenxischen Groß-

etr'rebe wissenschaftlicbe Laboratorien eingerichtet und m_ der Lösung forscherischer robleme mit den Hochschulen geWLtterfcrt. Die Deutsche chemi che Aussteüung in Paris, die jeßt in der Charlotten- burger Technischsn Hochschulx zu neuem Leben erstehen soll, legt davon Zeugnis ab, und 1:1) erblicke es als ein nicht minder erfreuliches Zeichen für diesen Zusammenhang, WEnn die deutschen chemischen Betriebe fich entscbloffen haben, ihre für 1904 in St.Louis geplante Ausstellung mit der Unterricht§anÖsteUung zu Vereinigen. Aber wenn ich von dem in Deutschland Erreichtkn, als dem mir Zunächst- [ikgendem gesprochen habe, fo bleibt uns dankbarst bewußt, wie nicht

minder das Ausland auf chemischem Gkbiete vorangeschritten ist, wie- _viel insbesondere auch die deutsche Chemie, zumak in ihren Anfängen, dem Auslande schuldet und wie Vor allem quf anorYnischem Gebiete von den Meistern anderer Nationen, die wrr zum eil hier zu Be-

grüßkn die Ehre haben, die größten, bei uns bisher nicht erreichten Crfol e errungen find. Lassen Sie uns daran erinnern, daß hier wie übxra Einsettigksft und Stiüstand zurück ehen bedeutet und nur dem fxftcdjxchetn Wettkampf alTer Nationen der eg zu den höchsten Zielen

o en 6 .

, Daß dieser Weg_ nur der des durch keine sonstigen InteressenVe- erxtfkußten Forschens !ein kann, darüber ist kein Zwetfel. Eindringlich wre kexne andere Wissenschaft [ehrt die Chemie durch ihre Geschichte, daß_ dte Früchte ker Praxis nur an dem Baume der abstrakten For]chung reifen. Wenn die Cheznie ursprünglich den Stein ker kasen su te, der unedle Metalle 111 Gold wandle, oder die Panacee, “me Unfter lichkeit verleihen sollte, wenn Paracelsus in ihr die Mißel zur Bekämpfung der Kxankbeüen fand _ wenn also nach Ltebxgs geistvoUer Bemerkung dle Chemie einst ganz unter dem Banne des O_trebens nach trdisäyer Glückseligkeit stand _ dem wunschlosen, aüem Yrgknjchen abgewandten Forschen _ der chemiséhen Meister unserer

ext tft es geworden, was dle Vergangenheit vergebens ,er- skbnfe. Das Gol? fand sub ein in der immer reicher empor- bLübenden Jndustne und m_ der Hebung des nationalen Wohl- staydes. Jn Phyfiologie und Hygiene wie in der Auffindung kräftiger Hetlstqffe Hat der exakte Geist chemXscher For1chung uns vielfa aucb dle Makel zur Krankheitébekämvfung zu eigen gemacht. Undfi selbst hahen die Mänxer, die _in selbstloser Arbeit und mit Verzi 1: auf pr_akttschen Vorketl die Chemie zu dem gemacht haben was ck heute 1st, die Unsterblichkkit errungkn. So Lassen Sie mich Hoffen und wünséhen, daß dieser GTist in der Chemie forjwalte und auch Jbren

Beratyngen zum daucnxdetx Segen sei. Mit diesem Wunsche heéße 1ch Sxe namens der preußi1chen Regierung herzlich wiUkommen.“

Nach dcm Minister sprachen: Bürgermeister Dr. Reicke, namens der Stadt Berlin, Pxofessor' Conze, namens der Königlich

Preußischer] Akademie der W1ff€nschastem namens- der Unid€rfichät Professor Dr. Gierkx, namens der Technischen Hochschule Professor Kamznerer xznd namens der Jubiläumsstiftung der chemischen Indudtrie Gkbetmer Rat Rietschel.

, Es spxacben damx für Frankrexch: Moissan, für Großbritannien: T1lden,fur Oesterretcb-Ungam: Ludwig, fürRußland: Jacowkim, fur Spanten: Don Vince_11te de Lafitje, für die Vereinigten Staaten: Clarke, für Italtan: Paterno di Sessa. Im Namen dex gnderen noch mcht zu Worte gekommenen Länder sprach Lunge,

Zurtck).

Von den deutschen Geschcbaften kamen zu Worte: die Deutsche Cöeuascbe GeseÜscbqft (Liebermann), der Verein zur Wahrung der Interefsxn' der chem_11chen Industrie Dßutschlands J. F. Holy; und dex 'Verem Deutlcher Chemiker (E. A. Mer ). Für die aus- warttgen Gesellschaftén sprachen Ivan Levinstein, Manchester, und J. Eder, Wien.

Der Präüdént gab sodann xine ku_rze Gesxhicbte des Zustandekommens des 17. Kong'xesses und schritt schließlxch zur Konstituierung des Bureaus. Nach Bes1a_ttgun dcs Ehrenpräsidenten, Clemens Winkler, dxr durch KrankJeit am Erscheinen vérhindert ist, wurden durch die' Vexsammlung auf Vorschlag von Mois s an der Präsident, die szeprafidenten Zowic der Sekretar bestätigt. Eine stattliche Anzahl von Ehrenvichrafidenten Wurde zur Wahl vorgeschlagen und durch Akklamation bestätigt. *

Statistik und Volkswirtsthaft.

In dxr von Profxffor Dr. Albrecht herausgegebenen. „Zeit-

schrift für Wohnungswésen“ erörtert der thgeyrdnete k'Cominicus .in Straßburg i. E. die Gestaltung der stadttscben Wohnungsaufsicht untcr pri'nzipiellxn Geßchtspunkten- Der Verfaffer hält die Ernennung einkr mcbt zu großen Zahl von Wohnunßspfiegem für praktisch. Für einx Stadt, von 150 000 bis 200000 Einwobnkrn genügen nacb setner Memung 15 bas 20 solcher Pfleger, wird. In diesem sollen sie

angesteüten Bautechniker (Wo nimmt über die vorgefundenen

denen je zu zweien oder dreien ein Distrikt zugekeilt emcinsam mit einem tm Haupxgmt mtngOimpektor) befichtigen. Dtkser Mang-Zl sofort ein Protokoll auf X““d macht gemeinsam mit dem Pflege: _d'e nötigen Befferungqursckxlag'e. Hierauf sol! im Regélfall (wenn mehr Wegen besonvererWWxtgiznt des Faüs nochmalige Besichtigung durch andere Sachverstandtää. erscheint) 'der "Vorfißende 'd'es Wohnungsamts (ebenfaw

nöti ein Beamter) “ohne weiteres entsprechend jenem AnKrage die AWM“