m;); das
Der auf dem Dache des Wohnhauses nxben der Küppel fÜr den großen straktor aufgestellte große Gttterspektrograpk) tft von Professor MÜÜer "im Sqmmer 1902 _ununtcrbrochen zu Untersncbnngcn Über die terrestrrfchen L1men 1m Sonnenspektrum
benußt worden. Auf den mit Hilfe des__Apparats__ e_rhaltenen Aufnahmsn sind die unserer Atmqsphare angehomgen Ab- sorptionslinikn mit dem Mikroskop [Licht aufzuFmden;
Professor Loks? hat ferne 1111tcrfuchungen uber d1eSpek1ra
verschiedener Elemente wcitergcfnbrt; Pryfcssor Hartchnn 11111) Dr. Eberhard Haben in Gemeinschnft eme große_Re-1k18 von Experimentcn Über: die Spsktra einiger Metalle, msbesondere des Magnesiums und dss SiliciUms, angestellx. , Von den großcn Planctyn befand s1ch__1m_abgelauf€nen Jahre keiner in__gi'111stigen Sick)tbqueitsvcrhalkmssen, and e_s wurden daHer-Besbachtungcn über 1hre phystschs Beschaffenhett-x 11ichtgemachk __ _ _
Die pl)otomatrisck)e*Dnrchmus_terun? des yordl1chen-H1mmels, di? Professor MÜÜer in _Gemenxschat m1t PryfcfforKemyf ausführt, wurde beträchtlrck) gefoxdert. Dcr drttte Teck, dle Zone + 400 bis + 600 Dekltnatton umfassend, wur__de vollendet und mit dem Druck bcgoxmcn; der Katalog enthalt 4108 Sterne,“ etwas weniger als zwrschen + 200 _Und + 400 Deklination vorhanden find. Ftir den mertey und leßwn TLM dsr Durchmnsterung, dsr von 600 Ns zum Pol rcicbk, sind bereit-Z 100 Zonen [Jeobachtet worden, und der Abschluß der ganzen Arbeit steht tm Jahre 1904 zu- er- warten,
Der bei Gclqcnbeit der Zoncnbxobachtungen aufge- fundene verä11dcrli)e Stern )( Psrsm mxt sehr langer Periode wurde fortgcstßt beobachtet; er _hat 1111 Jahr? 1902 Weiter abgenommen und befmdct s1ch zur Zstt m seinem Mmimum. _ Jm vxrflossensn__ Jahre WULIÖS ein SWM im Stornbild dss Bären als Der_andcrkck) erkarmx; Zr besixzt die bemerkensmsrt kurze Perwde von wemg
' uber 4 SWUden, die kürzeste bisher bckatmtc. Eine ausführ-
liche Mitteilung über dicskn Stcrxx ist in den S1Zungsb_er1chte11 Ycr Königlichen Akademie der Wissenschaften zu Berlm ver- offkntlicht worden. _ _ _ _ _
Die Untersuchungen 111121; 1118 HeUJtZke1tserschemUnqen der NUM Persei sind von Professor_ üller und Professor KMM Weiter eflihrt worden. Dre Beobachtungen des Stkrns mit Bcnußung dcs Photometers konnten noch “1? 27 Taqen vorgenommen werden: FMM noch mtt FME dcs Steinheilschen Rcfraktors 19011 3 0111 Oeffnung, pätcr, als 016 HLM. keit merklich unter dle 9. Große sank, m1t
ilfe des Schröder chen Refraktors von 30 (3111 Oeffnung.
1? Bearbeitung des gssamten«BepbachtungSmatermxs, das auf eine Aufforderung hin von zahlretéhen Beybachterr) erngegangen war, ist sckwn belch'lick)_tlichchvorr_värts geschr1tte11, mtrd aher noch. geraume "eit in npru USWLLU. __
Die Zvor't Professor Wilfing und Profeffor_S_che1ner begonnene Untersuchung Über dre relatwchlltgkett der
.Hauptspektrallinien der Helleren Nebclfkeckc wurde zu Ende
JLfÜHrt, und die “erhaltenen Resultate sind 111 dM Astrono- mjschcn Nachrichten vcröffentlich1 worden. _ Im Jahre 1902 wurden tm ganzen 52 phoWgrathscHe Aufnahmen von der Sonne gemacht, 21 von Professor Lohse, 31 von ProfeJor Hartmann. An 704Tag€n war dre S_onne fleckenstei, un erst gegen Ende dss JahreS-traten großere Gxuppcn von Flecken auf, so daß das seit 1899 andaUerndé Mmimnm der Sonnentätigkeit nunmehr sein Ende crreicht haben“ dürfte. - Die von Professor__Ken1pf am Spektro- heliographen ausgeführten Beobachtungen der Sonne ergaben Vorhandenéein unbedeutender Ob'ekte von kurzer Dauer.
- Für den Kata ogder photoxapbis en immelskarte hat Dr. Scholz 77 Platten mit 16 8% SternenHkätalogisiert und
- von 1000 Sternen die genäherten Oerter berechnet, sowie einige
der katalogisiertén _latten mix der _Bonner Durchmusterung verglichen. Ferner Md von einem Htlfsrechner die genäherxon OcrtLr von 18000 Sternen hcrscbnet Warden. Der'dmte Band des Katalogs ist im Jult 1903 vsrsandt wordetz. _ Dr. Ludendorff Hat eingehende Untersuchungey uber dze Kopisfebler des bei den Aufnahmcn verwendxten G1tters sonne Über die Sch1ch1vcrzcrrnngcu auf photographäckxn Platten an- gestellt und bis Ende dcs ZUHWS nahezu zum Abschluß gcbracht. Sodann haben Dr. Ebckl)ard Und_ Dr,_ Ludendorff gemem- schaftlich cine UntersuchUng Über dte mrttlcre Vertexkung der Sterne auf den Platten angßsxcllt. _ _ Von den zahlrcichex1 Arbcttxn, dte__ander_110bservat_or1um außerdem aUSgeflihrt wordeq smd, mogen hter 111111) 1118 von Proféssor Hartmann angefkrtrgten Vergroßerungen 6111er Anzah1 der bestqelungencn, von ihm am 80 0_111-Refrak_tor crha1teye11 Aufnahkm'n (Mond, Orionnebcl, ngncbel m dcr_ Letcr) erWähnt wcrdßn, sowie von Dr. Ludxndorff' und D1.Eber7 k)ard im Brennpnnkt dcs pk)otoZrnphtschkn Nefrakwrs von 321/2 (3111 Oeffnung Hergesteüw d_1rekte Aufnahmen besonders Von Sternhaufen, darunter _eine Aufnahme des Sternhaufens im Herkulés. + Jm Frühwhr 1902 hat Professor Schemer eine Untersuchung üb_cr die Tempeyatur der Sonne begonnen, die gute Resultate zu liefern verspUcht. _ “ Von 0611 Publikationen des Obscrvatortums wurde das dritte Stück des wölsten Bandes: Nr. 41. O. Lohse, thnkeu: 1Y€ktra eiNiger J.)?ctalle, im Druch_vo_112ndet;__ d_cr h1cr_n_11t ab- geschlossene zwölfte- Band der Pubkkatwnen 111 tm Zum 1902 Mr Versendung qelangt. Am Schluß des Jahres befanden sick) im Druck: Nr. 44. (H. Müller_ und _P. Kempf, 513110th Metrische Dur musterung dcs nördl_1chen Himmels. 111. Teri, Zone + 400 is + 600 Deklinatwn„ unk? Photogrczphtkche Yumelskarte, Zone + 310 bis + 400 Deklmat1on,_ Kata og. . Band. A. Brehl.
Statistik und Volksshirtschaft.
“Zur Arbeiterbewegung. d M) Di * arbeitet in Armentiöres (vgl. Nr. 245 . . Hübkn sIéFyFéW. T. B." meldet, in der gestrigen aÜgemeinen Ab- timmung mit «roßer Mehrheit für die FortsexzunZl de_s Ausstandes ausJesprochen. Von rund 12 000 Arbeitern und _rbetterinnen be- tejliKken fick) 8576 an der Abstimmung. *7264,_ unter dtesen 700 Belgier, stMmten für den Ausstand und 1300 gegen 1bn. / n,Dünkkxchen find, dem „W. T. B.“ zufolge, am Sonn- abendvormjna 300 Hafenarbeiter in den Ausstayd ?etreten. Sie WM beute durch eine allgemeine Abstimmung fur 1) e Fort-
seßung dW usstandes ausgesprochen. »
„ Kunst imd Wissenschaft.
ck13". . mlung dsr Berliner (Gesellschaft r Antk)r(Y:?leorFeTiFtrsYintersemkster 1903/4 fand unter Vorfilz s GLÖLimen Medizinalrats, Professors Dr. Waldeyer am leßten
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Sonnabend statt. Von dem Schriftführer Dr. Träger gelangte ein Brief vom _2. Oktober auO Tunis zur Verlxsuna. Dangch _beah- s1chtigte der Forschungsreisende einen sflug 111 M frjpolttamschen GrenzgebirFk. Im Sommer besuckyte er, rotz der Krte sw1rren auf_der Balkanhal insel, Albanien, schlug aber einen anderen_ cg_ass auf semer früheren Reise ein. Das von Dr. Träger bei semem 111 Sarajewo endenden Rijt kennen gelernfe Gebiet der Miriditen erwres fick) als von der Kriegsfurie unberührt. Er vertuschte intereffaptes ethno- graphiscbes Material zu sammeln; au anthropolo 1schem ' und 91chäo1ogischem war die Ausbeuic jcdo'ck) ering. + rofkffor Dr. Klaatsch schrieb aus Frank_reiéb, aus dem Lpartement Dordogne, daß er augenblicklich damit beschästigt ski, den Rest der für sein Studium der Tertiärfeuersteine wichtigß11 Fqnpstättcn zu untersuchen, nachdem er_ z_11 gleichem Zweck vor kurzem an 9111111611 Punktsn jenseits der Pyrenäen_tat1g gkwesen sei. Er hoffe, neues Matertal f1'_jr seine Vermutuvg der Ex1stsnz des Mensckyen im Ausgang der _Ternärzcit zu ewinnen. Weitere vom Vorstandstisch erfolgende M1tteilurzgen betra en 11 a. eine Dar- legung Von Dr. Hase-BrannsÖWUJ, in der schwere Bedenken gegen die Mitwirkung der Meyscbenhand bei Entstehung der z. Z. im Vordergrund dsr antHropologrschen Forfchung stehknden Eolitben erhoben wexden, ferncr eme_Untersuchung der bexühmten Madrider Mavabandscbrift und eme Yrbert _des Konyervators Krause am Museum für Völkerkunde 11ber dre Nüylichkcit der Vermendung von kohlensaurem Ammoniak bel Konservterung eisernkr Altertümer.
Vor der Tageßordmxng erbtelt noch _das Wort Professor Dr- Hans Virchow zu e111er Von Demonstrattonen begleiteten Mit- teilung über den Vorteil, der dem _anatom1schen _Studium erwächst, wenn Knochen sowohl in der Veremzelung als 111 ihrer Zusammen- steÜUrig zum Skelett unfkrsu t WerYen.
Den ersten Vortrag des A ends [)!CÜ Pxofkffor Dr. Sch Pinfurt k) „über älteste Kiesclartefakte von_ Thebxn m O_beragyten“. Einleitend kam der Vortragende auf seine im portgen Wmter bereits mitgeteilte Beobachtung zurück, wonach er 611113111 Pawlan aus der Ferne zu- acsebsn babe, wie er gewisse sehr harte Nusse u_nter Anwendung 21qu Steins öffnets. Professor Sch1v81nfurth zetqte_1eßt 7312 yon ihm nnt- genommenen angeknackten Nüsse, dte er nach Verxa ung des Pavians bon dem Marmorblock aufgesammelt, an de_m er den_ _ffcn kurz vorbkrin der geschilderien Art mit dem Oeffnen der Russe bLsCbafttht gesehen hatte. Die Bevba tung regt jedenfaüs zu Wetterer Untersn ung der Frage an, ob es em Menschen aÜein porbehaltey 111, sich 1395 Geräts zu be- dienen, oder ob auch Tiere, se1 es aus e1gener_Jntel11 enz, sei es aus dem bei Affen so entwickelten Nachab1nungstrteb_zur nwendung ein- fachster Gerät? gelangen? Auf das Thema seines Vortragss ein-
lenksnd, der durch zahlreiche, als Feuersieinartefakte angesprochene*
erläufert war, gab der Vor- von de11 Fundstätten, die fich Wenig westlich von Theben bei _Wadtgen und am_ Abhang des Luzkna-Hügels 1 km nördbcb Von _den Kömgs räbe_rn befinden. Die GQbirgsformation gehört unzwerfelbaft dcm liocan, der [eßten Periode des Tertiärs, an, Von dem es bekannt und _au_ck) an dieskm 5-“1311ocänplatecmx dnrch Has Vorkommen _von Foramtmsoren (Schalen außgestorbener Generat1one_n von Wurzßkfußlcrn) nachgeMxsen ist, daß während der Ucbergan spertode_ zum D_11uV1_uu_1 Kalke daxuöer abgßlagert 1vordcn_sind. Dis A wesenhett won kr1_sta111n1schen Gescbtßben oder sonstiger Urgebirgsbrockkn' beweist aber_ fu_r dgs oberagypthhe Pliocän, daß es außerdem in der Dtluvmlzett keine Us er- lagerungen erfahren hat, ja ('s darf aus _dem Dichtnebeneinander- liegsn von zueinander pasßenden St_en1bru_chstat_ten gefolgert werden, daß diese Randzonß es NistasemsckymttH 111 Her ganzcn Diluvialzeik wenig oder gar nicbk gestört wyrdcn, tk): Kltma wahr- sch€inlich ungefähr dassekbe gebliebc'n isl wre beute. An den mehr oder me11iger steilen Terrassen, in den€n dieser Talrand zum Strom abfäth, findsn fick) nun sehr starke Sch1111b_a1den 17011 im Laufe einer sehr langen Zeit, die nach Penk als die er!?e kawde des Diluviums anzusehen ist, abgebröckelken und zu Tale gestürztmt SÖottcrmnffen.
Fundstücke und Zeichnun en
tragende zunächst ein ild
SiO bufißcn an der Hauptfandstätkc Line Mächtigkuit von 16 111, und“
('s ist das obere Drittel dicsar Schießt, aus welcher aÜein die 11111!) Tausenden zählenden Kieselartefakte HerVorgezogen worpen find. Scheint es nach diesem Sachwerbalt formt zWetfellos, daß dtese Fundstücke spätestens in der ersten Periode des Diluviums, also gleich- eitig mit der Periode, die in Deutschland das Mammut sab, ver- chüttet worden find, was„ aux die Existenz ihrer Verfertiger auf dem liocänplateau vor oder wä rend dicker Periode zu schlie en er- lauben würde, sy pkßf sich die in en [eßten Worten erüb'cke Folgerung ausschlteß ich zu der Frage zu: Darf üöerhaupt die Ver- wendung bezw.-.Anpassung für den Gebrauch dieserals Geräte und Waffen apgesprochenen Silexfundstücke durch den Menschen wirklich als unzwetfélhaft angenommen werden? Diese Frage beantwortete
der Vortragende nach seinen sorgfältigen Und jckBrelang fortgeseßten Beobachtungen im Wesentlichen bejahend. 2111er- dings,_ so führte e_r aus, ab ,es an eine natürliche Formanderung der Kwsel dark]? Witterungs- und Druckver-
Hältnisse; allein diese natürliche Aussplitterung unterscheide sich sehr charakteristisch von der künstlichen Zormveränderun durch Menschen- hand. Sie gehe _fast immer in der elben Art vor ßchßnämlich durck) muschelige, ziemltch symmetrisclye Ablösung flacher Schalen. Die Ursache bierfürIZei_ der_ Druck schwerer Schichten in Verbindung mit Sickerwasser. öetst 1169811 diese Schalen in ihm? ursprünglichen Ein- béttung horizontal. Wßrde der Druck auf die oft Vorkommcnde ku elige Struktur eines Feuerstems geüht, so Lösen sich diE Schalen in orm won flachen Ringen ab und lassen einen innern Kern Von 3 bis 30 J Gewicht zurück, eine sehr häufig vorkommende Erscheinung. Es ist nun höchst bxmerkenSwert, daß nn_ter den Vom Vortragsnden als zweifellose Artefakte bebauptsten Fundstucken fick) viele so1chchinge findßn, Welche die Menschsn als geeignet znr Benußung, namentlich unter Schärfung ihxer Kanten, zu Schneid- und Den clerkzeugcn erkannt zu Haben scheinen, später vielleicht auch als S lagrmge, somit als Waffen an- Mndeten, Für stine Auffassung _d1eser _ neben anderen als Hammer und Messer benußter Fundstucke _fuhrte Professor Scbwsin- furtb auch an, daß nur bandktckhe und nicht zu schwere Steine keine Spuren von Anpaffung und Abnußung dureh den Gßbraucb zeigen, nicht die l_eichten, auch_ nicht die sehr schweren. Ebknso fand er charaktcxtsttschk Unterschtede heraus zwischen auf natürlichem und auf kü11s_1_[1chem L_ge umgckstalteten Steine, nämlich in der andern und starker verwuterten Beschaffenheit der Patina (Rindcnséhicht) bei den ersteren. Der Vortragende empfahl schließlich den Von thm Häufig gebrauchten _Ausdruc]: Manufakte stcxtt Artefakte, als die Sache besser treffend, werk kaum trgcnd ein Gerat, als ausschließlich von Hand beretxet, mxt sylch6m Reckxt _bc'zeßcbnet Werden könne, wie diese _ältestken, nn wejentl1chen der1palaolittschen "' öri en euerjcmwer 5131! (3. ZW FINLYZTckyginbaFltliÖs an den vo “112116113 anschlixßcnde _Vorira von rofe or Dr. Eugen Bracht .Bkrrcht über_?1ne Re1se 13a den Fund 1611811 der Eolithen in Weftflandern' bestatmte 111 ausfuhrlicben arlegungen die Schwierigkeiten einer alle „Wenn" und „Aber“ auß- schließenden Beantwortung der rage, ob man gegebenen Falxes 111 diesen Feuersteinfunden von Mens enhand gebraUcbte, unter Umstanden eformte und mehr öder wenin abgenuYe _Wcrkzeyge Yor fich babx. ; rofessor Bracht fand in der * äbe Von russel S11exbanke_ 0,80 [W 1 20 w tief unter “der Oberfläche des gewachsenen Bodens, mcbt mehr ais 1 m breit und kniebock), und war Hagelang vergebxtcb bemüht, unter einer großen Menge herauSgßforderten Matenals Stücke zu finden die als Artefakte gel_ten könnten. Doch schärfte fich aÜmählicb der Blick fur dies? „AufYabe, sodaß eine Sammlung angelegx werden konnte, d1e _m 1 ten interessantesten Stücken vorgezeigt wurdx- Sie, erezsen W in der Mebrzabk von zylindrischer oder pyxamtdaler, ketlforxmgerForm, und es bedarf in der Tat nicbt der Bxiknlfe einer lebhaften PHantaßx, um dié Anfänge einer Zurichturxß], dle erfolgreiche AnvaffunZ an ck Hand und die Abnußung der S lag“, Stoß- oder _Schnezdflgchey zu erkennen. Ueberzeugend wirkte bcsonderH der VeÉlUcb 11111 ubnkclyen Stein eräten, die notorisch noch heute 561 in_dcr ntnzickelung zurück.- gebliedenen Völkern in Gebrauch find, wre dSkgkélÖM aus dcm veträisckzsn Arabien vorgewicsen wurden. Cbxnso finden fich_ganzäk)111jche Stücke in unserem Feuersteineldorado Rugen- Es w1rd hierdurch
“Alexander zu nennen, der
zugleich einer auch von Professor Schrv_einfurtb aufgeworfenen,Frage BeantWortung zuteil, der Frage, ob dtese Feuerstein-Venußung und -Techni_k überall ursprünglich oder ob fie als Erfindung besonders inteÜigenter Menschen Von Stamm zu Stamm, von Land zu Land übertragen worden sei. Die Antwort könne kaum anders als zu Gunsten des ersten Teils der Alternative lauten. -
Jm ganz gleichen Sinne wie die beiden Vorredner sprach sich zum Schluß aueh der Geologe Profks or Dr. Jäkel u_nter Vorla e von 25 Feuersteinartefakten aus, die i m aus Freienstem in dcr igniß von dem dortigen Hauptlehrer überbracht worden find. Professor Jäkel war selbst an der Fundstelle, um fich davon zu überzeugen, daß diese vom ersten Finder für versteinerte Knochen gehaltenen Stücke mit dem Spaten aus mäßiger Tiefe hervorgebolt und daß ihrer _noch 711er 9111; dem graugelben Sand und Kies berauSzufördern find. -' Die geologtjcben Lagerungsvcrhältniffe der Oertliebkeit find z. Z. noch n1cht 5161111116111) klarznstLÜen, weil die geologische Landeßuntersuchung in der Pngniß noch nicht erfolgt ist; es scheint dem Vortragenden jedoch, chf; die Stückk sul) an ihrem Fundorte bereits in sekundärer Lager- stätte befinden. Charakteristisch und beweisen?) für 131€ Verwendung durch Menschenhand ist das Vorhandensein der Flächen stärkster Ab- nuyupg stets _an den der bandsichsten Angriffssejte gegen- überltegenden Seiten. Von dem Aussehen, das Verwitterupg erzeugt, find dtese Abnxtßungsftächen sehr verschieden. Ebenso tft die dem G1etscher _und semßr schiebendcn Wirkung zugutsckyreibende Abnußung, tm Fall sm_Gesckxrebx an dem andern gerieben wird, von anzanderer Beschaffenhe1_t, _nan1[1ch_ entweder fich durcb Schrammen ildung oder durch Vollstqndtge Glattung kennzeichnend. Bestimmend für die Eigenschaft dteser Feue_rsteinstücke als menschlicher Werkzeuge und für 1hr sehr hohes Axter 1st gerade die mit der vielseitigen Benutzungs- weise zusammenbangendx VersÖiedenbeit der Abnußungen. DEM! die Funk_tm_nen, _welchez1 d1ese Instrumente diknten, haben fich Leher erst aÜmahltch differenziert, 111 Yem Sinne, daß man allmähli für die VLksFLLDLULntALÖUÜM versch1eden beschaffene steinerne Werkzeuge an- wen en ern e.
In Er_fnrt ist, wie „W. T. B.“ meldet, gestern nachmitta die kgnstgesckyxckyxliche Ausstellung der tbürtnÜisch-sächsi chen Lander felerl1ch gesckoloxsen wor'den. Der egierungspräfident v_on Dewi? sprach den Kon ewatoren den Dank der preußischen Re- grerung au .
'
Zum Andenken an den verstorbenen Akademiker, Romanisten Gkston Par1s _bat fich dem „W. T. T. zufolge in aris eine „Gaston Parts-Gesellscbaft' gebildet. Zum Vor ßenden der GeseÜschaft n_)urde de_r Direktor der Ecole des Chartes, Paul Meyer, gewahlt. D1e Gesellschaft zählt 231 Mitglieder, darunter_ zahlreiche deutsche Gelehrte.
Theater und Musik.
xResidenztbsater. “
Jm Residenztheater gab es am Sonnabend eine doppelte Ueber- raschung: einerseits darüber, ierre Wolff, den VerfasLer des zum ersten Make aufgeführten Lutspiels_.Das große Ge eiMnis“, von einer weit vorteilhafteren Se1te kenrzen zu lernen als wenige Tage zmwr in _seincr .BiNotle“, andersrserts über die Tatsaéhe, daß ein gemütyyll-hetteres, fast barrxckoses Werk, als welchls sub das neue Lustspiel erwies, einen ebrl1chen, unhestrittenen Erfolg an einer Stäkte badontraqeß konnte, wo sonst zume1si die_am stärksten gewürzte dramatische Kost aus der_ französischen Hauptstadt für di". wohl- schmeckendste galt. Der ernfache_und doch sehr w1rksame Inhalt des mm Max Schönau verdeut1chten STückes ist ba erzählt. Ein älteres Wohlhabendes Ehepaar ist zu der Ueberzeu9ung ommen, daß sein Sohn hkiraten xnüffe, man glaubf auch in Fräulein Langeac, einer jungen DUML, dic 11_n Hause Rrkebrt, eine pa ende Parjie ge- funden zu babkn. Da gettxbt der Sohn, daß er seit geraumer Zeit in engen Beziehungen zu emem Mädchen stehe das er liebe und Von dem er nicht [affen wolle, ja daß er sogar scßon Vater eines für:!- jäbrigen Sohnes sei. Die tern, die*einander gegenseitig dur de “»“ Strenge ihrer Grundsätze zu imponieren suchen, spielen die Entrü teten und verlangen die Lösung des Verhältnisses; beimléckp vor dem andern aber geht jeder der beiden Alten zu *der in bescheidenen VerhältnYen , lebenden Geliebten des Sohnes und findet an ihr sowie an dem Enkel nd so roßes Gefallen, daß im Ernst an eineTrennunY der“Liebenden gar nicht 111le ed_acht wird. Das Humor1stische der Situa ion liegt nun darin, da Zeder 211 der e_fürchteten strengen GrundsäLe des andern wegen fi cheut, das Ge etmnis der_zu ve:schiedenen ageSzeiten stattfindenden Besuche bei dem Enkelkmd und fxiner Mutter zu verraten. Ein Luter_Freund des Hauxes führt endltch das egenseitige (Geständnis _erbet, und_ der begluckte S_obn darf nun k?etncz' Gewiffenöehe zu emer geseyltcben machen. Dteser einfache Vorgang wirkt "weniger durch die_ _Spannung, die er erzeugt, als durch, die behagliche Cbaraktertsnk der Handelnden Personen. Sie find wirklich mit einem gemütvyÜenÖum-or gesehen und geschildert, wie man ihn bei Hen Aytoren )ense11s dxr Vogesen selten antrifft, Ganz besonders anmut1g find die Kmderjzenen des zweiten Akts, weil sie nichts Er- künstelfes an fi_ch baben._ -- Die guten Eigenschaften des Lustspiels wurden dyrch eme bis _1n die kleinen Einzelheiten vortreffli :: Dar- sFsllung 111 das günsttgste Licht gérückt. An erster Stelle ist Herr _ den nicht ohne Gewissensbisse heimliche Großyaterfreuden aemeßenden alten Herrn mit einem Humor spielte, der _belusjtgte, aber auch ans Herz griff. Eine ebenbürtige K_partnerin hatte 61:
111 Frau Margarete Oxto-Körner aus Hambur , die se ne Gattin elegant
111 der äußeren Ers emung und mit einem ür das Unterhaltungsstück
v1elleicht etwas zu s weren, aber warmen, herzlicbk-n Ton spielte. Das
farbloscr »gehaltxne Liebeßpaar fand in Herrn Ernst Bach und Fräulein -, Sorg€rsympafh1sche Vertreter. Ganz besondares L_ob gebührt ferner der „ K kleinen EÜy Rothe; dre schon früher, in den Aufführungen von .Pelleas . und' Melisande', durck; besondere Begabung aufgefaüen war, für ihre
frisch, natürliche Darstellung des vielumworbenen Enkelkindes. Herr
Seldsneck, der vermitt_elnde _Frßund, der in ei_r_1er _fein gezeichneten
Liebesszene seine angebkche Fetndm als Lebensgefaßrtm _gewinnt, und
Frau Reisenhofer, her diese l_eZtere RoUe zufiel, loste_n xhre Aufgaben
ebenfaÜs mit Geschick und Ge1chmack und Tragen mcht Wenig dazu
161, dem Stück zu Verdientem Erfolg zu vcrbélfen.
Jm K_öniglixhen Opernhause get moren Ma enek [yxische _Episode 111 zwei_ _Abkeilungen ?Das ädchenff Vox? Nabarra mit FWU,P1UchMJ€T in dsr Titelrolle in Szene. H1erauf MIt; .D1e_ VerTobung bei der Laterne“, OperLtte Von J. _Offenbaöh, KMT hen Damen Hkrzog und Rothanser als Aynemarre bkzw-„ngbaklyU-_ dcn Petkr fingt erstmalig Herr Zorn, ebenso Fraulem Dletrrck) erstmalig das Lieschen. KaHeU-
meister Von Strauß dirkgjext_ Den B€sch1u ds Ab , das Balleü „ anta - __ € ends 11111381 Mufik Von SYYnmansxn 1m BWM“ RUM er von E. Graef).
Jm Königlichen SchausvF-Ekbause iv" ' _ 1 d YFUYYJ “VFMWYJOTWM1ÖTZFL'? Chr_ist'1ass JAZZ? ZYXEL? _ _ _ _ _ 111 o . "
sp1§11_-_Herr Ludw1g, d_16 Kömgm Fräulein YnFneZegeikxerÖrirY-JUÉYZ FrauIan Poppe._ Dte Vorsteüung beginnt um 7 Uhr. «-
€ __;e Dtrektwn dcs Ber[i_ner Tonkünstlerorchesters teilt g genu er anders lautenden Gerucht€n mit, daß das Orchejier weder
aufgeTÖst ist, no ' - . amen UnVeränKrFFMYYFtJehM w1rd, v1elmebr unter demselben
Mannigfaltiges.
Berlin, den 19. Oktober 1903.
Gesiern mittag um 12 Uhr fand au dem la vor dem Bxande"b,UkILk Tor die feierliche Entfloüllmég tZeeréi) k,“,- ma_[€r _kve1[a_nd _Jbrer Maéestaten des Kai er! k Karferm Fr1edr1ch statt. De Standbilder äbnx ;