ospitälern befanden, waren ganz genesen und an xben drm
Torgen zur Armee abgegangen. „Das von den Karlrsken hier verbreitete Gerücht, daß sie (die Karlisien) am 21|en zu Du- rango einen Sieg erfochten hätten, ist daher (?) durchaus falsch. Heute früh habe ich aus Madrid eine Rimrssewon 750,000 Franken für die Armee empfangen, die dritte sert einem Monat, so daß ich in dieser kur en Zeit u diesem Zweck schotz 2,250,000 Fr. erhalten habe. ür die roviantirung der drei Divisionen der Armee ist bis zu Ende April vollkommen gesorgr, und ich weiß auch, daß ste vollständig equipirt und mit Munt- tion versehen smd.“
Was den General Espartero eigentlich veranlaßt hat„ nach Bilbao zurückzukehren (denn so viel Weiß man auch beer m_tt Gewißheit, daß er am 21sten dort eingerüokc ist), darüber ist m London, wie in Paris, noch nichts Sicheres bekannt. Dre Be- richte der Korrespondenten der hiesigen Blätter lauten darüber sehr verschieden. Nach einem Schreiben aus dem Hauptquar- tier des Don Carlos vom 22. März, wo dasselbe zu Estella br- findlick) war, im Mornin Herald, wäre es am 20|en wi- schen Espartero und Don Hebaskian unweit Zornosa und - al- dacano zu einem Treffen gekommen, in welchem Letzterer über Erste- rrn einen entschiedenen Sieg erfochten und ihm eine Menge Gefan- gcne abgenommen hätte, rvorauf Espartero in großer Unordnunch traci) Bilbao zurückgekehrt sey. „In einem der Morning hro; niclc zugegangenen Privatschreiben aus Bayonne v_om 23sten heißt es: „Einem Gerücht zufolge, zog Espartero bei dem bio- ßen Erscheinen Don Sebastian's und seiner Bataillone vor El- lorio seine dort versammelten Streitkräfte nach Durango und von dort nach Zornosa zurück, wurde aber hier von den Kar- 1isien ereilt, die ihn zwar nicht weiter zurückzutreiben vermoch- ten, ihm aber mehrere Hundert Mann tödtecen und gefangen nahmen. Dies soll am Listen stattgefunden haben und muß, wenn es wahr ist, in einer Verrächerei Espartero's seinen Grund haben, denn wie konnten 8000 Mann die Trappenmacht jenes" Generals, die fast "20,000 Mann stark war, zurückschlagen, wenn der General fich nicht selbst schlagen lassen wollte?“ Der Pa- riser Korrespondent des Courier schreibt da egen diesem Blatte unterm 28sten d.: „Die Nachricht, daß Ospartero bei Zornosa von Don Sebastian an121sten mit bedeutendem Verlust geschlagen worden sey, scheint eine bloße Karliscischx Uebertrei- bung zu seyn. Nur so viel scheint wahr, daß an jenem Tage eine unbedeutende Affaire stattgefunden, nach welcher Exparcero, seiner früheren Absicht gemäß, in Bilbao einrückte, aber in den umliegenden Dörfern Abtheilungen seines Armee-Cot'ps sieben ließ, welcher Umstand allein hinreicht, um die-Behauptung der Kariisien, daß er nach Bilbao zurückgeschlagen worden sei), zu widerlegen.“ In einem Schreiben aus Bayonne vom „Lokken endlich, welches ebenfalis der Courier enthalten hat, wird ge- sagt: „Am Listen Nachmittags rückte der General Espxrtero an der Spiße einer Brigade wieder in Bilbao ein; seine übri- gen Truppen ließ er in Ellorio, Durango und den benachbarten Dörfern zurürk. Der Zweck seiner Rückkehr nach Bilbao war, W) mit [00,000 Nationen für seine Truppen zu versehen.“
'Der Courier macht, als auf eine seltsame Anwandlu_ng
- des Standard, darauf aufmerksam, daß dieses Tory-Blatt tic!) piößlich gegen Don Carlos kehre und denselben nicht nur einen „Rebellen (10 121010 gegen eine Regierung 0-3 snow“ nenne, son,- dern ihm auch die abscheulichsken Cpitheta beiiege. Das ge-
nannte Blatt meint, die Ueberraschurrg und Bestürzrxng der „Morning Post“ und des „Morning Herald“1)ätcen-m§l)t Zrö- ' ßrr seyn können, wenn die Bataillone Don Sebastians uber
i;").rc eigenen Freunde, statt über Evans, hergefalle'n wären, als sie es über diese Diatriben des als Organ der Kirche und des
erzogs von Wellington bekannten_ „Stapdard“? gegen Don
arlos gewesen seyen, und es weiß srch diese Smnesänderung “ni e u erklären. ,
ck Ixialta-Zeitungen enthalten Nachrichten aus Persien„ wonach Sir Henry Bethune und „ fast alle übrigen Br:- tischen OffiZiere in Persischen Deenstetz „den „Schach- auf seinem Zuge zwar begleitet, jedoch auf die Anzeige, daß die Expedition gegen Herat gerichtet sey„ auf daß bestimmteüe erz klärt hätten, daß ste, den Befehlen ihrer _Regierung gemäß, ber einem Angriffe auf die Afghanen keinerlei Kommerndo überneh- men dürften. Der Russische Gesandte befand sich rm Pers11chen Lager, und es soll die Absicht Rußlands seyn, emen Konsul traci) Hera: zu senden. Man fürchtree, daß dre Hauptstadt und die südlichen Provinzen Perseus nicht ruhig blrtben würden, wenn der Schach noch weiter vordränge, und die Freunde desselben hatten ihn daher dringend gebeten, zurück ukehreu. Die Usbe- ken, Turkomanenund die Bewohner von erar, deneutsch auch Buchara angeschlossen, sollen sich gegen Persien verbundec ha- ben, und es dürfte ein heftiger Kampf zu erwarten seyn.
Dieselben Blätter melden, daß _der Oberst Chesney riyn „Versuch gemacht habe, den Euphrat bis zur Einmündung des Tigris und dann diesen Strom zrufwärts zu fahren. . Dre Bewohner bewiesen fich jedoch im Allgemeinen sehr femdliri) Zegen ihn. Der Oberst war nach detr (ckth Nachrichten bis ).emlum getan t, und er glaubte, daß ,ein kleineres Dawpfboot, als der „Cup rat“,üxkilese Fckrch tn jeder Jahreszeit m zehn
's tböl Ta en ur e en nne,
bl zRunfdschix3-Szingh th dem General Ventura das Gouver- nement von Kaschmir angeboten, unter der Bedingung, 13 Lais Rupien jährlich zu zahlen und ein Kontingent von vier Batqtl- 1onen zu unterhalten; die Antwort war, 13 Lars seven zu viei, er wolle die gan e Verwaltung und sonstige Ausgaben bestrei- ten,'3 Laks in Éeld und Shawls.zahlen und vier Bataillone unterhalten., Der Maharadscha entgegnete darauf, er wolle sich die Sa e überlegen. . .
DZ leßten Nachrichten aus Ching zufolge, ift-uber den Opiumhandel noch immer nichts entscheedert; "es scheint sogar, ais wolle die Chinefische Regierung noch mit derselben Strenge gegen die Einfuhr desselben verfahren, denn es :| am 23. No- vember vorigen „Jahres ein Dekret erschienen,- wddurch mehrere in Canton wohnen'c: Englische Kaufleute, weil sie, Schlecchhan- “del mic Opium Zetrieben, aus Canton forigewwsen werden. Auch war eine von den fremden Kaufleuten eingesandte Vorstel- lung, die Erleichterung des Seidenhandels betreffend, von den Chinesischen Behörden zurückgewiesen worden.
Wie Briefe aus Caraccas melden, war Grueral Sublette tro seiner Abwesenheit (denn er ist noch in Spamer) zum Vicc- Pr fidenten ewähle worden. Der Erzbischof “vpn Caraccas, der stch der egierung in mehreren Ma regeln hinsichtlich der Kirchenzehnten oppqnirt hatte, war auf 20 „Jahre ]enseccs der
een verbannt worden. S Nach den testen Berichten aus New-„York vom 24. Fe- bruar wollte der neué Präsident der Vereinigten Staaten, Herr van Buren, bis zum 4. März. sein Kabinet zusammenseßet). Als StaatKJ-Sxxretair wird Herr Forsyth, als Schaß-Sécrecalr err Woddbur", als General-Postmeisker-Herr „Kendall,_als riegs-Secreta r Herr Joel R. Poinsett bezeichnet. Auch durfte
. und der
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Zeri“ Dickenson durch Herrn Mühlenburg aus Pensylvanien als arine- Secretair erselzt werden.
Der Präsident Houstoun besürchtete einen Angriff von Bravd; doch hoffte man noch immer, daß Santanafbei seiner Ankunft in Mexiko" die Anerkennung der Unabhängigkeit von Texas oder den
Umsturz der jetzigen Mexikanischen Regierung herbeiführen würde. .-
Der sogenannee Genfer Reisende sendet der Times mit einem Schreiben aus Washington vom 21. Februar den Brricht des Senats-Ausschusses für die auswärtigen Angelegenhritetr über die obwaltenden Irrungen zwischen der Nord-Amerikaneschen und der Mexikanisckwn Regierung, aus welchem Bericht erden Schluß zieht, daß in der gegenwärtigen Kongreß-Sesfion trxchts " in dieser Sache werde vorgenommen werden. Einen ähnlichen Gang, sagt er, scheine im Repräsentantenhause die Frage wegen der Anerkennung der Unabhängigkeit von Trxas zu nehmen. Bekanntlich hatte hier der Ausschuß für die auswärtigen Angele- genheiten zwei Resolutionen zum Bebuf dieser Anerkennung bean- tragt. Eine IITotion, die Erwägung darüber auSzuseßen, Wurde auf Verlangen der Freunde von Trxas zurückgenommen; diese zogen ein unmittelbares Votum vor und trugen in zuversichtlichcr Hoffnung auf Erfolg darauf an, die Resolutionen auf die Tafel zu legen (was bei der schon so weit vorgerürkten Sesfion aber auch einer Verwerfung gleichkommt); ste drangen mit einer Mehrheit von zwölf Stimmen durch. Hierauf ward eine Mo, tion beantragt, dieses Votum noch einmal in Erwägung zu zie- hen; ehe diese aber zur Abstimmung gebracht werden konnte, erfolgte eine zweite Motion, die ebengenannte gleichfalls auf die Tafel zu legen, und ging durch. So lagen denn nun die Re- solutionen des Ausschusses und der Antrag, die Abstimmung darüber auf die Tafel zu legen, beide auf der Tafel des Hauses, und es fragte fich, ob noch etwas Weiteres damit gesche- hen würde. Die erstatteten Berichte wegen Aenderung dcs Tarifs waren noch nicht zur „Berathung gekommen, Korrespondent bleibt bei der Meinung, daß auci) darin im Wesentlichen nichts geschehen werde, wie er denn von Anfang an geglaubt habe, daß die dominirende Partei darin nichts zu thun beabsichtige. So würde ein großer Einnahtne-Uebcrschuß, der sich schon aufs neue angehäuft, dem Schaßamte vcrbleiben. C'in Theil des Kongresses, und, wie es schien, die Mehrheit, war wieder für Vertheilung des Ueber,- sck)usses unrcr die Staaken, und Herr Calhoun hatte in dieser Absicht ausdrücklich eine Bill im Senate eingebracht, welcher, wie der Korresponderit glaubt, die Anträge auf Herabsrßung des Tarifs hatten entgegenwirken sollen. ONic den Geldbewilli- gungen, vorzüglich für die Seenmcht, war man im Kongreß nun im Gange.
Niederlande.
Aus dem Haag, 30. März. Die hiesigen Paläste Zi); rer Königlichen Hoheiten der Prinzen von Oranien und Frie- drici) haben in neuerer Zeit durch den Ankauf benachbarter Grundstücke eine bedeurende Vergrößerung erhalten.
Se. Majestät der Kaiser von Rußland [haben dem Artific- rie-Lirutenant und Lehrer der WTilitair-Akademie in Breda, van Rynrfeld, für dessen Werk Über die Po!nische Revolution und die Kriegs-Erciqnise in den Jahren 1830 und 1831 einen wcrchvolirn Brillantring zustellen lassen.
B e l g i e n. Brüssel, 30. 'März. Die hier anwesenden Französischen
' Prinzen sind gestern in Begleitung des diesseitigen Gesandten
in Paris, Herrn Lek)dn„_ auf der Eisenbahn nach Antwerpen gr- reist, von wo sie des rfbends schon wieder zurückgekehrt seyn wollten.
Deutschland.
Karlsruhe, 26, März. (KarlSr. Z.) Die in Nr. 8 des Großherzogl. Staats"- und Regierungs-Biattes erschienene Verordnung, die Organisation der Gelehrten-Schulen betreffend, bezweckt hauptsächlia), die dermaligen Verschiedenheiten zu besei- tigen und dem Bedürfnisse fester Bestimmungen über die Auf- nahme der Lehramts-Kandidaten und deren praktische Befähigung abzuhelfen, Sie umfaßt 43 Paragraphen und zerfällt in fünf Abschnitte. Die Lehr-Gegenstände verbleiben die bisherigen, da- bei soll jedoch an jeder Anstalt für gymnastische Uebungen unter der Aufsicht eines Lehrers gesorgt werden. Die Lehr-Anstalten selbst theilen sci), je nachdem die Mittel reichen, um den Unter- richt fortzuführen, in Lyceen mit einem neunjährigen Lehrkmse in 6 Klassen (die oberen 3 Klassen in je 2 Ordnungen), Gym- nafien mit einem mindestens siebenjädrigen Lehrkurse und in Pädagogien wie einem solchen von 5 Jahren. Dermalen be- stehende Gclehrten-Schulen, die nicht gehörig dotirt sind, um den Lehrplan bis zur Vollendung des fünften Zahrkurses aus- zuführen, werden in höhere Bürger ; Schulen umgewan- delt. Der zweite Abschnitt handelt von dem Schulmhr (von Ende Oktobers bis gegen Ende Septembers des folgen- den Jahres“), den Ferien (im Ganzen 9 Wochen jährlich, ohne die Charxvoche) den Prüfungen (jährlich zwei), der Entlassung der Schüler zur Universität und der Schulzucht. Nur aus der oberen Ordnung der 0ten Lycealklasse kann nach bestandener strenger Maturitäts-Prüfung und hieraus erfolgter Entscheidung der Ober-Studien-Bchörde der Uebertritc auf die Universität erfolgen; Schüler der obersten Gymnasial-Klasse gehen auf ein Lyceum Über. Niemand wird zum Staats-C'xamen zugelassen, der sich nicht über die vor dem BezuZ der Universität bestandene Maturitäts-Prüfung und hierauf erhaltene unbedingte Entlas- sung, so wie darüber gehörig auszuweisen vermag, daß er noch in jedem seiner 3 ersten akademischen Semester wenigstens eine Vorlesung aus dem Lehrkreise der philosophischen Fakultät fleißig gehört habe. Eine Nachprüfung in den Lyceal-Kenntnissen fin- der in der chel nicht statt. Der Zte Abschnitt seizc das Di- daccrum für die 3 untern Klassen auf 12-20 Fl., für die 3 obern auf 20-30 Fl, jährlich fest; wo ein höheres Didaccrum bereits besteht, kann es fortbestehen. Das Didacirum für eine mit einer Anstalt verbundene Vorschule beträgt 0 bis 12 Fl. jährlich. Außer dem Didactrum zahlt jeder Schüler eine Ausnahms-Taxe von 1 Fi. 21 Kr. zur Bibliothek, und, wo es nöthig, in der obersten Klasse einen Beitrag bis zu 5 Fl. 24 Kr. zur Verwendung für den mathematischen und phy- sikalischen Apparat. Das Didaccrum fiießt in die Kasse derAn- stalt und bildet keinen Bestandtheil der „Lehrerbesoldungen mehr. Befreiungen von dem Didactrum setzen Dürfti keit, besondern Fleiß und Sittlichkeit voraus, und können im draus auf eine bestimmte Zahl beschränkt werden. Der äte Abschnitt bezieht sich auf die Lehramts-Kandidaten , Lehrer, Lehrer-Konferenzen, Di- rektoren und Ephoren. Die Lehramts-Kandidaeen unterliegen einer allgemeinen Staats-Prüfung; eine Prüfung bloß in ein- zelnen Fächern ist zulässig, verringert aber natürlich die Aussicht auf Ankieliung. Ein geprüfter Kandidat hat sich, ehe er ange- stellt werden kann, einer zweijährigen praktischen Uebuag (ein
Ueber Texas war Alles still. '
,in der ersten Zeit der Haft bercämetcn Benehmen,
!
Jahr wenigstens an einer Gelehrtenschule) zu unterziehen! Vertheilung der Lehrfächer und Lehrstunden in den Klassen soll die Vereinigung mehrerer, nicht verwandter fächer in der Hand eines Lehrers so viel möglich vermied, und auf die Studien, welchen die einzelnen Lehrer slch „„ zugsweise zugcwendet haben , besondere Rücksicht men werden, so daß auch jüngern Lehrern in den obern Klq Unterrichtssiunden zugetheilt werden können, unbeschadet d. Ranges der Lehrer und ihrer Ansprüche auf höhere Besoldung grad?, welche der möglichst zweckmäßigen Benutzung der vor!), denen Lehrkräfte nie im Wege stehen sollen. Jede Klasseh einen Hauptlehrer, und zwar ist es in der Regel derjenigeL rer, der die meisten Unterrichtsstunden in derselben giebt. 5te Abschnitt ordnet die Gelehrten-Schulen in Bezug “auf , terricht und DiSziplin dcm Ober-Studienratbr unter und ert, dem »Minisierium des Innern die Dispern'ations-Befugniß besondere Fälle, jedoch unter der ausdr»1ck1ichexi erdrrix des Verbots, daß ein Schüler oi):1e die erfordcriickw Marur: „* Prüfung zur Universität entlassen werds. Ein Lebt'vkcm, Schul- und einc Examinations-Ordnung sollen nachfolgen zum Vollzugs obiger Vorschriften, dem man bis zmn Ansa des nächsrcn Jahres=Kurses entgegensteht, dienen.
Darmstadt, 1. April. In der hiesigen Zeitung man: „Seitdem der hier wegen Hochverraths u. s. w. in tersuchung gestandene Pfarrer Weidig in dem Gefängnisse selbst ent1eibc hat, sind in öffentkichen Blättern verschirden Artikel erschienen, welche auf jenes Ereigniß Bezug hatten, mehr oder weniger versteckt auf die Möglichkeit hinzudeu suchten, daß der selbftmörderische Entschluß Weidig's durch
Behandlung in der Haft veranlaßt worden seyn könnte.
es dem Publikum leicht seyn dürfte, die trübe Quelle zu c- then, aus welcher jene Artikel gestossen waren, so stand nickx besorgen, daß das festgearüudete Vertrauen zu dcr Gerechxjg und Humanität unserer Gerichtsbehörden im mindesten erschüx werden könnte und eine widerlegende Aeußerung schier. um sou" thigcr, als fie Mißtrauen in den gesunden Sinn des Publikums rathen haben würde. » Wenn aber jene Artikelschreiber nicht mehr auf solche verächtliche, hämésche Anspielungeni schränken, so:1dern einen Schritt wciirr gehen und mit ersmxo nen, thatsäcvlichen Bebavpiungen aufzurretcn keimt Scherr,- gen, so ist es" an der Zeit, ii)re boshaften Angriffe gegenrisec Gerichte und Uncersuchunngeamtrn - Angr-ffe, die Wii» aus einer gewissen inneren Unruhe ihrer Bechätiger herrorgrixm mögen *- öffcntlich zurückzuweisen. Man findst nämlich in»: Schweizerischen Beobachter vom 17. März d. I. einen A kel, in welchem, nachdem fich zuerst auf einen iibcr Weidt Selbsinwrdin derAllgemeinenAugsburgechixung bcfindlichenA saß bezogen wordenist, Folgendcsgcsagtwird; „„Nach einersoxck in einexn ur-terCcnsur stehendenDeuxsckyenBlatre entbaltenen C rakccriskik desUnglÜck'iiche11,muß man schrief empört fühlen, we man in einem Schreiben aus Darmstadt in der Helvetia mit theilt liesi: Vorige Woche beqab sick) der Zniiructionsrick; Georgi in das Gefängniß, um Weidig das Gcsiändniß dcs'V brechens, dessen man ihn bezüchtigte, zu entreißen. Da der ' fangene slch wsigrrtc, dcm Verlangen des Richters zu entsp chen, ließ ihm diescr eine tüchtige Tracht Prügel reich Nach dieser barbarischen Behandlung hat““sici) Weidig in Nacht vom 22. auf den 23. Februar die Arterien der Hin und Füße, so wie die Luftröhre, mit Scherben seiner Flas zerschnitten. - - ONit seinem Blute hatte er an die Mau die Worte geschrieben: Jeder Verthcidigung beraubt, bicibim nichts übrig, als mein Leben auf dicse Weise zu enden. - Di Worte wurden auf Befehl des Znstrucceonsrichwrs wi löscl)t.““- Wir find daher ermächtigt worden, diese Erzählun/r Handlungen des Untersuchungsrichters für eine unverwhämtci boshafte Verleumdung zu erklären. Wcidig hat während ganzen Dauer seiner Haft nie einen Schlag erlirtrn. S Verpffegung war der seiner politischen Mitgefangenen vö gleich und gab nie zu einer Klage Vcranlassung. Von sei durch schneidendsten Hohn und die injuriösesren Aeußcrungch die Staats-Autoritäten und den Untersuchungsrichter selviii sen außer Fassung zu bringen, ihn zu Übereiltrn Schritmr verleiten, daneben den Gang der Untersuchung zum Nacbm der Komplicen zu hemmen, war er, von der Erfolglos überzeugt und durch ernste Verfügungen des Hofgen eines Anderen beleézrt, zurückgekonnnen. Alle seine * schwerden, die stets mit Gewissenhaftigkeic aufgenom wurden, sind vom E;"roßk). Hofgerichte zu Gießen und r. Großk). Ober-Appcllations- und Caffacions ; Gerichte sämmk als unbegründet erkannt, und alle »))?aßnahmen, die der Inq rent gegen das unwürdige Benehmen eines peinlich Angeklag der dem gebildeten, dem Stande eines Predigers angehörte, gen ein Benehmen, dessen spezielle Veröffentlichung die Fre Weidig's wohl nicht wünschen werden, verfügte, sind geb worden. -- Daß dieser von dem Rechte der Beschwerde rei chen Gebrauch machen konnte und wirklich gemacht hat, ze die Gerichts-Akten. Die von ihm abgelegten Geständnisie „ ihm durch keine Mißhandlung abgedrungm worden; er! auch der TNann nicht, durch gewaltsame Mittel stch bewegen zu (affen. ,Die ihm mit Evidenz vorgehali" Verhältniffe habrn ihn allein den ganzen Umfang seiner stung erkennen lassen. - Jedermann weiß, daß nach den schen Gesetzen die Vertheidigung des Angeklagten iini,“ Maße gesichert ist, und Weidig war, wenigstens irdUÜW Theile der Gesetzgebung kein Fremdling. Nie ist eineBkkfÜ gung gegen ihn ergangen, die ihn dieses Rechtes der VW digung beraubt, oder nur auf eine Hinderung oder Erschwkm§ desselben hingezielc hätte. Er wäre also, steht die erwi1 Scriprur richtig, mit einer zur Verdächcigung seiner R! “ hinterlassenen Unwahrheit aus der Welt gegangen. Aber“, kann, muß man fragen, jener Artikcxmaciwr wissen, was “' dig an die Wand geschrieben, wenn der Verbörrschier VUA" har löschen lassen? Die Unwahrheic verräti) sm) h,;kk'il' und es bedarf nicht noch der Versicherung, daß der ;;"qu vor der Erhebung des Thatbestandes der Sclbftentleabuniß gänzlich fern gehalten hat. - Die Untersuchungen wegen ' verräthertscher Umtriebe smd, wie wir hören, ihrem ! nahe. Dann wird es wohl möglich werden, den Gang und Resultate derselben der Oeffentlichkeit zu übergeben. Es,“ sich alsdann die Geseßmäßigkcit des Verfahrens der „mit Untersuchung beauftragten Beamten in eben so hellem Licht?! gen, als sich die gegen sie gerichteten höhnischen und verleum“ rischen Angriffe in ihrer vollständigen Blöße darlegen werd';
Oesterreich.
Wien, 30. März. Se. Majesfät der Kaiser hab'“ bisherigen Bank-Gouverneur, Freiherrn von Barbier, WFO zur Allerhöchsten Zufriedenheit verwalteten Posten eines
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* Zehrers auswärtige Konsuln und viele Familien haben auf um
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.' , „„-__*„ ck ; “* * *" ' , ' ' ** * ouverneurs enthoben, vnd ihm zum ferneren Beweise der Al- rhochsten Gnade“ und in“ besonderer Anerkennung seiner Ver- - „ße das Grdßkreuzddt-éknpoid-Ordens verliehen. Zugleich aden Se. Majestät de:: en Rath, Staats; und Konfe, nzrath Freiherrn von Lederer,; zum Gouverneur und den bis- rigen Bank-Drrcktor, Bernhard Freiherrn von Eskeles, zum ouverneur-Stellvertrecer der Oesterreichischen Rationai-Bank
annk. - n Se. Majestät der Kaiser haben den Ober-Gcspan des Sza- der Komitats und Beifißer der Septemviral-Tafel, C'rnericl) ,rafen v. Battbydny, an die, Stelle des verstorbenen Ober-Ge- ans v. S ilassy, zum Königl. Ungar. Kranhüter unter den schlichen eskimmungen zit ernennen geruhec.
Der Galizische Gubermal-Rath Thaddäus Chochlik, Ritter n Wafilewo-Waßlstky, hat die Würde des" Landcs-Uncer- arschalls in Galizien m_id Lodomcrien und der Gutsbesitzer, asllmk Ritter yon Badem, „die Wards drs" Landes-Vorichnei- cs der vereinigten Königreiche Galxzien und Lodomrrirn cr- - cn. ",Das Lloyd Austriaco mrsdct nuch einem Brief:: (zu:? Jalta vom 9. 9373113: „Wir erhalten fortwä-Hrrnd die traurig- „N.1chrichten aus Tripolis. Dreißigrausend Personen sind sher em Opfer der Pest in jener Regentschaft geworden.
rer Insel eine Zuflucht gesucht, wo man auch bis cht 400 assagécke zählt. ohne daß nur ein einziger Pesifall sich seit ii)- r Ankunft gxäußercbätte. Die Regierung wacht mit der engstcn V0k11chi daruber, [a fir hat sogar dem in Tripolis be- dnciwn Großbrctanrschcn_§oniul Befehle ertheilt, die Bewilli- ng zur Abfahrt na_ch dreier „Insel keinem Passagiere zu er- eilen, weicher sich nicht vor der Einschiffung einer funfzehntä- ge,; Absonderungdnterzog. Ferner heißt es in einem direkten „chreiben aus Tripolis vom_15. Februar: „Niemand spricht “er. mehr von Geschäften nie den Verheerungen. der Pest, eiche in Stadt und Land, die insgesammt etwa 20,000 Ein- .ohner zä'hlen, täglicß 220 bis 230 Opfer hinraffc, Die Seuche thier verhältnißmäßig viel heftiger, als sie es selbst in Kon- aneinopel in diesem „Jahre gewesen isi. Sehr viele Europäi- ,-e Familien sind nach Malta abgereist. In der Regentschaft unis werden Personen und Güter aus Tripolis nichc zugelas- en. Bengan ist für den Augenblirk von dieser Geißel vrrschont; sist jedoch nicht anzunehmen, daß es ihr in der Folge entgehe. ahjr Pascha ist durch einen vor wenigen Tagen hier einge- :offenen großherrlichen Firman zum Pascha von Tripolis er- rmc worden.“
Portugal.
Lissabon, 20. März. Die Nachricht, daß die Kö- kgin die Aussicht hat, Mutter zu werden, hat hier all- emeine Freude erregt, selbst unter der ultraliberalrn Partei. kan glaubt, daß die Niederkunft Zbrcr Majestät zu Anfang ugusts erfolgen werde. Die Aufmerksamkeit, welche der Prinz erdinand seiner Gemahlin zollt, wird öffentlich gerübmt.
Das Diario meldet, daß dem Guerilla-Cyef Remeschido ach einem mehrstündigen Gefecht eine Niederlage beigebracht „orden; seine Streitkräfte besianden aus 300 Mann.
Dasselbe Blatt enthält das Dekret, wodurch die Regie- ung von den Cortes ermächtigt wird, drei Vronate lang in den aistrikren Serra de Argarve, Faro, Bela und Evora unum- chränkcs Gewalt auszuüben, unter der Bedingung, daß,!ie spä- cr den Cortes für ihre Handlungen Rechenschaft ablage.
In den Cortes isi em Vorschlag des Herrn PZidofi, daß eine Steuer auf alle Luxus-Arcikel, als Kutschen, Pferde, Maul- esel, Diener (die beim Ackerbau angestellter: Arbeiter und die u demselben erforderlichen Pferde und Ochsen auSgenommen), riegt werde, mit Beifall aufgenommen worden.
Die Berathung über den Zolltarif wird, wie man vernimmt, mi-ß/ie Wocha startfinden.
Die große Gefahr einsehend, welche aus der durch den Geldmangel der Regierung unvermeidlichen Zögerung mit der inkösung des in Setubal umlaufenden falschen Kupfergeldes ntstehen mußte, haben der Stadtrach und einige wohlhabende inwohner von Setubal fich selbst zur Zusammenbringung der rxu erforderlichen Summe entschlossen, wodurch denn Ruhe n Vertrauen dort hergestellt ward.
Türkei.
Der Times wird aus Konstantinopel vom 1, März geschrieben: „Sultan Mahmud scheint den Kalifen Harun al Ra1chid und A1 Mamum nachahmen und seine Hauptstadt zu einem eben so länzenden Siß der Gelehrsamkeit machen zu wollen, wie es agdad und Damaskus zur Zeit jener Kalifen waren. „In voriger Woche ist zu Pera eine medizinische Schule eröffnet worden, in welcher Vorlesungen über alle Zweige der Medizin von Europäischen Professoren gehalten werden folien. Dem Studium der praktischen Anatomie widerseizten sich an- fangs die Ulemas heftig, doch gab der Scheik Islam endlich unter der „Bedingang nach, daß nur Körper von Christen und Juden zum Seciren verwendet werden sollten.“
Aegypten.
Der Courier enthält ein Schreiben aus Alexandrien pomxi. März, worin es unter Anderem heißt: „Zbrahit11Pascha ist diesmal nicht mit solchem EnthufiaSmus in Kahira empfan- gen wvrden , wie früher, und es hat allgemeines Aufsehen er- xsgk, daß der alte Pascha so leich nach Ober-Aegypten abgereist ist; Zbrahrmcist krank und at sich einer Operation unterziehen mbfsen, die [edoch glücklich von Statten gegangen ist. Der Funk Prickler-Muswu begleitet den Pascha auf seiner Reise nach O_ber-Aegypren. -- Die Gesellschaftxzur Untersuchung der Pyrqmrden hac steh aufgelsösk, und Herr Lavigiia wird nun die -Arbe:ten,_ so weit sie gediehen, bekannt machen. - Dic bie- fige Regierung hat dre Nachricht erhalten , das; der Sul- taid die Absicht habe , Amerikanische See .- Ossiztere auf sxmer Flotte anzustellen. Solirc ONclUm-d “Ilir" dasselbe t.;un, so würde dre vereinigte TalkisäW und '2legupc;:'che F“»kkc eme furchtbare Pracht biiden. Alles hängt jedochron der Wie- derherstellung der freund!chaft1ic1*cn erdäitnissr zwischen drn bee.- den Souverainen ab. Der damit beauftragte Beylekschi Efendi [oli sehr zufrieden mit dem Erfolg seiner Sendung nach Kon. [rantrnopel urüok ekehrt seyn. Auch ist ein Tatar mic Wech-
, elau von 15 Millionen Piasker zur Abzahiung ,des_Trrbues an den Sultan hier angekommen. Es ist dies die werte Sendung seit einem „Jahre. Bei einem öffentlichen Ver- adf von Baumwoile , der kürzlich hier angeordnet war, wollte Niemand darauf bieten , weil die lehren Nachrichten aus" Eng- land und dem übrigen Europa die Kaufleure entmuthigt haben. _Die Regierung hat seitdem bekannt gemacht, daß sie ihren gan- en Vorrath privatim verkauft habe. Drei Offiziere und zwölf
rut hier angekornmen und werden nach England urückke ren. Auch den Obersten Chesney erwartet man hier.“ z h
Vereinigte Staaten “von Nord - Amerika.
Philadeipbia, 4. März. Der hiesige Korrespondent der Morning Chronicle giebt nachstehende Uebersicht von den qud-Amerikanischen Eisenbahnen: „Hier in denVer- einigten Staaten sind die Versuche mit Eisenbahnen ins Große getrieben worden, und es hat fich ergeben, daß dadurch für die Beförderung der Gewerbe, der I.)?anufakturen, des Handeks und der Civilisation des Landes in wenigen Jahren mehr geschehen isi, als'wnst in IahrhUnderten möglich gewesen seyn würde. Die meisten Eisenbahnew haben den Unternehmern großen Ge- wann gebracht und der Industrie des Landes einen solchen Aus- schwung ßgegeben , daß alle Ausländer darüber erstaunen. Dre beruhmte Icapoteons-Straße iiber die Alpen würde, wem die Alpen in “Limeraka lägen, in einer unglaublich kurzen Zeit ais Eisenbahn ausgeführt worden seyn. nd ein so großes Werk jene Straße auch isi“, so Übertriffc sie, nach meiner An- sicht, dort) nicht den Kanal und die Eisenbahn von Philadelphia traci) Pittsburg über das Apalachen- oder Alleghany-Gebirge, rene Strecke von 392 Engl. Meilen. Aber selbzi dieses Werk ist unbedeurend gegen die projektirte Eisenbahn von Charleston tn„Sud-Karolina über Knoxville im Staate Tennessee nach Cincinnati im Staate Ohio, die 715 Engl. Meilen lang seyn, über drentedri stenKettenderSmokyHerenkweW Bluebridge-und Cusmberland- ebirgehinweggehen undandenmeistenStellendiesrr . werten Gegend eine Höhe von 1200-2000 Fuß über dem Meere erreichen wird. Es haben so ungeheuer viel Unterzeicb- nungen staitgefunden, daß der Fortgang des Unternehmens ge- sichert ist. Das Land ist schon vermessen, und die Legislatur von Süd-Karolina hat der Gesellschaft die Privilegien von Bank- Unternehmungen bewilligt. Und dies Alles geschah in neun Monaten. Sie werden leicht einsehen, welche Vortheiie das schnelle Reisen in diesem Lande bringt, wenn ich Ihnen sage, daß man jeßt früh am Morgen vor: Boston abfährt und spät am Abend des folgenden Tages in Washington ankommt, also in dieser kurzen Zeit vermittelsi der Dampfkraft, theils zu Z Lande,theilsaufdemMeereundaufFlüffen,eineScrerkevonnahean 470 Engl. (über 100 Deutsche) Meilen über Rew-York, Philadel- phia und Baltimore zurückleqc. Die Reisekosten sind gering, Vor fu'nfzrhn Jahren hätte diese Reise eben solche Vorbereitungen Wie eme Reise nach Europa erfordert und wenigstens vierzehn Tage qedaUert. Vor der mächtigen Kraft des Dampfes sinken in Amerika ribrrall die Wälder nieder. Durch früher Urzu- gängliche Wildnisse sind weite Wege gebahnt, und an bcixcn Seiten derselben ist das" Land _qelichter und angcbauc worde:-, während das gefällte Holz aks Brenn-Material für die Datnpf- Maschinen, welche die Waqcnzüge in Bewegung setzen, großen Gewinn bringt. Der Umstand, daß die Anlegunq von Eisen- bahnen, obgleich das Eisen weit tHeurerisi, als i-iGroßbritamcn, dock) weicwcniger kostet,:“stwohl den hiesigenIngenirurenzuzuscdrei- ben, die nach einem weniger kostspieligen und roch zwrckmäßtgeren Plan bauen, als diesinEuropa geschiedt. Ich dabetnehrere Bahnen gcs-hen, die sick) hock) überdas Niveau der Ebene erhoben,und die bloß aufhölzernenPseil-rn undQuerbölzern ruhten,derenZwischenrämne mit Erde ausgefüllt Waren. Za“; verstehe mach auf diese Dinge nicht, aber Männer, die dergleichen wohl zu beurcheiien wessen, versicherten, daß diese Methode rvric vorcdeilhafrer sey, als die NZauerung, weil das Holz, seiner Elasticirätwegen, den Erschüt- terungen der Wagen nachgebe Und daher dauerhafter sei), als gebrannte oder andere Steine,die, eben weil fie Widerstand lei- sten, zerdrückt würden. Das Abladen drs Gepäckrs von den Danrpfbören auf die Eisenbahthagen, und umgekehrt, geschieht fast so rasch, wie das Umspannen der Pferde bei Postwagen, und ich habe auf allen meinen Reisen gefunden, daß das Ge- päck schon an Ort und Stelle war, noch ehe die Reisenden das Dampfboot verlassen und ihre Pläße aus den Wagen eingenom- men hatten. Dieses schnelle Ueberladen wird dadurch bewirkt, daß alles Gepäck der Reisenden und andere Fracht in verschlos- sene und numerirte Kasten gepackt wird. Diese Kasten werden, so wie das Dampfboot an einem Eisenbahn-Quai ankommt, vermit- telst eines Krahns von dem Verdeck aufdieWagen geschaffr. Aufdiese Weise könnten selbst 100 Tonnen in wenigen Minuten überge- laden werden. Es geschehen allerdings auf Dampfwagen und Dampfböten häufig Unglücksfälle, allein ich bin der Meinung, daß bei der Vergleichung mic Pokiwagen der Vortheil auf Set- trn jener ist, besonders wenn man erwägt, daß ein einzelner Dampswagen-Zug oder ein Dampfboot oft mehrere Hundert Per- sonen auf einmal fortschaffc. ch) zweit]: gar nicht daran, daß in kurzer Zeit die ganze chubtik, von den großen Seen bis zum unteren *))kissisfippi, von Maine bis zum Red River einer- seits und von dem Atlantiscycn Ocean bis zum Staate Illinois andererseits auf diese Weise wird befahren werden können, und wenn diese Straßen sich an die von Kanada anschließen, so wird, mit Ausnahme von Mexiko, der ganze Kontinent von Nord- Amerika von Eisenbahnen durchzogen seyn.“
Inland.
Berlin, 5. April. Die im heute ausgegebenen Zion Stücke der Geseß-Sammlung enthaltene Allerhöchste Kabinets-Ordre wegen der Strafe des“ Adels-Verlusies in der Rhein-Provinz lautet also:
„Auf Zhren gemeinschafrlickyen Bericht vom 17ten v. M. bestimnie Ich, in weiterer Ausführung Meiner Ordre vom 18. Januar 1d20, die Wiederherstellung der Adelsrechte in den Lan- destheilcn am linken Rheinufer betreffend, daß jeder Adelige, welcher in der Rhein-Prodinz entweder eines Verbrechens we- gen zu einer Kriminal-Strafe ocrorrheilr, oder wegen eines nach vollendecem seckyebnten Lebensjahre verübten, in den “Artikeln 40], 403-408 oder 423 des Rheinischen Strasgrselzduck)“ vor- gesehenen Vergebens mit correctionellcr Strafe belegt wird, gleichzeitig durch das erkennende Gericht seines Adels verlustig crkkärt, und hierin, so. wie Mit dcr Vollkireciung der Strafe in eben “der Art, wie in den älteren ProvinÉen, verfahren werden soll. Sie haben diese Ordre durch die "eseß-Sammlung be; kannt zu machen, und Sie, der Justiz-Minister, die in den älteren Provinzen hierüber bestehenden Vorschriften den Ge- richtsböfen in der Rhein-Provinz noch besonders zur Kenntniß und Nachachtung zu bringen.
Berlin, den 18. Februar 1837.
Friedrich Wilhelm. An die Staats-Minister Herrn Fürsten zu ,
Sayn-Wittgenstein und v. Kampkz.“
_ Am 2ten d.,»M. erfolgte zu Halle die Eröffnung des dort neu erbauten SchauspielhauseS, welches von einem Vereine von Kunstfreunden auf Accien errichtet worden ist, mit der Vor- stellung von Schiller's „Braut von »))?cssina.“
atrosen, die lehren von der Euphrat-Expedition, sind von Bei-
7 halben bIs eincm B.;gru Tcxt und 3-4 sauber
a. o. S. abschät- olgendes gemeldet :
richt von dem am 13. März in Naumbur tenen Roßmarkt wird von dort her noch Es hat dieser erste Roßmarkt ein außerordentlich ünstiges Re- sultat geliefert, indem auf demselben 450 Stück ferde (nicht 200, wie es in der ersten Mittheilung hieß) zum Verkau aus- gestellt waren und hiervon 100 Stück verkauft wurden. äufer sowohl als Verkäufer fanden |ck durch dies Ergebniß vollkom- men zufriedengeftellc, und man hatte alle Hoffnung, daß bei den günstigen Verhältnissen und Lokalitäten der Stadt Naumburg, drren bereits früher rühmend gedacht worden isi, dieser Markt kunfrig einer der bedeurendsten in der Umgegend werden dürfte. Dazu würde es auch wesentlich beitragen, wenn dem Roßhau- del in der Peter-Pauls-Mekse eine größere Ausdehnun gegeben werden könnte, wozu auch bereits von Seiten der ädtischen Behörde mehrere dorbereitendeAnordnungen getroffen worden find.
_ Man schreibt aus SchweidniOkaunterm 30sken v. M.: „Nachdem der bekannte Schnellläufer ensen Ernst aus Nor- wegen, auf seiner Durchreise xnach London, in voriger Woche in unserer Stadt eingetroffen, hat sich derselbe vorgestern in einem Schnelllauf produzirt, zu welchem das Publikum fich äußerst zahlreich eingefunden hatte. Er erreichte das fich geseßte Ziel von 1'/2 Meilen, die er in 48 Minuten zurückzulegen verspro- chen hatte, trotz des schlechten Weges bereits in 44 Minuten, ohne besondere Anstrengung. Mensen Ernst ist 38 „Jahr alt, in der“ vollen Kraft des Mannesalters, von gedrungenem Kör- perbau und zugleich nicht ohne wissenschaftliche Bildung. Er bestßt namentlich nicht gewöhniiche Kenntnisse in der Geographie und Astronomie und spricht mit mehr oder weniger Fertigkeit gegen 10 lebende Sprachen. In seinem Charakter äußert sich viel Gutmüthigkeit und eine aufopfernde Theilnahme. Dem Vernehmen nach, beabsichtigt er späterhin noch eine Fußreise durch Afrika zu machen, welche, wie er meint, wvhl die lehre seyn dürfte.“
Wissenschaft, Kunst und Literatur.
Dre Uniformen der Preußischen Garden von ihrem Entstebxn bis auf die “neuesteZeit, nebst einer kur- zen_geschccht11chen Darstellung ihrer verschiedenen For- mationen. Zum Besten einiger Invaliden der Garde. Erstes Heft. Berlin bei Gropius 1837.
Von diesem Werk find bisher nur wenige Exemplare in den Buchbgndel gekommen; die Gropiusscin Kunsthandlung ist aber nun- uzebr m Stand gesclzt worden, von den bereits friiher gedruckten (!rrmplarcn ern: neue, im Bancmlicbkeit des 3 ublikums hcftweise erw.);mendc Ausgabe zu dcmnsmlten. Ein jedes Heft wird aus einem _ olorirten Abbildun- gen beneben, rum Preise von 25 Sgr. Das Ganze isi auf etwa 27.219560 Tcxt nm 98 lebildnngcn berrcbnrt Tas vorliegend: erste „Hrn MUM „111! der rrstru .K*1lpfrklxlfks die Fiistiicr Leibgarde vom Jahre 1704, „mf drrzrxicm Kadrrten der F1“io71:cr-Lcjbqarde vom Jahre1711; an! der diixtru ist die Track): d:“; Regiments Kronprinz Nr. 6 daß ngtcilt, gle:chfalls vom Fabre 1711. Der Tixt giedi eine klare und nonierrtcbtrndc Geschlcvle drr König!. Preußxschru Lcib-Garden, Weiche eincn sd wcscnt'ichen Theil der GTsQUcMe der Armee ausmacht, und wcmr dlcselbe fiir (Y_cn Milieair von besondercm Interesse scon muß, Ü) wrrdami) der Freuuderr Grschtchtc sia) gern die Helden von Lehrbellm upd dcs nchemadrigcn Krieges vcrg*gcnwärtigeu. In der * _imt Wird btcrdnrxi) woi)1_noch in ixöbcrem Grade, als durch c'.:cfimi- ies deUHxUlÖsäYl-„stcn brrtibmter Männer, eine wesentliche Lücke dcr Pzanmyre arxsgcjuilt, und die Erzählung vergangener Timun tritt die- Ylkcb um sd anschaulicher entgegen. Nm: iß es aber «mri; an und mx fici) anztcbrnd, eine historiswe Rcivcfoige von Trachten zu über- bixcicn, drnn die Aenderungen sind nicht zufäüig, sondem foxgcn au- juältg, mri Uebrrgiinacn, einem bestimmten Prinzip, vnd cs halten sei) bier die mxlttairiscvrn Uniformen immer in eincm grwikscn Pa- rgliclrémus nut den Civiltrachten. Wir bemerken bier namentlich eure Tcndcnr von der rollen und reichen Tracht, wem): die Garden Friedrich)“- 1. atxszrichnet, ins Anschließende und Knappe, weiches dann, n,1,|_t, Verleugnung alle_s Gapusten, weiterhin nnmcr mehr ins chcknmßch ubergcht. Erne schr artige Zugabe ist noch die, daß man als Hintergrund auf den Kupscrtascln Gebäude Berlins darge- stellt hat, in der Gcstait, wie sic jenen Zeiten entsprechen. -e.
. Unser fruchtbare einheimischc Dichter, err ('.qu a , at n die Rothe seiner drz1111.1iischen Darsteuim er? der Hodenßaésxx aeki) em ueued Drama emßcsugt, das er zuck! , namentlich auch noch in dem bernts_gedrucktcnfo'xempmr, „Heinrich 71. und die Weifen“, dann aber Bevor; der scen1schen Aufführung „Heinrich und Richard Löwen- herz“ bcugnm hat. Wir habeirm diesen Blättern deu friiheren Dramen aui der Geschichte der Hohcnüamen einige Zeilen gewidmet und würden schon dgrum das uezre nicht ""„k Sttusanreigcn übergeben dürfcu, wenn es auch nicht, glt1ch sein"] Vorgaugern, eincn sichern voetischen Werth hätte. Je- docz) wyiienxrr dre Bemerkungen, die uns da clve abgedrungeu hat, nur nur _Eme Orne des Werkes beschränken. Aena es dieHar-pidee des Vcrsgssers aller dieser Dramen in seinem elften Gedanken und Ent- umrx war, de::„au sich schon bei der trockensten Gcschichtserzäbluns dramatisch tragtjchen Lrbrustaus dcr Hohensaufcnschen Kaiscr in seinen wesentlichstrn 2100mcchn aufzufassen und die Weite und Breite des- selben 1n„c_nr Bild zmannncnzxidrängcn, daz fich den poetischen For- men gxxnax; m cmen_R.rbmen fassen läßt, so waren es unstreitig wei zwar sur nei) scivfisiandige, abcr doeh iueinandergrcifrnde geschichtkiche ßicmente,„namltch ersrns dasStrebcn derHohcnftaufeu naa) einer weit- lichen Yllcnxberrschatt trnd der Widerstand dcrnach gleichem gciülitpen Ue- bergewreht11rebertdenH_1crarchie; zweitens mBe iehung auchntschiand insbesondere; der Streit der Hohenstaufen (Gibeliincn) mit den Wel- fen. I-rbexden Brztchungen rst Richard Löwenher , seine wundervolle Tapferkeit, seme Rürleunft aus Paiästina, seine Ge angennehmu-na und sezn dadurch herbergesubrtes Verhältniß zu Kaiser Heinrich 171. nur ein „firichttgcr Mdinent ohne wesentlrrhen Einfluß und Erfolg. DiekFragm-nt m der Geschtchte,dcr Hobxnstgusen hätte demnach böchüens ein kleines Bcrwerk,„abcr kcme so wuchtige Stelle in dem Hobenstaufischen roßea Drawn exxmchmrp folien, alidchichter in dem in Rede stehenden chau- sprel ibm emgcraumt h_at. Er muß also nothwendig auf seinem Weg- durch_„eme fast zauberhafte Erscheinung dicses Fragments von demselben abgcxubrt worden seyn, nnd imc oncxx ihm dies feineswmes zum Ver- wrzrsumchen,_ sondern uns vtelmehr hbchlici) freuen, das; ein poetischer Smn vonxcmcm ivm unterwegs bcgegncndcn Accideus so erqriffev w11kde/ da;:- er, baron augenblicklia) geblendet, den rechten Wkg und sem eigentliches, Ziel aus dem Gcficht verlor. Aber wenn wir uns nun auch gern unt [im) auf diesem Abwege befinden. so haben wir doch eben darum auch em Recht, aus auf demselben frei zu bewegen und um- zusehen. Und da können wir denn freilich eine und die andere Frage an den Wegweiser, den uns das Stück selbst angicbt, nicbt abweisen.
Löwenherz von seinem Wege so weit ableiten ließ, nicht den 6 em poetischen Zauber desselben in seiner ganzen Reinheit darzrksiéslm gesucht, und warmzt bat er vier nur dre xchrosfen, fast immer von dem Genie yyzcrtrcnnlichcn Wechsel der Gemüthsstimmuugeu und ihrer Extrenutätrn herausgehoben? Warum hat er nicht vielmehr den poe- tischen Geist Richard's trnd die ganze Anziehungskraft desselben herausgcftxm undOnanrrntltch die sowohl von dcn geschichtlichen als den poetinrcnden Eckvriitstellern gleichmäßig bcrichtete Sage von dem ihm treucrgcbenen Blondel, _als würdigen Stoff zu einer dramati- schen Darüeilyng dieses in ]edxm Betracht außerordentiichen Men- schen, der freilich nicht in die gewöhnliche Ordnung der Dinge, am wenig- uen in das Fachwerk der Caviltsatxowund gaugbaren Tabellatur paßt, be- nuyt? ObneZweifel ist das Singspiel „Richard Löwenherz“ mit der aus*
-“ Zu der in Nr.81. der Staats-Zeitung gegebenen Nach-
drucksvollen Gretryschen Musik noch viele:: älteren Theaterfreunde"
Warmn bat er, da er fich doch einmal durch den cageutbiimlichen Nmmw
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