ben den besonderen Zweek, in der unteren Klasse der Bevölkerung Ele- mentax-Kcnntnisse zu verbreiten; die Kreisschuleu sind dazu bestimmt, Den Kmderu yon Handwerkern und Kaufleuten eine ihrem Stande angemessxne Baldung zu geben; die Gymnafien ertheilen ihren Zög- lmgen e1z1e gelehrte Bildung zur_Fortseßung ihrer Studien auf der Umverfitat. und find mit den adelkgen Pensons-Ansialten verbunden, die Wu Privatpersonen unterhalten werden, aber unter der Kontrole der Staats-chierung stehen. Ueber die Universtäten harHerr vou Krusen'ßern einen AgSzug aus dem neuesten Reglement vom 26. Juli 1835 m1tgetheilt,und uberdies ier, wie auch an anderen Stellen, die statisii- soßen TabelleningroßerVoust ndigkeitan efügt.Wirentlehnenausihnen emzelne Data. So zählte die Unibet tät Moskau im Jahre 1808 49 Profe oren und Lehrer, und 135 Studenten; 1824, 59 Lehrer und 280 tudenten; 1835, 120 Lehrer und 419 Studenten; Dorpat im Jahre 1808, 37 Lehrer mit 193 Studenten; im Jahre 1824“, 39 Lehrer 11111 365 Studenten; 1835, 68 Lehrer mit 567 Studenten. Dw- übrjgcn_ Lebr:Ansialten werden nach den ein einen zehn Lebr- Bez1rfen auxgxzählt und mit den nöthigen lokalen emerkungen be- glettct, so daß; man nicht etwa erWarten darf, hier eine bloße No: menklaxur von Zahlen zu finden. Die Zahl der vom Ministerium YTHäugz clrtt Schulen hat fick) nach folgendem Verhältnisse vermehrt. :. anz e: im Jahre 1804: 499 Schulen und 33,481 Schüler, 1824: 1411 : 1- 69,629 : - : 1835: 1681 c a 85,707 - Zahlexn, sagt Bcnzenberg, beweisen, und hier sprechen sie allerdings dcntl1chcr als Worte die Zunahme des Unterrichts aus. In den letz,- 1811, zehn Jahren find unter Anderem 440 Schulen entweder neu ge- grxmdet odcr vöUig umgestaltet_ worden; im Gymnasium zu Kasan Ocsénden fick) Mongolische Bumaten, zu Sympberopol ist ein Etablis- setycnt zur Bildung Tatarischer Lehrer gegründet, in den Transkau- kay1schcn Provinzen waren im Xahre1830 4 Schulen mit 284 Schü: 19111, im Jahre 1835 aber 15 Schulen mit 1285 Schülern; Sibirien zahlt jetzt in 4 Gouvernements 2 Gymnafien, 20 Kreisschulen und 19 „Pfarrschulen mit 2161 Schülern, ztvar wenig im Verhältniß zur Große des Landes, aber außerordentlich bedeutend, wenn man die Schwierigkeiten sick) vergegenwärtigt, die in solchen Ge- chden dix Einführung eines geordneten Unterrichts . Syßems hat. Von besonderer Wichtigkeit ffir Rußland ist das, was zur besseren Uebereinstimmung dcr häuSlichen Erziehung mit den vom Staate angeordneten Maßregeln geschehen ist ([1. 114-120). Seit den; Jahre 1824 darf Niemand Lehrer oder Lehrerinnen aus dem Aus- landexm sein Haus aufnehmen, die nicht durch die gültigsten Zeug; mssc tdre _Lebrféjhiakeit und die Reinheit ihres Wandels dargethan habcn; alle Prevat: und FauElehrer sind in zwei Klassen (Austitu- txurs ,und Précepteurö) geheilt, gehören zum Ressort des Minise- 11111119 ,des öffentlichen Unterrichts und haben nach einer tadellosen Otcustftibrung, nach Maßgabe der Jahre, Ansprüche auf Auszeich- xnmg, Belohnung und Pension. Durch die ehrenvolle Stellung, welche 1h11c11 im Lande zu Thul wird, hofft die Regierung nach und nach ganz der Außläudcr entbehren zu können. unge Russen dürfen fick) nach der Kmserkichen Verordnung vom 18. cbruar 1837 erst mit dem vollendeten achtzehnten Jahre ins Ausland auf Reisen begeben: eine bxoß im AUSlande genoffcnc Erziehun isi nicht, mehr statthaft.
Die Summen, über welche das nterrichts-Ministerium zu ver- fügxn hat und die zum Thfeil aus dem Reichssthaße, zum Theil aus verachiedenen demselbengehdrigen Fonds fließen, belaufen steh auf etwa 7450000 Rubel ]ävrlwt). Das Budget der Akademie der Wissen- ;ck).“1ytcn beträgt 239,400 Rubel “ährlich, und mit ähnlicher Frei- gk'xigkcit find alle übrigen wiffenéehaftlicheu Anstalten und Museen «1191181711081, worüber das Krusenßernsche Werk amtliche Nachweisun- gun mittheilt. Von den 85,707 Schülern werden etwa 25,000 auf Kosten der Krone unterhalten.
Das zweite Kapitel beschreibt die Militair-BildungöMnstalten in drei Abtheilungen. Zuerst die dem Großfürsten Michael unterge- benen Kadetten:Corps zu Moskau, Tula, Tzarskoe-Selo, Nowgorod und in anderen Städten; die Kriegs-, Artillerie: und Ingenieur.- Schulen. in denen im Ganzen 8733 Zöglinge unterhalten werden, fiir wclche im Jahre 1832 die etatSmäßichumme von 0255000 Ru- bel vsrwendct worden ist. Me “Geschichte ihrer Stiftung vom Feld- u1arschall Münnich bis auf die Jenesien Zeiten, und die innere Ein- 1001111113, (116 Kleidung, Verpfiegung, Emtveilung des Tages, Ord- nung des Unterricht6, Disziplin, Belohnungen und Strafen, wcrden anf ficbzig Seiten ausffihrlich dargestellt. Man xrslebt daraus vin- 1ä11g:§ch, wie die Belebung eines echten mtltxairtschen Geistes, dic :viffcnscimftliche und fittljcyc Ausbildung der jungen Leute und die Anvä11glichcht an die erson des Landesberrq d1e Grundlage find, 11117" welche _die militairtsche Erziehung in Rußland basirt ist. Die rcichc11 Geschenke, welche auf den Altar des Vaterlandes für die Er- 111ch1111g mélimirisaher Zwecke niedergelegt 11311de (11. 220), ,zxigen, daß die Nation mit dieser Anordnung des milttmrtjchcn Unterr1chts vo!!- kommen zufrieden ist. Zweitens ßnden fick) an diesem Kapitel dic Vsrzeich11iffe der von dem Gcneralßabe der Marine abhängigen Ka- detken:Cvrpö der Marine, der Piloten von,.skronftadt und der ver- schiedxnc11 Lehr-Bataiaone für die Marine, tm Ganzen 2224 Köpfe, für wclckze die Summe von 632,194 Rubel im Jahre 1832 veraus- gabt worden ist; drittens endlich die Ueberßcht der Schulen für die Sofdatc11:Ki11der und die Angabe ihrer Bestimmung und Verwendung 11.10) vollendeten: Schul-Unterrichte. Die Zahl derselben betrug im genannten Jahre 179,98], deren Unterhalt dem Staate ungefähr 1,800,000 Rubel kostete.
Im dritten Kapitel werden die geistlichen Schulen beschrieben. Die 11:1: Klasse derselben sind die der Griechisch-orthodoxen Kirche, Welck)? dem heiligenSynod untergehen sind und von einer besonderen Kommisfion beaufsichtigt werden. Nach dem Reglement vom 30. August 1814 zerfallen se in drei, große Lehr-Bczirfe zu St. Petersburg, Moskau und Kiew. In jedem derselben besteht eine Akademie, von der zunächst die Seminarien abhängig sind, die sich meistens in den
anptsädten dcs Gouvernements befinden; die unterüen Schulen md die Kreis: und Pfarr-Schulen in der; kleinen Städten und Dörfern. Die Unterhaltungs-Kosten wurden has 1764 von den Kirchen und Klöstern getragen; von da an erfolgte eine Unterßüßuag von Seiten des Gouvernements. die 06) jeyt wohl auf 2.500,000 Rubel gesteigertkbat. Die Zahl der Zöglinge in den sämmtlichen geiß- lichcn Schulen betrug „im vorigen Iahre„ 58,586 Köpfe. Eine weite Klafse bilden dre Schule11 der umrten Grixchischen, der atholischen und der armenischen Ktntzr, welche 8803 Zöglinge in 317 Anstalten zählen. ,
Das vierte Kapitel beschäftigt fich m1t den verschiedenen Anstal- ten für technische, artistische, industrielle oder ökonomische Zwecke, so wie mit den Wohltbätigkeits-Anstaltm und Erziehungöbäuscrn für junge Mädchen aus den verschiedenen Ständen. Eine besonders wichtige Stelle nehmen die Ver werksjschulen in drei Abstufungen cin, dann die Handels: und .Kau fahrtet-Schule, die orsi-Akademie. die Zeichen: und Mcdaiüeur-Schulen, die landwirth chaftlichen Ju: stitute, die Schulen für Land- und Wasserbay, die medizinisch-chirur- gischen Akademieen, die Schulen für die Kander mederer Büreau- “ Beamten, die Waiscn- und Armenhäuser, endlich „die Akademie der schönen Künste, die Architektur-,_Tbeater- und Hofsanger-Schule, das orientalische Institut und die ]urißis'che Akademie 11 St. Peters- burg. Eine eigene Rubrik (11. 363-389) ist den Wo thätigkeitq-An- stalten gewidmet, welche den Namen der „Institute der_Katserin Maria“ führen, jeßt aber untex dxr Oberleitung hrer Majestät der regierenden Katserin stehen und em stendes eispiel der landes- mütterliäyen Sorgfalt find, mit we1cher, zwei hohe Kaiferliche Frauen sch an die Spitze aller weiblichen Exztepungs :„Anstalten des uner- meßlicyen Reiches, für die niedri sien wxe ftir die hochsten Stände, gestellt haben. Davin gehören die Yindelhäuser zu St. Petersbur nnd MoSkau mit ihren viel verzweigten Etablissements, in denen im ahre „1836 49.904 Kinder versorgt wurden , das Fußttut der Alexanders- Waisen in Moskau (aus der Zeit der Cholera), das Taubstummen- 11115 das Blinden-Jnßitut, dam: die verschiedenen Austaltgn zur Er- ziehung des weiblichen Geschlechts, als das Stift der adeligen Fräu- 1-51116 in Petersburg, die Catharium-Stifte zu St. Petersburg und 1111151411. oke adeligen Fräulein-Stifte in Odessa, Charkow und die
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Schulen für Soldatemöchter. Der regierenden Kaiserin untergehen sind der FrauewVereiu und der patriotische Verein zu St. Peters- burg (beide aus dem Jahre 1812), das adeltge räulein-Stift zu Pul- tawa, so wie mehrere Arbeits. und Waisenh user; dex Großfürstin elene: das Marien-Insiitut 211 St. Petersburg und d1e_ Alexanders- chule in Pawlowsk. Für de genannten Institute, nut Ausnahme der beiden leptcrn, betragen die Zuschüffe aus Staatskassen 1,887,892 Rubel. Außerdem sind in diesem Kapitel noch ver'sxhtcdxne, von der Lokalbehörde abhänaiße Stiftungen genannt, so wte dre Deutschen Schulen, deren fünf 11 St. Petersburg und andere in den Gouver- nements!ieflaud,Cherson,Jekaterinoslaw,Tschcrnigoff,St.5petersbur , Bessarabien und Georgien bestehen, (im Jahre 1835 mtt 35,746 Sch : lern beiderlei GeschlechtS) die Tatarischen und jüdischen Schulen.
Um nun am Ende noch aus den sehr _lesenSwerthen Schluß- Betrachtungen des Herrn von Krusenstern emiae Resultate zu zie- hen, so widmen fick) jest m Rußland 441,090 Schuler den höheren Studien, und 415,486 beschränken stel) auf die Erlernung nützlicher und mechanischer Fertigkeiten oder besuchen bloß die Elementar- Schulen. Nimmt man nun nach den wahrscheinlich|en Berechnun- gen an, das; 1.058,000 Kinder aus allen Ständen überhaupt Unter; richt empfangen, und zieht davon die Summe 171911460576, die in den öffentlichen Schulen erzogen werden, ab, (9 blc1ben ftir den Un: terricht in den Familien noch 597,424 Kinder ubrig. ,
Es ergiebt fick) also aus der Krusensternsehcn Schr1ft mit Be.- siimmtbeit, daß die erstaunlichen Fortschritte des Unterrichts in den letzten Jahren besonders folgenden Ursachen, zuzuschreiben find: der Einführung genauer Reglements, der Verbtnxung allgemeiner Vor- schriften mxt lokalen Verhältnissen und Bedürfnissen, der Auflösung des Schulverbandes, welcher mit den Univerfitäten bestand, die Cen- tralisation der militairischen ErziehungS-Anßalrcn,"dcr bessten und ehrenvolleren Stellung der Lehrer, der Kontrole uber d1e Privat- Lehrer und dcr Errichtung von Spezial-Sckzulen. J.
Berlin. In der Sißuug der geMrapbisMn Gesellschaft am 3. Juni sprach zunäcHsi Herr Mädler er die von ihm aufgenom- mene Karte der Nord- und Säd-Halbkngcl dcs Mars. »- Daraußbc- richtete Herr Weiß über die geoguoftischen Untersuchungen der Hex- ren Studer und Escher im Berner Oberland. exx von Cannstcty begleitete die llebergabe seines Werkes über dte osilichxn Alpen m1t einigen Bemerkungen. Darauf gab Herr Zcune Nachrtcht über Lob: se? in der zeichnenden Erdkunde befolgte Methode, und Herr Bles: son berichtigte einige Punkte in den Darüellungcn der Insel Nor:- dernev. Das Weltsystem des Ptolomäus, in sofern es den Hindus bekannt war, war demnächst der Gegenstand eines Vortrag:? des Herrn Ritter. Schließltch tbeilte dcr Dircktor ein an pie Gesell- schaft eingegangenes Schreiben des ncugestiftcten geographtschcn Ver- eins in Frankfurt a. M. mit. '
In der Sitzung der geographischen Gesellschaft in Lon- don am 22. Mai wurde ein Bericht über die Bcsxhiffuna des 111er Calabar-Fluffes, der in der Bucht von Biafra mündet, mitgetbctlt.
'Die Reisenden, die Herren Becroft und Oldfield, schifften fick) auf
dem Dampfboote „Qnorra“ ein und warden von 100 Kanoes, dqren jedes etwa mit 50 Mann beseyt war, begleitet. 50 Englische Metten vom Mette fuhren sie in eine gegen Nordwesten gerrchtete Bucht hinein, die 2 bis 7 c"aden (111 etwa 6 Fuß Englisch) Wasser und eine starke Strömung “satte. Sie sahen viele Inseln, die mit Mga- grove-Bäumen (1111120p1101'n 11111ij10) bedeckt waren. Bei der 115111)- sien Bucht, die fick) gcgen Nordosten erstreckte, war der Fluß 800 Schritte breit. Ucberbaupt verengte er fick) oft- bis auf 100 Schritte und dehnte fick) dann faftJzku einem mitJnseln bedeckten Landser aus. Etwa 90 Meilen vom eere erhebt sick) das Land zu Hügeln und der Fluß hat hohe Ufer bis Alt;Ecricoch, welches an dem AbhanYe eines Hügels liegt, der fick) auf dem Ost- Ufer 250 Fuß ber den Fluß erhebt. Dic Reisenden lauben, daß die- ser schöne Fluß ein Arm des Quorra sey, er fich unterhalb der Einmündung des Tschadda- Flusses abzweigt. Alt: Ecricock licgt nach den Beobachtungen der Reisenden in 60 40“ nördltcher Breite und 89 10“ östlicher Länge von Greenwich (250 49“ östlich von Ferro). Dcr Capitain Allen, welcher im Jahre 1833 den Quorxa anf- nahm, laub: jedoch, dieser Annahme nicht bcipfiichten zu können, da er auf einer ganzen Reise auf dem Quorra nirgends bemerkt habe, daß sich zwischen dem Tschadda und dem Ihn ein irgend bedeutender §Llrm von dem Strom absoudcre. Auch sev, nach der angegebenen Lage, AltsEcricock wenigstens 80 Englische Meilen von dem nächsten Punkte des Quorra entfernt und von ihm durch ein hohes “Land gc- treunt. Er kommt daher zu dem Schlusse, daß der alte Calabar- Fluß ein sclbüständiger Strom scy, der seinx Quellen weit im Nord- osten habe, alle von dem an seiner Südostküste gelegenen König Wil- bclm's Plateau aufnahme, fiel) dann, duni) das Qua: und Rumby- Gebirge hindurchbrecbend, westwärts wende und in die Biafra-Bucht münde. Er bilde auf diese Weise mit dem Quorra ein gemeinsames Delta, und es bestehe warscheinlich vermittelst dcs Croß-Flusscéß. der das Delta durchströmt, nnd 50 Mctlen vom Meere in den" Ca- labar fließt, eiue Wasscr-Verbindung zwischen beiden Stronxen. Kur Erläuterung seiner Auscht legte Capitain Allen seine treffl1che Charte des Quorra oder Niger vor, die er im Jahre 1833 entworfen hat. “Herr Collet, von der Königlichen Marine, la? eine Abhand- lung über die Insel Alt-Provideuce. Diese kleine Intel liegt an der Ostküste von Central-Amerika, etwa 40 Englische Meilen vonstder Mosquito-Küste, in 130 21“ nördl. Breite und 810 22“ WM.!“ Lange von Greenwich (630 43“ westl. von Ferro). Sie war fruher 6111 Haupt-AufenthaltSort der Bukkaniers, 1111d namentlich Morgans- 111 etwa 4'/-„. EUgl. Meilen lang und 2% Meilen breit,- von upregclma- ßiger Gestalt, und in 10 bis 12 Meilen Entfernung zu erhlxckcn. Der höchste Berg der Insel bat eine Höhe von 1190 Fuß über,ocn1,Mccr-:. 20-30 aden von Alt-Providcnce egen Norden liegt d1e klcmc In- fel Cara ina, wodurch ein Hafen ge ildet wird, der in 2-31/2 Fadxn Wasser einen sicheren Ankerplatz darbietet. Die Seefahrer nndcn 01er Folz, Waffe:? und Lebensmittel in hinreichender Mengc. Dix Bev?!- erung der Insel besiebt aus 342 Personen, von denen dre Hälfte Sklaven find. Sie gehört zu Neu-Grauada.
Königliche Oper.
Schon seit ein paar Jahren macht auf den Pariser Operybühnen ein junger Komponist, Adolph Adam, ungemeines Glüch mtt semch muskalisctyen Werken, und man stellt ihn bereits den in Frankxmck) so gefeierten Namen Boyeldieu nnd Auber zur Seite. Vor; sc11-1c11 Compofitionen fanden den meisten Beifall ein kleineres Smgspwl: „Die Alpenhütte“ (lo. clmiet), ein Bakker: „das Don_auweibchen““, besonders aber „der Position von Lonjumeau“) komische Oper ,111 drei Akten, welche eigentlich erst seinen Ruf begründete und auch tm Auslande verbreitete. Diese Oper wurde im Oktober vorigen Jahres nm erstenmalc in Paris auf dem Theater der 01161.“- 90111111111: gege- en und hatte uach einem halben Jahre schon nahe an hundert Vyrsicl- lungen erlebt. Man hatte gleick) jn den erüen Compofitxonen, mit denen Herr Adam auftrat, etnc überwiegende thqetgung zum Heiteren und Scherzhaften wahrgenommen, während “drexenigcy Partieen, die eine tiefere, ernste Empfindung crheischten, 1ym wem- ger gelungen waren. Nun hatte er das Glück, von den Herrxn Leu- ven und Brunswick ein Textbuch zu erhalten, das ganz mtt seuzcr natürlichen Neigung harmonirte und ihm Gelegenheit ga,b, setqe Laune im vollsten Maße, sprudeln 11 lassen. Er lieferte ,eme kom1- sche Oper im wahren Sinne des 3 orts, voll Muntcrkeu, Gxazie, Geist und Humor. Derbe, plumpe Komik wechselt mi_t ge1sirctchcm Scherz, und ein anmurhiger auber frischer Jugeqdkratt weht 011111) die ganze Mufik. Wenn sick) ichter und Koznpomü so in dte Hände arbeiten, wie hier, so kanyes nicht fehlen, da!; dxr Emdruck ein über- aus harmonischer. durchmeg erfreulicher und befriedtgender ist. Diese Stimmung gab sich denn auch in unserem Publikum bei der gestrigen Aufführung der enanntea Oper kund, und wir. haben gewiß die große Majorität der timmen auf unsern Seite, wenn wir der „Königli- chen Intendantur dcn wärmftcu Dank dafür sagen, daß fie sech
beeilt hat, uns recht bald mit einem _so ausgezeichneten Kunstwerke
bekannt zu machen. Wenn wir der Oper diesen Namen beilegen
nisten.
und wir können daher noch keine ganz organische Einheit und Abae-
schloffenheit im Styl erwarten. Schwankten doch auch die größ
Tondichter, ein Mazart, ein Gluck, beim Beginn ihrer Layfbahnnos
inihrcm Styl, je nachdxm fie bald von diesem, bald von ]enem Vor. bilde, von dieser oder jener Schule, mehr oder wcni er angezogenW den, und Gluck namentlich finden wir erstin seincmsp teren Mannes,“ zu jener festen Gedicgenheir, zu ]ener voUe11detanbru11du11ggel,". die ihn hoch über alle Modeform uud Eigxnhert emes ZUkabsäwjlu erhoben. 3th aber leben wir noch dazu 111 einer Zeit, wo in Muük, so wie in den anderen Zweigen,?er Kunst, schon so viclV, trcff11ches vorhanden ist, wo ein Kunfijungex eine solche Menge„ Mustern vor fick) hat, das; es sehr schwer wxrd, noch Origuxeueg leisten, und daß wir häufig in einem und dr.msclben Werx emex mischung mehrerer Style und Formen. aptretfcn. Wir könnten der Pocfie, Malerei, Plastik und Arch1te1111rhinlängliche Beisp“ anführen; unter den Komponisten finden 1011 dies“ besqnders, um,. einen der genialsten neueren Tondichtex ?u uxunen, bet Mcyxrbeer,“ dessen Werken, ungeachtet ihrer Vortreffl chkett, doch noch „keine re innere Einheit herrscht, indem bald die chtsche, bald d1e_Jta]j sche, bald die Französische Schule in den e_mzelnxn Mufiknucken; ner Opern iiberwiegend hervortritt. Aebnltcyes 111 bei Ydoph A“ der Fall; man hört das Studium älterer und, neuerer )* ker, Mozart's , Cimarosa's, Rosfini's , Boycldteu's, M01)“ Auber's. aus seinen Compositionen heraus; dock) find diesj bloße Remintsccnzcn, sondern die Art und Weise jener Tonsescx von dem Komponisten des „PostillonS“ selbstständig verarbeitet in ihm zu neuer Eigentbiimlichkeit anfgßgangcn. Besonders 1111). wert!) isi aber das Ebenmaß, der schone symmetrische und Bau der Arien und Ensembles in dieser Oder, so wie das U14, stclte in der Instrumentation derselben. Von d§_n bei den nx FranzöfisMn Komponisten so helicbten Knall-Enckteu hat fich Adam fast ganz frei erhalten, bis auf das Accompagncment mir schcn und Schellen zu dem Rondo des Positions, Welches auen da, wo dieser das Lied im Davonfabreu noch einmal ansiimmt, h,. angebracht werden können, uns aber bei dem Vortrage desselben den versammelten Bauern als unpassend crsckxemt. Das AuGgezej netste und Originellste in der ganzen Och, über deren Einxwhej wir heute nicht näher berichten können, dnrften wohl das 1111 Ensemble im zweiten Akt, die darauf folgende Buffo:Arie Alci , und das Terzett im leßtcn Akte seyn. Die beiden letzteren *1 hätten nur noch etwas lebhafter genommen werden müssen, so uns auch in der Partie des Herrn Mantius Einiges zu schlepp schien. Eine solche Mufik muß, wie die in Mozart's Figarox. C.»; 11.11 1111113, leicht und schneü dahi11rauschen, wenn 771" vw re, Wirkung machcn soll. Sonst War die gestrige Vorstellung, alse1 erste Aufführum , sehr aungzeichnct; vor _Allen führte Olle Lö ihre Partie in GJcsang und Spiel mit voUcnoetcr Meistersämft au die Rolle ist auch wie für fie geschrieben; Herr Mantius war ebe falls schr tüchtig, 1111: verhinderte ihn etwas Heiserkeit, 1111 Gesan ganz so 11 glänzen, wie„cr es sonst gerade in dieser Rolle gewiß au“ vorziiglicJsic vcr1nocht hatte. DicHerren Zschiesche und Blume crgös
ten durch ihre Laune, nur wäre zu wünschen, das; fie die FW.
dock) zuweilen nicht gar zu sjark aufträgen. "10-
Meteoro lo gfsche Beob achtung. Morgens Raämüttags Abends Nach einmalige: 6 Uhr. 2 Uhr. 10 Uhr. Beobachtung.
1837. 3. Juni.
911111111111 ..... 333 76“““Par. 334,02 “Var. 834,00“““Par- QU'ÜWM“ 7-10 " Luftwärme + 54091. +- 9.10R. +- 68091. Fiußwärmc 13,00 *; Thaupunkk . .. 47,142 0 'N. „42553 ;“ R. + 93,90 R. “Vovenwmmt )),30 Dunfisättigung . UST. 1 p(„t. 7 MM. -- .. „ „ Wetter ...... trübe, balbbeiter. trübe. 21116011110111130 (“8
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0813th11. 5%, Rot. 104%. 104%. 4%, 991/4. 99%. 111". 19/0 243/4. 245,43. 8111119116112" 1652. 1650. 1211111110111. 11] (11. [10080 211500191. 1135/z.113'/-_,. 140088111 1001]. 221.111". 1“ 913111381311. 643/3. 64%. (10. 40/0 3111. 100'/z.81". 1'0111. 110036 633/3. 50/() 891111. 411]. 20. 19%. 21/2 0/0 11911. 52%. 52%...
1111111011111, 2. .111111.
1111111014006" 1366. 1364. [Ing]. 111188. 1047/3. 50,3 l'on. „1 3%, 28'/„;. Keno 1111]. 213/,;.
1101111011, 30. 111111.
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-. Zank-Kacisn _. Rona 1411]. -. Königliche Schauspiele.
Montag, 5. Zum“. Jm Opernhause, zum erstenmalez derholc: Der Postillon von Lonjumeau, komische Oper" Abtk)., nach dem Französischen der .Herren Leuven und B wick, von M, G. Friedrich. Mufik von Adolph Adam.“
Im Schauspielhause: ]) 1110115181]? 1512111111112, * E“. 1 31:11). 2) 11:1 l'LlU'jKS (18: 11:1 jmms 1131111118 13011310, ' 1 on 1 11616, 11:11" 1111'. 1311811110. 3) 1.0 91111110 0113111991100" (10911113 011 1 111310. . “1111
In Potédam: Die Gunst des Augenbltcks, Lustspl? Abth., von C'. Devrient. Hierauf, zum erstenmale wwder Der Soldat aus Liebe, pantométt11sches Ballet in2 von Hoguat. Musk von H. Schmtdt. -
Königsstädtisches Theater. 5, Montag, 5. Juni. Die Baünacht. Große Oper in ten, nach dem Französischen. des Scribe, von J. R. V;?" 11 fried. Musk von Auber. (DUe. Henkel, vom K- “0 Opérn-Theater zu Wien: den Pagen, als vorlekzte Guß?" "err Staudigl, K. K. Oesterre1chischer Hos-Sängék'W Zeuterholm, als leßte Gastrolle. -- Dlle. Dtckmann. Amalie.) . . Redacteur La“. (;o-1967. Gedruxkt bei A*- W- Hayn“
gej'chicht es nicht in dem Sinne. als ob wir den Stempel der 0111
endeten Meisterschaft an ihr erblickten, s9ndern mehr mit Hiuficht " den daraus hervorleuchtenden gchten Kynstler-Bexuf dess Komßlo'f Ein Jugendwerk muß naxürltch noch seme Mängel im Schwächen haben; wo aber eine geniale Anlage so mzverkennbar ist wie hier, da würde man Unrecht thun, nxollte man bet der Beurt ei; lung schon den strengen Maßstab der Krttik zu Gxunde legen, derb,) den Arbeiten gereifter Meister anzuwenden ist. err Adolph Ada ist noch in der Bildung begriffen, es sproßt und gährt noch 111th
-
Allgemeine
Preußiscße Staats-Zeitung.
Amtliche Nachrichten.
Kronik des Tages.
re Königl. Hoheit die Großherzogin und Ihre Ho- ZYHerzogin Louise von Mecklenburg-Schwerin
nach Ludwigslust zurückgekehrt.
VomSonntag den 11ten 0.912. an wird für den Sommer, „den bereits bestehenden Schnell; und FaHr-Posken, eine müicl) viermalige Personen; Post zwischen quxin und Halle, dem Wege über Potsdam, Treuenbréeßen, Wittenöerg und „,s-0, eingerichtet werden, welche folgenden Gang erhält:
«ang aus Berlin. Ankunft in Halle.
marag nskag : nerßag “ 1103
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Zu dieser Personen-Post kommen quUSML, aus Drucksedcrn
110U.Vormittags. Abgang aus Halle.
1 „Uhr Mittags.
Bekanntmachun
Montag T))?Utxvoch Freitag
Montag Mittwoch Dorjnexüag Sonna-Zend
moe, zwölffißige Wagen in A11we11d1111g.
nicht gestellt. ßen erhoben :
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Beriin 11110 ?Jaüe. . . .
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Halle. . . . » . Karlsfcid. . » Bitterfeld . » Gräfenhainchen
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1) . Bitterfeld . . . .» Gräfenhaénchen
» _ . Wittenberg nberg „ » Karlsfeld . » „. Bitterfeld
Halle. . . Karlsfeld
5" alle. . . Karlsfeld, Halle. kann jeder
Auf der Tour ,von Berlin nach Halle das Mtttagsessen in Potsdam, das Abendessen in Wittenbsrg,
Und auf der Tour
das Ave:;deffen in Wittenberg,
„ das Frühstück in PotSdam mgenommen Werden.
In Berlin können zu dieser
dots und Potsdam ' . nur eme StUnd jcWeben werden. e vor
Berlin, den 4. Juni 1837.
Morden,
General-Post-Amt.
Der bei dem hiesigen Stadt eri „ “ . te :I'rsséekus, Krets-Iuséiszath [)x'.gStch1*aß, m dem „Departement des Königl.
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1 7 1101 Morgens.
Sonnabendß _ Ankunft in Berlin.
€ 10 Uhr 217131511116.
Das Personen-Gcld wird nach folgendsn
Gräfenhainch111 * --
Kropskädt. . . , TZ'SUSUÜTZLHEU . .) Beeléß ..... 23 Potsdam. . . . Zehlendorf . Halle. . . . Karlsfeld. . » Bitterfeld. » Gräfenhainchen » Wittenberg. , Kropsrädt.. Treuenbrietzen . BWW . . .
Halle. . . . ,; Karlsfeld. 1 .» Bitterfeld . , . » C51*äs911haix1ckcken » *. Wittenberg,
Halle. . . ,
.. Karlsfeld, , » Bitterfeld . . . ., ,. Gräfenhaincdeu
Halle. . ..
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Gräfe1ch11i11ch1n
Bitterfeld ' Für das Mehrgewicht "M HK"? "W) Berlin
Post Personen nach Zehlen-
m?gestcllte Justiz-Kom-
Berlin, Dienstag den 6ten Juni
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dem Abgange einge-
ést zugleich zum No-
Kammergerichts bestellt
_.--- Ueber das elfte Zusatnmentreffen des Herzogs von Orleans
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Im Bezirke der Königl. Regierung zu Köln ist der Kandidat des evangelischen Predigtamts, Friedrich Wilhelm Jäger aus Dhünn zum zweiten Pre- diger in Gummeeraa') ernannt worden; zu Magdeburg ist der Prediger Trautmann in Scha- beleben zum evangeüschcn Pfarrer in Neinstedt-Steoklenburg, Kreis Quedlinburg, ernannt worden.
Abgereist: Der Gcneral-Major und Commandeur der 10er: Garde-Landwehr-Brigade, von Strauß 11„ nach Schlesien.
Der Kaiserl. Rusfische General-Major, Fürst Elias Dos- gorucki, naä) DreSden.
Der Kaisers. Rusfische Geheime Rath, außerordentliche Ge- sandte und bevollmächtigte Minister am Königl. Bayerischen Hose, von Severin, nach Ludwigslust.
Zeittt11g9-Rach)richken. Ausla110'
F r a n k 1“ e i ck. Paris, 230, Mai. Die ministeriellen Blätter ent- Öal_ten folgenden Bericht aus Fontainebleau vom 290211 d. *))?ntqgs: „Am Sonnabend um 10 Uhr Abmds langte der Graf Yo?! .Haussonvélle, von dem Her og? von Bro lie abgesandt, in Fontamebleau an, an;) ward ogleich vom önige empfangen. Herr von Haussonville überbrachte Nachrichten über die Reise der Prinzedjm Helme, und Alles, was er von dem Geiüe und der Anmut!) “Ihrer Hoheit et'zäf)lte, trug dazu bei, die Ungeduld der Königlichen Familie zu vermehren. Auf dem ganzen 015521 von der Prinzessin zurückgelegten Wege hat das Volk dsc lebhafteske Anhänglichkeit an die Zuli-Dynaftie zu erkennen gegeben. “ Gestern Nachmittag um hald !*1 U01" Lteß der Kö- nig, in Begleitung des Herzogs von Nemom's, des Prinzen von Joinville, des Herzogs von Aumale und seiner Adjutanten, die Truppen der Garnison die Revue pasfiren. Das Wetter war herrlich und die ganze Einwohnerschaft war auf den Bei- net]. Der König, alle Vorfichts-Maßregeln verschmähend, ließ seine Begleitung hinter fick) und ritt ganz allein durch die dichten Massen der Zuschauer, die dieses Zeichen des Vertrauens mit dem tausendstimmigen enthusiastischen Rufe: „Es lebe der König!“ ausnahthn. Um 0 Uhr war Tafel von 150 Couverts beim Könige, wozu sämmtliche Stabs-Offiziere der Garnison und der National-Garde gexaden waren. Auch Yussusf-Bey, der Tages zuvor in Fontainebleau et'ngctroffen war, besandsctz unter den Gästen. Yuffuff-Bey ist mit ganz beson- derer Güte von Ihren INajestäeen e111pfangen worden. Er trug sein Afrikanisches Kostüm, und auf der Brust das Offizier-Krcuz 0er Ehren-Legt'on. Naäz Tische begab sich der König mic allcn [einen Gästen nach der Galerie Heinrich? li., um dem Ver- ]uch mit einer neuen Beleuchtungs-Mechode beizuwohnen, der vollkommen gelang. In dieser Galerie wird morgen die Vermählungs ; Feierlichkeit stattfinden. Der König fragte den von der Pracht fast geblendeten Yussuff-Bey, wie ihmFon- 111é111bleau gcsiele? „„-Vortrefflicl),““ war die Antwort, „„ich bedaure nur, daß ich 11échc einige meiner Gefährten bei mir habe; denn wenn ich zurückkehre und allein erzähle, was ich hier gqsehen habe, so wird mir Niemand glauben.““ Yussuff- Bey fzrgte hinzu, daß die Araber den Erzählungen junger Leute gar kernen Glauben schenkten, und daß man nothwendig alt s91)n_müsse, um ihnen Vertrauen einzufiößen. „„Wenn Ew. Maxeskät Greise nach Frankreich kommen léeßen,““ sagte er,
Größe 11110 1101 den Wundern Ihrer Civilisation nach Algier zurt'tck'brmgen, die mehr zur Pacifizirung der Regentschaft bei- tragen würden, als Ihre 111örderischen Expeditionen.““ - Der Herzog votx Orleans ist in der vergangenen Nacht hier ange- kommen. Lélle zur Vermählungs- Feierlichkeiten eingeladenen Personen werden heute Nachmittag erwartet.“
mit der Prinzessn Helene in Chalons erfährt man 1111105, als daß der Herzog eine anderthalbstündige Unterredung mit seiner Braut hatte, und dann _nach Fontainebleau zurückkehrte.
Herr Persil ist in Condom aufs neue zum Deputérten er- wählt worden. Von 211 Stimmen erhielt er 194.
Die héefigc Sparkasse hat in der vergangenen Woche an neuen Einschüssen die Summe von 379,90“- Fr. erhalten. Die Rücthlungen beliefen fich auf 385,5()() Fr,
er General Zarco del VaUe ist mit Aufträgen seiner Re- gierung gestern «ms Madrid hier angekommen.
Die hiesigen Zeitungen tHeilcn erst heute dé? (bereits vor,- geskernxvon uns gegebene) telegraphis-He Depesche aus Bordeaux vom 28sten 0. mit. Der General, der die Kavallerie der Chré- stinos befehligte, heißt aber nicht (wie wir gleich bezweifeleen). Henin, sondecn Leon. “Jene Depesche giebt Übrigens dem Jour- nal des Döbats zu folgender: ."I'Kemcrkungen Anlaß: „Unsere Hoffnungen gchcn leédxr néchc 111 Erfüllung. Wir rechneten darauf, daß das Corps des JrriHarren und die mobilen Natio- nal-Garden von Aragonien den Einzug der Karlistésck)et1 Kolonne in Huesca verhindern würden. “Es scheint nun aber im (Gegen- theil, daß die Divison eribarren und das von Don Diegö de Leon kommandirte Kavalleric-Corps eine Niederlage erlitten ha- ben, in deren Folge Don Carlos im Befilz von Hueöca geblieben ist, und die Truppen der Königin 00) nach Almudevar, auf der Straße nach Saragossa, urückge ogen haben, um daselbst Ver- stärkungen abzuwarten. ie Bekorgniß, die um"! jene Depesche einfiößt, wächst noch durch den MUUZJ an Details. Ihr La,- koniSmus läßt befürchten, daß die éederlage bedeutender ist, als man eingestehen will, und daß sich sehr bedenkliche Umstände
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„„so würden diese eine Ehrfurcht vor Ihrer Macht, vor Ihrer _
1837.
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dere Étödtet worden ist. Der Beslh von Huesca, der wichtig- sten _tadt in Ober-Ara onien, macht den Don Carlos schon zum Herrn des größten Zheils dieser Provinz. Man will wis- sen, daß in der kleinen Stadt Ayerbe, die auf dem halben Wege zwischen Saragossa und Jaca liegt, und in mehreren anderen zwischen Jaca und Huesca bgelegenen Städten die Ejnwvhner kd)? Be/[Zörden der Königin a gesetzt und Don Carlos proklamirt tren. Gestern hat die Regierung nachstehende telegraphische Depe- schen erhalten: „Perpignan, "29. Mai Abends. Am 2311211 wurden in Barcelona 20 Anarchistenxverhaftet. Der Baron von Meer befand fich am Listen'd. in Lerida. Er sammexc Truppen, um sich den Navarresen zu widerseßen, falls dieselben vordringen sollten. Der Brigadier Ayerbe verfolgt mit 300 Mann die Karlisten : Corps im Distrikt von Tarragona. Am Msten hatte Royo sein Hauptquartier in Alp, und bedrohte Pukcerda, ohne es anzugreifen. Der General Oma ist nach Va encia zurückgekehrt, um diesen Plaß, dessen Vorstädte Ser- rador am 17ten d. geplündert hat, u vertheidigen. Dieser Ge.- 11eral befand sich am 22|en d. in C)!)elva mit 4000 Mann und 7.500 Pferden, und Cabrera in der Umgegend von Castellon mit 5000 Mann Infanterie und 000 Pferden.“ -- „Bordeaux, 29, 'ONai Abends. Bürens hat am 2511er: d. Saragossa mit sci- nen Trup en verlassen, um sich am folgenden Tage mit eribar- ren bei ' lmudevar zu vereinigen. Die Karlistische Expedition hielt am 20|en Huesca besetzt und befestigte fich daselb] .“ Der Phare de „Bayonne vom 27. Mai enthält nachste.- henden Artikel, der cinége Aufschlüsse über die leßten BeWe- gungen des Don Carlos giebt: „Das Armce-Corps des Don Car_los befand fick) in der Nacht des 22.I)kai in Luna und Pe- drajas, vier Leguas westlich von Ayerbe. In Gurrea hatten die Karlésken 4000 Portionen Brod, 4000 Portionen Fleisch und 2000 Rationen verlangt. Diese Bewegun , welche die Absicht, aus HueSca u marschiren, anzudeuten s)1'en, veranlaßte dcn Gene- ral Jrré arren, noch an demselben Tage (22111111) fich von Tauste [mch Zuera zu begeben. Er soll am Abend den Gallego über; Written und sic!) in der Nähe von Huesca aufgestellt haben, Don Carlos machte, als er sein Vordringen auf dieser Seite gehemmt. sah, einen Contremarsch- wandte sich links und og am LZsken in Verdun und Martes, auf der (Gränzc des Amso- und Roncal-Thales, ein, Er soll, wie einige Personen behaupten, ]"th an _der Möglichkeit zweifeln, sich mit Cabreka auf dem rechten Tbro-Ufer vereinigen zu können. - General Büren?- hac Tudela am 22stm verlassen und isk am folgenden Tage mit seiner Diviston in Saragossa eingerückt. Der General-Capitaku von Aragonien, welcher bei Zeiten von den Bewegungen der Karlisten unterrichtet war,hattc alle nöthégen Vorkehrungen ge- troffen, um das Eindringen derselben in Unter-Aragonien zu verhindern. Die mobile National-Garde wurde versammelt und erhielt den Befehl, fich sofort nach den Punkten 11 begeben, die entweder von Cabrera, der sich Saragossa zu näßern suchte, oder von den aus Catalom'en heranziehenden Karléstischen Streif- Corps bedroht würden. Die Melitair-Behörden haben, 1110 einem Worte, ereffliche Maßregeln ergriffen, um die Versuckye der Karlisren und die Vereinigung ihrer verschiedenen Corps“ zu verhindern. Alle Nachrichten von der Gränze stimmen in ÖSM Lobe der von Irribarren getroffenen Dispositionen überein.“*) Das Journal des Débats giebt heute auch seinerseéts das Schre1ben, das der Graf Campuzano in den Constitutwne nel hat eim:üchen„lassen, um gegen die Beschuldigung zu pro; testiren, da); er eme Depesche an seinen Hof geschrieben [).-a?.»e, welche beleidigende Ausdrücke gegen den König der Franzossn enthalte. „Wir nehmen es ]“th als eine auSgemachre Snaxs an“, sagt das gengnnte Blatt, „daß Herr Campuzano ksine [olche Depesche an ]eine Regierung geschrieben hat. Indcffyn 1cheint uns, daß nunmehr auch noch dem Spanischen “3311111111- rium diePftichc obliege, dem gegebenen Beispiele zu foxgon, und das Gerücht, das; es in einer geheimen Sitzung den CN“: tes eine solche Depesche mitgetheilt habe, öffentlich u widerlegen. Man berufe sich nicht darauf, daß eine Regierung 1 der das, 1115 sich im Schpßc einer geheimen Sitzung zutrage, keine weit.":"e Erklärung 1chuldi sey. Ein Geheimniß kann nicht bxwavrc werden, wo 150 ersonen darum wissen. Wenn man sci) über einen befreundetenStaae zu beschweren Ursache zu haben glaubt, so muß man sich entweder direkt an ihn wenden, um eine fceumd- schaftliche Erklärung von ihm zu erlangen, oder man muß, wenn leßteres nicht mehr zu erwarten ist, mit seinen Bdschwerden frei [)ervortrxten Und an die öffentliche Meinung appelliren. Wir hoffen hternach, daß das Spanésche Kabinet der Loyalität seines Repräsentanten in Paris in nichts nachgeben und daß es k'einsn ?lnstand nehmen werde, der Französischer: Regierung solche Aus- 1chlässe zu geben, die dazu geeignet smd, das gute Vsrnehmen zwischen beiden Staaten aufrecht zu erhalten.“
, -- _ Fontainebleau, 20. Mai. Die Straße von Jon- tatnebleau nach Melun ist heute, Wo die Herzöge von Orlcans und von Nemours fich zum Empfange der Prin essln Helene dorthin begeboen haßen, mit Menschen wie besäet. Zederma'nn H| begierig, die junge Braut kennen zu lernen; aus der ganzen 11111- gegend ist das Landvolk in seinem Sonntagsfraate herbeigeftrömr, um Hie Prinzessin in Fontainebleau einziehen zu sehen. Alle Häujer sind mir dreisarbégen Fahnen gescsck111ückt. - 0“-“? Uhr.
er erste Wagen erscheint; dicht hinter ihm zwei anders, 12111) vexgoldxte Kytschen; man erblickt endlich die Prin esün Heieixc. Saz: wxrd mZt dcm lebhaftYken Iubelbegrüßt und cheinc tief cr- schuttert. Ste grüßt mit nmutk). Aüe Bemerkungen, die 111.111 sci) gegensectig mittheilc, stimmen darin überein, daß die höchste Würde, mit Reiz und Anmut!) gepaart, ihr Gesicht und ihr ganzes. Wesen schmücke. Nicht ohne Müézc 171.1: chen sich die Wagen Plaß durch das Gedränge, um 015 zu
“) Das Resultat dieser Dispositionen ergiebt sick) 5111“ 01.1:1'1ge
an dieselbe knüpfen, besonders da man steht, daß von den bei-
den kommandirenden Generalen der eine verwundet und der an-
ans der tele raphischen Depesche aus Bordeaux“ vom 28. 9.0.11 xm vorgefirigeu * latte der St. Z.
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