Von Ssnnabend“ an hatten, nach einem arten gewissenhaft beachteten Gebrauche, alle Einwohner Londons für den verstor- benen König Trauer anzulegen. Dazu find vier Tage ur Vorbereitung vergönnt, ein großer Theil der Bevölkerung at aber diese Frist nicht abgewartet und erscheint schon jeßt in schwarzer Kleidung. Seit dem Tode der Prin cssm Charlotte hat man hier nicht so allgemein Traurr tragen ssehen, als bei dem jeßigen betrübten Anlass. An dem Tage, wodes Königs Tod bekannt gemacht wurde, geschah in allen Mode-Magazinen eine plößliche Revolution. In den zahlreichen Läden der City und der schönen-Quartéere Londons verschwanden die bunten Fra jahrsstoffe , um Stoffen zu Trauerkleidungen Platz zu ma cn.“ Man seht nichts als Schwarzes in den Läden, und ein Haus soll gestern für ni : weniger als 30,000 Pfd. Trauer- skoffe abgescßt haben“. Die rauer währt sechs Wochen“. Die schdne Saison Londons, die gemeini [ich während der Monate Juni und Juli dauert, ist nun pl ßlich unterbrochen. Die „ristokratic kehrt auf ihre Landstße zurück, Die Theater vcr- lieren“dadurchvjcl, ihr ohnehin vorhersehon nichtglänzcndcr Zu and wird jest sehr schlimm werdcn. Jndeß hat keines seine or- skeUungen läx er als zwei Ta, e unterbrochen.
Die Hoßzeitung cnt' ä t die Anzeige, daß J re Majestät die Köni in ihren Privat; ecretair Sir John onroy , zum erbliclxxen Yöawnet des Vereinigten Königreichs Großbritannien und rland ernannt ar.
' Sir Robert Peel hat unterm 22skcn d. nachstehende Adresse an. seine Wähler in dem Flecken Tamworth gerichtet: „In Folge des Ablebens unseres geliebten Königs mu“ das gegen- wartige Parlament' nothwendig in nicht ferner eic aufgelöst werden. Wann auch die Wahlen für das folgende Parlament stattfinden md en, ich hoffe auf eine Erneuerung des Vertrauens, welches Sie Zeit einigen Jahren mir, als Ihrem Rxpräscntan- ten im Unterhausr, erwiesen haben. Meine Hoffnung grändrt sich auf Ihre durch die Erfahrung erprobte Güte in allen Bc- ziehunqcn, die in der Ju end-Frcundschaft, in dem AufentHalt in Ihrer unmittelbaren ähc und in Familien-Verbindunqcn mit dem Flecken seit länger als 40Jahren begründec sind. Sie gründet sich nicht nur auf_ das große gemeinsame Interesse, welches wir an allen Lokal-Angclegcnhciten haben, sondern auch auf das Bewußrscyn, daß ich 11110) des mir von Ihnen Über- tragenen wichtigen Amtes“ gls Parlaments-Mitgchd unverdroffen Und nach meinen bcsken Kräften entledigt habe.“" Als ich tfieine lc tc Adresse an Sie richtete, da “nahm ich die böchsce teilung ein, die in „Bezug auf Verantwort- lichkeit und Macht cin Uncerthan der Krone einnehmen kann, Und ich hielt es damals für meine Pfiicht, die Prinzipien, nach denen ich zu handeln beabsichtigte, so wie deren praktische An- wendung an verschiedene Maßregeln von allgemeinem Inter; esse, wclche damals die Aufmerksamkeit der Legislacur brfch-xfté- gen soskccn, darzulegen. Diese Prinzipien erhielten Ihre Bil- ligung, und ich hoffe, Sie werden bei einer Prüfung des von mir beobach1ercn_ Verfahrens finden, da;? ich, sowohl während meiner kurzen Amtsführunz, alt? seit mcénem Ausschridcn, stets dcnsrlSen treu grbxicch bin, das; irh jedes“ Versprechen crfi'xllt habe , welches ich rücksichtlich der “Abhirlfe in Gewiffenswchen odcr hinsiehtlieh Verbesserungen in dcr Rcchthfiegc egcbcn und vor AÜEM, daß ich bemüht gewesen bin, die 2513111700- tion quen gefzhrliehc Neuerungen zu vcrtheidi en, die gerech- ten Privilegien u::d das Ansehen eines jeden Zweiges der Le,- gislamr zu Würzen und die protestantische refdrmirce Religion als die herrschende Nacionalkirchc aufrcchc zu erhalten In erzlichcr Uebereéustimmung mit jener machtigcn konservativen Partei, der anzugchdrcn ich stolz bin, und der es mehr um die Brrxkzsédégung großer Prinzipécn, als um bloße temporaire Darceé-Interesscn u thun ist, habe ich eine schwache und kraft- los": Verwaltung ei rig unterstüßt, sosald sie, wenn auch nur [au Und sgxrnd, ferneren Projekten zu Aenderungen in dem Rc- pyäsencacw-System oder in dem Gleich ewicht der bestehenden Staats: Gewalten Widerscqnd leistete. cl) habe mich dagegen der Verwaltung bei jeder Gelegenheit muthig widcrscßt, wenn mir ihre die auswärti e oder innere Politik betreffenden Maß- regeln entweder dcm [)araktcr dcs Landcs zuwider oder seinen Interessen naclzthcilig erschienen, Ich werde auch_ferner diesen Prinzipien gemxs hanT-eln, denn ich glaube, dax; das strenge Festhalten an denselben manches drohendeUcbel abgewehrt hat; auch ermuthigc mich dazr: der immer me r zynehmendr Cm- fiuß derselben auf die intelligenten Klassen der Gesell- schaft, jene Klassen, die das größte Interesse. an der Sgche eincr gutcy Regierung nehmen und die Überzeugt jmd, daß die “2161121111119 jeder" wirklichen Beschwerde mit der Aufrechterhulcung der Constitution und der Untcrftükzungder NarionaT-Kirchc vollkommen vereinbar ist. „Ich hoffe und glaube, daß die Gcfinnungen meiner geschxkzten und geqchtrten Freunde und Konstitucnccn» in dieser Beziehung sich nicht werden geän- dert haben, und daß ich vertraueUSvoll die Erneuerung jener Volltüacht erwarten darf, die mich in den Stand scßt, im Par- la'me'nt die Prinzipien u untcrsiüßen, zu denen ich Mic!) bekannt habe, und zugleich die pcziellen und lokalen Interessen einer Ge- meinde zu befördern, mit der ich durch jedes Band, das einen Repräsentantrn an seine Konstituenten zu“ knüpfen vermag, ver- bunden bin, Glauben Sie mir, ich bin mit aufrichtiger Hock)- _c1chtung Ihr dankbarer und treuer Freund Robert Peel.“
Eine in ähnlichem Sinne abgefaßte Adresse hat Hr. George Murray, der bei der bevorstehenden Parlamentswahl als kon- servativer Kandidat für Westminster auftreten will, gestern an die dortkgrn Wähler erichtec. ' “ -
Herr O'Connell Zarte gestern , an der Spiße einer Depu- tÉtion, eine Unterredung mic Lord Melbourne in Doxvning-
rrect.
Dcr Dubliner Korrespondent der Times schreibt un- trrm Lxskcn d.: ,Schon smd manche Anzeichen vorhanden, daß der Wahlkamp in Irland heftiger seyn wird, als er es jemals. seit der Union wm“. In mehreren Grafschaften, wo die Konservativen fick) bisher ruhig verTTalccn haben, wollen fie dies- mal den stärkskcn und beharrlich; en Widerstand leisten und, wenn se geschlagen werden, beim Unterhause dagegen pctitioni- ren Für die Stadt Dublin find die ministerielsen Kandidaten noch nicht bestimmt; man spricht von mehreren, am mciskcn abcr vonHrn.-O'Co_nnc11 und Hrn. G. Roc, einem reichen Destillatcur. Auch OberstLaulüeld, Bruder Lord Charlemont's, wird ge- nannt. Von der konservativen Seite werden die Herren" Ha; miicon und Wrsk wieder als Kandidaten auftreten und wahr- scheinlichmeYrStimmen für sicbhaben, aks bci dcnlelztcn Wah- len. Auch är die Grafschaft Dublin wollen zwei Konservative als Kandidaten auftreten;" hier aber dürften wohl die Miniscc- rirklcn, Herr George Evans und Lord Braba on, den Sieg davontragcn. In Ulster werden in den meisten Fällen die Kon- servativen ohne Kampf. wiedergewählt werden. In den mitt- leren, Grafscöafren wird der Kampf vielleicht hefti er seyn.“
Nach der Angabe des Standard befinden l_ch unter der;
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21 Mit lécdcrn des von Lord Io n Russel! angeblich mit Un- parteilécchit, zusammen estellt'en nterhaus-Äusschusses zur Un- tersuchung der chi en erpachtun swciseder Kirchenländcreicn, den das genannte [act als den 'irchcn-anuifi_tions-Ausschuß bezeichnet, nur- 5 Konservative, nämlich die .Herren Puscy, GranviUe Vernon, Gally Knight, Jndham und Venen: die übrigen Mitglieder sind Ministericlle und Radikale. - Yerbei ist indessen das Zahlenverhältniß der Konservativen im nter- hausc wohl auch zu berücksichti en.
.Die hiesige O.)?isfions-Gese schaft fordert Aerzte und Wund- ärzte von entschiedener Frömmigkeit auf, als Mésfionaire in China zu wirken.
In den nächsten Tagen werden von Portsmouth drei Ad- mirale abgehen, um andere auf verschiedenen Stationen im Kommando abzulösen: Sir E. Brace, auf dem „Donegal“ von 78 Kanonen, nach dem Tajo, Sir F. L. Maitland, auf dem „Welleslcy“ von 74 „Kanonen, nach Ostindien, und Sir R. Stopford, auf dem Linienschiffe „Prinzessin Charlotte“, nach dem Mittelmeers.
In einer Kohlengrube in _Monmouthshire sind am leßten Sonnabend wieder 13 Arbeiter durch eine Gas-Explofion (die sogenannten schla enden Wetter) ums Leben gekommen.
Am Sonim end wurde hier das Faliissement des sehr
, achtbaren Westindischen Hauses Mulholland und Compagnie be-
kannt. . Nach Zeitungen aus „Kalkutta bis zum 27. Februar war
in einer eigens dazu gehaltenen allgemeinen Versammlur?H der Handels-Kammcr wider den Plan einer zu errichtenden ank von Indien gestimmt worden. Man hatte vornehmlich das da- gegen, daß fir die Ausgabe von jederzeit einlösbaren Noten mit ausländischen chhscl-Operatéoncn verbinden solktc.
. * Einem 'New-Yorker Blacko zufolge giebt es daselbsr 161 Kirchen und Kapellen, also eine auf 1/100Scclc'n, .Di-.' Pres- bytcriancr haben 39, die Cpi-Zkopali'n 29, die Hollä11dischc11_Rc- formirccn 15, die Bapkisicn 2:7, die Methodiskcn 12. Der Cou- rier bemerkt hierzu: „Solche Fakta sind es worth, da[; man ste stets im chäcytnisc brhalre, denn die Pseudd-Frcundc der Kirche von Ermland und Schottland beklagen sich fortwährend, dax; ne vcrnachldsxigt werden, und die Minister werdcn fortwährend gc- tadclr, daß sie nicht das thun, was, wie das Beispiel von Ncw-York beweist, das Volk selbst für sich thun kann.“
Deutschland.
Hannover, 1. Juli. Se. Majestät haben den bisherigen Geheimen Rath von Schelc zum Staats- und Zabincts-Mini- ster zu cracnncn “und in solcher Eigenschaft in Cid und Pßicht zu nckmcn gcruht.
* rcsdcn, 31"). Juni. (Lcipz. Ztg.) Heute bccndigte dic "Ltr Kammer die Bcrathung Über .das Zudengcsc-Z. Der erste Saß des 9“. 7, welcher den „Juden hinschrlich der zünftigen Gewerbe die Erlangung des Innungs- und '))?cixkcrrcclxs, Und solchenfalls das Halten von Gesellen und die '.[nr-ahme von Lehrlingen erlaubte, warde einstimmig angenommen. .Die zweite Frage wurde auf folgenden Saß gestellt: „.Die Zahl särnmcli- cher jüdischen *))?eißer in „Dresden und Leipzig soll das Verhält- niß der jüdischen zur christlichrn Bevölkerung nie Überstsigen, während dagegen die Bestimmung der bei den einzelneannun- gen zuzulaffenden jüdischen Meister auf den Grund der darüber von den betreffenden Behörden abgegebenen Gutachten dem Ermeffcn dcs ?))?iniykcrc'ums des „Innern Überlaffcw bleibt.“ Dieser Saß fand mit Ausschluß von 8 Stimmen Annahme. - Gegen den Txccn Salz.; „Auch hat das gedachte Mé- niftcrium, wo sich die Nothwcndigécii zeigt, über die Zahl der von einem jüdischen InmmY-Mitgliedc zu haltenden Gesel- len und Lehrlinge beschränkcnde orschrifrcn zu crthcilen“, erho- ben sich nur 5 Grimmen, sowie 7 *.*-)?itglieder gegen die vierte Bestimmung, daß die jüdischen Znnitngs-Mitgliedcr nur „Juden- Knaben als Lehrlinge annehmen können, Längere Besprechun- gen führte der fünfte Salz herbei: „Dcnjcnigcn Juden, we!che cin zünftigrs, mir der eigenen Vorfertigung von Waaren vcr- bundcncs Gewerbe betreiben, ist nicht gestartet, mit andern als den von ihnen sclbsk gefertigten Waarcn „Handel zu treiben.“ „Dies wurde mit Ausschluß von 21 Stimmen angenommen, so wie aUcl) dcr §. 7 selbst, gegen den src!) 13 Sti1nmen erklärten. -- Ich wurde die Frage aber die Erwerbung des Grundbesiz- zes von Seiten der Israeliten in Betracht gezogen, wobei 111-. v. Mayer ,ein Separat-Votum abgegeben, welches nach einigen Abänderungen von der Kammer, mit ?(usschluß von -1 Stim- men, daéin angcmommcn wurde: daß jedem einheimischen Zu; den, M cher in Dresden und Leipzig einen selbftstandigcn Alls- ent?alt hat, die cigcnchümliche Erwerbung cines Grundstückes nacckgclaffen sey; allein man fügte dic Beschrdnkung bei, daß er solches vor Ablauf von 10 Jahren, vom Tage der gerichtlichen Zueigmmg an gerechnet, freiwillig nicht wieder veräußern könne. Da man den Fall einer Erbtheilung hiervon auönahm, o wurde auf Anregung des“ Abgeordneten Céscnstuck' gegen 11 timmen noch beschlossen, daß, Wenn ein ausländischerJudß Erbe sey, solcher binnen *.*jährigcr Frist geßaltcn seyn solle, 'das Grund- stück zu veräußern. - Der Ge rauch erblicher Familiennamen wurde durch §. 8. des Gcseß-C'ntwurfs den Israeliten auferlegt, wobei man sich noch zu dem Antrage an die Regierung verei- nigte, Erörterungen darüber anzustellen, in wiefern 'ich der Gebrauch der von den „Juden in den Syna ogen geführten Namen mit dem im bürgerlichen Leben 11 fck renden vereini- gen lasse. Ein Antrag hinsichtlich der Jin uyd wieder noch stattfindenden Nichtzulassung des erwachsenen, aber unverheira- theten weiblichen Geschlechts in die Synagogen wurde zwar besprochen, hatte aber keine weitere Folge. - Bei der Schlar- Abkimmung Über das ganze Gescß erklärten fick) 5/1 dafür, und 7 timmen dagegen. Dic leßtcrn gehörten den Abgeordneten 111“. Haase, Junghanns, Dammann, Zenker,“ Hänßschel aus Neustadt, Schuster und Hänßschel aus Micweida.
Frankfurt a. M„ 1. Juli. Se. Kaiserl. Hoheit dcr Erzherzog Palatinus ist auf derReise nach Bad-C'ms hier ein- getroffen.
S ck W e i z.
Zürich, 28. Juni.“ Der große Rath wurde vorgestern durch Herrn Fürsprcch Furrer mit einer Rede eröffnet, in wel- cher er den Revisions-Entwurf unserer Vcrfas'sung berührte, und unter Anderem bemerkte: „Dic cidgcnösßsckwn Verhalt- nisse, wie sie aus der Instruction dcr (»Bcsandnchaft hervorge- hen, bieten nichts von wescnklichcr C'rhrbléxhkcit dar;. Mdnchc alte Erscheinungen tauchen auf, oder sie 1cylrppcn nel) wic cm chronisches Uebel 111! 1110111011110." und 110 1910101111011- m den Tractandcn fort; aber, wenn auch gehemmt durch die'bcscchcn- den Bundcs-Verhältnisse, geht der Stand Zürich eine ehre!)- volle Bahn. Wie bésanhin, so auch die es Jahr, ist der Geist seiner Instruction, Achtung bestehender echrkxverhälcniffe, vcr- bunden mit demregen Bestreben nach einem festen usw _bo-
sonnen Fortschritt in Allem, was die Ehre des cm men Vaterlandes, so wie seine wahre Wo [fahrt fördergnkxxixtscx Ferner hob der Redner noch zwei Gegen ände, das Forskg'e setz und die Freigcbung der Handwerke, hervor. letztere bemerkte. er: „Hier ist pcreits cine Wciysagung in Er. füllung gegangen, die schon im Zahre1831 ausgesprochen wm-de daß nämlich der Strom des Zeitgeiskcs seine Richtung aussi Gewcrbsfrcihcir nehme, und daß vernünftigerwcisc der Gesch geber diesem keine Dämme entgegensteksen solle. Die Hand werke selbst, welche am meisten becheiligt schienen, geradeß find es, welche za [reiche Petitionen für Aufhebung dchn nungen eingereicht oben, und so mußte fich dcr chicruU rath veranlaßt sehen, diesem Streben zu folgen, und einen 'r sekzcntwurf in diesem Sinne zu hinterbrin en.“ Nach Bc,- digung neuer Mitglieder wurde zur Berat ung der Juskructzo geschritten.
Spanien.
Madrid, 20. Juni, Die „Bemühungen der Oppofitéonz, Partei in den Cortes, das Ministerium zu stürzen, find gescheitert, 11 dem dieses ihnen-Ézesclsckc entgegenzuarbeiten verstand. GrafAlm dovar hat das riegs-Ménißerium wieder Übernommen. D bisherige Jntroducteur des 5lmhassadcurs, Graf drl Affalto,j zum incerémistischen Gcfe politico von Madrid ernannt worden und Herr Oliver, Bürrau-Chef im Staats-Ministerium, ver trauxcr Freund des Herrn Arguclles, hat dagegen jenen Post er (1 ten.
h Die Cortes abcn nun das Wahlgcscß so gut wie beendjgx nur vier Artikel chien noch. Das ganze Gcseéz läuft auf F1 gendes hinaus: jede Provinz ernenncxfür je 50,000 Seelent- nen Deputirten und schlägt auf je 85,000 Seelen drci Kandi daten für den cnat vor. Die Wahl geschieht direkt im Stimmenmehrheit. Um Wähler zu seyn, muß man 200.91.- lxn an direkten Steuern bezahlen, oder irgend cfw. geringfügig Einkommen nachweisen können. Die Provinzial-Dcputation verfcrtigcn die Listen der Wahlherrcn und theilen ihrcProvjn
in Wahl-Distriktc ein. Um Depucirter zu seyn ist weiter nich Z
erforderlich, als an irgend einem Orte der 5. ?onarchie (111111111 zu seyn. Einkommen wird durchaus nicht verlangt, und do ist das Amt des Dcputirccn unentgeltlich. Um Senator scynz können, muß man ein jährsiches Einkommen von 50,000911 [en, sry es auch als Ertrag cincr Besoldung, -1mchtvcisrn 11 nen. Die Herren Argucllcs und Sancho vcrthcidégtcn vorzü [ich den Grundsaß, daß das Recht dchählbarkcit nicht an d;“ Bedingung eines Eigcnthums zu knüpfen sey. Noch zweia ßcrordcnclwh wichtiZe Gesefzrs-Cncwürfe sind den Cortes vorg. legt worden, der 11 er die Abschaffung des Zehnten und der 111. die Reform der Geistlichkeit.
Die Regierung sucht die SoldateU der Englischen Legion dercn Dienstzeit um isc, zu bewegen, “ihren Kontraktroci; auf ein Jahr zu verlängern und beabsichtigt, sie, da es ck10 Geld fehlt, durch Ländereien zu entschädigen.
Dem Espaäol wird aus Barbaftro vom 15. Juni 9 schrieben: „Die aus vier Batailloncn bestehende Brigade d Generaw Mendez Vigo ist vorgestern Über die Cin gegangen, und vier andere Bataillone unter dem Bcfc von Jriarte werden heute diesen Fluß passiren. Arbona gra“
am iLten die National-Gardc von La Granxa an, wurde abc *
tapfer z11r11"ckge1vicsen.“
_ Galignani's Messenger enthält ein Schreibcn c';L
nes Ofäzicrs dcr Frcmdcn-chion aus Saragossa vom! Juni, worin er! heißt: „Unser Regiment bleibt im „Dienskd Königin. Die Gefechte bci Huesca und Barbastro h_aben u sere zwci Schwadroncn auf eine rcduzirc, und um 11a wiizi vollzählig zu machen, wird s1ch die Reserve unseres „MF ments von Pampeldna nach Tudcla odcr Saraqossa bcgcöcn Wir erwarten jeden Tag den Befehl von dem General 0111 uns seincm Corps anzuschließen. erxr del Valles, dcr Militair Commissair dcr Cortes, hat dem Obersten Krajcrowski erklärt daß er Alles aufbiercn werde, um die Bcibchalmng unseresRe giments und die Zukunft der Soldaten desselben zn sichern. Die Legion und die ehemals Polnischen Lanciers haben in 111 lckztcn Gefechten 5011 O)?a11n und viele Offiziere verloren, ab der Spanischen Armee wesentliche „Dienste geleistet.“
-- .Der (gestern erwähnte) Bericht des Korrespondm dcr Allg. th. über die Beschwörung der Spanischen Cors“ tutéon 0. «1. Madrid, dcn 10.J11ni, lautet im Wcsenclichrraéio „Eine Salve von 21Kanoncnschäffen vcrkx'indigtc bei Sonncwa gang dic Festlichkeit des heutigen Tages, der, den BeschWffc der Cortes zufolge, das Glück“ Spaniens für immer bcgrünh soll. Bald darauf waren alle Balkone mit bunten Draper geschmückt, und die sonntäglich gepulztc Mengc wogtr troßc ner Hikze von 27 Graden dnrch die Hauptstraßen derKStad Um zehn Uhr waren bereits die Pforten dcs Pa1ayrei d Cortes von den Glücklichen belagert, welche durch did 01111 des Präsidenten cin Biller zu den rcservirtcn Tribuncn * halten hatten. Um 10'/? Uhr wurden jene eöff11cc„und„ heftigem Kampfe wurden von „Herren und xamen dw S1 oder wenigsicns der Raum zum Stehen crr1111gc11. , Die 1 langen Stunden, die bis zum Einrrcffrn der Kdnrgwbx stehen; vcrfsicßcn ra ck in dem Armchanrn dcr „Weibll Reize, welche die I cugicrdc und Gefallyucht hier zus") mcngcfährt hat; nur die Hiße dcs Gedrängcs ist uycrträgl! und die Fla111menblick'e, welche unter den seidxncn Wimpcrnd Schönen hcrvorftrahlcn, gewähren dcm Vcr1cl)machtendenaU' cbcn keine Abkühlung. Um zwölf Uhr füllt sich nach und 11“ der untere Salon mit Dcputirtcn in Uniformen und festlich, Tracht; die zum Theil abcnccuerlirhcn Gestalten erregend Aufmerksamkeit der holdcn Zuschauerinnen, und dir Fächer'Wk den in Bewegung gesetzt, um manches spöttischc Lachclnzul'e bergen. Nach und nach stellen sich die Mitglieder der diplom' tischen Corps, in glänzenden Uniformen, in ihrer Tribune U" und endlich um zwei Uhr, verkünden die längst ersehnten ' nonenschüsse dic AbfahchJ. MM. aus dem Königlichrn Palaü Dic Truppen und National-Milézcn hatten wie gewöhnlt?) 11 dort ein Wer die Puerta del Sol bis zum Palaskr dcr LN; führendes Spalier gebildet, durch welches dieKv-crwntwctc „ „ gin, ihre Tochter die Königin Isabella zur Seite habcnd, ksnw nem kostbaren von acht herrlichen Nossen gezogenen Staat 9
gen„ Überall von lauccm Jubel begrüßt, fuhr DcrIk1fänlt1c-
Francisco de Paula fuhr, neben seiner Gemahlin filzcnd ir 11 1
11cm andern Wagen voraus. “L_lls ein neuer.Kanonxndornc ., Ankunft IJ. MM“. bei den Cortes verkündtgte, c;!te eme de
putation derselben hinaus, um sie bei dem Aussteigen “Loba
Wagen zu empfangen, und in den Saal zu fuhrcn. so [Me Aus To 1 '
JJ, MM. cintratcn, erhoben sich alle Anwcsrndcn. bis die verwittweteKdnigin sich neben ihrchömglichen
_ „ . -m auf dem Throne nicdcrgclaffen harre. Links von dem Tyko
„uf der crtten, Seufz- desselben, filz: der Infant Don ranciöco - mit scmem gewöhnlichen nichtösagenden Lächeln. An chm Rüks kM' WO Sur Seite der; Thrones stehen die“ höchsten Hof-Beamtcn und die “ taars-Mimster. Aber die wichtigste Person der gan- zen Versammlung, der wahre König Spaniens, nénimt rc cs „om Throne, an. den Stufen deffelbcn, cinen Sessel ein; e- deymann erkennt in ihr den Präsidenten der Cortes, Don Augu- m Argurlles; neben ihm an einem Tische fiken die Sécrctaire ver Cdrrcs. In den ftnskcrn Zßgen dieses Mannes liegt seine „Ges achte. Ihm hatte das „Schicksal den Triumph aufbebalten, W- irtwe dcs Monarchen, der ihn'als Hochvsrräthér zum lchimpfitchen Tode verurtheiltsyatte,“ und den er sein ganzes Le- en hindurch mit-dem bitter en „Hasse bekämpfte, cinen Eid abz'micémen auf ech Verfassung, bei deren in Folge einer mi- litasrcscwn Jnsurrcction beschlossenen Entiverfung er selbst die 1117,“ Jolle ubernahrn. Der von der Königlichen Wittwe vor drei «MYM bcgnadrgteFlÜchtling schrieb jeßc seiner Monarchin .das-Sc ck vor, und dtrganze Souverainctät des Volkes lag “in [einen Zügen, ,als er sich, von den Secretaircn begleitet, der verjvitcweten Königin zur rechten Hand näherte und ihr, welche aufstand, den vorgeschriebenen Eid auf das Evangelienbucl) ab- nahZU- Daraufwlzte sich Ihre Majestät, und der Präsident leistete in ißre Hände folgende von dem ältesten Secretair verlesene Eidesforwel: „Schwkdrt Ihr, die Constitution der Spanischen Monarchte, welche die gegenwärtigen constituirendcn Cortes so eben dekretirt und sanctionirt haben, zu bcobachten'und beobach- 11,an lassen? Schwört Ihr Treue und Gehorsam der recht- mzßigcn Königin von Spanien Donna Isabella 11?“ „.Das beschwöreoiä)“, sagte der Präsident, und die Königin darauf: “Wann „„;hr [0 thUt, so möge Gott es Euch lohnen, wo nicht, so möge er Euch zur Rechtfertigung ziehen!“ Dieselbe For- mel verlas. daraitf der Prästdcnt, und sämmtliche Depucirte [cgrrn “den“„Etd in' seine Hände ab. Endlich erhob sich Ihre Majosrat dre„verwitcweteKönigin, und hielt eine Rede, die ich, eben so wenig ais die von dem Präsidenten gegebene Erwir- vcrung, hinlänglich verstehen konnte. (S. Nr. 1§=1 der St. :g.) 23111 dcm lautesten Iube[ begleitet, begaben sich um 4 Uhr ZI. FMM. wieder in den Palast zuriick". - Um 5 Uhr ,sclzce s1ch das Ayuntamiento in Bewegung, um die Con- fiituxion zu proklamircn. Der Zug ging zuerst von dem Stadt- hau'je nach dem Palaste. O)?Ufikantc11, der Alguacil mayor und 24 Ylguacilr zogrn voraus, dann die Offiziere der Armee und Nattonalmrlt , die Gerichtspcrsonen, die höhere Geistlichkeit und andere Brh rden; dann der Gesc politico, cine Abtheilung Hellcbardrere „und das Ayuntamiento in Galla. Zwei Herolde trugen auf 01110111 Teller die neue Conüitution; hinter ihnen YIM der „erste Alkaldc, ck_n Rrgidor, cin Syndikus und vier 1 ,gpperrkönegr. Den Schluß machte ein Bataillon der National- mliz. Ayf rmcm vor dem Palast aufgestellten Gerüste wurde die Conßitutton durch einen Wappenkönig verlesen; dann ging derZug_11ach dcm ConstitutionsplaZc (Plaza mayor), wo ein Secretair des Aynncamiento die Consricucion verlas, Und endlich 1116113011 Palgste dcr Cortes, wo sie abermals verlesen wurdc. Dries Frsk Wll'd morgen und übermorgen fortgesckzt; bei Tage 111111111 drr, Balkone mit Teppichen geschmückt. Nachts finden ZALMÜUWU und öffentliche Tänze auf dem Constitutioanlalze a .
Türkei,
' Konstantinopel,14.3011i. (Ocs'k. Bcob.) Der Mi- mstcr dcr auswartigen "Zingelegenheitrn, Ahmed Cbclusst Pascha, 01111118. 0. M. mit Tode abgegangen und Tags darauf, im Be-sc'yn mehrerer Großwürdenträger und des gesammten Be- amtenpcrsotxals dF" hohen Pforte, feierlich zur Erde bestattet wordct). Lhekusyr Pascha wird seiner Geradhcic und/strcngcn Rechtltchkcit halber _allgrmcin betraucrt. “2111 seine Stelle ist bereits dcr-otcomaniiche Botschafter am Londoner Hofe, MU; stafa' Reschid Bey, zum_ Müschir und Umuri-Chariadschic-Nasiri (thskck- der auswärtigen Angelegenheiten) ernannt worden, welehrr seiner Seits im Amte cines Umu['i-Charidschic-MÜsce- scl)ari (Stagtsraxhs für die auswärtigen Angeleqcnhcitcn) durch den de1'm-a11genchsandtcn in Paris, Nuri Efendi, erscht wurde. JQWB?![1kdschl dcrÉohen Pforte wurde der bisyeri'ge Stell- vertreter dcssolden, arim Efendi, ernannt, wecher bis zur
Ankrnft Rcschrd ch's mit der provisorischen Leitung des aus-
1111111011 Departements beauftragt ist,
“as in Swyrna gcstraudcte Französische Dampfboot „C'u- wras is1 mrt- Hülfe der Mannschaft einiger dort befindlichen Kriegsschiffe w:oder flott gemacht worden und hat am Iten d. M. 1001 Hafen verlassen. - Zn Smyrna und Rhodus richtete die
Yest- foxcwährcnd bedeutende Verhccrungen an, während in
“cio, 4schcsmc und Scala nuova der befriedigcndstc Gesund- heitskusiand hcrrschte. In der Hauptstadt hat sich seit Abgang der eßten Post keine namhafte Vermehrung der Pcstfallc gc-
zsigt- _ A e g t) p t c n.
D “Deutsch Blätter 8erichtcn aus Kahira vom 18. »))?ai: _ 11 Pascha von Aegypten hatte mit dem mächtigen Beduinen- tamm dcr Hawazim, welcher ctwa 30,000 Flinten zählt, eine “kt, vonWBündniß, geschlossen, und der Stamm hatte ihm seit teinige.:tRJ'aY'cn dir Pässe von Jcmbo und OITedina offen gehal- en. «ver * ascha well aber keine Freunde, sondern nur Unter- Iadcn [Zabc11, und die Eintracht war seit ciniger Zcit gestört. '.)LQLUPMZM hatte ein Tt'uppcti-Coi'ps von 3 Regimentern (ctwa ', 10 Mann) unter Ehurschid Pascha so gestellt, das; er die HJWZM zMsrhcti Medina und dieses Corps cinzuschließen und 11le LLZtci'würßgkcit_ zu brinYen hoffte; abcr diczyawazim Über- Eco?" LHUÉ'ÄZÉUÖ Pasha bci „agcs-Iinbruch, und vernichteten sein niäxps'. Lr selbst entfloh Mit einigen Reitern, ist aber bis jetzt Selk“ M Medina angrkommcn, und man weiß nichts von seinem - )ecksal; dre Hawazim waren beim Abganq der Nachrichten im arsche gcgen Medina, wo AbbW'Pasäm, der Neffe von dchmod,„kommandirc. Man glaubt nicht, daß er wagen werde, MBxdmncn cntgcgcnzugchcn während diese nicht im Stande "'d- ctpr befestigte und mic'A/rcillerie versehene Stadt zu neh- .mM. Aber Medina kann fich nicht lange ohne Zufuhr von Egypten hastcn, und die Frage wird seyn, ob der Pascha schnell Mug Truppen und Kameclc zusammenbringen kann, *um Zu- “)? xn dir Stadt zu werfen. Der Ehrgeiz dcs Pascha's, sich FW'AWMW zu brmächtigen, ist ihm 16“ vielen „Jahren VW“ ber UU? gctvesen. „Dieser fruchtlose Krieg hat schon fünf Armeen Undzkhxt, .o'hne daß der Pascha den geringsten Fortschritt machte, 1st die cm Augenblick“ wäre er nicht im Stande, einen Zug 18-- nncre zu, unrernehwrn, wie den von Tussan .Bei im „Jahre Fina11 'VW-111000102 Preiß dcr Baumwolle in Europa hat seine „ ekr 3111 seit ci1iigrr Zeit sehr reduzirc, und der Mangelan Ukbm WU'd täglich größer. Aus Aegypten lassen sich'keine nd de UnSgen- mehr machen, wenn das Land gebaut werden soll, “scheute yrischen „Truppen smd den Beschwerden eines Ara- Fcldzuges nicht gewachsen.
'die ihm vorgeschriebenen Verpflichtungen
Jnländ.
Berlin, 4. Juli. JZ. „KK. . der Kron rin un Kronprinzeßin trafrn am 2ten d.,HZT. Abends pgc Tn !)dUché auf Höchscthrrr Reise nach dem Bade Kissingen in alle ein urid nahmen Ihr AYeigc-Quartier im Gasthofe zum Kron- prinzen. Nachdem öchskdenselbcn die Chefs sämmtlicher „Be- Lörden durch den Präsidenten der Königl. Regierung zu Mer- rburg, Herrn vox: Meding, vorgestellt worden, hatten Sie die Gnade„die Huldigung dcr Scudirenden, die den Hohen Rei- se-ndcti cinch glänzetidcn Fackelzug darbrachtcn, an une men, auch die Ausfuhrung eines von dem Universitäts-OZTUsik-Direktor Raue kompomrtdn 8111111111 1'110 1111110100111 1101'01111111'111111 110- 511111" zu genrhmcgcn, Am folgenden Morgen beschtégten Se. Könxgl. Hoheit drrKrdnprinz das neue Universitäts-Gebäude urid 1e13tcn sodann M Begleitung Höchstihrcr crlauchten Gemah- lin,“ unter den Segenswünschen der „Bewohner der Stadt Ihre Ycise fort. KurzK 116111) der Abfahrt JZ. KK. HH. trafen auch FYZKWL jdtZ Yömgcin der Yirsdcrlande in Halle ein, Aller-
ec co na dcmsc" * " “'
fort wichr verließen. , Ml OU PfUdc d“ Stadt so-
_ -- „im 26|en und 28|cn 13.931. fanden an der Rennba bei Königsberg in Pr. die diesjährigen Pfetrderennen sia??- be: welchen“ der kommandirende General des ersten Armce-Corps: General-Licrzrenant von Naßmer Excellcnz, unter Assistenz des Gcneral-Majors ron Krafft ]., des Präsidenten von Zander und des Land-Stallmctsrers von Burgsdorff, das Richter-Amt hatten. Am ersten Tage wurden 6 Rennen abgehalten. An dem 1|en um die von Sr. Ma]. dcm Könige als" Preis aus eseßte Sturz aus dem ngptgcstüc Trakehncn, na men 12 ??ferdc Theil von deux]: die braune Stute „Donna .' iana“ des Grafen vm; Lehndorn artf Stcixwrtk) in beiden Läufen zuerst den Sieges- pfo_skc,n erreichte. .Bei dem 2th Rennen galt die Bedingung da[; jeder Konkurrrnt sich im Voraus vcrpfiichten mußte, seit; Pferd, wenn es Sieger bliche, dem Berliner Verein für Pferde- zricht undk Pferdcdrcssur fÜl," den Preis von 150 Friedrichs- LM zu yhcrlaffen. Von den fünf Pferden, die sich den Sieg streitig machten, erreichte der Fuchshenqsk „Lilliput“ des Rittmeisters yon Borcke zuerst das Ziel. Daß Zte Rennen war cm Rennen im Trade um ein als Preis ausgeseßtcs Sattel- zrug, unter ,der Bedingung, daß die Bahn von diesmal nur 000 Rut cn M höchstens 5 Minuten durchlaufen werden mußte. Sieben fxrdc koykitrrirtcn bei diesem Rennen und eine Rapp- stute des „Herrn Iyäblcr siegte in 4 Min. 49 Sek. Zu dem 41111 thzncy hattrdcr Herr Gcneras-Licucenant von Naßmcr cin vrcrjghriges Pferd am? dem Gestüte zu Trakehnen Ünter dcr*„Bcd1119011gxals Preis ausgcseßt, daß der dichährige Sie- g_er im nächsten „Jahre 111 demselben Rennen nichtwiedcr konkurrire. Cs liefen 4 Pferde, von denen der F11chshc11gsc„Komus“ dcs Lieu- rcnants Grafen v. Rddern zuerst am Siechpfostcn anlangte. Im Zten Rennen um eine von dem Verein ausgesetzte Prämie von 01) Dukaten in einer silbernen Schale sieate von sechs Pferden abcrtxxals dcr obcncrwähnteFuchshengsr„Komus“, und im 6ten dcr Juchswalla-clx „Victdr“ des Nittmeisrcrs Hinzmann von Hallmann. ._Dicics Pferd wurde für 100 Dukaten angekauft. Den Beschlußder Rennen am ersten Tage machte die Produ- zirung dreier Campagnr-Pfcrde. « ?11n28.Zuni wurden-stc- ben Rennen abgrhaltcw Zm-Lstcn, um den von Sr. Königl. Zdhctt dem Prinzen Albrecht ausgescßten Preis (eine silberne
'aule, arts welche der Name des fiegendcn Pferdes und der scmrs Besitzers „eingetragen werden), sammt cinem Einsa e von fünf Dukaten, liefen sechs Pferde, von denen der schwarzxraune Fengsc „Portlandson“ dcs General-OITajors von Barner siegte. , on dcm 2tcn Rennen war das Vollblut ausdrücklich ausge- schlossen. „Es crschic_ncn drei Pferde, von denen der Fuchshengsk „Throdostus“ des Herrn Hirschberg Sieger blieb, und von dem Vercm für „den frstgcscßtcn Preis von 150 Dukaten angekauft wurdx, Bei dem Ztc'n Rennen konkurrirren nur zwei Pferde. DerJuchshcngsY des „Herrn von Fahrcnbcid „Al Raschid“ siegte und crhccl_t, aduxzcr dem C'itisch von 10 Dukaten, eine silberne Schale 11111 11) Dukaten. Zu dem 4ten Rennen hatte der Land- S_taljmcisrcr von Burgsdorf cinen dreijährigen Wallach des (??cstüts zu, Amglicnhof nach beliebiger Wahl ausgesckzt. Um diesen Preis stritten fünf Pferde, von denen der Rappwallact) „Crnchriud“ dcs Majors Von chbin das Ziel zuerst erreichte. Bei dem 0011 Rennen konkurrirten drci Pferde. Sieger blieb der „schwarzbraunc Hengst „Eirén“ des Herrn von Saucken auf Zultenxeld, dcr demVer-cin zu dem festgescfztcn Preis von 200 Duk. nberlasscn wnrde. Das Gre Rennen war ein Rennen mit Bauern- pfcrdcn, zu welchem 21 Pferde erschienen. Die drei Preise von resp. 50 Rthlr., 30 Rt1)[r. und 20 Rrhlr. fielen dcm Bauer Wiemann ans Drebyqu hci Fischhauscn, dcm Bauer Thrun aus Neu- hausen bciKömgsbcrg und dem Bauer Kammer aus Geikuhnen bei Gumbinnen zu. Das 718 und [cßte Rennen war eincJagd- Rennen, zu welchem das
Termin auf eine Deut e Meile ab- qeskc'ck't War. Fünf Pferde nahmen an demselben sqcZ,!)eil. Sieger 131111: der Fuchshengsc „Grangosicr“ des Herrn von Heili cn- 1cadt auf Klimkcn, der nach gxücklicher Ueberwindung aller in- drr'tiiffe in ]5'/2 Mitmtcn zuerst das Ziel erreichte. Dersselbe erhielt den von der Stadt Königsberg ausgeselzten Pokal, 011- dercThaler an Werth, und eine „von dcm . errinc hianqc ügte Prämie von 20 Dukaten. - An dem Tage zwischen dén bci- drn chncagen, also am 27. Juni, fand eine Thier- schau ßatt, bci wclchcr das zahlreich versammelte Publi- kitm eine sehr erfreulich Theilnahme bewies. Nachdem die einzelnen Gegenstände eine Stunde lang betrachtet worden, wnrden der Reihe nach ersc die Pferde, dann die Rinder und Schafe Unter klingendem Spiele vor derTribune vorbeigeführt, demnächst abrr diejenigen Exemplare, denen Prämien zuerkannt worden, mit Cichcnkränzcn geschmückt, noch besonders produzirt, .Die Prämien selbst (silöcrnc Becher von verschiedener Größe und analoger Verzierung) händigte mit einer aufmunternden Anrede der Herr Obcr-Präsicht von Schön Excellcnz jedem cinzelnriz Bcslkzer der des Preises würdig erkannten Schau,- Gcgenstände cin. Ziilclzt wnrde cine Auction abgehalten, bei welcher von „einer zahlreichen Mengc vorher angemeldeter Pferde, ÜberhaUpt 18Stück', zn den Preisen von resp. 300 Rchlx-„, 250 Rthlr. und abwärts, durchschnittliclck zu 124 Rthlr. pro Stück und ein Stier für 90 Rthlr. verkauft wurden. ,
__ DU' im Oktober 1035 verstorbene Krämer Samuel Eisler 11 Görlitz hac die bedeutende Summe von 25,075 Rthlr. zu woßlthätigcn Zwecken bei der Stadt Görliß ausqcseßt 11a- mcntlich 15,000 Rthlr. fiir würdige Hausarmc (BÜrgerMnd Bürgerinnen), 2000 Rthlr. fiir Hausarmc, 7350 Rtblr. für alte Bquer und Bürgerfraucn, fÜr eincn Primaner' einen Schulknabcn und ein Schnltnädchcn :c., 125 Rthlr. ,zu Re; munerationcn. Von dem Universal-Erben dcs ec. Eifler smd ewi en ac un pünktlich erfüllt worden, und die Stiftunger? bcsrseét;ck fsämmt? lich in's Leben getreten.
,Wind ........
-- Man schreibt aus Bun lau unterm 25 “ * „Am 19. d. M. in aller Frühe,ng ejn-schweresG|ee13itxe'r Yer das Städtchen Leéppa bei Rothenburgdn der Neiße. Von den Glasmacherti der ddrtiÉen Weiß- "und Grün-Glas-Fabrik hatten |ck 11 in die an die abrik stoßende Hafenskube begeben“, um Zier den Regen, abzuwartrn, unddann ihre, Arbeit wieder zu fegitinrn; „htel' wurden ste “aber sämmtlich , theils in sißender, tyrals m liegender Stellung , von zwei Blitzstrahlen getroffen. Vier wurden, im anscheinend leblosen Zustande aus der Stube Ze?racht, drei davon aber durch zweckdienliche Mittel wieder ins eséii zurückgerufen; bet dem vierten blieben jedoch alle ange- wendexen Rettungs-Versuche fruchtlos. Die Uebrigen kamen schem M der Hafenstube wieder zur Besinnung, doch waren nur einige von ihnen vcrmögend, dieselbe auf Händen und Füßen krie- chend u veriassen, wä' „rend die andernherausgetragen werden muß- retz. ußer ememgqnz ichunverlcfztGebliebenen sind alle mehr oder mender don „denBlilzsrrahlen verbrannt und vcrleßtwordcn; f?r be- ßnden stch ]edorh bereits auf dem Wege der Besserung, und es ist nur,n-och eme_große Schwere und Schwäche in den Glie- dcrtx br: ihnen vorherrschend. Bemerkenswert!) ist bei diesem Ereignisse folgender Umstand: An der Seite des vom Bliß Gerddtetrn lag em Arbeiter Namens Kaufelt und an dessen Seite wieder mehrere Andere. DerKaufelt nimmt, als er fich nirderlegt, zwei durch _Stroh zusammengebundcne große Bier; gjaxer und [e tstci) selbt e unter den Kopf. Es scheint nun, daß gerade diese [äser als ichtleiter derElcctricität den Blißstrahl von,ih111 abgehalten habrn; denn während der an seiner linken Seite Liegende vom 23er getödtct der zu seiner rechten Seite sehr schwer und alle folgenden 111le oder-weniger vér'lelzc wor- den -smd, isrer nur der einzige, Welcher ohne alle Verleßung gebliebenQHsk.“
-- erichcigung. Im gestrigen Blattc der Staats.- Zeitung Seite 739 S alte 2 eile 10 v. u. ' “ [ies gestrige / p / Z statt „heutige
Wiffenschast, Kunst und Literatur.
Der Etruskische Charon. Eine antiquarische Untersu- chung von ,I. A. Ambrosch. BrcSlau Ader ds. “2 S. in 4., nebst 3 Steindr. Tafeln. *) , h z ,
Der EtruSkischc Charon ist ein gau anderer "11 ernal-Dämon ais der aus dem älteren, Griechischen szthos bekchfte. Während dreser im, Hades ezne „ziemlich untergeordnete, fast sflavisch:niedcre Rolle" sp1elt, e„rsche111t [ener auf Etruskiscyen Kunst-Densnn'ilcrn als em hoheres da1uonisches,Wesen, das, ebm so häufig auf der Ober- alzsk-in der Unterwelt wrrlend, gewissermaßen die Functionen dcs Grie- chxxioe11 Thanatos4 dcs Hermes :Psychopompos und der F0- rreu m fich verrimgt. , Wegen dieser auffallenden Verschiedenheit vermuthete Ottfrted Müller 111 dem Etrttskischen Dämon vielmehr den Mantus odcr e111e1_1 Todes-Genius von unbekanntem Na- men (Etrusk. 2. S. 00 ff.“; Archäol. §. 174 u. 431; Denkm. d. alt. Kunst „Iz. Heft Nr. 317; 39110. L. J. 1835 Nr. 105). Da jedocl) die Inschrjstcn eimgcr EtruSkischer Vasen von vorzüglichem Werthe den Namen (_Tharon sribst au'ßer aüem Zweifel setzen, so blieb dén Al- terthtzznssorschern bashrr rätvselhast, . was die EtruSker brstimmt ba- ben konne, der Tod brmgcnden, die Todten zur Unterwelt 1e|eitcndcn und dort strafendcn Goxtheit der Namen des stygischcn Fährmannes beiztzlegen. Das Berdtenst, dtcscs Räthsel auf befriedigende Weise zu losen, erwnbt s1ch der als Archäologe bereits rühmtick) bekannte Herr Verfasser durch'vorlxegende latei11ischgefchriebene und von nicht gxwohylioher dhtloldgtschcr Kenntniß zeuge'ndc Abhandlung. Es zer- fällt Oteselbx m 3 Kapitel: 1. ])0 C11n1'11111„1§“]*)11*11§ci 1'01'1110 Lk. 1111- 111010; 11. ].)L ()]101'01110 (1111000; 111. ])0 6113101110 50011100 (eine Tri- chotonz1e, welche log1sch,n1cht ganz genau ist, da der sceuische Cha- r_on 111cht denz Griechtschen gegenübergefiellt werden kann). Nach emer sczrgfälttqen Durchmusterung der wichtigsten Etrquischen Knust- D_enkmaler, wrletze den Charon theils einzeln, theils in Verbindung Mit anderen thuren enthalien, und nach eincr gelehrten Geacut'iber. stellung aller auf den Griechischen Charongvthosx bezfiglichén That- sachen gelangt Herr A. 111 dem Resultate, daß, uachdcu“: Yeayptische Theosophemc in dre Grtethsclx Rel1gionslchrc cingcdrungcü waren (zwischen der 30. und 40. x_*lv,111p.), dcr Aegyptische Psychopompos, welch_er zugle„ich strafender Dämon war, an die Stelle dcs älteren fiyg11chen Fabrmatrnes trat, und das; die immer beliebter: sceniscbe Darfiellnng des PämoW in seinen neuen Functionen ihn allmälkg fojstchHTe'insYer?MUG?gstml?chte, dÉß dic Etruskischen Künstler ihn in*
. en e a 11111 6 en ande i ' “ „ lungecq wählewbkmäntÖn. bz g | hrcr btldltchcn_Darstel * _ rme wertro e uga e zu dieser inhaltrei en Mono ra i die wohlgelungcnen Abbildungen der Figuren czhweicr im ?KöLMiZF Museum un„ter Nr. 1621 und 22 (im leßten Vascnzimmer, dem Ein- gauge gegenuber) aufgesteüten Vasen, welche dem Etruskischen Charon- - ytbos a11ge1),ore11, und deren Erklärung (zum Theil von der Ger- hardschen abwenhend) auf Pag. 64 - 72 gegeben ist. F d.
Jm gestrigen Blatte der Staats-Zcitnug bcßndet fich am Sch111sse«
des Berichts über die Verhandlungen der Pariser Akademie der '- sr11schaften 111 der Sitzung vom 26. Juni die Bemerkung“, daß ZKF) cm Werk des Herrn Costesfin Berlin ehrenvoll erwähnt worden sey. Da es indessey, unserrs W1fsc11s, 111 Berlin gar keinen Gelehrten die; sis Namens_ g1cbt, so rst Grund zu der. Annahme vorhanden, das; durch * emen Dr_irckscdler ch Pariser Zeitungen „Coses“ statt Casper gcß'eßr wfdrdrn 171. Der Hkkk'Glhkime Medizinal-Rath l,)1-. Casper hatte namlich „sem letztes statzstsches Werk über die mittlere Lebensdauer der Par-scr Akademie emgcsandt, wenn gleich dasselbe nicht zu den Pre1s-Kdgknrrenz-christen gehörte und nicht gehören konnte, da statutenmqwg nur„so_lche Schriften, die fiel) mit der Statistik von Frankrctcl) beschafttgen, um den Preis konkurriren durften.
')_Der Lateinische Titel lautet: [)(5 811111111110 131111800 00111- 111211111110 “1111111111110. 501111811 1111.111111111118. 111111) 1'08011. [*1111. ]) 1411111]. 11111. 111 401111. »?1'111151, 1)1*01'. 110061111111711801'11111 1113111111111 (111-“18: 111 !11115E0 rozxü) 1181011112081 :18561'1'un1111' [116111930 111111110 1110111131: “11'08 1111111111118 1115011111410,
Meteorologische Beobachtung.
Morgens Nachmittags! Abends | 921111) ef11111a11gcr
6 Uhr. 2 Uhr. 10 Uhr. Vrobacbtung. , ck-
anllwärme 7,40 N. Jmßwärmc 15,6o N. Bodrnwärme 13,40 N. AuLdünsiung 0,181“ Rh.
]Z37. 3. Juli.
Luftdrnck ..... [336,83/“Par. 336 80““Par. 337,06““Par. Luftwärme . . . +10,0 " R. + 13-3 “ R. + 8,5 (' R. Tbaupunkt... + 5,90 N. + 2,9991. + 3,4091. Dunfisättigung 7- pCt. 43 pCt. 66 161. Weiter ....... triibe. bezogen. trübe. WSTI- II. gg. “NiedersMag 0. Wolkcnzug. .. . - W. - 9111113111101 + 6,3 “ N.
Tagesmieeet: 336,90““Par... +10,60N... „;.-1,1031... 6011051. W.