1837 / 225 p. 1 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

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kein Schaden bei dcr Production, die Zahlen mögen sich nun so oder so |ellen. Diese Frage auf den vorliegenden Fall angewandt, haben wir als Faktoren für die Antwort: die Schafe, die Ernährung und die_ Vervfiegung aufzustellen. Erstere find unter den obwaliendcn Zertverhältnissen im Allgemeinen nisse viel theuerer jest, wo so eine Wolle den Zentner zu 70 is 100 Thaler tragen, wie damals , Wo sie 40 bis 50thalrige trugen. Die Ernährung hängt vom Werthe des Grund - Eigenthums und von dessen Beimßung ab. Der Werth ist jetzt nur um weniges, mitunter um * gar nichts höher, wie vor 40 bis 50 Jahren; und wenn auch eine ; böhereBelasiun diesen Werth steigert,so gleichtes die bessere Beuusnng . wieder aus. Wo ten wir die dermaligen Getraidepreiseals Maßstabgcgeg _ die Wolle annehmen und dieselben auf die frühere Zeit anwenden, so muß ' 1th der Werth des Grund:Eigenthums geringer seyn, wie damals und wir wiirden sonack) auch die Woite woblfeiler [)ersiellen können. -- Zu Berpfiegnng gehört die Unterbringung in den Staaungen, gutes Futter und die den Schafen von dem fie versorgenden Personale wiederfahrende Behandlung. Wir haben in neuerer Zeit theurere Stauungcn gebaut. Aber dies war keine Nothwendigfxit, sondern nur ein Luxus, den die hohen Wollvrcise ins Lebeu riesen. Maxi kann fie wohler und eben so zweckmäßig herßellen, wie viele Bei- spiele lehren. Man sagt, veredelte Scha1e muffen besseres Futter haben, wie gemeine. So leicht dies in Abrede zu stellen 117, so wo,!- len wir es doch gelten lassen, müssen aber dabei bemerken, daß dre Erzcngnng eben dicses beffcrn Futters den Impuls zym rattonellen Betriebe des Landbaucs nocl) vermehrt, mithin uns mixtelbar genutzt dat, daß die Getraichproduction dabei nicht beeintrachtigi ,worden ist, sondern gewonnen hat, das bethätigen die„aydariernd niedriger Preise.-Aber das Schäfereipe1sonale isi gc enwgrttg viel thciirer, wic ehemals! Wir baben ja Schaftucisier, wel : höher besoldex imd, wie Ockonomie-Berwalter! Allerdings wahr! Aber theiis dürfte dies an vielen Orten nicht so scvn, theils ist dcnnoci) die Besoldung iiicht höher, wie ehemals, 1.1 in den meisten Fällen sogar noch niedr1ger. Sonst hatten die Schäfer das Zchntheii aus der Hrerde und 11111111).- 1'cr noc!) besonderes Vorvich. Run berechne sich 111111191 eiu Scha: ferci-Befiizcr dieses Zehntheii jetzt, und vergleiche danut d1e Besol- , dung, welcbe er seinem Schafmcister giebt, und dann mag er _sagen, ob er )'th mehr zahle, wic ehemals. - Folglich geben alie drei Fak.- , torrn gegenwärtig eine niedrigere Summe wie ehemals, und es geht daraus hervor, das;, wenn vor Zeitcn die Schgfzucht Gewinn gc- tragcn hat, fie dies auch 1“th noch mehr thun müsse oder umgekehrt, wenn sie jetzt Schaden bringt, muß sie dessen ehedem noch vielmehr grbracbt haben. _ ,

Der Grund, warum man jammert, ltcgt, wenn wir aufrichtig scyn wolLen, einzig und allein darin, daß das Fallen der Wollprcise 11 plößlich und "11 unerwartet rind dabei auf einmal, in zu hohem ibmdr vorkam. 11.111 und Kalkul siand auf dem vorjäbrigen Saß, nnd die gewaltsame Enttäuschung konnte nicht anders als schmerzha t seyn. Schon haben wir ja aber Aehnlichcs erlebt, schon sind einmal die Preise (1821/27) niedriger gewesen wie gegenwärtig, und denndck)

vou drängte fich einem eden bald wieder die Ueberzeugung auf, daß "den: noch die veredelte «Luan ein Zwang sey, an we1chexn der Land- wirth fesihalteu müsse. ie Erfahrung ist abxr allezeit die beste chr- mei erin. Die Er eugung vouSchafwolle erre1chtiibera11 gar bald „ihre Gr uzeu, nicht a er so den Verbrauch derselben. ZunehmendeBevélke- rung und steigende Civilisation erweitern für ste die Gränzen nach zwei Seiten. Ein Mißwachs i11Wolle- durch Sterblichkeix der Schafe ex- zeugt-kann nicht so schnell ausgeglichen werden, 1v1e_ Mißwaehs m vegetabiliscben Produkten ; auch kann die Erzeugung thierischer 111? so rgsck) und so weit vermehrt werden. Die Baumone. der theilweise Rival der Schafwolle, is in drei Jahrzehnten ins Vierfacb'x dermchrt wor- den. Die Schafwoüe hat ein halbes Jahrhundert nothig gehabt, ehe sie nur um die Hälfte ihres sonstigen Quanmms zunahm, und noch hat jene in ihrer Zunahme weiter gesteckte Grän en wie diese. Aber eben aus diesem Grunde wird auch die Schafwo _e von der,cmgetre: tenen Kriss bei weitem nicht so schmerzlich betroffen, wie die Baum- wolle. -- Aus alle dem geht klar hervor, daß drr Absatz, unseres Pro- duktes geschert bleibt, und daß auch wieder bessere Preise werden für dasselbe gezahlt werden. Wiederholt aber kann nicht oft genug wer- den, daß eine überspannee Höhe derselben zum Nachtherie dcr Erzeu- gung eben so ausschlagen müsse, wie zu dem des (Yrbrsalnches. ) - rc . Ztg.

Meteorologische Beobachtung. Morgens Nachmittags Arends Naa) cmmaiiger 6 Uhr. 2 Uhr. 10 Uhr. Beobachtung.

1837. 12. 211191111.

Luftdruck ..... ,336,16““Par. 336,21"“Par. 336 WWW.. Quellwärme 7,8 0 R. Luftwärmc . . . ;+ 16 5 " R. "+ 23.4 " 91. 4.17.7991. Fiufkwärme 18.9 9 R. Thailplmkt . o . "*,-13,8 0 R- :+ [3,7 " R- + 14.3 ". Ro Bodcn'vämnc 17/4 0 N. Dunstsättigung 82 pCt. 49 pCt. 77 116 t. , „„ „, Wetter ....... heiter. halbheiter. heiter. Arisdünfiung W129 )' h" Niedersüxlag 0.

Windooojsoo! SO- SO- SO- Wolkenzug. .. . -- SO. -- Nachtkälte -|--1-1,10 R.

TageSmittel: 336,34““Par... +19,20N... +]3.90R... 69 pCt. SO.

Üuswärtigo 1151-8811.

.Imstsräam, 8. 1111 ust.

Rioäokl. 8711141. 813011111 53%“. 59/0 0. 1005/3. [(am-8111. 227/- 50/0 89311. 207.4" kazgirv 57/„z. 3111115. 8011. 73/4. 211111]. -. ['raus-1. 1'1'111n.-81:11. 1097/3. 1'0111. -. ()(-starr, 111121. 1003/4.

zntworpon, 7. zuxxuut.

21111]. 7'/ . Reus 11111. 205/3. 111". 1/2. (1.

krnukxt'urt a. U., 10. „August. .

088terr. 50/0 11161. 104%.- 1043/3. 4% 9934. (1. 21/29/13

5634. 5672. 10/0 24734. 245/3. Uuuk-Üßtsen 1639. 1637. i'artiab0b1-

141%. (1. boogi- 211500171. 115. 114%. 1.001"; 211100171. 227!

['n-uss. !)räm.-ch. 62%. 625/ . 110. 49/0 1111]. 100. (1. 70111, .

61%. 64%. 50/0 811111111111. 17 2„17%. 214% 11011. 5218/„,„52z,

Uamburß, 11. zugust. Zank-zotiau 1360. 1357. ng]. kuss. -. 59/0 l'art. -. 30/0 -. Kaus 11111. 20%-

1-0110011, 8. zuZust.

00118. 39/9 915/3, Unlx. 102%. Reue. 1111]. 21%. ['n-171351, 21/217? 11011. 52%. 150/0 102%. 5% l'art. 111, 1

1111811. 8011. 8. (10.30/0 26%. 1111111. 1188. 11072. Uma. 84. Oolumb. 29/4. 11 25. [“Na 201/2. (31111132. 1711311, 8. 11111188 50/6 blßt- 1059/16" 40/0 ]Wl/z. 3 /0 771!/] 81 21/2 0/0 "'. 10 --. 8111119401101) 1377. d'am- 1111. «.

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"Berlin, Diensiag **den 15ten

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2'1837.

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.Königliche Schauspiele.

Montag, 14. Aug. Im Schauspielhause: Emilia Gator Trauerspiel in 5 Abth., von (5.5. E. Le ing. (Herr Seydelmam Regisseur vom K. Hof-Theater zu tuttgard: Marinelli, . "XM“ Glaxkrolle. Herr Franz: Odoardo. Herr Devrient: G

ppiani.

Dienstag, 15. Aug. Jm Opernhause, auf Befehl: Liebestrank, Oper in 2Abth., aus dem Italiänischen, mit ..

Im Schauspielhause: Die be

_ Musik von Donizetti.

Mittwoch , 16. Aug.

“* Klingsberg, Lustspiel in 4 Abth., von Ko ebue. (Herr Se ', mann: Graf v. Klingsberg, Vater, als *'a|rolle.)

Köni Moura , 14. "lug. oder: Der aner als Millionair. (Großes romantisches Ori nal-Zauber-Mährchcn in 3 Akten, von F. Raimund, 1. vom Kapellmeister I. Drechsler. Dienstag , 15. Aug. Mirandolina. Lustspiel in 3 Akt," von C. Blum. (Neu einstudirt) (Herr Bohm, vom Sta Theater zu BreSlau: den Reisenden, als GastrollZi) Hiera Der Secretair und der Koch. Lustspiel in 1 Blum. (Neu einstudirt.) '

sskädtisches Theater.

Rcdacteur Lek. Gate“. *

Gedruckt bei A. W. Hayn.

„M*

Allgemeiner Nutzeiger

für

die Preußischen Staaten.

Das Mädchen aus der Feenw.

kt, von

___-“"Paris, 9. Aug.

Amtliche Nachrichten.

Kronikdes Tagez

Des Königs Majestät haben den bisherigen Land; und dtgericlzts-Direktor Hennecke in Hagen zum Obcr-Latidcs- .)ts-Ratk) zu ernennen gcruht. Angekommen: Se. Excellenz dcr Wirkliche Ge eime ats- undMinisicr der grisklichcn Unterrichts- und Ikedi- Hängelegenheitcn, Freiherr von tcin zum Altenstein, cap ig.

Sianxceilciiz dcr Erb-demeister in der Kurwark Bran- .urg, Graf von Königsmarck, von Hrilinnsradt.

Der Gencrai-Majdr UNd Commandcur dcr -1tc:1LandWchr.- ade, Freiherr von Troséyke, von Karlsbad.

Zeitungs-Nachrichten. A us laiid

F r a n k r e 1' ck.

Der Sec-Minisker isi nim cbenfaüs ,' dem Schlosse Cu abgegangen; dagegen werden die Herren "“Montalxivet und Barche morgen in Paris zuri'ick'erwartct. _ der Conseils-Präsidcnt wird sich auf-18 Smnden nac!)

Schlosse Eu begeben.

Heute früh traf in dem Ministerium der auswärtigen An- enheiien ein Courier mit verhängten Zügeln ein. Er kam der Schweiz, und es verbreitete sich sogleich das Gerücht, er die Nachricht von derAnkunfc des Prinzen Ludwig Buo- artc in Ar_encnbcrg überbringe,

Gestern iollen bei mehreren vornehmen Personen in der

Bekanntmachungen.

P r o c l a m ct. Zur Subhasiation des wiederkäuflichen Bcfißreohts des im Rummelsburgschen Kreise in Hinterpommern bcchcnm adelichen Guts Gadgcn, welches Gut ein alt v. ettow Lehn und mittelst Vertrages vom Jahre 1803 von dem damaii en Lehnsbes er Johann Peter Jacob v. Lettow anf lein Schwir cn a11 de_n Guts- besitzer Johann Wilhelm Heinrich v. iswi fiir 14,000 Thlr. mit dem Vorbehalte des Wie erkau?srechts o_er- äußert worden, von Welchem e„s nach mehreren Bens- Veränderungen an den egenwärti eu Besitzer v. Tred- fow gediehen ist, im * ege dex rxecution haben wir einen Termin auf den 14. März 1838, Vorunt- tags 10 Uhr, vor dem Dcputirteu. Ober-Landcsge- richts-Rati) Hendeß, angesetzt. Dic landschaftliche Taxe des Guts, welcbe 11ebs7 den .Lauf-Bedingungen in unserer Registratur eingesehen werden kann, betriigt 17,476 Thlr. 16 sgr. 10 pf. Der Zeitraum, nach dessen Ablagf der Bcrkanfcr "Zohann Peter Jacob v. Lcttow er'it bcrexhttgt scon sollte, das WicderkaufSrecht anSzmiben, 117 111 dem Vertrage vom 18. November 1803 auf 25 Jahre, vim Marien 18021 a11gercchnet, festgesetzt, und dewnäcbsi im €*. 25. gedachten Vertrages Folgendes Üipxtltrtz „iibrigens macht Herr Wiederverkauier sich ver- diudlici), daß, wenn er nach 25 Jahren iwc!) (1111 Leben seyn sollte, der wicderkäuflirhe Besitzer die: ses Gut am1och fernerweit auf eben diesen Kdn- trakt behalten soll, ohne daß derselbe dem Bertin!- fer des?alb das Geringste nachzahlen oder entrich- ten dar ,“

und in dem Verlautbarungs:Proioioll vom 3. März

1804 ist als Erläuterung hinzugefügt worden:! „zu §. 25. sind beide Theile darin einverstanden, das; auf den vorausgesetzten Fall die Fortsetzung des gesch1offe11c11 Handels wieder auf andere 25 Jahre ohne die geringste Abanderuug dcr getros- fenen Verabredung fortdauern soll und der r. Let- iow dcrsrlbcn 11icht entgegen seyn kann."

BL:“; jetzt [7.11 aber der Idyaim Peter chob v. Letiow das vorbehaltene Wicderianférecbt noch 111chk ausgeubt.

Uebrigens geschieht der Verkauf mit Vorbehalt der .111 dem Giite Gadgcn 111 Lehn berechtigten ngnatcn dcs (Xcschlechts der r. Lettow oder aiiderer etwa zu 23111; berxchtigten Geschlcchtcr. _

Diejenigen, Welche das Gut Gadgen auf den Wie- dcriéinfiichen Bess zu kaufen genugt find„wrrdcn bicrdurch auf efordcrt, in dem gcdachtxn Birtungs, Termine im Königlichen Öber:Landcsger1chte h1erselbsi iiii) cinzufindcn und ihre Gebote abzugebew. undes wird, wenn nicht besondere geseßltcbc Grunde eme NllÖUÜhme machen, der Znsch1ag dem Metfibietcnden crtbrilt werden.

014.211", den 17. Juli 1837.-

Irdnigl. Obcr-LandeSgcrickyt von Pommern. Civil ; Senat.

Nothwcndiger Verkauf.

Land; und Stadtéericist 311 Bromberg.

Das dem Gutsbesitzer C )risiopl) Daniel yeyder und des- sen 1111n0r81111211K111dt1'11 gclzörigc cbemaligc'Obcrforfic- rci:Eiabliiscment 511 Grünau, abgeschätzt „1111-5089 Thlr. 16 sgi. 10 pf. lefML der nebst Hypotheke11sch1r111 und Be; dingungen in dcr egißraiur einziisehenden Taxe, soll am 16. Dexember 1837, Vormittags um 11 Uhr, (111 ordentlicher Gerichtsserie subbastirt werdcn.

Bromberg, den 2. Zum 1837.

...-__- »"

P r o c l a m a.

Der hiesige Bürger,_Handschuhnnxcher und Haus- besitzer Christian Gottltep Berger. em Sohn des zu DreSden verstorbenen Pfeiffers Johann Christian Ber- ger, 111 hier am 20. Mai «. obne Hinterlasnng eines

Aqutttrag des Nachlaß-Kurators, usikz-Kommis- sar Neumann, werden daher sämmtl che unbekannte Erben des genannten Handschuhmachers Berger, de- ren Erbnehmer oder Cesffonarien hierdurch aufgefor- dert, sich schriftlich oder periknlich bei unterzeich- netem Gericht zu melden, spätestens aber vor *dem' Herrn Land- und Stadtgerlchts-1_Katb Hoffmann den 31. Oktober 1837, Nachmittags 3 abr, in unserm Gerichtshause einzufinden urid ihre Erb- Ansvrüche und resp. ibre Venvandtschatts--Verhält- nisse nachzuweisen, widrigenfaüs fie damit vräcludirt werden und der Nachlaß als herrenloses Gut der bie- sigen Stadt-Kommune zu esprochen und zur freien DiSposition verabsolgt wer en wird.

Goldberg, den 22. November 1836.

Königl. Preuß. Land: und Stadtgerichr

Bekanntmachung.

Nothwendiger Verkakuf.

Stadtgericht zu Berlin, den 5. April 1837. Das in der FunkerßraßeNr. 3 belegene Grundfiuck des Buchdruckers Gräwert, taxirt 511 7280931111; 24 sgr., soll am 15. Dezember 1837, Vormittags11Ubr, an der (Hericbtsiiche subhaüirt werdcn. _Taxe und HypothekensMin jmd in dcr chisiratur einzusehcn.

Bekanntmacbung.

Nachdem die Königl. Preuß. chicrum zn Maßdc- burg mit der Anzeige, das; der bidderigc Dcfißcr c nes vor Aschersleben beicgencu landesherrlichen Lehns von Y Morgen Ackerland, der am 13. Februar 1754 ge- borne Handlungsdiener Johann Salomon Wolf aus Elze, ein Solhu des vorher zu Ascherélcben wohnhaft gewese11anckcr1na1ms und Kaufmanns Wolf 311 Elze, vor mehr als 50 Jahren in die Fremde i_a11gebiici1 naci) Surinam) gegangen und, weil er weder zuruck- gekedrt, nocl) Nachricht von seinem Leben und Linsen!- i)alt crfolit, d11rch das vormalige Disixiftd-“k'ribunal zn Hiidedbeim unterm 22. Juli 1810 mx verjchrllcu erklärt und deshalb der landesherrliche Fisfns in den provisorischn Besitz jener Lehns-Parzclcn grieizt scv, darauf aiigetrageu hat, behuf Verivandlung dieses 1110. risorische11 Besitzes in einen vollen und 1111bc1ci)1'ä11ktcn Besitz, der Jrhann Salomon erf 111111111011, nachdem er sein 70s1cs Lebensjahr längst zurückgelegt vader. wiirde, für todt erklärt werde.

So wird dem genannten Johann Salrmcn Wcii bierd11rch aufgegeben, „so gewiß 11111 1:.c11 ie ck15 Mo- naten :- (11-10 entweder sich persönlich bier einznßn- dcn odcr glaubhafte Nachricht von seinem chZn und Aufenthalte zu geben, als er widrigenfakis fur tddt erklärt und die Körigl. Preuß. Regierung zu Magde: burg befugt erkannt werden soll, auf die iiir solchen Fall gcseßlicb zulässige Weise über obige Lehns-Gruud: stücke zu disponircu. .

Elze, im Königreich Hannover, den 5.J1111 1837. Der Magistrat. 21.21. Krittcr.

Literarische Anzeigen. Anzeige fÜr Rdsrnfrrunde.

In kurzer eit wird das neue Verzeickiniß meinxr reichhaltigen 1) vsensammlung erscheinen; ]ene Herren Liebhaber, wclche noch nicht mit mir in Verbindung gestanden haben und eins zu haben wünschen, find gebeten, franco (111 ufragen.

Rheydt bci Duazcidorf, Rheinpreuficn.

O. van Barrie, Apotheker,

Tas Vrrzeiehniß der von S1“. Excellem, dcm wirk- lichen Geheimen Staats-Minisier der andwärti en An- gelegenheiten Hrn. Aucilion hinterlassenen Bi iiotbek,

Tcsiaments und ohne bekannte eseßlichr Erben ver- iiorben. Sem Nachlaß beücht o ngefähr en 800 Thlr.

wclche, nebst der in denAnhän cu au geführten Mine- ralicn-Sammlnng aus dem 3 acht.! e des Bau-In-

spektors Herrn Krüger und den Bücher-Sammlun- Ilm aus dem Nachlasse des König!. Kammergerichts- ffessors errn L 11dolf und Anderer, Ende Sep- tember d. . versteigert werden soll, ist Schützenstraße Nr. 10 zu haber. Rauch, Königl. gerichil. Auctions-Kommifsarius.

Berliner Nekrologie.

Freunde nachstehender 1835 verstorbener Berliner: Des Gch. Kadmets-Rath Albrecht, des Schauspiel- Dichter Angelo, des Staats-Minisicr Grafen von Bernstorfs, dcs General-Lieutenant Braun, des Kupferstecher Dörbeck, des Lehrer Cloner, des Ob.:

Beriyauptmann Gerhard, des Kriegs-Minisier von _ a e, des Prof. [):-. Hörschclma11n, des Staats- iinisier v. Humboldt, dcs General-Major Kcibcl, des Buchhändler Krause, des Dichter Langbein, des “Prof. [)1'. Levezow, des Oberst v.. Malsciziizky, des 3 rof. Mare, des Neg.-Rati) l)r. Reichhelm, des )1'. 111011. Sachs, dcs Gcnremalcr Schröter, dcs Rentier Schum an 11, des Commerzicn : Rail) Seeger, des Geb. Obcr-Instix-Ratb Frhrn. Stein „zu Liltc111'ici11„ des Geb. Oder:Rc,]..Rati) Uhde", des Gcnerai-Maxor v. Unruh, des (Hrn.:Hospit-al: Direktor 111". ». Voß und dcs !).-. 11111]. Wiirtzcr Juden dercn ausfiihrliche Biograpbiccn im so eben cr- sch1enc1ien 131c11 Jahrgang: des Nekrdldgs.

Zu haben in allen Buchhandlungen, 111 Berlin in dcr Stuhrschen, Schloßpla13 Nr. 2.

Fiir Handlungsbeflissene.

Bei Carl Gläser in Gotha ist so eben erschie11en und durch alic Vucbdandlungen u beziehen, in Ber: [in, Posen, Broriibcrg durch C'. E. Mittler;

Franzoitsckge Geickxafisbrrefr. heitrrs 111: commerce ['r-119111888 vc-n 171'311001811en1'18613. Aus dissen literarischen: Nardlaffe gesmumelt, mit all- gcmeinrn Andeutungen iibrr dcn Bricifstvi 1111d 111.1 *:prachlicdcn 111111 s(iriiiicich Anmerkungen nacb dcm I)iclimm. 112- 1'.L1.k';1111'-11151- ?“?11110. von 1835, dem (10110 1]-- 170111111r1ce eit“. versehen WO mit Abhandlungen und Darstellungen iibcr Buchführung. Wechsel, Cditrszcttcl, laufende Rrch111111g111itZi11senx berech111111g und aipbabctisciien mid erklärenden Ver- zeickiiiisscn dcr französr'sMn Aiiödriiiie, Redensarten 11110 Abiiirzungcn vermehrt 111311 C. F. L. Reinhardt. 33 Bog. 111 gr. 810. 911). Ladenpreis ] Tblr. 20 sgr.

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1111 170r111xe. (108 Unlerxaiclmnion 18k mm 7011- 81.1111111Z (::-511111011611 11110. 1161 14113. Uirsebxrak! 111 13011111 211 1111111111:

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111-111'110511-1 111111 ]161'1111854-Z1-[1o11 1'011 (Lauri; [“*1'50111*11:11 11051. 21176110, 81111; ***-1010111111 111111 1'91111-x3131'10 „411111130. 741861 155111110 (111 ]2 11011171 erscbionan). ln 31111111116118c111-1' 1701-51- 11111 rnilxiämligen 8111111- 111111 Namen-Uo-Zixisrn. 31". 890. 140 [Fox. 11111 111119111 11'1-11-1011 [1111141113111013 811[13411411110-15-91015 10 11111". l-eiyxiZ, 1111 .]uli 1837. 17. 11. Urcxckbaus.

Die Duffeldorsrr Mairr-Sckgule in den Jahren 1834, 1835111113 1836. Eine Schrift rdll flüchtiger (“bedanken von 21, Fahne, isi [(o-eben iu Diisseldorf bei J. R. C. Schreiner er 1131e11c11 und bei George Gropius. .)dnigliche Pauschale Nr. 12, so wie in allen andern Buchbandlungem gc- heftct in elegantem Umschlag zu haben. Preis 20 sgr.

Bei Bechtold & Hartje in Berlin (Iägersira Nr. 49) erschien so eben: Literarische Einleitung in die

Nordische Mythologie

von C. F, Köppen, Oberlehrer an der Königsßxidti , trotz aller

rstadc Saint-Germain abermals Haussuckwngrn stattgefun- haben, und man verbreitet wieder das Gerücht von einer entdeckten.leiititnisiischen Verschwörung. .Die Polizei läßt . ersuche dcr Legitimistcn, ihre Bestrebungen

schenböhxren Stadtsohulezu BerlimMitgliedcder-“bcui cherlich zu machen nichr davon abbrin en jede Spur eines schen Gepellschaftdqseibß- gr. 81-0, PreislTbkk*Issk-mplottes eifrig 111,1d ohne Rücksicht dei33 P/rrson zu verfolgen.

Dieses mit gemiscnhafter Gründlichkeit 111111111

faffender Qnellenkcnntniß geschriebene Buck) M 1 Kennern und c'reundeu der Skandinavischen MN ?ie, wie der ständischen und Winordischen Lm, iberhaupt, um so mehr zu empfehlen, als xs l': noch kein Wert der Art gab, in welchem die Re tate der Neuesten Dänischen nnd Schwedischen .* scl)_unge11 gber diesen Gegenstand vollständig znsamm gefaßt tvar'eu, .und der Wunsch nach einem so!"- besonders zum Beth akademiickxer Vorlesungeu,1 den Männern des Faches Wiederholt ausgespro-- worden ist.

Im Verlage von G. P. Aderholz in Brisk smd so eben an Foriseßungen erschienen und bei Düm 1111er 111 Berlin, so wie in allen Buchhand/ii- gen, zu haben:

Ergänzungen und Erläuterungen der Prenß1jchen Rechtsbucixei * * - durcli Gesetzgebung und Wissenschaft. ' * Herausgegeben von H. Gräff, (1.75.3190), L.,v.Ron111. Iustiz-Raiyc. 'Lb.-La11deégcrichts; Ob.-Landesgerin Rache. Rathe.

Ö. Simon, -u11d A. We1113el,„

Kaun11crchcr1chts- Fürstcmhmns'Gerxhis-Daektik Affcffdr. Ober: Landesgerichts : Rathk-

]r Tlieil. Lic' Abtheilung. gr. 890. geb. 2211

Diese beiden Lib'theilungcn rmhaltcn den Meni- dcs allgrureinen Landrecbts oder Titel 1-11.

Sckglest sches Archiv! für die praktische Rockyts“wisse11sch1!i« herauszzcgebcn

vom Odcr-Landcs-GcnänE-Nnkh C. F. Kock!-

1r Band. Es Heft. gr. 8-0. geh,. 13 Bog.,U Das 111: Heft dicses Archivs wurde bei sinnt sibcinnng sonwyl von drm Furiüiscben 5131111111111" aucb ("Jutshcrreu mi! solcher ' bcilnavmc ausgenom das; der regelmäßigen Ersäwiunng dcr Fortyxynug“ 1" 111ch1s mehr im Weiße steht. Dies Lie Heir m'lß Rrchtsspriiche ii rr: Brau: und Braqutwcni bar, Bannrccbt, Miiblenzwangsrcciit, &:st briefs-Zins.Recognition, PsaUdkch, 251!)le

Pfandbriefe, Svcrrnn , Bergrcgal, M11!“ Fossilien, Rittergutsbe 18er, Rustikalbcfixex- ' Regai, Domiuium, Gr1111dgercchiigkeid 01111; Einwüliguug, Verzäunung, Bauen, NQ Lici)trcchr, Ehrmann, Prozeßkosten, Abwksi" Stammtische Erbportion :c. , 1 Nur Mittheilung des Juteressantesten isi kl? "

gabe und der Zweck dieses Archivs.

17111111J1'11b811 , 1- sör (185011161111: (1911150111-r 8111'11-110 111111 1-11?" "('ronxngplnm 11011 * 1)r. 1101111“. 1101111131111. , __ 1.1. “111011; 3111-11 11-11-31' 111-111 'Die-]: 15191' KWO“: „4101811150110 (1911101118. Z|'t"11'5101111|9118 _3'1113 “- 311111010616". [lerauxxegrbi-n 14111 11011111!!!" [**:-110.1“81611011. 61". 870. 23 [KM. 1111|“ ' "11111511: 1. 111014 "rio. 11. (101111815. [[[-hl] 117. 131118131451. 17. "111 5111128101“! (113716111. 1151"; 1511 113111. 1/11. 1-011111-5 11111" 1116 .]unzkr-u 17111. Wßrnbsrs 111111411. [);-3 1111100111161: 131“ , ()(. 1191111101111 111131101. )(. (21111811 bmäW'och rium, )(]. blat'ien-Lb- (- 1111141 2117.85 ""'"!“ * Ul]. Zi. 110111111911. )(] ]. 981015111?!-

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_ Der Piemontesr Ferand hat gestern sein erstes Verhör vor Instructionsriclser Zangiacomi besranden, welches über drei nden dauerte.

„Dem Journal des Débats zufolge, scheint die Auflö-

.- der Deputirten-Kammrr nahe zu seyn; denn auf den (ge- erwähnten) Artikel des „Journal de Paris“ erwidert ministerielle Journal Folgendes: „Ist der gegenwärtige

.„enblick zur Auflösung der Dcputirten-Kammer giinstig?

ese Frage wird lebhaft erörtert, und sie isi auch sicherlich ernst

. wichtig genug, um dicganze Aufmerksamkeit der Regierung

d des Publikrtms auf sich zu lenken. Aber bis jeßt ist die-

e leider „von den Organen der verschiedenen Parteien als

- gewöhnlicher Gegenstand der Polemik mit persönlicher Lei.-

schaftlichkeit behandelt worden. Was uns betrifft, so zwang

snur eine einzige Riicksicht, unser Urthcil bis chr zu sus- direnUund dies war der Zustand derSpanischen “Angesch-

"1111. Go langr man das Gelingen der Expedition des Don

1108 und sein Einrücken in Madrid befürchten konnte, würde uniercs Erachtmxs eine große Unvorsichrigkcic gcwcscn seyn, en deiribcn Entschluß für oder gegen die Lluiidsung zu

- in. "ir iind zu nahe Nachbarn SpanienS, der Quadrupcl-

ianz-Trakcax knüpft uns zu enge an die Regierung der Kö-

m, als daß der, auch nur augenblicklich Fall jener Regie-

ng, und ihre Vertreibung aus der Hauptstadt als ein auf

sere eigenen Angelegenheiten ganz einsinßloscs Creigniß tte betrachtet werden können. Die crsie Bedingung, um “gute blen zu erlangen, isi die, daß das Land ruhig und der “(“Wäh- “bei kaltem Blute seyn muß. . 21111 Hätte daher vor allen igen abwarten nräffcn, welchen Eindruéc' dcr C'inzng des

11 Carlos in Spanien, in Frankreich und in Europa hervor-

rachc haben wiirde. Diese RÜckficbt existirt jeer aber nicht

hr. ,Die Expeditioii des Don Carlos isc gescheiteri; man 11 sWar sagen, daß; ein großes Problem gelöst worden ist:

n Karlos hat den Ebro Überschritten und hat nicht nach

adrid gelangen können. Dies will freilich nicht sagen, daß Bürgerkrie beendigt sey und daß die Regierung“ keine ge der „GefalZJr mehr zu bestehen habe; aber das Mißglüchn Expedition des Don Carlos wird doch vielen Täuschungen Ende machxn, und jedenfalls wird Don Carlos den Versuch

“,t sobald Wieder erneuern, der NH eine für seine Sache nicht

i_ruhmvollc Weise gescheitert isk. ind in Europa noch andere ignissezu fürchten, dtcsuns nichtcrlaubren, den ZUsiand der Ruhr, as LKW JLIMWÜZ'UZ qcniÉtz'zu betiußen, die Kammer anfin-

en ?, Dran f1_1_k)rtin dwschczichung dic Bewcgimgen in Portimal

d die Cngbchrii Wghleti an; die Gründe aber, die man där-

s gegen „die _ crtgrmaßhctt xiner Auflösung ziehen will, sehe:"; uns nichr ichr, haltbar. Es heißt denn doch wohl, die Vor-

)t ecwgs zu weit treiben, wenn einige unbedeutende .Bewe-

ngen „111 einer Portugiesischen Provinz Frankreichrerhindern

ten, irZendrtwas vorzuriehmcn; und Wenn die Anfidsung an

d fill“ sich eine gute Maßregel is?, so braucht man damit wahr,-

) nicht so lgnge zu warten, bis in keinem Winkel Europa's

hi" das geringste Symptom von Aufregung ist. Die Parla-

entswahlen tn England sind allerdings ein ungleich Wichtige-

s und beachtcnswixrtheres Ereigniß; aber in jenen Wahlen ist

'chts, was uns für die unsrigen besorgt machen könnte. Die

lageti, Ye dort erörtert werden, sind rein Englisch. Wir ha-

[11 kein „„;rlgnd zu „enianzipiren, uns um keinechneuelle Thron-

uge, uni keine“ Gctftlrchkcet, um keine Ai'isioki-Litie zu kümmern.

„ech w'e-rden der Englischen Wahlen längst becndigc seyn, wcnn

[ Fltisrigcn beginnen; kurz dee Monarchie, die Charte und die

ska1011tät der Kammerxlaufen, unseres Erachtens, bei der Auf-

Ung durchaus keine Gefahr; und dann müssen wir auch noch

bemerken, daß man so viel vim der Auflösung“ gesprochen, und dadurch die Kammer so sehr mit diesem Gedanken vertraut ge-

zur uflösung' zu nicht die Abscht gehabt hätte.“

Der obige Artikel des „Journal des Débats“, aus dem man endlich die Meinung des Ministeriums über die Auflösung der Kammer entnehmen kann , giebt heute allen Journalen Stoff zu Betrachtungen. Diejenigen, die über diesen Gegenstand noch in Ungewißerit sch1vebten, wiffewstßt, woran sie sich zu halten haben. er feste Wille . des Herrn 932010 hat endlich iiber die Abneigung einiger seiner Koücgcn den Sieg davon getragen. .Wenn aber auch die Maßregel selbst beschlos- sen zu seyn scheint, so dürfte man doch noch einige Zeit mit Erlassung drr dcsfallsigen Königlichen Ordonnanz zögern , um den ersc kiirzlich ernannten Präfekten Zeit zu lassen, fich in ihren Departements zu orientircn. Das Mi- nisterium selbs, vermuthet man, ist noch über die Zeit der Auf- lösung unentschlossen; aber gewiß ist es, daß man sich seit eini- gen Tagen lebhaft mit dieser Maßregel beschäftigt, und daß dies der ei entliche Grund der Häufigen Reisen der Minister nach dem chlosse EU ist. Da die Wahlsisren am 15. Oktober erneuert werden, so dürften die allgemeinen Wahicn erst im Monat November stattfinden, und die neue Session wiirde als- dann, wie gewöhnlich, in den lekzten Tagen des Dezembers er- öffnet werden können.

Man glaubt allgemein, daß bei der Ausiösung der Kammer eine nicht unbeträchrliche Anlzahl neuer Pairs creirc werden wird. Es sind im Laufe der ekzten Session etwa 20 Mitglieder der Pairs-Kammer gestorben, und man wird gern die [an jäh- Zigcn Wünsche einiger Deputirten zur Ausfüllung jener ückc

enußen.

_Das Resultat der Englischen Wahlen bringt auf einige hiesige Blätter einen Eindruck hervor den man sich auf den ersten Anblick bei der politischen Farbe jener Journale nicht erklären kann. So isi z. „B. die „Gazette de France“ eifrig bcmÜht, jene Wahlen als den Tories ungünstig zu sck)ildern, da man doch meinen sollte daß die konservativen Grundsätze derselben der „Gazette de .rance“wvhl zusagen, und daß der RadikaliSmus MZF“ cineentschicdencGegnerin finden müßte. Die- ser anscheinende "iderspruch erklärt sich aber dadurch, daß die „Gazetce“ vor allen Dingen Katholikin und dann erst Legiti- miskiu ist, und daß die Bestrebungen O'Connell's deshalb ihr Interesse mehr in Anspruch nehmm als Pcel's heroischer Wi- derstand gegen die Nivellisten, Es bedarf der ganzen Geschick- lichkeit und oft auch der Spißfindigkeiten des Herrn von Ge- noude, um in einer so komplizirten Stellung nicht in zu argen Widerspruch mit sich selbst zu ßcrathen. Jedenfalls abcr müßte es den Freunden der „Gazette “tvünschc-nswerth seyn, daß Herr von Genoude seinen religiösen Grundsätzen in andern Blättern Luft machte, und der „Ga etre de France“ das politische Feld frei ließe, damit es ihren aisonnements nicht an dem fehlte, Was zur Uebcrzeugung der Leser unumgänglich nothwendiq isi, - an der aufrichtigen innern Gesinnung. "

Der Haupt-Redackcur des „Temps“, Herr J. Costs, dem vor einigen Wochen das Ritterkreuz der Ehrenlegion verliehen worden war, hgttc erklärt, er werde diesen Orden nicht eher tragen, als bis icine Ernennung und die Gründe derselben in dem „Momtcur“ angezeigt worden wären, da er die Verlei ung cities Ordens mit UmgehunF dieser Form stets getadelc abc. Diescr_Skrupcl des Herrn dste hatte das Ministerium cini- gcrmayen _111_._B,erlegenhcitgesetzt, wahrscheinlich, Weil es befürch- tere, cm Bciipicl zu geben, das nicht füglich bei allen Gelegen- heiten nachgeahmt werden könnte. Man hat die Schwierigkeit dadurch zu uxngehen gesucht, daß man eine Notiz des Journal des Dabats uber die Verleihung des Ordens an Herrn Costs in de11_„»))?oniteur“ aufFenommcn hat, womit Wahrscheinlich Herr Coste szriedcngcsceit seyn wird.

. Der Fiirß Ludwig de la Tremoille ist in Aachen, wo er die „Bäder gebrauchte, gestorben; mit ihm erlischt eine der älte- sten Familien Frankreichs.

Es ist hier jeßt eine Ueberseizung des Nibelungen-Licdes von Frau don Meltii-re erschienen.

Die hiesige Sparkasse hat in der bergangencn Woche an neuen Zuschüffcn die Summe von 551/115 Frcs. erhalten. Die RÜcLZahlungen beliefen sich auf 305,000 Frcs.

1achrichten aus Smyrna vom 15. Juli melden, daß die Pest dgselbsi fast gan?) aufgehört habe.

Die Regierung ac heute nachstehende telcgraphische De- peschen erhalten: ,Bordcaux, 7. August. Der Gouver- neur von Saragossa meldet, daß die. Truppen des „Don Carlos am [sien dxm Villgrluengo, in Lacanade und in Tronchon standen, und _daß Ewiirrero am 3111er: in Zglcsuela angekom- men war.“ Die zweite Karlistische Expedition befand sich am 2911911 ziviscbcn Covarrubias und Aranda. Ueber ihre ferner- weitige Richtung weiß man nichts. Seit dem 2711-31, dem Tage der Ankunft Alcala's in Lerma, hat man weder von sei- nen Bewegungen noch von denen Escalera's etwas erfahren.“ - „Bayonne, 7. Augnsi. Den Nachrichten aus Saragossa pom iten d. zufolge, waren Don Carlos und der Infant noch immer in Zglczuela-del-Cid, und das Gros der Armee in Can- tavieja, beschäftigt, Gräben aufzuwirrfen und einen kräftigen Wi- derstand zu organisiren. Tristany hat sich bei Cherta dem Ebro Ynähert. Man glaubt aber nicht, daß es seine Absicht sey, die . Ückkehr Don Carlos nach Catalonien zu erleichtern. Guergé :|“ nach Navarra zurüokgekehrt; er hat am Zösten Zariateqiiy mrt 10,000 Mann in Lerma (?) zurchkgelässen. Man glaübt, daß Guergé eine neue Expedition organisiren wird.“

In „der Quotidiennc liest man: „Der Graf von Cam- pyzano est, estern früh um 0 Uhr plötzlicix und heimlich von hier abgereu . Diese Reise, die, wie man im .Hotel der Spaniscben Gejandtschaft verschcrt, 14 Tage dauern wird, und deren Zweck nian mchk kcnntÉat in „dem Ministerium der auswärtigen Angelegenhei- ten IWße Msatton erregt, Personen, die sich für gut unter-

macht at, daß es jekt vielleicht unmöglich wäre, nicht _“, chreiten, selbst Wenn man früher gar

richtet ausgeben, wollen wissen, daß der Gesandte in einer An- Felegenheit von der höchsten Wichtigkeit persönlich nach Madrid erufen sey.“ (?) '

* Aus Bayonne vom 4. August wird gemeldet: „Es geht hier das Gerücht, daß die unter Zariaceguy in Castilien einge- drungene Karlisiische Expedition sich mit Tena, Cabanero und anderen Parteiführern Unter-Aragoniens vereinigt habe. Einer anderen Version zufolge, soll diese Expedition Lerma erreicht haben. Zwei Bataillone des Regiments „Prinzessin“ sind von San Sebastian und ein Bataillon von Oviedo nach Santander abgegangen.“

Man schreibt aus Bayonne vom 5ten d.: „Die Nach- richten von don Armeen sind so _widersprechend, daß man in diesem Augenblick Über den Marsch des Don Carlos“ eigentlich gar nichts Gewiffes weiß, und unscrc Militairs aus den be- kannt Yemachten Operationen durchaus nicht muthmaßen kön- nen, 11 es seine Absicht isi, über den Ebro zurückzugeben oder sich ydl'dlick) zu wenden, um sich mit Zariateguy zu vereinigen; index; scheint viel für die letztere Hypothese_zu sprechen, und' die Karliften prophezeien , daß sich binnen kurzem etwas sebr Entscheidendes zu Gunsten des Don Carlos ereignen werde.“

An der gestrigen und heutigen Börse beschäftigte man sich wieder aussthließlicl) mit Allem, was Actie heißt und vernach- läsfigte die Staatspapiere, bei denen es in der That zu bewun-, dern ist, daß sie sich trokx. der ihnen so ungünstigen finanziellen Konjupkturen noch auf ihren bisherigen Coursen erhalten. Er- klären'läßt sich dies einigermaßen dadurch, daß bei den meisten Geschäften, die in Eisenbahn-Actien gewachc werden, bis cht noch wenig baares Geld, und also auch keine Versilberung der Staats-Efekten nothwendig ist. Treten aber erst einmal alle' projektirten Eisenbahnen ins Leben, so dürfte doch eine ungün- stige Einwirkung auf die Course der öffentlichen Fonds unver- meidlich seyn. .

Großbritanien und Irland.

London, 8. Aug. Ihre Ma'eskät die Königin erthcilce L_esiern den Lords Melbourne und ill und dem Marquis von 3onyngham Audienzen. _ " '

In den hiesigen diplomatischen Zirkeln erzä lc man sich. im Vertrauen, der Zierhcr gesandte Nicdcrländis )e Diplomat, Baron von Jagel, abe den geheimen Auftrag, eine Vermäh-_ lung der Königin Victoria mit einem Sohne des“ Prinzen von Oranien zu betreiben.

Der Atlas bemerkt Über die Persönlichkeit der Königin: „J)?an findet allgemein, “daß sie der verstorbenen Prinzessin Charlotte, König Leopold's erster Gemahlin, dcm Lieblinge des Englischen Volks, Byron's „blondgelockter Tochter der Znsrln“, ähnlich sieht; aber ihre Züge sind noch seiner und ihre Gestalt noch anmuthiger. Embonpoint neigt, wird sehr bewundert, Knöchel smd äußersi klein und zierlich.“

Der verwitkwcten Königin ist die reine Luft der Insel „Wight angerathen worden, allein 1)1*'. Davis, der dorthin ge- sandc war, Lac noch keine passende Wohnung für Ihre Ma.- jeskät finden önnen.

* J_n Tamwortk) wurde SirRobert Peel gestern von einer Gesellicbaft yon etwa 180 seiner Freunde und Anhänger festiici) bewirthec. Er brachte die Toastc auf das Wohl der Königin Victoria, der K*“dnigin Adelaide und der anderen IJTicqlirdcr der Königlichen Familie, des Herzogs von Wellington 11110 der Armee und auf das _Andenkcn Lord _Rclson's und das Wobl der Marine aus. Als sodann Herr Ing auf die Gesundheit des Gefeierten getrunken hatte, erhob sich der Baroner und hirit abermals eine sehr lange Rede, in welcher er seine Freude Über die Billigung auswracb, die sein Benehmen im öffentlichén Le- ben gefunden habe, und faßte sein politisches System ungefähr in folgenden Worten zusammen, daßer den festen Entschluß zur'Zi'iif- rechthaltungder alten Institutionen Englands stets mit der Absichtgc- paarr [)qbe,„_ste zu verbeffern,wo sieVerbesserung gestatteten, aber nichr in der Abwehr, ciner krankhaften Neuerungssucht zu schmeichcln, und noch viel Weniger, um sich eine vorübergehende und 111“.- würdige Popularirät zu erkaufen. Im Laufe seiner Rede [care er besonders Gewicht darauf, das; er im öffentlichen wie “im Privatleben niemals einen Unterschied aus religiösen Gründen gemacht hab? und zu witten eifrigscen Anhängern solche zähle, die der herr1chenden Kirche nicht angehörten. Die Anzahl der konservativen Mitglieder des nächsten Unierhauses schlira er an;" mindestens 300, wo nicht 310 an: ein Beweis, wie das kon- servative Interesse, allem Regierungs-Einffusse zum Trotz, nichts gelitten hgbe, denn in dem vorigen Parlament, welchcr; man das Peeljchc genannx, sey die Zahl der Konservativen ziemlich dieselbe geniesen. Anlangend die Verleumdungen, die man qe- gen die konservative Partei. ausgestoßen, so erachtete er 15111111: dcr Miihr werth, das Gerücht zu widerlegen, als 17.111141: die Koryphäen dieser Partei dcm Könige von Haiinovcr eingerathcn, seine _Unterchanen ihrer Verfassung zu berauben. Cr vsersicherte index:, zur Beruhigung der Leiäzcgläubiqcn, anf die (xhre eines Gentleman, das; weder er, noch der 1311-39. von Wellington, noch sonst ein konservativer Staatsmami 111711" Be- deutung,“ von dem Könige von Hannover zu Rache «czy»: 1vorde11sey_odrr auch nur das Mindeste von dessen Reqicrunqs-Pa- tente gewußt habe, ehe dasselbeiy den Zeitungenerschiéncn. Wären fie um Nach gefragt worden, 11) würden sie geantwortet baben, daß sie genug mit den An elcgcnheiten Englands zu rbuii hät- ten und sich nicht in die ngelcgenheiten eines Landes“ mischen könnten, mit de_ffen Interessen sie nicht bekannt scyen. Srbr nachdrücklich bckchiverte er sich über den Mißbrauch, der mir dem Namen der Königin getrieben werde, indem er nacbwics, wie man die neuen Patente für die Hofbäckrr und Hofschläcbrrr zurückgehalten habe, um erst ihre Abstimmungenabzuwarten. Ercr- klärt? im Namen der konservativen Partei, daß dieselbe dio Griindiäße der Rcform-Biil anfrechc halten, aber niemals eine Gefährdung der Staats-Znstitucionen oder den Uebergang zu

und ihr Fnß und

einer demokratisckyen Republik gestatten Werde; vielmehr sei)

Das C'benmaß ihres Oberkörpers, der 311111 _ _

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