1876 / 279 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger, Sat, 25 Nov 1876 18:00:01 GMT) scan diff

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Laden für die Zeit vom 1. Januar bis zum SYluffe des Monats ktober 1876 (verglichen mit de_mfelben, Zei raum des Vor: jahrs) betragen: Zölle und gememschaftlrche Verbrauchsftcuern 193,284,936 „M (+ 2,248,809 „M), Wechselstempelsteuer 5,721,917 «xz (_ 320,059 „FH), Post: und „Tel? aphen- verwaltung 95,382,407 «46 (+ 2,192,997 «FH), Reich6ei enbahn- Verwaltung 25,952,176 34 (+ 395,133 35).

_ Eine im Reichö-Eisenbahnarnt angesielite__Ver- leichung der von demselben Anfang? Marz d. Js. veronenk- ichten Nachweisung über die Todtungen und _ e_r-

'leßungen auf den Eisenbahnen Deutschlands, ausschließlich Bayerns, im Jahre 1875 mit der durch das Loan! 0k “[r-zeig vor Kurzem dem englischen Parlamente vorgelegtew Uebers1cht der Unglücksfälle auf den elsammten englixchen Eisenbahnen in demselben Jahre liefert ii: gsndex-„Ergebmß.

m Ganzen verunglückten in Deutschland (arts: schlieckich Bayerns) bei einer BetriebSlänge von 24,135 Kilo: metern (Ende 1875) 2,094 Personen (509 Tödtungen und 1585 Verleßungen), in England bei 26,875 Kilometern Bririchlänge 7020 Personen (1265 T_ödtungen und 5755 Verlcßungen). Unter diesen befanden s1ch in _Deuichland: 85 Passagiere (15 getödtet _ jedoch sämmtlich nicht durch Unfälle im Betriebe _ und 70 verletzt), 1780 Bahn: bedienstete (359 gctödtet und 1421 verleßt) und 229 andere Personen ausschließlich Selbstmörder (135 getödtet und 94 verleßt), in England: 1940 affagiere (134 getödtet und 1806 verleßt), 4383 BaYbedien tete (765 etödtet und 3618 verleßt) und 697 dritte ersonen, ausschlirFlick) Selbstmörder (366 getödtet und 331 verletzt).

Durchschnittlich verun lückte in dem erwähntsn Jahre in Deutschland je Ein PaZagirr von circa 2,012,000, m England "6 Einer von circa 261,000 überhau t _be- förderten Paisagieren. Ferner fällt in Deutschlatz eme überhaupt vorgekommene Verunglückung auf 11,5 Kilometer Betrwleänge gegen Z,; Kilometer Betriebslänge in En land _ und untrr Berücksichti ung der größeren Länge mc rgelei- siger Bahnstrecken Eine - erungliickung m Derxtschland auf 14,2 Kilometer Bahn eleislänge gegen circa 6K1lo1neter Bahn- geleislänge in Eng an d. ,

Durch Unfälle im Betriebe (Entgleisungen, Zusammen: stöße 2c.) verunglückten in Deutschland tm Ganzen 289 Personen, wovon 33 (fämmtlich nicht Passagiere) getödtet und 256 (worunter 30 Passagiere) verletzt wurden. Dagegsn werden in En land im Ganzen 1492 Personen als im Betriebe verung iickt aufgeführt, darunter 39 getödtete, (ein: schließlich 18 Passagiere) und 1453 verleßte (einschließlich 1212 Passagiere).

Was den Umfang der einzelnen Unfälle anzieht, so betrug im Jahre 1875 in Deutschland die größte (zahl der Tödtun en 2, die der Verletzungen 13; in England die größte Zal) der Tödtungen 7 und der Verlcßungen 70.

_ Wie das „Archiv fiir Post u. Tel.“ mittYEilt, ist von der bestehenden Einrichtung, wonack) Behörden, Ge chäftshänsrr, so wie Privatpersonen, weche öfter Einschreibebriefe U. . w. durch die Post absenden, statt der Einlieferungsscheine sich so: genanxiter YosßEiuschreibebücher bedienen dürfen, im Ganzen nich der erwartete Gebrauch gemachtworden. In dem esammten ReichEpostgebiete werden nur 31,926 solcher Einlie- erungsbücher benußt. In Folge dessen ist vor Kurzem an die Ober-Postdirektionen die Aufforderung ergangrn, dahin zu wirken, daß mehr als bisher von diesen Büchern Gebrauch ge; macht werde. Die meisten solcher Bücher, nämlich 1850, sind in Berlin; es folgen: die Bezirke Leipzig mit 1786, Darm: stadt mit 1365, KarlSruhe mit 1092, Dresden 1060, Lirgnitz 1058, Stettin 1045, Potsdam 1025, Arnsberg 1009 2c. Der Bezirk Aachen hat 146, Coblenz 719, Cöln 454, Düsseldorf 1075, Minden 680, Münster 325, Trier 523, Straßburg hat 592, Meß nur 98.

_ _ Die durch §. 38 des GeseßeS vom 8. März 1871, be- treffend die Arisqiihrmi des Bundeßgrseßes iiber den Unter- stüßungswobnsrß, festgeßiellte Verpflichtung des Staates zur Ueberna me der Kosten für den Trarisport der Korrigen en aus dem Geri tngfängnisse in das Arbeitshaus und für die zu die em Behufe zu gewäh- rende Unentbehrliche Bekleidung ist nach einem Reskript des Ministers des Innern vom 2. d. M. durch das Gesetz vom 8. Juli 1875, betreffend die Ausfiihrung der §§. 5 und 6 des Geseßes vom 30. April 1873 wegen der Dotation der Provinzial: und Kreiswrrbände, welches im §. 4 Sui) 3 die Kostcn des Landarwen: ,und Korri endenwesens den Provin- zialverbiinden,zuwerst, nicht für an?;zehoben u erachten. Dem- gemäß smd die gedachten Tran§port- 2c. Koéien nach wie vor auf Staatsfozids zu. übernehmen.

Schon die Bestimmung im §. 38 des erst citirten Gefeßes selbst, wrlche den Landarmenverbänden die Deiention der Korrigrnden auferlegt, von den desfailsigen Kosten aber au?- driicklich dir Kosten deH Traiisxortes der beire enden Personen in die Korrektionsanftalt un der dieser ab nöthigen Be- klridriiig aufnimmt, deutet daran hin, letztere Kosten nicht als unter die Kosten deS orrigendenwesens fallend, ZoZdern als landespolizeiliche AUSgaben angesehen werden d en.

.Hätte mm der §. 4 des Gesetzes vom 8. Juli 1875 beab- sichtigt, auch die1e, durch eine spezielle geseßlickkte Vorschrift dem Staate zur Last Slegten TranSport- 2c. Ko en zugleich mit den Kosten des orrigendenwesens au; die Provinzen zu Übrriragen, so würde dies unzweifelhat im leßeren Gesetze durch besondere Aufhebung der entgegenstehenden Vorschrift des §. 38 „des (Heseßes vom 8. März 1871 aUSgesprochen worden sem. Da dies ni t' geschehenist, kann nur ange- nommen werden, daß auf die rovinziakverbände nur Diejenigrn Yußgaben für das Korrigendenwefen, welche nach §. 38 ]. a. bis er von den Landamnenverbänden getragen werden mußten, ni t aber die nach demselben Paragraphen als landesPoli ei- liche , AuSgaden gn usehenden Kosten des TransPortes er Korrr enden m dw orrektionsanstalten und. der hierzu nöthi- gen ekletdung haben übergehen sollen.

_ Gegen eme arif Grund des Gesetzes vom 22. April 1875 angeprdnete (_?msiellung einer Lei tung aus SraatSmitteln „furdie römis :katholi chen Bis: thüwrr und Geistlichen rst na einem Erkenntnis; des Königlichen Gerichtshofes zur Entf eidung der Kompetenz- Klit“? sikte vom 14. Oktober 1876 eine Besißstörungsklage un: zu a tg. *

„_ Die in Hannover dur §. 40 des Hannoverschen Gertcht6verfaffungsgeseßes vom Ja re 1850 gestattete Heran-

ziehun eines Univalts z'ur Veriehung_/der Hülfs- richter unktionen ist nach einem Erkenntm des Ober- Tribunals, Senat für Strafsachen, vom 25.. ber d. I. durch die bezügliche preußische Geseßgebung seit dem Jahre 1866 nicht berührt worden und ist demnach noch statthaft.

_ Die Veräußerung von Vermögensbestand: theilen bei einer drohenden &awgsvoilstreckung ist durch §. 288 des Strafgeseßbu ber Strafe verboten. In Beziehung auf diese BestimmunL) at das OberzTribu- nal in einem Erkenntnis; vom 17. aber d. I. die wesent- liche Entscheidun gefällt, daß nur die Absicht desS ldners, durch die Veräu erung die Befriedigung des Gläu igers zu vereiteln, strafbar ist, nicht aber das bloße Bewußtsein, daß seine Veräußerung die Nichtbefriedigung des Gläubigers zur unausbleiblichen Folge haben werde.

_ Se. Hoheit der Prinz Friedrich zu Hohen- zollern, Major und etateZmäßiger SrabSoffizier im 1. Garde- Dragoner-Regiment, ist von Urlaub hierher zurückgekehrt.

_ Der Bundesraths-Bevpilmächti te, Öerzoglich sachsemcoburg-gothaische Staats-thster, Frei err von See: bach, ist hier angekommen.

Rendsburg, 23. Novrmbrr. (Kiel. Ztg.) In der heutigen Sißung deS Provrnzial:Landtages wurde zu: nächst über den Entwurf einer Bau-Polizeiordnung für da?: platte Land Schleswrg-Holsteins weiter be; rathen. Es fol te als zweiter Gegenstand der Tagesordnung die Schlußberat ung über die Proposition des Landesdirektors, betreffend Abänderung des Statuts der Bran dv ers i ck) eru n g, worauf zum leßtcn aber schwierigsten Punkte der Ta esord- nung, betreffend 300,000 “FH für Aufforstung, ges ritten wurde. Nach einer längeren, lebhaften Debatte wurde der Minorität-Zantra , identisch mit dem Anfrage des ständischen Verwaltittigsausizchuffes mit 31 Stimmen angenommen.

Celle, 23. November. (N. Hann. Z.) Der Landtag des Fürstenthums Lüneburg hat in seiner gestrigen Sitzung den Vorschlägen des landschaftlichen Kollegiums ge- mäß auch dieses Jahr wieder viele Unterstiißungen und Beihülfen fiir gemrmniißige wecke bewilligt, nament- lich für sog. Feuersprrßrn-Subventwnen an 16 Gemeinden des Fürstenthums Lüneburg 4700 «76; ferner für freiwillige

eurrwehren in 16 Gemeinden 4800 M u. s. w. Außerdem ist die Zahl der Stipendien vermehrt und erhöht worden.

Baden. KarlSruhe, 23. November. Die Groß- herzogin ist heute Abend von Koblenz in der Residenz wieder eingetroffen.

_ (Karchr. Z.) Durch die landesherrli 6 Verordnung vom 25. September d. Z. ist bestimmt, daß ortan die Ge- schäfte der Auswärtigen An elegenheiten in gleicher Weise wie scithrr schon die Nei )Sangelegenheiten durch das Staa ts :Mi111ste rr um unter Leitung von dessen Präsidenten besorgt werden,. 'In Folge dieser geschäftlichen Vereinigung ist auch eine Vereinigrrng der betreffenden Diensträume vorgenom- men worden und 1st„zu diesem Zweck das Großherzogiicbe Staats-Ministerium seit einigen TL en aus dem Leitherigen Loka'l im Ministerial-Centrgl ebäude- ire; vormal 6 Gebäude des Ministeriums desGro herzoglichén“ auses un der Auswär- tigen Angelegenheiten, nunmehrige taats-Ministerialgebäude Übrrgrstedelt. _ Die Besorgung der Angele enheiten des Großhrr glichen Hauses, sowie die StandeeZ-po izci und die Adelssa )en smd der ,vorgedachtrn landesherrlichen Verordnung entsprechend dem Just1z-Minifterium, nunmehrigen Mintherium dcs Großherzoglichen Hauses und der JU iz, ver lieben, welches zu seinen sritherigen, im Ministeria :Centralgcbäude gelegenen Dienstriiumen auch das bi6her vom Staats-Mini- sterinm benußte Lokal übernommen hat.

Mecklenburg. Malchin, 21. November. (H. N.) Der Landtag überwie?» heute ein schwerinsches Ne kript nebst Entwurf einer Verordnung vom 10. d. Mis, betre end Ver- sammluiigeti ,und Vrreine zu politischen Zwecken, dem JUstLJCOUiTtS zur Berichterstattung. Nach dieser Verord- nung sollerr du»; Vorsteher von solchen Vereinen die Statuten und Verzeichnisse der Mitglieder, wie deH Vorstandes, der Ort?,poiizeibehörde vorle en, auch derselben auf Erfordern ]rde beziigliche AuSkunst ge en. Oeffentliche Versammlungen smd 24 Stunden vorher der Ortspolizei anzuzeigen. In den- selben darf Niemand außer der Polizei bewaffnet erscheinen. U11te__r freiem imwel dürfen solche Brzsammlungen nicht stattfinden,_ _au„ smd, wenn es- sick) um Reichstagswahlen

andelt, dre1emgen, welche nicht wahlbere tigt find, von der heilnahme _ außgeschloffen. Zuwiderhand ungen sollen mit Geldstrafe bis zu „150 914 oder mit Haft geahndet werden.

BraunschWeigz Braunschweig, 23. November. (Vr. Tagebl.) Die, zweite Landess?node iF heute im Auf: irgge der Regierung von dem Wir [. Grl). ath Trieps er: öffnet worden. _Der Präsident theilte darauf die Vorlagen und Anträgewtt. Dre wichtigeren sind folgende: der Bericht drs Konsrstorryms über die Le: e der Landeskirche, ein Aller- hdchstes Schreiben iiber die Au?hebung der Patronatthfarren, em Allerhöchstes Schrerbezr iiber die Feier der Buß: und Bet- tage, Antrag auf gememschastliche eier des Reformations- Lestes,_"2lntrag denxGottechienst betr., Antrag die Regelung rr Braten und Reisekosten betr., Bericht iiber das Verhält- der Landes: und Kirchengeseßgebung.

Nertß j.L. (Hera, 23.Noveml)er. (Weim.Z.) Gestern Abend hielt der Landtag seine le te Sißung und wurde nachdem er sämmtliche vorliegende Ge chäfte beendigt, bis an Weiteres vertagt.

Oesterreich- Ungarn. Wien, 24. November, W. T. B.), Das Abgeordnetenhaus hat den in B(ezug auf die Reform der politischen Verwaltung vom Ausf gesteliten Antra und ebeqso alle übrigen im "anke der Debatte geiztellten Anträge abgelehnt. _ Lim nach ten Montag findet, wie die Abendblätter melden, eme Konferenz der verfassun streuen Abgeordneten Halit, zu welcher auch die Mini ter ihr Erscheinen zugesagt

a en. .

_ 25. November. (W. T.? B.) Der Marquis von Salisbury ist"gestern Abend um 101 Uhr hier ein- getroffen und von dem Personale, der en lischen Bots aft Jppfangen worden. Derselbe ist im Bot chastshotel a gx

tegen.

; chester gereist. Städten des Kontinents

Fest," «November. (W.T. B.) Sißung des Unter- au es. Simonyi wendet sic?1 nochmals geßen die Aus- ührungen des Mmisterpräsi enten über ie Orient- rage, zieht aber schließlicK den von _ihm früher gestellten Antrag zurück. Mocsary eantragt die Verweigerung des Budgets. Am Schluß der Debatte wurde die Budgetvor- lage von der überwiegenden Mehrheit des Hauses als Grund- lage für die Spezialdebatte angenommen. Die äußerste Linke und die Sachsen stimmten gegen diesen Beschluß. Mocsary erhielt wegen „einer ungehörigen Aeußerung iiber “den Ministerpräfidenten emen OrdnungSruf.

Schweiz. Bern, 23. November. (N. Zürch. t .) Der- Große Rath hat heute einstimmig und ohne Vor eZ lt die

??lewezsFthung der merten Gotthard-Subvention-quote e 0 en.

_ 24. November;_(Köln. tg. Der tessinerStaats- rath verweigert die Aus si rung des von der ultra- montanen Mehrheit des Großen Rathes beschlossenen Wahl- dekretes, weil dasselbe den Berner Vereinbarungenwider-

spreche.

Niederlande. Fat: g , 24. November. (W. _T. B, Die Zweite Kammer at de_ute die Münzgeseßvor agen a,ng'en ommcn. Nach den1elben ist für die Niederlande pro- visorisch die D o p p e l w ä hr u n g beibe alten und dem Finanz:- Minister die Vefugniß verliehen, na Umständen Siiber zu verkaufen und Gold anzukaufen. Fiir Ni e d er [ än di s ch-

anien wird die Silber: und Goldwährung ein eführt (die oldmiinzen bestehen [WII ?

, li aus Zehngulden flicken), die Regierun von Niederländi cl)- ndien hat aber nicht das Recht zum_Ver auf „von Silber, ann jedoch die Zulassung von aus- ländischen tarifirten Münzen beschränken.

Großbritannien und Irland. Lon do 11, 23. November“- Engl. Korr.) Gestern _ wurde die erste Sißung des O b er-

. ausrs als eines, Obersten Appellhofes nach seiner Um:- geftaltung durch die Akte von 1876 gehalten. Die neuen von

der Köni in ernannten AppellationszLords nahmen ihre Siße ein und eilßieten den Eid. Seit dem 1, November kam dieAkte zur Ausfü rung. _ Noch immer finden Meetings zu Gunfteii oder Ungunsten des: Ministeriums statt. _ Am Mon- tag ist im 95. Lebensjahre der General Sir John Vell ge- Ltorben. Er war eboren im Juni 1782 und Schwie ersohn rs ersten Earl o? Malmesbury. 1805 war er Fäßndrich, diente; auf der pyrenäischen Halbinsel und in “Frankreich, später in Louistcxna, war Adjutant König Wilhelms ] ., Gouverneur von Guer111ry,Großkreu des Bath-Ordens und General seit 1860. _ Das britische S i „Danae“ wird, nachdem es seine AUS- befferungen in ortsmouth vollendet hat, nach seinem Stand- ort in Ostindien abgehen und unterwegs die Häfen des Rothen Meeres an[aufen, um Erkundigungen, betreffs Aus- dehn'ung dee; Sklavenhandeiß in jener Gegend einzuziehen. Kapitän Purvis ift * angewiesen, eingehenden Bericht zu er- statten, da dre Admiralität mit dem Auswärtigen Amte in ihren Bestrebungen, den Sklavenhandel durch jedes zur Ver- fügung stehende'Mittel zu unterdrücken, zusammen zu wirken wünscht. _ Die bulgarischen Abgeordneten Zankoff und Balabanow habrn London verlassen und sind Nach Man- Von dort werden sie nach Paris und anderen . ' ehen. Vor ihrer Abreise von hier suchten ste ber Lor Beaconsfield und bei Lord Drrby um Audienz nach, waren jedoch erfolglos. _ Dre Staats-Einnahmen vom 1. April 1876 bis zum 18. November haben betragen: 45,363,211 Pfd. Sterk. (gegen 45,292,236 Pfd. Sterl.) Aus aden: 48,974,079 Pfd. Sterl. (gegen 48,527,865 Pfd. Ster. im Vorjahre). Bilanz: 1,456,745 Pfd. Sterk. (gegen 2,259,316 Pfd. Sterk. i. V.) _ 24. November. (Köln. Ztg.) Heute findet abermals K'abinets'rath statt, _ Die Königin ist angekommen und wrrd am Dienstag in demGeheimenrath den Vorsiß fiihren.

Frankreich. Paris, 24. November. Die Blätter der Zinken erkiären, 'die Partei sei entschlossen, ?insichtlick) der Gewrffrns erhert mchis nachzugeden. Die repu likanische MehYert isi ast einmütYsTg dem Antrags feindlich.

' ersailles, 23. ovember. (Köln. Ztg.) Die Dr- putirtenkawmer nahm hegte die „Verhandlungen wegen derbiirgrrlrchew Vegrähnisse, die am Dienstag wrgen Abwesenheit des Krregs-Mimfters abgebro en wurden, wieder auf. Zuert ergriff der Minister des Kznnern das Wort und bemer te: *

_ Die Leichendegän-gniffe mehrerer Mitglieder der Ehrenlegion batten verschiedene Auslegungen des Gefeizes vom 24. Mesfidor rer- anlaßt' die öffentlicheMeinung sei durch die Polemik Über diesen Gegenfiand auf eregi, und auf der Redncrbühne sei die Anfrage ge- steiit worden, 9 die Regierung auch dcéirriuxck achte, daß der öffentliche Frieden, der durch diexe Fragen gestört Wer en könnte, auch gewahrt werde. Der Minister des Innern glaube daher, der Kammer die Lösungen vorlegen zu sollen Welche ihm statthaft erscheinen, Ob-

[eich das Dekret vom 24. Messidor die Schwierigkeiten nicht vor- Jergesehen habe, welche bei Gelegenl) it des religiösen Charakters der Beerdigungen erhoben Werden können, so habe doch in der Pra is der' Verhältniße die Armee stets an den Leichenfeierlichkeiten T eil ge- nommen, und das Dekret vom 13. Oktober 1863 diente dem Zwecke, die, Ordnung festzustellcn, in wekcher die kommandirten Trup en mar- schrren sollten. „Aber in Folge der Natur der VerhältniFe hätten die durch die Truppen erwiesenen Ehrenbezeu ungen ich naturgemäß der „reli iösen Feier angeschlossen, wel e fast all- gemein in rankreich as Be räbnil? umgebe und weihe. In der That stehe as religiöse Gefiib not wendig mit dem Gedanxen an den _Tod in Verbindung; in unserer Zeit hätten andere Auffasiungen in einigen Köpxen das Uebergewicht erlangt, und so sei dre Frage ent fanden, ob ie öffentliche GeWalt in einer ihrer Erscheinungen, we che durch die Gegenwart vori Truppen dargestelit Werde, in die nicht religiö en Begrabniffe binemgezogen Werden folie.

„Wir sin nicht dieser Ansicht,“ fuhr derMinisterdeannern fort, „in- deß solche Fra en rufen schltmme Streitigkeiten hervor, welche geeignet sind, das (Hewi en zu beunrubi en, und es ist daher wichti , sie zu lösen, sobald ie zu Tage treten. der es giebt einen Tbei des Dekretes vom esfidyr an„welchem die Regierung nichts ändern wird. Die Ehre der ZeiÉenfxier wird nach wie vor den Offizieren und Soldaten m Akiivitgt erwwsen werden. Dazu sind Gründe in Menge vor- JTDM; die Armee icß eine Familie, es ist deshalb natürlich, daß die

ameraden die le te flicht ge en ihre Kameraden eFüll'en' auch ist es noch besser, Wenn ie religiöse Édee mit der Feier dur 'die Üeberzeugung von der Unsterblichkeit der Seele und durch den religiösen Glauben, welche dre Grundvesten der moralischén Stärke des Soldaten smd, verbunden wird. Durch diYe Ueberlieferungen imd Sitten wird die Armee auf der moralixchen öhe erhalten, auf die fie durch den Geist der, Auonerun erho en wird. Aber wenn 'mgn für die nicht re- ligiösen 5 egrä niffe die Ehre der Oeffentlichkeit'm Anspruch nimmi, sy nxuß man fich nothwendig fre; en, ob man ihnen das le te Prt- vzlegtum der Be räbnißebre erweiLeéi soll„wenn diese Be niffe zu einer so ernsten ?Fra e fiihren. enn die vorgele ten - ründe eni- fcbeidend für die taatögewalt smd, welche nicht los die Freiheit, sondern auch das Gewissen zu schußen hat, so ist es Pflicht er Re-

kB e g s , Beherrschers von Ka

'erung, die geeignete Lc'xsung zu uchen, um jeden Zwiespalt der An- xchten darüber u beseihgm. Die „durch da_s Dekret vom Mesfidor geordneten unbezeigungew bei, B rabmffen hatten einen anz anderen Stand der Dm e „nn zige, als der jeßiae ist. ?Der Geseß eber, der die Ehren gion grundete und die Gesellschaft n einer se r starken gouvernementalen Abstufung ausbilden, hatte die Yb icht, eine Staaißgeselllsch'aft zu schgffen, die Von der jeßigen ganz ve chieden war" seine po (tischen Schr) fungen wurden in dem Maße eändert, als der demokrahsche G?! i_ mehr und mehr in unsere

itten und Einrichtun'gxw eindrang. [e_Ehrenlegion hat aufgehört, eine geWiffennaßen_ militarische und aristokratiscbe Einrichtung zu sein, und sie hat yiel voti ihrxn Vorrechten eingebüßt.“

Der Minister hielt es nicht fur nötbia, da das Dekret vom Mesfidor in Kraft bleibe und auf alle Begräbnisse 0 ne Unterschied angervandt werde, denn es könnte fortan das Gewissen beunruhigen, 1795 „mit Rechtdurcb das Scbausyiel der öffentlichen Macht hei Bcgrabmffen beunruhigt werde, die mitunter einen für die ailgememe Ueberzeugung verlexzenden Charakter von Kundgebungen annäbxnxn. Drr Unter- schied, den man zwischen religiösen und nicht religiösen Lerchenfeicr- lichkeiten machen wvlie, verstoße gegen den Grundsaß der Gesetzlich- keit. Uebcr die verschiedenen AuskunftStxxittel endlich, durch die 'man die“Forderungen des öffentlichen Gewinens mit dem burgerlicloeii Rechte der verschiedenen Kulte und Uebxrzeugungen, weiche_ die Richtschnur ihres Verhaltens ausmachten. in Einklang „babe Hrmxzen wollen, [affe fich streiten; es set aber der Regierung wur- di er erschienen, den Knoten durchzubcxuen _und em Gesetz vor- zuéegen, welches den bürgerlickzen Mitgliedern der (Ehren- legion die militärischext Ehret] nicht mehr [**ewilliqe, welches mehr im Einklange mrt den ]eßigen aligemeinen Verhältniffen sei und welches den Vorzug habe, dgß es der Ehrenlegion nichts von ihrem Ansehen taube, dagegen die, Upglelchheiten beseitige, die u Beschwerden führten, und so den Frieden des Gewissens her- itellten. Die Regierung beazitrage daher folgendes Gesetz:

Art. 1. Die Ehre des Bxgrabniffes Wird nach wie vor den Mi- litärs im aktiven'Dienste erwiesen. _ , Art. 2. Die Dekrete dcs Meßxdor sind nicht anwendbar auf ZSNitglieder der Ehrenlegion, noch ausStaaisbeamte von bürgerlichem fande,

* Germain (vom gemäßigten linken Crntrum) beantragte die Dringlichkeit, die sofort bewiUiat ward. Deschanel beantragte die unmittelbare Verweisung des Geseßentwurfes an die Ausschüffe. Der Yiinister destnnern erklärte bierauf:Die Regierung nimmt die Dringlichkeit an, aber der Gegenstand ist wichtig genug, um ernstlich erwvgen zu werden. DeScbanel wiil das Gefühl keines seiner Koüegen verletzen, aber er Verlangt, daß die Y_erathung mor- gen fortgeseßt werde Die Kammer bcschließt, daß der _Gcseßenirvurf morgen durch die Ausschüsse geprüft werdensoll, und geht zu den

Verhandlungen über das Budget des KultuS-Ministeriumö' . über.

Der Berichterstatter Cornil liest "den „Ergänzungsbericht vor, welcher für mehrere Kapitel höhere Atzsaize, im Ganzen 477,250 Fr., beantragt. Die Abminderungen im Budget des Kultus-Mmi-

' sieriums betragen runde 2? Millionen. B r r n a r d L a v e r g n e spricht

egen die Trennung von Staat und Kirche, wie die Kleri- alen fie auffaßten und zur Propaganda benuxzten, die über das ganze Volk verbreitet sei. Die einzige mögliche Verbindung, um gegen die Kirche zu streiten, sei der Staat; der Staat dürfe nicht mit Gewalt einschreiten, aber er müffe streng auf Wahrung seinrs Rechtes be- stehen und den Unterricht in die Hand nehmen. Granxier de Cassa nac erhebt Einspraéhe gegen dieAbstriche an den Stipendien der roéen Seminare. Der Berichterstatter Cornil bemerkt, man mii e eine politischen MeinungSverschiedenbeiien in die Budget- beraihung einmengen. Baudry d'Asson(k[crika1“) will konstatiren, das; man mehr denn je die Priester und die Re[ißion anariffe. Die Männer der französisckoen Geseßgebung gäben fich zu Führern dieses eldzuges her, .Der. Redner schließt mit einem laufen: „Es lebe Zins 1x! Es lebe das katholische Frankreick)!“ Kerjrgu führt aus, man müsse 'edcn Gedanken an eme Verminderung der Einkünfte der Geistlicbieit bei Seite lassen. Die Geyeral-Debatic schließt hiermit. Die Sißung wird um 6 Uhr geschlos1en.

Versailles, 24. November. (W. T. TTF ?n der heu- ti en Sißun des Senats erhielt bei" der ah von zwei eßenslängli en Senatoren nnr C ecZnelong (Monarchist) mit 147 Stimmen die absolute Majoritéit Und ist fonach ge: wählt. Außer ihm erhielten noch Nenouard und André (beide zur Linken gehörig) je 142_ und General_ Vinoy,(Bo: napartist) 137 Stimmen. Im weiteren Verlanse der Sitzung wurde im dritten Wahlgange der General=Pr0cureur Ne- nouard zum lebenslänglicben Senator gewählt, worauf sich der Senat bis zum Dienstag vertagte.

In der Deputirtenkammer nahm an der Debatte über das Kultusbudget auch Prinz Jéröme Napoleon mit einer gegen die Klerikalen gerichteten Rede Theil. Der klerikale Abgeordnete Keller protestirte gegrn die von dem Prinzen geäußerten Grundsäße, der Bonaparmt Dr_É olle aber warf dem Deputirten Keller vor daß er das Kaiierrrick) verleumde, was zu einem sehr ledla ten Zwrschenfalle führte, in olge dessen mehrere Bonapartiéten zur Ordnung grrufen wur en. Als darauf Gambetta anf eine weitere Erklärung der Worte Kelirrs singing und bemerkte, daß man das Dekret Über die Abschaffung des Kaiserthums vergesse„xrhob sich Tristan Lambert und rief: „Es, lebe der Kaner!“ Von der Kammer wurde deshalb gegen Tristan Lambert ein Tadels:

votum auSgesprochen.

Spanien. Madrid, 22. November. (Ag. Har.) Die Hauptvertreter der konstitutionellen Partei, außer dem Her o de la Torre, haben, in der Absicht, gegen die antidynaitiHche Auslegung zu protestiren, die man ihrer Gegenwart bei dem Todtenamt zum Gedächtnis; der Her- MFM von Aosta gegeben hat, dem Empfaxi e beigewohnt, we cher im Königlichen. Schioffe, gelegentli des Festes der Prinzessin WU Asturien, stattgefunden hat. _ Die Ge- rüchte von einer" bevorstehenden Vermci lung des Königs mit der Infantin Mercedés, Tochier des erzogs von Mont- pensier, entbehren der Begründung.

_ (Standard). Jm Dorfe „Llanes, nahe der Gren-e der Provrnz Santander, ward-zwer protestantischen (Heißt- lichen untersagt nach einer Gebetsversarximlung Gottesdienst zu halten, obwoßl derselbe nach Vorfchmst des Geseßes und mit nur 18 Anwesenden. gehalten werden folite. Beide Geist- liche, von denen einer em amerikanischer Unterthan ist, wur- 11le gefangen gehalten, bis zu der Untersuchung vor dem Ma: gi ate. *

La avana, 22. Novrmber, Eine offizielle Depesche meldet: er General Martine; Campozs hat die kuba- nischen Iusurgenten anßechi en, wobei 40 Aufständische getödtet wurden; 58 haben 1 ergeben.

Italien. No 111, 24; November. (W. T. B.) Der Herzog von Galliera rst heute gestorben. Türkei. Konstantinopel, 22. November. Dem W. „Fremdenbl.“ wird telegra irt: Ein Abgesandter J a k u b gar, trifft schon in „den nächsten Ta en mit einem Briefe und e chenken seines Gebieters für den Su tan hier ein. Derselbe nahm einen Weg ierher liber Indien, wo er mit dem VJ-Könige Lord Ly tto 11 me rere Vespre ungen

hatte, und schi en sich mit ihm in Bom ay auch viele (?)

Mohamedaner Indiens ein, die alle in die türkische Armee eintreten wollen.

_ 23. November. (W. T. B.) Der Präsident der nach Bulgarien entsendetcn außerordenxlichen Kom- mission, Saidoulah Bey, hat_ der Pforte ange- ?rigt, daß in den einßeäljxchert'en Dömern der Bezirke Phi- 1ppopolis und Vazardsi is 1th 957 Gebäude wieder auf: Ziebaut worden seien und weitere 810 Wohnungen sich im

ufbau befänden. Die Kommission hgbe außerdem die er: forderliZLZen Maßregeln ergriffen, damrt die “Bedürftigen mit allem othwendigen versehen würden. Es seien Teppiche, Decken und Mundvorräthe an diejenigen Personen verthrilt worden, welche derselben ermangelten. D_en Landleuten seien Geräthe zum Ackerbau geliefsrt und Vor1chiiffe an Geld ge: währt worden.

Ragusa, 24. November. (W. T. B.) Die Mitglieder der DemarkationSkommissior) haben ihre Reise zur Be- sichtigung der Hauptpunkte der Lime arif übermorgen fest: gesext und hoffen ihre Arbeiten binnen wenigen Tagen definitiv

zu nde zu fiihren. Wien, 24. November. (W. T. B.) Gutem Vernehmen

nach hat die Pforte nachträglich wegen _der Vorgänge irn Hafen von Kleck, die durch ein Mißverständmß „herbei: efiihrt seien, um Entschuldigung grbetcn und die „Er: aubniß zum Traiisport verwundeter und kainpsuniähiger

Soldaten nachgesucht.

Rom, 24. Ndvember. (W. T. B.) DLL Vertreter rankreichs aux der Konferenz rn Konstqntrnopel aden sich heute in Britzdisr an Bord „des Avrsodampfers

„Desaix“ nach Konstantinopel emgeschrfft.

_ Wie man der„Pol.Korr.“ schreibt, sind neuerdings in Ober- Alabanien Exzess e vorgekommen. Die eiiirerufenen Urlauber und Reservisten erkennen keine Autqriiät an und geben sich_ der größten ZÜZLUOLIKÜ hin. Aus Laris1a wird foigeudc That1ache gcmcldrt: «5er im Pa cha, Welcher jext cm der griechi1chcn Grenze kommandirt, hat zwei ataillonen Redifs dcn rückständigen Sold in Kaimics auögczablf. Die Soldaten drangen mit dem eanltencn Papier- aeldc in die christlichen Kaufläden und vcrlanaten die Umwcchsekung in Gold und Silber. Da aber das DiSa 19 mindestens acht Prozent beträgt, Verweigerten die Griechen die Anna me der Kaimies al pari. Darauf zogen die Soldaten ihre Yatagans und bieden auf die Kaufleute ein, Von welchen viele schwer Verwuxidet wurden. Das Loosungswort War: „Schlagt die Ungläubigen nieder!“ Ibrahim Pascha eilte mit einer Compagnie Soldaten den Bedrängicn zu Hülfe und stellte die Ordnun mühselig genug wieder ber.“ Die Christen irautcn sich aber ni t mebr, ihre Läden zu öffnen, bis 1ie der Kommandant n1cht seinrs vollen Schut3es versicherte. Am folgenden Tagr jcdokh iibcr- fielen .sechzig Türken ein von Griechen [yrsuckytrs Café und mißhan- delten in ]ämmerlicber Weise die dgselbsi versammelten Griechen. Achtzehn der griechischen KaffeehauSgaste habcn blutige Gedenkzcttel ron diesern Zwischenfalle davongetragen.

Die Griechen und Bulgaren bebaupien, daß unier de_n Moba- medaxiern eine förmliche Verschwörizng Legen die Christer im ganzen Janiner Yaßckyaiik bestehe. Beweise öi-mcn daiiir mciit rrbracht werden. 1511 es; ist die Erregibeii der moHamedarnickwii Bevölkerung Tbaisache und die Behörden tragen eine Gleickigiiitigkrit zur Schau, welche dem Sicherheitsgefiible der christlichen Brpölkerimg großen Abbruch thut. _ AUitiablich wird es an der griechischen Grenze lebhaft. Täglich treffen neue Redif-Bataiilone in Larissa und 11m-

ebung ein. Die Grrnzwache ist auf der'ganzcxi langgestreckten Linie Fedeutsnd verstärkt worden. Wiles schemi, Wird aber das Gros der ganzen Macht aus Jrrcgulärcn bestehen.

_ Aus allen westlichen Vilajets der Türkeiwcrden, wie die „Pol. Corr.“ berichtet, die Truppen nach Bulgarien und Rumclirn gezogen ix_nd in Folge dessen herrscht unter der nwbamedanischrn Bevölkerung kcipe geringe Angst _ in BoSnien vor dem Wicderauslcbcndes Aufjtgndrß, m I)iaccdonien und dem Epirus vor der immer Wachjendcn akkrchi1chexi “Bewegung. Nach einer aus Konstantinopel ringekangicn Wrisung i1t BOLUien in drei Militärdistrikte eingrihcilt worden und sind J6met, Seki und Sali, wclche früher unter Veli Pascha als Brigadicre dienten, zu Kommandgntrrr dersclden ernannt Wordeu. Die Hauptquariirre di€1er I)iilitärdiyirthc 1ind in Groß-warnik, LiVUl) und Serajervo. Die Festungen in BoLnien sind dem Inspektorate Seki Paschas uritcrsicllt rrordcn. In Macedonien und Thrssalien werden alle Versncixekgcmacbt, zur Landesvertbeidigung eine Nationalgarde aller Waffenfahtgcn auf- zustellen, nachdem in der GLMJM Provinz nicht mehr als „sechs Bataillone Redifs als arnisoncn strYen und cbcnsovrcl leßms sind gegen die griechisckye Grenze vorgescbr en. Trotz solcher Zustande versucht die Regicrnn , einc Kriegssteuer anfzuirerden. Das Monastirer Viiajet fol 20 Millionen Piafter als Kriegssteucr aiif- bringcn. Die Griechen und Bulgaren der Provinz haben aber _keme Lust, außerordentliche Steuern „1: entrichten, undes ist bei dcr jetzigen Stimmung nicht unbeden [ich, durch Machtmritrl dicses Vcr- [angen zur Erfüllung zu drinnen. Indes; Habendre türkischen Grund- besitzer dock) 3 Yiiilionen Piaster gezeichnet. . _, '

_ Wegen der Verproviantirung der Festung Nik iks im Dugapaffe wurde bisher zwischen Ali Pascha und dem Fiirijirn don Montenegro viel, aber resultatlos verhandeli. Türkischcrfeits wgllie man die Verproviantirung fiir zivcr Moxiqte durchgefiihrt ir111cn, wäbrend Monkenegro nur zu drei Wochen sich verstehen wollte. Nack,» Ablauf dieser Zeit soUte abermals eine Seyduna von LebenGmrtieln in die' Festung befördert werden. Die Montenegriner Haden bei Osirog starke Schanzen errichtet. Sie wollen augenschein- lich Von hier aus eventuell iii die 1?Herzxgowina eiiidringcn. UeHer- haupt meldet Kostaki Pascha, der (* cn 111 ,einer Misston i_n Cettmje War, das; in Montenegro abermals Kriegsrüstungcn im GMF? sind. Nach dem Beispiele der bosnischcri Niahomedaner sammen auch die berzegowinischen Türken Unicréchriftrn zu einer Adresse an den Sultan, Worin sie um die Erba tung der jeyigen Ord- nun der Dinge in ihrem Heimathslande bitten. Alle Gegen- bemii ungen dcs Vali, die Leute von der Absendung einer solchen Adresse abzuhalten, blieben fruchtlos,

Rumänien. Nustschuk, 23. November. (Telcgr. d. W. „Fremdenbl.“) Aus Giurgero wird herüber gemeldet, Bratiano habe der rumänischen Eisenhahn-Gesellschast, trotzdem dielselbe gemäß ihrer mit der rumgmi en Regierrmg erdge- sch offenen Konvention dazu berechtigt rt, em Drittel ihrer Beamten ach Fremden zu wählen, den Auftrag erth_eilt, alle fremden Bahnbeamten sogleich zu entlasyen und dieselben durck) Eingeborene zu crseßen.

Rußland und Polen. St. Petersburg, 23. Novem- ber. An weiteren Ergeben'hettSadres'fen an den Kaißer veröffentlicht der „Regieruzigs-An eiger“ Schreibrn von em Tambowfchen Adel sowre der ambowschen und Orelschen Stadt-Kommune. ' , ,

_ Ueber die beiden Seitens des russischen RLLÖH- kan ler-Amts verö entlichten Dokumente „schreibt die russiiche „St. Peters urgcr I?.“: „Die,pol1t1sche Be- deutung dieser beiden Do umerzte _dient als nrurr überzeugender Beweis für die friedliebende POlitik des St. Petersburger Kabinets. Bei dem Lesen , dieser beiden Dokumente wird sich Europa überzeugen,'w1e weit entfernt die russische Politik vqn dem kriegen ch pro- vozirenden Charakter ist, welchen 1 r„Lord Beacons eld ver- leihen wollte. Die Depesche des zzursten Gortschakoff, als

Antwort auf die Note des Grafen Derby an den exiglisclzen Botschafter in St. Petersburg, LordLofius, legt. m ihren c'Solgerungen, deren Wa rheit _und Lygik keinem Zweifel untcr- iiegen, außerordentlich lar die, politische gegenwarti e Sach- la 9 dar, und weist auf kategoräsche Weise die gegen ußland ge?ührten Beschuldigungen zurü , als ob esounter dem Deck- mantel dcr Sympathie für die Leiden der Oment-Christen nur seine Eroberungspläne zu verwrrklichen suche.,“ _ _25. November. (W.T. B.) Der „RegierungSanzei- ger“ vcröffciitlicht cinen Kai1erlichen Ukas, wonach vom 1.113. Januar 1877 ab die Entrichtung der Zol'lgedührein in Goldmünze oder in Coupons garantirter Ob_l1- gationen, welche auf ausländische Valuta lauten, 'zu er1ol- gen hat. Ein zweiter Ukas brtrifft die durch Beschratiku ng des Güterverkehrs eintretenden Verzögerungen m der Güterbeförderung und entbindet solch: Personen, welche da- durch in Bezug auf schleimige Liefermr stermine eme i_mver- schuldete Verzögerung erfahren, von je er Verantwortlichkrit.

Afrika. Aegypten. Kairo, 24. Novembrr, (W.T. B.) Der Khedive hat der ägyptischen und der anglo-ägyptischrn Bank den Vorschlag zur gcmcinschastlichen Gründung einer ägyptischen Nationalbank mit einemKapital von 2 Miilioncn Pfd. Sterk. grmacht.

An?- dem Wolffsckxcn Tricgraphcn-Bureau.

Malchin,_ Sonnabend, 25. November. Ueber die Vorlage, betreffend die Herstellung. dcr durch die Reichs- Geseßgebung fiir die Justiz erforderlich werden- den Gebäude und die Dockung der dadurch entstehenden Kosten gehen die Ansichten der Landsck aft und der Ritterschaft au§einander Bride Stände Haben von drm Rechte drr itio ju patras Gebrauch gemacht und wird daher jeder Stand für fick) iiber die Vorlage beschließen. Die Land- schaft verlangt die Besckünßfaffung iidrr die Vorlage zu vrr- schirbrn, während die Ritterschaft fiir die Vorlage ist und ein Eingehen auf dirselbe, sowie dir Brwiliigung eianVoluntariums befürwortet.

Wien, Sonnabend, 25. November, Nacbmittags. Der Marquis v. Salisbury konferirte heute Mittag mit dem Grafen Andrassy und wurd? dann vom Kai1er in Audienz empfangen. Derselbe nimmt auch mx der [)en- tigrn Hoftafcl Theil. Die Weiterreixr desselben ersolgt iiber Triest Und ist auf nächstrn Montag rstgeseßt.

Nr.47 des „Central-Vlattes für dasDeuts 6 Reich““ LLTQUIJT. eben im Reichskanzler-Amt, hat so qenden Zn- aii: ]) A gemeine Vcrwckli1mg6sachcnr Verwcijung von Ausläzidcrri aus dem Tiicicbsgebirt. 2) Zoll- und Steuerwesené B1111de§rath6bo1chluß betr. Dexiaiurirung Von Grircrbesalz durch Pctroleuxn, Kienöl xc. Kom- petenzen ron Steuerstellcn. If) Finanzwesen: Nachwcijung der Einnahmen an Zöllen und gcmeinscha t ichen Verbrauchssteuern, sowie cwdcrcr Einnahmen im Britischen Rcich für die Zeit Vom 1. Januar bzs zum Söhlnffe des Monats Oktoder 1876. Nachweisung _iiber die blS zum 31. Oktober 1876 präklndirtcn, ferner iiber die an diciem Tage im Um- laufe bezw. im eigencn Bestande der dcutsckjcn Notenbanken vorhan- drn gewesenen, sowie iibrr die nach erfolgter Einlösung vernichteten Banknoten. Goldankäufe sritens drr Reichsbank. 4) Miinzwesrn: Uedersichi iibrr die Ausprägung von Reichsmünzen. 5)E1srnbai)n- Wesen: Eröffnung der Bahnstrecke Quakenbrück-Osnadriick und der Kaltestrlle Kcttwig v. dBrücke. 6) Korislilatircscn: Einziehung von

onsUlaten.

_ Nr. 87 des Amts-Blatts der Deutschen Reichs Post- und Tclegraphenvrrivaltung hat folgeiiden Inhait- Verfügungen: vom 16. November 1876: Bezug der vom internatio- nalen Pyriburcau herausgegebenen Zeitschrift. Vom 17. November 1876: SWW“; drr Prfi-Dmnpfscßiffahrten auf der Linie Hainburg- Drontiycim. Bescheidungen: Vom 13. November 1876: Prrxendung dcr chlizen der Versichcrung§gesellschaftcn gegen die ermaßigte Taxe fÜr Geschäftspapiere im Allgemeinen Postvercitksverkchr.

Kunst, Wissenschaft und Literatur.

Die Sammlung der „Entschridung dcnischkcr Ge- richtsböfe in GriiiidungssaciMn, Berlin 1876, im Ver- lagc von Mitschrr und Rösicll“, drrcn crstréi' Hrst [1116 vor- liegt, ist eine nützliche Arbcit, die insbesondere in 1hrcm strafrecht- lickycn Theile nicht nur als Wegiveiser fiir den Juristen und Ge- schäftsmann dient, sondern auch dazu beiträgt, das auf diesem Gebiet bänfia irrcgcfiihrte ReÖtsbriWßUein des ivcitrrrn Publikums“ 51; be- richtigen. Das erste Heft enthä1i _scchs Civil- und „zehn krimmal- rechtliche Erkctmtiiiffr. Von den ersteren gehören zwei derselbrn Pro- zesxsachc an, Von den [eßteren zählen acht ais Jnstanzurtcl, sd daß im Ganzen fiinf Civil- und fünf KriminalfäUc behandelt smd, m denen battpisäckylici) die Lehre vom Beitrige Anwendung findet. In der civilrrchtlichen Abtheilung sind zivci Uriel vom Ober-Tribimal, zwei rom Reichs-Ober-Hm1del«5gcrichi und eins voni Kammergericht gefallt, in der kriminalreckytlichcn drei vom Ober-Tribunal, cms voii dcm AppeUniionSgrricht zu Magdchrg und 81116 vom Stadtgcrtckxt zu Vrrlin. Die Sammlung ist ein einfacher Abdruck der betreffenden (Hr- fenntniffc obne Kommentar ÖdernsorzstigeErlautcrung; sie erztzicHt _sich also der Beurtheilung ais selbstandiqcs Werk. _Ji)r'Vrrdienst liegt in der gcschickken AquaHl und mögltrhsten Voilitandtgkeit.

_ Die im Verlage von (H,O. Baedeker iirEffcn erscheinende Berg: und Hiittcn-Kalender und Ingenieur-Kalender sind in der bekannten praktischen Ausstattung fur das Jahr 1877 erschienen. Der erste tritt „in seinen 22. Jahrgang und Hegnrnt den- scldcn wiederum mit der BerggcseYebung, an welche sich dtc'berg- polizeilichen Vor christen aus dem ; B. A. B. _Clanstbal__1ch[iesien. Die zweite Abt cilung (Mathematik, Mechanik, Maschmenlcbre, Max“; und Gewichte, Prodtiktionstabellrn u. s. w.), sowie 'die dritte (Maßstäbe, Eisenbahnkarte u. s. w.) sind gegen den vorigen Jahr- gang MULL verändert. _ , '

Dcr Ingenieur-Kalrndcz: liegt im 12. Jahrgang Vor. Die von dem Ingenieur und Eisengießereibesißer Hrn. P. Stühler in Deux, bearbeiteten Tabrllewu. s. w. desselben, welche" 22 Abschnitte bilden, sind ziveckmäßig erweitert. Besonders hervorzuheben ist, daß die Eisenbahnkarte ein größeres ormat erhalten hat und deshalbin zwei Abschnitten gegeben ist. uch der Ueberfichtskalender hat eine bequemere Ciiirichßtng und Platz erhalten.

London, 22. November. In wenigen Monaten, so meldet „Academy“, wird das erschöpfende Werk des Generals „di Ces- nola über Cypern fertig sein. Es wird eine Beschreibung der von ihm in den Jahren 1866_1876 erforschten Oertliéhkeitexi ent- halten. Die Einleitung wird die Vorgeschichte Cypems bcruhxcn. Die, Außßrabun en werden genau bes rieben. Ceßnola bat ntcht wenmer (: s 33 a te Begräbni plätze entdc t und die Lage von, 17 (ilten Städten identifizirt. Das uch wird 300 Ansichten und eme K_arte entbcrlten, dazu in einem Anhang alle (2090)? entderkten Inschriften cyprisck), griechisch, affyrisch, pbönicisch). r. King von Cam- ridge trät eine Mittheilung über die _in dem 'S aBbMZsL VM Kurium ge undenen Edelsteine und Lord Lixford eme olche_ubcr die - auf Eppern lebenden Vögek bei. _ Kapitan Nares schreibt emen

Bericht über seine Nyrdpoiexpedition.