in von den Fabrikinipektoren weiter geprüft werden_ so"- ach der einen Seite soll geprüft werden ob ähnlich, mie für die Glasindustrie, auch fiir andere Jnduftxiezipetge em- lne erleichternde Modinkationen der ge1eylichen Be- 'mmungen in AUÖficht' zu nehmeti_ „find. Nach der anderen Seite sollen diejenigen Beschaftigungen festgestellt werden, bei welchen wegen der dcmut perbundenxn bxson- deren Gefahren die Verwendung jugendlicher Arbeitxr uber- haupt auszuschließen oder nur unter_besonderen Bedingungen uz 0. sein würde. An der Konferenz ncihmeti folgende ab " spektrccn Theil: Ingenieur. Sack fiir die Provinz reußen, Ingenieur Hertel für d1e_ Provinz Pommern, Major a. D. von Stülpnagel für Berlin, Hauptmann a. D. von Rüdiger für Frankfurx a. O., ,1_)r.„ Siißen uth„ für die onvin Sachsen, Berg-Aneffdr ines furdie rovinz Sch:e- "sien, ZUFAffeffor Osthues für die Provinz Westfaxen, ?J- enieur Dr. Wolf für Düsseldorf, Jngemeux RZLchÜ ur Koblenz, Cöln, Trier, Medizinal-Affxsor ])r. Kind sur Cassel, Vr. Schreiber für Wiesbaden. Erönnet_wurde die_Konfexenz durch eine Ansprache des Handels-Mimftexs. Die _spezielle Leitimg der Verhandlungen war dem Geheimen RegieruanE Rath “Lohmann übertragen.
_ Das „Kirchli che Geseß: und Verordnungsblatt“ vcröfftntlicht in seiner ersten Nummsr eine A n sp r ach e d ex- Evangelischen Ober-Kirchenraths an die Geistlichen und Gemeindeörperschaften, betreffend die Ausführung der Kirchenverfaffung, vom 3. November 1876.
_ Die Vundesrathß-Bevollmächtigten: Groß: herzoiilich badischer Staats-Minister, Präsident des Staats- Ministeriums und des HandelL-Ministeriums , T u r b a n , kund Fürstlich reußischer Staats:Mini1ter v o n H a r b o u find !)ier eingetroffen.
_ Der GeneraL-Lieutenant von und zu Gilsa, von der Armee und kommandirt zur Vertretung des beurlaubten *CommandemI der 7. Division, ist nach beendigtem Urlaub wieder abgereist.
_ Der französische Botschafter in St. Petexsburg, Geye- ral Leflö, traf heute früh von dort hier em, und reiste Mittags nach Paris weiter.
_ Dem raktischen Arzt Dr. Zumnorde zu Warendorf "ist die ksmmißarixche Verwaltung der Kreißwurxdaxztsielle des Kreises Warendors vom 1. Oktober d. Js. ab aus em fernere?- Jahr übertragen worden.
Stettin 29. November. In der heutigen zweiten Sitzung deH Provinzial-Landtages wuxden nach ver: Lchiedenen geschäftlichen Mittheilungen des Vorsißenden zunächst „ urch Akkbamation die Mitglieder der gestern be1chloffenen Kor.;-
mission zUr Verat-hung desHaushalts-etats für die Provinz gewählt. Ebenso wurde die Kommission zur Berat an des vom Pcovinzialausychuffe vorgelegten neuen eg ements behufs Ausxübrun deS Viehseucheri-Gefeßes gewählt. Es folgre die Berat ung des von der Staat-I-regierung er- xorderten Gutachtens wegen Aufhebung der in Pommern be- tehenden, die Knüttelung der Hunde vorineibenden gest?- “lichen Bestimmungen. Der Landtag bes loß, einer Au :
chcnswsrth zu erklären, daß dem gemeinschädlichen Umhertreiben er Hunde durch axiderweite Maßregeln, und insbesondere durch geseßliche Einführung einer aflgemeinen Hundesteuer vorgebeugt werde. Weite]: bewilligte der Landta der GeseU- schast für Pommer che (Hejchichte und Alterthums unde behufs Anfertigvmg eiiies nventar-Z der pommerschen Kunstdenkmäler vorläufig fiir das «Fahr 1876 die Summe von 500 «. So:
. dann wuxde genehmigt: 1) die Anstellung einesHÜlfsbeamten in der Landamncnanstalt zu Ueckermünde Mit einem Gehalte von 1500 „4-6, 2) die Erhöhung deS Etats für die Irrenanstalt bei Ucckoxmünde um die Summe _von- 12,500 „FH, 3) die Er- theilung der Decharge fÜr die Rechnungen der vereinigten bei: “den Hoyp'itäLer in Treptow a./Toll. an?- dem Jahre 1875, der ,Landarmenanstalt iu Ueckermünde ach dem Jahre 1874, des Altpdmmerschcn Landamnenfonds von 1874, und dLS JrrenhauH-Baufonch fiir die Anstalt zu Ueckermünde von 1875, 4) die am 531. Dezember 1875 erfolgte vorläufige Schließung der Knabßn-Detkntioné-anstalt zur Zarower Mühle, 5) die *Gesck)äftserdnung für den Provinzialausschuß, 6) die Ge: “schäft-Zinstvuktion für die Pxovinzial=Hauptkasse, 7) der An- 'trag des 'vainzialmisschu1ses, von der Abschlicßung eines "Anstellungsvertrages mit dem Lanch-Dirckwr unter Bezug: “nahme auf die dem Letzteren vom Ausschuss ertheiltc Dienst: ,anweisung Abstand zu nehmen.
. _Dagegsn lehnte der Landtag die Anträge des Kreis- -ausichusses des Dramdnrger Kreises, den Bau verschiedener neuer_Chauffeen im genamitcn Kreise auf Kosten der Provinz auszuführen, amd dem Krems die Verpflichtung zur Unterhal- ;tnng der im Regenwalder Krei1e belegencn Strecke der Dram- burg-Wangeriner Chauffee abzunehmen, nach längeren Ver- .!)andlungen ab.
Rendsburg, 26. November. (Kieler Ztg.) In der „gestrigen SiBung des Prdvinzial-Landtages wurde mit der““.Berathung .,er Gemcinde: und Synodal-Ordnun “für die Provinz Schleswig:Holstein fortgefahren, und na längaxxr Debatte der ganze amendirte Entwurf mit 29 gegen 520 Sa'xmmen angenoxnmen. Der Entwurf des Geseßes, be- 'trcfsen'§_v die Amo-rttiyation von Aktien und auf den In- :haber L.“.arztenden „SchiildversÖxeibungen von Aktiengesellschaften 'Der Prtwmz. SéjlßßMg-Holsxsm, wurde genehmigt. Nach Bt“- .:rathung sänxmtbicheix PettiUW-LlusfchußberiMe schloß der ;Landtaxztxigmchall d1e__ Versammlung. Mit einem Hoch auf Se. Mazestat den „Kemer und König trennte sich die Ver-
_e-sammlunx.
Hessen. Darmstadt, 28. November. Der vierte Aus- , YYuß der Ersten Kammer ;ck sich über den Antrag des * g Frkvx. v. Mordes ziir abenau, die Durchführung des Tite 1711.„der Reickzsversassun das Eisenbahnwesen betroEsend, usfig ac!» Der richt ist von dem Grafen Zit: “cba -Erba ) «staatet und lautet nach der „Darmst. - g. ;; * „Dex Herr Antragsteller “it verebrlicber anderer Kammer trägt o_uf dcn Oxjäxluß an, Großherzogliche Staalßregierung aufzufordern: *die, auf wirktame Darkbfuhrung des Titel 1711. der Reichsverfassun -genchteten Bestreötmgcn des Reichskanzlers im „Bundeskatbe kxäftig _:Zntexstßßeu „zu !affetz, mag diese Durchführung durch Herstellung eines . MhektslckZM Rnchöeiseubahnneßes oder durch andere Kombinationen WMF Wm" F * f Sta ts ' !: td - , ieu amgeworrene rage augen: ene a man a em 'HermReferenten verehrter andxrer Kammer hierauf YErksZmn-z ab- gegeben, „daß fie selbstverstandlich sich ihrer Pflicht nicht entziehen
. Tebung dieser Vor1chriften zuzustimmen, dabei aber für wün-
des T'rxel 711. der Reich5vafaffuna se- nchxejen age- Ux eithkremenmg im Bundeswthe zu unter- ftüsetl, daß 1: sich aber“ die fung der Vorl en, die zu diesem Zwecke an den BundeSratb ge augen werden, vo_r halten muß, _und daß fie sicb daher über ihre Stellung zu den bezuglicben, Vorschlagen erst schlüssig machen kann, wenn solche Vorschläge vorliegen und ge- prüft werden können.“ _ „ - , Wie die Verhältnisse li en, muffen wir bekennen, daß diese offizielle Erwiderung Ants ält,_ w_as monientan geschehen kann, und Diejenigen vollständig zu befrixdigxn geeignet erschetyt, welche in der Verwirklichung des Centralisatibnssvftems 'der_ Eisenbahnen ein absolutes vaterlandiscbes Bedürfnis xrkennen, wahrend ie an- dererseits in anzuerkennender Weise Ftcb m den beoxenen ck euzen staatömänniscber Vorsicht betveat, _umiomebr, als :; jest keine des- fcrxfllsligensVorlagen durch das Reichskanzler-Amt deim Bundeßratbe e o t md. . _ .
n Erman ckung lc terer bis zu dieser Stunde, soxvix nn Hm- blick darauf, da die Ges altung von Reichsbabyen fich fiir jetzt mehr unter den ungekannten Größen bewegt, murdegn verebrltcber anderer Kammer der Antrag auf Uebergang z_ux motwrrten Tageßordnung ge- stellt, aber mit überwiegender Majorttat abg:lebnt.__ _ „ _
Statt dessen wurden drei eu egengeseßteBeschlxch gle1chral_ls mit entscheidender Mehrxtimmigkeit a t, die Staatsrxgicrungzu eryucben:
] dea Erwer “der preu is en Bahnen“ im BundeSrath zu unter tüßen; _ _
2) den Gedanken des Erwerbs der deutschen Eisenbgbnen,_ re1p. doch desjenigen Theils derselben, für tyelchen Fix!) die Rettbörxgierung. “demnächst zum Ankaufe enfs ließeii Wird, bei jeder fich darbietenden Gel enbeit beim Bundeörat zu fordern; _ , _-
eZ) im Falle der Anna me der demnacbsii en Vorlage uber den Erwerb der preußischen Ba um durch das Rei mit letzterem Wegen Abtretung sämmtlicbcr bebsfiscber Staatsbabnm und damit_ zusammen- bängcnder Rechte in Ver andlung zu txetxn und den Standen wegen Genehmigung der anzubabnenden Veraußerimg Vorla e zu machen.
Wir wiederholen, daß die Offizialerxlarung dcr eaterung im?- eine vollständix Bürgsxlchft fÜr Diejenigen zu enthalten scheint, welcbe in der entralt a ' n éammtltcher deutscher Bahnxn das pa- triotische Heil zu eybli en wä nen. Doch scherpt uns bei 'der-Auf- gabe die“er hoben Kammer im Entferniesten kein Grund vorzuliegen, zu Gunsjtcn entfernt liegender Eventualttatcn uns schon xeßt aiif dem Wege von Beschlüssen dié Hände zu bindxn._ „Es scheint p:elmebr angezeigt, gegenwärti keine allgemeinen, prinzipiellen Entschließungxn zu treffen, sondern Vielmehr einzelne zur Voxxage gebangende Regre- rungspropositionen zu geeigneter Zeit ]achgemaßer Prufung zu unter- Werfen. Von dieser Ansicht außgebend, kann hoher Kammer nur vorgeschlagen werden: den drei Vescblünen verehrltcber guderer Kam- mer, als gegenwärtiq der Grundlage entbehreiid, nicht beizu- treten, fich vicsmehr mit dcr Regierungserklarung vorerst zu be-
gungen.“
Mecklenburg. Malchin, 26. November. H. N.) Nachdem in der Ständeverfammlung no ver- schiedene Aeußerun en darüber laut geworden waren,
betreysxend die Bauten, welche
vxird, die au .Durcbkü
wie der [este Bes luß, " ' durch die neue Gerichtsverfa ung “nothweiidig. „werden, an die Landtags-Kommissarien zu bringen sei, einigt; man sich dahin, daß die Landmarschälle" den Comitsbexicht sammt den darauf gefaßten ijchlüyxen beider Stande den Landtagß-Kommissarien iibei'bringen sollten. _ Die stre- [ißsche Negierun läßt“ ein Reskript vom 21. d. M._ übergeben, betr. den Einfiu des Civilstandé-gesßßes. aus die kirch- lichen Verhältnisse des Lande?: und die. Einnahixie der Geistlichen aus den Stolgebiihren. Dieses Rßskriptheht gleich an das Comité, welches_ zur Reguliruiig diefer tol- ebühren in Streliß gewählt i1t._ Bürgermmftex Grohmann- Bömiß beantragte noch für diesen Laydtag- die Herausgabe eines Geseßentwurfes- von der Regiermi , wodiirchz den Standesbeamten die Befugniß_ zur exekutim chen„Beitreibizng der Gebühren, Strafen, Entjchädigungen 2c. beigelegt mird. Die Sache wurde einem Comité über eben. . - _ Das Großherzoglich strelißi?che Reskript an den LandtagsRommiffariu-Z vom 14. d. M. erklärt, der ,Rost. „ tg.“ zufolge, das; an die Errichtung eines eigenen Över- andeSgcrichts fiirMecklenburg-Streliß „nicht wohl zu denken“ sei und daß die Gro herzogliche Regierung wegen einer bezüglich desselben herbeizu ührendeti Gemein chqft bereixß mit der Großherzoglich mecklenbuxg-schwerinschen egierung m Verbandlun getreten fei. Rücknchtlich eine?, Landgerichts babe der roßherzog _bei dem Stande der Reich?:verhand- ungen „sich noch nicht 1chlüssig machen kiinnen, da die hohen Anforderungen, welche in Betreff der Beießung desselben bis: her gemacht werden, und der geringe Umfang unseres Landes; 6-3 zweifelhaft erscheinen lassen, ob nichi auch auf die .Her- steÜun diese?, Gerichts für Streliß .verzichtet und gleichicxlls eine *emeinschaft mit Schwerin angestrebt werden muß.“ Die Zahl der Amtsgerichte wird, nach dem Maßstabe von 10,000 Seelen fiir ein solches Gericht auf8 angenommen, wo: bei das Fiirstenthum Ratzeburg als außerhalb der Landesver- fassung stehend außer Betracht geblieben ist. Die Amtzge- richtsbezirke und deren Seelenza [ find: Neustreliß 12,681 Seelen, Neubrandenburg 11,367, riedland 10,959, Woldegk 6531, Strcliß 9622, Feldberg 8552, Mirow-Wesenberg 8741, Star ard 10,915. Summa 79,368 Seelen. Nähere Ent- schlie ung bleibt jedoch. noch „vorbehalten, 09 nicht diefe Zahl durch Vergrößerung einzelner Bezirke noch verringext werden kann, indem man etwa Streliß und'Stargard aus1al1en und dafür eine Erweiterung von Neustrelitz, Neubrandenburg und Woldegk eintreten ließe, „wodurch außer anderen Vortheilen eine Ersparung sowohl an Einrichtungs: als Unterhaltungs- kosien Erreicht werden würde.“
_ Ueber die Verwendung, des Lintheils an der franzöjischen Kriegßentschädigizng in Mecklenburg- Streliß ist biLLer eme Einigung nicht erfolgt. Der ur: sprüngliche Vor chlag des Großherzogs von Mecklenburg- Streliß ging unter" Wahrung “des Anspruchs, die ganze Summe der andeskerrlichen Kasse zu. übedrweisen, dahin daß le tere ein Dritthei erhalten, ein DUtthell der Centralkleuer- ka xe ur Deckung der Landesschulden zufließen und ein Drit- theil ?ürgcmeinnüßige Zwecke verwandt werden sollte. Später erklärte der Großherzog sich auch zu der Modifikation bereit, daß 300,000 oder 360,000 „FH der Centralsieuerkasse und ein gleich _großer Betrag seiner eigenen Kasse, der Renteikasse, übermesen würden, der Rest aber ffn; gemeinnüßiée Zwecke zur Verwendung käme. Der neueste, in einem Res ript vom 14. d.M. an den Landtagskommi'sarius ent altene Voischag dee; Großherzogs Käß zwar das Prinzip der «*.reitheilung est, will aber von der riegsentschädigung vorweg 200,000„Fé für die Ab- lösung der Tauf- und Trangebühren und 244000 „45 für die Kosten der durch die neue Gerichtsverfa ung iZ!) vernothiv'en: digendeit Bauten zugefteYthi. Auch erk .irt er ich bereit, die Entscheidung über die eilunnga e noch einstweilen aus- zu_seßen und fich nur über die ge Zten beiden Forderungen mit den“ Ständen zu vexeinbaren. _Der Betrag der anzen au Mecklenburg-Streliß gefallenen Einnahme aus der riegs- ko. enzahlung wird unter Hinzurechnung der zugefallenm Zinsen von der „Rost. Ztg auf 1,410,000 „M - berechnet.
' deren Auspgleichung' ersi “späteren
' man davon bke'auf das ürstenthum Raseburg allende ZM mit */e oder 235000?“ und die für Stolgexühren- Ablösung und ' uten beanspruchten 444,000 „sé gb, so verle als "“ haltener Gegenstand weiterer Verein- barung mit den Ständen noch 731,000 :“.
Oldenburg. Oldenburg, 27. November. (Wes. Ztg.) Einer der wichtigsten Gegenßände, welche in der heutigen Sisun der evangelis en LandessÉLnode zur Verhand- lun amen, war der ntwu eines feses betreffend die Yammenseßung _des O er-Kirchenrat s und die
er der S nodalpmoden. Hiexnach soll der bex-Kzrchen- rath demnäch beftehen „aus drei ordentlichen Mitglieder!» von denen mindestens eines ein Geistlicher und eines, em Rechtskundiger sein mixß, und aus “zwei außexordentltchext Mitgliedern, einem geistlichen _ und einem tyeltlicheti. _Die ordentlichen sowohl als-auch die gußerordentlichen Mitglieder ernennt der Großherzog, leßtere jedoch nur für die Dauer einer Synodalveriode aus vier von der Synode _éze- wä [ten und ihm präsentirten Mitgliedern der evangeli ch- lut 'schen Kirche des Herzogthyms Oldenburg Per Vorfißende wird aus den ordentlichen M1 liedexn gletclz- falls vom Großherzogs ernannt. Der Entwur bezeixhnet die einzelnen Ges "fte des Ober:Kirchenraths, zudenen die aiißer- ordentlichen itglieder berathend und beschließend zuzuziehen find, und fügt die Bestimmung hinzu, dgß, weiin der Groß- herzog so1che_s anordnet, die außerordentliche'n Mitglieder aiich u andern Geschäften zugezogen werden, können und sogar im
alle der dauernden Verhinderung eines ordexitlichen Mit- liedes dasselbe thunlichft zu vertreten habe.» _Die Dauer der_ ' ynodalperiode ist im Entwurfs statt Wie bisher auf drei Jahre, auf fünf Jahre bestimmt. Die Bestimmungen über die ZufammenseZUUg des Ober-Kirchenraths w_urden von dbr Synode mit gro er Majorität angenommen, _mdeß smd fiir die zweite Lesung Abänderungßanträge 1_chon' 1th m AUSficht gestellt. „Die Bestimmung, wonach ein außer- ordentliches Mitglied zur Vertretung eines dauernd verhinderten ordentlichen Mitgliedes berufen werden kann, sowie die Bestimmung, wonach die Synodalperioden 'auf fünf Jahre erhöht werden, lehnte die _Synode _ab. Im Uebrigen ward der Geseßentwurf mit einigen nicht wesentlichen Modifikationen angenommen. _ Ferner f_and em Geseßentwurf die Zustimmung der Synode,_ wonacb die_ allge- meinen KirchenauSgaben, welche, soweit sie nicht in “den Zuschüssen der Staatskasse an die CentralzKirchenkaffe „ihre Deckun finden „von den einzelxien Gemeinden nach ihrer Steuer aft aufgebra t werden 1ollen,'_ nach Maßgabe der staatliéen Einkommen teuerrollsn über die Gemeinden i_imzu- legen ind; des leichen ein Geseßentwurf, welcher das König- lich preußisHe Jadegebiet aus dem Kirchenverbande, in welchem es bis er mit den Gemeinden Heppensqbezw. Nexiende stand, und damit zugleich aus der evangelis :iutheri chen Landeskirche des Herzogthums Oldenburg guss eidet. 911) dem Staatßvertrage vom 20. Juli 1853 mird der bisherige Kirchenverband des an die K_rone Preußen vqn Oldenburg abgetretenen Jade ebiets aufrecht erhalten; «doch wurde Preußen das Re t eingeräumt, gegen gewiffe Kapitalabfin- dungen diese Verbindung zu löjenx eine VerembarunF über diese Kapitalabfindunléen steht i_eßt M Ausficht, und ezweckt der Gaseßentwurf, fa s diese erxolgen sollte die Aussckzeiduxig des Jadegebiets aus dem Kirchenverbande “chon ]eßt _geseßlich zu regeln. Der Zeitpunkt, mit welchem das- Geseß in Kraft tritt, wird vom Ober-Kirchenrathe bestimmt werden.
BraunschWeig. Braunschweig, 29. November. Die Landessynode hat gestern, wie man der „M. tg.“ be; richtet, folgenden Antrag des Abg. Thiele mit gro er Ma- jorität angenommen: „Die Synode wolle das Kirchenregiment ersuchen, auf der näcbsten Kirchenkonferenz in Eisenach 11: An- regung zu bringen, daß thunlichft Bedacht auf Herstqllung eineé- gemeinsamen Gesangbuches für den evangixlischen Theil des deutschen Heeres genommen werde.“ Vom Minister- tische auS wurde zu dem Anfrage eiilärt, daß die Kirchen- regierung gern bereit sein werde, dem ausgesprochenen Wunsche nachzukommen.
Bremen, 27. November. (H. N.) Eine bürgeix- i?aftliche Kommission, der ein Bericht über_daéz Frei- s )ulwesen aufgetragen war, at die Mängel denelbennach:
ewiefen“ und empfiehlt die uf ebung der sdgenannten zreifchu en. Sie ckck dcr Bürge chaft, zu beschließen, daß diese Maßregel vorbehaltlich der Gutachten der Schu'ldeputation und der städtischen Armenbehörde zum _1. April nächsten Jahres in?: Lebens geführt werde. Freistellen m den be; zahlten Schulen solsen natiirlic! _bleiben, abex vergeben werden nach denselben strengen Grun 1äßen wie öffentliche Almowii überhaupt. Des alb soll denn an die Armenverwaltung sie zu, vergeben la n, ihrerseits da iir bezahlen Lind von der Schulbehörde s)chadlos gehalten werde_n, so daß jederbußere Unterschied zwischen den Kindern wegfällt. Eltern, die nicht ganz, aber doch theilweise das Schulgeld ;u bezahlen im Stande find, sollen hierzu angehalten werden. “
Oesterreich-Ungamt. Wien, 28. November. Gestern Nachmittag fand ein Ministerrath statt, der si mit dei: Bankfrage beschäfti te. _ Finanz-Minijter Sze [ soll bei seiner gestriYn Anme enheit in Wien mit Freiherrn v. Pretis lediglich in erwaltungßangeleYteiheiten konferirt habxn und kehrt heute nach Pest zurück. - r „ est._Ll.“'konstat1rt aus: drücklich, daß die Angelegenheit, iim dexentwülen Herr von l)Szell niltchheWien reifte, mit der Bankstage in keinem Zu1am1nen-
ange e .
_ Bezüglich der Zollkonferenz, welche vor Kurzem _in Wien tagte, wird ergänzend mitgetheilt, daß zwar eine prin- zipielle Einigung erzielt wurde, aber bezüglich einzelner, und zwar nicht unwichtiger Punkte, Di erenzen aufgetaucht find, erhandluxigen voxbehaltey blieb. Ein Wxil der Instruktionen wird 1th teert. Die Zollkommission wird den Entwurf in einigen Tagen verhan- deln und dann die Konferenz fortseßen. Die Verhandlungen mit den Vertretern Deutschlands werden, dein „Yremdenbl.“ ufolge, selbstverständli erst nach Abschluß dieser onfexenzßn
eginnen und es soll raf Andraffy die1elbeu persönlich in Wien eröffnen. _
_ Die in Trient YIM die des Hochverraths und der Störung der öffentlichen * u e Angeklagten geführte Unter- suchung scheint nicht zum bschluß gelangt zu sein, denn nach den neuesten Nachrichten haben in Roveredo und dem benachbarten Sacco _ VerßaftunÉen und ngsdurchfuéun en stattgefunden, die, Me da elbe [att mittheilt, mit die er L n-
* pellationstage find,
„ besprechen. „ _ _ . .. . “ lautet nur so Ml, dax; die Lage der aus Bodmen Geümbtcten einc
uchung _ *ob mit Grund, ist noch unaufgeklärt _ in
_ tZekissmnmenhana gebracht werden.
_ Z Banxfra e erhält vgs „Fcemdenbl.“ von „vek- trauenswxrther Sem“ [gende Mittheilung, welche das Blatt mit Rücksicht auf das allgemeine Intere e des darin berührten
* Ge enstandu wiedergiebt, ohne jedoch eine Aufi ten ir end- _ wie9 mit derselben zu identificiren. Die g
_ _ Zuschrift utet: „In Finanzkrelsey gléxubk man. daß die Schwierigkeiten der egcnwärtigen Sitgation nicht axiders als durch ein Provisorium Zeseitigt werden ko,nn'en und giebt sicb deshalb der Hoffnung bin, man werde bier, wie in Pest, zur. Ueberzeu aus gelangen, da“ eine dualistische Bank weder von Seiten der ankdirektion, no von Seiten unseres 5Ilbgeor'k;n_etx.nbcmses jemals gebilligt Werden dürfte. Nachdem nun die' dualtftiije Bank nicht durchführbar erscheint, andererseits aber die „ungarxjcbe Regierun? im Hinblick auf die gegen- wärtige Strömung u1ch_t_le1chtnachgeben ann, 1o wären alle Schwie- r' keiten nu_r dann'beXittgt, txenn man fich ganz einfach dazu ent- s ließen wurde, dre“ qucxÖHyerbandlungen einstweilen zu veriagxn und das Verbaltmt: zu Ungarn auf zwei Jahre provisorisch im Status quo zu belassen.“ . & _ _ 29. November. LW, T. B.) (Vati eme_m Spezial: korrespondenten.) „('n „par amentarischeti Kr_e1sen ist man nicht gewillt, dem MimZLrixim gegenüber eine 1olche Haltimg ein: zunehmen, welche danelbe nötbigen wiirde, schon ;_eßt die Kabinetsfrage zu stxllen. Die Ma1or1tät nei t 1ich dem Gedanken zu, den weiteren Verlauf der Verßandlungen
" zwischen der Regierung und der Nationalbank abzuwarten. *
Prag, 28. November. Bei den gestri en Gemeinde- Ergänzungswaélen'wurden bei sehr s wacher Bethcili- ung durchwegs a tcze_ch1sche Kandidaten gewählt. Die ver: ssungHmäßige Partei und die Jungczechen betheiligten sich
nicht an der Wahl.
Peß, 28. Nyvembex. Wie der „Presse“ emeldet wird, herricht m hiesigen Abgeordneten reisen anläßlich der Bankfrage bei allen Parteien große Aufregung. Da nur Mittwoch und Sonnabend Inter: gewärtigt man von der äußersten Linken oder den Unabhängigen schon morgen eine Inter- pellation. Die liberale Partei kam überein, vorläufig die Angelegenheit m1t Ruhe zu erörtern, die Regierung nicht iso- lirt zu [affen und die Frage derart auszutragen, daß alle Schritte im engsten Einvernehmen der Partei mit der Re- gierung geschehen.
_ In Angelegenheit der Petition welche bezüglich dec?- verbotenen Fackelzuges zu Ehren des türki- schen General = Komuls eingereicht wurde, stellte der PetüionSau-Zschuß des unZarischen Abgeordnetenhauses fol- genden Antrag: „Was die la 8 der Petenten hinsichtlich des Verbots der von ihnen in ussicbt genommenen Demon: stration betri , so findet der Ausschuß diese Angelegenheit durch die Be örden, welche in ihrem Wirkungskreise vor ingen, ordnungsxzemäß erledigt und erachtet eine le iiilatorischg Ver- fügung angesichts des auf administrativen! VJege Geschehenen nicht für nothwendig. Insofern aber die Petenten bitten das Haus möge dahin wirken, daß fie den projektirten Fackelzug abhalten dürfen, ist der Ausschuß der Ansicht, daß die Petition _ als ausschließlich eine polizeiliée Verfügung erfordernd _ dem Minister des Innern ugewie en werden soll.“
_ 29. November. (" . T. B.) Der Minister=Prä= sident TiSza hat sich nach Gödöllö begeben und wird daselbst _heute Abexid vom Kais er e fangen werden. _ Für morgen ist eine Konferenz der li eralen Partei anbe- raumt worden. Wie verlautct, wird der Minister-Präfident in dieser Ver1ammlung in Betreff der Bankfrage inter- pellirt werden und erwartet man bezüglichc Erklärungen von demselben.
Agram, 26. November. Ueber die Mission des Hofxathes Baron Krauß berichtet die „Pol. Korr.“:
Hofrath Baron Krauß, der vom Ministerium der Auswärtigen Angelegenheiten bebufs Studiums der Lage der in Kroatien und Dalmatien befindlichen Flüchtlinge entsendet wurde, ist gestern hier angekommen und konfcrirte noch am selben Tage mit dem Chef der inneren Abtheilung der GrenzlandeSvchalnan. Hofrath Baron Krauß ist mit dem heutigen Morgenzuge nacb Wim zurückgekehrt, wird jedoch, sobald der Kommandirende, FZM. Freiherr v. Molli- nary, von seinem Urlaube bier eintrifft, was für den 1. Dezember
„zu gcwärtigen isi, neuerdings hierher kommen, um die in An-
gelegenheiten jener Flüchtlinge zu treffenden Maßixabrnen zn Ueber die Mission des Freiherrn v. Krauß ver- allxx Beschreibung spoktendc ist, was jedoch zii gleichem Theile dcr Hiilskosigkcit und der überaus niedrigen Kulturjtufc dcr Naja!) wie dex Bodenbejchaffenbeit, namentlich der dalmatiniscbeii Gegenden, zu- zu1chxeibeni!t. Die Lage der in der kroatischcn Militärgrenzc bc- findlichen Flüchilinge ist insoweit einc bcffere, al-Z diese dkÖ scbon iu kultureil höher stehenden Landestheilen sich befinden und so auch in ausgebreitetercm Maße der Segnungen der__Kultur _tbeilbnfßig wer- den_. Die Hauptaufgabe des Freiherrn V. Kraus; bestand daxin, jene Mittel und Wege anzugeben, wie mit Bcrücixichtigung der Bodenkultur oder aiideren Umstände den in dcn einzelnen Gegenden befindlichen Flüchtlingen _ natürlich uxzter _voUiter Berücksichti ung der Staatsfinanzen _ am wirksamsten geholfen werden könnte und wie es möglich wäre, 'cnc auf der untersten Stufe der Kultur befindlichen Leute der Civi isa- ! on zu gewinnen. Aus diesen Rückfichten dürfte es vor aÜen Din- gen _aebotcn sein, betreffs der bisher nicht geregelten Sustentations- gewahxung einen_voxi dem_ bisherigen abweichenden Modus zu finden, u.:d durfte wahrscheinlich in Zukunft dieselbe nicht mehr nach Köpfen,
, syndern, nach Maßgabe der Umstände und der Anzahl der Angehö-
rigen einer _Famisi-, nach Familien verabfolgt werden. Eine andere Frage ist die des_SchulbesucheH der Kinder dicseg Flüchtlinge, die :shcr selbstVerstandlich gar keinen Unterrtcht genoncn.
Schtveiz. Lu ern, 28. November. (N. Zürch. Ztg.) Der Große Rath eschloß beinahe mit Einstimmigkeit die Emzahltzng der Gotthardsubvention nach dem Vorschlage det.": Regierungsrathes.
Großbritannien und Irland. L_ondo n. 28. No- ber. (Engl. Korr.) Der frühere UnterrichtscMinisier Forster
*ist zum Rektor der Universität Aberdeen und zum „Ehrenbürger der Stadt ernannt worden. _ Amtliche
n Aus- weisen zufolge „hai fixh während. des testen Jahres der Be: ndf derZZz retmrlhlibgen:Yegim§né§)r bvon LMYZ um ypgeä r roz. ge o en. 0 wei [ is jetzt ü e en laßt, iZ der ZumaY in „den Provinzen ähnlich genießen. Lie Gesammtzahl der eiwüligen wird gegenwärtig an nahezu 180,000 Mann geschäxlt. Indien. (A. . Cs) Den neuesten Berichten aus Bombay zufolge gestalten lch die_ Aussichten auf eine Abwen- dung „des drohenden ManYlS immer düsterer. Die wahr- scheinliche Ausdehnun desx othftandes kann vor Ende De- zembx-r kaum genau Le Land kennen, bogen ernste Besorßniffe. Es sind indes; bereits NUthbaytetz thätig- im Gange un eine wirkliche Zuqnerzwoth droht bus 1th nicht. Aus Madras lauten jdie erichte auch
stgeftellt werden, aber Leute, die das“
ünftig. In M fore und anderen britischen
ni t sehr Di ' nd ebenfalls zu Wahr-
. „M'ge ört großer Not scheinlichkeiten.
, Frankreich. Pairis, 28. November. Heute war der Ministerrath unter dem Vorfi des Marschall-Präfidenlen versammelt, um fich über die Fragen betreffs des Kultus- budgets und_ der Begräbnisse s lüsfig zu machen. _ Der Ausschuß für die Vorlage des Ministers das In- n_ern erhiblt heute Mittheilung von den Beschlüssen des Ka- bnzets. Die Minister Dufaure, Marc-é-re und Verthaut er- schienen alsdann vor dem Ausschuffe und der Minister-Präsi: dent xrkliirib, der „Köln. Ztg.“ ufolge, die Vorlage wegen der Begräbmßseier in Betreff der EZrenlegion sei gemacht worden, 11111 der Unklarheit ein Ende zu machen. Diese Vorlage fei xedycb keineswegs das leßte Wort, fie verleße die Gewissens: fteiheit nicht, aber man könne auch eine andere Vorlage machen, wenn das gerathen crfcheine. Hr. Dufaure deixtete an, man könne etwa allen Mitgliedern der Ehren: legion gleiche militärische Ehre an dem Ort erweisen, wo die Leiche niedergescßt sei, im Sterbchause, in der Kirche oder aux dem Kirchhof; in diesem Falle würden die Truppen dém _Leichenzug aber nicht das Geleit geben. Auf Vriffons An: frage äußerte er, daß mit dem Dekrete vom Mesftdor oder mit dem nxuen Gcseß er die militärischen Ehren den Militärs, die _ohne Hinzuziehung der Geistlichkeit beerdigt werden, nicht bemilligen werde. Der Minister fügte hinzu, bei der von Hrn. Dufaure angedeuteten Vereinbarung werden die Ehren zxvar Jedermann zugestanden, aber mit mehr Pomp bei kirch- lichen Beerdigungen. Der Kriegé-Ministcr ist nach wie vor der Ansicht, daß zur Bewahrung und Hebung der Tapferkeit der Arinßech nöthi? sei, daß sie gläubig sci. Der Ausschuß vertagte wine Besch ußfaffung bis morgen“ dem „Temps“ zu: folge hofft man aber, daß man dem Konflikte werde aux 1ve_1_chen können. Dem Vernehmen nach wollen die französischen Bisböfe Protest erheben, falls die Maßrcgeln von Ducros in _LYU wegen der bürgerlichen Begräbnisse beseitigt werden 1o en.
_ Wie von verschiedenen Seiten und namentlich auch vom „Txmps“ gemeldet wird, hat das ganze Ministerium i_tti Versolg der gestrigen Sißung deH Nbgeordnctcnhauses 1eme Dcmis sion gegeben, der Marschall-Präsident aber diese nicht angenommen, da er vor dem Schlusse der Budgetver: hiindlungen sehr ungern auf eine Veränderungfeines Kabinets eingehen möchte. Um zunächst in der dringendsten Streitfrage Rath zu schaffen, hätte der Marschal] sodann zu dem Ver: initxelitngsvorfchlage seine Zustimmung gegebsn, welchen Herr Dnsaure heute in dem Ausschuss fiir die militärischen Ehren vorgebracht bat.
__ _ 29._November. (W. T'. B.) Wie aus parlamenta: rijchen Krei1en mitgetheilt wird, hat sich daß Ministerium schlüssig gemacht, jedenfalls bis zur Erledigung des Bud etc; in beiden Kammern im Amte zu bleiben und erst dann kFeine Entlassung einzureichen. Auch von Seiten dsr Linken selbst soll man bsmiiht sein, ein€r Ministerkrisis in dicsem Augen: blicks möglichst vorzubeugen.
Spanien. Madrid, 27. November. (Ag. Hav.) Msgr. Simeoni und die Bischöfe von S. Juan de ComposteUa und Gerona haben dem Minister-Präsidenten Canovas del CastiÜo ihre Glückwünsche für stine Rede zu Gunsten der religiösen Toleranz zugehen Lassen.
_ Ein Madrider Telegramm der „Times“ meldet, der Marquis von San Carlos werde demnächst im spanischen Kongresse einen Gesetzentwurf fiir die Abschaffung der Stierkämpfe einbringen.
Italien. Rom, 26. November. (Ital. Nachr.) Auf den Vorschlag der Wahlpriifungskommission hat die Depn- tirtenkammer 215 nicht angefochtene Wahlcn genehmigt. _ Jn Folgs der Erhebung CriSpi'Z auf den Präsidenten- stub?s der Kammer haben einige fortschrittliche Journale ge- meldet, das; sich die Mehrheit vereinigen. miiffe, um einen neuen parlamentarisckicn Führer ander Stelle CriSpi'L zu ermählen. Das „Diritto“ bekämpft diese Idee, einenFührer der_Mehrheit zu erwählen und unter Bezugnahme aufmehrere politische Schriftsteller und die Gebräuche auswärtigaö Parla- mente beweist es, daß das natürliche Haupt der Mebrheit der Konfeilspräsidcnt und kein Anderer sein müsse. Das „Diritto“ schließt so: „Es giebt keinen „Zwischeiiweg. Entweder schließt man das Ministerium von der Kammer aus, oder man erkennt ihm das Recht und die PJicht zu, die. Mchrhsit zu leiten. Außerhalb dieses Systems, das der gesundesten Praxis des konsiitutioncllen Lebens entspricht, sehen wir nnr Unbs- stimmtheit und Widerfinn, die der Geschlossenheit und Soli: dität der Partei ?roßen Schaden b-ereiten würden. Die Mehr: heit, welche die Iation crwälxlt hat, um die im Programm von Stradella versprochenen Reformen zu bewirken, kann kein anderc-Z Haupt haben als den Mann, der dies Programm verkündigte und da?- Ministerium vertritt, dem die Inesleben- fiihrung und Anwendung deffelben anvertraut ist.“
_ 29. November. (W. T. B.) Der Marquis von Salisbury ist hier eingstroffen.
Türkei. Konstantinopel, 29. November. (W. T. B.)
Die Bevollmächtigten Frankreichs _zur Konferenz, Graf Chagdordy und Graf Bourgoing iind heute: hier ein- getro cn. . “ Kora, 29, November. (W, T. B.) Gutem Vernehmen nach ist eine Ministerkrisis aUSgbbrochen indem der Groß- vezier aus prinzipiellen Griinden sctne Zuitimmung zu dem BorZaffungSentwurfc Midhat Pasckas verweigert und auf die Ent cheidung des Sultans provozirt hat,
Rumänien. Bukarest, 21; November." (21. Z.) Auch der Se_nat at heute dem Fürsten Karl seine Thron- adresje dur eine Deputanmx überreicht, welche von dem Metropoliten als SenatS-Priiyidentcn geführt wurde. Die Adresse lautet überseßt:
._.-Hoheit! Indem der Senat „dem Rufe der Regierung Deiner Hoheit gefolgt ist und sich beeilte, 11ch um den Thron zu versammeln, erfülit es uns mit lebhafter Genugthugng zu böten, daß unsere aus- wärtigen Beziehungen die günstigsten jmd. Der Senat erkennt mit Dank, daß die Regierun Deiner. Hoheit, im Angesicht der erpcßen Ereignisse, wel : sich rings um uns abspielen, bebarrh ' ihre neutrale Stellung aufrechterhalten hat, in Uebereinstimmung mit dem Willen des Landes, welcher ich durchdie Stimme der nationalcherti-etung kundgcgebcn. Die
eutralttat. ist in den Traditionen diejxs. Lazides, Im Angesicht der Gefabx haben die Rumänen ihre Uneinigkeit vergessen und scbaaren sich wie ein Mann um den Thron des Landes. Der Senat hat 1395 Vertrauen, daß dureh die Vaterlandsliebe der Söhne Rumä- niens und durch den Schutz der hohen garantirenden Mächte unsere Rechte und unser Territorium respektirt und unan-
getastet bleiben werden. Sei_ überzeugt, Allerböcbsier Herr. daß die rumänische Nation ihre Pßixht zu erfüllen wiffm und sich würdig zeigen wird der politnchen Stellung , n'clcbe ihr durch den Vertrag von Paris gegeben nxurde, dcr uniere altcxi Rcchte anerkannte. Die Einberufung der g21cy_gcbenden Körper unter den gegenwärtigen Umständen wird den natur_lt_chea Erfylg babcn, das;, in aUen politischen Akten, krelchc die Umstande bedingen, die Regierung Deiner Hoheit Kraft in d:rM1twtr_kun_g der ge]e._g_ebendcn Körper finden wird. Da der Senat dic_ Wl'cbtlgkelL dex Gesetch- vorlagen, die in der Thronrede Deiner «Hoheit angekundigt werdcn, würdigt, so wird er denselben die crnsteste Auxmcrkjamkeit zuwenden, dieselben mit Ueberlegung prüfen und keine Zeit verlieren, um die ökonomisckxcn und administrativen Jutercff'en des Landes zu n'ahxcn. Dcr Senat eriüllt auch seine Pflicht, indem er seine Gcfüble tiefster Ergebenchx und Cbrfurcbt ausdrückt, Es [.be D“inc Hobcit! (Es lebe Jbre Yobcit die ürstin! Es lebe '.Kumänien!“
Der Zxürst Kar antwortete:
„Allerbkiligstkr Vater! MLZW Horch Scnatorcn! Vor Allem danke Ich dem Senat für die Gefühle der Ergebenbkit, Welche der- selbc der Fürstin und Mit ausspricbt. Noxb niemals haben fich dic gesch cbcnkcn Körper *in einem ccnstcrcn Augenblicke versammelt. Zch_ abc noch das volle Vcrtraucu, da?"; die vollständige Harmonic szcben denselben und Msincr zicgicrnrig, sowie unsere korrekte Haltuna, w:!Öc von Europa gcbilligt wird, im:“? bclfen werden, aus dicsexi Schwierigkeiten_bcrauH-zukommon. Mit vollstcr Gcnugtbuung anvsarige Ich die Veriikbcrung dis Senats, dai; derselbe im Einrkr- !tandmß, mrr '))ieiner Regierung an aiien Aktm mitwirken wird, Mbche dre nationale Vertretung für gits finden wird um an unsc'rér nationczlxn Politik festzuhalten, welcbe sicb auf die Achtung vor dsc J:1tegr1ta_t urid_ vor den Recbtcn ch “aiich stützt. Seien Sie 11che_r_, Ba'; Ick stet? da sein werks, WO cF- dic Jtitercffen dcr Natikn erbciychenl'
(Halaß, 20. November. Man schreibt der „Pol. Korr.“ von hier:
„Seit dem 18.1. M. hat die längs der Donau aufgestciiic riitnan_i_[che Armee einc aUgemcine Vcrrcgung iii der Richtung gegen die'rumircbeMGrenze vollzogen. Selbstch in Der kleinen Wallachci di:“- [ozirte Divixwti [39T Bßfxbl bekommen, nacb Jaiiy zu marschiren.... Ter Kriegs-Mmiiier ru1tet nach wie kor mit Aufgebot aller Kräfte, Von den im Auslandx gckauften 70,030 Ecivcbren sind bereits 40,000 Sifu? über Rußland in Jassv eingclangt. Dieselben sollen unter den Bataillonen dcr Tcrritcrialarmce *.*crtheilt werdcn. Tie Bespannung dcr ArtilLerie ist komxlct vorhanden. Zu den [eßtkn Tagcn hat man 1800 Pferd: zur Kbmpletirung dcr Kavailcric ange- kauft. Die Laffettirung Von 118 Gcschiixen wird bctricbcn. Zerleg- barc Holzbaracken n'erden hier und in Krajowa gebaut und mit M Anfertigung von Winterkleidern sind in aUcn Werkstätten des Acrars tamende von Händen noch immer beschäftigt. Proviant ist für :ine Armee von 90,000 Mann für vikr Monate verbanden.
Rußland und Polen. St. Petersburg, 28. NOVO)!!- ber. (St. Pet. Herold.) ?Die Abreise Sr. Kaiserlichen Hoheit dcs Ober-Kommandicenden ist aufs NEUE verschoben worden. _ Die fiir die Corps der aktiven Süd: Armee ernannten StabS-Chefs liaben sich nach den „St. Pet. Msd.“ schon größtentheilcz an ibre Bestimmungsorte, die Hauptpunkte der Truppenkm[zentratiow begeben, als mich Kijew, Kamenez-Podolsk und Odsssa.
Kischeneff, 24. November. Die „Kol. Korr.“ meldet von hier: Dsr Aufmarsch der Armee ist im voilsn „Zuge. Von den sechs Arniee:Corps besmdsn fick) bereits vier in vol]: ständiger Aufmarschdislozirung. Dieselben haben eine solche Aufsteüung, daß sie vom Pruth bis Akkcrinan in einem Halb- kreise sich befinden. Die Avanigarde besteht aus drei Di- visionen des siebenten und einor Division des neunten Ames: Corps. Gleich nach Ankunft des Oberst:Komniandirendén werden jene Stabsoffiziere nominiii werden, welche den rn: mänischcn Tivisi0115-K0mmandanten zugctheilt werdcn soklen. Wie es heißt, wird zum rumänischen Vertreter im rnssifch Hauptquartiers General FloreeZco ernannt werTen. Die vor ungefiihr 15 Jahren aufgelösten Azowschsn Kosacken haben das Anerdicten geste'llt, noch ein Freiwilligen-Regiment aucözuriisten, was auch von der ?)i'cgikrnng angenommen worden ist. ES vcrlautet mit Bestimmthsit, daß die Mobilisirung der drei iibrigen Militärbczirke im europäischen Rußland gleicix falls bevorstchs. Der daraiif [wsziiglichs Kaiserliche Ukas soil Anfangs Dezember erschsinen. Ter GroßfürstDber-Komnmn: dant wird Hier am 2. Dezember Erwartet und soll schon an 6. TLzember die Jnspizirimg sämmtlicher Truppen an der Grenze beginnen. Großfürst Konstantin Nikolajewitsch wixd zur Besichtigung der Befestigungen in Nikolajeff erwartet. Von da wird er- 1'ich_1mch Eupatoria, anerman, Scbastopol, Beid- janßk, ch*tsch-.Jcnikale und Sudak bcgebcn. E?- ist die dee davon, daß dsr Großfiirst-Admiral den Oberbefehl iibcr die Flotte im Schwarzen Meere Übernehmen 1111dsichwähr€nd dcs bcvorstclisndcn Krieges im Süden aufhalten werde.
Amerika. Ncw-York, 29. November. (WTB) Die öffentliche Ruhe in Siidkaroxina ist bis jeßt zwar nickzt gestört, indes; sind die zur Legislative gi-wäl)ltcn demokra- tischkn Adgcordnstcn mit zwei rcpxxblikanischcn Abgcorixictcn in einein öffentlich Lokale in Kolumbia znsammengetrctkn, haben 1ich alH legale Legislative “konstituirt und verlangen ais Jolche anerkannt Zu werden."! '
_ Der Befehl des Präsidcntbn an den Kriegs: Miiiister lautet nach den „Times“: „Sir _ Mr. CMY".- berlain ist jeßt Gouverneur von Siid:(§ar0lina ohms chiisl und bleibt es, bis der ncue Gouverneur gesetzlich projlamirt worden. Der Regierung ist Hiilfe mit dchereinigten Staat-sxi- Truppen abverlangtworden, um die ravublikanische Regierung in jenem Staate gegen einen die Stagtsbchördcn _zu mächtigen Widerstand auTrechtzuerhalicn. Si? nnd angewic1en, GNTVLT: neur Chamber ain gegen Gewaltthaten zu unterstüßcx, bis:“: Sie andere Befehle von mir empfangen. Grant, Präiidcnt,“
_ Dcr „Times“ wird untérm 26. d. M. aus Phila- delphia telegraphirt: „Mr. Hendricks nnd Mr. Tilden aben mit andern demokratischen Führern in New:York Kon- erenzen gehalten. Das Resultat derselben scheint die An: nahme zu sein, daß die drei Südstaaten ihre Stimmen für Hayes abgegeben bgben, aber daß der Kongreß diesclicn als betrügerische verwerfen werde; Die demokratischen Führer bauen demnach auf die demokrati1che Majorität im Repräsen- tantenhause yür die Herbeiführung der Installirung von Mr. Tilden. Es hat fich eine sehr wichtige neue Phase in der Streitfrage entwickelt. Oregon wählte drci republikanische Wahlmänner, von denen einer Namens Watt, anwählbar isi, weil er das Amt eines Postmeisxers bekleidet. Gouverneur Grove, ein Demokrat, Weigert 71?!)- Watts auf Grund seiner Unwählbarkeit ein Certifikat auszu- stellen, will aber eins Coghtan dem demokratischen Wahlmaim mit der größten Stimmenzak) , ausstellen. Dieses Verfahrcn iebt, Wsmx es aufrecht erhalten wird, Mr. Tilden das xr- orderliche fehlende Votum. Die Republikaner i_voilen _beim höchsten Gerichtshof von Oregon cinen Einhaltsbefexl (in]nuc- UW) erwirken. Die Mitglieder des republikani chen AUL- schusses, welche die Stimmenzählung in Luinana überwachc:i„