1838 / 60 p. 2 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

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halb werde er sich genöthigt sehen, binnen kurzem eine Bill zur besseren Regulirung dieses Verhältnisses einzubrinqen. Na- mentlich beschwerte er sich darüber, daß die Kolonial-Versamm- lung, gegen die ausdrückliche Bestimmung der Emancipations- Akte, die Auspeitschung von Sklavinnen nach wie vor gestatte. Nach einigen Worten des Herzogs von Wellington und des “Marquis von Sligo replizirte Lord Brougham und er- klärte, bei seiner sechsten Resolution beharren, die übrigen aber aufgeben zu wollen. Es wurde darauf abgestimmt und auch jene Resolution (wie gestern schon erwähnt) mit 30 gegen 7 Stimmen verworfen.

Unterhaus. Sißung vom 20. Februar. Sir Wil- liam Molesworth machte den Versuch, dem Hause den In- halt seiner auf die Entfernung des Lord Glenelg vom Kolonial- Amte bezüglichen ONotion, die ersk am 6. März an der Tages- ordnung ist, vorzulegen, wurde aber von dem Sprecbcr zur Ruhe verwiesen, als er an den Punkt kam, der den Mangel an Vertrauen zu den Fähigkeiten des Ministers auszudrücken bestimmt ist. Durch eine zwei Stunden lange Rede eröffnete darauf Herr Fielden eine Diswssion über die Frage, ob ihm Erlaubniß gegeben werden solle, eine „Bill wegen Aufhebung des neuen Englischen ArmewGeseßes einzubringen. Die Mo- tion wurde durch Herrn Wakley unterstützt und durch Lord

owick bestritten, welcher Letztere nachzuweisen bxmüht war, daß die Lage der Armen durch das neue Geseß weientlicl) ver- beffert wvrden sey. Nach ihm sprach Herr D. W. Harvey, der beim Abgange der Post seine Rede noch 111cht beendigc hatte. Man hielt sich jedoch für überzeugt, dai; die Debatte nicht lange mehr fortgesetzt und der Antrag des Herrn Fielden durch eine sehr große Majorität werde verworfen werden.

London, 20. Febr. Der Spectator bemerkt: „Bei Hofe gc c es jeizt einen Tag wie den anderen zu. Lord ONei- bourne ährt fort, der Königin fast jeden Morgen seine Auf- wartung zu machen, und kaum vergeht ein Abend, wo der edle ViScount sich nicht unter den Gästen der Königlichen Tafel be- findet. Die Gesellschaft besteht ausschließlich aus Whigs; alles Toryistische isc aus der Umgebung der Königin entfernt.“- Ein anderes hiefiges Blatt theilt folgendes Nähere über die Le- bensweise der Königin Victoria mit: „Die Königin war von Kindheit an gewöhnt, früh aufzustelsxen. Die Morgenspazicr- gänge, Welche Ihre Königliche Hoheit die Herzogin von Kent fie machen ließ, hatten zum Zweck, sowohl die mo- ralische als physische Entwickelung der jungen Prinzessin zu befördern, und auch nach ihrer Thronbesteigung ist diese kör- perliche Uebung beibehalten worden. Gegen 10 Uhr wird das Frühstück aufgetragen; vorher aber hat die Königin schon zwei &iunden mit Unter eichnung von Depeschen zugebracht. Die Vorgänger Ihrer ajeskäc ließen sich bei dieser ermüdenden Arbeit von einem Privat-Secretair helfen; dieser Posten ist zwar aufgehoben, aber die Functionen desselben werden jeßt von einer äußerst einsichtigen Und talentvollen Dame versehen, die fick) eines bedeutenden Einflusses auf das Gemüth der Königin erfreut; diese Dame ist die Baronin von Lehzen, ErziZTherin der Köni in und vieljährige Freundin der Herzogin von ent, die fich eit ihrer Vermählung nicht einen Augenblick von ihr ge- trennt hat. Die ernste rind wahrhaft Königliche Erziehung der jun- gen Victoria wurde von dieser ausgezeichneten Frau geleitet, deren Kenntnisse, Charakter und Sitten ihren Einfluß rechtfertigen. Die Baronin von Lehzen ist also der Privat-Secretair der Kö- nigin. Die Unterzeichnung der Depeschen vor dem Frühstück ist der Augenblick“, wo sich das treffliche Urtheil der Baronin besonders geltend macht, die stets bemüht ist, den Handlungen ihres Zöglings den öffentlichen Beifall zu erwerben. In ge- wissen nicht für die Oeffentlichkeit bestimmten, aber doch von der Krone unbedingt abhängigen Angelegenheiten sind die Rath- scbiäge der Baronin für die Königin ein schäizenswerthcr und mächtiger Schulz, um sie vor anderen Einflüssen zu bewahren. Lord Melbourne wird den Sinn dieser „Worte wohl verstehen. Sobald der Königin gemeldet ist, daß das Frühstück ser- virt sev, schickt sie gewöhnlich einen ihrer Leute ab, um ihre Mutter davon zu benachrichtigen, die, den Gesetzen der screngsten Etikette getreu , seit der Thronbesteigung ihrer Tocbrer niemals, ohne von ihr eingeladen zu seyn, vor derselben erscheint. Mutter und Tochter, die bis dahin un- trennbar waren, sehen fich jeßt nur bei Tafel oder in Gesel!- schafc. Bei diesen gewissermaßen offiziellen Begegnungen ist nie von Poimi die Rede. Die 2I'Zerzdgin, welche viel liest, spricht fast immer von den leßten Kerken, die ihre Aufmerksamkeit auf sich gezogen, und Ihre Majestät, die an diesen literarischen Unterhaltungen viel Gefallen findet, läßt sei) dann mehr als einmal ins Oi)».- sagen, das; ihr Minister auf sie warte. Wenn der Mittag heranZekommen isi, begiebt die Königin sich in ein Zimmer, Wo die Mit lieder des Kabinets in größter Ehrerbie- tung ihrer harren. _ier herrscht und zeigt sich vielleicht mehr als irgendwo die weibiiche Lebensweisheit. Ungeachtet des tiefen Respekts der Minister für die Gesexze der Etikette, beginnt nach dem Austausch einiger deiichkeiten sogleich die Erörterung der an“ der Tages'ordnung befindlichen Fragen. Ein Aktenstück wird der Königin übergeben; diese ist aber schon genau mit der Sache vertraut, ehe die Minister noch ein Wort vorgebracht haben. ?at die Königin das Papier gelesen, wobei die INi- nis'ccr au merksam den Eindruck beobachten, den es auf die Physiognomie Ihrer Majestät macht, so reicht ein einziger Blick von ihr hin, um die Rathgeber des Staats mit der Entscheidung der Königin bekannt zu machen. Ist Ihre Majestät unzufrieden, so wirkt ihr ruhiger, aber mißbilligender Biick auf den Premier-Mi- nister empfindlicher, als alle Angriffe und aller Lärm derOppofition. Die Vorstellung der Gesandten und anderer hoher Personen nimmt, nebst den Sorgen für die Staats/Zlngelegenheiten, die Zeit der Königin in Anspruch. Bei einem solchen amtlichen Empfange wird die Etikette gewissenhaft beobachtet, worauf Ihre Majestät sehr viel hält, und wenn der Himmel ihr ein langes Leben schenkt, so wird es nichts Ritterticheres und Eleganteres geben, als die Versammlungen bei Hofe. Das Ceremonial fin- det indeß nur vor dem Throne statt, später herrscht die größte Leutseligkeit und Anmuth. Die Königin, welche die meisten Soracben des Kontinents spricht, unterhält sich mit den frem;

den Botschaftern und Ministern in der Landessprache der- selben- Da fie meistens mit der Englischen Sprache we- nig vertraut find , so werden sie durch die zarte Auf- merksamkeit der Königin aus mancher Verlegenheit gezogen. Ihk? Maitüät ck nicht weniger eifersüchtig auf ihre Privile- gkßnz als ck "unwichränktesie Monarch des Orients, Was in- des tbkxk Liebenswürdigkeit keinen Eintrag thut. Kaum find dieie w1chiigen Gxschbfte beendigt, so erscheint die Stunde des D*"?ks- Es bistbt 1ed0ch noch so viel Zeit übrig, um eine PWWMWZ zu Fuß oder zu Wagen zu machen. Als der of slch m Brighton befand, bedurfte die Königin nur weniger 9 „ix

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nuten, um fia'w, nachdem fie das Berathungs-Zinimer verlassen Latte, zu einem Spazierritte vorzubereiten , und eben so kurze eit erforderte nach der Rückkehr ihre Toilette. Wir wollen uns nicht auf die Ordnung einlassen, in der die Gäste an der Königlichen Tafel sitzen. Der erste KammerZerr hat seinen Plakz stets an dem oberen Ende der Tafel, dem er en Stallmeister egenüber. Der Sessel Ihrer ONaj- steht aus der rechten Seite der afel in der Mitte, die übrigen Pläßc sind für die Gäste nach ihrem Range bestimmt. Zur Linken neben der Königin sißt der vornehmste Gas vom ho en Adel, dann folgt die Herzogin von Kent. Zur Rechten der önigin wird dieselbe Etikette beobachtet; die .Ba- ronin von Lchzen siizt stets neben der Königin. Nach beendig- tem Diner brgiebt man sich in den Salon, der nächst dem Hei- ligthum, wo Ihre Majestät in Frömmigkeit ihr Knie beugt, und dem Zimmer, wo fick) um Mitternacht ihre Königlichen Augen schließen, der einzige Ruhrort für Ihre PTajescät ist.“ Die Morning Post versichert, ungeachtet der entgegengeseßten Angaben der „Times“, daß Lord Clphinsione dennoch ein Lieb- ling der Köniqin sey und von IJTadras zurückchre, um, wenn nicht bei der Krönung, so wenigstens bald nach derselben eine Rolle zu spielen.

Der Prinz von Capua ist mit seiner Gemahlin, der ehe- maligen Miß Penelope Smith, von Calais in London ange- kommen. _

Die Mornin Chronicle will wissen, daß der bekannte Ultra-Tory, Herr haw, Rekorder von Dublin, in einer nicht öffentlichen Versammlung den Häuptern der Dubliner Corpora- tion die Weisung gegeben habe, ihr Haus zu bestellen, da so- wohl der Herzog von Wellington als Sir Robert Peel zu dem Entschluss? gekommen seyen, ihre Popularität in England nicht länger durch ihre „hartnäckige Opposition gegen die Reform der Jrländischen Munizipalitätcn auf's Spiel setzen, sondern die Maßregel noch im Laufe dieser Session genehmigen zu wollen.

Ein Gerücht, daß Lord Clanricarde an die Stelle des Gra- fen Durham zum Britischen Botschafter in St. Petersburg ernannt sry, wird vom Globe für ungegründet erklärt; es sey, fügt dies Biatt hin*u, dieser Posien noch nicht wieder besetzt.

Der Capitain ?)?apier, Portagiesischer Admiral, erklärt sich in seiner Adresse an die Wä?ler von Portsmouth für geheime Illbst'ikmmung, dreijährige Par amente und Abschaffung der Kir- )en ener.

Die Anti-SpottiNvoodcscbe Subscription soll, nach der An- gabe des Courier, zwar iemlicl) guten Fortgang haben, doch nicht so guten, als dieses latt es wünscht.

Am Donnerstage wurde zu Manchester in einer öffentlichen Versammlung einstimmig beschlossen, das Parlament in einer Petition zu ersuchen, das Entrepot-Sysiem eben sowohl auf die Städte im Innern, wie auf die Seehäfen auszudehnen.

Das Militair hat neulich bei dem Landvoike in der Ge- gend von Castlebar in Irland einige funfzig Gewehre wegge- nommen und die Inhaber verhaftet.

Auf der Eisenbahn zwischen Birmingham und Liverpool ereignete sich Dienstag Nacht das Unglück, daß ein auf der Bahn umherschweifendes loses Pferd zwischen den Zug der Dampfwagen gerieth, die gerade voll von Reisenden und Pfer- den waren. Der erste Wagen stürzte über das Pferd und die nachfolgenden Wagen über den ersten. Der Leiter der Maschine verlor dabei das Leben, aber da die drei ersten Wagen nur Pferde führten, so Wurde von den Reisenden keiner weiter bc- schädigt; die Pferde wurden dagegen wie die Wagen schrecklich durch einander geworfen und erhielten schwere Beschädigungen.

Vor 50 bis 60 Jahren gab es noch nicht 100 Dampfma- schinen, jelzt schätzt man ihre Zahl auf 200,000, die im Durch- schnitt so viel Kraft haben als 4Millionen Pferde oder 25 Mil- lionen ONenschen.

Zn Liverpool herrschte am vergangenen Sonnabend etwas mehr Lebendigkeit im Handel, und es wurden 4000 Ballen Baumwolle verkauft. Die Preise waren etwas fester, als sie die Woche Yudurcl) gewesen, doch war große Neigun zum Verkauf. “m der ganzen Woche wurden etiva 18,500 allen verkauft. Der Vorrath an Baumwolle ist in diesem Jahre um 92,000 Ballen geringer als im voriganahre um diese Zeit.

Die Berichte aus den Fabrik-Distrikten von Lancashire und Yorkshire stellen den Handel als sehr gedrückt dar, weil alle Kanäle zugefroren sind. Es ist indeß Thauwetter eingetreten, und die Binnen-Schifffagrt dürfte binnen wenigen Tagen wie- der geöffnet seyn. In «zrland ist die Kälte strenger gewesen, als in England, auch soll daselbst mehr Schnee gefallen seyn, als es seit dem Jahre 1807 der Fall geWesen.

Nach Berichten aus Canton vom 29. August wurden vom 1. Oktober 18:16 bis zum 29. August, 37,841,466 Pfund Thee, und zwar 20,022,666 Pfund schwarzer und 8,818,908 Pfund grüner aus China nach England gesandt. Die Ausfuhr an Seide betrUg 13,762 Stücke, etwa 18,000 Centner. Im Jahre 1837 wurden in den Häfen von England 25,203,332 Pfd., in den Häfen von Schd'ttland 1,877,390 Pfd. und in den Häfen von Irland 8,885,818 Pfd., zusammen 35,066,540 Psd. Sterling, an Eingangs-Zoll für Thee bezahlt.

Erst nachdem die Unternehmung des ])1'. Duncombe, der schon in den ersten Tagen des vorigen Monats mit 3000 Mann und mehreren Geschützen die zu Ober-Kanada gehörige In- sel Bois-Blanc am westlichen Ende des Erie-Sees beseßt hatte, durch die in der Nähe von Amherstburg am Kanadischen Ufer versammelten 2000 „Mann Milizen (wie gestern gemeldet) vereitelt worden war, wurde auch in dem Staate Michigan von dem Gouverneuer Mason cin Corps von 2000 Milizen um Schuße der Gränze aufgeboten, und ersi nachdem die aus dem rse- nale geraubten Waffen den Jnsurgenten für den Augenblick wenig- stens von keinemNuizen mehr seyn konnten, wurden sie ihnen abgefor- dert. Man vermuthet, daß die Insurgenten von Navy-Zsland, wclche bekanntlich am 15. Januar ihren Zufluchtsort verlassen Yben, sich mit den von Bois-Blanc vertriebenen Rebellen zu

rownsiown im Staate Michi an vereinigen werden. Ein an ens hat sich indeß schon zer-

großer Theil des dortigen Ofiziere ihren Abschied genommen

streut, nachdem mehrere Yucca. Die Haupt-Anführer dieses am Detroit versammelten

ebeklenhaufens Waren, außer dem 91“. Duncombe, ])1'. Dun- lop und Oberst Sutherland, welcher Letztere namentlich im Staate Ohio für die Kanadische Insurrection rekrutirt hatte. Er wurde in Detroit festgenommen und vor Gericht gestellt, aber auf seine eigene Vertheidi ung, die großen Enthusiasmus erregte, wieder freigelassen. ieser Oberst soll noch vor sechs Monaten Drucker-Gehülfe in Ohio gewesen seyn. Unter den von den Loyalisken gefanjzjen Zenommenen Rebellen befand sich einer der Rädelsführer, r. heller. Auch drei Kanonen und sämmtliche Gewehre wurden den Znsurgenten abgenommen. Die Bewohner von Amherscburg, einem Kanadischen Dorfe unweit des Forts Malden, arten fich mit Heugabeln bewaff- net und einen Jnsurgentew aufen unter Oberst Radcliffe, der so liege die Schuld an der oionial-Versammlung, und des-

von Sandwich gegen das Dorf anrückte, ebenfalls zurückgeschta, gen und zerstreut. Von dem General van Rensselaer, der die Insurgenten auf Navy-JSland befehligt hatte, melden die neue; sten Berichte nichts. In seiner Depesche an diesen General über den Vorfall bei Bois-Blanc sagt Oberst Sutherland, dj, Britischen Batterieen hätten noch auf den Schooner der Pa- trioten geschossen, nachdem er schon seine Flagge gestrichen, und vom Ufer habe man deutlich den Ruf gehört: „Geb: den verdammten Rebellen kein Quartier!“ Ein Gerücht, dessen der Buffalo-Star vom 18. Januar erwähnt, daß [)r. Dun- combe das Fort Maiden und andere Orte genommen habe Und mit 2000 wohlbewaffneten Freiwilligen reißende Fortschritte auf der Kanadischer: Westgränze mache, scheint aus verdächtiger Quelle zu kommen und keinen Glauben zu verdienen, da die bis zum 1:1ten reichenden Berichte aus Detroit, der Hauptstadt des Staates Michigan, welches jenem Kriegsschauplaße am nächsten liegt, nichts davon sagen, sondern vielmehr melden, daß sich der zersprcngte Ueberresc der von 111. Duncombe kom- mandirten Rebellen in dem benachbarten Orte BWWnskown be- finde. Der Britische Oberst M'Nab, der bisher die Obcr-Ka- nadischen Milizen befehligte, hat seine Stelle als Sprecher des dortigen Versammlungshauscs wieder cinqcnommen Und ist durch den Oberst Maitland ersetzt worden. Zum Befehlshaber der bewaffneten Flottille auf den Kanadischen Seen ist der Capi,- tain Sandom ernannt.

Dcr Spectator, der in der Kanadischen Sache die An- fichten Lord Brougham's und Herrn Roebuck's bersicht, zieht in einem seiner gegen das Ministerium und die ganze hinsicht- lich Kanada's befolgte Politik gerichteten heftigen Artikel fol- genden Vergleich: „Die Britischen Truppen in Kanada haben ihren Weg mit Verhcerung und Blut bezeichnet. Sie erschos- sen fliehende Bauern, steckten Privatwohnungen und Kirchen iii Brand, unbekümmert darum, ob Menschen in den Flammen umkamen oder nicht. ,Die Britischen Soldaten sind civilisirte Wesen, ihre Offiziere gebildete Männer, für deren Mensch- lichkeit, Tapferkeit und strenge Beobachtung chrenhaster Kriegs"- Geseize die Whig-JJTinister als Bürgen auftreten. Die Neu,- Seeländcr sind Wilde und Kannibalen. Nun vergleiche man das Benehmen der Lesxteren während der Aufregun cines Bürgerkrieges mit dem der Britischen Soldateska. Bourke zu Sidney berichtet in einer Depesche an Lord Glenelg über einige Neuseeländische Stämme, die mit einander im Kriege waren: „„Es ist eine bemerkenswcrthe Thatsache und verdient wohl die Nachahmung civilisirtcr Völker, daß die bei- den streikenden Theile auf ihrem Marsche nach und von dem Schlachtfelde mehrmals mitten durch die eingehegten „Bezirke der Englischen Missionaire zu Pahia zogen, ohne irgend etwas, was den Weißen gehörte, zu beschädigen; ia, einmal verlegten die beiden Parteien nach gegenseitiger Uebereinkunfc ihren Kampfplakz in größere Entfernung von den Englischen Nieder- lassungen, damit nicht etwa ein weißer Mann durch ZUfall zu Schaden komme. Auch fürchten die Europäer nicht das M11 desie weder für ihre Personen, noch für ihr Eigenchum.““

Belgien.

Brüssel, 20. Febr. (Rhein- und Mosel-Ztg.) Der Aufenthalt van de Weber's hier, wie die Ankunft des Grafen Le Hon aus Paris, haben wiederum die Vermuthung rege ge-

macht, daß es sich nunmehr ernstlich um einen OJUnisterweehsel handele; man erzählt sich, als wisse man es aus guter Quelle, daß eine vom Baron von Staffart in der Freimaurerloge ge- haltene Rede den Minister des Innern so in Harnisch gebracht

Ibm soll, daß er dem König die Alternative zwischen seiner imission und der Abseßung des Gouverneurs von Brabant gelassen habe. Herr von Stassart hat allerdings in der lcizten großen Versammlung eine [ichtvolle Rede mit vielem Nach- druck vorgetragenFund fich so energisch wie möglich ge- »Yn Obscurantismus ausgesprocheti; da!; aber Herr von

heux darauf dem Könige eine 10 sonderbare Bedingung gestellt, ist mir nicht gelungen, zu erfahren. Auch hat die Ge- genwart der oben genannten Diplomaten, die nur auf kurze Zeit und, wie es heißt, in Privat-Aygelegenheiten in Belgien sind, nichts mit einem sogenannten projektirte§n JJTinisterwechsei gemein. Es mag die Stellung, die Herr v. Grassart als Groß-

meister der Freimaurer in Belgien bei dem so sonderbaren Ver; , folgungseifer der Gegner behaupten müßte, allerdings einige -

Spannung zu Wege gebracht haben zwischen dem Minister und ihm; doch halte ich es fürunwahrscl)einlich, daß diese Spannung auch nur im Entferntesten sich auf das Kabinec erstrecken wird, da Herr v. Theux zu berechnen weiß, daß eine Veränderung im Ministerium seiner Partei keinen Gewinn bieten kann; ste muß zu erhalten suchen, Was sie bis jetzt erreicht hat; mehr dürfte es ihr nicht gelingen, zu erreichen.

Freie Stadt Krakau.

Krak au, 23. Febr. Der hiesige Senat hat unterm 14tend. folgende Bekanntmachung erlassen: „Der Resident Sr. Maje- stät des Königs von Preußen, Herr von Fartmann, hat durch eine Note vom 11. Februar d. I. den enat benachrichtigt, daß Se. Majestät, in Folge diesseitigen Regierungs-Ansucl)ens um Freigebung dcr Communication, mit Bezug auf die am 5. November 1836 von dem Senat publizirte, die auf hies!-

gem Gebiet verweilenden Ausländer betreffende Anordnung

gnädigsk zu erlauben geruht haben, daß die Bewohner der an-

gränzenden Bezirke von Piet; und Beuthen in dem Sinne des

4ten Artikels der besagten Anordnung als Gränznaehbarn des Ge- biets der freien StadtKrakau betrachtet und als solche bei ihrer ?in- kunfcaufhiesigem Gebiet, wenn sie nichtlänger als achtTage hiervcr- weilen wollen, der Verpflichtung, Pässe oder Erlaubnißschcine vorzuzeigen, überhoben werden sollen. Indem der Senat diese von dem Wohlwollen Sr. Majestät des Königs von Preußen für unser Land, das sich Seiner er abcnen Mit-Protection er1 freut, zeugende Verfügung Einer *öniglich Preußischen hoher Regierung zur Kenntniß der Behörden und Einwohner des Krakauer Gebiets bringt, beauftragt er zugleich die Polizei-Bei hörden, die Bewohner der besagten beiden Bezirke des König; reichs Preußen von jetzt an als Gränznachbarn anzusehen und demnach die im sten Artikel des Gesetzes über die Aus'ländek enthaltenen Vorschriften auf sie anzuwenden.“

Deutschland.

Hannover, 23. Febr. (Hamb. Korr.) „Wie wir scho" früher angezeigt, ist man im Kabinet des Königs mit der Kreirung des in der Königl. Verordnung vom 12. November v. I. verheißenen Staats-Raths beschäftigt. Kanzlei; Direktor von Leist wird als derjenige genannt, weichem das Präsidium des Staats-Raths ngedacht sey.

Es verlauten bereits einige Grund tige der neuen Vel'fäs“ sungs-Urkunde im hiesigen Publikum. o viel man von Woh!“ unterrichteten erfährt, enthält dieselbe vieles von dem, was d"

ir N. !*

-. omisfion Herrn Bekl zum Berichterstatter.

Verfassung W) 1833 bereits bestimmte; dagegen soll den Stän- den zwar die Annahme _und Verwerfung der auf die Steuern Bezug habenden Gesefx-antwürfe zustehen, aber über die, jeden anderen Gegenstand bernhrenden Entwürfe ihnen nur eine be- rachende Stimme, und würde die Regierung an ihre Ansichten ar nicht gebunden seyn, sondern jedes" sonstige Gesekz aus höch- ster x)]xaxthollkomme'nheit erlassen. Auch vernimmt man, daß der König die Domamen wiederum an sich ziehen, sie admi- nistriren lassen, und aus dem Ertrage derselben der Staats; Kasse 2 Mili. 300,000 Rthlr. zahlen werde. Von dieser für das Eise so bestimmten Summe wären dann die Apanagen; Gelder, so “wre ]äiY'lici) 80,000 Rthlr. Behufs des Schloß- baues abzyztehen. „Sollte durch irgend ein Ereigniß der Ertrag verDbmamcn _germger werden, als der gegenwärtige, so könn- ten obige 2 932111. 300,00!) Rthlr. vermindert werden. Die Cor- porationcn warden die Verwaltung ihrer Vermöqcn behalten; die Obrr-Bchörden l_ntr die Oder:“)lufficht darüber“ haben. Auch würde an den Dcutsthen Bund eine Einladunq zur Garantie visier Verfassung ergehen. _ Unter den zu Guüsren des neuen Entwurfs atmrfübrrrn *))Joriven bezeichnet man insbesondere das, daß „derselbe cm;- hii_roi'i:ci)e Basis habe und nichts von den neu.- moonclycn, coi11rctuti“011nelle11 Theorieen mit sich führe, folqiicl) «anz dazu gerigtzcr Lev, das Glück des Hannoverschen Völkcs „begriindenx wire iiides'scn diese Verfassung keinen Eingang inden, so 10111'dc das Land alsdann ganz nach der Verfassuni; von 1810 regiert werdcn tm'issen, jedoch unter dem Versprechen“, dcm Vrlke- dennoch" alle die Vortheile zukommen zu lassen, Miihe nilim dcin Cntwnrfe der neuen Constitution befänden. Da die 31110“? Kammer noch mit der Verification der Voll- maclitcn hrs.ckaTi-gt ist., so wird wohl noch nicht so bald zur Er- ncnxmng _cmer Ildreß-Kommisfion geschritten werden können. Der [)1'. ]11'. Lana isk zum Vice-Präsidentcn diescr Kammer er- !iaiéiif worden. Dessen Vater, der Syndikus Lang und Land- rati) Gruner nebst den zwei anderen Dcputirten fiir das Land Génabriirk' smd heute wieder abgereist. Man glaubt, daß ihnen noch rixitge Mitglieder der zweiten Kammer folqen werden. :*)?an erzählt sick) heute von einer u veransassendcn Depu- taiion dcr Otadt Göttingsn, um die Zurückberufunq der drei cxilirtcn Profcfforcn zu erbitten. * Emden, 22. Febr. (B rem er Ztg.), Nachdem schon in den Urversammluny.eri der Bürger eine bedeutende Mehrzahl rincn Vorbehalr bezfiglich an das Staats -Grundgeseß von 18:33 zu Protokoil gegeben Harke, trat heute das Wahl-Kolle- ginn; zusamnicit, um über die Ernennung eines Deputirten zm" Otäch-Brriamnilumg zu bcrathen. Die Vorfraqe jedoch: ob dir C-tadchiidch zt: dicser, mic Beseitigung des SXaaW-Grund- gcicizcs ron 177421, aiif das Patent von 1819 basirten Versamm- lnng, cincr: Dcrrttn'ten ernennen wolle, wurde mit großer Mehrheit verneint. „*)-„Wiincben, LI. Febr. Gestern Abend verschied, tief und innig brtraurrt, im -“-2sien Lebensjahre, Sophie Freifrau von Kayersdorf, Gieirmhlin Sr. Königl. Hoheit des Prinzen Karl m;)onGBacxixrtn. SDM ?eTILWégte UHZird von Allen, die sie kannten, ogea )c ; „„rrzen g te und :ildt äti keit [ * ' ' em'Wes,ldaue[1'11des [Andenkem h g schein chr em sc; Kar srU)c, 2 . Febr. (D. Cour.) Die ur Berat un csvorgelegtetz Grieß ;Entwurfs niedergeseizte Kommission!) ha? 11 threm Berichterstatter über die Fragen: 1) ob eine Eisen- ahn_von Mannheim bis an die Schweizergränze angeleqt wer- en 1011; 2) ob dies auf Staats-Kosten geschehen soil, und ) welche Hauptrichtung die Bahn zu nehmen habe, Herrn osmann erwählt. Ueber die rechtliche Frage dagegen der An- 1rndung, resp. Abänderung „des Gesekzes über Abtretung des tgenthums bezüglich der Eisenbahn-Anlegung, erwählte die ck . _ „_ Man kann nun- ehr 1111k ztcmlicher _Deweßbeic voraussagen, daß der Antrag uchiahi-ing-der beiden obigen Fragen erfolgen, und mit glei- [)er Gewrßbeit voraUSsagen, daß die Kammer die Anlegung

** iner Eisenbahn von JJTannheim nach der Schweizerqränze auf

Kostendrs Staats bcsclzließcn und ferner darauf antra ' . _ _ en werde W der Bau iogirtcl) und zwar an verschiedenen Orgten, nichr

ur in dem unteren Lfandestheile zwischen Mannheim und Karls- - ihc, iondcrn auch an dem oberen Theile von Offenburg bis

reiburg beginnen solle.

Oe sterreich.

' 7- ,Wien, 22. Febr. Se. *. ?ajestät der Kaiser ist von mer kleinen Unpäizltcl)keic gänzlich wieder hergestellt, speisie aher a.;n 10ten dxbereits wieder mit der Kaiserl. Familie und am „_„0sken d. M., obschon es ziemlich kalt war, zum ersten- ale wreder ausgefaßren. Abends fand bei Hofe das Kinder- FZ'Ussclxl statt, 2wobejiZdie AlleÖhöchsten Herrschaften alle gegen- _- "_cg narcn. 111 „ten d. ?. war b “m “t ““ WM Ball. ei Für] en Metternich

Es wird täqlich der Bekanntmacl ' ' ' . , . , _ )ung einer großen Befdtx erung in den höheren ORilitair-Chargen entgegengesehen, und ls-Nac-hfolger des in Krakau verstorbenenGeneral-Majors und itgadiers zu Podgorze von Kaufmann wird der GeneralRa- ißkiHbezeiclÖncc. , * em ' ernchmen nach, hat der regierende Standes err l'irsr Adolpxh von Schwarzenberg, die Großbotschafter-Stelleh zur leb111ulngd311rrdr _?)Jlkajesräc döer Königin von England angenom- , in nur in') m' Kr nun s cit in die er Ei ndon begeben. 3 g 3 s genschafc nach

Dienste

(R., . „rei bekannte tm Ihrer Majestät der Königin

1] Ä “x. . . . . kUtti-l von Sizilien befindliche KammerherrBaron von Schmuck-

1' UZ- am „201'xcti d.“ 932. von Rom ier angekommen.

1 Ls bccjzt, dic _Cthnogi'aphisclx ammlung des Baron von igel sri) rom Kaiser für 5000 Rthlr. C. “M. und eine jähr- chc LLeibrente _angekauft worden.

W031" drr Yegcnd von Schönbrunn fand am 18ten d. M., us 11" slr!) Opgrcn von Wdlfen gezeigt, eine Treibjagd statt. UU 'Réßn,erh9tt Yvan tä_glich neue Nachrichten von Unglücks- UZ. i ereillim Latzdc Under man Crfrorne und häufig von 11 en abgestoßene Leechname. Dic Ofener und Pesther Zei- WI mSelrct unter mehreren anderen Vorfällen, das; in Döbrö- nzich Ümeghcr KolTntat) der Kaplan, welcher zu einem Kran- r 11 das nsch? „:.orf „geholt ward, sammt dem Kutscher un-

WegsAvoZiuW-dxscn zerrYen worden isr.

*; u ngarii und iebenb'ür en e en ortwä rend neu 1;1c1)1ch)tenübcr die Wirkungen dengrdYekbensfvom 2h3sken v. Me. e' [us Hermanpskadt WU'd berichtet, daß kurz vorher ein t;gedmzchNachc hindurch anhgltender wüthender Sturmwind andex ').cIMÖ dcr QLalZachet „eine solche Menge gelblichen deckce nnr sich führte, da!; damit alles beinahe einen Zoll hoch 11 Rwurde; besdndcrs fand dies Phänomen in der Ge end 0 othenthurip in hohem Grade statt. - Zu Schäß urg kdbebauf dem in der IJTirte der Stadt liegenden Berge das i Nen am" stärksten verspürt; die auf diesem Berge erbaute - icolauski1'che, welche seit 350 Jahren allen widerwärtigen

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Ereignissen und Stürmen der Zeit troßte wurde na dem 1 in den [ekztverfiossencn drei Jahren mit éinem KéstenZ-fwan'd: von 8000 Fl. renovirt und verschönert ward und deren neuer Altar im nächsten Frühjahre eingescgnet werden sollte, durch das „Erdbeben dergestalt ruinirt, daß das auf auSqehauenen Steiqsäulen ruhende Gewölbe derselben während 3 Sekunden gänzlich usaryywnstürzw, wodurch auch die Orgel und andere iverrhvo e heilige Gegenstände zertrümmert wurden. In Jere- lai im Udvarhelyer Stuhl find die Mauern der Pfarreound Kirche dergestalt zxersprengt, daß die Kirchenwölbunq abgeräumt werden mußte. ' L n Csikszék ge_staltete sich das Erdbeben noch YYY? der Kirchenthurm zu Csikszereda stürzte zur Häfte zu“-

Italien.

_ Rom, 15. Febr. (Allg. Ztg.) An An elo Ma"s Stel

M „der bisherige Erzbischof von Svoleto, Joghann 0i'cinaz €(le dolino, als 500113141110 1!1-]|a Zuma ("01134'1'0071210110 iii “1101111231111;- ernannt.“ Dieser Prälat ist der elehrten Welt bekanné "“auch hat er sich in der diplomatischen Zaufbahn einen Namen ,erwor- ben,*_da er mit wichtigen »))?issionen mehrere Hauptstädte Eu- ropas)besucbte. Dem Monsignore Luigi Vat'micelli, früher Pro - Yegat in Ravenna, ist der Posten als Pro - Governatdre vom Iiom anvertraut. Der bisherige Kommissarius von Lo- reto, Monsignore G. FabriFi, ist an die Stelle des nunmehri- gen Kardinals qulini als '1031001110 114-111,- 111111 (Kriegs-Mini- tier) gxtreren. Bisher hatte man mit Bestimmtheit behaup- tet, daß dieser Posten nicht wieder mit einem Prälaten beseßt werden sollte, und allgemein hatte man den Principe Barberin'i, _Bxesehishabcr dcr Nobelgarde des Papstes, dafür bezeichnee. *.*)«onsignore Enrico Orfei, Delegat von Benevento ist nach Lo- reto als (0111110353110 [[U]]ä 51111141 (**-1351 verscßt, Und, der Phstcn itz Bcnevento rm Monsignore Picci übertragen. Monsignore Medici ward 111001»:*!*-i(Ü'nmi-rleanxto, welcherPosfen bisher von Mbnjignore Santucci versehen ist, der dafür mit dem Artie eines 611101141) 411 Camrru bekleidet wurde. -- Man saqt, daß die Papstlirhe Armee nächstens eine neue C'intheilung in Brigaden unter vrer Generalen erhalten werde. Die so koßspieligen Schwei- zerxTruppen sollen zum Theil entlassen Werden.

Neapel, 8. Febr. (Leip. A. Z.) Zn politi er Hin? ist-hicr Zilles _still und auch aus Sicilien hört ina21chnichkts 'vént Yichttgkeit; die Entfernung der Schweizer-Truppen aus der «insel jolleon den dortigen Einwohnern bedauert werden da dreselben iich durch strenge Mannszucht und Menschenfreundlich- keit auszeichneteit'",„wodurch sie sick) die Liebe und Achtung der Bevölkerung Sictltens, trolz dem schwierigen Auftrage, dén fie aiiszuführen hatten, erworben haben. Die ?lnhänqlichkeit an dieses Truppen-Corps scheint sich selbst auf die Thiere ausge- dehnt zu haben, indem die Soldaten in den ausgestorbenen oder verlasseyen Ortschaften fich der herrenlosen Hunde angenommen und diese sie bei der Einschiffung in zahlreichen Haufen ans [l_fer begleitet haben , wo eine große Anzahl , da man ne mehr mitnehmen wollte, sich ins Meer stürzte 11nd_ „den Schiffeir nachschwamm , von denen man end- lich 2.1 aufnajhm, die „an der Spikze der Truppen hier eingezo- gen sind., Die Schweizer beklagen sich lebhaft über die Strenge welche die Douane bei ihrer Landung hier ezeigt hat, inden; dieselbe alle Koffer, s))kancclsäck'e, ja alle leidunqssiücke der Oißziere und Soldgten untersuchte, und selbst die Lébensbedürf- nisse, welche fick) viele zur Vorsorge , wenn die Reise zur See ungewöhnlich lange dauern sollte, mitgenommen hatten, in Be- schlag nahm.. Tachk, „Salz und andere dergleichen Gegenstände fielen auf diese Weise in die Hände der Douaniers. Da diese Strenge sonst ungewöhnlich ist und ein kleines, den Zoll-Auf- sehcrn gemachies Geschenk an baarem Gelde jeder Untersuchung vdrbeugt, sd fiel diese-lbe bei den Truppen um so mehr auf, als diese von einer glüiklicl) geführten, aber mit vielen Entbehrun- gen und Beschwerlcchkeiten verbundenen Expedition zurückehr- ten. Der König, welcher erst später dieses rücksichtslose Verfah- ren der Verwaltung erfuhr, soll sich mißbilligend darüber ge- äußert habsn, ohn,e daß jedoch von irgend einer Entschädigung der Betheiligieii 'die Rede gewesen wäre. - Das Gefängnis;- wesen hqt seit „einiger Zeit die Aufmerksamkeit und Sorgfalt der „Regierung in hohem Grade in Anspruch enommen, und es ist im Werke, dem bis jetzt bestehenden &crafsyskem eine völlige Umgestaltung zu geben, indem man vor Allemdie Besse- rung der in den' Strafanstalten befindlichen Verbrecher in's Arge faßt; zwar ist durch geräumige, gesund gelegene Gefäng- nisse für das physische Wohl der Gefangenen schon seit längerer Zeit gesdrgt worden, aber man hatte verabsäumt, einen morali- schen Eitzßuß auf dieselben zu gewinnen, vielmehr konnten die Lzefängntsie für wenig mehr gelten, als für Behältnisse moralischer .lpsteckung. Der Anfang zu dieser Reform der Strafanstalten ist mrt der Errichtung eines Arbxits- und Besserunqshauses für verwahrloste, junge Taugenichtse und Herumskreiéher gemacht worden, welche sick) kleine Diebstähle und andere Uebertretun- gen des Gcseßes, worauf Gefängniß-Strafe steht, zu Schulden kommen lassen., Ein eigenes Gebäude in der Stadt ist zu die- sem Zwecke bestimmt worden, und die Verseßung solcher jungen Missethäter, „welche bis 1th unter den anderen Verbrechern in dem gewöhnlichen Strafgefängniffe sißen mußten, hat schon statt- gefunden. Man beabsichtigt, dicse Beffcrums-Anstalt nach dem Systems der Armrn-Schule Fclicnberg's in Övfwvl einzurichten. Cm großer heller Waal ist zur Schulsrube micallem*Nöthigen*ver- seheii, und der Ux1terricht in Religion und den Elementen gemein- nuiztgerKeirntnise hatschon begonnen. In anderen Sälen sollen ge- schickte Meister, die wegen geringer Vergehungen verhaftet sind, un- ter beständiger strenger Aufsicht die jungen Leute in verschiede- n-en Handwerken, Stroh; und Drahtflechten, Weben :c. unter- richten. Die Regierung hat einen jungen Schweizer, „Karl Lud- wig, welcher schon in der Cholerazeit Beweise seiner Aufopfe- rung und, Menschlichkeit gegeben, an die Spitze dieser wohlthä- tigen Anstalt geßellr, und diese Eigenschaften, verbunden mit der edlen Begeisterung, wclche denselben für die große Aufgabe erfüllt, lassen die schönsten Resultate seiner Bemühungen hoffen,

Spanien,

„Jm Journal de Francfort liest man: „Unser Madri- der Korresbondent .atte sic!) nicht getäuscht als er prophe eite, daß der Sieg des , rigadier Sanz nichts Änderes seyn w&rde, als eme von Bafilio Garcia gewonnene Schlacht. Ein Schrei- ben aus Madrid vom ]/-ten d. m'eidet uns jeßt, daß der Gene- ral Narvaez selbst aus chda geschrieben habe, daß die Unvor- srchtigkeit des Generals Sanz der Armee der Königin über 1.100 Mann koste; dat; Basilio Garcia, weit entfernt, geschla- en worden zu seyn, in das Königreich Murcia eingedrungen ry, u_nd Schreckrn und Verwirrung daselbst verbreite; daß end- lich die Entmuthigung der Truppen nicht erlaube, die Verfol-

gung fortzuießen, und daß mehrere Tage vergehen würden, be-

vor man ivieder “"Nicht Operationen e en deu “" nehmen könne,“ 9 g zemd unter-

Türkei.

Der Korrespondent der Times in Kon ant“ schreibt diesxm Blatte unterm 21. Januar: „EZ errelgtTQkYiF großes AufnÉen, daß der Englische Botschafter bei der hohen Pforte dem uitan gngezeigt hat, Ihre Majeßät die Königin habe es, se l' Wtßsäutg vernommen, daß der Sultan sich wei- gere, die Lnglischen Offiziere in Dienst zu nehmen, da diesel- ben doch auf aUSdrückliches Verlangen des Türkischen Gesand- ten in „London nach_ „Konstantinopel gekommen seyen.“ Der Morning „Chronicle, wird unter:“demselben “Datum eben daher geschrieben: „Eine Russische Kriegsbrigg hat in der Straße der Dardanellen auf drei Britische Schooner geschossen obgleich dieselben die Britische Flagge führten. Die Capitainé der Schooner haben darüber an den Britischen Konsul berichtet.“

Inland.

Berlin, “28. Febr. Se. Majestät der Köni aben * Archivar des“ Provinßial-Archivs zu Stettin, von €))?edem,yfe"i?r die Allerhöchsidenensei en dedicirte Schrift: „Geschichte der Ein; Lljiyrklkn'g derldevanZJeJleischenll Lelere Kim Herzogt um Pommern“,

„eine go ene * edai e tr . an und ' .- gnädtgst u verleihen geruhe. | issenschaft Aller

- „rie verstorbene Gräfin Providencia von „O)“iel ns'éa zu Posen hat in ihrem Testamente der dortigen KankÉZ-An- scalr der grauen Schwestern ein Legat von 1000 Rthlr. ver- icixrteben, welches nach dem Willen der Erblasserin hypotheka- reich untergebracht worden ist, und wovon die Zinsen a“: 5 pCt. der Vorsieherm,der gedachten Anstalt vom 1. Januar d.J. ab halbjährxdch ausgezahlt wcördcn.

_ - er ordentliche rofessor der klassischen Literatur und Direktor des philolbgischen Seminariunis an der Universität zu Zuviel: txt, ?:.seißixtmrick); ist am 'l210sien d. JN. nach langem Kran-

im „aum vo endeten 04ken Lb " ' der QYassersucht verstorben. [ e MSW“ an

Wissenschaft, Kunst und Literatur.

Ueber Runkelrüben-Zucker-Fabrication.

In meinen beiden Abhandlunqen über dcn ““i-"tand der Runkel- rüben=Zucher-Jabxication in Frankreich babe ich Ihk!“ Rückhalt darge- legt, was ich in ]enem Lande gesehen und aus guten aniicii geschöpft hattet; Mancher mag aber, durch die sehr wenig erfrenxichcn Resultaie der sabricatton nacb angepriesenen sicheren (?) Methoden emmmhigi, in seinem Entschluß wankcnd gemacht worden scvn und erst abwar- teu wollen, welches Resultat denn sich herausstellen werde.

* Um“ so exstzulacher ist es daher, zu wiffcn, das;, wenn nacb, dcr beiten zxgnzofi1chen Methode genau gearbeiiet wird, auch bei mis ]eyegünmgen Resuliale zu erreichen sind, wclche ich in meinen „Bci.- trägen zur Runkequbcu:kaer-Fabricatiou in Frankreich und dem Anhangx dazu, Berlm 1837“ angegeben habe.

Aris metrier lesteu Reise in die Provinz Sachsen besuchte ick) Luci) die Fabrik der Herren Bamba ck 11. Comp. zu Wartenburg bci Wittenberg", und fand dieselbe sebr zweckmäßig, einfach, und gar.- nach Fran-zosischem Muster eingerichtet; die Herren Besitzer, welchen ich zur Em_r1chtung ihrer Fabjrik'einen jungen Techniker, Herrn Flei- scher, empfahl, bezeugten mtr „ihre voukommenste Zufriedenheit mit ::ZSLcsYIgiY dfetisFbeniundbwliederholten mündlich, was fie mit be;

1"! 1 mi ct,eit atten. ' " ' Mittheilung: , g h Hier eme Abschr1fk dieser

„„Durch die vielfach zur allgemeinen Kenntnis; gekommene Lob- pmsung des sogengnnten Gebeimniises der Herren Zier, Hancwald, Arnoldi veranlaßt, _crwarben auch die unterschriebenen Fabriken- bxmzer daffe be und rickiteten ibre Runkelriiben-Zuäer-Fabrik danach ein. Leider exitspraci) aber der Erfolg den mit Recht gehe im Er- wartiingxn keinesweges, und wir waren nach großen Verla cn nahe daran, die kaum bxgonnene Fabrication wieder auohörcn :: lassen.

In unserer kritischen Lagcwurdrnwir auf die in dieser Ökit erschie- nene wetthbolle Schrift des Herrn Professors l)r. Schubarth zu Berlin (Beiträge zur näherer Kenntniß der Runkelrüben-Zucker-Fabri- cation in,Frankretch, Berlin 18:16) aufmerksam. Wir fanden die in der Einleitung aySgesprcihene Banerkung, das; man von den man- nigfachen angepriesenen Geheimnissen fia) nicbt verleiten lassen müsse, von dem bekannten geprufteijege abzugeben, leider durch unsere gciyachtx11 Erfahrungen bcsätigt; Wir hofften, durch Befolgung der am viel)»?ihrth ?'rfahrung, fich itußenden Französischen Methode un; sere Kapitalien nchcr rennrend anzulegen, während durch glänzende Versprecbyngenrbne Gebalr nicht nur große Summen, sondern auch der gememxxüßige Zweck einer weiteren Ausdehnung dieses neuen BetrzZYszweing verlorcndgegaugen war. -

r wen „eien uns esyalb an den Ierrn ro c or S unmittelbar m1t,08k Birte um nähere BZchrunY mfidffwo UWYH! 1.utnk: Ueberweisung eines mit dem Betriebe der Französischen Methode praktisch vertrauten Mannes, “welcher im Stande wäre, nach jenem Vorbildrunsere Fabrik zweckmaßig einzurichten und in Betrieb zu setzen. Derselbe am die Güte, nns Herrn M. Fleisch er namhaft Qu amchen, welchen er bei seinem leßten Aufenthalt in Frankreich att; kennen geriern-t. ,Auf unsere Einladun] war Herr Fleischer berettÉ,11n(§eré lzabxrkdexnzuxiickäten, und feste solches ins Werk.

te roge im 0 111 ig eween, da i “' . gegenwärniyg auds C 9 g s 1? w r in unyirer Aufi1it

nn ert entner Rüben iiber ane Erwartun Acht Ccntncr vcriiiufliiben Robzuckcr g erzeuÉÉy. d 1 d' s 7

is' yer an en te r gun! igen E.fol„ c der offenen * * des Franzosscheu Vetfcxbkens durch Herr?! Professor SFM??? insbesondere aber der Etnficht und Geschirklichkcit des Herrn Flei; scher, unthalteu uns daher verpfliibtct, zur Befördernnß der vater- ländiscben Ducker-Produnwn und des Gcmcinwobls dicses öffentlisi anzxietkennciw daititt,§ih1111che llntexnebunchn nicht durcb unzwcck; MinXnEéfcckquwsb suchunfstigere Rnesultate 1icferu, sondern von Anfang

_ 1 er rcucn mo cu, * ! “'. ' i - wärtia „gewährt. 9 nechcn unsere zibrtk chen.

Wittcnberg, im Monat Februar 1838.

. . Bamback) und Comp.“

Ueber die Gewmnun von 8 5 . - * gende näkere Angabe: g pst Rohzuckcr erlaube ich mir wi,

„100 ?cntner Rüben gaben 3784 Quart Saft. Nimmt man d sxezifische_Gewicht des Saftes zu 6"15. =: 1,04 an, so wiegen ITZ? 1..11art 95-8Pmnd (_das O;.uart 2 Pfund 171',-i-„.)Lo1b). 9378 fund smd 87 CcntnEer, alio Sarigewinn 87 pCi. Obiger Saft ge1“utert, über freieurzeucr abgcdqgupfr, durcb Kohle einmal ßltrirt ohierzu wird nur die vonxder fruheren Fabrication aufgehäufte, gebrauchte Kohle, nach vorgangiger Wiederbelebung, benutzt), in Kivppfab- nen gekocht, lieferte 14 Formen erstes und 3'/.2 Formen zivcites Pro; dukt. Das Gewicht des Zuckers in den Formen, nach dem Abfluß des Syrnps, war durchschnittlich .*)_3, gctro net 45 Pfund. 19'/.. For- men zu 45 mezd geben 877'/: Pfund, also 8 pCt., Robzuckkr aus den Rüben. Die Melafsx vom zweiten Zucker liefert nun“ auch noch etwas Zucker, der hierbei nicht in Betracht gekommen ist. - Die ?Yalit'idtsdeß ptrczdieikzirtcndRthchzsnwc-r vortrefflich; cin großes

ngen e , are . orn, |: at e ,d ““' &!ij Zrorkitxndiassl vTerscbswiudend. er Geruch sebr mains, nach 11 em ee batacben zur öffentlichen Kenntn" ' danke ich den Herren Bambach u. Comp., daß fie dieses'FrTT'bjxiqi?

der Publizität zu übergeben keinen Anstand genommen hakin, denn