1838 / 67 p. 2 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

len abgesondert: Einsparung angewendet worden sey, auch sey un egründet, daß Erwachsene in Folge strenger Behandlung den erstand verloren hätten. Lord Lyndhurik, welcher nun das Wort nahm, sagte, er würde diese_Aiigelegenheii m_emals zur Sprache gebracht haben, wenn er nicht vorher seine ?lngei- ben für richtig geyßalten hätte. Er sey zuerlk durch die Mitthei- lungen mehrerer riedensrichter in den Zeituiigei) darauf auf- merksam geworden, und einex derselben, em lehr achtbarer “Mann, habe versichert, die drei „Kinder selbst gesehen zu habeii, von denen eines noch nicht 7'1: Jahre_alt gewesen. Nail) Etigli- schen Gesetzen könne ein Kind unter iieben Jahren m_cht eines Kapital-Verbrcchens schuldig erkannt werden, und es 1er) daher höchst unpaffend, ein Kind, das eben das fiebente_Iahr zuriick- gelegt habe, wie erwachsene Personen, niit ahgciondertcr Ein- spercung zu bestrafen. Ein auf diese Weise eiiigesperites K_md habe fast die Sprache verloren, wie er aus einem Briefe eines FriedenNichterS, an den er deshalb geschricben, beweisen könne, und er frage nun, ob die von ihm gemgchtcxi Lingaben ctwa unge kündet scyen, und ob er deShalb die Acußerungen des cd- len iKcount gegen ihn wohl verdient habe. Der GrafDed_011 sagte, er sey viele „Jahre P?itglied der Gefängnis; ;.Konimiinon gewesen und wisse daher, daß nichts innerhalb der Mauern del" Gefängnilie geschehen könne, was nicht fünf bis sechs Männern von Ehre und edlem Charakter bekannt sey_, von denen ]eder gern bereit gewesen seyn würde, die gewünichte Auskunn zu ge- ben, wenn man sich an fie gewandt hätte. Lord Brougham meinte, diese Distusfion erinnere ihn an den Ausspruch Wynd- ham's: „?Nan binde nie miteinem FriedenSrichxeran, sonst hat man sie alle aufdem Halse, und es ist ein Lärin im Hande, als ob das innersie Zcilégthum der Constitution angegrincn worden sey.“ (Gelächter.) * ies paffe vollkommen auf den vorliegenden Fall,_ denn Mhig- Lords und Tory-Lords und ein Lord,_ der ziviic1)en Beiden schivanke, so wie alle Friedensrichter, süßen dem e_dlen und gsx lehrten Lord (Lyndhui'st) aufdemHalie, und zwar blol; deshalb, weil er so kühn gewesensey, zu sagen, daß ein Friedensrichter cineKrea- tur, er wolle sagen ein Wesen sey, das irren könne. (Gk[äck)tek.) Nach einigen weiteren Bemerkungen Über diesen Gegenstand sagte Lord Melbourne, er widersekze sie!) nicht der Ernennung einer Kommission zur Untersuchung des in Rede stehenden Fal- les. Nachdem die Kommission ernannt worden war, vertagte sie:) das Haus Unterhaus. Sihung vom 27. Februar. Nach- dem zu Anfang der Sitzung einige laufende Geschäfre er- ledigt worden waren, stellte fich „Herr O'Donnell ein, wie es schien, in der bcsrgelaunten Stimmung. Er ging zu den Bänken, auf denen ,die Minister filzen, und unterhielt fich längere Zeit auf das freundlichsfe mit Lord Mor- peth, Herrn Spring Rice uud Anderen. Als jedoch später das Haus sich mit seiner Angelegenheit zu beschäftigen begann, ent- fernte er? sich wieder. Bevor jedoch diese Sache zur Sprache kam, erhob fick) Lord John Russell, um Herrn Gladstone einige Auskunft über das Milbanker Zuchthaus u ertheilcn, und benutzte diese Gelegenheit, um sich in nicht idehr gemesse- nen Ausdi'i'icken (so daß der Sprecher ihn daran erinnern mußte, daß man die Vorfälle in dem anderen Hause des Par- laments nicht zu berücksichtigen pfiege) über den Angriff zu bekla en, den fich Lord Lyndbursr am Abend zuvor auf ihn, den ZKinistei' des Innern, dem die Ober; Auflicht über jenes Zuchthaus übertuagen ist, erlaubt habe. Er erklärte es fiir höchst unbillig und gegen alle Gefühle des Anstandes ver- yioßend, wenn man 1111er Jemand in dessen Abwesenheit, ohne alle vorhergehende Anzeige an dessen anwesende Freunde, mit schmählichen Verleumdungen herfalle. Hierauf wurde die De- Latte über die dritte Resolution wegen O'Conneli's Benehmen, wonach er deshalb einen Verweis vom Sprecher erhalten sollte, wieder aufgenommen. Als Amendement zu derselben beantragte Herr Pendarvis, daß das Haus die Sache nichc weiter ver- folge, da es allgemein als bekannt angenommen und in den Zeitungen wiederholt ausgesprochen werde, daß sich die C'ntx scheidungen der Wahl-Ausschüsse nach dem Uebei'gcwiclzt der pc); litischen Parteien in denselben richten. Gegen dieses Ilmende- ment sprachen besonders Herr Creswell, der mit besonderem Hohne dci" abortiven Moiion Lord John Russell's in Bezug auf die Aeußerung des Erzbischofs von Exeter erwähnte und die über Herrn O'Connell zu verhängende Strafe für eine keineswcges leichte erklärte, Herr Wynn, Lord Casilcreagl) und Sir Frederick Pollock; für das Amendement Herr Goring und Herr D. W. Harvey. Lelzeerer, obgleich ein Radikaler, gab zu, daß die Tories vollkommen in ih- rem Rechte seyen, eine Erklärung des Hauses gegen die Angriffe O'Connell's auf ihren Charakter zu verlangen. Da aber diese Erklärung durch die am Tage zuvor angenom- menen Resolutionen gegeben sey, so scheine das jetzige Verlan- gen, das; O'Connell bestraft werde, nicht einmal im Interesse der Tories selbst, Weil es" jekzt den Anschein gewinne, als sey ihre-Absicht nur Befriedigun?l persönlicher Rache gewesen. Nach- dem Lord Maidskone die' nnahme der dritten Resolution als etwas darzustellen gesucht hatte, das von selbst aus der An- nahme der beiden ersten folgen müsse, wurde das Amendemcnt des Herrn Pendarvis mit 249 gegen 225 Stimmen verwor- fen. Nun beantragte Herr Grattan ein Amendement zu gleichem Zwecke mit dem eben verworfenen und ermahnte bei dieser Gelegenheit das Haus;, slch nicht zum Gegenstand des Gelächters fiir alle Welt herzugeben, da offenbar die ganze Sache keinen anderen Zweck habe, als die Verbindung der Tories in diesem Hause mit der Spoitiswoodeschen Rotte zu sichern und zu sanccioniren. Herr Roche, ein anderes" der Iriändischen DKieglieder dcs Hauses,sprach110ck)mals, obgleich durch den Sprecher sowohl wie durch LordI. Russell u11terbrochen,seine vollkommene Uebereinstimmuyg mit den Aeußermigen O'Cotinell's aus, eine Erklärung, die auf „Herrn Hume's Verlangen zuPi-oto- foil genommen wurde, wobei Letzterer auödriicklici) bemerkte, daß er darauf nur bestehe, um dies gegenwärtige Verfahren des Hauses in das ihm gebührende Licht der Lächerlichkeit zu stellen. Schließlich sprachen noch Herr Buller und Lord John Russell, welcher Leßtere dies ganze Verfahren als unbillig Und ungerecht darsiellte. Dessenungeachtct wurde mit 2213 ge- gen 197, also mit einer 'Majoriiätvon 29 Stimmen, das? Amen- dement des Herrn Gratian verworfen und die dritte Resolu- tion des Lord Maidscone, den an Herrn O'Connell zu ertheilenden Verweis betreffend, angenommen. Nun erhob sich noch Hexr Gillon, um seine Zustimmung zu den Aeußerungen O'Ldnn-Ll's ausdri1cklich kundzuzeben, und als seine Worte auf de" URL? “3 des Herrn Hume wieder px'otokollii'c worden Wa- ren, [61316 der L?Htere noch hinzu: „Und nun hoffe ich, daß MK“, Ms,? Worte Lkhökig beachten wird.“ Kaum hatten die TW“? khr?" SWI Über Herrn O'Connell errungen, als die MUIUWU' des Hauses sic!) in großer Menge entfernten; dock) „UYU "Nh so_vwl„zurich, daß Lord John Lennox fürscin-„N UMW- LM 1chUelxeres Livancemem unter den Offizieren des

Marine-Corps betreffend, eine Unterstützung von 100 Stimmen fand, wäZren ,stch für die,. Minister,. die fich, namentlich der Admiralif ts: ecrexair, Herr Wood, und der Kanzler der Schaßkammer, demselben “widersehten , nur 87 erklärten, so daß der Antrag mit einer Majorität von 13 Stimmen ange- nommen wurde.

Unterhaus. Sißung vom 28. Februar. Auf den Antrag Lord Vkaidftone's wurde die Tagesondnung verlesen, ivelchcr zyj'olge, dem estrigen Beschluss des Hauses SWW- Herr OLonnell aY einen Platz berufen werden sollte, um den Verweis des prcchers zu empfangen. Herr O'Connell war auch schon erschienen und erhob sich, vom Sprecher auf- gefordert, worauf dieser fol ende Worte an Yu richtete.

„Herr O'Conncn, Sie ha en sci) in einer “é entliehen Versamm- lung zu Ausdrücken verleiten lasen, in Bezug au die das Haus den Beschluß gcfaßt_hat, daß fie den Vorwurf des eineides gegen die Mitglieder des „Hauses und eine schändliche Beschuldigung gegen die Ehre und den Charakter des Hauses enthalten, und daßHerr O'Con- nell, da er cingefiandcn hat, sich jener Auédtücke bedient zu haben, einer Verletzung der Privilegien des Hauses schuldig sey und einen Tadel an dieser Stelle empfangen solle. Der Vorwurf des Meincidi ist einer der sächrsten. Es kann Sie daher nian überraschen, daß eiiie so lchwexe Beschuldigung der Mitglieder dieses Hauses den Un: willig dcr1enigcn erregt hat, gegen die sie gerichtet war, und das; S1e "ck dein sirengsien Takei und Mißfallen dieses Hauses auSgeseßt babe11._ Sie haben Ihr Benehmen dadurch zu rechtfertigen gesucht, daß die Ucherzeugung von der fehlerhaften chfafsung der ]eßigen Tribunalc zur l_lntcrsuchung sireitiger Wahlen Sie zu jenen Aus- drücken vcrgniaßdbättc, und daß Sie die Absicht gehabt, durch Auf,- reizung der Offentltchen Meinung eine Abbüife jenes Uebels berheizufiil): ren. chvabc "1111111311119, Sie daran zu erinnern, das; in dechit, als Sie sii jener Llitßdrücke bedienten, das Haus fast einstimmig die Zweck- mäßigkeit einer lehülse des llcbcls, iiber das Sie sich beklagen, an: erkannt hatte, und das; “Im Energie und Talente nicht besser ver- wendet werden konnten, 1119“ zur Beförderung diescr Maßreg]. Sie hach in Ihrer Entschuldtgimg auch erwähnt, und es isi allerdings wahr, das; Andere fick) eben so fiarker Auédrilcke in Bezug auf dieses Haus bedient hätten. Jm ?lUgemcinen isi dies Haus der Meinung, das; es seiner wahr". Würde und der Klugheit gemäß sry, in dem Bewußtsevu scmcs Eifers und der Treue, womit es seine Pfiiehtcn erfiillt, Siiiuß und Vertbeidigung gegen Emstclluug uud Berlrum- dung in siiidcn. _ Der Fall isi jedoch ein völlig anderer, wenn ein Mitglied diiscs „Hauses die Versammlung zu vcrspotten und in dcr b111n111ch)cn Meinung dadurch herabzuseizcn sucht, daß er eine Anzahl Mitgliedcchtsclbm des Meineldcs beschuldigt. Niemand weiß besser als Git, das; die Gesetze und die Verfassung dieses Landes das Haus mit einer solchen Gewalt und Autorität bekleidet haben, das; seine Handlungen einen wichtigen Einfluß auf die Wohlfahrt des Staates bahen müssen, und das; kcinc Gewalt wohltbätig wirken kann, wenn dicxenigen, welche sie ausiiben, nicht die Achtung und das Vcrt'auen des Volkes befißen. Es ist die trße Psticht der Mitglieder dieses Hauses, durch jedes geeignete Mittel zur Anfrccdlbaiiung ]enes Cvamktcrs beizutragen, der eben so wesentliil) fiir die Intereffcn-dcs Hauses selbst, als für die des Landes ist. Wenn imgluci'lici)c„rwcisc ]e die Zeit kommen sollte, wo dies Haus seines mo- ralischen Einflusses und Charakters, so wie der Ack)tung des Volkes, beraubt werdewsolitc, so wiirden seine Mittel, fiel) ungerechten For- derungen zu widersetzen, so geschwächt werden, daß diese große, jest voliZthümiich konsiituirte Versammlung dann zum großen Nachtheile dcr chntlzcsien Interessen von jedem Strome [2111 und hergeworfcn werden wurde. Ich wäre der Stellung, die ich ]th einnehme, un- würdig, wenn ich ["Es das höchste Interesse an Allem nähme, was den Charakter dieses Hauses berührt. Es ist daher sehr schmerzliil) fiir 11116), das; ich mich gcnötbigt sche, meine Pflicht auf eine solche W;ise ausüben und das Benehmen eines Mitgliedes tadeln zu müs- sen, weiches dieses Haus dadurch zu verkleinern gesucht hat, daß es das Becxagcn und die Ehxe eines großen Theiles feiner Miigiicdcr besehimpsix- 'Es bleibt mir nun noch übrig,_ daß iel), gehorsam dcn Beschicu des Hauses, Ihnen, Herr O'Conneu, einen Verweis gebe, wie :ck es hiermit ihne.“

F 1 Herr O'Connell erwiederxe hierauf im Wesentlichen o gendes:

„Sir, ich bin bei dieser Gelegenheit durc'q das von dem Hause angenommene Verfahren cines wesentlichen Vortheils in meiner Vcr- tdeidigimg heraubi worden. Persönlich ist es von geringer Bedeu- tung, was iel) darunter leide, aber für das Haus und fiir das Land 117 es ven großer Wichtigkeit, daß das Hans fich111chtdurch sein Ver- fayicn 111 dcii Augen des Landes moralisii) [)erabseße. Nicht darum, Sir, weil wir saqcn, wir seven rein, wird das Land um; filr rein haiicn. (Großer Beifall.) Nicht darum, Sir, weil eine Majorität von 9 oder 29 oder 200 Stimmen sick) frei von Schande erklärt bat, wird das Land fie frei davon glauben. (Hörl! und Beifall.) Was "Utb'selbß axibetrifft, Sir, so ist die Moralität odcr Jmmoralität des HaiiicsM Bezug auf meine Person von keiner Bedeutung, aber für die gehorige Rechtspflege ist es von höchster Wichtigkeit, daß aUeBescbluffe und Maßregcin dieses Hauses frei von politischcm Par- teivornrtveii siven. In meinen Augen, Sir, und ohne Zweifel ami) in denen des Landes hai fia) das Haus durch eine Resolution, uoie die gegen mich angenommene, nicht gerechtfertigt. (Beifall.) Wenn das Haus meineAeusxerung nimmt, wie fie ist, kann es wohl behaup- ten, daß dieselbe der Thatsache nick): angemessen war? Kann irgend einer der Herzen es als seine feste llebcrzeu ung anösprccbcn, daß die Wahl- Aiisscbuise unparteiisch zu Werke eßen? (Beifall.) Und wenn das 111cht Meme1d ist, so weis: ich niZt, was sonst diesen Namen ver- dient. Die Herxeu gegeniiber mögen ihre Seelen mit einer sclzuniiii- lexischen Salbe ubernlnchen, aber wird das Publikum fich damit zu- frieden geben? Was die dem Hause vorliegende Bill iiber die Wavi- Auéschüsse anbelangt, so ist fie für gar nichts; fie sagt, das; dieselben partei1sch seven, und läßt sie doch bestehen. Ich will den Herren, die diese Bill einbrachten, nichts Achtungswidriges sagen, aber sie hilft dem Uebel durchaus nicht ab. Das Publikum ist schon lange gegen das jrßige Sv- sicn cingenomiucn. Ich habe eine Schrift in Händen, in wc1cher von diesen Aiisscviiffen gesagt wird, es ?ebe keinen einzigen Fall, wo die Betheiligten bei der Entscheidung (1 er eine Wahl fick) nicht mibr auf die poliiischen Ansichten der Ausschuß-Mitglieder verlassen hätten, als auf den wahren Thatbestand. (Beifall.) Unerträglich hat sich dies System besonders in dem Theile des Reiches erwiesen, aus wel- chem ici) herkommt, und weil ich dies ausgesprochen, habe ich mir ei- 11-411Vcrweis von Ihnen zugezogen. (Beifall und O, o! von der Op- pomion.) Ich weiß wohl, daß ich bei dm Herrcn gegenüber nicht sehr bkliLÖk bin:, es mag 1112111? Schuld seyn, aber wenn auch, ich kann keine Reize darüberempüudcn. (Lauter Beifall.) Ick) sage Ihnen, SwwcidkndieöffentlicheStimmeund die n1einigenichtcritickcm Ickihcge able Achtung vor der mich umgebenden Versammlung, aber keine Achtung vor irgend Jemand wird miei) verhindern, dZe Wahrheit zu sagen. Gaiilci wurde ins Gefängnis? gesetzt, weil er sagte, die Erde drehe fich um die Sonne, und als man die Riegel vor seinen Kerker _qe- sciwbcn hatte, soll er durch das Schlüsselloch gerufen haben: Die Erde drci)! fici) dock). (Lanter Beifall) Auch ich bereue meine Acu- ßerunzq nickit, ici) nehme nichts davon zuriick“. (Wiederholter Beifall.) Sir, ich bai): miei) ]cßk erhoben, um die Ernennung eines Untersu- cickung§=Ans1chuffcs vorzUichlage11, was ich an den beiden lestcn Alien: den 111in tduu komm. Lassen Sie miei) oitii'cn Resolutionen durch Zeugcu-Lluosagen begegnen. Bewilligcn (..-ie mir einen Ausschuß, 1111111 Sie iim so zusammensetzen wie Sie glauben, das; er am besten im »Und: sev, die öffentliche Meinung zu ergründen; lassen Sie die bedeuiendüen Männer beider Parteien daran Theil nehmen; las- sexi Sie „tim durch den Sprecher zusammenstellen; ich will die Mit- glieder dtesch Hanses. vor demselben als Zeugen abhören. Wenn die- ser Alls-säUM-cnt'sckicldit, da“,“; [ck eine falsche Beschuidigung erhoben, * so w:" 16) !!!-cl) ]cder Demiiibigxxng unterwerfen.“

Der Sprecher machte Herrn O'Connell nach Beendigung

zuwiderlaufe ohne vorgängige An eige auf Niederseßun

Ausschusses einzutragen, worauf O' “o nnell seine diesfälljZ, tion zum folgenden Abend anzeigte. Die übrigen Verbau gen, die hierauf noch vorkamen, waren von geringem Jm

London, 28. Febr. Die Königin begab fich gestern dem Buckingham-Palask nach dem St. James-Palast, Um LeverAzku halten , Welchem Lord Melbourne, die meisten : nets- inister und die hohen Staats-Beamten beiwohmm wurden viele Personen vorgestellt.

Die Morning-Chronicle bemerkt über die vor *- im Oberhause von Lord Lyndhursk in Anregung gebrachte daß die drei Kinder auf ausdrücklichen Wunsch der Polizei, hörde in das Millbanke: Zuchthaus aufgenommen worden s weil sie von ihren Aeltern verwahrlost worden, daß sie übrz aber anhaltenden Unterricht bekämen und keinesweges jn samer Haft seyen, sondern täglich regelmäßig spazieren ge würden. Auch Lord I. Russell hat im Unterhause auf eine Herrn Gladstone an ihn gerichtete Frage erklärt, daß die« Geschichte von der einsamen Einsperrung jener Kinder U11 und daß dieses System überhaupt in dem MillbankerZ hause noch ar nicht angewandt worden sey. So scheint der heftige ngriff, den die Lords Lyndhursk und Brouz im Oberhause deshalb gegen Lord Melbourne richteten, ( grundlos zu seyn, obgleich Lord Brougham in seiner leidens lichen Emphase so weit ging, das; er sagte, wenn er von solchen Verfahren in Westindien gehört hätte, so würde er selbe neulich öei seiner Rede über die Sklaverei als Klimax der Abscheulichkeit angeführt haben, und obgleich' heute im Oberhause die Anklage noch einmal erneuerte.

Der Morning Herald meint, bochherzige Männer den nach den Niederlagen, welche die Minister in den D ten über“ den Maidsioneschen Antrag gegen O'Connell erli auf der Stelle ihre Entlassung nehmen; die Whigs aber den _dies wohl nicht eher thun, als bis O'Connell ihnen Beiipiel geben und freiwillig auf seine Rente in Irland ver ten werde, das heißt niemals. Als eines Ministers Unwüi wird es von den Tory - „Blättern aucl) bezeichnet, daß I. Russell, als er geschen, daß er gegen die ersten beiden solutionen Lord Maidsione's nichts ausrichte, es nun zum ßersten habe treiben wollen, indem er darauf bestanden, Herr O'Connell nicht einen bloßen Verweis vom Sprecher halten, sondern nach dem Gefängniß von Nengate ges! werden müsse, gleichsam um den Agitator als Märtyrer scheinen zu lassen, was denn eine völlige Komödie Unterhause zur Folge gehabt, da immer Einer dem Anderen von den Jrländischen Mitgliedern sich erhob dadurch, daß er seine Zustimmung zu O'Connell's Acußer dem Hause zum Hohn, protokolliren ließ, an jenem Märty thum Theil nehmen wollte. Was übrigens die am Frei von Lord I. Russell dcm Antrage Lord I.)?aidstone's enkgkg gestellte Anzeige einer ähnlichen Motion wegen einer ile rung des Bischofs von Exeter über die Cidbrüchigkeit der tholischenParlaments-Mitglieder betrifft, so behauptet die ning-Post, der Minister habe durch diese aus kleinlicher sucht gemachte Anzeige das Mißfallen seiner Kollegen und fich durch deren Vorstellungen gendthiat gesehen

angekündigte Motion fallen zu lassen. Die minis? len „Blätter bleiben indeß dabei, daß diese ganze batte dem liberalen Interesse und den Ministern vielm

zum Nußen, als zum Nachtheil gereichen werde, dc meint die Morning Chronicle, der Zweck, das Verfa der Wahl-Aus'schüsse öffentlich an den Pranger zu stellen, dadurch und zwar mit Hiilfe der Tories erreicht, 1 O'Connell habe jene Aeußerungen in der Kron; und Anker- vei'n absichtlich gethan, damit die Sache im Parlamencz Sprache kommen sollte; der Triumph der Tyi'ies lasse 1792“ darauf zuci'ick'fi'ihren, daß sie einen Beschluß gegen O'Con- durchgeseßt, der nur Gelächter erregen könne, während die dieser Gelegenheit gepfiogene Debatte es für jeden Liiivefiin:x* nen klar gemacht habe, daß die Wahl-Aus'schüsse, als Cntli." dungs-Tribunale, durchaus verwerflich seyen.

Die Bill in Betreff der Parlameiits-Wähler, die im terhause mit der schwachen ONajorität von 17 Stimmen an nommen worden ist, wird wahrscheinlich im Oberhause verw fen werden. „Der Spectator meint, dies sey kein gro Unglück, denn solche halbe Maßregeln scyen kaum der M* werth, die man sich darum gebe.

Sir James Graham hat nun seinen Silz, für Pembr im Unrerhause eingenommen und ist von den Tories miri ßem Beifall begrüßt worden.

Der für PortSmutl) gewählte Sir George Staunton der bekannte Orientalist, der den Lord IJTacartney auf sei Mission nach China begleitete.

Es heißt, die Regierung habe Sir Philipp Durham dem Verluste seines Postens als Hafen-Admiral gedroht, w

, er als Kandidat für Portsmouth auftrete.

In Marylebone machen sich noch immer die beiden Li ralen , Herr EWart und Oberst Thomson , die Wahl stret Der Leßtere, für den slch Herr D. W. Harvey verwendet, deshalb nicht zurücktreten, weil er sich zuerst gemeldet und s. vor der Annu irung der Wahl des, Sir Samuel Whallev Förderung seiner damals nur eventuellen Kandidatur sich) den Wählern in Verbindung geselzt hat; Herr Ewart, weil das Recht des Stärkeren, das heißt Aussicht auf die Stimm einer größeren Anzahl von Wählern, fiir sich hat. Der Ltik - wird durch Herrn Hume und dessen besondere Freunde ut" stülzt und scheint durch sein Benehmen seinem Nebenbud ganz spezielle Ursache zum Beharren im Widerspruche geil,.“ JZ haben. Oberst Thomson behaUptet in einer Adresse ai,?“

ähler von Makylebone, daß man ihn aus dem Ausschußil mer des errn Ewart ohne Weiteres hinausgewiesen habe,". ter dem orwande, daß die Versammlung keine öffentlicklkl obgleich dieselbe, wie eine deshalb publiziree Anzeige beiii den Zweck haben sollte, zu bestimmen, welcher von den bei Kandidaten nachzugehen habe, worüber er denn dock) "“ wendigerweise selbst gehört werden müsse. Wie dem “. auch seyn mag, Oberst Thomson erklärt in seiner Adresse die Wähler, daß er sich verpflichtet halte, es zur Abstimml1 kommen zu lassen, und nicht nachgeben werde, hat jedoehsi)c als Grund für diesen Entschluß noch besonders angegeben, er lieber einen Tory als Repräsentanten von Marylebone sil) möchte, als Herrn C'warr, der das den Interessen des “939 so verderbliche neue Armen-Geseß vertheidige. Diese Erklär" nun giebt den liberalen Blättern, welche nicht ohne Besorg" die für den Tory-Kandidaten Lord Teignmoutl) aus der ; tung der Liberalen entsprungene Aussicht betrachten,. Mg wünschte Gelegenheit, ohne Rücksicht auf die Anspt'ucl)e dr Obersten Thomson an sich, gegen denselben und für H“

seiner Rede bemerklich, daß “es den Vorschriften des Hauses

Ewart Partei zu nehmen. Namentlich spricht sich die Monkh'-

den dort gewählten TN'W- HUM Thomas Gibson und Herrn Kelly, entschieden.

hoffe, er werde bald seinen Silz im Parlamente wieder einneh- men können. Auch mit Lord Holland's Befinden bessert es sich, OWZ“ er noch nicht wieder im Parlament erscheinen können.

die ein Regiei-ungs-T'Ylatc enthalten habe, daß er seine Ansichten aber das Armen-Geieiz geändert hätte und jetzt dagegen sey, und worin er eine abucbtlicl) von den "Ministern gegen ihn ein:

Chronicle, ein neues Organ der liberalen Partei, in einem “„Jeren, angeblich von Herrn C. L. Bulwer herrührenden Ar- “ke . :ldnnte, die ohnehin schon yrecaireStellung der ministeriellen Partei, in deren Uebergewicht iich jeßt das Interesse der Nation kon-

zentrire- SU 9

sehr entschieden gegen Alles aus, was dazu beitragen

efährdcn. Der Wahl-Ausschuß für Ipswickx hat zu Gunsten der bei-

Mit Lord Stanley's Befinden geht es besser, und man ine Beschwerde Lord Brougham's über eine Znsmuation,

esandre ONirt eilung erblicken wollte, veranlaßt den Courier u folgenden cmerkungcu: „DieseD ehauptung, daß ein Theil der Presse unter der Kontrolle des *))?inisteriums stehe, ist des rößten Skribenten fiir die Prcffe, dci“ jemals in England einen Ziegierungs-Posten bekleidete, vollkommen würdig. Das Pu- blikum hat die Worte noch nicht vergessen (mit weichen die ,Times“ zuerst die Rachi'iclxc von der Entlassung des ersten Melbourneschen Miniiiei'iiiws unter dem verstorbenen Könige gab, und die man allgemein dcm Lord Bi'ougham zuschrieb): „„Die K_önigin ist an _Allcm Scickuld.““ Wir sind fest über- zeugt, dal; die TageSblättcr noch niemals so fcei und unabhän- ig waren, als in diesem “Flugeiiblick. Bei der hochwichtigen Frage über die geheime 'Fidsrimmung erklärte sich aueh nicht ein einziges von den liberalen Tagcsblätrern für die Ansichten des remier- IKiiiistei's und des ministericllen Führers im Unter: hause. Und hat, seitdem die Whigs am Ruder sind, eine ein- zige gerichtliche Verfolgung Wegen Preßvci'gochen stattgefunden ?“

Dem Vernehmen nail), soll Sir F. „Head dadurch veran- laßt worden seyn, seine Cnclaffung als Gouverneur von Ober- Kanada zu nehmen, weil die Minister von ihm verlangten, ge- wisse Personen anzustellen, die seiner ONei11Uiig nac!) wegen ih- rer AbneiZUng gcgen Britische Insciiutionen und Herrschaft sic!) nicht dazu eigneten.

Briefe aus Toronto melden, daß der Rebell Beaumont, auf dessen Kopf ein Preis“ 11011500 Pfd. geseizc war, festge- nommen worden sii). Deiiiselßen Schreiben zufolge, ist die Empörung völlig beendigc und dei' Handel bereits wieder im Zunehmen.

Man schäizt 19th die Summe, welcbe erforderlich seyn würde, um das Bdi'ienqcbäude feuerfest wieder aufzubauen, auf etwa [50,000 Pfd. Stelling.

Das Packccbooc „Coliimbus“ ist von New ; York in Liverpool angekommen; da es aber schon am ]. Februar von dort absegelte, so bringt es kei: *: neitei'e Nachrichten mit. “2le Handelsbriefen crgicbr sich, daß die Frage in Betreff der Er- richtung einer National: Bank die allgemeine Aufmerksamkeit 111 den Vereinigten Staaten in Anspruch nahm und wohl bald im Kongreß zur Sprache kommen diirfte. Die handeltreibenden Klassen in New-York schienen sel)? geneigt, eine Bank in gro- ßem Maßstabe und mit, einem Kapital, wie die Bank der Ver- einigten Staaten, daselbsi zu griindcn.

Nachrichten aus Californien zufolge, har daselbst ein furchtbarer Orkan gewiithec und den Schiffen großen Schaden zugefügt.

Berichte aus Bogota vom 25. Dezember melden, daß 60,000 Dollars zur Zahlung der Dividende der Columbischen Schuld im Januac nach London abgesandt Und daß außerdem noch 40,000 Dollars von dem Ci'ri'age dei" Taback's- Zölle zu gleichen1Z1vecke zurückgelegt werden sollen. Diese Nachricht hat ander gestrigen Börse die Columbischen Fonds um 1 pCt. ge-

o en.

In einem in Montreal cischcincndc11 Blaue, dem Tran- script, wird dariiber geklagt, daß sich viele Französische Fami- lien aus der Stadt entfernen; man will daraus die Vermu- thzmg schöpfen, das; nix:: Pläiic dei“ Insurgenten im Reifen w ren.

B e [ g i c 11.

Brüssel, 2. Mäi'z. Herr *.*-an de Weyer hatte gestern eine Abschieds-Audienz dei Si“. Majestät dcm Könige und ist im Begriffe, nach London zurückzukehren. Herr Murray, Kam- merherr Ihrer Majestät der Königin von Großbritanien, hatte gestern ebenfalls eine Audienz bci Si“. Majestät.

Frau von Sydow, die Gemahlin des Königl. Preußischen Legations- Raths" und Residcnreii bei dcr fi'eien Stadt Frank- furt, Herrn von Sydow, dei" stel) seit einiger Zeit hier aufhielt und im Begriife war, nach Frankfurt a. O)?- zurückzu- kehren, isc vorgestern nach einer Ziisti'mdigcn Krankheit im “23sten „Jahre ihres Alters mir Tode abgegangen.

Das Journal de la Belgique meldet: „Die Gesell- schaft der JleiJndiii-licn Literatur zu Genc hat am 24. Februar ihr Zweites Sriimngsfesr durch ein glänzendes" Gastmahl gefeiert. Die es Fest wird in den Jahrbüchern dieses Vci'cins-Epoci)e machen, denn es war eine wirklich liici'ai'isci)e Feierlichkeit, wozu ]eder Flamändische Dichter 11110 Sidrifciiellcr das Seinige bei- getragen hatte. Der Präsident der Gesellschaft, Herr Reus, entwickelte in lebendiger imd geistreichcr Rede die Fortschritte, welche die Flamändisch Sdi'ac'yc in den letzten Jahren ge- mails; mehrere andere *IITicgliedci, woruntei' die Flamändischen Dlchter Philips Blommaei'c und Van Duyse, trugen Dic!)- tungen vor, und Herr Willems schloß die Versammlung, in- dem 71“ eine Reihe jener alten, scigdiien und natiirlichen Fla- mändt]chen Weisen vm'ti'Ug, dei'en sich keiner unserer größten

NUPoniscen “zu sch-ancn [1111110116 Mehr als 40 Personen wohnten diesem hriici'en Fesce bei, wodm'cl) die Bande der Bruderliebe noch enger geknüpft wm'den, welche sciwn diese Männer vereinigen, deren Ci'gcbenheit und Ausdauer das un- IMchW Vorurtheil einigeé Personen gegen die reiche und herr- l“l)? Flamändische Sprache niels erseHixtrern kann.“

Deutschland.

1? Hannoveß, 2. ?NiLi'z. TWK Königliche Schleich vom 1. Febiuar 18-8, w-omxc dic Verfaffimgs ; Urkunde fiir das Königreich und _dgs Regie:xic11c fiji' d:e allgemeine Stände-Ver- sammlung an diiiclbe gcbi'xclic wird, [Wer wie folgt:

„Emil 2111111111, 0411 (_ck-„11m- 0511111911 „L?cxiw 111111 Haxnioacr, König!. Pim; von E*kcxibktlanlkll 1:13dJ„-1«:xd, H„-„;,;',x „»WE-„1111010111111, Hex,- W zu Biaunsid-riiq iind 911111111er :xßxc. U:!scic (151111132, auch gc- neigicz mid giläDUscll Wixi 11 5111101“, Tiii'ci)1.1i1cl1tig:Hongbvkner Fürst, Hocd: [1115311331111-1'195x5, (ckDie i-nx-Vcste, Wiirdigc, Edrrnvcstc- YYY?“ Hoch- [11:0 2831756314101» Eix-;"„1111:",§-:'11s1ck1igc, Räibk- liebe 111 U) gx 11111) ((Art-1:1». _L-izicii liaji'eixx 11111v11.:delb.1rc11 "(11011011- 9 'S Mai; die 9114116 11111 11471152» .Kx-riigrxiciic; 11111): nacb Willkür,

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Grundlast geleitet, übergeben Wir Unserer getreuen allgemeinen Stände: Versammlung den Entwurf einer Verfaxu s - Urkunde für Unser Königreich zur Berathuug- -- Die sorgf mg voix uus ae- prüfte Bersasungs - Urkunde vereinigt in lich die allgememsien und wichtigsten Grundsäße, welche ,in den „Deutschen Staaten, na- mentlich in den, Unser K_omgreich„ bildenden, Provinzen, in Beziehung auf die vorzüglichsjey offentlichen Verhältnis: vor den nur zu bekannten Ereinmffeu der testeten Jahre Unse- res Jahrhunderts galten. - Jede Verfasuna muß, wenn die Untertbanen mit wahrer, treuer Liebe ihr anhängen sollen, eme feste historische Grundla e haben; fie muß im Laufe, der Jahrhunderte aus dem Volke selbst ervorge augen sevn und in demselben tiefe Wurzeln geschlagen haben. -- ir überlassen Uns der angenehmen und gewissen Hoffnung, daß die von Uns der Oerathqns Unserer qe: treuen Stände übergebene Verfaffuu s - Urkunde, wm entfernt, der Abdruck neumodischer Verfassungs - deen zu seyn, dem vorgedachten Erforderniffe vollkommen entspreche, und nur die echten, von alleq fremdartigen Zuslißen gereinigten staatsrechtlicyen Grund'säse, bei welchen die Hannoveraner während Jahrhunderte fick) so glucklui) be- fanden, enthalte. _ Der Entwurf der Verfaisungs-Urkundx verwan- delt in der That nur das alte, nicht selten schwankende offentliche Rechi in geschriebenes Recht, um dasselbe gegen Mißdeutungen uud Angriffe vollkommen sicher zu stellen. «„Nur wenige, wirk|ich neue Grundsätze wird die getreue allgemeine Stande-Versammlung in der ihr übergebenen Verfaisuugs-llrkunde anixefien, und diese wenigen Grund- säße wurden durch die dringendenBedurfuisseUuserer vielgeiievteullntcr: thauen gcbieterisch empfohlen. - Die Ihnen, getreue Stände,: über- gebene Verfaffm1gs-Urkunde sieht mit den Beschlüffen der Deutschen Bundes-Vcrsammlung in der voukommeniien Uebereinstimmung. wo: von nicht nur die Wohlfahrt Unsers Köni reichs, sondern auch die des gesammten Deutschen Vaterlandes abb ngt; denn, der Deutsche Bund ist die kräftige Aegide für alle zu demselben gehörenden Staa: ten. - Wir übergeben Unserer getreuen allgemeinen Stände-Vet- sammlung die Verfassungs-Urkunde z„ur völlig freien Berathung und hoffen, im Voraus versichert sevu zu tdnnc11,daß in allen wesentlichen Punkten eiue Verschiedenheit der Meinungen nicht siattßnden werde. - Sollte iudeß, wider Unser Erwarten, eine vertragsmäßige Ueber- einknnft zwischen [1116 und Unseren getreuen Ständen über die Ber- faslungs-Urkunde nicht zu Stande kommen, so würden Wir uns gcuöibigt schen, die von der göttlichen Vorsehun uns anvertrau- ten Unterthauen nach der im Jahre 1819 he andeneu Verfas- sung zu xegieren, wobei indeß Unsere geliebten Untertbanen zum vor- aus fich überzeugt halten können. daß Wir stets bemüht seyn werden, die ihnen vortbeilbaften Grundsäße der Verfaffungs-Urkunde Yk An- wenduna zu brinaen, wenn gleich dieselben von der allgemeinen lände- Versammlung nicht angenommen woxden find. -- Auf diesen unver- bofften Fau müssen Wir aber ausdrücklich hiermit bevorworten, daß Wir von dem im §. 8. des Königl. Patents vom 7. Dezember 1819 enthaltenen Vorbehalte Gebrauch machen,. somit in der Dr anisation der allgemeinen Stände-Versammlung diejenigen Modificat onen ein- treten lassen werden, welche Wir für nothwendig oder nüslia) "Mu?- ten könnten. - In dem Entwurfe der VerfassungS-Urtunde isi fl r das Haus Stollberg, im §- 63.- Nr.4., der Play in der ersten Kam- mer bestimmt worden. Da indeß dasselbe neuerlich einen Präccdenz: Streit erhoben hat, so wollen Wir, sobald Wir darüber llnsexe Entschließung werden gefaßt haben, deSbalb Unseru Antrag an die allgemeine Stände-Versammluug gelangen lassen. - Mit der„ Ver- fassungS-Urkundc übergeben Wir zugleich das Reglement fiir die all- gemeine Stäude-Vcrsammlaug zu deren Berathung. - Diesem Re- glement liegt das Reglement vom 14. Dezember 1819 zum Grunde. Wir haben aber auch die Gruudsäße darin aufnehmen lassen, welche nach der im Laufe der Zeit gemachten Erfahrung als bewährt ßch ge- zeigt haben. _ Ueber den im §. 66 des Entwurfes der Verfaffupgs- Urkunde festgestellten Wahl-annus, welchem die tiiterschaftlicheu Corporationen und die adligen Besitzer von Guteruzu demErnase vou wenigüens sechs tausend Tyalern unterworfen seyn sollen, behalten Wir Uns vor, eine besondere Verordnung zu erlassen. - Wir ver- bleiben Denselben mit Unserer Königlichen Gnade und allem Guten, wie auch mit gnädigsiem Willen stets zugeihan. Hannover, den 18. Februar 1838.

Ern Au 11 . s g | G.von Scheit.“

Stuttgart, 1. März. (W11rttemb.Bl.) Sißung der Abgeordneten-Kammer. Der Art. 138, welcher vom Hoch- und LandeSverratl) wider den Deutschen Bund handelt, erklärt, dai; - wenn ein Angriff oder eine Verschwörung gegen das Da- seyn, gegen die Integrität oder gegen die Verfassung des Deut- schen Bundes gerichtet wird - die Sti'af-Bestimmungen des Art. 131 (Tod und Zuchthaus) zur Anwendung kommen. zu einem Kriege gegen den Deutschen Bund aufgefordert oder in einem wider den Bund entstandenen Kriege der Feind auf die in dem Art. 135 angegebene Art unterstützt worden, so find die im Art. 137 festgesetzten Strafen wider den Thäter zu er- kennen. Gebeimeratl) v. Schwab rechtfertigt den Antrag da- mit, daß der Bund ein unauflöslicher sey, daß die Verfassung selbst das Bundes-Verhälcniß festsetze, daß Württemberg ein Theil des Bundes sei) und somit ein Angriff gegen denselben als gegen es selbst gerichtet, betrachtetwerden müsse. Herr S ck ott willmateriell gegen den Inhalt des Artikels nichts erwähnen, allein die Ueber- schrift sey fehlerhaft. Der Württemberger habe nur Einen Sou- verain, gegen welchen er Hochverrath üben könne, und sey dem Bunde nicht mit Unterthanen - Pfiicku verbunden. Man solle daher sekzen: Verbrechen gegen den Deutschen Bund. - Die beiden Regierungs-Commissaire geben unbedingt diesen Grund- satz zu, da allerdings“ der Württemberger nichr Uncerthan des Bundes sey. Da aber Hochverrath auch gegen fremde Staa- ten geübt werden könne, so dürfe man wohl auch von Hoch- verrat!) gegen den Bund sprechen. Herr v. Ringler schlägt vor, die Ueberschrift ganz zu streichen, was der Herr Kanzler unterstüßt. Herr Pfizer legt Verwahrung gegen die Tendenz des Bundes ein. Die Regierungs-Commissaire repliziren und vertheidigen diese Tendenz als ganz gesetzlich, die Ruhe und die Freiheit Deutschlands sichernd. Herr v. Zeller ist der Schortschen Ansicht, damit man sich nichts vergebe. O.T.R- v. Priescr versichert, die Württembergische Re ierung werde stets ihre Souverainetät zu wahren wissen, a er eben des- halb müsse sie Verbrechen gegen den Band, als gegen fich selbst gerichtet strafen, damit nicht ihre Souveiainetät durch Ver- schwdrer qefährdec werde. Herr Haas begründet den Artikel mit dem Artikel 3 der VerfaffUtigs-Ui'k011de. Herr Röm er ?ätte milder gestraft, abcr siellc keinen Antrag, Weil er den Ev-

olg voraus steht. Die Ueberschrift werde der Regierung gleich- gültig seyn. Herr Uhland würde sich sehr glücklich fühlen, wenn ihm Deutschland auch in innerer Poliiik ein Vaterland wäre. Da er dieses Glück nicht genieße, so stimme er gegen den Artikel. Der Antrag des Herrn Schott wird mit 58 ge- gen 23 Stimmen angenommen, und daher der Artikel 138 Überschrieben: Verbrechen wider den Deutschen Bund. - Die Herren Römer, Duvernoy, Schott u. A. erklären zu Pro- tokoll, daß ste mit dem Inhalte des Artikel 138 nicht einver- standen seycn. Herr Dom-Dckan v. Zaumann erkläre fick) gegen die “Anwendung der Todesstrafe bei diesem Verbrechen. - Der Artikel wird hierauf mit 51 gegen 28 Stimmen ange-

nommen. Frankfurt a. M., 2. ONärz. Der Nachricht, daß das

Oeskerreich.

Wien 2. März. Nach Ausweis der Protokolle über die im Jahre 1837 in der Stadt Wien und den Vorstädten Ge! trauten, Geborenen und Verstorbenen, sind in den sämmtlichen Pfarren, mit Einschluß der Pfarre der nichtunirten Griechen, bei der Evangelisch-Augsburgischen und Evangelisch-Helveti- schen Konfession, so wie bei den Israeliten, in Summe 3161 Yuan getraut worden, 518 Paare mehr, als im Jahre 18:10.

" der Pfarre der nichmnirten Griechen wurden 1 Paar, bei der Evangelisch-Augßburgischen Konfession 14, bei der Evan- gelisch-Helvetischen 4, und bei den Israeliten 9 Paare getraut. Geboren wu'rden 15,653 Kinder, von denen 7910 Knaben un ., 7743 Mädchen waren. Hierunter evangelischer Religion, un zwar: AUgsburgischer Konfession 185 Knaben und 40 Mädchen; Helvetischer Konfesfion 20 Knaben und 16 Mädchen; in der Pfarre der nichtunirten Griechen 1 Knabe und 1 Mädchen; Israeliten 64 Knaben und 40Mädchen. Die Zahl demGeborenen Übersrieg die im Jahre 1836 um 527. Die Zahl der Verstorbenen belief fich auf 16,177 Personen; darunter 4550 Mannspcrsonen, 4061 Frauen, 3652 Knaben und 3317 Mädchen unter 10 Jahren; 597 Kinder kamen todt zur Welt. Im MonatIanuar starben 1347, im Februar 1583, im März 2078, im April 1671, im Mai 1459, im Juni 1245, im Juli 1166, im August 1195, im September 1080, im Oktober 917, im November 872, und im Dezember 967. An Altersschwäche und Entkräfcung starben 1101, an Nerven; und Faulfieber 046, am Brand 508, am Schlag- und Stickflusse 529, an Verhärtungen 122, an der Wassersucht 1884, am Durchfall 177, an Lungen-Krankheitcn 3494, an der Auszehrung 2194, an Halsentzi'mdung und Bräune 239, an Blattern 53, an unglücklichen Zufällen 126 Personen. Unter den Verstorbenen erreichten 31 Personen ein Alter von 90 bis 100, eine Person 101, und die älteste 105 JaLre. _Cs starben im Jahre 1837 4062 Personen weniger als im Ja re 18:16. Aus Belgrad berichten die neuesten Briefe, daß der Ruf- sische für Serbien ernannte Konsul, Herr von Waschenko, von Alt-Orsowa stündlich erwartet und künftig dort seinen Aufent- Yalc nehmen werde. Auch der Ankunft eines Französischen Kon- uls fieht man in Belgrad entgegen. Der Oesterreiiikische Kon- iul, Herr von Mihanovitsch hat, dem Vernehmen nach, bereits einen Nachfolger erhalten. - Fürst Milosch verweilte schon seit einigen Wochen in Belgrad , wird aber demnächst wieder nach Kragujewaß zurüakkehren.

Schiveiz.

Basel, 1. März. Der RJ Rath von Basel-Landschast beschloß am 24. Februar, der achdruckerei in Allschwil den Nachdruck der Schillerscyen Werke sogleich zu untersagen, und zwar auf den Grund eines dem Freiherrn von Cotta im Jahre 1829 ertheilten Privilegiums. Wirth Adam, unter dessen Na- men das Diengewerbe in Allschwil getrieben wird, soll sich jedoch dem Verbot nicht fügen wollen, fich Drohungen und Schimpfworte gegen den Polizei-Lieutenant erlaubt haben Und erwirkte sich endlich 2 Mal 24 Stunden Bedenkzeit. - Zu der Gemeinde Liestal ist es, nach einem dortigen Blaue, wegen ei- nes Landraths-Beschluffes, welcher ihr den Loskauf der auf ih- ren Waldungen ruhenden Gewinn; des Beholzungsreciztes zu Gunsten des Land-Armen-Spitals verweigerte , u unruhiger: Auftritten gekommen; man hieb den vor dem athhause src- ?enden Freiheitsbaum um und versteigerte ihn an den Meisi- éetenden.

In Waadt hat sich ein provisorisches Comité gebildet zur Vereinigung des Genfer und Neuchateller Sees“dm'ch einen Kanal oder eine Eisenbahn. Herr Ingenieur Fraisse erhielt den Auftrag, einen Plan zu diesem Zweck zu entwerfen, wofiir ihm ein Kredit von 15,000 Fr. eröffnet wurde. Das Unter- nehmen gründet sich auf Action. '

Vier Kapitularen von Pfäfcrs haben unterm 20. Febr. gegen die vom Staat beschlossene Aufhebung ihres Klosters protestirt.

Italien.

Rom, 22. Febr. (Allg. Ztg.) Der Römische Karneval behauptet auch dieses Jahr seinen alten RUf. Gesellschaften, Theater, Bälle und Mummerei aller Art haben wir vollauf, Heute wird der Corso gewiß äußerst lebhaft, da sich die Mas- ken schon in den vorhergehenden Tagen in sehr bedeutender Zahl hatten sehen lassen, und heute ihre Scherze eigentlich den Culminationspunkt erreichen.

Die ävstliche Akademie der Alterthumskunde schrieb un- term 28. uni 1836 folgende Preisfrage aus: „Eine umfassen- dere Darlegung, als sie bisher geliefert wurde, von dem Zu- stande der Römischen Kolonieen. Welchen politischen und staats- dkonomifchen Zweck hatte Rom bei der Errichtung seiner „Kolo- nieen sich vorgesetzt? Was war der Unterschied zwischen den Militair- und Civil-Kolonieen, und worin unterschieden sie sie!") von denen der Griechen? In welchem Zustande blieben die alten Einwohner, und in Welche Rechte und Pfiichten traten die neuen ein?“ Der Preis, eine goldene OIZedaille von 40 Zechinen im Werth, ward einer Abhandlung zuerkannt, weliixe die Epigraphe führte: „[lnpi-i'jum faciie 1115 artibuz rLijniZlm', (|1„j- 11113 1111110 [:arcum szt etc.“ Als vor einigen Tagen, unter dem Voixße des beständi en Secretairs der Akademie, Ritters P. . Visconti, der Zettel qedffnec ward, fand sich der Name F. Ruperti, Konrektor des Lyceums zu Hannover. Aöcrmals ein cr'freuliches Zeugnis; für Deutsche Gelehrsamkeit im Aus"- lande.

Spanien.

Madrid, 16. Febr. (Allg. Ztg.) Kaum haben die neuen Deputirten fiir Madrid den Saal der Cortes betreten, so haben sie auch den Schild gegen die Majoritäc und gegen die Regie- rung erhoben, und es war vorauszusehen, daß die roize EY-cxoaic ihre Waffe seyn würde, da eigene Talente _und de_r Beiimnd der Rechtschaffenen ihnen abgehen. kati wußte, daßkMendiz-a- bal vorgestern bei den Deputirtcn den Eid leisten wiirde, uiid seine Jreunde ordneten deshalb Alles so an, daß gleich in die- ser Sißung bei Gelegenheit einer Verhandlung, die fx,“:x Ma- drid ein örtlicbcs Interesse hat, der Lär_m ausbrechen sT-Uki'. Die bei dem Palasre der Deputirten befindliche Wache wo?: mit Rational-JNilizen von derGrenadicr-Qompagnie bcselzt, zu wclcher TNendizabal selbsr gehört. “Mehrere von ihnen 0911.13- ßcn ibren Posten, und begaben sich bewaffnet in die i'elei'eix- ten Tribunen, um ihren Helden zu bewundern, und z1l “so:"- hindern, daß er mit Zischen empfangen wiirde. Naciidcm die- ser geschworen, oder wenigstens die Formel des Eides" 1111-de- sprochen hatte, erscholl einiger Beifall auf der öffentlichen “.Ni- bune, wo sich der niedrigste Pöbel befindet. Dieser Beifall 11-11- so schwach, daß die ganze Versammlung in Lachen (!Uilbi'aa).

Haus RotlZschild im Begriffe sey, mit der Spanischen Regie- rung eine 'lnleihe abzuschließen, wird von hier aus auf das

sondern 114111) chen (Iiimiéfäixiii gei'ÄQZWk Midi". *- Von diesem

bestimmteste widersprochen.

Darauf las man eine Eingabe des Ayuntamiento von 21781de

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