“*.-,k,“
vor, wvrin dieses sich beschwerte, daß das Geseß, welches die Ekneuerung der Munizipalitätcn vorschreibt, in Bezug auf Madrid nicht vollzogen worden sey. Der Deputirte Landero (Justiz-Minister unter Calatrava) unterstützte dicse Eingabe, und verlangte im Namen des Ayuntamiento, daß fie an eine Special-Commisfion verwiesen Werde. Da die von Herrn Lan- dero vorgetragenen Gründe leicht widerlegt wurden und keinen Eindruck hervorbrachten, so trat Herr Lujan auf und gab der Sache eine andere Wendung. Cr beschuldigte die Regierung der Uebertrerung des Gesetzes und machte eine lebendigeScbil- derung von den Gräueln, denen die vom Feinde heimgesuchren Provinzen ausgesetzt seyen. Nachdem er hierbei mchreremal von dem Prästdenten zur Ordnung gerufen war, schrie cr end- licl): „Ich bin hier, um die Rechte des Volks zu vertheidi- en!“ worauf denn ein unermeßléchcs Beifallsgescyrei aus der Zffentlichen Trihune crsc'yoll. Die nun folgende Scene ist schwer zu schildern. Eine große Anzahl Deputirtcr rief aus: „Ord- nung! Ordnung! man räume die öffentliche Tribune!“ wäh- rend die Opposttionspartei vom Prändenten verlangte, _er solle die Deputirten selbst zur Ruhe verweisen. Der Präsident rief aus: „Ich bin, hier, um die Ordnung aufrecht zu halten; zu diesem Behuf befehle ich, daß die öffentléche T1'1bune sogleich geräumt werde!“ Da die dort bcfindlichxn Lcme nicht weichen wollten, so rief der Präfident der da1clb| an- wesenden Wachezu, Gewaltzu gebrauchen. Dies gescha1), und nach einigem Widerstand Wurde die Gallerie geräumt, während der „Kongreß selbst fich in der höchsten Aufregung befand. Endlich trat ein Offizier in den Saal, und wechselte leise einige Worte mit dem Präsidenten, der darauf die unterlnochene Diskussion fortseßen ließ. Herr Cantero, Deputirterfär Madrid, glaubte ebenfalls sein Schcrflein geben zu müssen, und beschuldigte den Präfidenten, zu rasch gehandelt zu haben. Dieser erwiederte: „ich hatte befohlen, die Tribune zu räumen, und_ würde meinen Siß nicht verlassen haben, bis man mix“ gehorcht hätte. Ick konnte nicht mehr zurück; entweder mußte ich den Befehl voll- iehen lassen, oder im Nothfall hier umkommen.“ Nun erhob Lich Hr. Olozaga, und machte den Vorschlag, man solle die Ein- gabe des Ayuntamiento, wie das Prästdtum vorgeschlagen hatte, an die Regierung verweisen, allein mit dem Zusaße: „damit die Regierung das Gesetz vollziehen lasse.“ Der Fin a nz ; »))?inisker zeigte, daß in diesem Zusalze ein Tadel gegen die Regierung aus- gesprochen sey, und daß diese einen solchcn durchaus nicht ver- diene; bereits die vorigen Minister hätten die Erneuerung der Municipalitäten, die ihnen oblag, unterlassen, und die jetzigen hätten nur die Sache in der Lage gelassen, wie sie fie vorgefunden. Herr Landero selbst hätte, als er Justiz:. ?inister war, das be- troffende Geseß nicht vollziehen lassen: warum denn gerade die egenwärtigen Minister von ihm angeklagt würden? Diese orte verseßten den Herrn Landero in gewaltigen Zorn; „ich nehme den hingeWorfenenHandschuh auf, rief er aus, und for,- dere auf das feierlichske, wie es einem Ehrenmanne ziemt, den Finanz-Minister oder jeden Andern heraus, mir einen einzigen Akt nachzuweisen, durch welchen ich als ,Jusciz-Minisrer die Con- stitution verleßt hätte. (Der GrafToreno verlangte das Wort.) Selbst den Grafen Toreno fordere ich dazu auf.“ Diesen Wor- ten folgte noch eine lange Declamation, die Herr Landero wie ein Wüthender vortrag, und während deren sich die öffentliche Tribune wieder anfüllte. Toreno erhob sich darauf und sagte mit Würde und Ruhe" ungefähr Folgendes: „Da Herr Landero mich herausfordert, so darf ich nicht verstummen. Seit zwei Mo- naten nehme ich hier meinen Platz ein, und nie habe ich, was qcschehen ist, beurtheilt, obgleich ich mich als ein Opfer der August- Vorfällc betrachten kann. Ich unterdrückte myine Gefühle aus Rücksicht für das Wohl des Vaterlandes. AUein kaum befindet 1ch ?err Landero mit seinen Kollegen sei121 Stunden auf diesen än en, so verfichert er uns in groben und unerhörten Ausdräkx _ken, daß weder er noch irgend ein anderer Minister während der Z'" sxines OMnisteriums die Gesetze verletzt habe; dazu darf ich „ckck: schweigcn. Ich kann eine Thatsache ansahren, durch welche 111 Bezug auf mich selbst und aut sechs“ bis neben andere Perso- nen eine schändliche Verletzung derGesclxe stattfand. AJS Grün- den der Klugheit sage ich nichts mehr, aber ich 1va1'11e Hrn. Lan; dero, in dem anqeskimmten Tone fortzufahren; er möchte essonst bereuen. Der dffcnxlichen Sache opfere ich nicht 11111“ meine In- teressen, sondern sogar mein Sclbstgefäpl a11f.“ -- „Hr. Bayrio Ayuso (Justiz-Minisrcr unter J|YL'13,*: „„.-1101) :ck habe btsher meine Gefühle unterdrückt, und keme xfnwtclung aux das Ver- gangene gemacht. Heute aber hat H1'1'1'L1111d11'o die FPM dcr Zwietracht hingcworfen; ich zünde ste nacht a11; da aber 391“. Lan.- dero uns andere herausfordert, so will tc!)- 111111 mit Thatsachen beweisen, daß dieselbe Constitution, die 1111111-c1*,;“:x15.'21uq [11:10 beschwor, bereits nach "24 Stunden, den 10, | 1., 1821111111 1311120. und unzählige andere male, verlexzt wurde, o_bgleicl) 111: am Grund- gesetz war. Außerdem bin ich bereit, den11clben Herrn noch an: dere Sachen zu beweisen, die ihn noch näher angehen.“ _Dcr räsident erklärte nun, er werde Niemanden mehr das Wort zu Persönlichkeiten gestatten, und verweigerte es" 111111) dem Hrn. Mendizabal, als dieser cs verlgngte. „Erlauben Sie mir zu sprechen,“ sagte darauf der große Finanzmann, „und glauben Sie ja nicht, daß ich die öffentlcche Ruhe stören werde.“ Ucber diese bescheidene Rede entstand ein großes Gelächter, und der Präsident erwiederte kaltblütig: „ich befürchte das nicht; denn ich würde die Ruhe wohl aufrexht zu halten wissen.“ Endlich beschloß die Versammlung, daß die Eingabe, ohne den von Olozaga beantra ten Zusakz, 1111 die Regierung zu verweisen sey. - Diese ißung war deshaW merkwürdig, weil in ihr
* Ferdinand's '1'11. die Drohung, die öffentliche Tribune räumen zu lassen, zur Ausführung gebracht wurde; vorzüglich aber, weil s1ch aus ihr ergiebt, wclche Gesmnungen und Pläne die Vertreter der Hauptstadt Spaniens in die Mitte der National - Versammlung geführt haben. Giebt es eine unerhörtere Unverschämtheit, als die Behauptung, ein Mi- nisterium habe die Constuution nicht Vél'lkßk- WSlches die Güter derer einzog, die vor dem Mordstahle flohen, Wklchks UnschU[- dige deporm'en ließ, bevor ein Gesetz es dazu kkMÜchkkng WU- chcs die Provinzial-Deputationen nur den revolutionaircn Jun- tcn verschmolz, eine Kommisfion nicdersclzte, um über die 10117 tischen Gefinnungen der (Berichtspersonen geheime Berichte ab- zustatten, und vom 16. August 18:16 bis zum 18. August 1837 alle Stände unter der unerhörteskcn Willkür schmachten ließ? Unverschämtheit ist die einzige Waffe, Welche den Männern von la Granja gcblieben ist, und deshalb mußten fie den "Meister in derselben, ',)Tendizabal, zu ihrem Vertreter bei den Dcputir; ten haben. Hr. Gomez Pardo, cin schr cxalcirtcr, übrigens abcr rcchtschaffener Mann, mußte ihm deshalb Plaß machen, und fich dadurch dem Vorwm'fe auswßen, als ob er klingenden Gründen gewichen sey. Um Pardo vollends lächetljch zu machen, brachten dieselben Personen, welche ihn zum Deputirtcn für Madrid gewählt hatten, 1hm eine glänzende Fgckelmusik, aus Dankbarkeit dafür", daß er die ihm zugedaclxke Ehre ablehnte.
Madrid, 21. Februar. Die Minister versammeln fich jeßt täglich, um fich Über die Zusammenscßung eines neuen Ministeriums unter Cordova's Präfidemschafr zu berachen. In einer der lehren Versammlungen brachte der Graf von Ofalia einen Vergleich mit Don Carlos zur Sprache und empfahl dringend, den General Don Geronimo Valdez zu ermächtigen, dem Don Carlos solche Bedingungen vorzuschlagen, die mit den Forderungen desselben mehr in Uebereim'iimmung, zugleich aber auch weniger demüthigcnd für ihn seven, als die früher aufgestellten. Die verwitcwete Königin soll nicht abgeneixt seyn, darauf einzugehen, vorausgeseßt, daß die Rechte ihrer “ ochter anerkannt werden.
Wie es heißt, sollen in kurzem zweiLager, eines bei Gua- dalaxara, das andere in der Provinz Leon, zum Schuße Casti- liens errichtet werden.
Der General Oran, dessen Entlassung angenommen wor- deé1list, hat den General Santos San Miguel zum Nachfolger er aten.
Briefen aus Cordova vom11tenz11folge, hat sci) Cabrera in der Sierra Morena bei Cazorla mit Baslléo Garcia und den Ueberresten von Tallada's Corps vereinigt.
Inland.
Berlin, 7. März. AusDÜsscldorf meldet die dortige Zeitun unterm Iten d. M.: „Die noch vor wenigen Tagen auf der ?Kheinskrecke zwischen hier und Köln bestandenen Cis- stopfungen, welche mit ihrem schon zu gefährlicher Höhe ange- schwollcnen Stau1vasser uns mit ernsthaften Besorgnisstn erfüll- ten, gingen dennoch auf eine, wenigstens für unsere nächste Um- gegend und im Verhältniß zu den Umständen, glückliche Weise vorüber. Ein gleich günstiger Erfolg hat jedoch in den unteren Gegenden leider nicht stattgchabt. Schon unterhalb Ruhrort leistete die dort noch vorhandene Eisdecke der vordt'ingenden Fluch Widerstand. Erst nachdem das Wasser am 2711en v. M. Nachmittags 5 Uhr dort zur Pegelhdhe von 271/2 Fuß gestie- gen war, wurde jene Hemmung beseitigt. Bei dieser Waffe:?- höhe wurden Deiche rechts von Ruhrort, so wie auf dem [in- ken Rheinufer die Deichlinie von Effenberg aufwärts bis Rhein- hausen überstrdmr, ohne jedoch Durchbrüche zu erleiden. Die Fluri) mit ih1'e11 Eiswasser: wälzte sich ferner, wienwhl schon mit abnehmender Geschwindigkeit, weitsr abwärts, und wurde zunächst bei Wesel, wo sie am Wscn Vormittags 9 Uhr die Pegelhök)e 20“ ]“ emeichte, um etwas, dann aber bei Rees durch die noch Vorhandcnen unbeweglichen C18111asse11 in ihrer gewöhnlichen Bahn ganz geh»-11111:r. Am *.*-Men Nachmittags 2 Uhr hatte das Wasser bei Rees die bis jetzt dort noch nicht stattgcfundene aUßero1'dentlic1)e Höhe von "."-“12 Fuß am Pegel 1-1'1'e1c1)t. Dasselbe überscrö111te die Stra- ??11 der Stadt, die Deiche auf beiden Rbein-Ufern von untcr- halb Xanten bis unterhaib Ntedcrmdrmcer. Um 5 Uhr Nach- mitcags erreichte die Flurh eine Höhe Von Über "LI Fuß, jedoch ebenfalls ohne Erfolg auf die zu Überwindende Stopsuug. Dcr RerserDcicy, über welchen ein heftiger Strom mit starken Cis- 111assen seinen Lauf genommen hatte, erlag 171101111), 1'11de111 an drei vcrschiedcnenStcllen desselben, in cinerLänge ron 7009111- thcn, bcdcuccnde Durchwüche entstanden, wclche 13111 'Zlblauf dcr “Flmh in solchem Grade beförderten, daß das 29111111" 11111111 7 Uhr "2111111118 um 1'/.„. Fuß gcfaUen und die größte Gefahr von den linkseitigcn Deichen abgewendet war. Da ancl) des Morgens, am "sten d., die Stopfnng noch bestand, das Fluch aber bis zu 'N'/.„ chclhdhe sic!) erniedrigt hatte, so ist wohl anzunehmen, daß bedeutende 253111791- 11110 Cis11111sse11 ihren Zug Durch die Deichbrüche nehmen, und besonders auf dcm rechtsex- t1g1*n ZnundacionS-Gcbicr unabwendbares Unglück" 1e1'U1sac1)1'11 werden. Das Oberrhem-Eis, welches gestern Morgen Um 11 Uhr am Lurley aufbrach, treibt gegenwärtcg hier vorbei.“
- Aus Worringen im Landkreise Köm schreibt man unterm 27111111 11. M.: „Gestern Abend gegen 8 Uhr fing das Rheineis bei hiesigem Orte an, sich zu bewegen, worauf das Wasser eben so schnell wieder wegficl, als es gewachsen War;
zum erstenmalc seit der Einführung von Cortes nach dem Tode
jedoch stehen heute noch mehrere Häuser Über 8 Fuß hoch im
' Wasser. Der Schaden an Gebäuden kann wohl 15,000 Im)“. betragen; der Schaden an den Feldern läßt s1ch noch nicht be, rcchnen. Mehrere Brücken smd umgeworfen und die Landstraße,; an mehreren Stellen durchbrochen. Auf das Glänzendste hat fich abermals der gute Sinn der hiefigen Einwohner, die , wo es" noth thut, sogleich bei 0er Hand jmd, kun_d gegeben. Dj; Bcgüterten beeilten fich , dre Armen in ihm: Häuser aufzuneh, men, se zu speisen und ihr Vieh zu unterhalten. Gestern am Mittag langt: der Herr Ober-Präfident von Bodelschwingh in Begleitung “des Landraths Sit_nons hier an, überzeugte s1ch selber von der großen Noth der Einwohner, richtete an diesel. ben liebevolle tröstende Worte und kehrte dann mit dem Ver- sprechen ciner Geld-Unterst11ßung zuruck, welche bereits heute durch den Herrn Landrath Simons persönlich 11berbracht1vurde.“-„ Letzterer hat zt1gle1ch cine Birte zur Unterstützung der EinWoh; ner von Worrmgen in die Kölnische Zeitung einrücken lassen, „Am 23. Jcbruar“, heißt es in derselben, „stand der Rhein
Da brach
des Ortes überstieg und die Felder überfchwemmte.
Damm; das Wasser strömte mit furchtbarer Gewalt und Blitzes- schnclle in das Dorf und in wenigen Stunden war der Ort, mit Austmhme einiger hochgclegenen Punkte, dergestalt unter die Fluthen gestellt, daß 111 einer langen Straße, wo sehr viele arme Leute wohnen, meist nur" noch die Dächer der Häuser Über dem Wasser hervorragten. Fast keinHaus blieb unbeschä- digt: hier stürzten die Keller, dort die Herdmauern ein; an vielen Wohnungen sind die Lehmfachwerke rein ausge- spült, die Pfoüen verrückt, dieDeckcn ehoben, Thüren und Fensterladen weggcschwemmt; das ausgeräth theils zerstört, theils beschädigt. Glücklicherweise ist kein Menschenle- ben dabei eingebüßt worden. Groß ist aber der Jammer der Verunglückten. Die Kartoffeln mußten den Winter über, weil das" Grundwasser in die Keller drang, auf die Speicher gebracht werden und find dort alle erfroren. Die übrigen Mundvorz räthe, das“ Gecraide, das Futter, alles hat unter Wasser gestan- den und ist größtentheils verdorben. Viele Tausend Morgen besäccen Ackerlandes smd überschwemmt, so daß jede Aussicht auf eine dieSjährige Aerndte verschwindet.“ -- Der Landrath bittet schließlich alle edlen Menschenfreunde um milde Beiträge zur Linderung der Noth der Verunglückten.
-- Zu Koblenz waren bereits am 26. Februar 4 Schiffe von Trier angekommen.
.411511'é'11't1559116rson. Uambnrg, 5. 1113112.
[1311119106611 1417. 1415. 131151. kuss. 108.
30/0 19. Reue 1111|. 17'/2. 1101111011, 28. [**-211111111“.
(30115. 39/0 93'/8. 1191g. -. [Lone 311]. 187/8. ['.-1881712 1, 3115111. 5011. 7. 2',“29/9 1101]. -. 5"“.. -. WA„ 7011. 271,1. 110. 30/0 ]8'/4. LnZl. 1111.83. --. 111115. 74'/-_,. (3011111111. 2872. Mei. 291/4- 1'Zkll 2 . Chili "'*'-
1'31'111, 2. 311117.
5"/0 KEUU'. 1111 00111". 109. 50. 3“/„ 1111 00111". 79. 63. 59/9 U03 . 1111 00111“ 99. 45. 50/9 5111111. Kenko 193/4. ])axxiye 4'/z. JUN) kormg. 18.
59/0 kart. ». 110,
s'ion, 2. 111512. ". 11111111-„4611911 1444. Rene 11111. 6105/32.
Königliche Schauspiele.
Donnerstag, 8. März. Im Schauspielhausc: Verfrrun- gen, bürgerliches Schauspiel in 5 Abtl)., von E. Devrient.
Zu dieser Vorswllung sind die bereits gekauften, mit „Mitt- wocl)“ bezeichneten Schauspielhaus-Billets gültig; auch werden die noch zu verkaufenden Billers mit „D)?ictwocl)“ bezeichnet sxyn.
Freitag, 9. März. Jm Overnhause, zum erstenma1e: Der hinkende Teufel, pancomimischcs Ballet in ;; AbZ, von Co- ralli, f1'11' die Königl. Bühne bearbeitct und in cene gesetzt von Hoguet. Musik von Casmir Give. sind vom Königl. Theater-Jnspektor C. Gropius.
Jm Schauspielhause: ]) „1115'1'153 8111111115, 771111101'1']!8 en ? actuz, [1711 311“. 11.11.11]. 2) 1-11 Nancée 1111 111-1113, 7111111611110 911 ?. actes, 11111" 311. 6111111006110.
Königsstädtisches Theater.
Donnerstag, 8. März. Der Dachdecker. Komische Ge- mälde 1'11 5 Rahmen, frec nach dem Französischen, von L. An- gcly. Hierauf werden die Beduinen Rhigas und Abdala, aus demVolksskamme Sctjas, folgende athlct-sche, gymnastische und 'erab1sche Uebungen ausführen: |) Die Pyramide von Luxor. 2) Die Llcgypttsebe Mumie. 3) Dcr Arabnche Turban. 86) Das Lusthaus "Mal)omcd's. 5) Das Pfe1l- und Violin-Spiel. 0) Das ".*11'c1b1s11)e Rohr. 7) Die Cht'iskel-Poramide. d') Die Po1'ze11a11-“T1'111'1'. 9) Die Arabische thtc'l'. 111) Die Afrikanis' m)." Bcrrhmdigung. 11) Das P1laster-Spiel. Zum Beschluß, 12) Die "21f1'1kc1n11'che Jagd mit lebenden Vögeln.
Freitag, *.). Marz. Hinko, dcr Stadtschu1che1ßenxSohn vote NürnberY Schauspiel in 5 Akten, mi: cinem Vorspiel: „Dek jt'111gc1'e Hohn“, von Chgrlorte Bircl)-Pfeiffe1'. (Herr Drlle, vom Theater z11 Lübeck: Henrsko, als Gastrolle.)
Rcdactcur F“. (,'-12781.
„:“-_-
Ecdruckt bei A. W. Hayn.
MMW-
*
:-
Allgemeiner Anzeiger für die Preußischen Staaten.
Bekanntmachungen.
Avertissement.
Auf den Antrag ihrer resp. Verwandten und Kura- tore_11 werdcn 11.101stedc11de, seit länger als zehn Jahre ver1c1)o11e11e Personen, als:
1) dix Gebrüder Samuel, Johann und Michael BURN, aua) Paeschfe genannt, und deren Ver- mxgeu zusammen mit 79 Thlr. 19 sgr- auf Nr. 5 Kouiaszgmv ingrosfirt isi;
2) „d'er Mmmel Koniecki, dessen Vermögen mit 23 Thlr. 401" k- 5 pf- ünf Nr. 7 Merken ingrossirt ist;
16 sgr. 8 vs. worden;
3) der “ Oh11mxS_asch)in, dessen Vermögen mit 4Tblr. mer, hierdurch edictaliter aufgefordert, fick) b11111e1111c1111*gcne mit 5 10 MM 4 P1- 1111) 1111 Mobiliar: seines Geschwisters“Monaten. späteücns aber in dem auf
_ „ den 3. Oktober 1838, Vormittags 9111113
*) dceBarbaraJwanska, deren Vermögen mit 18 Thlr. angesetzten Termine, entweder schriftlich od;r persönäcl)
bcsmdet ;
;- 10Zs 1.6pf. aqur.11Ma11chen 111 intabulirtiL' 11 melden. der „ acob Striewski, dessen VerJöxen mit 70Th'lr: &
"7181“7Pf-1711)i'mhiesigenCivil-Depofitoriobefindet; VerschoUcnm fiir tod: erklärt und da; Texm'égen der;
Li11dc111va1dc eingetragen 111; _ , 7) dech1cdr1chKo11cdzic1n kcffenErbtbcil 1111155471111. wcxdcn. , . _ Hrhenstcm 11 Qtpreußen, dcn 15.Nove111bcr 1837.
8) die Geschwister Miämel, Daniel und Doro1bxa Wasäff, deren Erbtveilc zusammen mit 9 Thlr. 21 sgr. bier gerich11ich dcpomrt wordkn;
9) die Dorothea Kobiyka, dercn Erbtbcil .111fNr.19 Dro:b11irz 1,111po1ve1.111sc1) vcrficdcrt steht;
So111e dies bis dahin ni.1)t:gcscheh:1:, so werden die
0) der, Adam Badziong, dcsscn V.1tc_r- 1111d_Pk11tter-zs11bc11 dcn le.».1'11'111i1-1c11 rdcx 1':ch 119111 111 legitimirenden, Tc11111'11e bekannt gemacht werdcn. 111.11 11111 111sa1111nc11 10 T_vlr. 6151. 11111 Nr. 10 111111111111L€cr1va1121111 ais Eeren oder 111 Ennangelung den alle 1111beka11111cn Rca'wätcndc11tc11 aufgeboten- 'dcrsclbc11 dcm 5151119 z11crla1.11t und ausgeannvomt fich dci Vcrmexdnng dcr Präclnfiou tm obigen Ter-
anf Nr. 14 Mi:"pclsce cingctxazcn Königl. Preuß. Land- und
3 vs., soll
S11bhastatio11s-Patcnt.
Die dem Miillcrmcister Karl Friedrich "1011111107 „ce- so wie Deren etwa „zurückgelasseue Erben und Erbncb- börige, “3341111011113 1111 vacrswerdacr K1e1se gclc:
11. 17 bezeécvnmc Wasser:, “11111111:, Orl- U1.d bencjdctuüylc, gewürdcrt 11111“ 6742 Thlr. 13 sgt.
den 26.20.11 i838, Vormittags 011111", an ordentliäwr G::1cinss1e11e zu Iannowiß subhasiirt werdcn. D:“e Taxe ist 111 1111sc1er Registratur zu 111111)- 11111d einzusehen, .und die Kaufbcdnmnngen werden im
G1e1ch1eitég wcr-
1111111 511 1nc|de11. Ruhland, den 10. September 1837.
Stadtgeri;1-t. Patrimonéalgcricht Jannowiß.
Bekanntmachung.
Déc 11111 1.211.111! 0, f(itlig werdenden Coupons rojs P.'ln. Jprozcmigen Sch.1s.Oblégatio11-:11 n*c.dcn scho" 11131 bei uns zum 111711117131 Comsc rcalsrt.
Berlin, den 5. 21.111113 15314.
Nathan, Gebert & Comp" Linden Nr. 13.
bei Worringen so hoch, daß er die Chaussee gleich unterhalb “'
unerwartet gegen 4 Uhr Nachmittags oberhalb Worringen der ck
Die Decorationen
Allgemeine.
Preußisckze Sthats=ZÄechitung.
Amtliche Nachrichten.
Kronik des Tages.
Des Königs Majestät haben dem MilitaérsIntendanten , achten Armee-Corps, Grlséimen Krit Srath von Ribben- op, den Titel und Rang eines Wirkli en Geheimen Kriegs- xhs zu verleihen geruhk. '
Der bis erige Oberlehrer am Gymnafium in Kleve, [)r. udolph orenh, ist zum Direktor des Gymnafiums in ckau ernannt worden.
Bekanntmachun '.
Mit dem 1; April d. I. wird die PoZ-Expeditéon und tation zu Groß-Bceren aufgehoben und dazegeu eine solch Klein-Becren einYrichtet werden. „
Berlin, den 6. 9 ärz 1838,
General-Post-Amt.
Im Bezirk der Königl. Regierung
zu Arnsberg ist der Geistleche Franz .KlahoLz aus rilon zum Pfarrer in Ulme, Kreis Brilon, und der Geist- eJohann Kleine aus Paderborn zum Vikar 1111 d'une- gxmam in Hellinghausen, „Kreis L:ppstadt, ernannt worden; zu „Köln ist der bisherige V1ka1' zu St. Pantaleon u 111, Peter Heinrich Grieger, zum Pfarrer in Weske- g,de1' bisherige Pfarrer zu Heumar, Antwerpen, zum yo111'chen'pfarrer in Mülheim, der biSherige Pfarrer in effeling, Kaspar Hommelsheim, zum katholischen Pfarrer Sinzenich, und der bésherige V1kar zu Esch, C. Meller, katholcschen Pfarrer in TroiSdorf, im Sieg-Kreise, ernannt 11111; 11Stcttén ist der Konrektor Manzel in Demmin zum 11111111 Zirchow Und Garz, Kreis Usedom, der Predi tamrs- nokoat Albert Hollaß zum Pastor in Remis und ckna- -, Kreis Kammin, ver P-“cdigtamts-“Kandidat Ferdinand appelholz zum Paxkor in Beggerow, Ganschendorf, Leiste- ' und Glendeljn, Kreis" Demmin, und der Pastor Ernst élhelm Barz in Stettin xqm Pastor in Bokrin und Bar- 11*, Kreis Neumark, ernannt wo'rden.
ZeikungZ-Nacbriäpkcn. Ausland. * Frankreich.
Paris, 2. März. Der König ertheilte gestern dem Herrn
en de la Rone, der vierJ-ahre lan Franzdsscher Geschäfts“- er in Brastlien war, eine Privats? udienz. Die Aktenskücke in Bezug auf die unlängst im Departe- xdes Hérault skattgehab1e Wahl des Herrn Flourens find ltcl) gestern hier eingetroffen und sofort dem Präsidenten der mmer zugefertigt worden. Heute wurde das neunte Bureau erordc11tlich zusammenberufcn, um stel) der Prüfung jener enstt'tcke zu unterziehen. Zu demselben Bchufe wird dieses (eau morÉzen noch einmal zusammentreten, worauf unver- ltc!) der ericht an die Kammer zu erwarten ist. Die Kommisston zur Prüfung des zweiten Gesuchs, Herrn Girardin qericytltch belan cn zu dürfen, bat bekanntlich rrn von. ZuffieUÄu ihrem erichterskatter ernannt; dieser ist essen mrt seiner rbcit immer noch nicht fertig, und zwar, man vcruimmt, aus dem Grunde, Weil die Minorität (die dale Bcwrlligung des Gesuchs ist) verlangt hat, daß diese Ansicht in dem Berichte ausführlich entwickelt werde. Das Journal de Paris sagt: „Wir müssen bei Zeiten e beklagcnswerthe Tendenz inckmen, die sich bei einer lei- __nur zu großen Anzahl von * cputirten kund giebt. Es be- tgt sich, daß die Mitgléeder der Kommisfionen, die mit der 11011153 der Vorschläge der Herren Passy und Gouin beauf- ,t11nd, fiel) nicht auf eine bloße Prüfung beschränken) son- - veränderte und ganz neue Entwürfe abfaffe'n wollen. Man de dadurch die individuelle Initiative in eine kollektive vcr- de[n-_ Wir glauben uicht, daß' ein solcher Einfall in Gebtet der Verwaltung jetzt gleich stattfinden werde, M sogar, Was man auch sagen möge, daß in den Rede stehenden Kommissionen die wahrhaft constitu- nellen “Grundsätze Vertheidiger genug finden Werden, den SWS über die falschen Lehrsäße, die man gern in An- dung brmg'en möchte, davonzutragcn. Aber es ist nothwen- darauf a_ufmerksam zu machen, daß man es fich se 1“ ange- " seyn jäßc, die_ Majorität auf diese Bahn zu lo en. Es Unhestrettbar, 'daß die Initiative der Kommissonen durchaus ? m (Jem Getste der Kammer-chlements liegt. Dies soll indeß nicht zum Argument dßenen; denn man würde nicht angeln, uns darauf zu antworten, “daß es“ der Kammer frei- ?, ahr Reglement 311 ändern. Wenn es aber genügte, daß evunrtier irgend etnxn Vorschlag auf das Bürcau nieder- “, um emer Kommisnon den Vorwand zu leihen, Geseße entwerfen u_nd sie der Regierung direkt zur Annahme vor- Ikn, so müßten fich auch d1e_Kommiss1onen zu gleicher Zeit t_ntecsuchunges-Rechtes in joiner gabzen Ausdehnung be- u'gen; denn man könnte unmöglich annehmen, daß sie, ohne d:!nnte, ohne vorläufige Erkundigungen, ohne gr11noléches “'Im der emschlägigen Thatsachen, Geseß-Encwürfe abfafsen * In dem Barsan, wo die man Kommissarien berath-
Berlin, Freitag den S“" März
schlagten, würde also alsdann die ganze Verwaltung und die ganze Regierung vertreten Werden. Oder, mit anderen Wor- ten, die Kammer würde, statt eine berathende, cine verwaltende Versammlung seyn. Und dies stände mit dem Sinne unserer BelfassUng im greüsten Widerspruche.“
, Das Journal des Paris entnimmt einem anderen hie- figen Blatte folgenden Artikel mit dem Bemerken, daß es den Inhalt desselben für egründet halte: „Es haben gestern in der K-mnner und an der örse bennruhigende Nachrichten zirkulict. Man verficherte, daß der Conseils-Präsidenr auf offiziellem We e eine sehr betrübende Schilderung von dem kommerziellen Zuskzande Nord ; Amerika's “Falten habe. Der Handelsstand der Vereinigten Staaten, der rankreich schon 12 Millionen Fr. schulde, habe noch für mehr als 3 Miüionen Fr. Bestellun en bei uns gemacht, so daß unsere Fabrikstädte von einer ähnlicZen Kriss wie im vergangenen Jahre bedroht wären. Densel en Nachrichten zufolge, befände fich. auch Belgien in einer bekla- genswerthen finanziellen Lage, und'England wäre ebenfalls von einer Handels-Krisis bedroht.“ *- Die Oppofitionsblätter find der Meinung, daß das Ministerium den obigen Nachrichten nur Eingang zu verschaffen suche, um sich derselben als Argu- mente gegen die Rentm-Reducn'ou zu bedienen.
'Während der drei Fa achtitage hat fich die Einnahme Jex vferschiede'nen Pariser heatet auf mehr als 160,000 Fr. e au en.
Großbritanien 11nd Irland.
Parlaments-Verhandlun en. Unterhaus. Siz- zung vom 27. Februar. Sir Z. Vivian erwiederte auf eine an ihn gerichtete Anfrage, des errn Hume, daß der Ein- tritts-Preis-zur Besichtigung des Tower und seiner Merkwür- digkeiten noch nicht F?erabgesetzt worden sey, weil der Herzog von Wellington als onstabler des Towers seine Anordnungen für die Bequemlichkeit des Publikums und für die Sicherheit des Ortes noch nicht vollendet habe. Herr Aglionby über- reichte hierauf eine Bitcschrift in Betreff des Wahl-Ausschusses für „Ipswich (der bekanntlich die beiden Tory-Métglieder far rechtmäßig gewählt erklärt hat) und zeigte an, daß er am näch- sten Freitage einen Antrag in Bezug auf das Verfahren dessel- ben machen werde. Sodann kündtgte Lord John Russell an, daß er am 13. März die Ernennung einer Kommisswn für die_ K1rchenxPachtungen beantragxn werde. Auch hoffe er, in de: nächsten Woche dem Haust- mé'trixeilen zu können, was das Ministerium in Bezug auf die Zrländische Zehnten-Frage zu thun Willens sey. Was die gestern an ihn gerichtete Frage in Bezug auf tnßhrere in das Millbanker Zuchthaus gesperrte Personen betre e, so würde man jedenfalls die beste Auskunft erhalten, wenn man fich an die Kommisston wende, welche die Aufsicht über jene Anstalt habe. Das erste Amendement, wel- ches hierauf an diesem Abend Herr Pendarves in Folge des von Lord Maidskone Ywachten Antra es, daß die Aeußerung O'Connell's als eine erleßung der rivilcgien des Hauses zu betrachten sey, in Vorschlag brachte, lautete folgendermaßen: „Da mehrere Mitglieder des Hauses erklärt haben, daß se die Beschuldigungen für wahr halten, die das ehrenwerthe und ge- lehrte Mitglied für Dublin bei einem dffentlichen Diner gezzen die Mitglieder der Wahl-Ausschüsse ausgesprochen, daß 11 m- 1ich Letztere , obgleich fie geschworen, die Gültigkeit der Wahl-Petitioncn treu und redlich zu prüfen, dennoch bei ihren Entjcheidungen stel) durch Partei-Einfluß hätten leiten lassen, und da überdies dem Hause eine Bill vorliegt, die bereits die zweite Lesung erhalten und den Zweck hat, diesem Verfahren in den Ausschüssen ein Ende zu machen und in dieser Bezie- hung das Gesetz zu verbessern, so begnügt fich das Haus jeßt damit, die Tagesordnung (nämlich den Antrag Lord Maid- skone's) nicht Weiter zu verfolgen.“ Herr Creswell, der fich diesem Amendement widersetzte, bemerkte, der edle Lord (I. Rus- sell) habe gefragt, weshalb man nicht' einen stren eren Vorschlag zur Bestrafung des Vergehens angenommen ha e. „Ich habe mich“, fuhr er fort, „durch Erfahrung Überzeugt, daß die Wir- kung einer Strafe von der Gemüthsart, den Gesamtn- gen und dem Charakter deSjenigen abhängt, gegen den das Urtheil gesprochcn worden. Ich bin Zeuge gewesen, daß Jemand bei Anhörung seines Urtheils außerordentlich litt, obgleich er nur zu einer ganz gelinden Strafe verur- theilt wurde , während ein Andexer seine Verurtheilung zu einer strengen Strafe mit der größten Gleichgülti keit anhörte. Im ersten Falle betrug die Strafe einmonatliche eaft, im letz- teren zweijährige Arbeit in der Tretmühle. (Hört!) Was der ehrenwerthe und gelehrte Herr dabei empfinden werde, wenn er einen Verweis vom Sprecher erhält, kann ich nicht vorhersagen; so viel weiß ich jedoch, daß ein Verweis von dem Sprecher dieses Hauses einen Eindruck auf mich machen würde, den ich ewéß bis zu meiner Todesjkunde nicht wieder vergäße. Dies ?md meine Gefinnungen und, wie ich hoffe, die eines jeden Gentlemans. „Ick glaube auch, daß die Demüthigung dadurch nicht verringert werden kann, wenn man nach einer so kränken- den Bestrafung noch Mitglied des Hauses bleibt; ich meines- theils würde sofort ausscheiden.“ (Lauter Beifall von der Oppo- sition.) Herr Wynn klagte über die Schmach, die dem Hause durch diejeni en Mitglieder des Hauses zugefügt worden, welche sich mit den' eußerungen O'ConneU's einverstanden erklärt und diese ihre Erklärung hätten zu Protokoll bringen lassen. „Hof- fen diese Parceimänner“, sagte er, „das Haus Werde fich da- durch bewegen lassen, das Verge en des Hauptschuldigen unge- straft hingehen zu lassen, weil fi Individuen gefunden, die so wenig Scham betszen, daß ste fich zu den Beschuldigungen be- kennen, die dem ause schon in einem Falle solches Aergerniß ge- geben, oder weil in dem Tumult des gestrigen Abends der häufige Ruf zur Ordnung nicht nur mir Gleichgültigkeit auf enommen wurde, während diese schmachvolle Komödie der SelbYaufopfermZ zbum Schutze des ehrenwerthen und gelehrten Mitgliedes für u [in vor sich ging, sondern weil sogar die Minister, sonst die eifer-
süchtigen Wächter der Ordnung, in das laute Gelächter und in die übriaen Zeichen der Aufmunterun ein mmten? (Der „Kanz- ler der Schuhkammer und Lord I,Ilgusse schüttelten den Kopf.) Sie mögen es immerhin leugnen, es ist dennoch wahr. Glau- ben sie, daß dies Aaes das Haus bewe en wird, den ihm ge- botenen Schimpf zu vergesen und den elinquenten o ne eiye seinem Verzzehen angemffene Strafe entkommen zu affen?“ (Hört, hört.) Lord Casklereagh, der ebenfalls zu Gunskm des Maidstoneschen Antrages stimmte, ab zugleich die Versche- rung, daß er ketneiwe es zu denen e dre, die den katholischen Mitgliedern dieses Hauses Eidbr chi keit vorwürfen , weil dieselben i ren Eid nach ihren An chten eleisket ätten. ( Großer eifall.) Er halte vielmehr 1 re Red ichkeit und Ehre für eben so unbestholten wie die seini e. Daß jedoch diese Beschuldigung von irgend einer eite der gegen ste erhoben worden rechtfertige die Worte des Herrn O'Connell nicht. Sir F. ollock, der unter dem lauten Ruf: „Zur Abstimmung!“ das Wort nahm und sch eine Zeit lang nicht vernehmlich machen konnte, wandte s1ch gegen die Mint- |er und sa te: „Der edle Lord hat unserer Seite gestern schmußiges enehmen vorgeworfen. Ist aber das Benehmen des Ministeriums in dieser Sache nicht n'och ehnmal schmust- ger? Zeugt es von Achtung gegen das Haus? ollte das Haus egen die schwere Beschuldigung des Meinews, die gegen einen heil feiner Mit lieder gerichtet worden, gleichgültig seyn, so wäre seine NüßliJkeit ganz vernichtet, und es würdekein an- ständiger Mann mehr in dieser VersammluY fißen mögen. (Beifall.) Ich glaube, es hat seiner eigenen ürde und Groß- muth dadurch am besten gedient, daß es das miloeske Verfah- ren gegen das ehrenwerthe und gelehrte Mitglied von Dubxin eingeschlagen hat, welches nur möglich ist, und wenn drei keinen Emdruck auf jenes Mitglied macht, so würde auch keine Einkerkerun auf dasselbe einen Eindruck machen.“ (Hört!) Nachdem hierau das besagte Amendement (wie gestern gemel- det) mit 249 ge en 225 Stimmen verworfen worden um- , er- hob fich Herr rattan und schlug ein weites Amendment vor, welches in foxmdem Zusa zu der otéon Lord Maid- skone's bestand: „ b leich die : renwerthen Mit lieder far die Stadt und Grafschae Cork, für die Oerter Sigo, Liskeard und Falkirk fiel) zu denselben Gesinnungen bekennen, wie dai ehrenwerthe und gere rte Mitßlied für Dublin, und obgleich das Haus es ugela en hat, ck eine veröffentlichte Rede des Bischofs von xeter, worin dxrselbe die katholischen Mitglieder des Hauses der Nichtachtung ihres Eides und der Verrätherei und des Meineides beschuldigt ohne Rüge und selbst ohne da- von Notiz zu nehmen , 11 ergangen worden ist.“ „Ich hoffe“, bemerkte Herr Grattan, „ die e renwerthen Mit- glieder gegenüber werden gegen dies mendement nichts einzuwenden haben; wird es verworfen, so macht fich das aus vollkommen lächerlich. Die Klugheit des gan- zen erfa'hrens in dem gegenwärtigen Falle erscheint mir überhau t ehr zweifelhaft, und ich we'll dem Hause eigen, in welche chwierégkeéten es dadurch gerathen kann. 11 enom- men, der edle Lord gegenüber forderte den Sprecher au , das ehrenwerthe und gelehrte Mitglied für Dublin vorzuladen, auf seinem Platze zu erscheinen, um einen Verweis hinzune men, angenommen nun , Herr O*Connell weigerte fich , jener orla- dung zu gehorchen und beharrte auch dann noch auf seiner Wei- gerung, nachdem der Sprecher einen Verhafts-Befehl gegen ihn erlassen, so daß es ndthig wäre, GeWalt zu gebrauchen , dann möchte das Volk leicht die Partei des Herrn O'Connell ergrei- fen. (Lautes Gelächter von der Oppofition.) Hat nicht auch das Volk s1ch für Sir F. Burdett erklärt, aks derselbe unter den Bann des Hauses efkellt wurde und nach dem Tower ab- geführtWerden sollte? ( ört,hört!) Was im Jahre1811 eschah, kann auch im Jahre 1838 geschehen. (Bekanntlich ist diese chwin tigkeit, vor welcher Herr Grattan hier Warm, nicht eingetreten.) Es ist nicht ein Krieg gegen O'Connell, den die ehrenwerthen Herren gegenüber unterne men, sondern es ist ein Krieg Xgen das ganze Irländische olk, und das ganze gegenwärtige erfahren derselben entspringt aus der Verbindung , in der fie mit der SpottiSwoodesckxen Rotte und den 2000 alten Weibern und 1500 Yréestern derselben stehen.“ (Hört, hört! und Gelächeer.) Der edner erklärte schließlich, daß er auf Abstimmung über sein Amendement dringen werde, weil, wenn dasselbe durchginge, Niemand für den Haupt-Antrag würde ftimmen können. Als dieses Amendement von einem Mitgliede unterstützt worden, stand Herr Roche, Mitglied für Cork, auf und erklärte, wie es schon am Abend vorher einige Mitglieder gethan, daß er die Aeußerung O'Conneü's auch zu der seénigen mache und, da man Herrn O'Connell vor_eworfen, daß er den von ihm Be- leidigten keine persönliche enugthuung geben wolle, statt seines ehrenwerthen und gelehrten Freundes bereit sey, einem Jeden, der Satisfaction verlange, zu Diensten zu stehen. Dies veran- laßte lauten Ruf zur Ordnung, und man forderte den Spre- cher auf, fich 1118 Mittel zu legen. Diessr erklärte nun, das Verfahren des Herrn Roche und MYM en Mitglieder, die gesterniyre Zustimmung zu O'Connell's euYerung gtten uPro- tokoll br ngen lassen, für ganz neu und regelwidrig; esh-er _ck eine solche Protokoüirun nur geschehen, wenn ein M.ttgleed die Aeußerungen eines nderen in entgegengeseßtem Smut ange- sehen, als dieser Andere; hier aber habe-man exadx das Um- gekehrte: die Protokollirung der Wortstemes stglcedes, wel- ches mit der Aeußerung eines Anderenm der Hayptsache über- einstimme; auf diese Weise könnte ein jedes Mttglced der Reihe nach und aus freien Stücken fich erheben,_um fich dessen schut- di zu machen, was von dem Hauseffüx em schweres Vergehen erFlärt worden; wolle indeß em Mcegned durchaus darauf be- stehen, so habe er (derS recher) n1cht die Macht, es daran zu verhindern, und es sey ache „des Hauses, nach seinem Gut- dünken mit einem solchen Mitgltede zu verfahren. Loro-Z. Rus- sellFab Herrn Roche auch zu bedenken, daß es von Mankes eé
an cytun ge en das Haus zeugen würde, wenn derselbe seiner Abécht eharren mare. Herr Roche [kes |ck jedes
,.--.,„„.---.-_x-.«. .. „