1838 / 82 p. 1 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

nothwendiZsten Lebensmitteln eine Theurung eintreten zu sehen. „In der T gt find die Preise derselben aügemein gestiegen und war nicht 111 geringem Grade. Im Durchschnitt beträgt die o_reéZ-Erhöhyng 10 bis 12 pCt., der Ro gen aber ist selbst um „0 Me. in dre Höhe gegangen. - Der ohlen-Bergbau wurde auch im Februar auf das schwunghafrefte betrieben, weil die Abfuhr von den Land-Debits-Zechen ununterbrochen fortdauerte, und weil die Ru r-Debits-Zechen nur aus freies Wasser hoff- ten„ um die am hein und in Holland geteerten Kohlen; Ma- gazme von neuem zu füllen. -- Auch die Eisenhütten stud durch den Frost nicht in ihrer Thäti keit gestört worden, da jk'n oke 2,011 erkraft durch Dampf: Ma chinen vollständig crseßen onn en.

"***-«,......

Landtags : Absckgied für die Posenschen Provinzialstände.

Wir Friedzich Wilhelm, von Gottes Gnaden, König von _ Preußen :c. :c.

Entbieteu Unseru zum vierten oscnscheu Provinzial-Landtage vcr- sammelt gewesenen gexreucn St nden Unsera guädtgen Gruß.

Aus den von Umerem Landtags : Kommissarius über den Gang der erbgudlunacn erstatteten Berichten und aus de_u Uns vorgeleg- ten stäud1schen Denkschriften haben Wir mit landesvéitcxlichem Wohl: gefallen ersebcrx- 11.11; Unsere getreuen Stände bei der Abhaltung dir- 116 Zandtages 1vrc Anhänglichkcit an 11116 und den Staat betya'ßgt, d1c lhnen vorgelegten Propofitiouen mit Gründlichkeit erwogen und 111 den Uns vorgc12g1cn Gesuchen dic Gränzcn einer Anerkennung verdienenden Mäßigung beobachtet haben. Zudem Wir Uns ver- trauenévoü der Hoffnung überlassen, daß bei 1munterbrcchcner wei- terer Auöbildun djkscr Gestunung stk) das Band zwischen der Pro- vinz und dem taate immer feuer schließen, und diese Vereinigung unter dem göttlichen Beistaude und unter den Segnungen des Fric- dens „in immer xrfrcnlickmeu Wirkungen auf Wohlüand, Glück nnd Gedethxn aller Klassen der Einwohner sich offenbaren werde, er:!)ei: len Wu- Unsercn getreuen Ständen auf die von ihnen abgcgcbenxn Erklärungen folgende Resolutfoneu:

.1. Die dem Landtage vorgelegten Propositioncn betreffend.

Die Entwürs-r

]) eims aligcmciucu Gewerbc-Polizei-Geseßes,

2) einer aUgemeiuen Wege:Ordnung.

3) einer Verordnung 11189211 der von den Gemeinde: Mitgliedern gcmcinschaftliäz deunßtcn Grundstücke und gemeinschaftléch aus.- gcübten OTUyungsrcchte an ländliaxcu Grundstücken, '

4) wegen Bcfcstigyns der Sandscbcllcn, und

5) wegen des Ruckus dcr Krcißstäudc, fiir den Kreis verbindliche Bescbkässe zu faffen, _

find den Ständen der .mdcrsn Provinzen zur gutaäztxickzcn Erklärung ebenfalls vorgelegt ,worden.

Mit den Erkläruzxgen derselben werden auch die des Posenschen Landtags 11-21 der wettcrey legiélatorischea ErörtcrnUg sorgfältig er- wogeand sy viel als möglich berücksichtigt werden.

Hx11fich111ch dcr„beiB1gutachtu11g des leisteten Gcseßes angebrachten Bitte, das: dre Regnrqucn angewiesen werden möchten, wenn fie den Beschlüssen dcr Kreisßande die Gc11chmig1mg versagen, dcn letzteren die Gründe dé? Versagung zu eröffnxn, machen Wir jedoch vorxäufig den Stänxcn bezuerklich, daß die Regierungen in solchen Fällen ohne- biu verpß1chte1 Und, uthvirte Bescheide zu crtbcilen, und das;, wxnn bxergxgeu in emzelnen Fallen gefehlt werden fonte, die vorgesetzten Beborden cxuf_e:11gci)e11de Beschwerde Rcmer treffen werden.

6) Aut dre vox“: Unseren gctrcuen S*.äudcu gemachten Bemerkun- en über die ihnen vvrgelegteu Entwürfe einer Verordnung über die anderwekte chüt'rung' dcr Grundßeucr in dcr ProvinzP-sscn, eines Grundsteuer-Nemissons-Reglcmcnts, einer Anweisung zur Aufnahme der Grundsteuer-Kamßcr und Steuerrollen von den einzelnen, außer dem Gemeinde-Verbande !ixgendxn Gükcrn. und einer Anweisung zur Feststellung der Grundsteucr-Kosxtingeme der Stadt: und Dorfge- meiudcn und zur Vertheilung der kcnxin, cntirten Grundsteuer auf dicertragsfäbigcu Gruudbcfißunqcn, wird ei der weiteranerath1111g dicser „Entwürfe mögkichst Rückficlxx genowmcn werdxss.

Der bei dcr Bcg111acht11ng jcncr (?mjvürfe gleichzeitig formirte Antrag. das Ranchfanas-“Ste11er:.«wntiugent für jedes in kciucm Gc- meinde-Vckbandc befindlrcbe Gut und für jede Stadt- und Land- Gemeinde 11111" diejextigo-Summe zn ermäßigen. die fick) nach der An- zahl der bciédcr Pudxication des zu erlasseuden Geseizes vorhande- nen Rauchfkmge unter Anwendung der Steuersätze ergeben würde, welche im Jahre 1833 gesetzlich bestanden. erlebt.,t fich dadurch, daß die Rauchfangs-Stcuer znr Zeit nach keinen anderm, nnd nament- Jick) nach keinen höheren. als den durch die Reichsrags:Gesesc vom 24. März 1809 und 23. Dezember 1811 eingeführten und seitdem fort- während '- also auch im Jahre “1833 - geseßlich bsstandenen Steuersähen erhoben wird. Wenn ]ener Antrag aber, wie es scheint, pabin gerichtet seyn soll, das; die Rauchfaugs-chuer iiberall, Wo :ene Gesetze bis dahin nicht zur Ausführung gekommen, nach den im Jahre 18:3 faktisch bestehend gewesenen gsrmgeren Säscn festgestellt wcr- den' möge, und wenn ferner darauf angetragen wird. die Raucvfangs- Steuer selbst da, wo die durch die obgedachten Reichstags-Gescße vorgeschriebenen Steuerfäxze schon seit längerer Zeit Anwendung“ fan- den, bis Mf die vor dem Jahre 1800 geseizlicheu geringerc11Schßezu ermäßigen, so können Wir di:sem Gesuche weder in dkk eincn, noch“ jn der andsren Beziehung willfavrcn, weil déc Grundsteuer, nach „S.:; des Gefeyes über die Einrichtung des Abgabenwesens vom 30. Mai „1820, überall nach den bestehendenGrtttzdsätzcn1111dVorschriftenfort- erboben werdcn oll, mithin eine Ermäßigung der 11ach diesen Vor- schriften zu crbe enden Rauchfangs-„Steuer. ohne v,orhcrt:gen Nack)- 'yoejs der Ueberbürdnng oder Unbeibrmglichke-t, unzulässtg 117 und be- gründete Rcclamaiioneu anderer ProvrnzenMervorrufen würde. Da- gegen werden Wi? einzelnen Gemeinden, fur welche die Einziehung zer veranlagten Rauehsangs-Steuer nach den bisher gemachten Er; fahrungen fehr drückend sevn würde, durch definitive Ybseßuug eines Theils dee Steuer 91111 eine angemessene Erleichterung zu Theil wer- - en lass?"-

“D 7) Die vom Landtage getroffene Wahl der Deputirten ;_nr Mit: wärtuus bei Sammlung der_ noch beßevenden Provinzial-Gejeße und Statuten haben Wir bestängt.

Di:“ ständischen Anträge _betreffeud.

1) Obwohl die' Außalten, welcbe zu Förderung des naturwissen- schaftlichea Unterrichks 111 0111 Lehsr-Institutcn. der Provinz getroffen find, dem entsprechen, was dax; wrrkltche Bedtirfniß crbeischt und bei den Gymnasien anderer Provmzen besteht, so smd Wir doch, um Unseru getreuen Ständen cinxn Benzeis UnserZ Wohlwollcns und Unserer Anerkennung der von 11mm fur pie Befordxrung des Unter: richts gezeigten Tbeilnabme zu geben). mcht abgenergt. auf die Er- werbung dcs Freterscheu NaturaUen-Kaxbinets einzugehen, wenn soxckze unter angemessenen Bedingungen bcwtrkt werden. “auch du Vcrtber- lung unter die verschiedenen Lehr-Anfialten und dze Aufßcllung dcs “eder derselben 111 überweisenden Antheils zweckmäßig geschehen kann.

1111er Ober-Yrafident ist daher mit den weiteren,Verba11d111ngen „be- auftragt, von deren Erfolge Unsere getreuen Stände bet threr nach- ßeu Zusammenkunft werden bcnachrichtigt werden.

. “L),Der Krankm-Ansialr der grauen Schweüem 111 Posen haben Wtr. m Angkcgnmng ihrer Nüstichkeit. und die Verwenduua des Landtggs bckzlcxnädtigend, dic gebetene jährliche HauS-Kollxkte in der Provmz bewalnget, wegen deren Bcwirkung Unser Ober-Präfidcnt das Weitere bxsor cn wird.

Die 111 "M19 gebrachte Steuerfreiheit der Anstalt zu bewilli- «en, Mäss?" Wik IWM Bedenken finden, nicht nur, weil dergleichen Bewixlégungcn Exemplificationen erregen, sondern auch, weil die Be-

rechnung der zu restituirendeu indirekten Steuern mancherlei Ver- wiäclungen herbeiführt. Dagegen woüen Wir. zum Andenken an die verewigte Prinzessm Louise von Preußen Königl. Hoheit, welche der Anstalt immer ibre_ besondere Theilnahme geschenkt, und auf de- ren Verwendung jäbr11ch fünfhundert Thaler gewährt worden, diese letztere Summe vom laufenden Jahre an und bis auf Weiteres wie- der bewilligen., Unser Finanz-Minister wird wegen Auézahlung de:- selbea das Wertere verfügen. '

Daß die Stände aus den der Provinz gehorigen Departemental- Fonds dcm Institute eine Unferstijtzung von 600 Reblr. bewilligt haben. haben Wir mit Beifall vernommen. Auch hat Unser Mini- sic_r des Innern und der Polizei zu dercn AuSzahluug bereits die erfordcrbche Genehmiguna eribeilt. __

ZZ Dem Antragc, zur Versorgung von verwaneten und unbcmittclten

Jung rauen aus den gebildeten Ständen, obne Untexschied der Kon- fcsfion. eines der aufgehobenen Klöster mit dessen sammtlioben Ein- künften zu überweisen, können Wir zw..r 111 lcßtesrer Beziehung um deSwegen nicht enZsprechcn, weil die Einkünfte samnztlicher Klöster bereits andere, für die ganze Provinz nötbige nnd nüiziiche Bestim- mungen erhalten haben, welchen fie nicswx wieder cmzogen werden kömma. Indessen finden Wir die Abficht, eine Anstalt oer gedachten Art zu ernchtcu, beifalYöwZirdig, und wcxdcn dercn Ausführung dnrch llebcrweYung dcr Gebaut)? eines dazu schicilicéxn Kloßcrs und sonst („cm ßefordern, wenn die Mittel der [lnterbaitung auf andcrem Wege zu chaffcn find. Am angemesscnstcn wird dies zu bewirken seyn, wenn diejenigen Familien, welcbe 1117111 wcibiichen Mitgliedern und Nachkommen Stellen in der Stiftung fiebern wollen, der zu errich- tenden Anstalt ein angemessenes Kapital Übcrcigncn oder eine 11va- thekartsck) einzutrageudc Reute fichrrn. Ist auf diese Weise ein Fonds ?usammenzubxinaen, 10 Werden Wir der Anstalt die Rcchte einer rommxn Stinung. und somit die Befugnis; verleihen, Geschenke und Vermächtnijse anzunehmen, dadurch ihre Mittel zu vermehren und ihre Wirksamkeit zu erweitern. Diejenigen, wclche auf diese Weise zu Errichtung der Stiftung bciznwirfcn geneigt smd, mögen fick) mit ihren Anträgen an den Ober-Préifidcntcn der Provinz wenden, wel- cher, nach Maßgabe des Erfolges, den weiteren Plan auSzuarbciten, das Statut zu entwerfen und an die betheüigtchiniscr wegen Er- theilnng Unserer Bestätigung zn bxrichtcnf'habcn wird.

1) Wir genehmigen, das; die Koücn fur Unterhaltung der Irren- Hcilanüalt 111 Owinsk, 111 soweit fie nicht aus den DepartementaL- Fonds gedeckt werden, von der Provinz aufgebracQt und zu diesem Bebxife auf die Kreise und Weiter auf die Gcmcinden nnd einzeinen Befißüngen nac!) dcr Seelenzahl remheiit werden. Die hiernach in jeder Gemeinde anszubringende Quote dagegen ist in derselben Art, wie in Unserem La11dtags-Abschiedc vom 20. Juni 1835 unter 1. 7. Nr. 2 wegen des Bedarfs der Corrections-Anstalt zu Kosten bestimmt worden, gleich anderen Kommunal-Bcdürfnjffcn aufzubringen.

5) Die Vorschrift des §.11;0 dcs Anhanges zur allgemeinanc- ricix16o1dnung, naa) wclchcr nur ein gewisser Theil des Diensteinkom- mens dkk Beamten zu Erfüllung von Schuldvcrbindlichkciten im Wege der Execution in Ansvmcv genommen werden kann, 111 wegen Sicherung des öffentlécch Dienstes erforderlich. weil ohne solche 1111 Beamter 1111er Su11entaxions:Mittel beraubt, folalicl) zu Verwaljung seines Amtes ganz außer Stand gcseßt werdcn könnte.

Da,“? diese Vorschrift aus gan; gleichem Grunde auch auf die Geißmvcn anwendbar seo, ergiebt fick) ans _é. 161 des Anhanges zur GeriMSOrdn-nm. Hieraus gebt abcrznglcicv die 1111111118 hervor, aus wc1chcr am:) bc: Erfüklung dcr Verbindltcbkeit. wcxcbc den Geistlichen zum Baue und zur Erhaltung kirch1§cher Gebäude obliegt, obige Bor- schrift in Anwendung kommen muß. da entgegengesetzte" Falls, wmn bedcntcnde Baukostkn erforderlich find, das ganze Dieusteinfommcn cines Geislicben auf Jahre hinaus zu Bcstrcitunq dieses Aufwandes absorbirt werden, während dieser Zeit also der Geistliche ohne alle SustcutationE-Mittel, folglich das Kirchspiel oft ohne Seelsorger bleiben würde. Unsere getreuen Stände werden fick) hieraus selbst überzeugen. daß die gcdachteGesc1zcss1elle auu) fernerhin auf das obige Vcrßältuiß angenmndt werden muß.

6) Wenn auch Unsere getreuen Stände in ihrcm wegen des Ge- 131111111113 der Polnischen Sprache beém ö'sfcntltchcn Unterricht und bei dcn ch'handlungen dcr B21)ördc11 Uns vorgexegtcn Geduche im Allge- mein.:n eiue Modifizirung des wegen dieses Gegenstand» erlassenen Rrguxativs 111211111119 bringkn, so exgicbt sich doch aus dem spszicchr J11ha1tc. daß ihre cigemlicbc Bine111cht.111fModifizirung. sondern nur auf Aufrechterhaltung des Regulaxivs gerichtet 111. Diese aver liegt ohneöin in Unseren Abficvten. Wenn Wir daher, da 1'p;zicUe Fälle, in welchen die Behörden den darin e „:haltcncn Vorscymftcn zuwider gehandelt und die dagegen erhobenen 5 csch)werdc11 1711 gsord- 1121311 Jusxauzc11zuge keine Abdülfe gefunden duden, 1111131 angeführt sind, die SMM auf sich beruhen lasen könntcn, so c1'éff111'11 Wir 1111- sercu getreuen Ständén deck) Folgendes:

Was ,zuvörders! die Anwendung der P01n1schcn Sprache 111 den chr-Ansiaxten betrifft, so ßndct solche in dcn niederen Schmirn der von Polnischen [intexthanen béxvolzmen Otte neben der Deutschen, ais U11terrichts-Sp1ache bereits statt, außer wo es an bcédcr Spra- chen fundißcn Lehrekn fcvlcz weichem Mangel dura) Hc1*c111b:1d1111g eincr hinreichenden Zahl beider Sprachen kundéger Pe1sonen fiir das Elemeutar-Schu1fach nach und nach wird abgeholfen werden können. Beim Marien-vanastnm zu Posen ist in den bc1dcn unteren Klassen die Polnische Sprachx ebenfalls die Unxcrrxctyts- Sprache. Außerdem wird in den übrigen Klassen NrRelig101161111tcr11ch1 jxédcm Schüler in skinsr Muttersprache crtbcilk. Weiter mit dem G1bra11che der Polnischen “Sprache zu geben, würde nachtbciiig seyn, 1'11d1111 die 5Dolnistheu Schüler dann niemals die Gewandtheit in der Deutschen Sprache erlangcn könnten, die für fie unentbehrlich 111, Um 7711) auf Dc111schen1111ivcrfitätcn für den 0151111211 Staatsdienü, so nie für den geistlichen und Lebrüaud auszubilden, woranf dcr Gmnnafial- Unterricht docl', vorzugöwcise berechn1t [11111 1111111. _ Für den [)'Övcwn 1viffc11schaftlich111 Unterricht in der Pol11ischc11 Sprache und Lit-cmtur fehlt es zur Zcit durchgängig an gceégnctm Lehrern.

Bei dem Gymnasium zu Lisa ist die eine Hälfte der Schüler Deutscher, die andere aber Polnisäzer Herkunft, dicse Leßteren indes- sen aus Gegcndcn. in denen beide Landessprache11 im gcmeßücn Ver- kehr gebraucht werden. Sie smd daher sevon beim Eintritte der Dent- schcn Sprach; so weit mächtig, daß se gieicv mit Nutzen dem in Deutscher Sprache ertbeiltcn UnterricHte beiwohnen können. Die Er- richtung des Polnischen Coetus fiir die unteren Klassen dieses Gym- nafiums ist daher nicht Bedürfnis; und hat auch, wegen dcr11ichtvor- handeneu übrigen Bedingungen, bisher nicht erfolgen 1151111117.

Was demnächst den Gebrauch der Polnischen Sprache in den öffentlighen Verhandlungen und die 2111010111111 beider Spmckzen knn- diger Braunen 111 der P1'ov1111 Posen betrifft, so werden bei der Be- sesung der Steilen im Justiz- 11nd Vcrwaltungéfache die dcr_Polné- schen Sprache kundigen Personen jederzeit vorzug91veise bcn'éMcHtigt, und Sa “"I den Eingebornen der Provinz 11110) 113111121“ 11111)t Tie cr- forderlichc „11111101 von Kanöidaken zn Ken _Nich1er- und [)B-vertu Vcr- waltungs-Acmtxru vyrhanyen ist, zur Liblzuife dicses Ucbcisandes so: gar bedeutende Summen 151911111) verwrndet.

Durch U11serc Ordre vom 20.Mai 1830 ist 1111 thmg von 2000 Rtvlrn. 11110110) zu Unterstützunsen angewicstx; Worken. 1111111101, mit guter Porviwung 1111111111116“ 11111: 11111 Anlagen für das höhere Richteramt ausgerüstete Referendakicn aus anderen Provinzen in das Großherzogthnm zu zuben. unter d„cr Bedingung dcr Erlernung der Polniscbcn Sprache und der vollstandtgcn 211161111le Vevnfs dcr 1111111113 U'ifung. 7

_ Dzee Untersützung ist von woblthätigcn Folgen gewesen, indem d1e Kenntmß dcr Polnischn Sprache dadurch unter daneamten sehr an Umfang gewonnen hat. Durch Unsere Ordre vom 10. Okto- bcr_v. I. ist gestattet worden. daß statt 8 Rcfcrendaricn 21 Referen- damn lz'ud 8 Auskultatorcn Untcrüüßuugcn aus diesem Fonds e1l)al- ten. thetls um den Lcßteren eine um so längere Frist für das Stu- dium der Polnischen Sprache zu gewähren, und theils um die Zahl der Thrilnevmcr zu vermehren.

Alzßerdcm wxxdenj auf den Grund der ersteren Ordre noch 1000 bis 1230 Rtblr. ]äbrltck) auf gleiche Weise zu Untersiüßnngen für 4

bis 5 chfrrungs-Rcferendarien verwendet » so. das; im Ganzcn

seit dem Jahre 1830 bereits über 20.000 Rtblr. zur Beförderung Kenntnis: der Polnischen Sprache in der hoheren Beamnll-Klafse an. gewiesen worden sind.

Die getreuen Stände Unseres Großherzogthums Posen Werden hieraus die Ueberzeuguug gewinnen, daß uichxs unterbleibt, was dazu führen kann, die Ausbildun you Beamten, welche beider Sprachen mächjig find, möglichst zu efordern und dadurch z„ugleich das ye,- trauen dcr Polnisch sprechendeu Bewohner der Provmz zu den darin angesiellten Beamten immer fesier xu begründen. _

Weit vollständiger würde allerdings der Zweck erre1cht, und zu- gleich Unserer Staats-Kaffe eine nicht unbedeutende AUSgabe erspart werden, wenn Wir nicht die bereits im Landtags-Abscbiede vom 29 Dcnmber 1828 unter 8. ]. emachte Bemerkung ungern wiederhojeä müßten, das; noch immer e ne bedenkliche Abneigung der Eingesxsh nen der Provinz Polnischer Abkunft, besonders 111 den höheren Ständen, vorherrscht, fich dcm Staadeienste zu widmen, und [7 dazu durcb die vorgeschriebenen Prümngen zu qualißziren; babe: auch, bei:" Mangel ciugeborner Kandidaten, die tzom Landtage g„ wünschte vorzügliche Berücküciytnung derselben unmoglich wird.

Wir werden, wenn Wir die en. nur durch die dortigen Familien, väter Polnischer Abkunft abzußeUenden Mangel fernerhin nicht Wehr bemerken, darin ein vorzügliches Merkmal treuer uno anhänglichex Gefinnung mit Wohlgefallen anerkennen. '

Aus diesen Eröffnungen werden Unsere getreuen Stande fichhz, scheiden, daß die allgemeinen Anregungen, zu denen fich di„esclben „„ anlaß: gefunden. nach dcr Lage der Sache nicht am geborigen Orte angebracht find, und daß UUscrcr Seits n„1chts weiter gefcheben kann Wir vervoffen daher ernstlich, daß nc sich 111 Zukunft dergletchen ga» lick) enthalten werden.

Sollten dagegen spezielle und,begründcte Beschwerden, dcm Abbülfe bei den Ministerien vergebl1ch gesucht worden _1ß, zu Uns“,t Kenntnis; gebracht werden, so werden Wir solche abzunelicn zu jep,. Zeit bereit sevn. '

7) Das Gesuch Unserer getreuen Stände. den Kreiéständen dj; Bcfugniß der LandrathS- Wahlen wieder einzuräumen, zu gewähren, müssen Wir zwar noch zur Zeit Anstand nehmen. Da Wir indessen die Fortschritte, welche der Geis der Ordnung, Unicrtbanentreue un» Anhänglichkeit in den leßten Jahren in der Provinz gemacht bat, mit Wohlgefallen bemerkt und anerkannt haben, so behalten Wir 11111 bei weiterer Entwickelung, Ausbildung und Befestigung dieses Gei- fics fiir die Zukunft weitere Entschließung vor.

8) Was die nachgesuchte gän licheBegnadignng der bei der Yoj, nischen Insurrcciion verheiligten Individuen anlangt, so haben Wir die Vermendung der getreuen Stände. wie dieselben ans Unserer seit. dem publizirten Ordre vom 5. August d. J. werden ersehen haben, stattfinden lassen. Wir erwarten, daß die Betheiligten dieses Aktes landeévätctlicbcr Gnade eingedenk bkeiben und fick) derselben stets würdig beweisen wcrden.

9) Wir ffnden kein Bcdenkxtl, aus den von Unseren getreuen Sländen geltend gemachten Gründen e_inc Modification der Kreis- Ordnung für das Großherzogthmn ,Poxn vom 20. Dezember 1828 1111111110110) der nach §. 0. derselben sur dtc Abgeordneten der Städte bei den Kreistagen erforderlschcn QUalification eintreten zu lassen, und haben bestimmt, das; künftig 11,1 denjrnigcn Städten, in welchen die revidirte StädteoRdnung eingeführt 111, die Magisrats-Mitgljedxx und Stadtverordneten, in den übrigen Städten aber die Bürgermei- ster auch ohne Grundbcsitz, die Beigeordneten und Mitglieder der Ge. mei11de-Rätbe,' in den leßthenanntcn Städten dagegen war 1117, wenn fie Grundbcfißer find, ]edock) obne Riickficht auf die 1111-11“ Bcfißcs, zu städtischen Abgeordneten bei den KreiStagcn sollwm wählt werden können, sofern die §. 6. vorgeschriebenen allacme'ww quuifite bei ihnen vorhanden find. Demgemäß haben Wir die 11. forderliche Verordnung vollzogen und deren Publication durck) die GescßSammlung angeordnet. (Schluß folgt.)

Meteorologische Beobachtung.

1838. Morgens ! Nacvmittags [ Abends | Nam einm-111ger 20. März. 6 Uhr. 2 Uhr. 10 Uhr. VeobnMung,

Zuftdrnn ..... 333.01 “111.1r.1332,55 "Par. 331,28 “Par. Quemo-Tcmt 0,8 711, Luftwämne - 11,2"R.1+ 5.2":11 + 2,7091, xmawzm" 0,81. „11 Tbaum-nkt - 26" R. + 3,5" N. + 1,7 " N. Bodenwarme 0,711 :11 Ounstsätügung 81 111€!- 7 pCt. 92 pCt. AUIDÜUÜU11g0,019“-Nk) Menu.. ..... Schnee. trübe rcgmg. Niederschlaq ","-„m Rv. 1611122. ------- Ago W. 1 ZZ, Wärmewekbs“ + 5,50 *Woikenzng . . . -- W ' ... +20“).

Tagesmt'ttel: 332,29“ Par... +2.6"R... +0,9"R... 871161. W.

Auswärtige [Zörxgm 1111151611131", 16. 111517.

Uix1181'1. 11711111. 5121111111 535 H' 59/0 (10. 1023/3. 23, 50/0 an11. 19. 1,3851“! 4 ;“3. .Musg. 5011. «. Tivxs- 57,131 1'1'61188. 7151108011. 114'/-_,. 90111. ]16'/4. Uescurr. Wet. 1021/3.

5111411191119", 15.111512.

7-11181. 53/4. Wem? “111. 19, (1. 15'1'111111111rc a. M.. 17. 1113112.

0681611". 59,0 Met.. 1067/3. (1. 40/9 101. 11. 21/29/70 615/- 613/8, 10/0 263/16. 26'/8. liank-Ycrio" 1743. 1741. [“NRW-0111. 151112, (1. 1.111158 211 500 17]. 1221/8. 122. 1.110.213 211 100 171. 265.11. 911-1155. 1'r31111.*-§1“11. 65'/,;. (z'. 1111. 40/9 11111. 1021/2. (;. 1'0111. 1.0011 667/8, 663/14, 50/0 51131]. „4111- 11,/8' 113/4- 21/20/0 1.101]. 533/8'535/16'

11111111111rx, 19. 1111112.

Znnk-Üocien 1440. 1437. ['InZl. 111153. ]08'/„,. 50191'011. -. 110. 30/0 19. Neue 11111. 171/2.

1,01111011, 1-1. 1111112.

00118. 3%, 931/8. 119111. --. Reus 11111. 211/9. 1311881176 11314- JUZJ. 5011. 73/8" 21/20/11 110"- "-'- 51,10 «. 50/0 1,011. 301/4- ch0„ 30,7“ 201/4, Ing]. 111138. -. 111213. 763/4. (301111111). -«. 11121- _. kern ». (3111111 -.

1,3118, 16. 111517.

50/0 Ronco. flxx 00111". 108. 10. 30,1" 1111 «auf. 80. 20. 59/001“ 1111 60111111. 00. 60. 50/0 5111111. Kenko 211/3. 911381178 43/4. 391; 17011113. 211/3.

911881178 -.

11711311, 16. 11111111. 50/0 UM 10631/32- 40/0 1003/10“ 3910 80718- 21/20/11 _" 1% -. 111111511011911 1448112.“ Usus 11111. 609%.

...-

Königliche Schauspiele.

Donnerstag, 22. März. Jm Schauspielhause, auf Begeh- ren: Dcr Pavia, Trauerspiel in 1 Akt, von M. Beer. Hikk- auf: Vor hundert Jahren, Sitten-Gemälde in 4 Abth., 111 E. Raupach.

FreitaZ, 23. März. Jm Opernhause:'Der hinkende TeU' fel, pantomimisches Ballet in 3 Abth., bearbeitet von HogiW

Jm Schauspielhause: ]) [31511612 119. 111011 11018, 1'111111871111 911 1 110111. 2) 1-71 [111311111116 raprézentation 118: 1.115 11111699111131111, 6011161110 1101119116 en 3 116103 et 911 1110517, 1111 1111511118 francxajs, 1111 31211112.

Königsstädtisches Theater.

Donnerstag, 22. März. Der Vater der Debütantén. 113911e in 4 Akten, nach Bayard, von B. A. Herrmann. Vorher: Der Obrist von sechzehn Ithen. Lustspiel in 1 Akt, frei na dem Franzöfischen, von B. 21. Herrmann.

Freitag, 23. März. Des Adlers Zorsk. Romanttsch“ komische Oper in 3 Akten, von Karl v. oltet“. Musik vom Kapellmeister Franz Gläser. (Herr Eicke: Richard.)

Redacteur Fak. (;o-ese. «»

Gedruokt bei A. W- Hayn-

,Paris, 16. März.

Allgemeine

Preußiscly'e Staats-Zeituug.

Berlin, Freitag den 23sten März

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Amtlicbe Nachrichten.

Kronik des Tages.

Des Königs Majestät haben den Geheimen Ober-Baurath elwein zom Geheimen Ober-Jinanz-Ratk) zu ernennen und BestaUung hierüber Aliel'höci)ftcigc11hänoig zu vollziehen

YßMajeskät der König haben den bisherigen Oekonomie- missions-RUO Wend land zum Ober-KNnmissarius bei der eral-Kommimon zu Münster mit dem Range und Chxrak- ines LandesOekonomie- und Regierungs-Rachs zu ernen-

geruht- Oer Justiz-Kommissarius Eduard Langer zu Oppeln ist

FZ) zum Nocarius im Dcparcemcnt des Oder-Landesgerichts rattbor bestellt worden.

Der bisherige Ober ; Landesgerichts ; Rcfercndarius Karl snjß ist zum Justiz: Konnmffamus bei _den Land: und dxgerjchten zu Allenstein, WartenWrg, Bistlwwaurg, See- und Passenheim, “untcr Zlnwcinmg seines Wohnnkzes in tenburg in Ostpreußen, beytellc worden.

Angekommen: Se. Durchlaucht de:" Gencral-Maior und mandeur der sten Division, Prinz George zu Hessen, NenzSskeliß.

Der General-Major und Commandcur dcr Iten Landwehr- ade, von Brandenstein, und

Der General-Major und Commandcur der 5th „Kavalle-

Migade, von Kurssel, von Frankfurt a. O. O. , Der General-Major und Commandcm' der Eten Landwehr- gave, von-Tielzen und Hennig, von Tor.".au.

Abgereisc: Se. Durchlaucht der General-Lieutcnant und eral-Gouverneur von Neu-Vorpommern, Fürst zu Put- ., nach „Dresden.

Zeitungs-Nachrichcen. A u s l a n d.

Frankreich.

Der König arbsitete gestern mit den iykern des Krieges, der Justiz und des Hande16, und

te darauf in Begleémng der Königin eine Spazicrfahrt

Ncuilly. Das Journal des Dé-bacs enthält heute folgenden Ar- „Man hat Über die Konferenz des Conscils-Präfidencen der R.:nten:Rczducrions-Kommission verschiedene Gerüchte in 111 gcxetzc. Einigen Erzählungen zufolge, stände die jelzt * amen des J)?it1isreriu1ns abgegebene Meinung in Wider- ) mix de_ssen früheren Erklärungen; nach anderen Versionen der Cox:]eils-Präsidcnt aus dem Vorschlage des Herrn Gouin

„. . 1. . «M' _ 111. , abmcts-Frage gemacht.W11' glauben vollkommen gutunterrcchx

seyn, wcnnwirverskhern, daß in jenchonfcrenz nichts gesagt en 111_, was zu dergleichen Beha1tptu::gen Anlaß geben te. Es ist Ungerechtigkeit oder Mangel an Gedächtniß, ,man de111Min1|erium eine veränderte Sprache in Bezug 1eRchction vorwirst. Das Kabinet hat sich bei zwei ren Gelegenheiten öffentlich 11er jene TNaßregel aus*ge; )en: zuerst bei der Vorlegung des Budgets und dann bei _ehattßn Über die Frage, ob der Vorschlag des Herrn m m Crwägung zu ziehen sey. Es erklärte in der Einlei- des Budgets, daß die Reduction gesetzlich und nülzlich ;, aber zu gleicher Zeit ließ es die ernscejken Zweifel Über e_ttgxmäßheic der Maßregel durchblicken. Bei Gelegenheit _oumschen Vorschlages wiederholte d1*:s ONiniskerium die- Erklärung, geselltx fiel) aber dem allgemeinen Wunsche nac!) “gründlichen Prüjung der Frage zu. Was hat nun das 1|eriu1n 1301" der Kommission erklärt? Daß, seines Erach- die Maßregel :'«'cl)clicl) begründet sey und in ihrer Aus- ng Vortheile darbieten werde; daß aber das vorhergesehene ernis; sich entgegenstelle, und daß die Umstände die Reduc- unzeitig machten. Wo ist da der Widerspruch? Zn wässern c das »)Tinisterium von seinen früheren Erklärungen ab? Ministerium glaubt jckzt, wie zu Anfang der- Sesfion, "an eselzlichkeit und den Nußcn der Reduction. Was es aber is nur vermuthete, das ist ihm jetzt znr völligen Gewiß- geworden. Wir haben, wie man weiß, auch über die bei- 11781111 Punkte eine verschiedene Meinung. Wir bedauern, dte Regierung die Geselzmäßigkeit ciner Maßreget aner- that, die uns ungerecht scheint; wir beklagen es, daß fie Sache für nützlich häLt, die uns nachtheilig erscheint; aber wü-nsclyn uns wenigstens Glück“ dazu, das; das Kabinet die „cteon m diesem Augenblick für 11n11usf11hrbar erklärt. Diese «he Erklärung von Seiten dessen, der den wahren Zustand Dmge am [Festen kennen muß, macht eine Verschiebung un- etdlacl). Wer vertrauen der Zeit, um eine Reaction in den äthern hervorzubringen. Wix“ glauben ferner, versichern zu M- daß man vollständig im Jrrchmn gewesen ist, als man

' k büt- daß Herr 91100“! aus der Reduction eine Kabinets-

e n_1achen wolle. Das Ministerium weiß zu gUk "öxhtg den Gemüthern die Ruhs, und dcn Geschäften dié Metdung aller Unterbrechungen ist, als daß es die Kabß- 'JFkagen ohne Noth vermehren sollte. Es hat so eben erst

tesen, daß es, wenn die Pflicht cs" erheischc, der Gefahr“

U" extremen.Mittel die Stirn zu bieten weiß, ohne sich durch dte Zahl, noch durch die Stärke seiner Gegner

ch1tlern zu„lassen; abc_r es weiß auch eben so gut, mit wie eit? egen.l)e11en und.Gefak)ren für die öffentlichen Angele- hw Udpetgletchen Krasen verbunden sind. Und wo ist die . re" lgketk, fich dtesen Gefahren auf Anlaß der Reduction

auszusehen? Warum bei dieser Gelegenheit zu einer

neiucn _pariamentarischen Krists Anlaß geben? .Das Kabine: tvxrd stel) einen solchen Fehler nicht zu Schulden kommen las- sxq- Die Reduction ist in keinem Programm irgend eines po- l1teschen Systems besonders aufgeführt; und wenn wir die bei- d_en ßußersten Oppositionen auSnehmen, die die Maßregcl über- emstcmmend verlangen, weil sie eine Verlegenheit für die Regie- rung darin erblicken, so hatfiebeiallen ParteienebensowoblGegner 411; Anhänger. Es ist eine rein ökonomische und finanzielle Frage; s1e interesslct allerdings die Ruhe und den Wohlstand des Lan- des im höchsten Grade; aber die Annahme oder die Verwer- fung derselben enthält weder die Billigung noch die Verurthei- lung des politischen Systems der Regierung. Man muß dar- aus schließen, daß eine Maßregel , bei der das Ministerium nicht die Initiative ergriffen hat, daß eine Maßre- gel, die nichc gegen dasselbe gerichtet worden ist, die weder wine Ehre, noch sein Regierungs-Syskem berührt, unmöglich eine Kabinets-Frage werden kann. Wir Zehen noch weitér und behaupten, daß es m'xßlich und wichtig ij , daß man wise, die Reduction könne fortan kein Ministerium mehr tddten; es ist dies das beste Mittel, sie mit völliger Uneigennüßigkeit geprüft zu sehen. Die Sache der Staats-Gläubiger kann nur dabei gewinnen; denn wenn es feftßeht, daß die erwähnte Maßregel n1chc den Sturz des Ministeriums zur Folge haben kann, so 1v11'd mancher Ehrgeizige nicht mehr so eifcjg darauf drinHen.“

n der Charte de 1830 liest man Folgendes: ke - rere eitungen melden nach dem Constitutionnel, daß an dem Unwohlsein, welches den Minister des „Innern vor einigen Ta- gen nöthigte die Rednerbühne zu verlassen , eine sehr leb aste Erörterung Schuld gewesen sex, die in einem , kurz vor röff- nung der Sißung , in den uilerieen gepfiogenen Minister- Rathe stattgefunden habe. Zur Widerlegung dieser böSWilligen Behauptung md en die Wenigen Worte hinreichen, daß an jenem Tage über aupt, weder in den Tuiserieen noch sonst wo, ein Minister-Rath gehalten worden ist.“

Der Handels-Minisker hat an die Handels-Kammern der Seestädte ein Rundschreiben erlassen, in welchem er den mit Nord- Amerika verkehrenden Kaufleuten Vorsicht in ihren Unterneh- mungen anräth , indem in den Vereinigten Staaten eine Kri- fis, ähnlich der des ver angenen Jahres, zu befürchten sey.

Man meldet aus oulon vom llten d., das; Yussuf-Bey fick) auf dem Dampfschiffe „Fulton“ nach Algier eingeschiffc

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habe. Er ist zum Obersk-Lieutenant bei den Spahi's ernannt worden und begiebt s1ch nach Oran, wo sein Re iment steht.

Herr Paganini ist von der Direction dcs asno , Welches seinen Namen führt, bei dem hiesgen Tribunale erster Instanz wegen Kontraktbruches verklagt worden. Er hatte fiel) nämlich anheischig gemacht, das Interesse jenes Instituts dadurch zu fördern, daß er fich re,?elmäßig in demselben öffentlich hören lassen wolle, war aber is jeßc dieser Verpfiichtung noch _nie nachgekommen. Der Gerichtszhof hat ihn verurtheilt, fortan wöchentlich zweimal 1: spielen, oder 'edeSma16000 Fr. Entschä- digung zu zahlen. err Paganini Zoll sofort gegen dieses Ur- theil appelltrc haben.

Großbritanien und Irland.

Parlaments-Verhandlungen. Oßerhaus. Siz- zung vom 15. März. Der Herzog von Wellington über- reichte eine Petition der Bewohner von Macclesfield worin um Aufhebung der Lehrlingschast der Negev in den Kolonieen mit dem 1. August 1838 gebeten wird. Der Herzog fragte so- dann den Lord Brougham, was er in Bezug auf diesen Ge- genstand zu thun denke. Lord Bro'ugham erwixderte, es sey wohl am angemessensken, in Ueberemstimmung 11111" obiger Px- tition in dem Geseß-C'nthrfe, welcher dem Hause vorliege, dte Jahreszahl 1838 statt 1840 zu selzen. Hierauf bemerkte der Graf von Haddington, er habe aus den Nachweisungen über die am 31. März zu entlassenden Miliz-Corps ersehen, daß in Schottland nicht weniger als sechs Corps aufgelöst werden sollten, unter denen vier ganze Regimenter und nur zwei einzelne Trupps wären. „Der edle Viscount gegenüber (Lord Melbourne)“, fuhr er fort, „sagte gestern Abend, daß das Ministerium bei der Auswahl der zu entlassenden * 1103 sich durch zwei Umstände habe leiten lassen, einmal, Weil es ein- zelne Trupps seyen, und dann, um die Verfassung dicser Trup- pen-Gattung zu revidiren, die während der Brandstiftungen im Jahre 1830 auf eine etwas zu schnxlle Weise ausgehoben wor- den wären. Dieser leßtere Grund ftndet nun aber auf Schott- land keine Anwendung, weil daselbst keine Brandstiftungen vor- gekommen sind und viele Milizen schon vor Wer Zeit ausge- hoben wurden. Ich möchte daher 1vohl1viffen, ob es nach dem 31. März in Schottland noch ein Miirz - Corps gelxen wird.“ Lord Melbourne erwiederte, er glaube wohl„dajz dies der Fall seyn werde , er wisse zwar nicht genay,.w1e dre Sachen ständen, doch halte er es nicht für wahrsche1nl:ch, daß cm sol- ches Corps dort nothwendig seyn würde.

Unterhaus. Sihung vom 14.Mä1*z. Herr M. J. O'Connell überreichte eine Petition des Lord Belfast und des Herrn Gibson, welche, durch einen der Majorität nach aus Tories bestehenden Wahl-Ausschuß ihrer Parlaments-Sikze für Belfast verlustig erklärt, jelzr wenigstens von der Bezahlung der Kosten für die Verhandlung vor dem Ausschuß befreit seyn Wollen. Nach einer leidenschaftlichen Unterredung Über die Sache, in welche fich auch der Sprecher einmischen mußte, weil Herr Hume eine Aeußerung Sir I. Owen's, der ihn zur Ordnung rief, „impertinent“ nannte, Was er nachher in „unge- hörig“ modifizirte, wurde die Petition zurückgenommen. Eine von Herrn B. SMK!) eingebrachte Bill über die Abgränzung der Munizipal-Be irke (nicht der Wahlortey wurde von dem- selben nach einigen ebatten, die fich auf bloße Formalitäten be-

zogen, wieder zurückqenommen. Unterhaus. Sißung vom 15. Mär . Nachdem zur

Wahl eines neuen Parlaments-Mitgliedes für * aidstone an die

1838.

Mitglied für WolverYampton, und trug darauf an, daß das Haus sch in einen usschuß verwandeln möchte, um die Wir- kungen der befke enden Korngeseße zu untersuchen. In der Rede, die der nrragsteller hielt, bezeichnete er diese Gesetze als die rausamske und ungerechteske aller von dem nicht rcfor- mirten iZarlamente dem Volke aufgebürdenn Lasten und sehte aus einander, daß die Aufhebung der dem Gemeinwesen jährlich 15 Millionen Pfund Sterling _raubendcn Korngesexze durchaus nicht den eigentlichen Landbauer und Pächter treffen würde,

, sondern nur die großen Grund-Eigent ümer, welche die Paci):

dann erniedrigen müßten. Keine erbesserung des Lebens der Gesellschaft sey noch ins Leben getreten, ohne daß die Par- tei, deren Einzel-Jnteressen darunter leiden dürften, den Schutz der Geseßgebung für fich aufgerufen. Der Redner fragte die Landeigenthümer selbst, ob ste hofften, fich länger in einer dem Gemeinwohl des anzen Landes widerstreitenden Stellung hal- ten zu können. enn er den Verlust, den die durch die Korn- Gesehe dem Lande auferlegte Brodskeuer für das Britische Volk nach sick) zie ?, anf 15 Millionen Pfund Sterling jährlich be- rechne, so abe er dabei den Verlust der Industrie noch gar nicht in An chlag gebracht, die durch die Eröffnung der Häfen für fremdes Getraide und durch die davon zu erwartende Reciprocitäc anderer Staaten unberechenbar gewinnen würde. Die Rede schloß mit dem angeführten Antrag: und mitdem Hinzufügen, daß derAn- nahme desselben eine Motion auf Abschaffung der Korngeselzefolgcn werde. Sir William Molekworth unterstützte den Antrag. Der Marquis von Chandos, der dagegen auftrat, bemerkte, daß, wenn auch der Antragsteller es nicht eradezu gesagt hätte, doch aus der ganzen Art, wie diese SacZe be andelc worden, schon hervorgegangen wäre, daß man mit ni ts Geringeren: Ysrieden seyn würde als mit der gänzlichen Abschaffung d„er orngeseße. (Hört, hört!) „Ich fordere nun die ehremverthcy Herren gr enüber auf“, fu r er fort, „mir ein einziges Bet- spiel anzu uhren, daß die grikulturiften jemals versucht hät: ten, eine Maßregel einzubringen, die der Klasse der Manufgk- turisken nachtheili gewesen wäre. Ich stimme damit Überem, daß feststehende Kreise von dem größten Nußen für den Päch- ter smd; aber ich leu ne es, daß die Aufhebung der Korngeseßx dieses Resultat herbe11ühren würde. Ich glaube vielmehr, da:; dadurch gerade das Ge entheil würde bewirkt werden. Woüts man die Korngefeße au eben, so würden die Handwerker bald 11 ihrem Schaden sehen, daß dann das gegenwärtige hohe At“- ZeitSlohn nicht fortdauern könnte. Man muß nicht verges- sen, daß seit anderthalb „Jahren 104,20!) Quarters Getraide eingeführt worden find. Welches würde nun der Zustany de_s Landes seyn, wenn der Englische Pächter mit dem des „Konn- nents wetteifern müßte? Der Quarter Weizen aus der Oßsce wird in Hamburg mit 31 Schillingen beÖahlt, und dieser nam- liche Wei en würde in Hull mit einer reis-Erhöhung von 1 Sh. 3 me: für den Quarter eingeführt werden. Ja, wenn wir ganz von vorn anfangen könnten und keine Steuern 116- thig hätten, da möchten vieaeicht dt'e Korn-Geseße Yutbehrlccs) seyn; so aber, wie das Land gestellt ist, würde es eme Unge- rechtégkeit egen den Landbebauer seyn, die Korn-Gesehe auf- zuheben. ' us den Vorträgen der beiden vorigen Redner und der geringen Aufmerksamkeit, die ihnen das Haus geschenkt hat , ergiebt fich daß nicht viel Neues mehr über die Sache zu sagen ist. Was die'Minister anbetrifft, so sehe ich nur ei- nen einzigen im Hause (Lord I. Ruffell), und dieser hat ganz ru ig seine Abend-Sieska begonnen um fich von den Amt?- e chäften des Tages zu erholen. (Éelächten) Man hat große Besorgnis? erregt, daß die Korngeseße ein außerordentlichcs Steigen des Getraidepreises hervorbringen würden, ihre jeßige Abfassung aber muß dagegen schuhen. Der Landbebaukr for“- dert nur den Schuß , den man allen anderen Einwohner-Klas; sen angedeihen läßt; er Will kein Monopol, sondern bloß gleich- mäßige Gerechtigkeit, und indem ich diese fordere, werde ich mich gewiß nicht umsonst an das Unterhaus gewendet haben.“ Nachdem die Debatte noch eine Zeit 1angfortgedauerth_atte, ohne ein besonderes Interesse darzubieten, und ohne da!; ein Minister daran Theil nahm, wurde der Antrag des Herrn Villiers mit 300 gegen 95, also mit einer Ma'oricät von 203 Stimmen, verworfen. Alle Mitglieder des auses, die bei dem Grundbefiß' bet eili t smd, Tories wie WUFF, unter Leß- tecen auch Lord I. u ell, stimmten ge en den ntrag. - Unter aus. Sitzung vom 1 . März. Auf eine Frage Sir . eel's zeigte Lord Palmerston an, daß die auf die Gränz- treitigkeiten mit den Vereinigten Staaten He.- züglichen Dokumente im Drucke begriffen seyen und in der nächsten Woche vor elegt werden sollten. Dem Herrn Milne, welcher Auskunft 11 er 'die Verhältnisse Englands zu Persien 511 erhalten wünschte, antwortete Lord Palmerston dahin, da;; die umlaufenden Gerüchte, als ?abe Herr M'Neil, der Brit:-

als sey offene Feindschafr zwischen Persun und EWMD“ aus- gebrochen, fürs erste, bis zum Empfang offizieller achrrchtckx, auf fich beruhen müßten. Amtlich sey dem Méniskeruzm "Uk bekannt, daß die Britischen Offiziere in der Pel'fischen Ilrnxcek bis auf einen, den Schach auf seinem Zuge nach H?O(ntcb begleitet, und daß fich auch dieser eine nicht als Mtlltau' bei. dem Heere befinde. Als der Schach sick) dM Glänzen. VM FZFrat genä ert, sey ein Bote mit Depeschen dcs Herrü Ox'Neil an seiner Rückkehr; nach Teheran von einigen S_ol- daten des Schach1aufgefangem in das Lager deffelben zurüxk; ebracht , dort seiner Depeschen beraubt, grausam „gékmßx andelc und, ungeachtet der Verwendungen_des Bausch Obersten Stodart erst nach geraumer Zeit wreder fretgegeben worden. Dieser Verletzung des Völkerrechtes_wegen habe Herr M'Neil Genugthuun verlangt und dem Brittschen Ministerium angezei 1, daß er, so te ihm dieselbe verweigert werden, alle di.. plomati chen Verbindungen abbrechen und entweder“ als Privatx

Stelle des verstorbenen Herrn Wyndham Lewis ein Ausschrei-

ben erlassen worden war, erhob fich Herr C. P. Villiers,

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ziehen werde. Vor zweß Tagen seven neuere Depeschen v * „; Herrn M'Reil eingetroffen, in welchen er melde, daß chm 11 .

sche Gesandte am Persischen Ho e, den Schach verlassen, und .

mann in Persten bleiben oder fich auf Türkisches Gebiet- zurüß'x“!

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