1838 / 191 p. 2 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

".;-ch*“É„»44 * ' .

KrönungC-Botschafxer, so wie das übrige diplomatische Corps und mehrere hundert Personen vom höheren und niederen Adel Englands, waren dazu eingeladen. Am Morgen desselben Tages hatte in Woolwich die schon erwähnte große Revue der Artil- lerie, der Sapeurs und Mineurs zur Nachfeicr der Krönung in Gegenwart des Prinzen Georg von Cambridge, des Herzogs von Nemours" und der fremden Botschafter und Gesandten stattge- funden. „“Den-Beschluß machte ein Scheibenschéeßen, zu welchem 30 Raketen das Zeichen gaben. Die Gesellschaft besuchte dann das Arsenal und nahm hierauf ein Frühstück bei dem General-Fcld- zeugmeister, Sir Hussey Vivian, ein, Welches von den Artille- rie-Offizieren gegeben wurde. Es war für 800 Personen ge- deckt, und auch Damen nahmen daran Theil. Auch zwei un- geladene Gäste hatten fich eingefunden; da man aber bald an ihren Manieren bemerkte, daß fie nicht hierher gehörten, so er- suchtc fie der Haushofmeister, sich zu entfernen. Der Eine stellte sui) darüber sehr entrüsiet, wollxe sich aber doch aus dem Staube machen. Dies erregte Argwohn , man hielt ihn fest und fand in seineikTaschen zehn seidéne Schnupftüchcr. Die beiden sauberen Herren wurden nun zusammen untcr polizeili- cher Bedeckung abgeführt. Als die Gesellschaft aus dem Zelt wieder herausnat, erblickte fie zu beiden Seiten lange Tafeln, an denen 4500 Unteroffiziere und Gemeine mit ihren Weibern und Kindern saßen, die hier von dem Feldzeugmeisier und dem Ofü ier-Corps bewirthet wurden. Der Marschall Soult wurde im orübergehen von ihnen mit großem Enthusiasmus begrüßt. Später belustigten fich diese Leute mit allerlei Spielen, mit Wettlauf, Stangenklettern, Sackrennen und dergleichen, und am Abend wurde von der Artillerie ein glänzendes Feuerwerk abgebrannt.

Außer den Hoffesten sind auch ron Staatsmännern und anderen vornehmen Personen zur Nachfeier der Krönung noch eine Menge Diners und Bälle gegeben worden. Am Montage War Diner bei dem Königlichen Oberjägermeister, Grafen von Erroll; am Dienstage gab Sir Robert Peel zu Ehren des Herzogs von Nemours eine Soiree; an demselben Abend war großer Ball bei der »))?arquisin von Salisbury, dem mehrere Mitglieder der Königlichen - amilie beiwohntcn; am Mittwoch Ytte Graf Stroganoff den erzog von Sussex, mehrere fremde

otschaftcr und Gesandte, einige der »Minisrer und andere Personen vom hohen Adel zu einem Diner bei sich eingeladen; auch “der_PTarquis von Westminster gab an demselben Tage ein Diner; am Abend fand 031“ zu Ehren der hier anwesenden hohen Fremden veranstaltete Almacks-Ball statt; gestern gab der Herzog von Cambridge den Krönungs-Botsci)afrern cin Diner, von welchem sich die Gesellschaft zu dem oben erwähn- ten Ball bei der Herzogin von Gloucester begab, und heute Abend ist großer Ball mit Souper bei dem Marschall Soulc.

Vorgestern hat die Königin zum erstenmale seit ihrer Thron- besteigung einer Taufe in eigener Person als Zengin beige- wohnt. Es War eine Tochter des Herzogs und der Herzogin von Sutherland, ivelcher Ihre Majestät dicse Ehre erwies. Die Taufe fand in der Wohnung des Herzogs statt und wurde vom Erzbischof von York verrichtet. Die Königin gab dem Kinde ihren Namen: Victoria. Ihre Majestät nahm nach der Taufe an einem Gabel-Frühftück Theil und kehrte nach dritte- halbstündigem VerWeilen in ihren Palast zurück.

Das Glückwünschungs-Schreiben, welches der Sultan bei Gelegenheit der Krönung an die Königin gerichtet hat, ist ein Gegenstand besonderen Zntereffe's für das hiesige Publikum. Dies Dokument ist ungefähr 36 Zoll lang und 3 bis 4 Zoll breit. Die Schrist ist außerordentlich elegant und mit großer Sauberkeit und Mühe ausgearbeitet. Am Rande befindet sich der Ramenözug des Sultans nebst allen seinen Titeln. Der Brief lag in einem Convert, welches mit dem Wappen des Sultans gefiegelt war und in einem Beutel von scharlachfarbe- nem Sammet steckte, der einem Damen-Pompadour gleicht und reich mit Gold gestickt ist.

Ein hiefiges Blatt wia eine besondere Aufmerksamkeit von Seiten des Königs der Franzosen darin finden, daß er gerade seinen ziveiten Sohn, den Herzog von Nemours, zur Krönung nach London gesandt habe, weil derselbe ein geborener Brite _sey, indem er zur Zeit, als sein Vater ausgewandert war, in England zur Welt kam. Ein anderes Blatt macht bcmerklich, das; die Königin und der Herzog von Nemours ein überaus zuvorkommendes Benehmen gegen rinander zeigten, so daß in Einigen schon der Gedanke aufgestiegen sey, ob nicht am Ende Frankreich und England noch durch engere Bande vereinigt werden dürften, als die sind, welche cht beide Länder umschlin- gen. „Hoffentlich nicht“, fügt dasselbe Blatt hinzu.

Dem O)?arschall Soul: wird hier fortwährend von allen Seiten mit der größten Aufmerksamkeit begegnet, und obgleich die hiesigen Zeitungen noch immer den Streit mit der Fran- zösischen Presse über den Sieg bei Toulouse fortselzen, so lassen iie doch zu gleicher Zeit keine Gelegenheit vorübergehen, um dem ehemaligen Gegner des Herzogs von Wellington ihre Achtung zu bizeigeu. Sie verfolgen jeden seiner Schritte und starten weitläufrig darüber Bericht ab. Am Montage besuchte der Marschall mit dem Herzog von Nemours die berühmte große Brauerei von Barclay und Perkins, dieLondoner Docks und die St.Pauls-“Kirche. Zn leßterer äußerte er beim Anblick“ des" dem General Moore dort errichteten Pkonuments, das; er diesen Krieger aufdemSch1achtfelde bewundern und hochachten gelernt, und das; er seinen Tod wie den eines" Bruders und Freundes be- trauert habe. Am Dicnstage nahm der Marschall die Merk- würdigkeiten des O|indischen Hauses in Augenschein und stat- tete dem Lor_d-Mayor einen Besuch ab. Als man in der Guild- hall die Honnung aussprach, ihn bei dem Feste zu sehen, wel- ches die City den Krönungs-Bocschaftern geben will, antwortete er: „Ich werde mit großem Vergnügen der Einladung folgen; England und Frankreich müssen sich überhaupt in Zukunft nur noch bei Tafel einander gegegüber erblicken, sonst aber bei allen Geleaenheicen mit einander „Hamid in Hand gehen.“

In einem Dorfe bei Tavistock smd am Krönungstage durch das Zerplaßen einer Kanone drei Menschen ums Leben gekom- men und drei schwer verwundet worden.

Da Lord Mahon in der vor esirigen Unterhaus-Sißung schon einen Antrag für die nächste esfion ankündigte, so, glaubt man, daß die gegenwärtige sich rasch ihrem Ende nahe.

In den ministeriellen Blättern wird es heute für ungegrün- det erklärt, daß der Marquis von Queensberry seinen Posten als Lord-Lieutenant der Grafschaft Dumfries. niedergelegt hätte.

Der-gewdhnliche Vierteljahres-Bericht über die Staats- Einnahmen ist gestern erschienen. Es er 'iebt fich daraus für d“? ganz? mit dem 5. Juli abfchließende inanz-„Iahr in Ver- SU'É) um dem Vorher chenden eine Abnahme um 1,102,527 Psd- SKW- für das iertcljahr aber im Vergleich mit dem MpM-uo-a Quartal du von m Jahres eine Zunahme um

2 07 7 - Annahmq : du Qahrxbeiäule sieh an * - 2- Pfd. 1011 on far das ViekuW auf 1,347,66

verworfen worden. - In der nach dem Schluß der öffentlich,. Sitzung am 0ten Morgens gehaltenen vertraulichen Sißm1 soll, dem Vernehmen nach, eine Eingabe an die Deutsche Bun, des-Versammlung verlesen und genehmigt worden seyn. »

der gestrigen Sißung der Stande-Versammiung machte d„ Landtags-Kommiffar im Namen der StaatS-Regierung die Mit- daß, da das Finanz-Geselz wegen abweichender B„

. Der bedeutendste Ausfall hat in der Accise stattgefunden, in welcher fich sowohl für das Jahr als für"das Vierteljahr eine Verminderung zeigt. In der Posk dagegcn hat sich die Einnahme für "beide Zeiträume vermehrt. ten für das Jahr lion dar; dies rührt aber hauptsächlich von dem großen Ausfall her, den der Bericht von vorigen Oktober zeigte, wo allein in diesem Einnahmezweige fast eine Verminderung von - einer Million auf das Vierteljahr stattgefunden hatte. aupt war jenes Vierteljahr für alle Einna me: Zweige sehr iq geivesen, und dies hat natürlich an das Resultat des ngewirkt. Im Vergleich mit dem entsprechen- von 1836 beträgt indeß der dies'jährige Aus- Zm Ganzen scheint den ministerielien Blättern hinreichender Grund zu der Hoffnung vorhanden, daß sich das Land von der Erschütterung, welche es durch die vor- bald ganz erholt haben werde. | an die Stelle des verstorbenen Herrn Mellish ein neuer Direktor der Englischen Bank in der Person des Herrn Cotton ge

Der Pianist D er gab vorgestern mit

Die Zölle bie-

eine Abnahme um halbe Mil-

Stände-Versammlung nicht zu Stande gekommw sey, derselben ein anderweitiger Entwurf vorgelegt und ev", mgegeben werde, im Falle der Nichtvereini bisherigrn Steuern bis zum Ablauf der F- nanz-Periode fortzubewilligen, zu welchem Behufe die Dau,- des" Landtags bis zum 11ten 0. Monats verlängert worden :| Diese Vorschläge wurden an den Budget-Ausschuß verwiesen,

S ck w e i z.

Luzern,5. Juli. Tagsatzung. In der zweiten Sitzungqe, schah nach einer langen Diskussion die Abstimmung wegen der Zu- lassung dcr Schwyzerisehen Gesandtschaft. r dicZulassung Ware:: ()'/2 Stimmen (Uri, Unterwaldcn, Zug, Schaffhausen, TEsÜn Neuchatel, Genf, Bünden, Freibu ' gegen ebenfalls 9'/2 Stimmen. tokoll offen, Appenzell J. R. stimmte nicht. der Präfident, die Gesandtschaft von Schwyz könne nicht S

Der Republikaner theilt folgende Nachricht mit: „A außerordentlichem Wege vernehmen wir von Bern her, daß d hohe fremde Diplomatie für Aufrechthaltung der bestehende Verfassung von Schwyz Schritte zu thun fich veranlaßt sche . und die Französische Gesandtschaft vorangehen werde.“ 7-

schlüsse der

tuell zugleich anhei

I h s ' gung darüber, die ganzen a re er den Finanzjahre fall nur 75,701 Pfund.

jährige Finanz-Krisis erlitten,

Gestern i

wählt worden.

dhler befindet fich noch immer in London; Mad. Dulrken zusammen ein Konzert in Hanover-Square-Rooms, Worin Letztere unter Anderem das Kon ert von Felix ONendelssohn vortrug, welches bei dem [eß- irminghamer Musikfest, wo der Komponist selbst es spielte, so große Bewunderung erregte.

Niederlande.

Aus dem Haag, 5. Juli. Es heißt jeßt, daß Se. Kai- eit der Großfürst-Thronfolger am 14. oder 15. d. n wird. Der Rusfische Gesandte am hiefigen Hofe, [) r v. »))?altiß, wird am 16. d. einen glänzenden Ball lten, zu dem schon cht zahlreiche Vorbereitungen ge- troffen werden.

Der Avon des gegenwär _Besißungen:

und Basel-Stadt). Da- allis behielt sich das Pro- Hier:-:ach erklä ,

serliche Hoh

Schwyz. Der hiesigen Gesandtschaft ist in Betreff der Schwyzer Angelegenheit aufdie Tagsatzung folgendeJnskructionerx theilt worden: 1) Falls ihr das Stimmrecht in der Ta stritten werden sollte, so soll sie, gestürzt auf den von der Eidgenossenschgft garantirte KantonsBerfaffung, und das Recht der aus dieser hervorgegangenen Regierung, fich feierlichsi dagegen verwahren, und darauf bestehen, daß der Kanton Schwyz an der Tagsalzung vertreten seyn müsse, und zwar durck) diejenige Gesandtschaft, welche von der einzig recht- und verfassungsmäßigen Regierung dahin abgeordnec wvrden sei). 2) Sie wird Über das bundeswidrige Verfahren de orts in der Schwyzer Angelegenheit Klage erheben, dcn Schuß sämmtlicher eidgenössischer Stände anrufen, und die Wiederher- chwyz als souverainem Stande zu- 3) Wenn bei der Tagsaßung auf [tung der Kantons; und BezirkSgemeindenanz so wird die Schwyzerisehe Gesandtschaft gegen 1) Wenn der im

dbode enthält eine übersichtliche Darstellung Qund,'die

tigen Zustandes" der überseeischen Holländischen „Die Niederländischen Truppen,“ sagt derselbe, aben auf der Ostküste von Sumatra das Fort Pertibje im ?andahel'mg eingenommen. In Palembang war die nicht vollkommen wieder hergestellt, und man schickte Auf unsern iibrigen Besitzungen erfreute man sich der größten Ruhe und betrieb in Uebereinsiimmung mir den Britischen Behörden die Unterdrückung der Seeräube- rei in den Gewässern ron Linga. die beiden aus Europa geschickten Dampfbdte zusammengeseßt, und wollte dirselben gegen die Seeräuber auf der Nordküste Nach den neuesten Nachrichten aus a schien die Regierung des Reichs dem Handel mit den Europäern und besonders mit den E Schwierigkeicen in den Weg legen zu wollen.“

Bezirke 9) Ruhe noch Truppen dahin ab.

In Sarabaja hatte man stellung der dem Kanton S

stehenden Rechte fordern. nochmalige Abha getragen würde, jede solche Ano Bericht der vor nestie im Schooße de Schwyzerische 5) Die Gesan lichen Kommissarien vorkommen gen, Verdächtigungen, keiten rügen, und die durch, Schuh nehmen.

von Java kreuzen lassen.

rdnung fcierlichst protestiren. örtlichen Kommissarien gestellte Antrag auf Am- r Tagsaßung angeregt würde, so soll die schaft ebenfalls dagegen fich verwahren dtschafc wird endlich alle im Bericht der vordri- den Unrichtigkeiten , Entstellum Leidenschaftlichkeiten und Widerrechtlich: dieselben verletzten Personen in

ngländern noch größere

Lüttich, 6. Juli. Gestern fand in Seraing die Verthei- skatt, welche die Regierung und die Direction Gruben für diejenigen Arbeiter ausgesetzt ha- erwähnten unglücklichen den fie den Verunglüokten leiste-

lung der Preise der Steinkohlen- die fich am meisten bei den neulich Vorfällen durch den Beistand, ten, arisgezeichnet.

S p a n i e n.

Madrid, 29. Juni. Der Senat hat gestern das Gesc Über die außerordentlichen Krie s-Contributionen angenommc it:,ung, in der, wie verlaum

erfassung des Senats betreffende Fra

Deutschland.

Hannover, 5. Juli. (Hamb. Korr.) Das vorgestrige der Freiwilligen aus dem Jahre 1813 wurde in Rehburg 200 und einigen Mitgliedern mit Begeisterung begangen durch die Berichte der Theilnehmer der Gegenstand des Alle Erinnerungen an jene ruhm- Deutscher Tapferkeit und Vaterlandsereue smd damit wieder erregt und aufs neue befestigt worden. Rehburg war nicht ausgezeichnet durch äußere glanzvolle Ein- richtung, aber erhebcnd durch d durch wahrhaft brüoerliche Aufricl) und gehoben durch den Zauber der Ortes, an dem sie*scattfand. mehreren Stabs-Osfizieren unserer Armee, nung des Ganzen, sonst bestand hier kein Rang, nur Kameraden und Brüder waren versammelt. die seitdem zu den höchsten Graden im Mili- uahmcn wieder ihre Titel von da- nerai-Lieutenant War wieder Oberst ge- Alles war militai-

und hielt dann eine nur einige, die innere V gen verhandelt wurden.

Seit einigen Tagen der Hauptstadt v rung.-- Die Regierung

Heute Abend wird die vue halten, die morgen zu dem abgehen soUen.

Die Cspaüa meldet, der Fueriskas dem M die auf der einen S das Wort „Fueros“ enthält. Graf von O.)?ontefuertes seyn.

Tagesgesprächs geworden.

spricht man in verschiedenen Zirkeln blich republikanischen Verschwö- soll anonyme Drohbriefe erhalten haben. Königin über zwei Bataillone Re- Corps des Generals Pardiüai

Die Feier in on einer ange en Geist der Einmüthigkeit, tigkeit und die reinste Freude, Natur-Schönheiten des Ein Frsi-Comitö, beskehcnd aus leitete die Ord- koine Aus-

daß die in Bayonne errichtete Junk Fahne iibersandt habe eite das Wort „Friede“, auf der ändern: Präsident jener Junta soll der

uüagorri eine Weiße

zeichnung, Offiziere, tair-Dicnske gestiegen sind, mals an, der jekzige Ge ivorden, der Oberfr fungirte als Feldwebel.

ONehrere OJTitglieder erschienen in der damali- fast Alle trugen wenigsténs ein Zeichen derselben. ie Beschreibung des Spezielleren, einzelne Augenblick und die freudige Stimmung der ihre Bedeutung verlieh, um noch von einer Ueber- durch “welche die alten Krieger hoch erfreut Se. Maj. dcr

Spanische Gränze. In einem vom Courier mitgi eilten Schreiben aus San Sebastian vom 28. „Heute Morgen fand an den Linien, Hernani gegen- über, eine Auswechselung von 30 Gefangenen auf jeder Seite Bis auf Zwei, die crsc vor wenigen Tagen in eine bei Passages gefangen genommen wurden, sah! den Gefangenen mehr Skeletten als Mensch? 4 bewaffneten Navarresen, die vorqe] stehen jelzc 18 Karlisiische Öl- ange, mit ihm in Unterhandlung derem, eine große Anzahl der unte n ebenfalls zum Uebertrittz daß der Biscayische Anführ- Zweck eine Unterredung mit dem Comman- von Bilbao stationirten Kriegsschiffei _Navarresen ali

risch geordnet. gen Uniform, Wir Übergehrn d

denen der Hause in Alze

die zurückkehren ähnlich. -- Außer den 15 ONUäagorri überginqen, meistens von hohem Sie versprechen unter An ihren Befehlen stehenden Truppe en. Auch hase ich erfahren, Castro zu demselben deur des im Flusse nachgesucht habe. Guipuzcoaer zu M puzcoa ist und dort beitende Klasse ausgeübt hat, Karlisrischen Generalen 11 habe einen Theil seiner an den Uebungen der Viele Personen sind unzufrieden, Spanien eindringt, ich glaube mdeß, daß 1 ben. Seine Truppen sind noch nicht stark genug, nger für die kurze Zeit schon sehr selbe doch noch nicht hinreichend n mit Erfolg angreifen zu können.“ Blätter vom 29. Juli melden 10' innahme yon Peüacerrada und 0“ Nachdem der -Rebeu Espartero 2“ dro„nen versammelt und fich mitdtxu und Belagerungs-Geschüß versehen !) Anbruch des Tages Pesiacerrada und Armee, welche diesen Der Feind wurde durch d bewunderungswürdigen n zurückgeworfen und Am Nachmittage mußte“ die M und *der Feind ,wurde 9" Alles verkündk en Seiner "' ataiaom in Z::

?: .

Gemächer raschung zu reden, und ihrem Feste die Krone verliehen wurde. König und Se. Königl. Hoheit der Kronprinz erschienen plötz- den Fröhlichen, um den Vorsitz an Der Monarä) war erst Tages zu- vor von seiner langen" und beschwerlichen Reise zurückge- Hoffnung nicht, traf plölzlicl) hitze, ohne eine Spur von Ermattung zu im vollen Schmucke einer schweren Uniform und sofort unter die Jubelnden. Der kriegerische Ru ammt besonders aus jener Epoche her. Er hlen. In der heitersken Majestät den obersten Platz an der Brüder und Kamera-_ Zeit und brachte selbst Jeder Anwesende war hoch erfreut iese Jugendkraft in so hohen Abends verweilten Se. Maje- brigen Theilnehmer reiferen erst am folgenden

Se. Majestät der König das wart, wurden aber sondern von den Als der König

[ich gegen Wkittag unter der Tafrl einzunehmen.

deshalb die Rrhburg zu sehr . drückenden O)?ittags verrathen, mischte sich unseres Königs sk wollte bei dem Erinnerungsfeste nicht fe Stimmung nahmen Se. Tafel ein, begrüßte die Gäste um als den“, sprach mit Begeisk chiedene Toaste aus. diese geistige Frische und d Bis gcgen sieben Uhr

Es treten übrigens mehr uüagorri über, denn_ da er selbst aus Guij stets einen sehr großen Einfluß auf die aw so wird diese Provinz von den in so strenger bewacht. Man sagt, er uppen nach Fuentarabia gesandt, um dortigen Artillerie Theiizu nehmer» erung von jener daß er so lan

und obgleich die Zahl seiner Anhä . genannt werden kann, so ist die um befestigte Pofitione - Karlist Nachstehendes über die E Niederlage Guergue's: Bataillone und 7 Sch1va ndthigen Berg; er am 22. mit gen Bataillone der Königlichen theidigten, mit Heftigkei Freiwilligen mit einem mehrmals von den Mauer Boden mit seinen Leichen. dem Muthe der Treue weichen, zwangen, sioh schimpflich “Z:" nieuen T ,k, a s egen ag-rptähoszuraézu

stät dort; die Ü Morgen ab. Gestern Nachmittag beehrlen städtische Freischießen mit Höchskihrer Gegen nicht , wie üblich, von dem Magistrate, Deputirtcn des Schürzen-Vereins empfangen. ldsete die Bürger „- Artillerie ihre Kanonen, und ein ckvoll uniformirter Bürger-Schühen bildete ein aufe hinritt, Maj. thaten cheiben, besuchten die beiden nn nach halbstündiger Anwe- am nächsten Sonntag u wiederholen. r vertraulichen Morgens ist, Mann!, eine 10er xu :: mud.- Anklage betreffend,

Corps geschma Spalier , durch Welches der König zum Schü von dem lauten Zuruf der Sci) zwei Schüsse vor verschiedenen Schüßenzelce und verließen alsda senheit den Platz mit dem Versprechen, in Béglßismlng8de§ K;.dnigl. Familie den Besuch z

a e , . u . Sihung der Stände-Versammmng vom sten d- dem Verne men na gegen den

en begleitet. edeckce dt"

urück uziehen. des Nu mc ir die Wa nd, und Während unsere»

Lehren im Begriff waren, ein umme:

der Anna

Angriff der zahlreichen Kavallerie des Feindes einige unserer Corps in Unordnung brqchke, die, indem sie sich vor der Artil- lerie in zurückzogen, diese am Schießen hinderten und auch die u ri en Bataillone zwangen , das Feld zu räumen. Dies Creigni und die gänzliche Zerstörung des Forts durch die in Menge gegen dasseibe geworfenen Projektilien, so wie der Man el an LebeUSmettel und Munition, machten es, ungeachtet der ntfchlossenheit und des Enthusiaömus der Garnison, den- noch nöthig , den Befehl zur Räumung des Platzes “zu geben; zßz geschah am Morgen des 23sken, ohne daß der Feind es gewagt hätte, fiel) dem, zu widersetzen. Unser Verlust während dieser Tage beträgt mehr 500 OJTann; die Zahl der Todten (| gering, in Gefangenschaft geriethen etwa 200 Mann, ron denen Einige treuloser Weise ermordet worden find; die Uebrigen wurden verwundet, größtentheils jedoch nur leicht. Wenige Unternehmungen smddem Feinde so theuer zu stehen ekommen; nach der Aussage einiger Ueberläufer hat er “2000 Todte und im Ganzen 4000 bis" 5000 Mann verloren.“

-- Man schreibt aus Estella , daß die Karlisten ihre Streit- kräfte um diese Stadt konzentriren und Tag und Nacht an der Befestigung der umlie enden Höhen arbeiten. Die Karlistischen Soldaten smd, dieser ittheiluné zufolge, sehr entmuthigt, und die Einwohner verlassen fast a e die Stadt und begeben sich 11“) den AmeScoas. Don Carlos war am 29. Juli noch in Elorrio, die Niederlage seiner Truppen bei Peüacerrada soll ihm große Unruhe verursachen.

Vereinigte Staaten von. Nord-Amerika. New-Y ork, 12. „Juni. Die Bill zur Fortsetzung des Krieges mit den Seminolen ist im Kongreß einstimmig angenom-

men worden. In RantUcket hat vor einigen Tagen eine große Feuers-

brunst stattgefunden, welche fünfundzwanzig Häuser in Asche

legte und erst gedämpft werden'konnte, als man einige Häuser ; in die Luft gesprengt hatte. Man schäßt den Verlust auf 200,000 ;

Danrs.

Inland.

- -- Schweidnilz, 7. Juli. - Durchreise Sr. Ma- jestät des Kaisers von Rußland. - Heute Nachmittag alb 3 Uhr verkündeten der Festung Kanonen-Donner und

lockengeläute die höchst erfreuliche Ankunft Sr. Majestät des Kaisers von Rußland. AUerhöchstdieselben kamen von Bres- lau, geruhten die vor dem Posthause aufgestellte Ehrenwache Ibefichtigen, die zu Ihrem Empfang zahlreich versammelten

ehdrden auf das Herablassendstkzu sprechen, und die “Reise nach Fürstenstein mit den beglückendsten Merkmalen Allerhdch- sten Wohlgefallens fortkuseßen.

Münster, 7. Jui. - Ankunft Sr. Königl. Hoheit des Prinzen Wilhelm. - Gestern Abend gegen 5 Uhr traf Höchstderselbe, von Hamm kommend, zur innigsken Freude aller treuen Unterthanen , hier ein und stieg auf dem hiesigen Schlosse ab, wo die Königl. Militair- und Civil-Behörden, das

esammte Domkapitel den Weihbischof an der Spitze, alle Pro- ?essoren der König!. Äkademie mit dem Rektor in seinem Amts- schmucke, der Direktor des Gymnasiums, mehrere Ritterguts; befißer , der Ober-Bürgermeister und der Stadt-Magiskrac sick) versammelt hatten, um ihre Aufwartung zu machen. Abends fand ein großer militairischer Zapfenstreich statt, an welchem die Mufik-Corps sämmtlicher hier garnisonirenden Regimenter Theil nahmen. - „In diesem Augenblick inspi irt Se. Königl. Hoheit die auf der Loddenhaide versammelten ruppentheile der hiesi- gen Garnison.

Bonn, 7. Juli. Herr Dubois, General-Znspektor der Universität von Frankreich, ist seit einigen Tagen hier, um sich mit den wissenschaftlichen Verhältnissen unserer Universität be; kannt zu machen.

Koblenz, 7. Juli. - Iubelfeier des Generals von Borstell. - Nachstehendes enthält das Wesentlichste aus der in Nr. 186 der St. ch. verheißenen näheren Beschreibung in der Rhein- und ONosel-Zeitung: *

„Am Sonnabend den 30. Juni begann die Feier. In zahlloser Menge warm Fremde eingetroffen. Drei Dampfvöte langten zu- gleich vor unserer Stadt an und brachten Abgeordnete und Gäste aus den Rheinischen Städten, wie aus we_iéer Ferne. Gegen Abend hatten fich die frexnden und die hiesigen Oifizierc, vier Musik-Corps und eine große Anzahl Soldaten, die Lelztcren mit Fackeln versehen, auf dem kleinen Paradeplatz: versammelt; um neun Uhr begab sci), von einer zahllosen, freudig bewegten Mcnge begleitet, der Zug mit brennenden Fackeln nach der Wohnung des Jubilars auf deux Ka- YMM- hin. Hier hatte sich unterdessen die game Nachbarsohaft zur

itfcier vorbereitet. Die Straßen waren mit Bäumen undMaierz, die äuser mit Laubaewindcn und Flaggen festlich geschmückt, die Feu er übrigens reich brleuchtet, und hicr und da sprach xin zierli- ches TranSparent in' schlichren Worten den Geist der Festseier tres,- feud aus. - An demselben, Abend noch traf Se. Königl. Hohkik der Prinz Wilhelm von Düsseldorf ein. Auf dem Ehrenbreitstein und den beiden Festen Franz und Alexander [oderten Freudenfeucc in die Nacht hinein; dcr Thurm auf der Moselbriicke war prachxvdu beleuchtet und flammte mit tausend brennenden Lampen dcm ersehn- ten hohen Gasie den Willkomm-Gxnß entgegen. -- Heiter, wir ,der Vorabend gewesen, brach der fesiltchc Tag selbst an. Eine schöne, rührende Sc'enc begann die Feier. Aus Insterburg war ein Unter- offizicr des fünften Kilrasfier-Regimems, drjsrn Chef der General von Borstel] isi, angekommen, der in aller Fruhe xrschien und fich ihm mit den Worten" vorsiellte: „Auf Befehl des Konigs melde ich mich als Ordonnanz.“ -- Jetzt erklang unter den Fenstrrn des General- Kommandoöciue schöne Morgen-Mnsik, wobei dad Lied: „Rheinlands Bitte“ gesungen wurde, das gleichsam der Rheinlande heißeste Se- genöjvünsehe „dem Helden zum Morgengruße darbrachie. Jm ,nnem dex Hauses aber hatte sich eine siillere Scene vorbereitet. xe Fa- milie des Generals und seine nächsie Umgebung sprachen dem Jubel. greife ihre Glückwüus : aus und überreichten ihm ihre Weihgeschenke, vie, von !unß eiibten ändea gefertigt, in sinniger Weise ans'des 'theiqrten Lc ca im a er und im Familienkreise hindeuteten. - Von den diensitbuendeu djutantea und den am General-Kommando attaschitten Chargen wurden die ersten Gratulationen_dargebracht; e überreichten ihm einen schön gearbeiteten und smnrnch verziertrn [bekam Pokal. '- Um drei Viertel auf neun überraschte Se. Kö- nigl. obeii der Prinz Wilhelm den _Eefeiernn in seiner Wohnung und 11 erreichte ihm eine Allerhöchste KabinetsxOrdre und dcn„Schwar- ßen Adler-Orden in Brillanten. - Kaum hatte sich Se. Konigxi. Ho- eit ent ;_etnt, als um 9 Uhr eine Deputation des achten Armedxorps, desen nfüvrer der General von Borsiell is, bei ihm eintrat. Der General Lieutenant, Graf bon Dohna, sprach im Namen des Armee- Corps die herzlichsten Glückwünsche aus und überreichte dem vc_r- kbmn Chef. als Weibgesäxenk des achten Armee:Corps, einen masnv -in Gold Learbeitetm Eyrmdeaen, deJu Griff mit Diamanten besest, uno anf eisen Klinge die Namen roßbeeren, Dcnnewiy und Leip- in, die Glanzpunkte seiner militairi chen Laufbahn, eingravirt smd. - in einffiim. deffelben Corps vergaben hierauf dem General ber [eden] reiben, die ihm aus den entferntesten Theilen zur Fu! awüufqims'zu ezandt worden. Unter diesen Briefen befand , aum denen m . tmn kommndirmdm Generale deo Preußi-

795

[gun Hceres, der alten Waffen-Gefäbmn des Generals, und einem Schreiben des Prinzen August, eines von St. Königl. Hoheit dem Kronprinzen von Königsberg aus, demselben Orte, wo der General von Borstel] früher das Geutral-Kouxxuando geführt hatte. - Nach: dem,das achte Armce-Corps feine Glukaüusche dar ebracht, trat der Mdjrr rrn Heißrr. Commandeur des fünften Küra sier : Regiments, das in Insterburg liegt, und dcffcn Chef der Jubilar ist, vor diesen, uxid bmciUc ihm aus wciicr Ferne her die Huldigung und Verehrung seines ReZiments und überreichte im Namen desselben eine kost- barr filbeme'Ehrcnsäule, auf welcher fich oben ein Standartm- Trager. zu Pferde in der Uniform eines Kürasficrs befindit. Auch d)? Prinzen von Solms, der Fürst von Wied und Prinz Max von Wied hatten sich eingefunden und in dem General von Borstel] dem Vßrdxenite huldigen onen. _ Die Regimenter, die in den ewig denk- wurdigen Jahren des Fniheits-Kampfcs 1813 und 1814 unter dem Befehle des Jubilars mitgefochten, wurden durch den Major von Z_lchltn6kv vertreten. Ihr Weihgcsckunk war ein vergoldeter, stlberner Komuzandosab, mit Lorbeeren schneckenförmig umwunden. - Unter Vortritt des Generals von Pfucl erschieucn die fremden Generale und Lfnztcre _anderer Armcc-Corps, und eine Deputation der Oesterreichi- schcn Ofnzicrc aus Mainz wurde dnrck) den General-Lieutcnant uud Vlce-Gouvcrneur von Mainx, Freiherrn von Miiffling, vor esel".- Nach den Deputationcn des Heeres führte der Odcr-PräZdent von Bodelschwingh, als erster Beamter der Rdcin:§provinz. die Abgeord- ueten der Civil-Bchördcn und der Städte bei dem Jubelgretse ein. Herr voq Bodelschwingh sprach im Namen Allcr dic innigsten und herzlichsten Glückwünsche zu der hohen Feier und den Dank aus für das viele Gale, das Se. Excellenz der General von Borsten während des Zeitraums, den er an der Spiße der Rhein-Provinz gestanden, bewirkt hatte, und überreichte im Nameirdcr Verwaltungs-Bchörden der Rhcin-Provin eine mit außerordemlwher Pracht und Kunst ge- arbiitete silberne ase. Hierauf fand die Vorstellung der einzelnen Personen und Dcp'utaticnen statt, wobei der Köuigl. Ober-Berghaupt: mann Graf von Brust im Namen des Königl. Ober:Berg-Amts 1" Bonn eine in Eisen gegossene Büste des Jubilars und ein Portrait desselben in BaSrclief von Eisen mit dcm Rahmen aus einem Stiicke gegossen, überreichte. Die Deputation der Stadt Köln, mit ihrem Ober : Bärgermeisicr Stcinbcrgcr an der Spiße , überreichte dem “Jubilar im Namen der bcfrcimdctcu Stadt eine Medaiae 111 Gold und Silber geprägt. Sie hat 2 Zoll im Durchmes-

ser und ist reich mit den finnreichficu Emdlemen versehen. _ * Eine Deputation des Stadtratds und der Bürgerschaft von Koblenz,

unter Vortritt des OhrwBiirger-neißcrs Mädler, hatte ganz besondere Gründe und Veranlassung zur freudigen: TbciLnahme am heutigen Feste, waH auch der Rednxr in grhaltvoucn Worten vortrug. die der Heldengreis mit seiner so bewährten Gutmüthigkeit und Woblwoüen- heit aufnahm_mid mit dcn Worten erwiederte: „Lassen Sie mich immer Jhr Mitbürgersevn; Mitbürger n-iziri) immer war, will ich bei Ihnen bleiben.“ Als Zeichen der Dankbarkeit unserer Stadt für das immer rege Wohlwoklrn in jeder großen und kleinen Gelegenheit ver- cbrte ihm die Depntatiou einen goldenen Pokal in Römsrform auf einem goldenen Teller, in dessen Mitte ein erhöhter Rand dem Po- kal zum Fnßgestell eingepaßt war. EineDchtatiou der Stadt Bonn, mit dem Ober- Bürgermeister Windeck an der Spitze, brachte dem Jubilar die Huldigung ihrchitbürgcr und verehrte ihm in deren Namen eine ausgezeichnet schöne Pendule mit zwei vierarmigcn Kandelabcrn von sclicncr Schönheit. - Nachdem noch mehrere Dcputationen der Städte Trier, Ehrenbreitstein, Wetzlar u. s. w., des hocbwiirdigcn Dom-Kapitcls von Koln, der„Rheinischen Friedrich-Wiihelms Universität zu Bonn 11. 711. a. vorgestellt waren, nahm der Jubilar das Wort und sprach scinewDank mit inniger Rührung gegen alle Anwesenden aus, mit der Bitte, ihm das Wohlwollen auch fiir die Zukunft. u erhalten, auf welches er stolz und welches zu erhalten immer sein unsch seyn werde. „Nachdem die Behörden und Abgeordneten dem Jubelgreise ihre Giückwünsche dargebracht batten, boite Se. Königl. Hoheit ibn ziim feierlichen Gottesdienst in der hiesigen evangelischen Kirche ab. Höchslderselbe und der Prinz von Solms Durchlaucht geleiteten ihn in das Chor der Kirche. Der Ober-Prediger Herr Moelhausen hielt eine feierliche Rede und sprach schöne Worte über die Tugenden eines christlichen Kriegers, wie bei ihm unter allen Umüändcn, im Krieg und im Frieden, vor Freund und Feind, die Tapferkeit mit der christlichen Liebe gepaart seyn mr'iffe. Alle Gcmüther fühlten fich tief ergriffen, als er am Schlusse der Predigt in das allgemeine Gebet ein besonderes fiir den Iubclgrcis aufnahm. -- Nach beendeten: Gottesdienst war große Parade und um zwei Uhr holte der Prinz Wilhelm den Ge- neral zum Festmahl ab, das in dem großen ehemaligen Akademie- Saalc gefeiert wurde. Der Saal war unter der intung des Inge- nieur-Hauptmanns Schnißlkr auf eine des Festes würdige Weise aus- ge=§chmüchn An vierhundert Gäßc hatten sei) zu dem Festmahl ver- cinigt. Es war ein schöner erbebendcr AnbLick, wie hier ein geliebter König:?sohn mit hochstehenden Beamten und treuen Bürgern xu Ta- fel saß, wie in diesrm Kreise heriliches Wohlwollen nnd unbefangene Heiterkeit waltctc; es war ein Schauspiel, auf das wir siolz seyn diirfen, und das keine Zcit in der Erinnerung derer, die daran Theil genommen, verwischen wird. Die Veranlassung des Festes, die Ge: genwart des Königssohns, Ach trug dazu bei, die Herzen der An- wesenden mit frendigem Hochgrsiihl zu erfüklen. Als aber [etzt dcr gefeierte Greis fici) erhob und den Toast auébrachte auf Se. Maje- stät den König, da crscholl ein kräftiges, stürmischcs Lebchoch. Da- zwischen donnerte das Geschii13, und mit Begeisterung stimmte die ganze Versammlunq den Gesang an: „Hcil Dir im Siegetkranz.“ - Den zweiten Toast brachlc der Prinz Wilhelm Sr. Exceslenz dem General von Borstel]. Mit welchem Jubel aich) diescr Toast und aiie die folgenden anfgcnommcn wurden, das brauchen wir nicht zu sageix. Der dritte Toast galt dem Königlichen Hause und namentlich seinem Repräsentanten, dcm anwesenden Prinzen Wilhelm. Ihn brachte, als ältester General des Armre:Corvs, der Graf von Dohna aus. Der erste Civi1:Bcanxte, der Tber-Präsident von Bodelschwingh, brachte den vierten Toast dem Heere ans. Der fünfte Toast galt der Ein- dcitdesVolkesunddes HeeresundwurdevondrmGeneral-Licutcnantvon Pfucl, dcm kommandirenden Generaldes7tenArmee-Corps, ausgcbracht. NW) mehrere Toaste wurden jetzt ausgebracht. Aber nur noch zweier wollen wir erwähnen, chieniaen, den der Gencral-Lieutenant von Miiffling, Eouvcrncur aus Mainz, auf die doch verbüixdeieit Mächte ausbrachte, und des Toastes unseres allgcliebten Ober) Bür- germeisters, des Herrn Mähler, Gegen Abend hob der Prinz dre T.:fcl auf, mit einigen Worten, die, wie Alles, was er sprach, die Gcmiithcr mächtig ergriffen. Unter rauschendem Lchehochruf trennte W) die Versammlung. Das Fest des Tages [chloß ein glänzender Bal! auf dem großen Kafino-Saale, „drr zu diesem Zweck sehr an- sprechend aus;;eschmückt war. Se. Kcmgl. Hobelt bcehrte den Ball mit Höchsxseincm Besuch und eröffnete ihn an der Hand der Frau Generalin von Borstel]. Nach cimgeu Stunden des Verweilens zog fich Höchstderselbe zuriick, so wie der Iubelgreis. - Als Raehfeier kann ein glänzendes Diner angesehen werden, welches Se. Königl. Hoheit der Prinz Wilhelm am folgender: Tage gab. Am Abend war bei dem General von Borstell ein zahlreicher Ball, und dieStadt war wieder schön erleuchtet.“

Rechtspflege.

In der Nr. 136 der Staats - Zeitung ist eine Uebersicht von dem Inhalte des General-Berichts mitgetheilt, welchen im verflossenen „Jahre an Se. Majestät den König der Herr usiiz- Minister Mühler Exc. erstattet ,hat. Zu denjeni en e en- ständen dieses, überhaupt für die Geschichte des reußichen Staats und seiner Verwaltung höchst wichtigen Aktenftüokes welche von allgemeinerem Interesse smd, gehören vorzüglich die unter den vier ersten Rubriken aufgeführten, welche das Iustizwesen im Ganzen betreffen, dann der Theil, welcher insbesondere das Personal der IustY-Verwatxung angeht, zuleßt einige der unter den folgenden ubriken berührten spe- ziellen ELenstände, namentlich dai Hypotheken- das Nr!- 11111101.- esen, endlich das n einism Gegenden er Monar-

ie mit mKr und weniger Erfolg eingeführte neue „Institut der

chieds- änner.

Es kann die Absicht nicht seyn , und schon der Raum der Staats : Zeitung gestattet es nicht, einen vollständigen Auszug aus jenem Berichte auch nur über die oben genannten Gegen- |ände zu liefern; es können vielmehr hier nur einige Bemer- kungen und Andeutungen gemacht werden, um dadurch um so mehr Veranlassung ur eigenen Durchtcht des gehaltreichen Werkes zu geben. o sehen wir fürs rske, was die Justiz- Einrichtung und Verwaltung im Ganzen betri , daß am Schlusse des Jahres 1836 in der Monarchie, mie usschlUK der Rhein-Provinz und des Fürstenthums Neuchatel, für 11 157-227 Einwohner, wobei die Militair - Yersonen und deren Familien nicht mitgerechnet find, fol ende erichts-Behörden beskgnden:

!) das GeheimeOber- ribunalßku Berlin, als oberster und ausschließlicher Gerichtshof für die evistons- und Richtigkeit!!- Bes chwerde-Jnstanz ;

, 2) 20 Landes-Zuftiz-Koaegien, daneben der Ober-Appella- tions-Senat des Kammergerichts, das Tribunal zu Köni sberg, das Ober-Appellations-Gericht zu Posen, das Kurmärkis : Pu- pillen ; Kollegium zu Berlin, das Hofgericht und „Konsistorium zu Greifswald.

3) 7018 verschiedene den Landes-Juskiz-Kollegien unterge- ordnete Iusriz-Behdrden, nämlich 41 Inquifitoriate, 138 „Kreis- Kommisfionen und Kreis-Justiz-Räthe, 583 Köni 1. Untcr-Ge- richte, wovon 108 mit drei oder mehr Richtern, 305 mit einem oder mit zwei Richtern beseßt sind, 122 besondere Gerichte, als Berg-, Geistliche, Fabriken-, Univerfitäts- und Steuer-Untersu- chungs-Gerichte, endlich 6134 Privat-Gerichte, wvvon 128 Für- stenthums-, Standesherrliche und Patrimonial-KreiszGerichte, und 6006 gewöhnliche Patrimonial-Gerichte.

Alle diese Justiz-Behörden bestehen, mit unbedeutenden Aus- nahmen, noch jetzt; es wird aber wvhl, was die große Zahl der Patrimonial-Gerichte betrifft, kaum nöthig seyn , hinzuzufügen, daß daraus keinesweges eine eben so große Anzahl einzelner Patrimonial- Richter zu folgern ist, indem es nicht selten vor- kommt, daß ein und derselbe Justitiar 8- 12 und mehrere Ge- richte zu verwalten hat und bei ihrem geringen Umfange füglich verwalten kann. Dies ergiebt sich klar aus der, Seite 9 des Berichts angegebenen Zahl sämmtlicher Richter-Beamten. Sie betru bei den Königlichen und aus Staats-Fonds unterhalte- nen erichten 2325, nämlich 422 etatsmäßige Ober-Gerichts- Mitglieder, 1593 dergleichen bei Unter- Gerichten; dazu 165 nicht etatSmäßige, jedoch remunerirte, und 145 nicht remunerirte Richter-Beamte. Die Zahl der Richter bei Privat-Gerichten betrug dagegen 523, außer welchen auch noch 475 Königl. Rich- ter zugleich als Privat-Richter fungirten. Die Zahl sämmtlicher gerichtlichen Subaltern- und Unter-Beamten betrug 7413, und die der Justiz ; Kommissarien und Notexrien 1140, folglich die Zahl sämmtlicher wirklich angestellten Iustiz-Beam- ten 11,401. Sehr interessant ist hierbei die in dem erichte angestellte Vergleichung mit der Zahl der Zustiz-Beamren in Frankreich, Welche im Jahre 1833 nach amtlichen Listen für 32,500,000 Einwohner 34,023 betrug, nämlich:

Zuges (Le paix ............... 2846 conzsjllerz et ]!!Zss ............ 1631 conseillers anliiteqrs el Zuxxez zuypleanlx 1687 30706313 inzcripiz ............. 4995 30706315 meNirgz ............ 1534 3701108 ................... 3050 buisziers .................. 8182 vatairea .................. 10,098 * 34 023

,

Dabei ist zu bemerken , daß diese Zahl die eigentlichen Subal- tern-Beamten , z. B. die Z'rsköers u. s. w., nicht einmal befaßt, eben so wenig wie die Hypotheken-conserrateurs und die Beam- ten der enrsgistrements-Büreaus, während andererseits die Preu- ßischen Gerichte eine Menge von administrativen Geschäften zu besorgen haben, die den Gerichten in Frankreich fremd find. Die Zahl der Iustiz-Beamten ist daher in Frankreich verhält- nißmäßig weit größer als in Preußen.

Eine andere, nicht minder interessante Notiz betrifft das Verhältniß der Einwohnerzahl zu den beiden Haupt-Klaffen der Gerichts-Behdrden, den Königlichen und den Privat; oder Pa- trimonial-Gerichten.

Es stehen im Gan en 7,979,432 unter Königlicher und 3,717,795 unter Privat; urisdiction, Die meisten Patrimo- nial-Gerichts-Eingesessenen hat die Provinz Schlesien, näm- lich von 2,515,551 Einwohnern 1,543,881; die wenigsten hat die Provinz Westphalen, nämlich nur 81,031, und insbeson- dere hat das Ober:LandeSgerichts-Departement Münster gar Keine. - Es möchte nicht überfiüssig seyn, der Ursache dieses auffallenden Unterschiedes zu gedenken. Sie liegt großentheils in der verschiedenartigen früheren Verfassung der Patrimonial- Gerichte in Westphalen, im Vergleiche mit der in anderen Pro- vinzen, überhaupt in anderen Gegenden Deutschlands, - und dann in der neueren Gesetzgebung. Es war in Westphalen durchgehends nicht der Fall, daß die Patrimonial-Gerichtsbar- keit den Grundstücken anklebte, welche den Bezirk desselben aus- machten; das heißt, es steht geschichtléch fest, daß nicht das Ei: genthum respektive Ober-Eigenthum daran die Hauptquelle der Patrimonial-Gerichtsbarkeic war. In vielen Fällen war fie vielmehr ein mittelst Belehnung oder Privilegium übertragener Ausfluß der höchsten Gewalt; theilweise war sie der Rest frü- herer nicht zur Reife gekommener Territorial-Hoheit, und eine HaUptquelle der Patrimonial-Gerichtsbarkeit lag in Westphalen in den vormaligen Fehm- Und Freienftuhls-Gerichten. Solche geschlossene adlige Güter oder Domainen und adlige Gerichte, wie fie sich in den übrigen Provinzen der Monarchfe “linden, und eben so auch Unterthemen; und Einsassen-Verhälmi Z wie sie z. B. in dem siebenten Titel des zweiten Theils des age- meinen Landrechts entwickelt find, kannte die älrere Verfassung Westphalens nicht. In den Patrimonial-Genchts-Bezirken, namentlich des vormaligen Hochstifts Münster, hatte daher der Gerichtsherr oft nur wenigen Grundbesitz,; dennoch erstreckte sich die Gerichtsbarkeit selbst über ane mchr,exemte Personen und Realitäten, selbst über die„landeöherrltchm Domaiuen. Noch eine andere Eigent ümlichkett „der Patrimonial 1 Geri te Westphalens War die, da großenthrils die landesherrlichen :- richte konkurrente Jurisdiction mit ihnxn hgtten; so konkurrir- tsn namentlich im Hochstift Münster die betden Fürstlichen Gex richte, das weltliche Hof-Gericht und das Ossi ialat-Gericht mit ihnen in der ersten Instanz tn allen, zur Cwi -IuriSdiction ge- hörigen Fällen, so daß der Kläger die unbeschränkte Wahlhatre, ob er seine Klage bei ihnen oder bet den Fürstlichen Gerichten anbrin en wollte. “Auch im Her ogthum Westphalen (Be lrk des O er-Landeö-Gerichts zu Arno erg) ver iel: es sich in a n- acher Art, indem die meisten atrimonial- erichn nur konkav-

rmu Jurisdictim in Cevi! - _ a:hen mir den Zum. . Amma