_zung von Buschihr mit einer &
Anderem mit großer Entrüstung darüber aus, daß Lord al- merston die Theilnahme des auswärtigen Amtes an der er- ausgabe des bekannten „Portfolio“ ableugne. Er verweist auf eine ihm unterm 22. Mai1830 durch Herrn Backhouse gemachte Mittheilung, worin die Berichtigung einer in dem „Portfolio“ enthaltenen Angabe gewünscht worden sey, weil Herr Poulett Thomson sich darüber „bei Lord Ponsonby“ beschwert habe; er erinnert ferner Herrn Backhouse daran, daß er einst, als Lord Palmerston und Herr Strangways nicht in London gewe- sen und es mit der Veröffentlichung einer Depesche in dem „Portfolio“ sehr gceilt habe, fich an ihn um Autorisation dazu gewendet und zur Antwort erhalten, er möchte die Sache nur auf seine Verantwortlichkeitpubliziren, worauf er aber nicht ein- gegangen sey, sondern crwiedert habe, er werde keinen Bogen ohne Genehmigung und Revision von Seiten irgend eines Mitgliedes dcs auswärtigen .Ministeriums zur Druikerei schicken. „Ob: gleich ici)“, sagt Herr Urquhart dann weiter, „Niemandes An- kläger seyn will, so fühle ich mich doch durch die Ablcugnung des Zusammenhanges zwischen dem „Portfolio“ und dem aus- wärtigen Departement von Seiten Lord Palmerston's gedrun- gen, die“_VeranctvortliMeir, die hier für ein Werk von so mon- ftrdscm Charakter cbm so auf mich gewä1zc werden soll, wie in W SW)? dcs „Vixcn“, von mir abzulehnen. Ich erkläre da- her ["e-ze ausdrücklich, dazu berechtigt und entschloffen zu seyn, dic Verantwortlichkeit für jene Schrift auf Lord Palmerston und das auswärtige Departement zurückzuweisen.“ Zn Be- zug auf die Expedition des „Vixcn“ behauptet Herr Ur- quharr, daß Lord Palmerston dieselbe anfangs vollkommen gebilligt und erst später, als es sich um die Veranc; wortlichkcic für das Unternehmen gehandelt, plötzlich andere Saiten aufgezogen habe. Er betuscficl) darauf, daß er mit dem verstorbenen Könige, mit dessen Privat-Secretair, Sir Herbert Taylor, mit Herrn Macneili, dem Britischen Gesandten in Per- sien, mit Herrn Strangways, Unter-Staats-Sccretair für die auswärtigen Angelegenheiten, über jene Expedition gesprochen und mit Lord Ponsonby darüber korrespondirt habe, und das; er durch dicser Aller Acußerungen in dcr Anficht bestärkt wor- den, das; diesem Unternehmen geselzlici) nichts entgegenstehe. „Lord Palmerston“, heißt es weiterhin in dem letzten Briefe, welchen Herr Urquhart am Msten d. an Herrn Back“- house geschrieben hat, „nahm daher die Expedition, wie alle andere in derselben Absicht begonnene Maßregeln, unter seinen Schulz; aber indem er sie unter diesem Schuß geschÖhen ließ, that er zugleich, wie es sich jeht zeigt, Schritte zur er- eiteiung derselben. Wenn ich nun das ganze Sachverhäitniß noch einmal überblicke, so sehe ich klar, daß er sich die Mög- lichkeit offen ließ, von der Reise des „Vixen“, so wie von den
“übrigen damals eingeleiteten "Maßre eln, Ruhen zu ziehen, - wenn die Oppositions-Politik gegen
ußland beibehalten wor- den wäre, und umgekehrt die Sache gegen die Vertheidiger jener Politik, in die er sich eine Zeit lang hatte fügen müssen, und zu Gunsten Rußlands zu wenden, falls der Russische Ein- fluß den Sieg davontrüge,“
Die Zurückhaltung, womit Lord Palmerston am Freitage auf die Über die von Bombay abgesandte Expedition an ihn gerichteten Fragen antwortete, hat die Unruhe, in welche die Gemüther durch die leßten Nachrichten aus Oßindien verselzc worden sind, natürlich nicht beschwiehtigt. Der Lourier meint aber, wenn Lord Palmerston die Lage der Dinge offen ausein- andergeseßt hätte, würden sich gewiß alle Besorgnisse im Publi- kum gelegt haben. Das genannte Blatt geht dann auf eine nähere Betrachcunq der letzten Begebenheiten und Verhältniss in Persien ein. Das Gerücht, sagt es, daß. Russische Truppen in Teheran eingerückt wären, scheine sich zwar nicht zu bestätigen, indoß kökxne man doch nicht glauben, daß ohne einen triftigen Grund eine Englische Streirmackzt nach Buschihr würde geschickt worden seyn. Der ]ekzige Schach von Persien strebe bekanntlich da- nach, einige der östlichen Provinzen, die früher zu Persien gehört, xelzc aber schon seit langer Zeit sich der Unabhängigkeit erfreuten, seinem Scepcer wieder zu unterwerfen; diese unabhängige Staa- ten, zwischen Persien und Indien gelegen, bildeten ein starkes Bollwerk für letzteres Land geJen etwanige von Persien her kommende Angriffe. Daher ha e die Britische Regierung das Eindringen einer Persischen Armee in Kabul stets mit eifersüch- tigen Blicken bewachen mäffen, und um so mehr, Wenn der Gedanke , sich im Osten für das zu entschädigen, was Persien im Jahre 1828 im Westen verloren habe, dem jekzigen Schach, wie das Gerücht besage, zuerst von der Rusfischen Regierung eingegeben worden.. Umsonst habe der Britische Gesandte am Persischen Hofe sich bemüht, den Schach von einem so gefähr- lichen Unternehmen abzuschrecken; eine Armee sey gegen Heirat vorgerückr, dessen Besitz schon allein einen unermeßlichen Land- strich'unrer Persiens Herrschaft bringen-würde; aber die Mit- nahme einer großen Menge Schlitten und anderer zu einer Belagerung unnützen Gegenstände sey ein deutliches Zeichen, daß die Einnahme von Herac nur ein vorbereitender Schritt seyn solle zu einer Expedition über die Gebirge nach Afghani- stan bis a'n'die Gränzen von Labore und folglich bis in die unmittelbare Nachbarschaft der Britischen Befißungen in In- dien. Den lsßten Nachrichten von Zerat zufolge, habe der Schach nur wenig Fortschritte in der elagerung gemacht, und der Englische Gesandte suche ihm von der weiteren Verfolgung eines Unternehmens abzurathen, welches, es möchte gelingen oder nicht,- jedenfalls die Hülfsquellen seines Reichs erschöpfen müsse. Was nun ferner geschehen, sey augenscheinlich nur der Englischen Regierun bekannt und werde vielleicht erst in ei- nigen Wochen zur ennmiß des Publikums gelangen; wenn es sich aber beßätige, daß eine große Anzahl Russischer Offi- ziere fiel) der Persischen Armee angeschlossen hätten, um sie auf ihrem '))?arsch nach dem Osten Zu begleiten, so sey die Bestz-
nglischen Streitmacht wohl als eine Vorsichtsmaßregel zu betrachten, denn habe der Schach eine Englische Armee in seinem Rücken, die sich im Besitz des wichtigsten Seehafens seines ganzen Reichs befände, so würde es“ gewiß seinerseits sehr gewagt seyn, die freundschaftlichen' Warnungen Englands unbeachtet zu lassen. Sollte er aber so kühn seyn und einen Krieg unvermeidlich machen, so würde Persien selbst ein weit bequemerer Schaupla? zu Feindseligkeiten seyn, ais Afghanistan oder Labore, wo (ngland von seinen Marine-Vortheilen keinen Gebrauch machen könnte; vielleicht aiso habe sich die Englische Regierung den von den Franzosen gegen Ankona auégeführten Handstreich zum »Musker genom- men und in ähnlicher Weise die Befißnahme von B0schthr be- schlossen. Schon seit einiger Zeit ha e sich die Regierung für alle Fälle gerüstet und bedeutende Streitkräfte im westlichen Indien konzentrirt; der Schach werde daher bald inne werden, daß es nicht so leicht sey, Englands Macht Troß zu bieten.
Da die Bill zum Schutz der Kth, die aus Ostindien als Arbeiter nach Westindien „escndet werden, im Unterhause beiseikgklkyk wvrdcn is?, so wii? der Präsident dvr“ Oskindischen
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Kontrolle, Sir John Hobhouse, der_deshalb mit den Direkto- ren der Ostindischen Compagnie Rückiprache genommen hat, da- für Sorge tragen, daß so bald als möglich ein Befehl zur Ein- stellung jener Versendungen erlassen werde, um unterdessen Zeit zu gewinnen, die Zulässigkeit dieser TranSporte in reifiiche Erwägung zu ziehen. Er erkläxte neulich im Unterhause auf eine Frage Sir R. Peel's, daß er den General-Gouverneur von Ostindien für vollkommen befugt halte, die Wegsendung von Ostindischen Eingebornen aus ihrem Vaterlande zu ver- indern.
h O'Connell hat wieder einmal ein Schreiben an das Jr: ländische Volk gerichtet, worin er semeAnfichten über die drei Zrländischen Maßregeln ausspricht. Er ist mit allen dreien sehr unzufrieden, fordert aber die Zrlätider auf, sich auf seine WE!)- samkeit zu verlassen und unter einander einig zu seyn. zur das Bcsre von Allem, Was man erlangt habe, erklärt_ er die Abzahlung der rückständigen Zehnten ads Stadts-Fonds. „Die Hoffnung, auch ohne Auflösung der Union endlich Gerechtigkeit von Seiten Englands für Irland zu erlangen, will er noch nicht aufgeben. „ . ,
Angeblich soll Sir George Villiers, der Britische Gesandte in Madrid, auf seiner Reise nach London unterweges im Pau eine Unterredung mit Muüagorri gehabt haben, und _man glaubt daher, das; die Englische Regierung geneigt sry, s1ch fdr die Basken zu Gunsten der Fueros bei der Madrider Regierung zu vemvenden.
Die Admiralität hat dem Ober-Zntendanten des Englischen Geschwaders auf der Station im Mexikanischen Meerbmen-die Instruction zugehen lassen, daß die Englischen Paketböte tys- künftige, so lange die Französische Blokade noch dauert, keine Baarschafcen mehr für kaufmännische Rechnung zu Veracruz oder Tampico an Bord nehmen sollen.
Aus Montreal vom 6. Juli erfährt man, daß, bei im- mer noch fortdauernden unruhigen Bewegungen an der Gränze, Lord Durham von Quebek aus dort eingetroffen war, nachdem er zuvor in der QUebek-Zeitung die erwähnte Proclamation pu- blizirr hatte, in welcher erklärt wird, daß acht in den Gefäng- nissen von Montreal sitzende Znsurgenten-Chefs nach den Ver- muda-Inseln transporrirt werden und bei Todesstrafe nicht wie-
“ der nach Kanada zurückkehren sollen, und daß Papineau und
die übrigen Verschwornen, falls sie fich wieder in Kanada be- treffen ließen, dieselbe Strafe erleiden würden. Von Papineau sagt der „Montreal-Herald“, er sey nebst seinem Kameraden Lafontaine in Saratoga im Staate New; York bei seiner Fa- milie angekommen. Die übrigen Gefangenen, außer den achtDe- portircen und außer den Mördern des LieutenantWeir, findin Frei- heit eselzc worden, nachdem sie eine namhafte Summe als Caution für ernere gute Aufführung gestellthatten. Den Richtverhafteten, gleichfalls mit mehreren "Ausnahmen, wird Amnestie gewährt. "Außerdem publiziren die Kanadischen Blätter noch zwei Ver- ordnungen, die eine zur Erhaltung der Ruhe in der Provinz, die andere zur Einrichtung einer hinlänglichen Polizei in den Städten Quebek und Montreal, nach dem Muster der Londo- ner Polizei. In Montreal haben Lord Durham durch das Ums'türzen seines“ Wagens und Sir" I. Colborne durch den Sturz seines Pferdes beiderseits Verletzungen erlxtalten, jedoch nicht bedeutende. An der Kanadischen Gränze i] der Häupt- ling der Jnsurgenten von Shorthill, der sich den Namen Ge- neral Moreau beile te, gefangen genommen worden.
Am gestrigen **etre'idemarkt war die Zufuhr von Weizen nur gering, und die besten Sorten galten daher 1 bis 2 Shil- ling mehr, als in der vorigen Woche, obgleich nich_t sehr viel gekauft wurde. In den Preisen des unter Schloß liegenden fremden Weizens fand eine Steigerung von 2 bis ;; Shilling statt. Das Wetter ist in den lelzten Tagen kalt und regnicht gewesen, so daß sich die Aussichten für die Aerndte wieder ver- schlechtert haben. Die Zölle auf fremden Weizen smd daher um 2 Shilling heruntergeseßt worden.
Niederlande.-
Aus dem Haag, 31. Juli. Der Baron von Hecke- ren, der viele Jahre lang Gouverneur unserer Westindischen Besikzungen war, ist am 8ten v. M. auf der Rückreise in das Mutterland zu Curacao mit Tode abgegangen.
Am 1. Juli d. J. bestand die Niederländische Seemacbt in aktivem Dienst aus 9 Fregatten (worunter 3 Wachtschiffe), 7 Korvetten, 4 große Briggs, 2 kleine Bci gs, 3 Dampfbdte, 13 Kanonierböte 2c. Alle diese Fahrzeuge i?aben eine Beman- nung von 4703 Köpfen. Außerdem smd noch in nicht-aktivem Dienste; 8 Linienschiffe, 13 Fregatten, 7 „Korvetten, 9 große und 3 kleine Briggs, ein Dampfschiff und eine große Anzahl von Kanonierböcen. _
Der Sohn des Fürsten PaSkewitsch von Warscyau isk aus Deutschland hier eingetroffen.
Belgien.
Brüssel, 31. Juli. Der König ist vorgestern aus* dem Lager im Palaste von Laeken eingetroffen, und wird sich heute nach dem Schlosse Ardenne begeben. Derselbe soll die Depu- tation des Provinzial-Rathes der Provinz Limburg sehr Wohl- wollend aufgenommen haben; die Luxemburger Deputirten wer,- den wahrscheinlich in dem genannten Schlosse zur Audienz ge- lassen werden.
' Gestern War hier das Gerücht verbreitet, daß die Mini- ster die Absicht hätten, die Kammern in der leßten Hälfte des nächsten DJZonats zu einer außerordentlichen Sesston usammen- zuberufen, um denselben die politischen Fragen der egenwart vorzulegen. In der gestrigen Versammlung des Minister-Con- seils, in welchem der König selbsk den Vorfilzführte, soll in dieser Beziehung ein definitiver Beschluß gefaßt worden seyn. Mit diesem Gerüchte bringen die hiesigen Zeitungen eine andere Nachricht in Verbindung, daß nämlich an alle hö eren Offiziere der Befehl ergangen sey, Urlaubs-Bewiiligunge bis zum 1. Januar“ 18:19 zu ertheilen, und daraus ziehen se die Folgerung ciner baldigen friedlichen Ausgleichung mit Holland.
Lüttich, 30. Juli. Belgischcn Blättern zufolge, soll der König in seiner Antwort an die Deputation der Limburger die Versicherung erthcilc haben, daß ihr Interesse bei der Lon- doner Konferenz mit Eifer und Festigkeit vertheidigt würde; doch dürfe man sich nichtverhehlen, daß das Verhältniß Luxem- burgs zum Deutschen Bunde die Lage der Sache bedeutend er; schwere. Wenn man nur mit Holland allein zu unterhandein hätte, so würde fich gewiß viel rascher ein beiden Ländern zusa- gendes Auskunftsmittel finden lassen. Der Stand der Dinge seit 1830 sey übrigens der Konsolidirung der Belgischen Natio- nalität nur günstig gewesen und der König freut sich, daß man hauptsächlich ihm die Erhaltung des status quo zu verdanken gehabt. Bis zur endlichen Ausgleichung der Angelegenheit, deren Zeitpunkt
noch immey nicht zu bestimmen sey, empfiehlt der König den Lim-
burgern dieselbe Mäßigung, dieselbe Umßcht, durch die se bisher ausgezeichnet; zu ungestüme Aeußerungen könnten (16. bei den Nachbar|aaten,- deren Belgien mehrere habe, Ann“! geben. So viel als möglich müßte man_ es ]edoch zu vermejd suchen, daß das Anstand nicht veranlaßt werde, den ijft ud jeden Preis beendigen zu wollen; denn hierbei treff, es sich t: meinhin, daß man dem schwächeren Theile Unrecknqeb, 81 Diese Antwort soll von der Deputation mit großer Aufmerkfa keit angehört worden seyn. Auch soll, der Präses derselbendk Könige angezeigt hgben, daß em Limburger “."? Denkschri- über die Holländijchen Enklaven tm Limburgiichen abgefaßk habe. - „,
Deutschland.“
Hannover, 2. Aug. Der General und .Kriegs-Mmtu Graf von Alten_isk von seiner Mission nach London heute Mc wieder eingetronen.
Einer Bekanntmachung des Magistrats von Lünebxxxg folge, soll daselbst weimal jährlich eine '))?esse stattfinden, Z“, alle Vortheile und erqünstigungcn der „Braunschweiger MSM; genießen wird. Die Zeit jener zwei Messen ist aus MM, nach Läcare und auf den 15. September bestimmt und sog 11, mit zu Lätare 18:59 der Anfang gemacht werden.
Norderney, 28. Juli. (Hamb. K.) Die vjey “skin
Wochen der dies'1ährigen Badezeit haben diesem Wirksamcn Nordscebade abermals eine so bedeutende Anzahl von Ku:- gäften und Fremden zugeführt, daß es trotz der reichlichenVW mehrung der Wohnungen durch die Vollendung des Ieschmach; vollen großen Logirhauses und durch den Neubau vielerPxx. vathäuser bereits anfängt schwer zu werden, Logis zu bekom- men. Unter den bereits anwesenden Badegästen befinden ßch Se. Königl. Hoheit der Kronprinz, Ihre Durchlaucht die Her zogin vou nhalt-Bernburg *und Se. Hoheit der Kur, prinz und Mitregent von Hessen-Kassel, unter dem Infoq- nito eines Grafen von Schaumburg, und darf man im We des nächsten “Monats auch dem Besuche Sr. Majestät dcus, nigs mit Gewißheit entgegen se en. .
Hamburg, 3. Au ust. * ir hatten diere Woche hierem lebhaftes Geschäft in ctraide, namentlich in Weizen; am Montag, nach Ankunft der Londoner Post, wurde viel davon gekauft,. und mehr noch am Dienstag, nach Ankunft des HUUer Dampfbootes. Die Preise an beiden Tagen sind 8 bis » Rthlr. Ct. pr. Last gestiegen, und nun höher, als sie bis jeßt in diesem Jahre gewesen. Vorgestern und gestern war zu diesen erhöhten Forderungen weniger Kauflust. Auel) Roggen har mchr Beachtung gerndcn und ist einige Thaler höher bezahlt wvrden; gekauft wurde auf „Lieferung ]Z'pründ- Nkecklenburger zu 77 Rthlr., und später zur Stelle 120 & 121pfi'md. Oberländi- 1cher zu 80 Rthlr. Gerste bl'eibt zur Versendung noch gefor- dert und angekommene kleine Parthieen Mecklenburger und Magdeburger haben 68 a 70 Rthlr bcdungen. Feiner, geruch- freier Hafer ist gut verkäuflich, dergleichen *))?ecklcnburger wurde mit 50 Rchlr. bezahlt, Nieder-Elbischer nach Qualität, von 35 bis 45 Rthir.
Spanien.
ONadrid, 22. Juli. Die Königin hat für die Soldaten der beiden Bataillone der Guiden und der Freiwilligen,die am 20. Juni das Fort von Peäacerrada erstürmten, einen eige- nen Orden gestiftet.
Von Esparteuo ist noch immer keine Antwort eingegangen; man hofft iedoch, daß er das Kommando behalten wird. Sein
Rücktritt würde nothwendig eine Veränderung des Kabinets
ur Folge haben und Wahrscheinlich die Exaltirten wieder ans" ?Kuder bringen.
Die leizren Nachrichten aus Andalusien lauten Überall günstig; in der Provinz und namentlich in Malaga herrschr vollkommene Ruhe.
Spanische Gränze. Die Breslauer Zeitung ent- hält nachstehende Beschreibung des Terrains, welches die Trup- pen des Don Karlos beselzc halten: ,
„Hauptquartier Eßella, 8. Juli. Auf der sehr gusgedchn: tcn Vrrll)eidigungs-Linée unserer Gränzexxgegen dcs Femdxs Opi- rationcn, welche vom Ebro außgebcn, sicht tm westltchen Theile Bli- caya's die Kantabrische Division unter Don C_astox Ancholcaga, einem jungen kräftigen Sohne ]cner Gebirge, der itci) an wenigen Jabrxy von der Pike zum General binaufgeschwungen vat.„_ Balmajeda ux der Mittel- und Stützpunkt seiner Operationen, die sick) oft bis 111! in die Gebirge Asturiens erstrecken; niichsdem beherrscht Castor, mn Audnahmc vou Villanueva, das ganze Mcna-Thai, das bcfesiigte Orduüa und Ochaudiano mit einigen dazwischcn liegendenileinereu Forts; vor Allen aber die fast unübersteigbaren GebirgSrückeu, Sierra Altnbe und Sierra Alungana genannt, decken diesen un- teren Theil BiScava's und Alava's. Bei Guevara, dxr bedxutend- sien Feste in den diesseitigen Reihen, sieht die Alaveriiclx Division, unter General Sopelano. Fuhrer und Truppen sind gleich ?"“. gezeichnet und haben fich überall und unter „allen Verhiiltntsm rüvmlichsi bewährt. Auf dem Wege zu meiner ]cßigxn Beitmmnoi erhielt ich im Königl. Hauptquartier det) Auftrag, Onates rtilleru- Waffen-Werkstätte und die Umgegend [ener Stadt ,wegen Anleguni von projektirtcn orts zu besichtigen, so wie die nötlxigcn Verbesse- rnn en der Forti cation Guevaras anzuordnen.. Der General:Din1= tor er sämmtlichen Artillerie, der kleine Marwcal de Campo Dyk! Joaquin Montenegre, dat sick) als Schopfer unserer treffsicher: Arni- 1eric bol): Verdienste erworben. Ju Allem, zvas er in dieser, Bezie- hung anordnet und ausführen liißt, herrscht eine Ordtzting. die se|bi1 außerhalb Spaniens angenehm überraschen wiirde. Hier ist dieselbe ohne Beisviel. Troy der großen Verluste, weiche wir seit dem U11- fall von Bilbao und in jüngster Vergangenheit an _Geschtis- erlit- tsu haben, Weiß Montenegre, fast odtxe alle Geldmittel, wu aus nichts, immer neue Battericen zu forimrcn, und darum isi unsere Artillerie immer noch vortrefflich zu nennen. Rur bitte ich abermals- fich nicht über den Maßstab zu Zrhebcn, der hier angelegt werden muß. _ Von Oüate steigt man uber die hohe Sierra de Elgua und durch schroffe Schluchten und Engpäffe ,naci) Atava hinunter, Deb- [cm, die schon Rodil's nnd Cordovais räuberischen Zügen nach htl" Innern von Guipuzcoa so gefährlich wurden, und die woblauck) dni- mal die feindlichcn Heerführer abgehalten haben mogen, die errungi nen Vortheile vom 22.Iuni kräftig zu vetfolgcn. Auf einem „Zweig! oder Arme dieser Sierra, welche, von dessen siidltcherAbdachuug aus* gch'cnd,- 1761) über ?- Legnas isolirt in die reichen und frucptbqrtu Ebenen Wava's hinaus sixcckt, liegt auf dessen äußerster Südsplsk- die sich beinahe 300 Fuß iiber die vorliegende Ebene erhebt, das fes“ Schloß Guevara. Unter dem Bereiche seiner zahlreichen Geschüiie geht die Chaussee von Viktoria naa) Pamprlond, und markt uns zum Herrn von einem ansehnlichen Theile der ,Ebkne Alavais, der bedeutenden Städte Salvatierra und Allcgrta 1111 des herrlichen Borunda-Thals, von der Sierra de Andias wcsi: lich, von der Sierra de ?lcalar nördlich eingeschlossen und vom Ara- quil bewässcrt. Dieses fruchtbare Thal voi) 6-8 Leguas Längen“ Ausvehnung, am Ein: und AuSgange sich bis |/4 chua Breite eiu- engeud, durchgehends aber über '/2 Legnä Abstand der Gebirgskette- wird von dem Camino Real (Königsweg) gketbxilt und ist mit ""' zäbiigen Dörfern bescst. Es war hier der Lieblings-Kricgs:Sch“": platz von Zumalacarreguy's, Quesada's. Rodii's, Minaß und btskäj ders Valdez InväsonöMrmecm Sie sind hier aufgehalten und tb!
eise vernichtet worden. - Dai Schloß Guevara, ein schönes Mo- wann! früherer Aligewalt und des Reichthums der Grqfen yon "UW besieht in Unna Obiougum von 150 bis 300 Fuß. Dix äunere Emstéiicßun isi 80 ns; boch; hier springen 8ruyde Tdürme m FR!!!
11 Wamsrmea fa noch einmal so hoch in die Luft; fie sind von "ZW:", Geschüs ut vertbndigt. Zwischen den 4 südlichen Thürmxn er- bebt |ck in ovalchory das koloffale Corps de Logis des lexlvises, [est „xWovnung der armson, einigerSiaathcfanqenxn;sd wu zurYusbe- wadkuns sämmtlicher Kriegs; und Mund-Bedursmffe ciyger,|chtet. Dieses Haupt-Gebäudenbeftebt aus 3 Etagen, wc1chx xiixfcnfoitiiig zu- üchtrcten und mit Tvuxmen zur Jusgmzrie-Vertdeid:gung eingerich- rt find: dasselbe isi bet_na1)e 300 Fun tiber die Ebene vo_n Vittoria !:vzw “und man übernevt von hier aus ganz Alam aus d" Leguas Zusdeönung in der Breite und Länac. Mehr als 300 Städte „und Dörfer liegen unter dem Auge des Beobachxers', das mit ergyugcn auf dem Panorama verweilt, welches am. poxixom duxck) die'sxrnen Gebirge Alc-Caüilicns aesclxldffen ist., Vittoria mit seinem diixtcrcn, kälin-tiacn Ansehen, obne irgend eme belebende Umgebung, obne Babjk obne Fluß, isi kaum 11/2 Leguas von hier mid bitckt scheu und fx,]rchisam zu uns aiif, de„nn uur drxscn starke Garnison und unsere geringe Kavallerie schuyt, diese Stadt vor c'ftcrcr Beun- kubiglüjg' analacarreguv allem konnte fich mit ,seinxr da: mals jn moralischen! Werthe so hochstehenden Kavallerie bis nn- ter Vjttoria's Mauern siegreich vortragen, denn er gebot dem Feinde auch in der Ebene. Der Gouverneur von Gnevara, cin alxx-r Kriegs: xsährtc dcs ti» "kimmux (Onkel Thomas, io nannte der Soldat ren Leiden Zunmlacaxrcguy) cmpfmg mich wie- aur llebxigeii im Fort Anfangs mit anuckyaitung, sogar mit Uywrilerz, da [ck) "Z) Eukan- gero, und besonders, da ich sogleich die beiden nordlichcn Tviirme und die daselbü befindliche kreuciirte _Ringznaucr der Plattform nieder- reißen ließ, um an deren Stelle Erdwall: zu xrrichten. Von dieser Seite nämlich kann Guevara angegriffen und m die Mauer Bresche gelegt werden. Da aber die Nachricht eingelaufen, Espartcw wäre mit 18 Bataiilonen und einigen zwanzig schweren Geschützen in Vit: eoria eingetroffen, war freilich das Unicrnehmcn sehr gewagt, doch als am anderen Morgen schon vier nichtig: Brummer hinter dem hohen und soliden Erdwalle in Batterie standen, Wollte man überall Erdwäile seizen , und ich „hatte wiederum meinerseits zu käm- pfen, um zwei andere Thu_rme vor dem Niederreißen zn ret; ten, wodura) man der äußeren Anücht dieses“ Kuustbaues gc.- waltigen Abbruch gethan hätte. Ohne des jungen und rast- los thiitigen Generals Sopelano Mitwirken wäre es mir jedoch nn- möglicl) gewesen, dies Werk aUSzuführen. Derselbe ließ aber 2 Ba- taillone beordern, welche die ganze Nacht hindurch das weit entlegene Baumaterial herbeitrugen, denn von Fubrwexk, welcher Art es auch sey, ist hier nicht die Rede. - Der neue kommandircnde General, seit zwei Tagen in .Esieila, folgte mit 3 Divisionen dem Marsch: Espartero's nach Vittoria, und mit Sopelauo's Division vereint, nahm unsere Armee auf dem Höhenzuge von Guevara cine imponi- tende Stellung, welcbe der eind nicht anzugrcifen wagte. Um an- deren Mittag, „den 4ten, ver ies; die feindliche Kolonne Vittoria, und navmdie Directionnach uuscrerwes'iliehen Gräuze Bismya's, doch Makoto wurde dadurch nicht getäuscht und verblieb ruhig in seiner Pofition. Am nächsten Morgen ergab es„fich, das; Espartero des Nachts umge- kehxt sev und nun nach Logrono eilte, wo er sich- der eingegangenen Nachricht zufolge, mit dem Corps der Ribeira untcr Diego Leon ver- einigt bat und_nun, beinahe 30,000 Mann siark, den Angriff auf Estella. vorbereitet. Unsere Armee folgte iiber Salvatierra und Maesto mu Egafluß hinunter der feindlichen Bewegung, und vorgestern Naidts sind wir hier (in Estella) eingetroffen. _ Alles rüstet sich hier zum kräftigsien Widerstande und zum entscheidenden Kampfe; er wird sehr heiß werden, doppelt heiß, da hier in Navarra dic Iuli-Sonne brennt, als wären wir unter dem Aequator. Die Einwohner smd größten- tbeiis in die nahen Gebirge entfioven. Batterieen und Barrikaden catßeben in ailen Straßen, und wir Soldaten find nun Herren in der fast öden Hauptstadt des Do): Carlos. Makoto, der das Kritische seiner Lage nicht verkennt, hat emen Armec-Befehl, den Sie bereits aus den Zeitungen kennen, erlassen, welcher von dem Geiste, der un- seren Feldherrn bxsecit, ein entschiedenes Zeugniß giebt.“
Portugal.
Lissabon, 21. Juli. Durch ein Königl. Dekret wird der Anfang der Wahlen auf den 12. August festgescßr. Die gewöhnlichen Cortes versammeln sich gesetzlich am 2. Januar eines jeden Jahres, man glaubt jedoch, daß die finanzielle Ver- legen eit der Regierung die Einberufung einer außerordentli- chm ersammlung zu einer früheren Zeit nöthig machen wird. Die mit der Lissaboner Bank getroffene Uebereinkunfc wegen eines Vorschusses an die Regierung in wöchentlichen Zahlun- gen geht mit dem September zu Ende, und ehe dieselbe nicht erneuert worden ist, kann das Ministerium nichts unternehmen.
Das Volk fährt noch immer fort, fich der Entrichtung der Abgaben zu widersetzen, die ihm von seinen Repräsentanten auferlegt worden find. In vielen Provinzen wurden seit vier ahren keine Abgaben erhoben. In Braga haben bei der insammlung der Decima-Abgabe ernstliche Unruhen stattge-
funden.
Ein in der Hof-Zeitun erschienenes Königliches Dekret fordert die Gutsbesther und aufleute auf, dem Ministerium Beri te einzusenden über die Vorcheile, welche den Ackerbau- und anufaktur-Interessen des Landes durch die in dem neuen Taxkffeftgeseizten höheren Zölle auf fremde Erzeugnisse erwach- sen smd. Man glaubt, daß die Minister, überzeugt von der Unzweckmäßigkeit ihrer biSherigen Prohibitiv-Politik, sofort auf die Abänderung der betreffenden Geseße antragen wollen.
Der Gouverneur von Angola ift entlassen worden, weil er di? Ausfuhr von Sklaven von jener Kolonie nach Havaüa ge- skaktet hat. Aus demselben Grunde hat die Königin dem Dä- nischen Konsul auf einer der Kapverdischen Inseln das Exequa- tur entzogen. Dies Verfahren wird dem Visconde Sa da Ban- d_eira um so mehr zum Ruhm angerechnet, als er sich dadurch in Opposition gegen die große Masse des Volks selzt, die noch immer dem Sklavenhandel sehr günstig ist.
Es zirkuliren unbestimmte Gerüchte von einer neuen Re- vv1unon, welche die Republikaner beabfichtigten; die Königin, bitßt es , solle abgesÉt und eine Regentschaft mit Doüa Zsa- ÜSUa Maria an der piße angeordnet werden.
Türkei.
Konstantinopel,“ 11. Juli. (Jour. de SmnyO Die Untersuchung der in den Vorstädten Galata und Pera wegen Diebstahls “verhafteten Individuen wird fortgeseßt, wenn auch mit außerordentlicher Langsamkeit. Diese wird großentheils durch die Einmischung einiger fremden Gesandtschaften verur- sscht, welche den Gang der Justiz hemmen, wenn die Schul- digen s_chon überführt smd, da die Bestrafung derselben nicht ol)ne die Bewilligung der betreffenden Gesandtschaften vorge- nommen werden kann. Hierdurch sah [ich die hohe Pforte ver- anlaßt, ein Memorandum an die Repräsentanten der befreunde- kin Mächte zu, richten, in welchem fie auf die Nothwendigkeit Zuweksk, alle überführten Verbrecher für immer aus der Haupt- 6715! zu verbannen, und ganz besonders darauf dringt, daß die esandtxchaften allen denjenigen Unterthanen ihres Landes, „ '-ch' [ ngere Zeit in Konstantinopel verweilen tvollen, Aufent- “lts-Kart7n ertheilen.
n enem besondern Firman verordnet der Sultan, daß “' “suche Ration der 'Linientruppen, wie des Redif oder der
' Kaufleuten, von Canton zu entfernen.
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Miliz, um ein Fünftel vermehrt werden solle. Dieser Befehl wurde den Pascha's und Gouverneurs sogleich Übersendet, und ihnen eingeschärft, denselben unverzüglich in Ausführung zu brin- en. Das Journal de Smyrne weist darauf hin, daß der
ultan diese Verbesserung in der Lage der Truppen in dem Augenblicke habe eintreten lassen, in welchem die Truppen Mehmfed Ali's in Syrien durch vielfache Entbehrungen und durch Ausbleiben des Soldes gänzlich demoralifirt scyen, und nur auf Meuterei und Dcserrion dächten. „Uebrigens,“ seßt das genannte Blatt hinzu, „hat der Sultan nicht die Absicht, einen Krieg zu unternehmen, und braucht nicht im Mindesten den Muti) der Truppen zu ]kacheln.“
Das Dampfboot des Oesterreickyischcn Lloyd, „Fürst Met- ternicl)“, welches am ".'-“). ("umi Smyrna verließ, traf am fol- gendcn Tage bei der Insel Tino ein Griechisches Schiff, das ein seit mchrercn Stunden wütbender Sturm sehr beschädigt Hatte, und Welches dem Untergangs nahe war. ALS das Dampf- boot “dic Nothsignale sal), eilxe cs sogleich zur Hülfe herbei, nahm das Schiff ins Schlepptau, und brachte es nach dem Hafen von Syra. Die Handels - Kammer von Sym stattete dcm Capitain des Dampfbootes, Herrn Gleich", ihren Danksür diese menschenfreundliche Handlung ab.
„Aegypten.
Alexandrien,0.Ju1i. Das Journal de Smyrne giebt die Zahl der in Kahira abgebrannten und zerstörten Hätt; ser auf 300 an. Die Verluste, die der Handelsstand erlitten hat, sollen weniger bedeutend seyn, als man anfänglich glaubte, da nur die Magazine eines Hauses nicht geräumt werden konn- ten. Am 28. Juni sollen die Brandstifter einen neuen Versuch gemacht haben, Feuer im Zuden-Viertel anzulegen, weiches indes; bald durch die „Bemühungen der Bewohner gelöscht wurde. Was das genannte Blatt von den Ausschweifungen der zum Löschen befehligten Soldaten berichtet, Übersteigt jede Vorstellung; diese sollen wirklich, und zwar mit Offizieren an ihrer Spiße, die bedrohten Häuser selbst geplündert und die Kostbarkeiten, die sie aus dem Feuer gerettet, für sich behalten haben. Auch in das katholische Kloster versuchten dieselben einzudringen, aber mehrere Europäer vertheidigten dieses so tapfer, daß sie unver- richteter Sache abziehen mußten. Das rasche Ueberhandneh- men des Feuers wird besonders der Rat losigkeit der Behörden zugeschrieben; so begab sich der „Basch- ga oder Polizei-Präsi- dent zuerst in die Citadelle, um hier den Rath des Gouver- neurs einzuholen, anstatt gleich thäti einzugreifen.
Was die Unabhängigkeitspläne iehmed Ali's betrifft, so soll derselbe noch immer dabei beharren; die Flotte hat Befehl zum Auslaufen erhalten, und mehr als zivanzig Schiffe haben schon den Hafen verlassen und heute oder morgen werden auch die übrigen unter Segel gehen. Wie es heißt, hat die Flotte den Befehl, der Türkischen entgegenzusegeln.
Oskindicn.
Jm Asiatic Journal liest man: ,Dem Gerücht zu- folge, soll die von Bombay abgesandte Éxpedition die Insel Karak im Persischen Meerbusen in Besiß nehmen. Diese In- sel liegt nahe an der Persischen Küste, ist fünfREnglische Mei- len lang, lz)wei breit und etwa 60 Meilen von Buschihr entfernt. Die Vork eite, welche diese Insel als Station darbietet, find die Veranlassung gewesen. daß Holländer, Franzosen und Bri- ten nach ihrem Befikz strebten. Ihre Besikznahme unter den geZenwärtigen Umständen wäre eine Handlung der Feindselig- kctx, die nur durch die äußerste Nothwendigkeit fich rechtfertigen ließe., Herr Macneil, der Repräscntant Großbritaniens am Perstschen Hofe, soll von dort abgereist seyn. Der Fürst Kam- xan, Beherrscher von Herat, welches Persien tributpfiichtig War, ytammt "aus der ehemaligen Königlichen Familie von Kabul. Herat ist von der Stadt Kabul in gerader Linie etWa 400 Englische Meilen entfernt; von Kabul bis Attok am Indus sind 200 TNcilen und von da bis Lahore 220 Meilen, welches von Delhi 380 Meilen entfernt ist. _ Von Birma find keine Nachrichten eingqangen, aus denen sich ein bestimmter Schluß in Bezug auf rieg oder Frieden ziehen ließe. Daß unsere Truppen an der Birmanischen Gränß verstärkt worden find, ist nur eine Vorsichts-Maßregel. _ nsere Verhältniffe zu China scheinen sich in einem sehr kritischen Zustande zu be- finden. Seit einiger Zeit haben die Ereignisse einen Gang ge- nommen, der sich vorhersehen ließ, als man beschloß, die Nie; derlassung der Oskindischen Compa nie, die eine Barriere bil- dete zwifchen den Chinefischen Be örden und den Europäischen Während die Leßteren sich für berechtigt halten, die Geselxe des Chinesischen Reichs nach Belieben zu verletzen und eine Waare in das Land zu schmuggeln, welche die Gesundheit und die Moralität des Volks untergräbt, ist es ungereimr, den Chinesischen Behörden Unge- rechtigkeit vorzuwerfen, wenn sie nach langer Nachsicht und wie- derholter Warnun ihre Häfen den fremden Kaufleuten verschließen und sie aus dem ande jaFen. Es ist zu hoffen, daß der nach China gesandte Befehlsha er der Britischen Flotte mit der röß- ten Vorsicht zu Werke gehen und nicht dadurch, daß er eic- genheit zu einer Kollision sucht, indirekt das thun wird, was direkt zu thun ungerecht seyn würde. _ Was die Nachrichten aus den Präsidentschaften des Britischen Indiens betrifft, so bedauern wir, „zu hören, daß die Eingebornen noch immer durch Mangel und Krankheiten leiden. Das Wetter war in vielen Gegenden fortwährend ungünstig, und die Verheerun en, Welche die Cholera, die Pocken und andere durch den angel an ordentlicher Nahrung theils entstandene, theils gesteigerte Krankheiten anrichten, werden als furchtbar geschildert. _ Zeder Bericht aus Kalkutta bringt neue Beweise davon, daß Europäische Sitten und Gebräuche immer mehr un- ter den Einwohnern der Präsidentschaft Wurzel fassen. Für diejenigen Eingebornen, welche Englisch lernen wollen, ist ein Disputir-Klub errichtet worden! und von der Zemindars- Gesellschaft verspricht man sich große Vortheile. Die Regie- rung begünstigt dieselben, und ihre Einwirkun giebt sich schon durch einen ungewöhnlichen Eifer unter den indus zu erken- nen. Andererseits hat sich unter den Hindus das Gerücht verbreitet, daß einer der Secrecaire der Regierung darauf an- getragen habe, daß künftig kein Hindu oder Muselmann irgend ein Amt bekleiden könne, wenn er nicht zum Christenthum übergehe. Die Nachrichten aus den kleineren Präsidentschaften sind ohne alles Interesse. Lord Elphinstone hat sich dadurch sehr populair unter den Eingebornen /gemacht, daß er zivei Hindus zu Friedens-Richtern ernannte.“
Vereinigte Staaten von Nord-Amerika.
New; York, 10. Juli. Der Kongreß hat seine Siz- zungen geschlossen. Die noch anwesenden Mitglieder versam- melten sich gestern, um den Kongreß bis zum 1. Dezember zu vertagen. Am Sonnabend fand fich schon keine hinreichende
Anzahl von Mitgliedern mehr ein; da jedoch noch einige wich- tige Bills vorlagen, so begab sch am Sonntag Morgen der- Gerichts-Beamte des Hauses mit einem Besch] des Spreciycrs nach dem Eisenbahn-Depot, wo er einige dreißig Revcäsenxan- ten ruhig in dem nach Baltimore bestimmten Wagen sitzen saß). Er rheine ihnen seinen Auftrag mit und drohte, die Wagen an- zuhalten; ste aber lachten ihn aus und meinten, er möge cs ndr versuchen, die Post der Vereinigten Staaten aufzqhalcen. So blieb ihm nichts weiter übm'g, als zu melden, dax; sie nicht zx" finden seven.
Die Bill zur Vermehrung der Armee um 45:10 Mann ist angenommen worden. Die ganze Militair-Macht der Verei, nigten Staaten beträgt demnach jetzt 12,00!) Mann. Das Wichtigste ist jedoch die Verwerfung des von der Régierung vorgelegten Gcselz-C'ntwurfs in Bezug auf die Landes-Münze. Nacleerwersung dcr Unter-Schaßamts-Biu brachte bekannt- licl) Herr Webster eine Bill in den Senat, wodurch die gegen die Banknoten untcr" 3 Dollars bestehenden Beschränkungen aufgehoben werden so11ten. Herr Wright brachte an die Stelle dicser Bill später eine andere ein, wodurch die Akte Über die Aufbewahrung der öffentlichen Gelder aufgebo- ben und die Verwendung dieser (Gelder der exekutiven Gewalt überlassen wurde. Diese letztere Bill ward im Senat angenommen, im Repräsentantenhause aber mir einer Majori- tät von 19 Stimmen verworfen. Darauf brachte ein Mitglied eine der Bill des“ Herrn Wßbfter ähnliche Maßregel ein, mir der einziÉen Ausnahme, da]; die “Aufhebung des Verbots 'der kleinen anknoten nur bis zum nächsten 1. Oktober gültig seyn sollte, und diese Maßregel wurde in beiden Häusern angenom- men. Das Gesch, welches die Niederlegung der öffentlichen Gelder in solchen Banken anbefiehlr, die in baarem Gelde zal)- len, bleibt daher in Kraft, und die Banken können bis zum 1. Oktober ihre Noten von weniger als? fünf Thalern einlöien.
Bei einer vor kurzem in Vermont gehaltenen Versamm- lung zur Ernennung von Beamten wurde beschlossen, daß die Gefängnißstrafe für Schulden abgeschafft Werden solle. '
Die Bank der Vereinigten Staaten wird, dem Verneh- men nach, ihre Baarzahlun en am 1. August wieder beginnen.
Es herrscht hier groYe Un ufriedenheit über ein den Vereinigten Staaten von einem errn Smithson in England ausgesehtes Legat von 100,000 Pfund, welches vor kurzem in London an Herrn Rush, Agenten der Vereinigten Staaten, ausge ahlc worden ist. Man sagt, es sey nicht die gehörige Sor Halt angewendet worden, um einen ettvaigen Abkömmling des estators ausfindig YZ! machen, dem die Zinsen des Fonds [ Jfallen sollten, und die ereinigten Staaten könnten daher das
ermächtniß nicht mit Ehren annehmen.
Die Getraide-Aerndte ist überall sehr gut auSgefallen; da- gegen lauten die Berichte über die Baumwollen- und Taback- Aerndte nicht so günstig.
Inland.
Geburtstagsfeier Sr. ONajeskät des Königs.
- - Stettin, 4. August. Dek gestrige Tag, ein Fest; tag für Stadt und Land, wurde auch in hiesiger Stadt auf feierliche Weise begangen. Am Morgen rückte die Garnison auf den Exerzirplalz aus, und es fand dort in Gegenwart der
Generalitäc und des gesammten Offizier ; Corps, "der "höheren Königl. Civil; und Kommunal-Beamten und einer großen 'Lin- zahl von Bewohnern der Stadt und deren Umgegend ein feier- licher Gotteödiensk und nach dessen Beendigung eine Parade statt, bei welcher r. Majestät dem Könige unter dem Donner von 101 Kanonenschüssen ein fröhliches Hurra!) gebracht wurde, während alle Schiffe auf der Oder fiaggten. Der kom; mandirende General, Herr Gcneral-Lieutenant von Block, ab ein großes Diner, und ä nliche Festmahle waren in den ogen und in den Gärten der asino- und bürgerlichen Ressour- cen-Gesellschaften, im Logengarten und noch 'in vielen anderen Lokalen veranstaltet, während das Militair in den" Kasernen be- wirthet wurde. Ueberall herrschte der größte Frohsinn, ein Ge; fühl belebte Aller Brust und von Aller Lippen erscholl der freu- digske, vom Kanonendonner in die Ferne getragene Jubelruf, als der «YZ und einzige dem Tag angehörige Toast auf das dauernde ohl des geliebten Landesvaters auSgebracht wurde. Der späte Abend fand die Fröhlichen, zum Theil bei Tanz-Ver- gnügungen, versammelt. .
Halle, 4. August. (Hall. Cour.) Der gestrige Tag wurde festlich in unserer Stadt begangen. Schon am 1. August fand als Vorfeier des Allerhöchsten Geburtsfeftes Sr. Majestät des Königs durch den Mustk-Direktor 1112 Raue, unter Mitwir- kun?i der hiefigen Sing-Akademie, die Ausführung eines „59.le fisk- EZem" und des Oratoriums die „Schöpfung von Haydn“ in der St. Ulrichs-Kirche statt, und in derselben Absicht hatte der Sän er-Chor der Hauptschule in den Franckeschen Stiftun- Fen am orabend des Festtages zu einem Vokal-Konzert, ver-
unden mitdeklamaeorischen Uebungen, eingeladen. Die Univer- sität beging das Geburtsfest ihres erhabenen Beschüßers in dem roßen Versammlungs-Saale des Univerfitäts-Gebäudes, ivo- Yelbsk der Professor 1)1-. Meier in seiner Festrede das Thema behandelte: „Ueber das Verhältniß der Griechischen “zur modernen Vaterlandsliebe“ , und dann zur Verkündigung der Namen derer überging , denen von den Fakultäten die Preise zuerkannt waren. Die theologische und ju- ristische Fakultät hat in diesem Jahre den bei ihnen eingegangenen Preisschriften keinen Preis ertheilen kön- nen; für die medizinische Preis-Aufgabe erhielt ihn Woldemar Marbach aus Jauer in Schlesien; für die philosophische Au- gust Hierse aus Hellinghausen in Westphalen; für die histori- sche Rudolph Schmidt aus Crussow in der Ukermark, derselbe, welcher im vorigen Jahre den philologischen erhalten hatte. _ Das“ Militair hatte Parade, nachdem vorher der Dom-Predi- ger ])1'. Rienäcker die gottesdienskliche Feier gehalten hatte. Auch die Zöglinge der Hauptschule in den Franckeschen Stiftungen, welche einen Theil ihrer Mußeftunden mit militairischen Uebun- en ausfüllten, hielten eine Parade ab, und Mittags wurdcn ?ämmtliche Zöglinge der Anstalt festlich bewirthet; die Kinder der Armenschule im Waisenhause erhielten die üblichen Festge- schenke. Des Mittags hatte. fiel) im Lokale der Freimaurer,- Loge eine zahlreiche Gesellschaft zu einem Festmahle vereinigt, woran auch die Behörden Theil na men , während am Abend der festliche Tag an vielen Orten fr hlich beschlossen wurde.
Erfurt, 27. Juli. .. Actien-Gesellschaft ur Auf- suchun von Steinko len. _ Bei der immer öher stei- genden _ heuerung „und ltenheix des Brennholzes hat sich eine Gesellschaft ebtldet, welche mrt einem Kapital von 25,000 Rthlkq aus 50 cuen zu 500 Rthlr., die meist schon ge eichnet smd, bestehend, vom 1. September ab, bis wohin sie ck als
geschlossen erklärt, auf den Grund eines ihr cedirten Schürf-