kanischey Behörden die friedlichfken Gesmnungen hegten und 4111: biatge Forderungen gern bewilligen wollten.
Niederlande.
Aus dem Haag, 23. Aug. (Handelöblad) DieVer- muthung, daß unsere Regierung mit dem zuletzt aus London eingetroffenen Dampfboote ein Protokoll der Konferenz empfan- gen habe , hat sich noch nicht bestätigt, obwohl man darauf be- stimmt gerechnet hatte, und zwar um so mehr, als die heran- nahende Eröffnung der Session der Generalstaaten es für un- sere Regierung doppelt wünschenstkfrth macht, bald in den Stand gese c zu seyn, einen Besch ß zu fassen.
Zhre_ aiserliche Hoheit die Prinzessin von Oranien ist von ihrer Neue nach Tepliß hier wieder eingetroffen. Der Prinz, ih? hGemahl, war Hdchskderselben gestern eine Strecke entgegen ge a ren.
Belgien.
_ Brüssel, 23. Aug. Dem Vernehmen nach, werden sämmt- liche Mitglieder des diplomatischen Corps dem Kdniqe nach Ostende folgen; einem Gerüchte zufolge, soll indeß die Einwei- hyng der neuen Eisenbahn-Ilbtheilung in Oskende auf unbi- stimmte Zeit vertagt worden seyn. In Folge des gestern er- wähnten Unfalls ist die Brücke über die Lys so bedeutend be- schddtgt worden, daß die Fahrten während eines Monats aus- geyeßc werden müssen. Der Bräckenwächter, dessen Fahrlässlg- “keit die Beschädigung der Brücke beigemessen werden muß, hat sich freiwillig gestellt, und seh damit entschuldigt, daß er nicht von der Rückkehr dieses außerordentlichen Wagenzuges benach- richtigt worden sey, und daß er, seiner Instruction gemäß, die Brücke habe offen [affen müssen. Die vielen Unglücksfälle (bemerken hiesige Blätter), welche sich in der letzten Zeit auf den Eisenbahnen zugetragen, scheinen das Vertrauen zu den- selben sehr zu schwächen und die gewöhnlichen Fahrwerke wie- der mehr in Aufnahme zu bringen.
Deutschland.
_München, 23. Aug. Ihre Majestät die Kaiserin von Rußland werden sich, wie man vernimmt, von Kreuth nach Friedrichshafen und von da nach Berlin zurückbegeben.
Unser König und die Königin, so wie die Kaiserin-Mutter von Oesterreich werden morgen hier wieder eintreffen. Ueber- morgen, am Geburtstage des Königs, wird auf dem Marsfelde eine Feldmesse gelesen werden , bei der der Monarch selbst und die hiefige Garnison zugegen seyn werden.
_ Se. Kaiserl. Hoheit der Erzherzog Franz Karl von Oester- reich ist gestern von egernsec, nach kurzem Aufenthalte, wie- der abgereist.
Kreuth, 22. Aug. (Nürnb. Korresp.) Gestern Mittag speisten mit Ihren Kaiserl. O)kajestäten von Rußland Se. Ma- jestät-unser König, Se. Königl. Hoheit der Kronprinz von Preußen, Se. Königl. Hoheit der Prinz Karl, Ihre Majestät die Frau Herzogin von Braganza u. s. w. Da die sehr un- günstige Witterung keine ländliche Partie angenehm macht, so fuhren die hohen Herrschaften nach der Tafel wieder zurück nach Tegernsee. Se. Majestät der Kaiser bringt einen großen Theil des Tages in Seinen Appartements mit Arbeiten zu, während die Kaiserin bei günstigem Wetter nach gebrauchter Molkenkur des Morgens Fußparthieen im Thale ringSumher macht, und nur selten Nachmittags spazieren fährt. Die Anzahl der hier ver- weilenden Fremden ist sehr beträchtlich , viele bringen den Tag hier zu, und kehren des Abends wieder nach Tegernsee zurück, da hier keine Unterkunft zu finden ist. Es ist daher nur zu billigen, daß man in München bei der Ertheilung von Pässen vorfichtig zu Werke geht, da dies nur zum Besten der Reisen- den dienen kann, welche hier angelangt, meistens gar keine Un- terkunft finden. Uebrigens ist zur Bequemlichkeit der Gäste Alles auf das Zweckmäßigste eingerichtet.
Hannover, 25. Aug. Ihre Majestäten der König und die Königin werden mit dem Prinzen und der Prinzessin von Solms, so wie mit einem zahlreichen Gefolge, fich morgen nach Cel1e begeben, wo in den nächsten Tagen die jährlichen Pferde- rennen stattfinden. Mehrere Hofhaltungs-Wagen find bereits heute nach Celle abgegangen.
„In der heute ausgegebenen Nummer der Geseß-Sammlung ist das aus den ständischen Verhandlungen bekannte Gesch we- ?en Behandlung erkrankter, der Gemeinde, in welcher sie er- rankt sind, nicht angehdri er Armen publizirt.
Die annoversche Zeitung widerspricht in einem Schrei- ben aus assel der früher von einem ihrer anderen Korrespon- denten mitgetheilten Nachricht, daß der Minister, Herr von Lepelh, bfici) die Ungnade des Kurprinzen-Mitregenten zugezo- gen a e.
Stuttgart, 21. Aug. (21. Z.) Unser Tuchmarkt kündigte slch durch eine Zufuhr von 16,000 Stücken auf das brillanteste an. An Käufern fehlt es nicht, doch vermißt man einige Bayersche Häuser ungern, wenn gleich an ihrer Stelle eine bei weitem rdßere Zahl nicht Deutscher Käufer eingetroffen ist. Den ersten ?Tag wurde mehr gesehen und gefragt, als gekauft. Gestern und heute aber war die Bewegung im Kauf und Ver- kauf lebendig genug, und verspricht es noch mehr zu werden. Auch die Woll: Vorräthe, die zum Verkauf hierher gebracht worden, smd nicht unbedeutend. Auf dem städtischen Kornhaus lagern allein an 1800 Ctr.; noch mehr in Privathäusern. Das durch die Natur der Sache mit dem Tuchkauf und Verkauf so enge verbundene Tausch-Geschäft in Wolle hat dieses Jahr noch mehr Wolle hierher geführt, als das vorige, so daß es uns nicht wundern würde, künftig einen nicht unbedeutenden Woll-
“markt neben dem Tuchmarkc fich von selbst, und ohne alles Zu-
thun von ßädtischer oder anderer Seite, hier bilden zu sehen. Ueberail sucht die Waare den entsprechenderen Markt.
Homburg, 23. Aug. (Frankf. I.) Seit der Zurück- kunft Sr. Durchlaucht unseres Landgrafen aus dem Schlangen- bade iK bei Hofe wieder ein regeres Leben bemerkbar und meh; rere hohe Herrschaften skatten demselben Besuche ab. Auch Se. Königl. Hoheit der Prinx Wilhelm von Preußen (Bruder Sr. Majestät des Königs), dessen Gesundheits-Umstände sich auf eine erfreuliehe Weise verbessern, nebft Frau Gemahlin Königl. Hoheit, so wie Se. Hoheit der Prinz „Karl von Heisen-Darm- stadt mit Frau Gemahlin, smd seit kurzem im kandgräflichen Schlosse eingetroffen und verweilen hier im Familienkreise.
S ck w e i z. Luzern, 19. Aug. (Zur. Bl.) Gestern Nachmittag hat
Herr von Montebello dem Präsidenten der Tagsaßung eine zweite Note überreicht, die ihm durch Herrn von Belleval von
“sparks aus hinterbracht wvrden ist. Von dem Inhalt dieser Tote ist noch nichts zur Kunde der Tagsahungs ; Mitglieder oder des Publikums gelangt. Nur der Thurgauischen Gesandt- schaft ist davon Mittheilung gemacht worden. An ihren Mund ist aber ein Schloß gelegt, das sie erst in der Mitte des großen Raths zu Weinfelden abnehmen darf. -- Herr Kern geht die- sen Mittag von hier nach dem Thurgau ab, um dort der Siz- zung des großen Raths beizuwohnen. - Auch der Russische Gesandte ist gestern Abend unvermuthet wieder hierher gekom- men. Ein Courier soll ihn bei Interlaken aufgesucht und ihm Allerhöchste Aufträge überbracht haben, deren er sich hier ent- ledigen wird.
Luzern, 19. Aug. Durch Kreisschreiben hat der Vorort die Stände benachrichtigt, daß Herr Graf von BombeUes in einer besondern Audienz dem Herrn Präsidenten Kopp seine neuen BeglaubFungSschreiben mit einer Zuschrift des Kaisers vom 8. Juni 11“ erreicht habe, worin angezeigt wird, daß der Graf zum außerordentlich bevollmächtigten Gesandten bei der Eidgenossenschafr, dessen Funktionen derselbe bisher nur provi- sorisch versehen hatte, ernannt worden sey.
Die Allg. Schweiz. Zeitung sagt: „Der Präsident der Gemeinde Oberstraß, welche den Prinzen Ludwig mit dem Bür- gerrecht dieses berühmten Gemeinwesens zu beschenken beschloß, heißt Rinderknecht. Er scheint ein Mann von weit reichendem Kredit zu seyn, denn sein Antrag an die versammelte Gemeinde, ein Faß Wein aus dem Gemeindekeller zu erheben und auf die Gesundheit des Prinzen zu leeren, fand einhelligen Beifall. Derselbe Rinderknecht wurde auch als Präsident einer Depu- tation von fünf „Köpfen abgeordnet, um dem Prinzen das Di- plom, dem freilich noch die Sanction der Regierung mangelt, zu überbringen. Es hätte wenig gefehlt, so wäre die ganze Gemeinde, Bürger und Hintersassen, mitgezogen. Die Ge- sandtschaft regte im Gemüth des" Prinzen ein angenehmes Vor- gefühl der ihm wartenden Huldigungen an, wenn er einst den Kaiserthron bestiegen haben wird. Er sprach im herablassend- sten Tone zu ihnen: „„Meine Herren, nichts konnte schmei- chelhaster für mich seyn““ u. s. w., und lud die fünf nebst dem
Rinderknecht an seine Tafel.“
Dem Gerüchte der ministeriellen ariser Blätter, Louis Napoleon werde sich freiwillig aus der chtveiz entfernen, wird von Schweizer Zeitungen aufs bestimmtesie widersprocheq. Louis Napoleon soll im Gegentheil entschlossen seyn, in der Schiveiz zu bleiben, bis der gegenwärtige Kamyf ausgefochten ist.
Die hiesige Kantons-Bibliothek ist zu dem Besitze einer kostbaren Sammlung Britischer Urkunden gelangt. Die Re- gierung von Großbritanien sandte der Regierung von Luzern 50 Folio-Bände und 20 Quart-Bände Englischer Akten aus dem Alcerthume bis in die neuere Zeit in welchen der Ge- schichtsforscher, dcr Rechtsgelehrte und *taatsmann den uner- schöpflichen Schah Britischer Weisheit ßndet.
;„
Thurgau. Der Regierungsrath hat in BeziehunZ auf
die ihm überschickten Depeschen der Tagsaizung und die Frau-
öfische Note beschlossen: „Diese Angelegenheit sey nur ein
olizei-Fall, der Große Rath sey deswegen nicht außeror-
dentlich zusammenberufen, sondern es schlage in die Kompetenz
des Kleinen Raths. Nach dieser Vorfrage beschloß der Kleine
Rath: „ Die von Frankreich verlangte Entfernung Louis Na-
poleons sey von Thurgau zu verweigern.“ - Die Constanzer Zeitung will wissen, daß Louis Bonaparte in Luzern sey.
Bern, 21. Aug. (Allg. Schw. Ztg.) Die Schweizer Tagbiätcer rüsten sich allgemach, zum Krieg gegen Frankreich. Der Beobachter läßt sich von General Fummel aus Straß- burg schreiben, daß Frankreich gegen die Schweiz höchstens 50 bis 60,000 Mann aufzubringen vermöge, indem es weder von der Gränze von Spanien, noch aus Algier, noch aus seinen Garnisonen, noch von den Gränzen von Belgien und Deutschland einen halben Mann entsenden dürfe. Da-
egen ri'icke die Schweiz schlagfertig und kampflustig ins
Feld mit einer Armee von 67,000 Mann in wei Kontin- genten, und 30,000 Mann Landwehr, zusammen 7,000 Strei- ter, worunter 9000 Scharfschützen. (Die letzte Zahl scheint viel zu schwach angegeben, denn die besser informirte „Helvetie“ nimmt die Scharfschützen-Zahl viel richtiger zu 40 000 an.) Jeder dieser Scharfschü en treffe ein Paar rothe Öosen auf 800 Schritte Distanz. rankreich sey zudem von Schulden er- drückt. General Fummel bezeugt ferner, daß keines der in Paris liegenden Reaimenter gegen die Schweiz märschiren werde; die unter seinen Waffengefährcen aller Grade herrschende Stimmung lasse hierüber keinen Zweifel. Die Schweiz habe nicht mehr die schlechte Militair-Organisation von 1798. Sie besitze vor- treffliche Generale (welche?), gute Soldaten und ein prächtiges Material. Es fehle der Tagsatzung nichts als der Geist zur Zeit Karls des Kühnen, - eine Kieinigkeit!
Die in Konstanz erscheinenden Seeblätter enthalten ei- nen Artikel aus Zürich, worin, in Bezug auf die Note des Herzogs von Montebello und die Prätendentschaft Louis Na- poleon's gesagt wird: „Ein Kron-Prätendent ist kein Republi- kaner. Erklärt sich der Prinz für das Eine, so verzichtet er auf das andere. Also hinauSgeschoben oder aufgehoben, wie er will; zum Schu§ cines Schweizcrbürgers, eines Eidgenos- sen, wollen wir die Waffen ergreifen und (Gut und Blut opfern, aber für die Umtriebe eines Kron-Prätendenten unser Vater- land nicht leichtfinnig in Gefahr stürzen! Ueberhaupt können wir den Titel Prinz und Eidgenosse gar nicht zusammenstel- len; entweder isi der Herr Louis Napoleon Bonaparte eidge- ndsfischer Bürger des Kantons Thurgau in Arenenberg, oder der Priangeht uns gar nichts an! Er möge sich nun einmal gegen die idgenossenschast erklären; seine zweideutigen Aeuße- rungen_am eid endssischen Schützenfeste in St. Gallen konnten keinen echten idgenossen befriedigen.“
- Die Allgemeine Zeitung schreibt von der Fran- zösischen Gränze vom 18. August. Man fragt fich allge- mein, welchen Zweck wohl die Französische Regierung bei Ab- sendung ihrer Note an die eidgenössische Tagsaizung haben konnte. Die Re ierung zeigt dabei mehr Feinheit als man glauben möchte. ie will den Prinzen zwingen, der Tagsahung eine Erklärung zu machen, und fich entweder als Franzöfischen, oder als Bürger der Schweiz auszugeben. Nimmt er die er- stere Bezeichnung an, so wird man sie zu seiner Ausweisung benutzen; nimmt er die zweite an, so werden die Organe des Ministeriums dem Französischen Voike sagen: „Könnt ihr Wohl einen Fremden als Partei-Chef annehmen? Möchtet ihr wohl, wie seh das Journal des Debate ausdrückt, in Frankreich eine „Thurgauische Dynastie“ einführen? Auch macht die Note des Hrn. v. Montebello der Schweiz die verfänglicheBemerkung: Louis
Napoleon kann nicht zugleich Franzose und'Schwei er seyn. Der Botschafter will zwar glauben machen, daß der Prinz frei
ut-Kerim Pascha, Salim Pascha, und des Kurden Mehe-
Zwischen den beiden Ländern wählen könnd wUhrend dieß“ D sk “kt G ' gen den j rc arian.
zösische Regierung durch das über ihn verhängte Ver Gesch ihm in Frankreich alle Bürgerrechte entzieht. [FME aych geschehen mag, und troh aller Geseße wird man jnF reich den Neffen des Kaisers Napoleon eskändig als Frank“ Gebirges- ZW? ansehen, eben so wre Herr v. Lafayette, als. er LUOWj PP des ogen fich mit ihrem ganzen Anhang in befestigte Pläße auf dem Rathhause dle Hard gab, von Niemand, tJo 7," vun, Frsuchten von da aus nach besten Kräften Widerstand zu * Bürgerrechts miden Vereinigten Staaten, als Amerikaner!oe "')d v' allein mit dem Bei and des Allmächtigen wurden ihre gesehen worden ist.“ ' [“sten' drt, und die R delsführer selbst lebendig ergriffen.
Zsxxßuzferßrklommen unsere sieggewohnten Streiter in edlem
Nacht““ „ruck und verbrannte die Dörfer am Ab ang ! oje Mrd?" z ,i berüchtigte Häuptlinge, Timur und aa-
1 |
Z e a l i e n. - - Rom, 10. Aug. Um für die nach den vielen
hcerungen des vorigen Jahres_ im gegenwärtiacn ges * Kurden Abwehr der Cholera von ihrer 1chußbefohlenen Sxadt ÖW?" Laux "LTR als funszig Berge. Was ihr rächendes Schwert donna zu danken, hatte der Papst gelobt, am wren d. “* S'" “ . - _. ungechr 6000 Familien -- das erflehte und er-
Tage der Himmelfahrt Mariä, wo alljährlich in der MMF ?&er i.Zzejezrzeihung.
| „ _ , „ ie gan e Gebirgs-Region Garsan ist von ' Maria Maggiore eiii großes Fest, nur einer Segnung NW“; 6 [ckätern gesäubert,“ _ Ls heißt nun weiter, daß der Mu: j kes verbunden, gefeiert ward, in einer Prozeision barfuß „ UU Hon Sjwas den Sultan von "diesen glücklichen Erfolgen St. Peter bis_zu. lchrerer Kirche mit den Kardinälen Und» schrrKennMiß gesetzt, und dabei auch die redliche und tapfere ] gesammten Get|klichkett zu wallfahrten. _Jydessen hat mMaß müjfleistung des Bederchan-Bei (der sich erst kürzlich unter; ! den Rath der_Aerzre, welche fich des Zlnheils erinnerten, das “"der; H fen) nach Verdienst gepriesen habe. Der Sultan hat dem ] gen Jahre hte !"?le Buß-Prozesnonen zur Zeit der Cholera“ * onkeren Heere ein eigenhändig überschriebenes Belobungs- ; anlaßte, diesen Gedanken aufgegeben und ward stch darausz. ** wa eiben und dem Muschir einen mit Diamanten beseixcen schränkenkdas wunderbare Bild der heiligen Jungfrau, Welche, . Sebxn uxßschickt.“ : als von O. Lukas, gemalt, für die größte I)ierkwürdjgkeszo; . Deg IZachOem der Kommandant des Hellespontes, Wasfif! S. ONariq Maggiore und für den Hort der Stadt gilt,mzt „,-ck33, dem militairischen Conseil in Konstantinopel die Anzeige ; gryßer Feierlichkeit zu kröncn- In der That ist der Gesu» „macht, daß zwei Lieutenants und ein Unteroffizier bei dem
hertszustand "911 Rom ausnehmend gut. *" VN“ ei"igean- Zierten Bataillon des am Hellespont stehenden ersten Regiments
g_en wurde die Stimme, welche aus „der zu Gunsten der den Wunsck) geäußert, nach Mekka pilgern zu können, haben die
Qholera ; Waisen veransralteten LMM? ILWNMM ward, Mitaliedcr des Conseils, in Erwägung, daß die Familie einer
drw Kasslktk des Vereins, FÜMM Doria, tingehändigé Mjlitair-Person, welche dieser heiligen Pfiicht Genüge leistet,
Sie _betrdgt über 5000 Scudi. -- In diesen Tagen wird“, in der Abwesenheit des“ Pilgernden vor Mangel geschützt wer-
Ketisißoruzm |attfmdep,worm dem Vernehmen nach Monfignor den müsse, und der Pilger selbst auf seiner Wanderung keine
Fiescht, „bisher Maggiordomo (Qbek-Kammerherr) als Kardinr Noth erleiden dürfe, die ihn vielleicht zum Verbrecher machen
proklamzrt werden soll- Erst am Herbste werden zahlreiche" „mm, für zweckmäßig erachtet, auf angemessene Unterstützun-
Promqttonen vorgenommen. - (Das Verfahren gegen Herma gen für militairische Wallfahrer und ihre Familien anzutragen,
und seine Anhänger'zu rcchtfer'tigen, hat der gelehrthxsm'x und Se. Hoheit hat ihre Vorschläge zu genehmigen geruht.
Perrone, Verfasser emer insbesondere auch,gegen Hkrlnesfiino; Der gemeine Soldat erhält von jeßt an, wenn sein Gesuch,
lichen Dogmatik, unternommen. ;m den hier erscheinenden im. nach den heiligen Orten zu pilgern, stattfindet, eine Unterstützung
1111|] tlolle djunxo reljzz'jostz, welche sich nach Kräften auch Milder von 3000 bis 4000 Piastern "- der Lieutenant 7001) - der Deutschen Litteratur beschäftigen, hat er eine Reihe von Aus- Hauptmann 8000 -- der Major 15,000 _ der Oberst 25,000 sätzen über den Hermesianismus und seine Schüler angekünd': *ißjaster.“
und den ersten über Hermes' Leben und System bereits:? Die Türkische Zeitung berichtet ferner, daß in Folge drucken lassen.- - Therwaldsen hat uns amKoren d. verlassen, einer Pulver-Explosion in dem neuen Laboratorium scchs Arbei- um fich auf einer Däntschen Freqatte nach Kopenhagen einzw «x, ein Muhamedaner und fünf Raja's ums Leben gekom-
schiffen- Indessen wird seine Abwesenheit nicht von langer men sehen. Der Sultan hat den verwaisten Kindern des Mu- Dauer seyn. amedaners, der ein Märtyrer (Schehid) genannt wird, weil
er für das Interesse Sr. Hoheit Leib und Seele geopfert habe, eine jährliche Gratification ausgesetzt. Die noch lebende Mut- "ter eines anderen verunglückten Arbeiters soll aus dem Fonds der Großherrlichcn Pulver-Fabrik eine Pension bekommen.
In einem von der Times mitgetheilten Schreiben aus Konstantinopel vom 26. Juli liest man: „Das von Tra- pezunt hier angekommene Dampfboot hat die Nachricht über- bracht, daß abermals ein Englisches Schiff, „Cruiser“, welches nach Redut Kaleh bestimmt war, von den Russen genommen 'und nach Sebaskapol gebracht worden sey, um dort von dem „Admiralicäts-Gerichte verurtheilt zu werden. - Der Wallachi- sche Geschächcräger, Nikolaus Aristarkis, ist mit dem Dampf- boote „Galah“ von Bucharest hierher zurückgekehrt. Der Ca- pitain dieses Fahrzeuges hat den Agenten der Donau-Schiff- fahrts-Compagnie die Anzeige gemacht, daß die Barre an der Do- nau-Mündung seit drei Jahren so zugenommen habe, daß, wenn man nicht Maßregeln zur HinWegräumung des Sandes treffe, der Arm der Donau nicht mehr zu beschissen seyn würde. Die Sulinethündung der Donau hatte vor der Besiiznahme durch die Russen ][ Fuß Wasser, sehr nur noch 0 Fuß. - Die Türkische Regierung hat in der lehren Woche beschlossen, aüe Abgaben von Lebensmitteln und andern nothwendigen Be- dürfnissen, wie Holz , Kohlen, Kleidungsstücken für die untern Klassen, ganz abzuschaffen. Um das hierdurch entstehende De- fizit zu decken, find die ZoUhausstempel-Gebühren fiir alle ein- geführte Waaren von 2*/I bis 5 pCt. erhöht worden. Auch das Monopol des Brodbackens ist abgeschafft worden. Diese wichtigen Reformen verdankt man hauptsäch1ich Reschid Pascha, der oft bei seinen Kollegen im Divan solchen Widerstand findet, daß man erst noch vor wenigen Tagen fürchtete, er werde seine Entlassung nehmen; allein die Weisheit des Sultans entschied glücklicherweise zwischen ihm und seinen beschränkten Gegnern. - Der Präsident der Quarantaine-Kommission, der Kazaskir “von _Rumelicn, Abduhak Efendi, ist wegen seiner Unfähigkeit ente 1assen und C'ssad Efendi, der ebenfalls den Ulema's ange drt, an seine Stelle ernannt worden. - Der Französische Arzt, ok- tor Bukard, ist am 19ten von hier nach Frankreich abgereist. Als Entschädigung für die Kosten, welche ihm seine Untersu- chungen Über die Natur der Pest etwa verursacht haben könn-
Neapel, 1]. Aug. (Fr. Merk.) Ein Königl. Dekret gegen das Duell hat heute Morgens die neugierigen Reapin- taner an allen Scraßeneeken haufenweise versammelt. Folgen, des ist der Inhalt desselben: ]) Jede auf irgend eine bestimmte Weise auSgesprochene Ausforderung um Duell wird mit Ge- fangenschaft, Verlust von allfälligen enfionen und Untauglich- tverden zu öffentlichen Aemtern bestraft; das Gleiche trifft den, jenigen, der eine solche Aquorderung annimmt. 2) Wenn Ze- mand einen Ausgeforderten, der die Ausforderung nicht ange- nommen, deswegen beschimpft, stößt oder schlägt, so sou ernai) den bestehenden Gesetzen aufs strengste gestraft werden. 3) Soi!- ten zwei Individuen die zum Duell erforderliche Stellimgam genommen, das Duell selbst aber noch nicht begonnen haben, so werden ße mit Relegation und Penfions-Verlusk bestrqi 4) Hat ein Duell stattgefunden, jedoch ohne daß eine Verwundur erfolgt wäre, so werden dieBecreffenden mit der Galeere und Per sions-Verlust bestraft. 5) Ist einer der Duellantcn verwundet worden, ohne zu verwunden, so widerfährc ihm das Nämlich; der Verwundende wird nach den bestehender: Gesetzen aus! Streügste bestraft. 6) Tddtung im Duell wird als prämi- ditirter Mord behandelt und mit demMaximum der Strafe belegt. 7) Die Leichen der im Duell Umgekommenen werden an einem ungeweihten ([)roknno) Ort, der jedesmal von Polizei- Agenten bezeichnet werden soll, ohne alle Feierlichkeiten beY'ax ben; eben so die wegen Duell zum Tode Vxerurtheilten. "uf dem Grabe solcher Individuen darf nicht das geringste Denk- zeichen errichtet werden. 8) Sekundanten, Kartellcräger, Anstif- ter u. s. w. werden mit Gefangenschafc und Pensionsverlusiie- straft, wenn das Duell nicht stattgefunden; wie die Duellantm selbst, nach vollbrachtem Duell. 9) Bei den Militairs souris Duell nach den bereits bestehenden Gesehen bestraft, zugletch aber auch a1s Jnsubordination betrachtet und mit dem Maximum der Strafe belegt werden. Jedoch soll bei demselben nie der Tod erfolgen. 10) Jeder Ausforderer, Duellant, Sekundantrc- wird auch bei nicht vollbrachcem Duell aller Orden , Auszeich- nungen und Penfionen verlustig. 11) Das Duell gehört ein- zig vor die (iran Corte Criminal».
Spanien.
Büraer Pascha e _ Er selbst folgte im - die med Das Heer stürmte in vier Kolonnen heran, warf ; Regierung eben nicht günstigen Bemerkungen Anlaß Fégeben.
Gestern eröffnete der Gymnasiarch in dem Dorfe wohin die Athener fich zurückziehen, um der Hihe und dem Staube zu entgehen, eine Subscription zur Errichtung einer Schule daselbst und hatte in kurzer Zeit eine Summe von 1000 Drachmen. fahl, den Gymnafiarcinn und die anderen Personen, welche hauptsächljch die Subscription mit veranlaßt hatten, zur Ver- Wetteistr die fast unzugdnglichen tnasfivei) Felsen-Kastelle der x antwortung zu ziehen; sie haben indeß kü n Zeantwortet,
mit einer Behendigkeit, als marschirten ste über plattes . da die Regierung ihre Pflicht vernachläsfige, o [) eroberten, bis an die Grenzen von Musch vordrin- ., schlosseu, selbst Schuler! zu errichten, die Regierung möge ihre Zustimmung dazu geben oder nicht.
worden ist, Maßregeln zur Errichtung einer Bank vorzuschla- gen, hat noch nichts gethan. Die Griechen glauben jedoch fest, daß eine Bank errichtet werden wird, weil, wie fie sagen, die Herren Eynard und Wright und Comp. zu viel Papiere von der Griechischcn Anleihe von 1825 in Händen hätten, um nicht etwas für die Zahlung der alten Schuld zu thun.
im, hat ihm der Sultan 300 Pfund Sterling übersandt. -- Ungeachtet der friedlichen Sprache, Welche die Pforte gegen die Europäischen- Gesandten führt, sendet sie fortwährend Verstär- kuyFn nach Kiein-Asien, und die militairischcn Vorkehrun en der conium und Sivas gewinnen täglich ein furchtbareres ln- seßen- BeiAngora smd 15,000 Milizen versammelt, und Osman Paschawwd in einigenTagen vonhierabgehen um das Kommando derselben zu übernehmen. Die Lrnennung Éahir Pascha's' zum Gouverneur von Aidin soll deshalb geschehen seyn, Weil die Pforte, da in Kiein-Asien sich wichtige Ereignisse vorbereiten, die Verwal- tung_dieser Provinz einem energischer: Manne anzuvertrauen Wünkcht. Die Türken glauben Übrigens allgemein, daß der Srltan sich um jeden Preis in die Angelegenheiten Syriens Mschen Werde. -- Die früher als unbestimmt gegebene Nach- kichkx daß die Türkische Regierun eine Anleihe von 4 Millio- .nen Pfd. Stekl. in England abgecsjchlossen habe, kann ich sek.“ beskätigen und noch hinzufügen, daß die Regierungen Englands und Frankreichs auf die Anfrage der Kapitalisten fich bereit er- klärt haben, die Integrität und Unab ängigkeit des Osmani- .s.chen Reichs bis ur Rückzahlung jener umme durch die Pforte 1." garantiren. ieser Termin ist auf 37 Jahre festgesekzt wor- .den. Die Banquierhäuser Black, Niven u. Comp. und Allron U- Comp. smd mit diesem Geschäft beauftragt worden.“
Griechenland.
Madrid, 15. Aug. Die Hof-Zeitung tZeilt ein Schrei- ben aus Bilbao vom 7ten mit, worin unter ' nderem gemel- det wird, daß Don Carlos den Baskischen Provinzen und Na- varra außer dem Zehnten auch noch eine Abgabe von 5 PG“ von der Aerndte und von einer Unze Gold für jedes Paar Ochsen auferlegt hat, eine Maßregel, die unter der dortigen Bevölke1 rung angeblich große Unzufriedenheit erregt haben soll.
Der General Romarino, welcher durch Vermittelung d“ Französischen Botschafters die Erlaubniß erhalten h-atte,s1ch einige Tage hier aufzuhalten, ist nach Frankreich abgereist-
Spanische Gränze. Dem Constitutionnel wird aus Bayonne geschrieben, daß der General van Halen mit einer beträchtlichen Geld umme im Hauptquartier Espartero's erwar- tet wurde. Der treit zwischen dem Lehrern und dem Mink srerium war, diesem Schreiben zufolge, ausgeglichen und EM" tero im Begriff, nach Tafalla a zugehen, um sich „an die Spike der Armee zu stellen. Der General Alaix solltedie Karies“n im Bastan-Thale angreifen, und Leon el Conde hatte sich ranqui gegenüber aufgestellt.
Türkei.
Wir entlehnen der Türkischen Zeitung Takwimi „WU _
kaji vom 10. Dschemasi-ül-ewwel (1. August) noch folgende _ Artikel: , - A'then , 30. Juli. (Engl. Bl.) Als vor einigen Tagen „In einem der vorigen Blätter ist bereits Meldung HW" UU" die Nachricht einging, daß mehrere Räuber die benachbar- §schehem wie die usur irren Besihungen des Sa'r'd-Bex von Yk Dörfer verwüsteten, erhielt der Gouverneur von Attika den sches" durch unsere ruppen erobert, und die räiiberxscbk" efehl, die Bürger zu bewaffnen und die Räuber zu versagen, jenes R'“ Wenn er sie nicht gefangen nehmen könne. .Die verschiedenen:
Afsala's gezüchtigt worden find. Nach Unterwerfun _ bellen und dieses Raub-Stammes beorderte der nsch!r "" eMarchen harren indeß kaum iYe Bürger beWaffnet, als es ?gierung einfiel, daß die evdlkerung wohl einmal auf
Siwas, seiner KluZheit, Erfahrung und Tapferkeit gemäß, "“ d'? R en Gedanken kommen könnte, die Waffen 5Legen die Regierung
vorhandenen siegreichen regulairen Truppen und, die übrig?" Corps unter dem Kommando der Mirietva's Chasid PM“ 1" Itbrauchen, und es wurde daher der efehl gegeben, die
1. Juni bestätigen die Nachricht, daß die Truppen der Regie- rung in der Provinz Rio Grande von den Rebellen total ge- schlagen worden find und an 2000 Mann verloren haben. Nur ein kleiner Theil der Kavallerie und drei Generale entkamen. Die Rebellen marschirten nach Rio Grande, und die Regierung hatte keine Hoffnung, ihnen Widerstand leisten zu können. Man betrachtete die Provinz, die bekanntlich die südlichste ist und an Uruguay gränzt, als für Brafilien verloren.
889
entwaffnen und die Truppen gegen
wieder zu Dies hat zu manchen für die
äuber auszusenden. avufi,
Der Minister des öffentlichen Unterrichts be-
tten sie be-
Die Kommission, welche von der Regierung beauftragt
Wie es heißt, wird der Minister Zographos nächstens .
] ausscheiden, „ _ _ stand, daß gegen die, auf das Niederschlagungs; und Milde-
“Brasilien. In London eingexzangene Briefe aus Rio Janeiro vom
Cuba.
Havaöa, 14, Juli. Der bisherige Gouverneur, General Tacon, ist abgereist, und sein Nachfolger, der General Espeleta, hat bereits sein Amt angetreten. Er ist ein schöner Mann, aber es" fehlt ihm die Festigkeit seines VorgärYers. Uebri ens geht hier Alles gut. In kurzem wird alles irchengut ö ent- lich versteigert werden, und die Kommissarien smd jelzt beschäf- tigt, die Angelegenheiten der Mönche zu ordnen, doch soUen die Letzteren nicht sehr ufrieden damit seyn. Die Regierung in Madrid hat der In el Cuba zur Deckung der Kriegskosten eine Contribution von 2*/-_. Million Piaster auferlegt; Über die
Art, wie dieselbe erhohen werden soll ist jedoch noch nichts be- stimmt worden. Unterdeß hat der Schatz in Madrid Wechsel
an das Haus Rothschild auf den hiesigen SchaFOverkaust, aber ; er hiesige Ine ; tendant hat versucht, eine Anleihe zu 13 pCt. Zinsen jährlich Z
leider ist das Geld noch nicht aufgefunden.
zu erheben, und stellie das Kapital der Bank von San Fer- nando als Garantie. Allein es fehlt hier das öffentliche Ver- trauen, und er konnte auf der ganzen Insel nicht mehr als 20,000 Piaster auftreiben. Es mangelt daher der Regierung sehr an Geld, und der Bau der Eisenbahn ist eingestellt worden.-
Jnl'dnd.
Berlin, 27. Awg. “- Dienst-Iubiläum. -- Gestern wurde zu Potödam das funfzigjährige Dienst-Zubiläum Sr. Excellenz des Wirkl. Geh. Raths“, Chef-Präfidenten der Ober- Rechnungs-Kammer, Herrn von Ribbentrop, auf das feier- lichste begangen. Nebii einem Glückwünschungsschreiben wurde demselben von einer Deputation der Ober-Rechnungs-Kammer eine schön gearbeitete silberne Vase Überreicht. Sodann erschien eine Deputation der Königlichen Regierung, des Magistrats (die einen Bürgerbrief Überbrachte), der Stadtverordneten, der Polizei, der Post, des Gymnasiums und der Loge, und aus" Berlin traf der Feri" Geheime Postrath Schmückert ein, um im Namen des (* eneral-Post-Amtes die Glückwünsche auszusprechen. Eine Deputation des Kriegs-Ministeriums überbrachte im Namen des Heeres eine goldene Medaille, mit dem Bildnisse des Iuioilars, so wie ein silbernes prachtvolles Tafel-Scrvice. Vom Staatsrache ging ein Glückwünschungs- "Schreiben ein, das vori Sr. Königl. Hoheit dem Kronprinzen mit unterzeichnet war. Die höchste Verherrlichung der Feier gewährte ein sehr gnädiges Kabinets;Schreiben Sr. Majestät des Königs. - Das Fest beschloß ein Mittagsmahl in dem höchst geschmackvoll auSge1'ck)m11cktcn Saal des Casino's woran 180 Personen, und darUnter viele der höchsten Staats-Éeamten, Theil nahmen. . .
Magdeburg, 26». Aug. Se. Königl. Hoheit der Prinz Karl isi heute Abend halb 0 Uhr hier eingetroffen.
Köln, 14. Aug. - Bezirks-Straßen. -- Aus den zu diesem Behuf beigrnommenen Zuschlägen zur Grundsteuer und einem von [814 ah in 6 Jahren zurückzuzahlenden Anlehen von 18,000 Rthlr. wurden 18557 auf der linken R einseite des hiesigen Regierungs-Bezirks fiir 11 Meilen 1852 uthen Be- zirks-Straßen an Unterhaltungs-Kosten 16,593 Rthlr. und für 26 Wegewärter 3420 Rthlr., fiir Neubau, hauptsächlich des Theils der Kdln-Trieri'iiycn Bezirks-Straßen von Obergarzheim über Firmenick) und Commern bis an den Aachener Regierungs- Bezirk, 12,405 Rthlr. und zur Tilgung eines um Ausbau der Dürener Straße 1830 gemachten Anlehns-1740 thlr. bestritten.
Trier, 22. Aug. - Dampfschifffahrt. » Nach der hiefigen Zeitung wird das Unternehmen, die Dampfschifffa rt auf der Mosel einzuführen, eifriZ betrieben u_nd von der e- gierung unterstützt. C'incr dcr heilnehmer ist zu dem Ende nach Ruhrort gereist, Um mit der dortigen Bau- Anstalt für
Dampfschiffe darüber zu verhandeln.
Prozeß-Geseßgebung.
In den gerichtlichen1lntersuchungen wegen Berge en wider die Vorschriften über die Entrichtung und Erhebun ffentlicher Ahgaben und Gefälle ('H. 34. Nr. 2. Tit. 35. der * ro eß-Ord- nung) fand ein sehr verwickeltes und mit manchen nkonve- nienzen verknüpftes Syxiem der Rechtsmittel und des Instan- zenzuges statt.
1. Gegen ein Erkenn-iniß erster Instanz hatte 1) der Angeschuldizz'ce
a) wenn auf eine härtere Strafe als 50 Rthlr. oder vier Wochen Gefängniß: erkannt worden, das Rechtsmittel der weiteren Vertheid-igung, auf.welches ein förmliches Er- kenntniß abgefaßt werden mußte;
b) wenn auf eine geringere Strafe erkannt war, das Nieder- schlagungs- oder Milderungs-Gesuch, auf welches eine bloße Resolution erlassen wurde;
2) Fiskus , wenn mech Ansicht der Steuer-Behörde zu ge-
linde erkannt war, das Rechtsmittel der Aggravation.
". Gegen ein Erkenntniß zweiter Inika" hatte 1) der An eschuldigte ,
3) wenn an die von ihm eingelegte weitere Vertheidigung nicht nach seinem Antrzge erkannt war, die Nichtigkeits- Beschwerde, welche beim Geheimen Ober-Tribunal erledigt ward; „
b) wenn auf die Aggravation des Fiskus das erste Urte! verschärft worden, je nach Höhe des Objekts, entweder das Milderungs- oder Niederschlagungs-Gesuch, oder aber das Rechtsmittel der weiteren Vertheidigung, worgußnickn das Geheime Ober-Tribunal, sondern in Gemähynt der Allerhöchsten Kabinets-Ordre vom 29. August 1835 em anderes Ober-LandeSgericht entschied;
??der Fiskus, je nach Höhe des Objekts, die Reyision oder ichtigkeits-Beschwerde, welche beide Rechtémittel wieder- um beim Geheimen Ober-Tribunal erledigt wurden.
Bei den in Rede stehenden Untersuchungen vermißt: man hiernach die zu wünschende Einfachheit und Gleichheit des Rechtsganges für beide Theile.
Dem Fiskus und dem Angeschuldigten waren ganz ver- schiedenartige Rechtswittel gegeben, und davon war eine Un- vollständigkeic des Rechtsschußes und manche andere Jnkonve- nienz die nothwendige Folge. Insbesondere war es ein Uebel-
rungs-Gesuck) des Angeschuldi ten in zweiter Instanz erlassenen Resolutionen die Nichtigkeits- eschwerde nicht für zuläsfig erach- tet warde. Ein fernerer Uebelstand beruhte darin, daß der Denunziat egen ein, auf die Aggravation des Fiskus ergangenes verschär- cZendes Uriel immer ein ordentliches, FiSkus dagegen wider ein, auf die weitere Vertheidi ung des Angeschuldigten „ergangenes milderndes Urtel in der egel nur das außerordentliche Rechts- mittel der Nichtigkeits-Beschwerde hatte, die Gesetzgebung mit- hin den Fiskus gegen den Angeschuldigten zurückselzte. Der dritte und hauptsächlich|e Uebelstand lag endlich darm, daß in dritter InstanzA- der Absicht des Gesetzes vom 14. Dezember 1833 und der“ llerhdchsken Kabinets-Ordre vom ]. August. 1836 die Erhaltung der Einheit der Rechtégrundsäße in den richter- lichen Entscheidungen betreffend, entgegen - nicht eine und die- selbe Justiz-Behörde, sondern bald das Geheime Ober-Tribu- nal, bald ein Ober-Landes-Gericht zu erkennen hatte, und da- durch eine Difformität der Entscheidungen herbeigeführt wurde. Es war daher ein dringendes Bedürfniß zur legislativen Abhülfe vorhanden, und diese ist durch die Aller öchste Verord- nung vom 11. Juni d. J. (Geseh-Sammlung r. 26, Seite 3777378) auf die einfachste und genügendske Weise dadurch bewir t daß ,der Angeschuldigte und Fiskus hinfichtlich des ihnen zu gewährenden Rechtsschußes völlig gleich behandelt und dem- gemäß jedem Theile diejenigen Rechtsmittel bewilligi werden, welche in Civilsachen den streikenden Theilen zugestanden sind. Auf den ersten Blick könnte es scheinen, daß die Ausdeh- nung der RechtSmittel in Civilsachen auf Untersuchungen nicht ganz angemessen sey. Die Untersuchungen „wegen der in Rede stehenden Vergehen haben indessen bei weitem mehr Ae nlich- keit mit den Civil-Prozessen, als mit den eigentlichen rimi-
: nal-Untersuchungen, indem darin zwei Partheien (FiSkus und
der Angeschuldigte) vor dem Richter auftreten, beide mit ihren Erklärungen gehört und gegen einander zu Rechtsmitteln ver- ftattet werden. Wenn die lehreren daher nach den Vorschriften des Civil-Prozeffes regulirt werden, so i| dies nur als eine, zur Vereinfachung der geseßlichen Vorschriften führende Fortbildung dessen zu betrachten, was schon nach den bisherigen Gesc en bei den gerichtlichen Untersuchungen wegen der fraglichen er- ehen galt. _
g .Der einzige mögliche Einwurf,“ daß dem An eschuldigten gegen ein erstes kondemnatorisches Urtel, mithin an gegen ein zu seinem Nachtheil ergangenes abänderndes Erkenntniß, na allgemeinen Rechts-Grundsäßen ein ordentliches Rechts-Mittel nicht versagt werden dürfe, erledigt fich dadurch, daß schon nach der bisherigen Gesetzgebung, wenn nämlich auf die, gegen jwei freisprechende Erkenntnisse eingelegte Nichtigkeits-Beschwerde, das Geheime Ober-Tribunal ein den Angeschuldigten verurthoélen- des Erkenntniß erlassen hatte , der Leßtere in die Lage kommen konnte, sich bei dem ersten kondemnatorischen Urtel beruhigen zu müssen. Ueberhaupt folgt aber daraus, daß der Richter jeder Instanz verpflichtet ist, die Gründe der Anklage und der Ver- thcidigung, die Schuld und die Unschuld, die Interessen des Angeschuldigten und des Fiskus gleichmäßig zu erwä en, so wie, daß die Nichtigkeits-Beschwerde, wenn nur die hinZchtlich der- selben vorgeschriebenen Förmlichkeiten beobachtet werden, fast alle Wirkungen eines ordentlichen Rechtsmittels hat von selbst, daß in keiner BeZiehung ein Grund vorliegt, die Rechts-Mit- tel des Angeschuldigten und des FiSkus verschieden zu be- stimmen.
Was die einzelnen Bestimmungen der Verordnung vom 11. Juni d. *I. anlan t, so ist zur Vermeidung jedes Zweifels über die Form des ppellations-Verfahrens und um auch dem ZZ; einer geringeren Strafe Verurtheilcen nicht bloß eine Rechts-
usführun zu gestatten, sondern alle Mittel zu seiner Verthei- digung in ter Instanz zu gewähren, bestimmt worden, daß die Vorschriften für den ordentlichen Prozeß mit der Maßgabe An- mendung finden, daß die Appellation in allen Fällen, ohne Un- terschied der Höhe der Strafe, zulässig seyn soll. Auch „wegen der Fristen zur Einlegung der Rechtsmittel, besonders in An- sehung der Appellation, erschien eine Bestimmung nothwendig, da die Fristen, welche in fiskalischen Untersuchungen Yinfichtlich des Rechtsmittels der weiteren Vertheidigung :c. statt nden, für das nunmehr angenommene System nicht mehr passen; diesem smd nur die für den Civil-Prozeß vorgeschriebenen Fristen entsprechend.
Wegen der Zulässigkeit der Revision bedurfte es einer näheren Festseßung für die Fälle, wenn zunächst auf eine Frei- heits-Strafe, oder wenn auf Untersagung des Gewerbes zu er- kennen ist, indem die Vorschriften der §§. 1. und 2. der Ver- ordnung vom 14. Dezember 1833 in ihrer Fassung hierauf nicht anwendbar waren.
Es ist auf diese Fälle die Bestimmung im §. 2. daselbst, hinfichtlich der nicht in Gelde abzuscyäßenden Gegenstände, für anwendbar erklärt, wofür die Analogie un weifelhaft sprach.
Endlich ist noch eine tranfitorische orschrift ür die an- hängigen Sachen nach Anleitung des §. 29. der erordnung vom 14. De ember 1833 gegeben, wobei zugleich der Zweifel Wegen Zuläs igkeit des Rechtsmittels der Nichti keits-Beschwerde gegen die auf Milderungs-Gesuche erlassenen esolutionen durch eine xusäßiiche Bestimmung beseitigt ist.
!
*
7447.5«,-*“ *„
*WMWHM-Kp1-«yo-W „::
***“ “(ö- ROWÖLW*NWWÜ ,
-I-k-j-m,?*;-ch„e-,zl ... ..., „ , , _
„ __..- - k-k“:*“*“ ZMm- , .. ..
. 4“,-
74.“
1,4“