Niederlande.
Aus dem Haag, 25. Okt. In der Adresse, welche eine Deputation beider „Kammern heute, als Antwort auf die Thron- Rede, Sr. Majestät dem König überreicht, heißt es im Ein-
ange: „Blicken wir mit erneuter Betrübniß ftets auf die cymerzliche Ursache zurück, in Folge deren wir die Ge enwart Eurer Majestät bei der Eröffnung unserer vorigen SessJon ver- mißten, so war es uns um so angenehmer, Höchstdieselben beim Beginn unserer jetzigen Versammlungen zum erstenmale von dem Erbprinzen von Oranien begleitet zu sehen , einem Zweige jenes Hauses, mit Welchem Niederlands Wohl so eng verbun- den isi, und WWW wir mit derselben innigen Liebe, wie das Vaterland, umfassen. Zeszt, Wo wir Ew. Majestät, nach den von Höchstdenselben empfangenen Mittheilungen, unsere ehr- erbietige Huld feierlich anbieten, fühlen wir dies um so leben- diger. Einmüthig schlossen wir uns dem Throne an, als Ew. Majestät gegen das Ende unserer vorigen Versammlung uns Kenntniß gaben von der in hrem Namen abgegebenen Erkiä; rung an die Vertreter der Höfe von Oesterreich, Frankreich, Großbritanien, Preußen und Rußland. Wir hielten uns überzeuqc, daß dadurch eine baldige Regulirung unserer Angelegenheiten
Weimar, 27. Okt. Der Großher og M am Nachmittage d'es LJ-skm d. M. in erwünschtem Wohl eyn hier angekommen. Se. Königl. Hoheit hatte fich von DreSden über Lei “& nach Altenburg begeben und dem Herzoglichen Hause einen esuch abgestattet.
Der Landtag wird den 25. November d. J. eröffnet werden.
Hamburg, 17. Okt. (A. Z.) Hinsichtlich des Dänischen Transito-Zous zwischen hier und Lübeck find wir ganz ruhig: denn geseßt, man entschiede gegen uns, insofern es Holstein betrifft, so bleibt uns noch das Lauenburgsche. Diesem Her- zogthum warde, als es von Hannover an Preußen und von letzterem wieder an Dänemark abgetreten ward, die Zusehe- rung ertheilt, keinen neuen Zöllen unterworfen zu werden. Den Traktat, in welchem dies siipulirt wurde, garantirten die beiden erstgenannten Kronen. Da wir nun aus dem beider- ftädtischen Gebiete (wovon Bergedorff der Hauptort ist) un- mittelbar ins Lauenburgsche und aus diesem wieder ins LQ- bkckschc Gebiet kommen können, ohne das Holsteinsche zu bex rühren, so dürfen wir von hier aus nach Bergedorff nur das letztere vermeiden, und wir umgehen aUe Zollstellen, so viele derer auch sern mögen. Dies würde zwar ein Umweg
herbeigeführt werden würde. Billig durften Wir wohl erwar- ten, daß jene Erklärung, gegründet auf die von den Mächten selbst als unwiderruflich bezeichncten Bestimmungen, zu einem solchen Resultate führen werde, und daß dadurch einmal sowwhl Ew. Majestät in Höchstihren Bestrebungen zur Förderung der : vaterländischen Interessen, als dem seinem Könige und srineri Verpflichtungen etreuen Volk, das gebührende Recht wider; Z fahren würde.
ief schmerzt es uns, daß auf diese bestimmt ! und unbedingt ertheilte Erklärung die Antwort noch immer er- L wartet werden muß. Ew. Majestät nähren fortwährend die Hoffnung, daß dieselbe ein Resultat zuwege bringen werde, welches mir der Ehre und den Wahren „Interessen des Nieder- ländischen Volkes übereinstimmend sey. Sollte gleichwohl in Folge einer unbegreiflichen Politik diese Hoffnung nicht bald in ; Erfüllung gehen, so werden Ew. Majestät uns bereit finden, Höchstderselben Bemühungen zu unterftüßen, um zu einem sol- chen Resultate zu gelangen.“ (Der Übrige Theil der Adresse ist im Wesentlichen ein Widerhall der Thronrede).
Belgien.
Brüssel, 24. Okt. Der Kardinal, Erzbischof von Mc- cheln, hat gestern seinen feierlichen Einzug in Mecheln gehalten. Ein Kavaüerie-Detaschement, die städtischen Behörden und die beiden Triumphwagen, die bei den hiesigen Volkslusibarkeiten gewöhnlich in Gebrauch find, waren ihm entgegengezogen, und eine unzählbare Menschenmenge stimmte in das Vivat ein, als der Bürgermeister im Namen der Stadt die Begrüßungs-Rede
* gehalten hatte.
Schweden und Norwegen.
Stockholm, 23. Okt. Ihre Majestäten der König und die Königin gaben am Sonntag auf dem Königl. Schlosse ein großes Diner, dem außer dem Kronprinzen und der Kronxrin- zessin auch der neue Englische Gesandte, Sir Thomas Eart- wrizzbr, nebst seiner Gemahlin, gebornen Gräfin Sandizell, bei- 1vo men.
Die Reise des Königs nach Norwegen ist, wie man ver- nimmt, bis zum 2. *November aufgeschoben worden.
Deutschland.
Augsburg, 24. Okt. Die Allgrmeine Zeitung äußert in einem Schreiben aus Leipzig vom 10. Oktober: „Sie wissen bereits, daß die I. G. Cottasche Buchandlung in Stutt- gart die Verlagshandlung von G. J. Göschen in Leipzig ange- kauft hat, so daß ihr nun das Eigenthumsrecht der Schriften von Wieland, Klopstock, Thütnmel, Iffland, Houwald :e. zu- fällt. Wie wir ören, ist der Grund dieses Kaufes einzig in dcr Ungunst der Ürttembergischen Geseßgebung über das [ite- rarische Eigenthum zu suchen, welche die genannte Buchhand- lung nöthigte, ein Etablissement unter dem so viel weiter gehen- den Sckwße der zeitgemäßercn Norddeutschen Geseßgebung zu suchen. In Stuttgart wurden vor einigen Jahren manche Hoffnungen rege, dort für den Deutschen Buchhandel einen Süddeutschen Centralpunkt zu gründen, wie wir einen Nord- deutschen in Leipzig besilzen. Schwerlich aber dürfte sich der Buchhandel unseres Vaterlandes bewogen fühlen, einen Punkt zu wählen, wo ihm die Anerkennung des ersten Rechtes - das des Eigenrhumes -- verweigert wird, und wo selbst für die Werke der ersten Dichter Schwabens, Schiller's und Uhland's, mühsay-i gerungen werden muß, um sie vor Piracenhänden zu retten.
In Bezug auf das gestern mitgetheilte Württembergische Nachdrucks-Geseß bemerkt die Allgemeine Zeitung: „In Stuttgart wurde nun das bekannte mit den Ständen verab- schiedete provisorische Geseß gegen den Bücher-Nachdruck publizirt, wonach den vom ].,Januar 18:58 an erschienenen Schriften von der Zeit ihres Erscheinens an ein zehnjähriger Schuh gegen Nachdruck zugefichert wird, während die zur Zeit der Verkün; digung des gegénwärtigen Gesetzes veranstalteten Rachdrr'icke fortwährend ungehindert verkauft werden dürfen -- so daß also diesen gesetzlichen Schufz alle Rachdrücke genießen , welche ge; macht wurden in der leich langen Zwischenzeit, welche zwi- schen der ständischen “ erathung dieses Gesetzes und der 1th erst erfolgten Publication verfloß. Die Nachdrücke erhalten zu Z diesem Behuf einen besonderen Schußstempcl.“ *
-- -- DreSden, 28.0kt. Man schreibt aus Budissin:
Zu dem am 161en und 17cm 0. M. hier abgehaltenen Herbs?-
Wollmarkt sind überhaupt 3008 Stein Wolle und zwar 1288
Stein Sächsische, 770 Stein Preußische und 950 Stein Böh-
mische eingebracheund davon 2536 Stein an Fabrikanten aus
den Vereinsstaaten verkauft [vordem Die Quantität drr zu
dem diesjährigen Herbsr-Wollmarkte eingebrachten Wolle beträgt
zwar 1000 Stein weniger als im vorigen „Jahre; es ist dieses
aber daher entstanden, daß bei dem Frühjahrsmarkt alle Vor-
räthe verkauft und also zu dem jetzigen Herbstmarkt fast aus-
schließlich nur zweischürige Sommerwolle arif dem Platze war.
Die vorhandene Wolle fand demnach so raschen Abgang, daß,
* obschon der Stein 1'/, bis 3 Rthlr. höher als bei dem Früh-
jahrsmarkt bezahlt wurde, die Verkäufe schon am ersten Markr-
„ _ tage zum größten Theile beendigt waren. „Im Durchrehnitc
wurde die feine Wolle für 16-17 Rthlr., die mittlere für
- , 13-16 Rthlr. und die geringe für 10-13 Rthlr. pro Stein ““ verkauft.
Stuttgart, 25. Okt. Gestern Abend sind Se. Königl. Hoheit der Großherzog von Oldenburé und Gemahlin zum
Besuche .bei „Ihren Königl. Majestäten ier eingetroffen und in dem „Königlichen Residenzschloss? abgestiegen,
nächsren Weg einschlagen.
seyn, aber immer kein so großer, als die im Bau begriffene Chauffee macht, denn sie führt Über Oldeswhe, Was den Weg schon mehr als eine Meike von der direkten Straße enifernt; damn soil so von Oldeslohe hierher, um sich mit de'.“ Kiel-Alconaer Chauffer zu vereinigen, auch nicht (3211 Durch die Eisenbahn von hier über Billwärdrr nach Bcrgcdorff wird schon die größere Enrfermmg durchs“ Lauenburgsche Über die direkte Straße vollkommen kom- pensirt; jenseits Bergedorff kann die neue Berliner Chaussee auf einer großen Strecke benußt werden. Dann kommt die Cham“; sec, welche Lübeck schon seit mehreren Jahren auf seinem Ter- ritorium bis an die Lauenburgsche Gränze machen ließ und un- terhälc, dieser Straße zu gut. Diese Betrachtungen machen er; wähnke Eisembahn schr populair; denn sie bildet den Anfang
3 zu der großen Straße nach Berlin, O)2cchlenburg, Pommern,
Magdeburg, Lübeck und Lk-neburg, und kann zugleich zu Spa- ziersahrten nach den romantischen Gegenden der Vierlanden und des Sachsenwaldes benutzt werden. Es war zu Anfang des Projekts die Meinung vorherrschend, keine kleineren Actien als 1000 ONark Banco zu kreiren, da indes; der Wunsch von, vielen Bürgern beider Städte aus der Mittelklasse geäußert ward, Theil daran zu nehmen, so scheint es cht beschlossen zu seyn, se auf 300 Mark zu stellen.
Oesterreich.
Wien, 23. Okt. (Nürnb. K.) Einem noch nicht ganz verbürgten Gerüche zufolge, ist die Besetzung des wichtigen und reich dotirten Erzbisthums Gran bereits entschieden , und der bisherige Bischof von Wesprim , Kopatsy, zum Primas von Ungarn berufen worden. Desgleichen sagt man, der erste Prä- sident der allgemeinen Hofkammer, Freiherr von Eichhoff, würde als Sections-Chef in den Staaes-Rath übertreten, und dessen Stelle der zweite Präsident, Graf Wilczcck, einnehmen.
Der hiesige Magisirac hat die glückliche Rückkunft Sr. Majestät des „Kaisers durch ein feierliches Hochamt und Tedeum in der ONeiropolitan-Kirche 11 St. Stephan 1: feiern beschloß sen, das am 27jien d. M. a gehalten wird. ie Refidenz fülit sich schon mi: hohen Ankömmlingen aus Italien; es sind der erste Oberst-Hofmeijicr Fürst Colloredo, die Botschafter von England, Frankreicb, der Tiirkei U. s. w. zurückgekehrt.
Von dem gegenwärtig in En land verweilenden Herzog von Lucca befindet sich der Obersr-ngofmeisrer hier und h_ac die Miethe der Wohnung erneuert, so daß wir Se. Königl. „Hoheit den Winter über wieder hier besißen dürften.
Auch in der Nähe von Wien, in dem gesegneten Marcs)- felde, ist unter dem Rindvieh die Löserddrre und der Milz- brand ausgebrochen, und eine kleine Ermäßigung im Prcije des Fleisches (auf 8 Kr. C. M. pro Pfund“) wird daher wohl nicht von Dauer seyn. Durch eine „Heerde Polnischer Ochsen soll die Krankheit eingeschleppt worden seyn, und nun sind die Ortschaften bis nach Ungarn zernirt. -- Viel Augenmerk rich- ter die Regierung auf die Veredlung der Pferdezucht, welche namentlich in der Provinz Oesterreich durch die vieljährigen Bemühungen des Obersten von Kast glücklich gedeiht. Vor einiger Zeit find 20 Araber aus Syrien für die Aerarial-Ge- srütc nach Ungarn gebracht worden, und nun find hier 18 Stück der herrlich|en Thiere aus Burgund angekommen, die jüngst Se. Kaiserl. Hoheit der Erzherzog Karl in Augenschein nahm, indem er darüber seinen Beifall äußerte.
S ch w e i 3.
Zürich, 24. Okt. Die hiesige Zeitung enthält einen Artikel mit der Ueberschrift: „Was lehrt uns die beendigte Verwickelung mit Frankreich?“ worin es heißt: „Der Friede ist geschlossen; Frankreich mußte seine feindseligen Maßregeln zurücknehmen; unsere Micbrüber kehren heim u ihren Fami- lien, das Vacrrland isc voll Freude. Diese ?Freude ist kein Gefühl der Schwäche, wie nach dem Aufhören eines Stur- mes, dem man fick) wehrlos ergab; nicht ein Freierathmen nach vorübergezangener Gefahr. Wir halfen die Gcfahr ver- treiben. Die Eidgenoffenscimft darf sich Glück wünschen; ihre Geschichte, in der neuesten Zeit durch so manchen Fleck der Zwietraotzt und Scjzwäche besudelc, hat Blätter gewon- nen, die zu ihren schönsten gehören. Schande dem, der die gébrackztcn Opfer nach Franken berechnet, nicht nach dem moralischen Gewinn, den sie verschafften. Wer kann bestimmen, was erfolgt wäre, wenn unser Volk fick) nicht muthig und einig geschaarc hätte, um seine Heiligthümer zu verfechten? Wo stünde nun Genf, wo die Französische Armee, wo das Ministerium, wo die ganze Angelegenheit? Gewiß nicht Wo jeßt“. Wir ha- ben uns selbst den vaterländischen Puls gefühlt; 1799 und 1815 lehrten uns, was wir waren, 1838 was wir sind, seyn sollen, seyn können. Wir haben dem Auslande Achtung abgezwungen, die gegrn Noten auf geraume Zeit schüßen mag. Nun aber, Eidgenossen, isi es an der Zeit, daß wir uns Rechen- schafc geben und die Lehren benukzen, welche die Stunde der Prüfung uns einprägte: Die Schweiz verlasse sich nicht auf die Freundschaft und reizc nicht die Feindschaft irgend einer fremden Macht. Trauen wir keinen Schmeichelworten, von Thun:: hundertfach widerlegt. Die diplomatische Sprache ist nicht die eines gesunden Schweizer-Herzens. Gerad und bieder bekennen wir, wir wvllen keine Freundschaft, keinen'Bund mit dem Auslande; nur die Eidgenossen sind unsere wahren Ver- bündeten. Der Große kann des KleinenFreund nicht seyn, der Mächtige nicht des Schwachqeglaubten; kein Bund ist wahr als der mir seines Gleichen. Neutralität ist das LosungSworc der Schweiz, nicht die Neutralität der Schwäche, sondern die der Klugheit, die wir uns selbst auflegen.“
Italien.
Venedig, 19. Okt. Se. Majestät der Kaiser haben gKesrern Vormittags den Generalen und Offizieren, so Wie“. Civil; und geistlichen Behörden Abschieds-Audienzen er Nachmittags ward den Palast-Damm die Chr? zu Theil Abschieds-Audienz zu elassen zu werden. Am Abend mos; Ihre OITajescäten der Borstellung im Theater'della Fenic 5 Wo Hdchskdieselben bei der Ankunft, so wie beim Scheiden einstimmigen und wiederholten Aeußerunqen der Vekkh/ru empfangen wurden. Die Erzherzog: Yohann UUd Ludwig „* suchten am löten und 17cm 1). M. das Marine-Arsenal, tro D selben sämmtliche Fächer diescr ausgedehnten Anstalt aufs ' naueske prüften. Am 102.01 besichtigten die Herren Ekberzog insbesondere die Modelle der von dem Ingenieur undijchjt ten bei den Wafferbauten, Johann (Tasoni, zUnxUnterbauM-n der alten Thürme am Eingange des Zrughauws, TVLlcherm5 dem Einsturze drohte, und zur Wicdcrerbauung der EM dämme an dem Endtheile des „Kanals dciia »))?adorrna gegendj Rhede von San ONarko entworfenen und auSgefüHrten Arbei- ten, und äußerten das" höchsre Wohlgefallen dariiber.
NacHdem Ihre WDajcsxätcn der Kaiser und die Kats,- am 18th Morgens der Messe in de'." St. Markus-Kirche'hw gcwohnr hatten, schiffren sicb .Hbclxxidieseiben auf einer Skar dcr Oey?rr*reichisclcken s.).)TariUe ein, die'. von drm Ober--3"*chorn„-,a danken dcrsrlbcn kommomdirr 11110 ron drm Trzherzog FMM; in seiner Eigenschaft als Lttrirrrscdiffs-Capitain, grfx'ihrtwmzt DerErzi)crzog-Väce-König, Erzdcrzorz Ludwig und der Gouvermu waranhrenMajesräxcn traci) Treviso rorangrrciü. - UW Abreise nicht minder feierliii) als den Einzug zu machen,unz beim Abschiede dieselben Gefi'xhie, die bei dcr Ankimsc und Tag gelegt wrirdsn, auxiudrücécn, begleiteten viele _Pewrhn von Venedig mit ihren Barkrn bas .Miscrliche SOM, undd Bissoncxi, geschmückrn Schiffe und Bakken. die_bei derR gatta den irg davon getragen hatten, schloscn iich dem ZU an. - Ihre »))?ajesr-Zten rrasrn um 11 Uhr Vormittags Mestre ein, wo Höcbkidicsexben ron dem Provinzial-Dclegax und den Orts-Behörden chrfurcbrsvoll cnwfangen wurden 11.- ;mc!) einem kurzen AUchkZ/“all die Reise nach Treviso f. ehren.
Die Gazzetta di Venezia exchält folgendes Kabin Schreiben, Welck)“; Se. Majrtiät der Kaiser an den Erzherzo Vice-Kdnig erlajsen liaben:
„Lieber Herr TIcim, Jrzbcmoq L aincr! Ick) babe wädrei Meiner Reise in Meinen VeniiizniiMn Provinzen, und bcsondn während Meines Anscmbalts in Venedig, die sprechendsicn undrü rendstrn waeise der Treue und Anbängiichkrit an McinePersono an Mein Herrscherbaus erbaiten. Ick) beauftrage Sie, HrrrOb:' dicserbalb Meinen grtreuen linkembauxn diescr Provinzen Meinebn] reiéqe Zufriedenheit, und namenjLicb dsnPodesrx-s und den Muri pal-Congregationen der Städte, in denen “Icli verweilre; Mein Wo.. gefallen für die musterhafte Ordnuna, die Ich bei diricm Anlaßi merkte, zn erkennen in geben. Die. öffxmlirizeu undPrivat-thn tigkeits-Ansialten. die in dm Sxädtcn von Mir besucot wvrdcnsix liefern Mir den Beweis von der rcgrlmäßigcn Berwalkxmg derselb Glrichwic Ick) kacn Meine Zufriedenheit vicriibrr an dM Taglcg so werden Sie, Herr Ohcim, dcn Staats-Bcbörden und denCdef derselben z"r Kenntnis; bringen, Das; Iii) xu Ykéile“ wabrcrchrud «um; die trruc und eifrige Erfiiilung dcr letxrßicvtru 111.11 Zweigen ihrer Adminisrraiion zu bemerken Gclczcnbßrir T(„Yllnkkxbad
,er inan
Auch hier Haben Sc. K:".iserl. Majrsxät zum Bcwcisthre Zufriedenheit eine Anzahl von Orden 0110 Titel:: an ,)[ngckxeü beim Militair und Civil Verlirchn.
Die Gazzetta di Venezia enthält ein rabrllarischgeor- notes Vcrzeichniß der Sumnwn, wclche VIU dcn Städcenu Landgcmcmdcn dchenetianischcnProvinzen zur Feier derA wesenheit Sr. OJLajrstät des Kaisers oder seiner Durchreise ihrem Gebiete für Feste urid öffentliche Freuden-Bezeugungea vorzüglich aber, nach dcm von Sr. Majestät geäußerten Mami) zu wohlrhäkigcn Zivecken 11:10 zuyGriindung gcmeinnüßcg "Anstalten und Stiftungen bestimmt worden sind. Venedi Chioggia und dir Landgemeindcn haben hierzxu gewidmet ],395,-109 Lire (von denen auf einen Gitldcn G.. M. gehen); Verona und die Latidgcmeinden 375,5?!) Lire; Vicenza, Bas- sanp und die Landgemeinden 254/100 Lire; Padug urid die Landgemeinden 173,220 Lire; Treviso und die Landgememlden 245,031 Lire; Udine und die Landgemeinden 217,9751'01; Belluno und die Landgemeinden [10,010 Lire; RovigYAdxta und die Landgemeinden 220,13“; Lire; zusammen 3,070,-1bLire«
Sp'auieri.
Madrid, 18. Okt. Der General Akai): Weigert scheut- schieden, das Portefeuille des Kriegs-Ministeriums zu überneb men, dagegen hat der “))?inisker drs Innern sein Cntlaffungs Gesuch zurückgenommen,
Der Vorschlag des Generals Narvaez, die Reserve-Arm“ auf 40,000 Mann zu erhöhen und dieselbe gleichzeitig zur Dek! kung der Hauptstadt, Alt; und Neu-Casiiliens und Aragoinens zu verwenden, ist von der Königin, nachdem sie die Memuw gen von zwölf Generalen darüber eingeholt, gcnehmigt worden-
Es werden hier jeßt 50,000 Uniformen für *die Soldaten der Nord; und der Central-Armee angefertigt. Bezahlt werden diese'lben mit Wechseln, die von Rothschild acceptirt wordensm'é'
Ein Schreiben aus Cadix vom 11. Oktober meldetdle Ankunft des Prinzen Georg von Cambridge daselbst. ,
Die Aufregung ist hier so groß, daß r*oal)rscheinlich„der General Narvaez mit seinen 12,000 Mann wird hierbleiben müssen, um die Ordnung aufrecht zu erhalten.
In Oviedo in Akkurien haben einige Unordnungen |W" funden, indem das Volk die in einer Kohlengrube deb Herrn Aguado beschäftigten Arbeiter mit GeWcrlt verhinderte, lhkeAr' beiten fortzuseßen.
Spanische Gränze.
Briefen aus dem Hauptquartie; des Don Carlos vom 18. Oktober zufolge waren daselbst mehkékn National-Gardisten aus Bilbao angekommen. Die Plackeretet aller Art, denen sie dort von Seiten. der Behörden ausgxstß waren, hatten sie zu diesrm Entschlusse bewogrn und 1" AuSsage nach dürften noch Mehrere ihrem Beispiele folgen-
Persien.
Die dem Dampfschiffe aus Trapezunt, vorgesxrigen Blatcc der St. Z. gemeldet) am 2. Tai Konstantinopel eintraf, sind dort folgende Nachrichten aus vi- bris vom 12. September eingegangen: „.Der Kamxf 37er fck?" Persien und Herat ist seinem Ende nahe. Ein WUK“; dM der Schach an den Emin Risam, Gouverneyr von [die beidschan, abgesandt hat, überbrachte die Nachrichk- daß u Stadt HUM geneigt sey, sich unter gewissen Bed'tkgungesxheFi- ergeben. Uneinigkeit unter den Anführern der Belggerten s er nen Leßtere veranlaßt zu haben, eine Deputation m das “3
welches (wie “"
Oktober in 'F
' fksUonen,
des Schachs zu sendexi, um „Unterhanblungen anzuknüpfen. Andererseits will man jedoch wissen, daß ein Armee ; Corps, welches eine Deirionjkration gegen „Kabul gemacht und von Truppen der O'simdtschen Compagnie _unterstülzt werde, den Schach eingeschuchtert habe, und es werd sogar behaupter, er ab, dem Obersten Stoddart, der von Herrn Macneill nach Teheran gesanbt wordrn mar und seht wiedrr in Tabris ange- kommen ist, die Yxrsrcherung geg'eben, er 1er) bereit, sich dyn Wünschen drs Brtxtschen Botschafters zu fügen. Dieser scheint sich jedoch nicht zmt der bloßen Versicherung begnügen 3:1 wol- len, sondern bestimmtere Thatsachen abzuwarten, bevor er nach Teheran zurückkehrt. Uebrigens hat diescr Diplomat seit eini- en Tagen m_ehrere anscheinend versöhnliche Konferenzen mit dem Emin Ntfam gehabt und nach Ankunft des letzten Cou- riers seine Anfialien zur Abreise eingestellt. So s(iM'nt denn ein deßnitiver Friedensschluk; mit Herac nahe zn scrixi, ir.deß bedarf die Nachricht. schon um ihrer Wickxrigkeic wiilcn, erst noch writercr Bestätigung, die man hier mit Ungedrxld er- wartet-
I n l a n ?. --; Gneseri, 15. Okt. _- Grundssixxlegung der e,.,angeltschen Kirche. -- Der 15.1)krobrr, aks dsr 1:01):
Geburtstag Sr. KönÉ-Zl. Hoheit drs Kroirprinzen, Wü?" 5.0 der freudigen Feier der *“ Civil“ und *)]?ilitair-Kirchc, welcbe schon lang».- Nr*fxilxxxx. ?Z'cher;
niß gewesen, und wozu Se. OITajejth ein GnaT-rnßréciienk *.*-on
rurtdstrinlegmig drr xirurn (**-.*axx-KOLZY'Ééetr ;
17,445 Rthlr. Allergnädigst zu bewilligen Irruhc Hacxrw, auscr- ;
sehen- Nach stürmischen Rrgentagcn begüxisciqke dr? Hrirrrsic ;
xmmel die erhabene Festlichkeir. Dic fai'r VOUSÜÖUCU ".Wir-“:a- mente, von geschmackvoll verzierten Schranken umgebcrx, brzcicb- neten die Grundßächen des neuen Gotieshauscs, bas auf einem geräumigen Platze an der breiten über den Markt nacxz-dcm Dome hinführenden Straßr belegen, eine hohr Zierde de;“ im; Mer mehr sich verschdncrndcn Stadt werden wird. vai'siiyen den beiden Ecksteincn des Thurmes lag der mit Bkumrxxkrcxn- Yen geschmückte Grundstein, welcher iii lareinischer Inschrift den
ag der Gründung und den Namen des ailvereeren S*cifcxrs '
enthielt. In der ganzen Breite der Straßensconte dcr Kirn,!)e war eine mit Eichenlaub uud Blumengewinden dciorirkc hohe Ehrenpforte errichtet, Über welcher eine Fahne :::ic dcm Preu- ßischen Adler, und zu deren Seiten große (Fahnen mic QetiLan; oesfarbrn wehren. Die im «roßen Maaßziabc gezeichnete per- spektiviichc Ansicht der zu eroauenden Kirche War paßlich dcn Decorationen eingefügt. In dem innern Raume des um- schränkten Plaßes Waren Kanzel und Altar errichtet. Zu bei- beiden Seiten des am künftigen Porral der Kirche liegenden Grundüeins standen die Büsten Sr.?)Dajesrät und Sr. Königl. Hoheit des Kronprinzen; wischen beiden befand [ich der Tisch, welcher auf blauseidenem issen die silbernrn Maucr-Wcrkzeuge nebst Schurzfell aufnahm, welche Se. Majestät zu der Feier- lichkeitAllergnädig| harten hersenden lassen. In der: viel" Eckrndes von der Barriere eingeschlossenen Raumes :varrn, an die Brßim- mung der Kirche als Militair-Kirche erinnernd, Pyramwrn von Trommeln und Lanzen, mit Blumen geziert, cm*is-“2cc1'. -- (**-.Fr- gen10UhrMorgcns versammelten sichdie GemeindHM ?.Kdiischen Behörden und Beamten des Königlichen Land- undStaOrZr-riwrz, und mit ihnen einegroßeVolkSmenge aus derStadxmro Wigrgend auf dem Bauplaße. Das hicr garnisonircndc “ZFI;:"txirr'OkÖarailion 18cm Infanterie-Rrgimcnrs harre sic!) miiirxirié'ci» arxsgrsieilr. Schon Abends zuvor waren drr Hcrr Obc:'-'Z.*-räx"édrrir Flock- well, der General-Surerintendenx, Biscbbf 1)». "',"Tcriirmrk, UND der Präsident der „Königlichen Regirrxxixg zr: onmbsxg, Herr Wißmann, in Brgseitimg dcs Rrxzixriixx-xzs:Oauraißs Herrn Obucj) auf an sie ergangene EitriaW-rx; hier cir-ge- troffen, und als ziir bestimmten Stur:de der Herr Bischof von den evangelischer: Geistlicher: dcr Skadi und Umgegend be- gleitet, und der Herr Ober-Präsidcnc mir dem Hurra Regie- rungs-Präfidenten, von einer Deputation dcs Kirchen-Kol- legiums geführt, auf der Baustelle src!) ein;,chundrn hakicii, nahm der Herr Bischof seinen Piaiz 001.“ dem Zilrar, die Geist- lichen ihm zur Seite. Der Sänger-Chor bob ras Lird (1:7: „Lobe den Herrn u. s. w.“, in welche?) die Bcrsammlung mit einsiimmte. Darauf hielt der Herr Bischof bir Fcßrcde, ii: Welcher er die Bedeutung des Gotteshamscs Und bis .Nöniglich Huld und Gnade, die zu einem solchen verholfen, besonders hervorhob und ans Herz legte, und dir von der großen Menge von Zuhörern aus allen Klassen des Volks obne Utitsrscbicd der Religion mit der größten Stille und Andacht und zU'r' wahren Erbauung vernommen wurde. Demnächst Überreichrc der den Bauleitende „Königliche Bau-Inspektor Schildencr dcn silber- “Uanammer dem Herrn Ober-Präsidenden, welcher im Namen Sk-Majestät des Königs, als Patrons der Kirche, den erxken Hsmmerschlag auf den zum Einsenkcn bereit gelegten Grund- ßemmit oem Anrufe that, daß das Gotteshaus, zu dem heut dF-Grund gelegt werde, in der Gemcixide wahre Gottesfurcht, remeMenschenliebe und treue Gesinnung gegen den erhabenen ErblaUer desselben erhalten, fördern und mehren möge. Den Zwicken Hammerschlag vollführte der Herr Regierungs-Präsrdent Wißmann, darauf hinweisend, wie dir an und für sich so-feicr- lt«gegenwärtige Handlun durch die Bedeutxmg des Tages“, als des Geburtsfestes Sr.. öniglichen Hoheic des Kronprinzen, nor!) an Feierlichkeit und Bedeutung gewinne. ZM Mairien der Ge- meinde thaten den ammerschlag von Srixon der Garnison der errHauptmanüv. ?:“iiier,undvonSeitendchivil-Gcmcindrdcr Ükger und Seifenfiedermeister Schwißer, welche gloirhfalls dem Gegenstand angemessene Worte spracyen. Sodann iiimmte ???Sänger-Chor ein Halleluja an, und der OrtEgcisriicHe, Super- t'1k4211dent Sydow, sprach vor dem Altar ein Gebet, in wclchcm ekGott dafür dankte, daß er so weit geholfen, mw ihn um ferneren Segen zum glücklichen Forcgang Und zur herrlichen ollendung des angefangenen Werkes ansiehte. .Das Lied: (HNW dariket alle Gott“, das von der Grmi'inbe aus vollem Aerzen gciungen wurde, machte den Schluß der Feier, die auf [[e- ißie derselben beiwohnten, einen tiefen und gewiß bleiben- en Eindruck machte. Der an diesem Tage stattfindende Jahr- Jnarkt hatte mehrere tausend Menschen aller „Konfessionen auf nen Plalz der Kirche und in desen Nähe zusammengeféihrt;Kdrn- noch herrschtr durchgängig die größte Ordnung, Ruhe, Stille nd andächttge Theilnahme an der würdevollen bedeutsamen teier. Nach dieser kirchlichen Festliahkeic fand ein solennrs Mit- agYmahl, an welchem gegen60 Personen, ohne Unterschied der Kot!- Welck Theil na men, im Saalx der hiesigen Rcffriirce statt, er )?s auch 0er err O_ber-Prändcnt, der“ 'Herr Bischof und MMO“? Regierungs-Prastdenc mit ihrer Grgenwart bcehrten. tiefstxt'VLrwähnung bedarf es, daß anch bist“ die Liebe und Über!) serehrung für den Hönig und Sem crbaberics Herr- ti “" _slch in frommen innig empfundenen Wimmxen kräf- s ausdruck“, die in Aller Herzen den freudigsren lebendigsten
!
_-
“ ""M““
Anklang fanden. Denn wo Treugesnnte fich versammeln, und wo die Königliche Huld und Gnade sich so groß und herrlich erwiesen, wiehier, da ist das Herz voll Dankes, und Bedürfnlß ist's, ihn laut auszusprechen. Auch die bei dieser Gelegenheit auige- brachten Wünsche für das Blühen und Wachsen der Gemeinde in Gottesfurcht und Frömmigkeit, und fiir die Wohlfahrt und das Glück der Stadt Gnesen und deren Bewohner wurden mit tiefgefühltem Dank aufgenommen, und werden treu im Herzen bemahrt werden.
Stettin, 28. Okt. - Armenpflege. -- Nach einer in diesem Monate erschienenen Bekanntmachung der hie- sigen Armen-Dirccrion hat die Ausgabe für die Armenpfiege im Jahre 1837 die Summe von 34,416 Rthlr. 16 Sgr. 10 Pf. betragen, wovon aus der Kämmerer-Kasse 17,500 Rthxr. zuge- säwssrn wurden. Aus der Unterzeichnung freiwilliger Gaben kamen 4838 Rthlr. 21 Sgr. i'; Pf. und an sonstigen Gcsckzen- ken 1609 Rthir. 6 Sgr. 11 Pf eit: Die im Arme baar ge- z.;blte Unirrsrirxzran 00111134 12,17? Rkhlr. 27 Sar. Außerdem Wurden 132,373 Portiorxrn Eso", f.“!r 101€; Rtblr. 2 Sgr. ;; Pf. *))?c'dizin, 3445000 Stich." Torf, 113 .Klafter Hol (“sie ansehnlichen, von der Gcscilschasr zur Versorgung der irmrn :nix Brennmaterial vcriébrcicirteri O_nantirären Holz und Torf ungcrrchnct) vrrabicick); FK? Kicidungssrücke, mic Ausschluß de:? KUE dem Drpoc .“Ö-rrJrgcbcrrcn, wm'ch 00 RUM. 7 Sgr. und a:! Mcbkeke mix Spimicn besckyäfciur gewesene Frauen 146 I;:Hir, 10 C„ S Pf. gezahlt. "21171 Sci;-iu.§ des Jahres 1830 harre die Stadt 17-8“ PZ“)..*gckindcr zrx rrrsorgcn; im Laufe des Jahres 1837 kamen 7/7: Hinzu und r',“; schieden aus. so daß der 23.211.100 im Atxfange dieses Zaßrcs 181€ betrug, zu denen noch ““ in dcr CrzrciMngI-AmsaU gerrclmrc wrrden müssen. In
“; 1 ickzrerer kostet:; jedes KindQUr-xbs-Kinilexck) :“11 Rihlr. 1 Sgr. 4 Pf., jvogoZen f:“ir je-Ies Piischinb aUßrr freiem Schul-Un- tkt'riché 10 :)Tihlr. jährlich rcarigr wurden. Im Armenhause befanden fich durchschnittlich „';-1 Personen täglich, deren jede 25 Rkhlr. ;()" Sgr. 0 Pf. jkrhrlic?) kosccle. Den freien Schul! Unrerrmbr erhicitrr: 132,57) Kamber. Am Sch)[Usse des Jahres1837 befaiiden sic!) in dcn iiWcisrern ZUMUWU, mit Ausschiuß dreier, welche ihre besonderes BkrwalkUng habe!!, 2'510 Personen. -Jn dcr :?äJtisÖcn F;-olzklcinmaM-Anxialx, die erst im Oktober 1837 ins Leben trat und zur Beschäftigmrg derer dienen soll, welche TNaUgrl an Arbeit voi'sä)§1k§€n, Und die in mchi'facber Bezie- hung gurc Resulrare lieferte, wrrrden 237',2 Kleister „Lotz klein gemack): und theils groschcnwcisr, ehcils in größeren Quantitä- ren verkauft.
Preußische anten-Versichcrungs-Anstalt.
Schon seit einiger Zeit 01 von ein:"oen Männern der hie- sigen Stadt die Absicht verfolgt, nach der Einrichtung in ver- schiedenen anderer.- Deurscjycn Sraatcn, zunächst für die Ein- wohner des Preußischen Swan"; eine: Anstalt zu gründen zu suchen, wslibe dcn Zwe-É hat, ihren Theilnehmcrn sowohl für fick) sclbsr, (:[3 auch fÜr ihre ?[ngrhörisirn und sonstige Perso- nen auf die Zeit des höheren Alters, mit: wclchem die Arb-sits ; und Erwerbsfähigkeit aiimälig untergeht, Sub- sixirnz-Mikicl zn j'isbcrji, (“der die vorbandencn zu verbessern.
Dicker WOMIHÜTÉÜC Pian "Wc sici) [etzt seiner Verwirkli- rizUxig, ixibrm Sr. 'ÖITcxchi-Zr dcr Köniz“, dcn Siacuten dicses Uk:- rcr dcm Namen
„*Prcxißiscbr Rentrn;Vérsicderrxngs-Atiüalt“ ßicrseibx'r zU ziräiW-tirden Finsririirs unr'rm Men 0. M. die lan- doshrrriichc BesäiigunZ zn ei'xyrilcn gerc haben und, dem Vernrhmen nacb, dasselbe zu Anfange OCS nächjien Jahres dem PUb'i-xknm eröffnet Werden möcht».
Von den Haupc- Br*:iimmungsn dcr Allerhöchsk bestätigten Statuten tbcixen wir in Nachyfrhendem Einiges mit.
Die “Linsrczic tritt unter die Aufsicht und den Schutz des Skaatrs. Alien Angehöriger: chclbcn ist sie zugänglich, obne Ut1kekschicd drs Gescbirclxs 0710 des Skandes und ohne Räck- sichr auf Alter und Gesundhriks-Oöcsci)affenhcit.
Der Britricr znr Anstalt gcx-o-„ihrc gegen eine Eit11age von 100 Rti)lr. (voi'ixiändige Ciniaqc) 9100 weitere Beitragsver'; bindlicbkeit, eine jährlich zahlbare Rente, welche anfänglich, nach Verschicdrnheic des“ Alters der Beitretenden etwas weni- ger oder mehr, als die gewöhnlichen Kapital-Zinsen, beträgt, mir dex: Jahren allmäxig sieigt und den Betrag von 150 Rthlr. ]äizrlicl) erreichen kann.
Auch Einlagen unter 100 Rcßlr. (unvollständige), aber im gerinqscen Saß von 10 Rthlr._, sind in einem gewissen Maße zulässig, dock) werden die verhältnißmäßig darauf treffenden chtrn nicht baar ausgezahlt, sondern so lange zum Kapital gelegt, bis dasselbe ergänzt ist, den Betrag von 100 Rthlr. erreicht hat , wo denn die Jahres - Rente der ergänz- ten Einlage zu demselben Betrage baar vergütet wird, wie solche zu dieser Zeit von den ursprünglich vollständigen Ein- lagen derselben Klasse und Zahreé-Gesellschaft erfolgt. Baare Nachtragx§xZahlungen auf unvollständige Einlagen Behufs deren Ergänzung werden nicht verlangt, sind aber zur Beschleuni- gung der Vervoüständigung geriattet. Der geringste Betrag solcher Nachtrags-Zabxungen bestebr in [ Rthlr. Geschehen deren keine, so Vervolxßäridigc fick) die unvollsändige Einlage durcb fortgängigen Zuschiag dcr rbciiwrisen chte zum Kapital und dUrck) Zinsen von Zznyetx allmälig von selbst.
Voilsrändigr Einlagen können bei jeder neuen Zahres-Ge- Feliscizafc in belisbigcr, unvollständig.“. nur in beschränkter Anzahl gemacht Werden.
Ws Beiirag zu den Verwaiiiwgskosren der Anstalt wird von jrbcr Einlage cin Eintritxégeld von 15 Sgr. erlegt.
Die in demselben Jahre der Anstalt beitrrtenden Personen, macben zusammen eine Iahrrs-Gcscbschafc aus. In der Regel wird s:“:r jedes Jahr eine neue Z.;!)res-Gcsellscimft gebildet. Die T))?iozlieder ciner Jahrcs-Ersckxickxai'c werdcn, ihrem Alter nach, in 0 Klassen getheiir, und haben fiir das, auf das Beitritts- jabr folqeude erste Jahr von einer voliständigen Einlage zu 100 Redir. folgende Renten zu beziehen.
Klasse. Alter. Ursprüngliche Rente. 1. bis 12 Zaixreti 3 Rthlr. - Sgr. ". von 12 „ 24 * Z ; ](1 ; "l. - 24 ; 35 x 3 ; 20 ; U". ; 3 ; 45 i 4 ; -- ,- 7. x 45 ; 55 “ 4 ; 10 x s]. über 55 ; 5 x 5 ;
Von unvollständigen Einlagen werden diese Renten ver- hältnißmäjziq gewährt.
Das Steigen der ursprünglichen Renten ist für die einzel- nen Klassen der verschiedcnen Jahres-Gescllschasten zunächst durch die Größe des Ilbganges von Klaffen-Mitgliedern und des von diesen zurückbleibendcn Theils des Einlage-Kapitals be- dingt. Bei dem Aussterben einer ganzen Klasse fällt deren Rentcn-Kapital in gewissen Verhältnissen auf die übrigen .Klas-
' “ “ 7 7 ' - --“ x- ,- “
sen derselben Jahres-Gesellschast und beim Erlöschen einer gan- en Jahrei-Gesellscyaft geht das Rentm:xgpjxg[ eben so auf kchon bestehende JahreE-Geseslschaften über.
Beim Abgange eines Mitgliedes der Gesellschaft durch Tod oder Auswanderung, wird die von demselben gemachte baare Einlage, nach Abzug des bezogenen Renten-Betrages, den Er- ben oder ihm selbst zurückerstattet und wenn auch nichts mehr zurück zu erstatten bleibt, dennoch die Rente des laufenden Jai;- res vergütet.
Die Verwaltung der Anstalt erfolgt durch ein Kuratorium und eine Dircction und es nimmt die Gesellschaft durch, für gewisse Geschäfte zu bestellende Kommissarien daran auch Theil. Die Mitglieder des Kuraroriums und diese Kommissarien MHR“! aus der Wahl der GcsrUscbafc hervor. Se. Majestät der Röm.; ordnen dem Kuratorium cinen Präsidenten bei, und hach zu dicker Funcxion fkk? die näcdscen 3 Jahre den Wirklichen Gc- hcimcn Ober-quicrmms-Rath von Reimar: zu ernennen gc- ruhi. Di.: Mtr.“.[iedcr dc." Directir-n ledürfcn der Bestätigung des Königlichen *))Tinichrinms des Innern und der Polizei. Von demselben i:]; di:“ Gebei'ne Rk-Fi-Jé'xngs;Räth Mälzke zum bc- ständigen Mi:".i“:"::ri.11;Kcmmiskarius" bei der Anstal! exnannt WOWM- Zur Örcxuemicißkcrc fiir das Pubiikum WSWM "Ligen- turen crricItet.
Die Anzr'bdrigen *r!“ xIbrigen Deutschen Bundeéüaatrn kötMcn an dcr Animé: Tbei'. nehwrxx.
,-- ..
Das UMerrichswrsen im Preußisrhen Staate. (FITlskZUUJ-)
Speclaisci)01r::,und besonder: Bildungs- und Er. ;iehunZs-Unstaltcn.
Wir fassxn unter dieser Rubrik alle solchc Airfixlten zvsammrn, welche gan; m die Katkgbrxc der eizenxltchn Schulen um gehören- in denen von Lehrern in Klassen Unicrrichl erracilt, nicht etwa Vrr- lesungen gebalten werdcn, welche Kinder meist etwa vom 91er! oder 10teu Jahr: .in, bis zum 11txn- 15.c11 auch rwe!) i-Knger unterricbtxu und zum Tbeél erzicch. -- Sol.de Schulen werdcn in dcnsUtMi- scher: Taercn 1-1“th besonders unterschieden; die Mehrzahl dcsx'ctvcn ist unter den Rixbrikcu der höheren Bürger: und Mittclsch111c11 in:- balken, eixiige jedoch auch bei Tem FirmuntarScbnlwescn. Denn der Zweckjder hier zui'ammexizufaffcnden 1111te7rich1s=21ns1altcn ist äußerst versehieden; wir nebmsn alic dre zusammen, welche die A2:erö:Kwss-n von 10 bis 15-18 Jahren enivaitcn, nicbt aber in die Kategorie ge: lebrtcr und höherer angememer BiidungsrLLusialten aebören; - idm" Hinrichtung und Bestimmung nach aber besonderer Erwähnung vcr- jenen.
Wesentlich dem E1emeniar-Schulwesen zugehörig, abcr Zöglinge schon vorgerückterer AltersKiasscu enthaitend, find zunächfm
a) Die Lehr: und ErziebunasInüiti-U fiir jUJkUd- „ 1iche Verbreoyer.
Die traarige Erfahrung, daß immer noch Vcrbrcéhcn, insbrson- dere Diebstähle, selbst von Kindern verübt wcrden, dye fernere Er- fahrung, Tax; meiscntbcils gänxtiäx rersänuner Schul-Unterricbt nud Brrwabrlosung in frühen Kinderwbrrn zu so1chcn Verbrecßcn fäl)- rcn, und daß jugcixdlickze Verbrcober de: mrnicblicbcn (??ct'eüscizaft als_ gerettet wieder grgercn werden können, wenn statt oder nach der gcxänalicch Haft (Ox: lr-chr nur 50 oft den jungcn Bösewicht Date:) das Zxrs.x:::m§nscvn mit (éétcrru Berbrrrbcrn um- immer weiter zum Schlechien f:“:lxrr) Gcbxt, Unterricht nnd unabxäsfige Arbeit 11111ek srrengcr Komroüe Cijxkk'itt, bat Vcraixlaifmtg xu solchen Anstaltcn gc- gcbcn- dic dmc!) PriyanWobliizär;5121: cmistanch find, und dercn ]2131 mehrere größere nnd flitnerr im Preußischrn Staake bcstrbrn. Werrxrgleiéx) “10 einem grdalircicbcn Aitfias indirscn Blättern (Stams- Ztg.„vom16.Norcmbcr183221112318.) nackichiesen 117, daß die Anzabl drr ]!!Zküdlfchckl Vcrbrcebcr im Preußisctch Staate nicht so groß rst, als eixxe triibe Auffaxsung dcr rbwaitcndrn Bcrbäituiffe fici) viclLeicbt
ansbildet, wem: es nach nur 77437; der Bevölkerung ist, wenn am"
2/1814 Kiriber und junge eryte nu Lliter von 10 bis 16 Jahren auch nur ein jugendlicher Verbrecher kommt, «- so ist nichts desro weni- ger das Bestehen dieser Anstalten Höchst mobltbéétig, und Da»? chrisi- 1ich-liebcvollc Streben solche Verlorene (Mf dcn rrchteu Weg zuriick- zufübren, hbcbsier Anerkennung Werth.
Dem Elementar-Sayuiwcsen mehr angehörig, jedenfaüs nur dem niederen Bürger-Sck)u1wcsen fick) anreihend, find ferner
_ 0) Industrie: und Erwerbschulen.
Sic imd vorzüalich in Berrcff der Bildung der weiblichen Irx- gend wichtig. Die cgierungrn bemühen sich, dafür zu sorgen, daß die Mäxchen in den E!crneutar:Schulen in den Handarbeiten, Skkif- ken, Naben :c. unterriémrt werden, und bisweilen sind Einrichtun- gen damit verbunden, die aus solchen Arbeiten einen Erwerb ver- schaffen. In größeren Städten, namentlich in Berlin, find mehrere solcher Sebulen, in denen neben dem Unterricht im Rechnen, Lesen, Schreiben, bei der wcidlichcn Jugend die Unterweisung in Handar- beiten besonders gefördert wird, so daß die gelieferten Arbeiten dem: nächst zum Verkauf gestellt werden können, bei dem der Wobltbärig- keit der Kätxfer freier Raum gelassen wird. In Berlin find 9 so!- chxr Erwerbxcbulen, die fiel) anhaltend der Theiinavme des Publikums er reueu.
Es ist keine Frage, daß so1che Anstalten sebr wohlthätig wirken, da sie armen und fieißi en Kindern neben dem Uuterricht auch Mii- tel des Erwerbes gew.? ren.
Bei Knaben ist*cs weniger ausführbar, daß fie schon auf der Schule erwerben. Ihre Zeit 01:32 meist ganz dem Lernen gewidmet werden; mrd selbst, wenn se in das Gewerbe gehen, verlangt auch dieser Berus, cbcn wenn er etwas höher erfaßt wrrden soll, schon in der Schule eine nähere Vorbildung. *- Diese crfvlat mehrfaci) m dm mehr der Kategorie höhrrer B0:gcrschrrl:n angehörigen
(,') Gewerbeschulen.
Es bestehen fast in allen Provinzen der Mouarchie solche An- stalten, in denen nach voliendetcux E1emrntar-Un1erricht diejenigen, welche fiel) dem Gewerbe widmen wollen, noch besonders für diesen Zwch in der Mathematik, der Naturlcbrc und im Zeichnen Unter- richt erhalten.
Die Gewerbfchnle in Berlin ist nach einem höheren fostabe errichtet, als die Gewerbswulrn in den meisten Provinziaisiädten. Sir ist entschieden cinrr iyöheren BürgersobulegleicbxußeUen, mit besonde- rer Rüäscks auf Vorbildung für gewerbliche, bürgerliche Tbätiakeit. Die Anstait ift von drr Stadt mit vorzüglichen Apparaten, Sammixm- gen ec. ausgestattet, bat ausgezeichnete Lehrer und ist unter dem Dj- rektox Klöden 1111 blühenden Zustande.
(1) GXrtncr-Lebr-Anskaiken.
Je mehr der Sinn fiir Garten-Kultur als ein erférxrki-Hcs Zef- chen fortschrcitendrr Civilisation fich mcbrt, um so wi-«tigcr wird, und um so mehr tritt als Bedürfnis; hervor, die Bildrmg tüchtiger Gärtner, uameutlicb ker Kunstgiirtner und (»)artenfijnstler, ami) dcr Zeranbildung botanischer Gärtner. Es besteht zu diesem Behufe eine
ärmer:Lebr-Ans1alt in Potsdam und Schöneberg bei Berlin. Die jungen Leute werden mit dem ]Zten und 14ten Lebensjaore, nachdem sie weiß schon eme Reise für Klein:Teriia criaugt baden, angenom- men, und erhalten nebetx Unterricht in Botanik und den ?" ihrem Bebuf nötbigen Wissenschaften zugleich praktische Untrrwe sung im Gartenbau in Pytödam in den Königlichen größeren Gärten selbü. ;- Daie Aifisialt wirkt sehr vortbeilyaft für diesen das Leben erbeitcxu- en cru .
lll.
o) Handlungs-Schulen. Die Bildung des Kaufmann“, und die Kenntnisse, deren der-
selbe bedarf, sind noch etwas anderer Art, als die des Fabrikanten