1838 / 305 p. 2 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

* 7.9.- LÖBxKxW

Reichs, obne irgend eiueAusuabme, die toben oder bearbeiteten Pto- dutte des Landes zu pachten, an fich1ukaufen und aus uführen, vhnedaß sie gehalten find, it end eine Bewilligung deébalb anzu prexhen, indem die Pforte aus freiem utrieb fich bereit erklärt, die Monoponm aufzuheben, die auf den Erzeuguiffeu des Ackerbaues und anderen nicht der Regie der Regierung anvertrauten Gegeußändeu ruhen. Daum aber diese Bestimmung auf keine Weisegimgangen oder verlext werde, so ver- pfiichtet sich die Pforte, alle dtejeoigen, welche dem offentlichen Dienste vorßeheu, auf das strengste für die genaue Beobachtung derselben verantwortlich zu machen und, im Fall ein oder der andere Unter- tban Englands iu Fol : des Mißbrauchs der Amtögewalt eines Die- ners der Pforte beeintr chtigt werden sollte, ihm den uöthigen Ersaß da- für leisen 11 lassen. 3. Die Euglischeu Kaufleute sind hingegen vcr- vfiichtet, be? Einkäufen, die für den innern Verbrauch bcüimmt find. sowohl bei dem Um als Verkauf der betreffenden Artikel die Abgaben zu entrichten, welche die Untertvaneu der Pforte selbst, die solche An- und Verkäufe zu machen pfiegen, dem Staate 111 mhlcn haben. 4. Es bleibt einem_jedea Enalischen Kaufmann oder seinem Bevcuxtzä» tigten unbenommen, die Waareu, die er nach dem Auélaude 1111111, an den Ort zu brin en, der ihm zur Ausfuhr am geeignetsten d1111kt, obne irgend eine A gabe zu entrichten; nur bei der Ausfuhr seids bat er den Audfubrzou zu, zahlen. 3. Die Verwiüigung für 1111 Fahrt der Englischen Schiffe, sowohl durch den Pas; der Dardaneaen. als in das Schwarze Meer, soll auf eine Weise geschehen, daß ]ene Schiffe alle Erleichterungen erhalten und keinen Nacytbcii erleiden. 6. Die Pforte genehmigt, daß die eben getroffenen Verfügungen in allen Theilen dcs Türkischen Reichs in Kraft trrten, sowohl i11 den Europäischen und Asiatischen, als in den Afrikanischen und Llcgvvnscdcu Stattdalterschaften. 7. Die Pforte erklärt fich bereit, jeder aydcrcn Macht auf die Grundsätze des gegenwärtigen Vertrags deu 43.111110 iu-ibren Staaten zu bewilligen. 8. Zur Verhinderung aller M111ver- siändniffe und jedes Zeitverlustss, Weiche bei den Beüimmungen der Preise der Waaren, die von den Englischen Kaufleuten 111 den 9,1111- deru des Türkischen Reichs eingefiihrt werden, de„m be'stxbcnden .Her- kommen 1wischen England und der Pforte gemäß, „sicht eintretxx1 können, soslen von beiden Seiten von 131111 zu zehn Jahren Kommi]- sarien ernannt werden, um den ZoU-Taris deShalb fc11z11sc15e11.“

Die hiesigen Blätter nahmen vorgestern aus emcr Franzö- sischen Zeitung ein Schreiben auf, in Welchem der Aquruch eines Krieges zwischen En land und Frankreich für nahe bevor- stehend gehalten wird. er Toryiscische Standard glauhc zwar auch, daß ein solcher Krieq zu besorgen .sey, hält ihn aber noch nicht für so nahe, weil Rußland jeßt doch überall ganz nach seinem Sinne handle, und meint, er würde noch weniger drohend seyn, tvenn recht bald ein Ministerwechsel- statt- fände und die Tories wieder ans Ruder kämen. Dre mi- nisterielle Morning Chronicle stimmt der Ansicht bei, daß man einen solchen Krieg nicht zu befürchten hgbe, aber den Grund, welchen der „Standard“ dafür angeebt, findet fie sehr seltsam, indem fie auf die in der leßten Zeit von England abgeschlossenen Handels-Traktate und auf die orienta- lischen Verhältnisse überhaupt hinweist und darin gerade das Gegentheil von der Behauptung des „Standard“, daß Ruß- land überal! ganz nach seinem Sinne handeln kö_nne , erblicken will. Dieses Blatt bemerkt dagegen, daß Rußland vielmehr unter den Tories seine Pläne ungehindert habe ausführen können.

Ueber den gegenwärtigen Zustand der Dinge in Ostindien theilt ein Liverpooler Blatt nach einem Schreiben aus Ma- dras vom 23. Juli eben so Besorgniß erregende Nachrichten mit, wie neulich die „Times“. Es soll danach alle Auss1cht zu einem allgemeinen Kriege in Indien vorhanden seyn. Die Heere der drei verbündeten Präfidentschaften rüsten 1101) zu dem befürchteten Kampfe, und man glaubt allgemein , daß von der obersten Regierungs-Behörde bereits der Befehl eingetroffen sey, ein Lager von 25,000 Mann an den Ufern des Kabul auf- zuschlagen. Auch in jenem Schreiben wird gemeldet,“ daß ein Gesandter des Radschah von Nepal am Flusse Setled1ch aufge- fangen wvrden sey, der dem Schach von Perfien die Auffdrde- rung überbringen sollte, die nordwestliche Gränze des Briciichen Ostindiens & überfallen, während zu gleicher Zeit der Rad- schah von epal und der Beherrscher von Ava gegen die Nordostgränze vordringen und in Arracan einfallen wollten.

Niederlande.

Amsterdam, 27. Okt. (Handelsbl.) Aus dem Haag meldet man , daß nach langw1erigen Unterhandlungen zwi1chen dem Ministerium der Kolonieen und der Direction der Han- dels-Maatschappy am 25|en d. ein neuer Kontrakt zu Stande gekommen ist, in dessen Folge die Provifion und andere V.““ theils, welche die Handels-Maatschavpy durch ihre Geschafte für das Ministerium der Kolonieen genießt, eine sehr bedeu- tende Verminderung erlitten haben.

Belgien.

Brüssel, 7. Okt. Ein schreckliches Ereigniß hat gestern Nachmittag gegen 5 Uhr stattgehabt. Die zwischen Hornu und Boussu, oberhalb Mons, Zelegene Pulver-Fabrik ist in die Luft geftogen. Eine große nzahl Häuser smd zum Theil zer- stört worden. Man sagt, daß mehr als 50 Personen theils Xtödtet, theils verwundet wvrden seyen. Einem Direktor des

tablissements ward der Arm weggerissen. Zu Mons war die Erschütterung sehr stark; noch fühlbarer war fie in den Vor- städten. .Die Straßen von Mons waren mit Rauch angef'ällt. Kohlenskaub bedeckte die Vorübergehenden. Im Augenblich die- ser Explosion war die von Paris kommende Diligence eben erst vorbei efahren, fie war in einer kleinen Entfernung und erlitt eine arke Erschütterung; die Pferde wurden scheu, doch er- folgte kein Unglück.

Deutschland-

Augsburg, 30.011. Aus München erhielt die Redac- tion der Allgemeinen Zeitung folgende Erklärung: „Die in der Allgemeinen Leipziger Zeitung vom 20. Oktober 1). I. Nr. 293 bekannt gemachten Veraniaffungen zu meiner Pensio- nirung, nämlich die darin berührte Aeußerung über den Zu- stand der Armee, über Mangel an Pferden und allem Mate- riale, so wie den Befehl zu einer Ersparung von 300,000 Fl. zu einer Faxade am Gebäuoe des Kriegs-Ministeriums, erkläre ich hiermit als unwahr und erdichtet. München, den 28. Ok; tober 1838. Franz Freiherr von Hertling.“

DreSden. 28. Okt. (Leipz. Z.) Nachdem der Ausbau unseres Dampfjchiffes „Stadt DreSden“, um dasselbe zur Auf- nahme von Passagieren und Gütern einzurichten, beendigec ist, so wird es nächsten Dienstag, den 30sten d. M., seine ersre Reise nach Hamburg aqtrecen, und dahin, sowie nach allen übrigen Elbuferskädten bis Hamburg, Passagiere aufnehmen. Mehrere von den auswandernden Pietifken werden diesen er- sten Auöfiug der „Stadt DreSden“ benuhen, um ihren bereits abgegangenen Genossen nachzueilen. Die Ansiedelung dieser Auswanderer wird, wie man vernimme, in der Provinz Illi- nois in den Vereinigten Staaten von Nord-Amerika bewirkt werden. Als nächster Sammelplatz wird Neu-Orieans bezeich-

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net, von wo man den Mississippi hinaus bis nach St. Louis schiffen will. Ein Handelshaus in ießterer Stadt hat den Län- derankauf besorgt. .Die Frauen und Kinder werden in St. _Louis so lange bleiben, bis die Männer den neuen Landesstrich auf- gesucht, den bequemsten Punkt zur Anlegung einer Stadt (Hei- ligenstadt) ausgemittelt und die nöthigsten Gehäude ausgeführt haben. _- Nachschrift vom 30|en. Wegen geringen Was- serstandes ist das Dampfschiff„StadtDresden“ verhindert wor- den, abzugehcn, daher die letzte Abtheilung der Auswandxrer nach Amerika heute mit Extrapost abreisie. Auch der _qeweiene Prediger der hiefigen Böhmischen Gemeinde, Herr Stephan, hat heute unsere Stadt verlassen.

Leipzig, 31. Okt. (L. A. 3.) Gestern Abend ist der aus ziemlich starken eisernen Platten zusammengefügte Wasser-Ye- hälter des großen, noch in der Ausführung begriffenen Gaw- merers in hiestger Gas: Bereitungs; Anstalt unter furchtbarem Krachen geborsren, indem die Wände, welche freilich ganz frei standen und nicht einmal mit Reifen umlegc waren, dem Drucke der Wassermaffe nicht zu widerstehen vermocht haben. In Folge der Explosion wurde nicht blos; das Gebäude, in welxhem der Gasometer steht, sondern auch die aus dem nebenstehenden klei- nen Gasometer gegenwärtig das Gas nach der Stadt leitende Hauptrdhrc beschädigt, so das; hier das in Massen aus dem geborsrenen „Wasscr- Behälter aus'srrdmende Wasser eindrang, was denn die Folge hatte, daß nach kurzem ellenhollcn Auf- flackern die Gasfiammcn in dem Post; und anderen Privat- Gebäuden (in der Stadt brannten dieselben nicht, wegen des OJTondscheines) sofort verlöschten, wodurch man namentlich in dem neuen Posr-Gebäude, wo ein solchcr Fall noch nicht 1101“- gesehen war, in viele Verlegenheit ZCska wurde. Es ist diem" Unfall um so bedauerlichek, da hiervon Diejenigen, Welche sich bisher mit der Einführung der Gasbeleuchtung in unserer Stadt noch nicht einverstanden erklären wollten, von neuem Veran- lassung nehmen werden, das ganze Jnsiituc anzufeinden und dessen Nüllicl)keit und Zweckmäßigkeit zu bestreiten.

Das wickauer Wochenblatt enthält folgende Bekannt- machung des Zwickauer Steinkohlenbau-Vereins: „In Verlauf der fortgesetzten Arbeiten beim ersten Bohrloche hat fich erge- ben, daß das erbohrte Kohlensldlz XI Fuß mächtig und unter ihm dasselbe Gebirge gefunden worden ist, welches das erste Fldß deckte, was daher zu der Hoffnung berechtigt, noch _bedcu- tende Flöße zu erschroten. Das zweite Bohrloch ist bis zu einer Teufe von circa 35 Lachter niedergebracht, wobei die Folge der Gebirgslagen dieselbe ist, welche das erste Bohrloch nachge- wiesen. Zugleich nimmt man Gelegenheit, hierbei zur Kent't- niß der Theilnehmer zu bringen, daß unverzüglich zu Absenkung eines Maschinen- Schachtes geschritcen werden Wird. Zwickau, den 29. Oktober 1838.“

KarlSruhe, 18. Okt. (S cl)1väb. M.) Die Unterhand- lungen eines gefürßeten Standesherrn mit der Badischxn Re- gierung wegen Verkaufs seiner „Herrschaft smd bereits io weit vorgerückt, daß der mit der Prüfung beauftragte Regierungs- Kom111issär ein ziemlich detaillértes Gutachten und Schätzungs- Protokoll an die betreffende Staatsbehörde schon eingesendet haben soll. - Man bezweckt jetzt auch eine bessere innere Ein- richtung des allgemeinen Landes-Archivs. Es soll nämlich Raum gewonnen werden für die jüngst projekcirte Centralifirung sämmt- licher Archival-Akten in dem dermaligen Lokale des General- Landes-Arclx-ivs; es soll gesorgt Werden für eine fichere Ver- wahrung der wichtigen Aktenskücke; es soll endlich dem Lokale auch ein seiner Wichtigkeit entsprechendes Aeußere gegeben werden.

Rostock, 28. Okt. Das unter dem Titel: „Auszug der neuesten Zeitungen“ hier erscheinende Blatt enthält heute die nachstehende amtliche Bekanntmachung: „Se. Königl. Hoheit der Allerdurchlauchtigsie Großherzog haben aus dem 2/17sten und 248sten Stücke des „Hamburgischen Korrespondenten“ ungern ersehen, daß der in dem Schreiben aus Schwerin, Nr. 2/11 jener Zeitung, angeregté Gegenstand (Umtriebe der Pietisren auf der Univerfitär Rostock“) zur weiteren Verhand- lung gezogen worden, und Allerhöchsts1ch dadurch veranlaßt ge- funden, in einem Rescript vom 23sien d. M. mir zu eröffnen: „„daß so unwürdige Angriffe, wie den beiden Artikeln in Nr. 2/17 und 248 des Hamburgischen Korrespondenten vorausgegangen, nicht zu einer Polemik führen dürftcn, welche selten frei von Leidenschaft gehalten werden könne.““ Se. Königl. Hoheit wünschen deshalb, daß eine solche, das Ansehen und den Ruf der Univerfität leicht gefährdende Vcrhandlun nicht weiter fortgesetzt werde, und haben mich autorifirt, die en Wunsch be- kannt werden zu lassen. Rostock, den “27. Oktober 1838.

Der Vice-Kanzler v. Both.“

Oesterreich.

- - Wien, 26. Okt. Heute zwischen 4 und 5 Uhr Nachmittags trafen Ihre Majcskäten in ihrer Resdenzstadt ein, und stiegen sogleich in der Hofburg ab. Eine unermeßliche Menschenmenge war den Erlauchten Reisenden entgegengezogen, und füllte den äußeren Burgplatz und alle Zugänge desselben. Die Bürger-Garden bildeten hierbei Spalier; die Artillerie derselben way auf den Basteien aufgefahren, und verkündete durch Lösung des schweren Geschüizes der Stadt die glücklich erfolgte Ankunft des Kaisers. Als der Wagen Sr. Mansiät durch das äußere Burgthor hereinfuhr, erscholl die Luft von dem Zurufe der Menge. Dieser Jubel steigerte fich, als man aus dem frischen, blühenden Aussehen des Monarchen auf des- sen gestärkte Gesundheit schließen konnte; auch die Kaiserin, welche zur Linken des Kaisers saß, sah wvhl aus und wenig angegrinen von der Reise. Ihre Majestäten zeigten sich, nach- dem fie bei der Bellaria abgestiegen waren, noch an den Fen- stern dem Publikum, welches die jedesmalige Erscheinung seines Kaisers mit begeistertem Lebehoch feierte. Schon Zwei Tage vorher war der Staats-Kanzler, Fürst Metternich, 1ber Triest kommend, mit seiner Familie hier eingetroffen. Die Fürstin, seine (Gemahlin, welche die Ztaliänische Reise unmittelbar nach Ueberscehung einer schweren Krankheit unternommen hatte, scheint durch den Lachechsel gewonnen zu haben, und mit ge- stärkten Kräften heimzukehren. - Die Ankunft des Kaisers wird morgen durch ein Festmahl der hiesigen Bürgerschaft im Augarten gefeiert werden, zu welchem der Magistrat die höch- sten Autoritäten der Stadt geladen hat.

Deutsche Blätter melden(1'1ber Wien) aus Galizien vom 20. Oktober: „Ich kann Zönen nunmehr einige Details über den Mord mittheilen, der kürzlich zu Krakau an dem für einen geheimen Russischen Agenten geltenden Herrn Celak begangen wurde. Die Schuldigen sind drei junge Männer, Namens Stankiewilz, Zagorowski und Levikzki. Der Zufall batte ge.- wollt, daß Stankiewiß, in Einem Hause mit Cclak wohnend-

dessen nähere Bekanntschaft machen und diesem gefallen muß So kam es, daß Celak dem Stankiewiß (Welcher kaum 18 Jahr zählt, und vermuthlich unvermögend ist) den Anirag machte, b ihm gegen eine kleixte monatliche Zahlung h_m ,und Wied einige Schreiberei-Gejchäste zu dersehen. Stanktewttz nahmd Antrag an, gewann auf solcheWetse mehr und 111eh1'quVdrtrqu, des Celak, und durchschautßnach und nachdessep ganzes Treiben. (z - erzählte schon fr1'1hcr,_ daß Eelak sich von Polnischen und Russisch.? iüchtlingen regelmäßige Steuern habe zahlxn [affeanegen das B...; sprechen, fie nicht anzuzeigen und auszuliefern.. 1118 nun Cel" in der leßten Zeit dennoch Flüchtlinge denunztrc und versah, haben soll, daß er noch eine große2111z11hl solcher. aus dem Ko habe, soll zum erstenmal der chankx m Stance1v1§_aufgesr gen seyn, so vielfaches Unglt'idk auf irgend eme Wene zu 1, hindern. Er berieth Kc!) dixsfalls mit seinem Kameraden Z,. gorowski, der mit ihm einverstanden sogieici) erklart, 111-711 11111“ * den Celak aus dem Wege räumen. Cmige Tage ipäterh schlossen diese Beiden, einen gewissen chilzki als den Dritt u ihrem Vorhaben zu bereden, was auch vollko111men gelan- ach wieder olter Berathung wurde_ die “21118111hrung 1 schrecklichen Vorhabens folgendermaßen bestimmt. Sta kiewilz sollte dcn Celak unter irgend einem Vorwanx nach einem abgelegenen Orte locken, wo dann die beid anderen Vcrschworeucn über ihn [)erfaiietUund, während E: sxxrcr id:: halte, ihn crdolchcn sollten. «01011 111 der exsre Halfce des Septembers war der Tag hécx'zu designmt/ 9.0: auch richtig von Scankiewiiz bßredcc worden; allem die Ilm- f11hrung scheiterte an 021“ I.!Tucdloftgkcit, oder dem Cxwach1. des Gewissens" der Verschworencn. 21111021112- zweite vc Scankiewifz veranlaßte Gelechhcic wurde 11116 ahnlichem Grusn unbenutzt gelassen, bis endlici) dic Ve11ch1v010nc11 doch 11) That vollbrachten. Srankiewilz soil aancm dkltkkn hierzu b stimmten Abende den Celak unter dem Vorxoande, da[; er .“" h1'1bsci)e „Dirne bestellt habe, an einen 111111e11den Orc gefuh, haben, wo die beiden c111d1'r11 Verschwomcn ii)1“crs11)on„har ten, allein abermals zauderten, so 0110021111“ mit Stanksewi schon wieder. den Rückweg nach ihren W011n1111gen angeircte hatte, als plößlick) Zagorowski und Leyckzki thnen nachliefcn und den Celak mit einem Kn1'11'1cl nie_dc1'1chiuge11. Um das'G schrei dcs Getroffenen zu ersticken, faßte ihn Stankiewilz beide Gurgel, und die andern stießen ibm 1111111121020er öfternmale den zu diesem Zweck bereiteten Dolch m d1e Bryst, 1v11s dan auch Stankiewitz mehrmals wiederHolen mußte. Hie-rgufltefen 111 nach verschiedenen Seiten stel) zerstreuend, von GewmenSanzgstg .. foltert, davon. Zagorowski und Levikzki sollen _von den 'auf (elgk' Geschrei herbeigelaufenen Leuten aufgehaLtcn, 1edoch wieder frerg lassen worden seyn, weil sie, bloß eincnSpi-on durchgeprügclt 1 haben, vorgaben. Levikzki wurde aber hierb-el erkannt, und alEd That später ruchtbar wurde, sogleich verhaftet,“ auf weiche Kuno die beiden anderen Verbrecher für ihre “Sicherheit sorgte Allein die Behörde ließ in den folgenden Tagen bekannt machen Levikzki sey, ohne das Mindefie gestanden zn haben, im „G. fängniß verschieden, wodurch Stankiewrkz, 11110 Zagorowski 1 Sicherheit gewiegt wurden, und so_in die ihnen gelegte Jau gingen. Nach eini en Tagen war_dce P0ltzel aller dr-cten hab hast, und bereits aben sie ihre 1chrechl1che That gleichlauten singestanden.“ '

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S p a n i e n. :.

-«Tadrid, 21. Okt. Don Zofe Maria Puig ist an _di Stelle des" Marquis von Ponteios, der Hekanntlick) seine Tn lassung genommen hat, zum volitischen Chef von Madrid er“ nannt worden. _ Z. Es heißt, der Gcneyal Narvacz werde 716) 11116) „Andaluse begeben, wo er sehr beliebt ist, um wo 1ndgltch dte dort1ge Bewohner zu einigen Opfern für die Re1erve-Armee zu b we en. .. g Man sagt, Espartero habe abermals an die Königin ge schrieben und sie ersucht, ihm Munition zu senden. **

Spanische Gränze. Am 20. Oktober isi die Vermäh lung des Don Carlos mit der Prinzessin von „Beira in AEcoy ria vollzogen Worden.

In San Sebastian ist die offizielle Nachricht einge gangen, daß die Karlisien unter Caskdr und Luq111 am 16. Ok tober bci Quintana de Soda geschlagen worden jmd und als 200 Mann verloren haben. .

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Aegypten. .. Kahira, 1. Okt. (Allg. Ztg.) Der Pascha 111911011112 gen Tagen hier. Er wird den [Gren nach Ober-Aegypten rev.»? sen und, wie man noch immer fabclt, nach dem Sennaar [)en- Dies würde eine Abwesenheit von acht Monaten vorau. soßen, da sein Dampfschiff nur bis zur ersten Katarakte geht und er von Korosko an mit Dromedaren durch die Wüste rei ,- sen müßte. Eine solche lange Abwesenheit aus Aegypten wird er aber niemals wagen, am wenigsten unter den jetzigen Um ständen. Man Weis; hier auf das" bestimmtesrc, daß fick) die Truppen des Sultans an der Gränze von Adana vermehren aber auch von Aegyptischer Seite ist man nicht träge; die Ar- mee ist gut dislocirt, um bei dem ersten Befehl sogleich zum Angriff überzugehen. Während der Sultan eine Partei in Aegypten und Syrien zu gewinnen sucht, läßthrahim Pascha . die Kurden und die Stämme von Diarbekir Bearbeiten, setze sich in Einverständniß mit den Türken von Ana_tolien und läßt kein Mittel unversucht, die höheren TürkischenzOfn'z-iere auf seine Seite zu bringen. Auch die zahlreichen Bedumccnsiämme der östlichen Syrischen Wüste sucht man durch Versprechun en zu gewinnen, und schon Zabert sich einige unter ihnen in ewegung gesetzt, in der Ho nung, bedeutende Schätze im Türkischen Lager zu finden. Die kriegerischen Rüstungen werden hier auf das eifrigske betrieben; in einigen Tagen werden mehrere Batterieen von hier nach Syrien abgehen. Der rücküändige Tribut isi zwar gezahlt, allein es handelt fich nun um den nächstfolgen- den, der leicht in Kanonenkugcln bestehen könnte. U'ebrigené hatte fich Me med Ali niemals der Zahlung dieses leßten rück- ständigen Tri uts geweigert, er erklärte nur, es sey jetzt das leßtemal, daß er ihn abtrage. Ungeachtet seiner lc ten Aeußßi rungen gegen die Konsuln der Großmächte ist die prache sei- ner Höfiinge kriegerisch und voll Zuversicht auf den Erfolg.

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J 11 l 0 n d. -- -- Königsberg, 20. Okt. - Geborgenes Schiff und verunglückte Mannschaft. »- In Folge einer am

27sten d. Vormittags der Hafen,-Polizei-Kommisston in Pillau gemachken Anzeige, daß in der Gegend von Kahlberg, etwa 1'/2 Meilen in See, ein von der Mannschaft verlassenes bela- denes Schiff vor Anker liege, wurde sofort durch den Lootsen- Commandeur daselbst die große Lootsen-Schaluppe mit allem

Erforderlicher: ausgerüstet, um das Schiff aufzusuchen und in den Hafen zu brin en. Erst gestern früh um 0 Uhr entdeckte die Mannschaft an der Schaluppe in der Gegend von Prö- benau, etwa eine Meile vom Lande, ein entmastetes Schiff vor Anker liegend, welches ohne Besaßunq und von aller Takelage entblößt war. Nachdem das Schiff mit einem Theile der Mannschaft aus der Lootsen-Schaluppe besetzt und ein Noth- mask darauf errichtet worden, wurde die Schaluppe vorqelegt und das Schiff auf diese Weise gestern Abend in den Hafen zu Pillau gebracht. Das Schiff hat Steinkohlen geladen, und ergiebt sich aus den vorgefundenen Papieren, daß es die Sloop „Mercator“ aus Krageroe, geführt vom Capitain O. Simonsen, und von Sunderlßnd mit Steinkohlen nach Pillau bestimmt ist. Außer dem Schiffsxungen, welcher in Pröbenau glücklich aus Land ekommen, 1st die ganze Besatzung des Schiffes, als sich die- ?elbe mit ihrem Boote ans Land hat retten wollen, ertrunken.

Düsieldorf, 29. Okt. Ihre „Königl. Hoheiten der Kron- prinz und die Kronprinzessin von Dänemark trafen gestern Abend g_egen 8 Uhr, von Köln kommend, hier ein, 1"1de1*nach:e- ten hierjelbsk und werden heute Abend Ihre Reise über E*xer- feld nach Münster 11. s. w. fortsekzen.

Köln, 20. Okt. (Köln. Ztg.) Die heutige Zeitung ent- hält die Anzeige des Herrn Ober-Prokuracdrs GU-mdsciötcel, daß am 26sien d. M. Abends in der Trankgassc versch12de11e Gegenstände seyen gestohlen worden. In Wcich1111H11111e dieser Diebstahl verübt worden, wird Jedem klar Mrdsn, der swb des skandalösen Unfchs vom 2611111 d. M. erinnert. Eben so wird es aber auch “zedem klar werden, daß die Theilnehmer an jenem Unfuge mehr durch die Hoffnung auf Raub, als duch ein anderes Motiv geleitet wurden. Diejenigen, 11131101 jenen Unfug veranlaßt oder begünstigt haben mögen, smd da- er, gegen ihre Absicht, und, wir Wollen hoffen, ohne ihr Vcr- chulden, in die Klasse von Mitschuldigen vcrwcvfiichen Diebs- gesmdels herabgesunken, und mürscn besorgen, als solche be; handelt zu werden. »Mögen fie künftig vor|1ch1iger seyn. Aber auch den ruhigen, Wohlgesinnten Bürgern Kölns 9111110211 wir die Voxschri_fc der Verordnung vom 17. Augusk 18-513 ins Ge- dächtnis ruten zu dürfen, nach welcher alle Zuschauer eines

Auflaufes, wenn fie auch an demselben keinen Anthcil nehmen,-

sobald bei dem Einschreiten des Militairs sie an dem Orte des Auflaufxs noch anwesend smd, für allen Schaden mit den Thä- terxi soltdarisch verhaftet smd. Wer also nicht fremde S1'111den büßen will, ziehe sich zeitig zurück; er dient dadurch sich selbst und dem gemeinen Wesen, weil durch das Zurückziehen des ruhtYn Bürgers 'die Entdeckung des Schuldigen desto leichter, die cstrafung desto ficherer ist.

Die Klein-Kinderschulen in Boulogne sur mer.

D1e Klein-Kinderschulen find jetzt 111 1111111 Europäischen Län- dern, weich„e an der fortschreitenden Geistesbildnnq Theil nehmen, ein Poiks-Bedurfniß geworden; in den höheren Ständen begreift man, 111,de11 niederen Ständen fühlt man mit jedem Jahre mehr dercn W1chtiake1t. Die ärmeren Familien, früher daran gewöhnt, ihre Kin- der von den ersten Jahren an verwahrlosen zu lassen, schen 111111 an lebendigen Beispielen, was Sorgfalt bei der Erziehung bewirken kann, ste dräugxn sich zu den Bewadr-Ansialteu, deren dcde111-311de Zadi fiir das Bedürfniß nicht mehr ausreicht. Gleichzcitig 111111111 Hunderte von Männern und Frauen, mit guter Gesinnung 11110 Wobl;'1.111d von Gott gesegnet, durch diese Anstalten zum erstenmal v1el!cich1, Ge- legenheit, in unmittelbarer Verbindung mit den Armen deren Eigenschaften und Bedürfuifsc kennen zu lernen und sich selbst zu veredeln, indem fie Pflichten gegen 101: wcnigsr degiinsiig- ten Mitmenschen auéüben. Bei einer solche11 Angelegenheit, weich; nicht 1106 vorübergehenden Umständen, sondam aus einem wc- sen111ch1e11 Bedürfnis; der fortschreitenden Zeit dcrvorgegangcn ist, 11:10 deren erderung so Vielen am Herzen liegt, 11.1110 cs 111101 unpaff'rnd erscdeinen, auch die geringste fie betreffende Beodach111ng 111111111011- ien. Deshalb mag denn ein kurzer Bericht über die Kicin-Kindcr- schulen in Boulogne sur wer hier seinen Plan, finden. Dicse Hafen- sigdt, in der Mitte zwischen London und Paris belegen, 11110 begiin- stigt durcb Seebäder, die wegen eines geeigneten Strauch und einer starken Wellcn-Bewegung für die besten an der F11111zö11schcn Kiifis gehalten werden, zieht durch beide Vortheil: eine Menge ;,11- 1111d Ausländer, Letztere besonders aus dem benachbarten (')-11.31.1110, 1111 17111.

Diesen Umständen ist es zuzuschreiben, daß unter der „1116 28,000"

Sekten bestehendemBevölkernna eine verhältnißméißig 11111“ geringe Zahl Armer befindirck) ist. Dennoch hat man es für gut befunden, zwei"chm-KindxrsMtlen in Boulogne zu errichtc11. Die städtische Beborde, die W1chtigkeit dieser Anstalten erkennend, vielleicht auch bexeclmend, daß,“; selbst ein wahrhaft finanzieUcr Vortheil ist, dazu beizutragen, daß durch Anleitung der Kinder der Armen znr Sittlich- keixeinx Queilc der Armut!) verstopft werde, befördert mit großer Fretgcb1gke1t d1e Errichtu§§ und das Besiehe1-1 dicser Schulen. Sie 1.101 ]cder derselben cine ohnung völlig mictdcfrei eingeräumt 11110 11cfert das'notkige Brennmaterial unentgeltlich. Die Boriicbe der Behörde für die Klein:.Kiuderschulen zeigt fick) (11111) in der Wahl die: ser Wohnungen. Sie find abgeschlossen, mit eigenen Eingängen ver: sehen, und jede derselben besteht aus einem hohen, [7111111 und luf- t1ge11 Saal vdn bedeutendem Umfange, mit daran stoßendem Sptelplaß. Sw smd in zwei von einander en1fer11tcn Stadt- Vierteln 111 der Nahe der Wohnungen der Armen angelegt. Der Vorstandbesiebt nur. aus? weiblichen Mitgliedern, und die Be- aufsiciztigung jeder der beiden Anstalten isi zwc1en besoldxtcn Frauen- zi111mcrn anvertraut, die ihr Amt mieEinsicht zu verwalten und einen mütterlichen Sinn für die ihnen übergebenen Kinder zu dach schei- uxn. In der einen Schule smd 300, in der andern faft eben so viel linge aufgenommen. Um eme so bedeutende Aufnahme zu bewerk- ne igen und dennoch die Zahl der Aufseherinnen nicht zu vermehren. ist folgende Einrichtung getroffen worden, die jedoch böchst bedeutende Nack)- 1be1ie bat. Anden: obern Ende der Säle find Stufen (0111111115 genannt) anYebracht. Sw nehmen die gan? Breite des Saals ein, crreiche11ctwa die H iftdderHöbedeffelben und sin ticfuudüacix; auf diesenStnfenmiiffen die Kmder fisend und nach dem Geschlechts getrennt, einen großen Theil des Tages zubringena Es ifi einleuchtend, wie durchaus zweck- w1drig ein solches Verfahren ist. Das Kind ist beweglich, cs gedeiht durch die Bewegung, und fie isi das Mtttel, wodurch es fia) eine Menge von Anschauungen verschafft. In keinem LebenE-Abfehniit ist die Lebendigkeit so groß als im Kindes-Alter. Während dem Greise das Sisen zusagt, zievet das Kind dem Gehen das Laufen vor. Diese und ähnliche Betrachtun en liegen so nahe, daß es kaum zu begreifen 117, wie man glauben ounte, Gutes zu wirken, indem man den Bestimnxnn en der Natur entgegen handelte. Es macht Schmerz, X1 sehey, wu 11 yiel Anßrxugungen und gute Abficbicn (""ck cinen

eblaritf zum großen Tbeil tbren Werth verlieren. Die Aufsebcrin- nen und selbst eme der VZrüeverinnen räumten ein, das; die KieswKin- derschuleu ,so viel wie 1312111111) fia) dem Vorbildc eines wol)! eingerich- teten Fam1licnlebeus nahern sollten, in Familien, denen vernünftige Axitern vorstehen, so1chc,Eiurici)tungen aber nicht denkbar wären, daß v1e1mevr die Kinder 1116 zum sechsten Jahre 111111 zwar Brüder und Schiveslern zasammen fret umher ltcfcn. Dennoch glaubten jene Frauen für das, was sie selbst als fehlerhaft erkannten, Entschuldi- gung zu finden, theils darin, daß das SiZen zuweilen dmc!) Bewe- gungnauf dem Spielplaize 11nterbrochen w rde, theils in den schon aUgrfuhrten Gründen, daß man eine recht große Amal)! babe anf- nehnzm und dennoch nicht mehr Aufseherinncn austeilen wollen, was freilxch unzureichende Gründe find, da es differ ist, nur halb so viel mit vollkommenem, als das Doppelte mit unvollkommenen: Rasen

?" ibun. Es ergab sicb auch bei näherer Beicnchtuna, daß diese Ur: .

ackden allein die mangelhafte Einrichtung nicht veranlaßt batten, daß

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s1e vieimebr zuui Tbeil in den falschen Ansichten mehrerer Vokßebe- ]

tinnen begründet sind, das für Kinder zuträglich zu halten, was den L_rwqchsenen eben bequem und dcdaglich ist. Unfichken, die aus |le- s11ch11gen Vorauöseyuugen entspringen, in den verschiedensten Formen auf d1e Erkiedung der Jugend so 11achtheiligen Einfius: ausüben, uuddic nicht zu der E nncht gelangen lassen, das; echte Pflichterfüllu11g darin besteht, fich 111 des Kmdes 9111er zu verscch, und nur das anzuordnen, was die- sem angczuessen ist. Es ist 1eilich mebrxiebe dazu erforderlich, um a_n der larmendeu Freude der Kinder Gefallen zu Inden und ihren k1nd1schen MuthwiUen mit Rachficht zuriick 1u weisen, als um über eme Schaar an einander gereihter Kiemen M11s1erung zu halten.

D1e Kinder werden in den Bo-Kiogner BewahrMusialien in äbu- licher Weise wie in den hiesigen mit Fabeln, geistlichen und weltli- chen Gesängen, mit Zählen und Buchstabircn, mit Kupfern und au- dern Abbildungen, ]edech durchaus nicht anhaltend, nicht zu häufig 1111!) noch wxmgcr nach einem bestimmten Stunden-Plan. beschäftigt“ die Aufscbermncn erkennen, 0.10.1112 fich mcdr 11111_dic Sittiichkeit uud Ye gesléäxdcn Bcgnffe ivrer Zogiingc zu bemühen haben, als 11111

kllUtU k.

Wiffcnschast, Kunst und L'Zceratur.

Berlin. Der hiesigen 513111741014er BUK): nnd Vcriaas-Handiung isi dxe Konzesfidu 5111: Herausgabe einer neusn Zeitsch1111 vom “Jahre 11730 1111 0111er d1111T1tcl: „(Zentral-B:1111 der Gewerbe: und Handels- S1111isii1' iibxr die au.;11111111c11 ind11k“:1iellen und gewerblichen Ver- bäitUxse 1111d Unternevmungcu 11:1' Beleb11xxg ch öffe111l1chcn Ver: 111116, so wie der Zusjändc dar GcweWe, Vid Handels und der Ju.- d111'1rie 1101121111101, 111 den Dcutséqcn Bundwßaaxcn“, ertbeiit worden. DU: Ankündigung giedi als den prakt11“chc11 chck dies1s Central- Blattcs 1111: griiukiic!) 11110 141711111111) di: gcge111pärtige örtliche und ailgcmxine Lage Und die Bxkfixsniffe ch 9110112111211 Gewcrb-F- und Han- dclsstandes 1'11 Te111sch1a11d 111111) seinen 101.110: 11111) sonstigen äußcrxn 11110 1.111crc11 Verhältnissen, von einem 0111011111101 Standpunkte aus zu erörtern, das 311111111": an der biikgcriiHen Wovifavrt lchendiqer 111 1111111111, 11110 die Gemälde: mit dem wesentlichen Inhalte der Zeit: 111110 ihrcu ciqc11c11J11tcrcsse11 111 c1f'1ilc11; 1111311111) ade:“ auch mit 111 21111111: ob denn die von so vielen Seiten so diisier geschiiderten Zustände der drsorgiiche11 Verarmxmg 11110 der Sittenverderbniß der chcrbtreibcuden und arbeitendcw 230.161111sscn in Deutschland wir?,- lich in so hohem Grade 1171116 sciwn 1261011112111, theils noch Zu de- fürcbten find; dabei soi! dann nur erwogen werden: ob, we und WM) welchc Mitte! diesen Ucbelsiändcn oder Besorgnissen rechtzeitig bcgcgnet wcrden finde. Dader crs11ckt 11: Rcdaciion alle Beduiden und Privaten: 171111111111» ör111che Nacvncdten iiber die geschichtliche Entwickelung der Gewexbe 11110 des Handen: innerhalb ihres Ge- schäftskrcises bis anf dcn gcgcnwärtigcn Zustand, so wie über den Umfang der Prodnctxon und der Fabrication der wichtigeren Gewerbs- Gegenstände, deren örtlichen und a116wä11igen Debit, der Preise und Transport:,Kos-n zur Bezicbnng dcr rohen Produkte und über die Absaß-Wege fiir den auswärtrgcn Debit der gewonnenen Produkte oder der Fabrikate, so wie iiber den Arbeits-Gewinn, mit Angabe der 2111111111 der beschäftigten Arbeitrr :c-, und über den Einfluß der Zeit-Verdältuiffe a0f die Belebung der Orts-Gewerbe, iiber die be- soraliche Verarmung der Gewerbe- und Arbeiter-Klaffeu, und endlich darüber, was zu deren Qbhülfe 11ach Lokai:Verdältuiseu |eschiebet, oder was etwa in dieser Beziehuna allgemcin wünschenswerth bleibt

:c. :c., ihr baidigfi zukommen zu lassen.

Numerische Uebersicht der Taubskummen in " Preußen.

In keinem civiliürtcn Staate diirfte so viel Sorgfalt auf die unglücklichen Taubsiueumen verwendet werden, wie 111 Preußen. 1111- sere Monarchie zählt Tauvstummen-Anßalien zu Berlin, Königsberg, Breélau, Münster. Licgniß, Neiße, Grüneberg, Ratibor, Halle und Köln. Dabei befinden fich PrivaT-Ansialtcn derselben Art zu Berlin, Stettin, Posau, Marienburg, Anaerburg, und nächsidem exißireu 111111) noch s01chc Institute in Verbindxmg mic dcn Seminarien. Wen alle die Vorkehrungen interessircn, welche bei 11-15 zum Unterricht der Taudstnmmeu bereits aetroffcn smd, der findet sie 111 dem so ebm er- schienenen trcffliéqcn Werke: '

„lleber die Tandsiummen und ihre Bildung, 111 ärztlicher, ßaiisiiscder, pädagogischr und qeschichtlicher Hinffcht, nebst einer Anleitung zur zweckmäßigen Erziehung der taubsiummen Kin- der im iiikerlichc11 Hause, von O1“. Ed. Schmal in DreSden. Dasclbst 11. Leipxég 1838. 474 S. mit vielen Ta ellen.“

auf Weiches wir hier beiläufig Sa11111e01cr, Erzieher und gebildete Aeiteru überhaupt gern aufmcrisam machcn, indem dasselbe eine An- leitung zur Erzichnna und Bildung der taubstummcn Kinder in sebr klarer und faßi1ci1er Darsteilnua enthiilt.

Das numerische Verhältniß dcr Taubsiummcn in Preußen siel1te fick) Ende 1837 nach der amixichen Zähiungs:Angabe, mit der Herr 111. Schmalz vom Direktorium des Königl. ßatisnscheu Büreaus in Berlin untcrüiißt worden ist, wie folgt:

' Taubstumme. YM“ Emwohner Taub- 11 Ein- 01111; dem “M" Provinzen. m VN" Zren, 11411" 15I11bre auf schluß des vé'uendki vor von: alt-„und 031- die “'" 5T?" endeten: daruber sammt- Mill. Mjsjtairß, IKM 15ce11Jal11'e sabi. Ei?,- wo - m.]w. m. [ w. m. ] w. ner- Preußen. . . . 2154154 50 34 440 302 017 633 2:76 1103 Posen ..... 1160706 17 22 168. 136 340 272 964 820 Pommern. . . _ 990285 25 201 157 115 317 263 897 906 Schlefi1u ... 2679473 43 21 317 203 849 692 2183 815 Brandenburg. 1740627 25]16 183 153 509 426 1316 760 Sachsen. . . . 1564187 141 10 1114 105 456 422 1260 806 Oesiltcvcr . . . 102118432 174.132 14.51.1136 3307 2700 8098 74 Wcsiphalen .. 1320467 1211 112 87 364 194 720 543 Rbci11:Provin1 2473040 20 24 107 175 570, 393 1386 560 1111011111111. . . | 3790507 11 35 3001 260 8741 587 2106 "M .- _. *- - ' *! z ' Gesammter 14001989 21316. M'LFW 11104 188 Staat namlich »“ uäm11ch ' 7038636 111. 382 3136 7366 HAS 111 7059283 w. 4858 w.

Die wenigsten Tanbsiummen smd in Wesipbalen, vorzüglich im Regierungs-BezirkMiinstcr: nämlichnnter 405,275 Einwohnern 166 Taudsinmmc, so das; deren 410 -* (1834 gar nur 375) -- auf die Miilwuiommcu. Die weißen wurden in Ostpreußen, und besonders im Regnrnnas-Bczirk Gumbinncn, gexählt, nämlich unter 538.192 Einwo_h11ern 707Taubsi11mme, weiches deren 1374 - (1834 nur 1325) - (1111 die Million giebt.

Hiufichtlicv des Ierdältnifscs der Taubsiummen zu den Blinden kommen nach derselben 5311101 111 den nördlichen Ländern überhaupt mehr Taubsiumme als Blinde vor. 1834 zählte Preußen 10,239 Taubstumme und 9376 Blinde, das Verhältniß der testeten zu den ersteren war also 100:94. Durchschnittlich verhalten fie fich wie 10:9 indem sich unter ungefähr 1743 Einwohnern ] Blinder oder deren 574 auf die Million smden.

cherkenöwrrtb isi, daß, in Hinsicht des Vorkommens über und unter 30 Jahxen i_m Prxumschcn Staate zwischen beiden ein um- gckchxics Verhältniß statmndet, indem weit mehr Taubsiumme unter als uber 30 Jahren vorhanden sind, während weit mehr Blinde über 1116111110? 30 Iabkep |ck Indxn; Nach Knie und der von dem sia- 111111che11 Büreau, für das Königreich Preußen mitgetheilten Ueber- s1cht waren nämlich vorhanden:

!

! unterzoI. ] über 30 J. ' zusammen

“_

11831 . . . ." 7135 2710 9845 Taubßumme'e 1834 . . . . 7415 2824 10239 1831 . . . . 2178 7034 9212

B"“: ' ' ' ' 1834 . . . . 22 72116 0371;

So auffallend aber dies nun auch beim eisen Anblick erscheint, so läßt sich doch das“ V::bäimiß aus zwei Gründen 1111111 ertiären, 1151110111 1) daraus, daß die augeborne Taubheit unendlich häufiger 1116 die augeborue Blindheit ist, und 2) daraus, daß nur bis 111111 6.- 10. Jahre auf d1e Taubheit auch Stummbeit folgt. S-s,

Neue Folge der Gesundheits-Zeitung. Von 111. 111116. ZIM Beer. Wim , 1837 und 38. Sechs Quartal; nde.

Das Hauptverdienft populair-mekixinischer Schriftsteller bleibt stets, da? fie in ihren Schriften gewisse Gränxen nicht übe1171111111, durch we„che die Leser in Versuchung geratben önnen. das 51111111- 11che prxl,mit der Schiauge Lieskulaps selbst 11 wagen. VOllte- Fendt 11117110;- Ges11ndde11s:Zei:1111g crwirbt fich Zeit dem Beginn kes

adreH 1837, wo em Redacttoxxs:2§echsel bei derselben statigefun-

den, d1e'ses Vcrd1c11si in UW" 11.1.1111 Grade, indem s1e im faßi1cys1cn Tonedw anidrdyoioaiscl): Selbsxerkxxämß zu fördern, nnd die 11911): wcnd1ge11 Begrtfxe über, Alles zu 111101111111 strebt, was nnr 111 111:- serer Korper: und Gctstcsdficgc 111 irgend e111er nahen Bzrijdnarg steht, 0011: auch 1101“ 1111 Cnttermesten irgendwo die Hand zum Sclkst- kurirea dabei 111 bieten, und sebr)" Goethe sagte:

Béingü Du die Naiur heran.

Daß 116 ]:dem 11113111 11111]. _-

Hast Du FaiscbcI-niaß e-sonncn,

„Hast -- der Menschen Gunst gewcamn.

Heut' zu Tage aber, wo das große 3132611111111 11i:i1t mehr Tie Einbcit dcs Kindergcxämmcks und noch wemger die 01110111 cc: vc:- 1endete11 Bildung hat, sondern ein gar 1111111145 2111111119164; 1121170111 Bcidcm diidxt, gelingt es 1116111 jedem Msxme cer Wuscnxamm, 1111) in populatrxn Werken daffclbe geucig: zu machen, 'cader aua) 11110111: Ve1s11chcjm1t ähnlichen Zcitscbriftcn in unserer Nähe oi-ne 1111111 Er: folg gcbltebch find. 'Der achtmxgswertde Herausgeber Herr l)1-. 215111“ und seine wurdigen 117311101111 Koilegen 1111d Mttardeinr: 011: Herren Vl). Ehrlich,. v. FeuchterSieben, Jeittcles, Rittler11.111. Li. verstehen es 111de11 gar wohl, dem VticHt-Arxte fich genießdm 3-1 machen,_wcébald denn ana; das fernere Gedctden dieser 1611310111111 Zeitsddrist, von der in jeder Woche 2 halbe Bogen gr. 4. fi1r 1111111 außerokdemlick) billigen Preis erscheinen, gar nicht 111 be1we1fci11 ist. 91511111 den vielfachen Belehrungen von bald anrmvender 11111) “11012 abrathcnder und waruender Lenden , gewähren auch die kleinen 1111- mm Aufsäse, welehe mit den Dar] ellungcn menschlicher Schwiicvxn, Vorurtyeile und Tdordeiten in Bezug zu unserer Gesundheit 0111 de- schäftigen, eine angeqehme Unterhaitung. Uebekbaupt ist die Man: uigfaltigkeii des Stoffes, die Abwechselung von passenden Erxädlun: gen, Gesprächen und Briefen mit Biographieen, AphoriSmcn und Korrespondenz-Artikeln sehr zu loben, zumal eine überraschende Neu- heit in den Mittheilungen vorherrschend 01.

Dem Unterzeichneten, der zu dem q. Herrn Hera116geé-7r die:]?- aemeinnüßrgen, volksärztlicheu Wochenblatts in gar feinem (Möckel! Verhältnisse sieht, als in dem jedes fleißigen Lesers zu dcm1“e1de11, würde es zu einer wahren Freude gereichen, wenn diese Zetiuu dazu beiträgen, dieser Gesundheits-Zeitung im nördlichen Deutschland d1e- selbe Verbreitung zu verschaffen, deren fie fich in den [111111111111 Ge- genden unseres Vaterlandes schon seit einigen Jahren erfreut. So lange uns fast tägliche Erfahrungen überzeugen, das; die Munichvut mit der Hygiea noch keinesweges ausgesödnt isi, und daß es gcrade unter den gebildeten Ständen noch immer nicht V1e1e giebt, d1e fich ur unverbrüchitchcn Folge der physischen und psychischen “Diätetik bt- ?“iimmen lassen, werden auch Aerzte selbst Zeitschriften von Wisender und prunkloser Form, sehr gerr-ädltem Juvalte und höchst belehren- der Mannigfaltigkm wie vorliegende da wohl gern empfehlen, wo abergläubiscver Dünkel zu lichten, verjährte Vorurtbctle 111.0 dopo- 1hetische Afterweisbeit der mauuigfachsieu Art zu be1ichtigen, den 110: möopatvischxn Charlataniqus zu bcfiegen und an deren Stelle rein anthropolog1sche und hygiaß1sche Wahrheiten zu sesen, nothwendig ßUd. I. I. S-

Perichtigung zu dem Artikel: „Das Schultvesen im Preußischen Staat?“, und zwar in dem Abschnitte: „Naviga- tions; oder Schifffahrts-Schulen“ (Nr. 302, S. 1245): Greifs- Wald hat keine Navigations-Schule, dagegen befißen Stral- sund und Mewei dergleichen Königliche Anstalten.

Meteorologische Beobachtung.

Morgens Nachmittags Abend; 6 Uhr. 2 Uhr. 10 Uhr.

1838. 1. November.

Nack) 1511111315911 Beobacbttma. “*;-

Lllftdr11ch......... 334,99““Par. 333,81“*P11k- 332,11““Pa1-. Luf11värme...... + 5.00 R. + 7,60 N. + 5,10 N, Tba11vunkt...... + 4,50 N. + 5,30 N + 4,30 N.

Qucliwärme 7,49 X. Fiußwärme 6,69 ZT. Bodcnwärme 7,10 I?.

.Dunfisättigung 88 pCt. 70 pCt. 86 pCt. AuSdün*"-*"*; 0,0-10“3111. Wetter ............ trübe. bezogen, halbheiter. Nieders-diag 0,025“ Rd. W1nd............. W. SW. SO. Wärmcweckzsel +7,80 Wolkenzugm... _- WSW. _- +3,2 0.

Tagesmittel: 333,64““Par..- +5,90R-.. +4-8 R..§1pCt. WSW.

Zetjivor 1361-42. [)en 2. Royember 1838-

Fmtéécäsk Fons." 74-17! Leiä-Coura-Z-txeék.

„_; kt.?uk. ..: kr. honk.

!4 Ukles. Zeit!. ck lkkles. ! 6-10. 82.-8ck1111-81111. 4 103 102% komm. 1-1-1-1161. 11 1013... - kt. kusl. 0111. 80. ( 1031/4 1027“ la!- mUevm. «Jo. Ü 101573 10173 ktümßob.ck.ßoob. _ 68 ' /4 67 3/4 119. 104 3/4 «. lam.0b1.w. 1.6. 4 1031/ 102-'-/s 1111114111. 8:11. 1111. 4 1023,- 1021/4 93 -. kerl. Iuät-Übl. 4 1027/8 .- xöojgab. ao. 4 _ _ 215" i, 2141 /4 twingo: 11a. 4; -- .. 181/4 « 114111.- llo. in '1'11. .- 48 -- 13 1/2 13 sth-kfuübt. Ü 10] -- 61mm. l'u- 110. 4 105 - 131/, 125/5 ()"-yr. kfuäbt. Zi 101 -- 3 4

Quawärtigs 13618011.

4111111111110 111, 28. 011101125 Kieäekl. "ikkl- 561111111 5315/16, 50/0 (10, _., ÜWZU]. 243/16- Usus 4111. 1513/14-

Qutserpen, 27. 0kc0ber. Tim]. 53/,. Usus 4111. 157/z 0.

krankkurc a. U., 30. 0kc0ber. 0oate1'k. 5“/„U61._1067/,z. 1065/15. 49/9 997/4-

583/4- 10/0 25'/o- Zr. 995/8' 21/:“/o 59.

Bank - „405211 1734. 1731. 141641 - 011].