1877 / 63 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger, Wed, 14 Mar 1877 18:00:01 GMT) scan diff

i 13 suits der Armee, unter Entheb. ron seiner unkiion im Krixgö* Ykinistetium, jedoch mit Bßlaff. m der Stelle a Jusp. der Müll. BildungSanstalten, zun) Prafidenken des Gen. Audit. ernannt. _ 6. März. v. Oberlander, Pr. Lt. a. D., mit seinem friiheren Range im 13. Inf. Regt. reaktivirt. ,

Abschiedsbewtlli ungen. Jm aktiVen_Heere. 1.Marz. Landauer, Sec. Lt. 11. ., mit Pens. auf Nachmchn verab1ch1edet. _ 3. März. Nottbaift [Frhr. v. Weißenstein,“ Pr. Lt. des 6. Ins“. Regts. mit der Erlau niiz zum Tragen der Umf. auf Nach- Yäpäczisi IrabschtieF.s_ 6. YYY: rkz.t Scheurer, Sec. Lt. 3. D., auf

a„uenmi n.vera11ee. _

Jm Beurlaubtenstande. 3. „Marz- Rott,„andw. Sex. Lk. des 7. Inf. Regt8., behufs Uebettrlxts m den_Komgl. prevß. Militär-Justizdienst, auf Nachsochen, thier v. Reichert, Landw. Pr. LT. der Eiicnbabn-Comp., Rau, Landw. Sec. Lt. des 1. Ulan. Negt§., Stöhr, Landw. Sec. Lt. des 2. Jeld-Art. Nexus„ Winklxr, Landw. Sec. Lt. des 14. Inf. Regtß auf Nachsuchen der Abschred Bewilligt.

U11. (Königlitl) Württembergisches) Armee-Corvs.

Ernennungen, Beförderungen, und Versetzungen. Im aftircn Heere. 26. Febr. v. Bilfinger, Hauptm. vom Generalstabs, kcmmdrt. zur 27. Div., vom 1, März d. I. ab,_ unter Entbeßimg von diesem Komxndo. und unter Stellung_ä 13 50111; des Generalstakcs, zur Dienstleist. beim Großen Generalstabs Yommdrt. v. Sarweri, Major rom Generalstabe, kommdrt. 'zur Dtenstlerst, beim Großen Generalstabe, zum 1. März d.J. von diesem Konxmdo. entbunden. _ 28. ebr. v. Sarwey, Major im Generalxtqbe, als Generxkstabs-Osüz. zur 27. Div. kowmdrt. Giersberg,Kon1gl. preuiä. Scc. Lt. a. D., als Sec. Lt. im Inf. Regt. Nr. 120 an-

este t. ,

g Alrsckziedsbewilligungen. Jm aktiven Heere. 28.Febr. "v. Lenz, Okerst-Lt. und Commdr. des 1. Feld-Art. Regis. Nr, 13, 1111111 Pens. und mit der Regis.Un1f. als Oberst der Abschied be- wi i t.

LSJm Beurlaubtensiande. 28. Fehr. Ziwmler, „Sec. Lt. der Res. der 13. Art. Brig. in Genehmigung seines Abjchiedge- “suchcs behufs Außwanderung verabschredet.

Herzogliä; Braunschweigisckyes Kontingent.

Abschiedsbewilligungen. Jm Beurlaubtcnstande. GierlingS, Sec. Lt. vo_n der Inf. des 1. Bats. Landw. Regis. Nr. 92, der Abschied crtbeilt.

Yiehtamtüches. Deutsches Reich.

. Preußen. Berlin, 14. März. Se. Majestät der Kaiser und König nahmen heute den Vortrag deH Chess des Civilkabinets, Geheimen KabiyetH-Naths__von Wzlxxiowski, *entgegen und empfingen den Grasen Sck)liessen:Sch1ie_nen_berg und den Unter-Staatssekretär Maybach im HandelL-Mimsterium.

_ Beide Kaiserliche Majestäten erschienen gestern Abend auf der Soirée des Fürsten Anton RadziMU und heute bei dem Diner des Ministers des Königlichen Hauses, Frhrn. von Schleiniy.

_ Se. Kaiserliche und Kdnigliche, Hoheit der Kronprinz nahm gestern 1nilitäri1che Meldixngen entgegen. Um 12 U r ertheilte Höchstderselbe dem_ Eshrimen Ober-Ne- Hierungs: (111) von Loeper auß dem Ministerium des Köpig- ichen Hause?. und um 121 Uhr dem Ober-Biirgermeister Hobi“? t Audienz.

A ends wohnten die Höchsten Herrick) affen der italie-'

nischen Oper bei Kroll bei.

_ Der Bundesrat!) _hielt am 13. März die 12. VW- nariißung. Den Vorsiß “führte der Präsident deS Reichs- kanzler-Amts, S'aatI-Minister Hofmann und vorübergehend der Staatsratl) Freiherr von Verglas,

Nach Feststeilung der Protokolle der leßtsn Sißungen “wurden VorLagen, betreffend 3. den am 1. November 1876 zu Tongatabu unterzeichneten Freundschastsvertrag mit Tonga; b. den Entwurf eines Geseßes, bstreffend die Auf- nahme einer Anleih-s für Zwecke der Marinever- „waltung und der Post: und Telegraphenverwaltung; c:. die Aquehnung des Mgemeinen Posivereins und die Posttaxe Innerhalb dxffélben, wwis (1. ein Antrag MecklenburgÉchwe- “(“in-3, betreffcnd die Einführung der Fabrikatsteuer iir Brannt- "wein, €. ein Antrag SachsewWeimacm, betreffen die Kom- munalbesixueng der Thüringischen Eisenbahn in Preußen, “den betrrßenden A1131chüffe11 überwiesen.

_ Au31ch11ßbcrichte wurden erstattet iiber 3. die Nrform der AktzengUengbung. EZ 190 ein bezüglicher Geseßentwurf aus- gearbkitet werdsn; d. daS Gesuch einss friiheren Telegraphen: Beamten mn Gewährimg 131111 Pension. Dasselbe warde alx gelehnt; 0. den nsucn Bauichiummen-Etat für Bayern. Der- selbe wurde,11ach _dem Ausschußantrage genehmigt. Ebenso wurden (1. Knige „Abänderungen _an den Ausführungsbcstim: 111111113811 zrim MilitärVemionsgewß aus Anlaß der Verlegung des Etatswhrs festgesteilt.

Sodann wurden Kommissarien fiir die „Berathung von Vorlagen im Reichskxg gewählt.

__ EndUcl) wurden einige Eingaben vorgelegt und den be- Tressenden Außixhüffcn überwiesen, nämlich eine Eingabe des ?GWerbevereins zu Msißen wegen Baues einer Kaserne; eine Eixrgabe WYereineZ UW Gasthofsbeiißern, betreffend die Haft: Pfiiézt der (Hajdmrthe, und eine Eingabe der deutschen Gestü- Fchaft der „Sonnxags- «Und Arbeiterfreunde, betreffend die SomÉagst-er.

_ Öer Sch31Ußb€richt iib_er die gestrige Sißung Heß Reichstags .Und die m der1elben von dem Reichskawler Fßrsten von BieZmarck gethtenen Reden sind in der Eriten Beilage abgedwckF.

_ In der heutigen (9.) Sißung del; Reichs- tagZ-Z, welcher _der Nerchsktmzler Fürst von Biswarif, der Prandent des ReschskanzlerÄmts, StaatS-Minister Hofmann und mehrere, qndere Vevoll ': tigte zum BundeSraIté bei- wo nien, motimrte der Abg. r (Hagen) seinen - ntrag, wecherkxautY: Nuhk [ ck 8 _ „.).-en ccrn : e' E an; er zu er 1: en: em Reichsia e chleu- K_last Nachweis-unge-t vexrzulegen a. üéa die,!)is jeßt auf Yixzices fran- zoslsche KriegsxoüenenUäpädiguF und auf d1e einzelnen daraus be- leltgxen Kredite xerrechneten ukgaben, sowie über die hiernach bet _dtesen _emzelrien Krediten zur eit noch vorhandenen Rest- betrage; 1». uber die 1211 19mmtlichen ubertragbaren Fonds des bis- herigen (L_tat§_m Ordinarw und Cxtraordinaxio zur Zeit vorhan- denen Rettdestqnde, insbesondereJZueb über die weitere Verrechnung 'der aus der Pauschgixantums- irthschaft der Militärverwaltung ubxrkommenen Nestbenaudxx. über den Gesammtbetrag der zur _ it vorhandenen K_affenbestande des Reichs, emscbließlicb der Gut-

a_ben ker Bananstaltexi und _Eimelstaatcg und der in der Um- «pragung begriffemm Munzbestande.“

Derfdlbe wurde auf Wunsch des Abg. Rickerx der Budget- kvmmisfion überwiesen. Darauf wurde die werte Bersthung des'Etats ortgeiest. Bei der Position „Iieichskommtffariat für Auswan erungsweien“ erklärte der Präfident_ des'Neich- kanzler:Amts, Staats-Minifter Hofmann, daß er jährliche Ve- richte des Reichskommiffars für das Auswanderungswesen uber 1“ eine Thätigkeit und die Statistik der Auswanderung einfordern und dem Hause vorlegen werde. Außerdem sprachen zu dem Etat des Reichskanzler-Amts die Abgg. 1)r. ngens, ])k. Kapp ,1)r. Majunke, Vr. Neichensperger Ersfeld), Vr. Braun, Säimidt Ftettin), Frhr. Nordeck zur abenau, Sombgrt, 01". Löwe, i ert, Ur. Lucius (Erfurt) und Dr.Hirfch. Bei dem Etat des Reichs-Gesundheitsamts trat der Reichskanzler Fürst von Bus- marck wiederholt für die Bewilligung einer Summe von 10,000 „14 zu extraordinären Außgaben behufs Kontrole der Verfälschung von Nahrun smitteln ein. Der Reichskanzler erklärte ferner die vo e Bereitw1Üigkeit der. verbün- deten Regierungen, den weit gesteckten Zielen ' der statistischen Wissenschaft mög_ltchst Vorschub zu ieiften, dock) finde dieses Bestreben seine natürliche Grenze in, der LeistungsfälZ'gkeit der ReichSorgane. Die betreffende Position wurde in ie Budgetkommisfion verwwsen. Jm Etat des Auswärtigen Amtes wurde die (He altHerhöhirng des Ministe- rial-Direktors um 5000 „15 gegen en Widdripruch des Abg. Richter (Hagen) nachdem der Bevollmächtigie zum Bundes- rathe, Staats: inister von Bülow, und die Abgg. 1)2'. Lasker und ])1'. Wehrenpfennig sich für dieselbe ausgesprochen, bewiÜigt. Beim Schlusse des Blattes sprach zu der Position „Gesandtschaft in London“ der Abg. Schröder (Lippstadt).

_ Jr) den Berichten der „Westfälischen Zeitung“, des „Diiffeldorser Anzeigers“ u. a.Vlätte1: über die am 10. d. Mis. in Cöln abgehaltene öffeiitlirhe'Versammlung zur Besprechung der wirth1chast11chen Lage wird er- wähnt, daß Herr Baare von Bochum in seiner Rede unter Anderem mitgetheilt ?abe, der Finanz-Mimfter Camp- hausen habe ihm an eine vor zwei Jahren wiederholt an- gebrachte und mit dem Hinweis auf die schon vorliegenden unheilvollen Resultate unterstüßte Vorstellung über unsere WirthschaftSpolitik die Antwort ertheilt: „Glauben Sie, daß wir in Berlin eine Thräne darum weinen„ wenn Sie in Westfalen “11 Grunde geYn ?“

Wir ind in den tand geießt zu erklären, daß eine solche Antwort von dem genannten Herrn Minister nicht er- theilt worden ist und daß jene Mittheilung, wenn sie der Ver- sanßmétung wirklich gemacht worden, eine grobe Unwahrheit ent ä .

Voraussichtlich _wird das Thatsächliche hierbei auch noch im gerichtlichen Verfahren demnächst festgestellt werden.

_ Dex Geheime Regierungs-Rath, Konservator der Kunst- denkmäler, Domherr zu Brandenburg, von Quast auf Radensleben, ist am 11. d. Mis. daselbst verstorben.

_ In den Berichten der Provinzialbehörden, welche in Folge der Cirkularverfügung des Ministers deS Innern vom 26. Juli 1). Js. über den Entwurf einer Instruktion zur Ausführung des €;. 64 der Provinzialordnung vom 29. Juni 1875 erstattet worden sind, ist zu Nr. 3 des letzteren der Vorschlag gemacht worden, über die von Amtswegen projek- tirten oder Seiten?, der Bethqiligten beantragten Verände- rungen von Amtsbezirken außer mit den Amts- ausschüffen nur mit denjenigen Gemeinden und Gutsbezirken zu verhaiideln, welche von der Veränderung unmittelbar betroffen werden. Der Minister des Innern hat sich in einem Cirkularerlaß vom 25. v. M. mit diesem Vorschlage einverstanden eélärt und im Uebrigexi dem Provinzialrathe Überlassen, wegen der weiteren Ausfiihrung deS §. 64 der Provinzialordnung Beschluß zu fgffen und die erforderlichen einleitenden Anordnungen zy trenen. Hierbei wird der vor- gedachte JnstruktionHentwuN als aUgemcine Grundlage für die vom Provinzialrathe zu beschließenden Maßnahmen zu benußen und überall daran festzuhalten sein, daß nach der Absicht des §. 49 der KreiSordnung und des §. 64 der Pro: vinzialordmmg einerseits die bisherige Amtsbezirkcx-bildung nur als eine vorläufige angesehen, andrrerseitß durch Erlaß einer öffentlichen Bekanntmachung und Anderaumung einer an- gemessenen Frist sämmtlichen Beiheiligten ansreichende Gelegenheit gegeben werden 1011, ihre Anträge auf Abänderung der jeßigen Amtsbezirke anzubringen. Was den Zeitpunkt betrifft, in welchem die Revifion der Amtthezirke am_zweckmäßigften in Angriff “11 nehmen sein wird, so tritt der Minister zwar dem me rfach geäußerten Wuns 9, bereits im Anfange dieißs Jahre?, mit den erforder- lichen rbeiten brginnen zu dürren, nicht entgegen, findet indes; auch nichts dagegen zu erinnern, wenn die Revision noch Einige Zeit ausgesetzt bleibt:, 1113 sich nach Ablauf der drsijährigen Periode seit demZnslebentreten der AmtSverfaffung übersehen läßt, ob eine erhebliche Anzahl von Amtsvorstehern von dem Rechte, ihre Aemter niederzulegen, Gebrauch macht.

Bayern. München, 12. März. (Al]g. Ztg.) Jm Jiistiz:Ministerium ist man mit den Einfü run s- e1eßs11 zur Civilprozeßordnung fiir das eich ei): ebhast beschäftigt. “Jm Laufe dieser Woche beginnen dort, unter ZUziehung von Praktikern__au§ dem Richter: und An: waltzsstande, Berathungen betreffs des Subhastatio ns: versahrens.

Hessen. Darmstadt, 12. März. Aus den bis jetzt achnegebenen Berichten der Ausschüffeder Ersten Kammer erhelxx, daß bei folgenden (Hefeßentwürsen Beitritt zu den Be- s_chlünen der weit_en Kammer bea_ntragt wird: Gesetz über die Gehalte der olkSZchullehrer; (HMH Über die Kompetenz der (Herr te in Strafm en in den Provinzen Starkenburg imd Ober effen; Geseß ü er die Benußung von Leichen zu wissen- schaftlichen Fwecken auf der Landesuniversität; Gesetz über die Eheverlöbni 1e in den Provinlzen Starkenburk; und Ober essen. Da kaum ein Bedenken obwa tet, daß dasP enum des auses diesen Anträgen beipftichten wird, auch irgend ein Differenz- punkt zwischen beiden Kammern dann nicht mehr übrig ist, so werden die rkraglichen Entwürfe in akler Kiirze als Gesetze publizirt we en können.

Anhalt. Dessau, 12.März. Der Landtag ist nach einer ungefähr dreiwöchigen Pause heute wieder zusammen-

getreten, und wird der wichtigste Gegenstand der Berathungen

dcr halbjährige Etat vom 1. Januar 1878 bis Ende J1mi 1878 in Anschluß an den Etat für 1877 sein.

i

Oesterreich - Ungarn. Wien _ 12. März Die Kaiserin ist gestern von Gödölld in Wien angekommen.

_ 13. M" (W. T. B.) Das Abgeordneten- haus hat die egierun vorla en, betreffend den Ankauf der Vraunau-Straßwal ner 'senbahn durch den Staat und betreffend die Gewähruzig eines Staatßvorschusses von einer Million Gulden an die Prag=Duxer Eisenbahn, nach den Anträgen des Ausschusses an enommen, nachdem der Handels:Minisier die Annahnze de elben befürwortet batte.

_ Die Meldung, daß„d1e Del_egationen im Monat Mai gleichzeitig mit dem Reichsrgthe in Wien tagen sollen wird dem „Fremdenbl.“_ insofern als i_rrthümlich bezeichnet als bis- er ü er den Zeitpunkt der Einberufung)“ Delegationen eine Verfügung getroffen wurde. ' anwrschen werden die Arbeiten zur Vollendung der A u S ;; lx 1 ck S v o r l a gr 11 eifrig fort-

eseßt. Der ungarische Fmanz-MmisterSzell trifft zu diesem wecke abermals im Laufe der Woche in Wien ein.

Pest, 12. März. Das ngeordnetenhau-Z beschloß auf Antrag des Minister-Prändenteti Tisza die Abseßung der Jriedenßrichtervorlage von der Tagesordnung. _ Die zweite c-esiwn des Reichstages wird nächste Woche geschlossen und die dritte zwei TaTZe darauf eröffnet werden.

_ 13. März. . T. B.) Wie die „Presse“ erfährt, betrugen nach dem, "1: das vierte Quartal 1876 publizirten Ausweis der ungarischen Staatskassen die Einna men in dieser Zeit 72453000, die AUZgaben 57,129,000 .; ., wäh- rend in dem entxprechenden Quartale des Vorjahres die Ein- chlhwen fick) auf 63,785,000, die AusZaben auf 53,912,000 F1. e 1e1en.

Frankreich, Paris, 12. März. (Köln. Ztg.) Die drei Linken haben stch in Betrrff der Frage der Vereinigung der Charente-Bahn mit der Compagnie 'Orleans end ültig für die Verwerfung der AnträLe des Bauten: inisiers Christophle, entschieden. _ Der .;uftiz-Minister Martel hat die A11ze1ge erhalten, daß er im Senate interpellirt werden wsrde, weShalb er dem verabschiedeten Präsidenten des obersten Gericht-Zhofe Devienne die Ernennun zum Ehren-Präsidenten dex; Kaffationshofes zu erthei en fick) geweigert habe. Der„Temps“ macht dgrauf aufmerksam, daß Devienne unmöZaich habe zum Ehren-Präudenten ernannt werden können, da er 2) itglied der gemischten Kommissionen gewesen sei. _ Die Anleihe der StadtMarseille hat andere Städte und Seehäfen iz gleichen Maßregeln ermuthigt, um den Ar- beitern Beschäxtigung 'zu verschaffen. Bordeaux wiil die Kammern um Erlaubmßzur Aufnahme von 7 Millionen für die Errichtung einer Universität ersuchen, deren ProTefforen von dem U11terricht§:Minister Waddington auf Vorich ag des- Gemeinderathes ernannt werden sollen. Ein Theil der künf- tigen Universtiäthebäude ist bereits im _Bau be riffen. Rouen, Mont ellier und Toulouse wün1chen egional-Univer: sitäten“ zu besißen. Havre will gegßnüber der Konkurrenz, die Antwerpen ihm wacht, seiner Schiffahrt wieder aushelfen. Man hat die nöthigen leder aufgebracht, um eine große innere Schiffahrtslinie zwi1chen_ dem Kanal und dem Mittel- meer zu gründen; man hofft au , den Güteraustausth zwischen Havre und Marseikle _Yrch den Durchgang internatioxialer Waaren durch sranzöyi1ches Gebiet zu heben.

Ver1ailles, 12. März. In der heutigen Sißung der Depixtirtenkammer brachte_ der Finanz-Minister Leon Sai) einen Geseßentwurf, betreffend die Abschaffung der Inlandfteuer auf Seife ein.

Spanien, Madrid, 11. März. (Standard.) Das britischeGe1chwader unter dem AdmiralScymour ankerte am Sonnabend in der Bucht von Cadix. DerKönig Alfons ward noch durch Sturm auf den Balearen zurückgehalten. _ Am 18. Miirz wird in Madrid eine Versammlung ein- heimischer und fremdsr _Bondsbesißer gbgehalten werden. ES 1011 betrefss der Zinisn eins Denkschrift an das Finanz- Minifterium gerichtet werden.

Portugal. Lissabon, 11. März. (Köln. Ztg.) Die Cortes haben die Konjxolidation der schwebenden Schuld durch die Arisga e von Bdnds, die bei paffenden Umständen zu erfolgen habe, genehm1gt.

Italien. Rom, 13. März. W.T.B.) In dßmgestrigen Konsistorium hielt derPapst eine längere Ansprache, in welcher er, 111111) einem Rückblick auf die Ereignisse in Italien seit dem Jahre 1870, aufdie gegen die Kirche gerichteten Geseße der italienischen Regierung und darauf hinwies, daß man ihm die Mittel zur Verwaltung der Kirche genommen und nur die durch die bestehenden Gesetze gewährleistete Frciheit gelassen Yve, so daß er zur Verhütung der Sittenlmigkeit und deS Treibens der antireligiösen Sekten nichts thun könne. Ferner protestirte der Papst gegen die Behauptung, daß er frei sei in der Außübung wines Amtes und erklärte, eine Versöhnung s ei unmöglich. _ Die gestern ernannten, hier befindlichen Kardinäle wurden heut)», vom Papste empmngen, welcher ihnen das Barret Überreichte,

Griechenland. Athen, 14. März. (W. T. B.) Die Depntirtenkammer hgt _gestern eine Resolution, welche daS Vertrauen zum Ministerium dokumentiren sollte, mit 75 gegen 72 Stimnzen angerwmmen. Die Parteien Zaimis und Tricou is unterstüßtew die Regierung, die Partei Kommun- duros timmte gegen die stlution.

Türkei. Konstantinopel, 13. Miirz. (W. T V.) Die Ernennung Khalil Sherif Paschas zum Botschafter in Paris wird nunmehr offiziell gemeldet. _ Wie es heißt, wiirde Namik Pasch_a zixm Prästdenten des Senats ernannt werden. _ Die ha11pt1ächl1chsten türkis en Journale fahren fort, jede Gebietsabtrxtung der P orte an Montenegro zu bekiimpfen. Die Geschäftsträger der Großmächte, instondere derxemge der englischen Regierung, sind bemiiht, zwis en der Ffortsii lrlmd den montenegrinischen Deleg1rten em Einvernehmen

erzu e en.

_ (W. T. B.) Wie verlautet, beabsichtigt die Regierun die Frage wegen der Annahme der von Montenegro au - «stellten Forderungendem gr'oßßn Raths oder dem

arlamente zu unterbreiten, wexl sie die Verantwortung für dieselbe nicht Übernehmen wolle.

Paris, 13. März, (W. T. B.) Der „Temp-Z“ bringt einen längeren Bericht fxber sitze Unterredung, welche em Mitglied seiner Redaktion mit dem General Jgnatief f ge abt hat. Danach hätte Le txrer erklärt, seine Mission bc ehe darin, eine formelle San 1011 für die auf der Konferenz in Konstantinopel gefaßten Beschlüsse zu erlangen, Yeran halte Rußland in der Hauytfache Lest; WZE dagegen die orm dieser Sanktion angehe, so würde es er rusnschen Regierung gleich fem,

_riistet sei, in abfälligem Sinne geäußert.

ob dieselbe in einem vori den 6 Großmz ten aus eben- den Protokoll bestehe oder m„einem diplomatis 11 Akten ücke, welches voii der Türkei czllem unterzeichnet, aber von den andern Machten gegenZinchnet wäre. Da?- eventueUe Proto- koll müßte de_n festen 111611 der Großmächte bekunden, die von der Konserenz aufgestellten Reformen an durch die Pforte außgeführt zu se en. Der von der Kon erenz formulirte Wunsch würde au diese Weise zu einer positiven und drin- genden Aufforderung (ach'uration) werden. Rußland würde fich_nicht dazu verstehen, der Türkei eine längere Frist als Jet Moyate ur Ausfiihrung der Reformen zu bewilligen. äre diese risk resultatlos verstrichen, so sollten die Mächte nicht geha1ten sein, gemeinsam zu handeln, wohl aber Angesichts des Protokolles verpflichtet sem, die bewaffnete ntervention einer oder mehrerer der Signatarrnächte ein: pruchslos zuzulassen. Rußland würde keinesfalls eine Frist von einem Jahre bewilligen, welche die englis 6 Regierung übrigens auch gar nicht formell vorgeschlagen ha e. Ignatios habe weiter der Hoffnung Ausdruck „gegeben, das; England dem Gedanken einer gemeinsamen Sgtiktwn der Konfersnzarbeitsn schließlich beisiimmen werde. „?lux jeden FaÜ“, erk!ärte ; gnatieff, ,iiÉ unser Verlangen, den Frieden zu erhalten, 10 leb aft, daß elbst in dem Falle, wo Exigldnd izuch nur theilweise auf un: sere Anschauungen eingeht, .ich die Verhandlungen mit der englischen Regierung ni t abbrechen, 1011der11 im Gegentheil neue Anstrengungen ma en wizrde, um wsitere Konzessionen zu erlangen. Nur muß man sich decilen, denn wir können die Armee nicbt unthätig lassen, wn: müffan sie entwrder bs- nußen, oder die Abrüstung vorbereiten.“

B r iii 1 el , 13. März. (W. T. V.) Der Pariser Korrespondent der „Jndépendance“ hat hextte ebenfalls eine Unterredung mit dem General Jgncxtiefs gehabt und berichtet über die: selbe, Jgnatieff habe 1ich über die von England zu er: wartende Entschließung günstig eäußert. England habe durch die Ablehnung des Ver iner Memorandums den serbisch = türkischen Krieg hervorgerufen und werde nicht eine neue Verantwortlichkeit auf 1ich nehmen wollen, indem es eine direkte Sanktionirung der Arbeiten der Konferenz von der Hand weise. Auf di? Form dieser Sanktionirung lege er wenig Gewicht, wenn die1elbe nur exekutoris _Osei. Ueber die Gewährung einer einjiihrigen Frist_ zur Dur sii rung dxr Re: formen durch die Worte habe 1ich General gnatieft, der übrigens mit den entsprechenden Voilmachten aiisge- Wenn die Türkei die Reformen nicht ausführe, würde ein jetzt unter den Mächten zu erreichendes Ein: verständniß leßtere in ihrer Geiammtheit zu einer Interven- tion nicht verpflichten, wohl aber wiirden die Mächte durch ein solches Einverständnis; verpftichtet werden, der Jntervsn: tion einer oder mehrerer Mächte nicht zuwider zu 1ein. Er wünsche lebhaft die Erhaltung des Friedens. Sollte England die von ihm gemachten Eröffnungen nur theilweise acceptiren, so werde er die Verhandlungen weiter fortsetzen, aber Rufz- land wolTe eine sofortige Sanktion, da es sein Hrer nicht mobil erhalten könne, ohne von demselben Gebrauch zu machen.

London, 13. März. (W. T. B.) Im Oberhauie bestätigte Graf Derby auf eine Anfrage des Lord Granville, daß allerdings gegenwärtig Unterhandlungen über die orien- talische Frage stattfänden, er hoffe, dem Hause bald nähere Mittheilungen iiber den Verlauf derselben machen zu kö11_nen-; augenblicklich seien indessen die Dinge noch nicht am den Punkt gelangt, wo eine Mittheilung berechtigt wäre. _

_ 14. März. (W. T. V.) Die Erörterungen iibsr das von Rußland Vdrgeschlagene Protokoll sind in der gestrigen Sißung des Kabinetsraths nicht zu Ende geführt worden, es werden dazu noch writers Sißungen erforderlich sein, aber fast ails'Morgenblätter stimmen in der Ll1i1icht iiber: ein, daß gegründßte Aussicht auf Englands Beitritt vorhandon sei. Nach dem „Daily Telegraph“ wäre der Vorschlag im Prinzips adoptirt. Die „Times“ bemerkt, es sei niemals ein wichtigerer Vorschlag von eincm Staate an einen anderen gemackit worden, als derjenige, dosen Ueberbringsr General Jgnatieff Und der Boiichafter Schuwaloff gcwesen seien. WEM! durch die Annahme dcffelbeu ein Aufgeben der russischen Pläne erlangt werdrn könne, sei ein zureichendcr Grund für défféii Ablehnung nicht vorhanden, denn er verpflichte England zu keinerlei Schritt gegen die Türkei, und gewähre_der leßteren noch eine Gnadenfrist. Nack) drr „Times“ heißt es in dem vorgeschlagenen Schlußprotokoll, daß die Mächte das Recht fick) vorbehalten, drn Modus dorjenigrn _Aktion zu derathen, die eingeschlagen werden soll, wrnn die Pwrte erangclt, den Verpflichtungen nachzukommen, diss ihr durch Adoptirung der im ProtokoUe aufgeführten Iieformexn aufsrlegt wcrden.

Rom, 13. März. (W. T. B.) In der Deputirten- kammer machte Petriceljj die Mitthrilung, daß 91: die N e_- gierung demnächst über ihre Politik in der 11LULstE1l_-P_ha1e der" orientalischen Frage, die in Fqlge der Auxliijung der Konferenz eingetreten sei, interpelliren werde, wwie iiber die leitenden Grundsätze der Regierung bezüglich der zwischen den Kabineten von St. Petcréabnrg und London od- rvaltenden Meinimgswerschiede1cheitei1

_ Aus St. Petersburg, 8. März, wird der „Pol. Korr.“ geschrieben: Die in den letzten Tagen in achländi1che11 Blättern aufgetauchte Analyse oder gar der Wortlaut des Antwortschreibens des englischen Kabinets auf da;?- Cirkular des Fürsten Gortschakoff vom 31. Januar ist selbstverständlich gänzlich apokryph. Vis znr St1111de_ist weder eine solche Antwort eingegangen, noch writer avi1irt „worden, ja selbst der englische Ministerkonseil, dsr die Form der Beantwortung der diesseitigen Note berathen

ollte, ist zu keinem Resultate gelangt. Die Antwort des w1rd nur formell als Rückäußerimg an das (Zirkular vom 31. Januar betrachtet werden können; die elbe wird hauptsächlich die Ansicht der Regierung der Kö- nigin Viktoria bezüglich der dixrch den Grafen Schuwaloff in Folge der Weisun vom 2. Marz vorgelegten bestimmten Er- lärungen des Ka inets von St. Petersburg aussprechen. _

eanlischen Kabinets

. General Jgnatieff, welcher auf seiner Retourreise Wien für

einige Tage berühren wird, begiebt sich den bisherigen Dis- “positionen nach, die jedoch in Anßetracht der gegenwärtigen „La e jeden Au enblick einer Veranderung au§geseßt find, u' t direkt na St. Peter-Zbur?€ sondern zu seiner ;"amilie in die Umgegend von Kiew. .;n diesem Faile “mir Fiirst “T ereteleff, der Sekretär des Generalß, den bezuglichenBericht de elben nach St. Petersburg überbringen.

_ Die „Agence Havas“ vom 10. d. M. enthglt fol- gende Mittheilung: „Die Unterredungen zw1schen dem General Ignatieff, dem Fürsten Orloff und Herrn Schuwaloff

Haben während der letzten zwei Tage Zortgedaxiert. Es braucht aum gefaßt zu werden, daß die fr_em en rusnschen Diploma: txn MX en Herzog Decazes beiucht haben.__ In den poli- tischen reisen verlautet all mein, daß die runiichen Staats: nzänner einen wahrhaft verXihnlichen Geist und den aufrich- tigen Wunsch, eine friedliche Lösung der schwebenden FrWen herbeizuführen, an den Tag elegt haben. Graf Scham off 1st_he_ute früh wieder nach ondon abgereist. Man glaubt, daß die Unterredungen, welche er hier mit seinen Kollegen gehabt hat, ihm gestatten werden, der englischen Regierung die neuesten DisPcvfitionen des russischen Kabinets darzulegen.“

_ Ueber die Friedens-Unterhandlungen zwischen qutene ro und der T ürkei wird dem W. „Fremdenbl.“ ge- 1chr1eben: et: wahre Kern der Frage ist der Zugaéig zur See, den qutenegro aus aUen Kräften anstrebtund gegen welchen fick) von Sßite der Türkei und anderer Mächte Einwendungen erheben. Die Erhebung Montenegros zum Rang eines Secstaatcs kann niir dadurch bewirkt werden, daß man dem Fürsten entweder die Suttorma, oder den Hafen von Spizza mi: so viel Land abtritt, daß eine Verbindung zwischen dsm Hafen und dem Hauptland von Montenegro hergestellt wird. Eine dritte Lö: LMI der Frag? kiinnte noch dadurch erfolgen, daß man dem ziirsteythunx die 1reie Schiffahrt auf dem See von Scutari und die B01anal)i11ab gestattet. Nicht blos von Seite der Türkei, und_Oesterreich€-, sondem auch von jener JtaiiencZ w1rd dte Bexiirchtung gehegt, daß der einzige Hande? unter mdntenegrinnckzsr Flagge die Kontrebande und die Seeräuberei sein würde. .Die 111 alter Zeit auf den Bergen von JUyrien und Epirus hauwnden Slaven-haben Italien viel zu schaffen gemacht,und nur durch die successive Kolonifirung der Küsten T'almatiens war Venedig im Stande, dcr Naudsucht dieser Wilden Stämme einen Zügel anzulegen.“

_ AUS Konstantinopel, 12. März, melden Wiener Blätxer: Der Sultan hat mittelst ciner Jrade dcn gewrsenen Pgtrtgxchßn dcr 11icht:u11irtcn Armenier, 1)r. (Therémian Me- g_1rd„11ch, zum Senator des Kaiserreiches mit einem jährlichen GLhalte von 12,000 Fl. ö.W.er11a1111t. _ Die Stadt Aleppo hat drsi Türken und einen Armenier, und Smyrna Wieder drsi Türken, einen Griechen und einen Ar: menier zu ihren Deputirten gewählt. _ Die Parlaments: wal)len_au den tiirkiichen Inseln des Archipels iind gänzlich ohne Anstan vorgrnommen worden. _ Aus Rücksicht für die Deputirten Messpotamiens und Arabiens, die eine große Strecke WegecZ von ihrer Heimat bis Konstantinopel zurück: zylegen haben, wurde die ParlamentSeröffnung um einige Tage verschoben.

_ Den „TimeS“ wird unterm 9. März aus Belgrad gejchricbcn: Die aus Bosanien hier eintreffsnden Nachrichtrn zergcn, daß die Vorbereitunéxn zum Widerstand gegen die eingebildete östsrrcichische Okupatidn in dieser Provinz und in der Herzegowina noch immer fortdauern. Tie Türken 1cheine11 von ihrem friiheren Vorhaben, die BOZUiEr sick) selbst vertheidigen zu lassen, abgegangen zu sein, denn es wird aus: Sera1evo berichtet, daß zwanzig Bataillone türkischer Truppen am dem Anmarsch von Salonichi aus und 800 Pserde abgesendet worden sind, 11111 die gsgcnwiirtig in Novi- Vazcxr stehenden 13 Bataillone auf den Effektivstand zu bringen. Fiimhundert Kisten mit Munition sind nach Mostar und den Distrikten dxr Krajna geschickt worden. Die mohamedanischen Bewohner nnd mit Hinterladcrn versehen worden und werden täglich einexerziert. Der Statthalter dsr Provinz Tuch hat §5s(t),(l)llt)0 Psimd Zwieback und 30,000 Paar Ledersandalen e e .

' Cattaro, „12.-Miirz. Man mrldet der „Pol. Korr.“: Dis montenxgrimschrn GsbirchPijffe sindsd total verschneit, daß dw, kqnventtonsmiißige Verprdviantirung von Niksic und die_ fiir Montenegro bxstimmtrn Getrcidetransports iiber Scutari nini) Nicka unanSsiihrbar sind, so daß die stölkc- rung 1111 i_ijtlichen Mdntenegro die höchste Noth leidst.

_ Em am 10. 111 andon angekominsnrk Telogramm der Lady Strangford 111 Philippopel lautet: „Typhns- xieber inJolgeUder Noth 1111d Entbehrung ist 1111er1111. Meine ischsSpitäier 1111d 11011 und die erxglischen Asrzts gchcn bs- stiind1g dnrch die Dörfer. 'Wir 11011611, dis Krankheit wird (1011612111611, wenn der Frühling anfängt. Ick) bin nach Pirot gcwe1e11, wo kinnderte _von Familien verhungérn, und (mbc 25 vrrdranntc Dörscr bcmcht. An] meinem Riickwcgo drängen fick) die Mütter um mich, um 11111“ die . kiirzlich noch nackten Kinder in ihren neuen Klridern 5115819211. Gsld thnt 1ci)r 11011) für SaatkOM.“

_ Die im Dienste der_Pforte siehex1den Telrgrap'lycn- und Postbeamten hat ein 1ck1rer§r Schlag _gctroffcn. Turck) ein Cirkulac dcs türkischen Finanz-Minixters 1111?) 116 kcimrbrichrigt irrt- den, daß ihre Bezüge ihnen fortan nicht mehr in Miinzc, sondern in KaimieS, und zwar in ihrem Nominalwertk) angczabli irerdcn sollen. Bei der bedenkenden Entwerthuyg dikses Papiergeldes ist dies eine Reduktion ron nabkzu 50 0/0. Da die Beiv1dung disser vielbesäzäfiigtcn Beamten schon 1th eine böibst geriuge iii _ 71? be- jrug bis jetzt durchschnittlich im Monat 400 Pia1_ter, ungefähr 36 Fl. Silber _ so kann man sich denkxn, welcbe BestürzunZ) die1e - iichislose Maßregel in alien Pow und Telegrapben-**ureaus her- vvrgerufen bat. Es droht sogar unter dem Personal ein Strike auSzubrechcn. Bereits haben die Begmten der Starion Smyrna den Dienst eingestellt; die yon Salonich1„Va[lona und anderen großen Stationen beabsichtigen, diesem Beispiel, zu folgen. Die in Stambul und Pera angesteÜten Beamten [)abcn eine Deputation _1111 den Grof;- vczicr abgeschickt, um ihm die traurige Lage, in welche 1'1e durch diese Verfügung versetzt werden, eindringlichst vorzusieUen. Dcr Großkczier Hat ihltlien versprochen, ihr Verlangen in ernstlich: Erwägung ziehen zu ivo en.

Rumänien. Bukarest, 10. _März. Der Senat hat die RegierungSvorlage, betreffend die neue Organisirung des Ministeriums des Aeußern, mit emigen Reduzirungen an- genommen.

_ 14. März. (W. T. B.) Das amtliche Blatt vor- öffenilicht ein Dekret des Fürstext, durch welches die Er- richtung von 2 nruen Nrtilleric:Ncg1me1itern angeordnet wird.

Dänemark. K open h agen, 10. März. (H. Corr.) Die Fw eite Lesun g des B ud g ets wurde gestern in einer Abend- iißung des L a n d s t h in g s beendet. Anlaß zu liingerer Debatte gaben nur die Forderungen des Kriegs: und Marianinisters 511 außer ordentlichen Landesverth eidigungSzwecken. Der K ri e g H -M i n i | e r meinte, es könnten Eventualitäten eintreten, unter welchen es für Dänemark nothwendig sei, f eine Neutralität zu schützen. _Das BudJex wurde 1m Uebrigen voÜständig im Sinne der Regierung er edigt.

Afrika. Aegypten. Aus Kairo wird dein „Reuter: schen Bureau“ unterm 11. d. M. telegraphirt: „Die ägyp- tische Kriegskorvette „Lath“, die auf der Hdhe von Suez kreuzte, um auf Sklavenschiffe zu fahnden, ist aus offener

See ein Raub der Flammen geworden. Es befanden sich 420 **ersonen an Bord; 400, einschließlich iämmtlicher Europäer wurden von der „Agra“ gerettet.“ _ Nach einem Telcgramm dcs „Standard“ aus Alexandria vom 11. 11": Mac Killop Pascha abgesandt, um den mit der ägypticbcn Korvettsu „Latif“ Verunglückten Hülfe zu bringcn. _ Wie das „Nexx- tersche Bureau“ meldet, 111 der FriedenHichlu-s; zwischen Secocoeni und der Transvaalrcpndlik, u::ter der Bedingung dsr Anerkennung der Souveränität dsr leßtcren mxdlder Zahlung einer Krichcntschädigimg Zeitsxiß (.;-«Noemi?- erw gt. "

Statistische Nachrichten.

Mit 'der „Deutschen Gemeinkc-Zeitnng' 171 121,3 “die erste Takelle ÜkerWrblbabcnkxeits-und Stcucr-Statistikdeui- sch_er und einiger österreisiyiskhen Städte für das Jahr 1815 (zmmnmengrsicllt von der Redaktirn ker gcxmnnicn 321111117, ])k__ H.?trlr) ausgegrken wwrden. Dieselbe 1111113131 100 Stäktc und we11t in 53 Kolonnen nacb: Vevölfcrung, Aniabl der Stsuxr- zahler, Gesaxiimtßetrag des eingcixhäizten sieurrrklicdtich Einkommens der Steuerp111chi1gen, Gesammtbcträg der Steuern .13 den Staat, Provinz, Kreis und (Hemeinde, Einkommen imd Gcmcindsrermdzem ::., durch1chnittlich65 Einkommen der Steuerrilichxigcn, Prozent: 11:12

_ Durchschn1tt§berechnungcm

Kunst, Wissenschaft und Literatur.

Die" AuSarbeitung des E11Tkk11r;§ cines kürzer- [ichen Geseybuches. “Herausgegeken von der Redaktion des DEUT- sckxen Reichs- und Königlich PrrukxiWen Staats-Ilnzeiqers. Berlin, Carl Heymanns- Verlag, 1877. Preis „ck 0,50. Uiifcr diesem Titel 111 der von dem Vorisißenden der Krmmiiürn zur Arsxri'ciiung des Entwurfes eines bürgeriichen GeseßbuckzeH, Präürenten ch Rei»??- Okcr-Handelvgerickxts 1)1-. Pape erstattete Bericht, MUM unterm 2._Norembcr V.J. vvndcm Reichskanzler dem Bimdesrutdc Kur Kennt- nignabme mitgetheilt morden ist, in einem [*csrndrrsn Abdruck im Buchhandel crschienei1. Derselbc zerfällt in zwei größcrc Aös-Dniitc: 1) Die Vorkcreitung des Werkes. 2) Die Fördernng drr Werkcs durch die zur Aus.:rbcitung drs Entwurfs bestrich Krmmiiiirn.

_ Tie „Allg'emeine GeschichtedcrcurryäisÖenStaa- ten“, HerausgeLcki-n ron Heeren, Ukrrt imd Gicscbreckyr, wclche _ 1cit Tczcnnien unter “cen Händen 321§gczcich1wrer (53c- 1chicht51chrciker eine Hervorragende Stelle in dcr [*,istrrisiicn Literatur einnimmt, hat die Wiffenichast mit Liner Arkcii bereichert, rrclckye ihren besten Vorgängern ckcxikiirtig ist. Die sieben und dreißigsie Lieferung bringt die Geschiwxc Toßcanas ron Alfred von Reumont (Gotha 1577, im Verlag von J. A, Perthes), dercn zweiicr Tbcil rrr 11:15 liegt. Terxlke _enthält in zwei Büchcrn von je 321311 Kapiteln die Ge1chichtc 1eit dem Ende des firrcntinischen Freistaats, unter der Herrx'waft des Hauses Lvihringen-Hakzburg (1737_1850) imd mar unter der Regierung Franz U., Lcorrld l., Ferdinand 111. und Leopold11., zusammcn einen Zeitraum rrn einhundertzwanzig Jahren umiaiierid und als Bcisag: cine Zcittak'cl, [iterariixbe Nr- tizen und_cin schr ausführliches Sachregister. _ Die lange Reik: der Fortyeßungen, welche die Hseren-UkertsÖe San11111ui1g durÖ- laufen, hat selbstverständlicb die Wandlungen criaHrrn, dir *ich in der modernen (HeswiÖTF-sckyreibuna ausgeprägt Haken; an Stelle dcr priitischcn Staakengcscbicbte ist as? Anganngunkk die Kultur- ge1chichxe getreten, und auf diese Weise ist es möglich geworden, das Interene der innern Entwicklung jenes kleinen StaatHwesenZ 5u3u1ren- “reg. „„Keine n'elthistoriscben Begebenhritcn iind cs _ sagi dcr Vcr- 1511er im Vorwcrk _, Welche geschildert werden, sondern die Gsschich1e cines LändchenZ, Mlcch, aks die Wiege der modernen Kiiltnr, 61:1 VorbiLd der rubiganntwickelunJ seiver Initiruiioncn gewvrkon isi.“

;- Yas 2. Hext de_s 52. 23-111ka des im IlUftraae der Ober- lau11311ch2n Ge1ell1chaft dcr Wissenswaften in Görliy von deren S_ekretär, Prof. Dr. Schönwäldcr, herauége ebenen Neuen Lau1ixischrn Magazins enthält außer den R;: „richten üker die gedachte GUeUscbaft und Verschiedcncn Notizen aus den Laufiyen, von größeren Abhandlungen eine 1517116 Üker dic Wandc- [ungen und Sabickmle dcatsrhcr und wcudisrbcr Familisnnamen rrm Pastor C. B. Bronisck), eine andere iiber die Kiichci1111eikikr dcs H„siricéncrlandér? am Hofe dcr Writincr 11112: an dem der Meißner Bis Mc im 13. bis Anfang des 15. Zakrkximdcri-Z, nckst eiiier Stammtafél und einer Wappeniaiék, rom Mcdizinal-Natk) 131“. Fr. Kiiwenmeister, cin Vcrzcichnikz dcr GUkknkr Patrizier das 17. und 18. Jahrhunderts, n. A.

_ Die Nr. 2 “re? "24, JaHrgangc-Z (1877) de; ,.Ilkizsizicrs fÜr Kunde der dcutéschu Vorzcii“, N.F.,kich,:1;116r Redaktirn von Dr. A. CKchin nnd Dr. G K FWULXUMW. 1111 Vcr1age dcr [itcrarisÖ-artistischcn Anstalt des gcr111anisckrii 2111111111115 1:1 Nürn- kcrg vor Kurzem ersciiicncn, enthält u. A. cincn (111111111; ch Graicn Dr. R. SiiUfrird Üker daS Gckctduch dcr *))?arkzkäiin Susaxna ron VraiideUrg kl)!!! Jahre 1520.

Grivcrbe und Handel.

Tie_ chcnércrsiÖcrungs - Akiicri - Gcicllschaft „Nord]ixrn“ 311 Berlin wird rorkcbalrU-D der Genkbinigung dsr brvrrmeinden Gericralrersam111ln11g 1111: da:? J:!)r 1876 81118 Dirichde von 9% ai] die Akkioxiärc U11? rrn 15.57, .111 die 7.111 Gc- winn dcibeiligtcn Ver1ichcrten zahlen, untcr gsciwwiiigcr Vermehrung der Prämienrcsecve um 567,872 4161 Oder ca. 48% der Prämicnk Einnahme und dcr K*apiialreservc um 27,735 (16.

_ 21115 dcm Gcichäfiéberiä)? der Aslgcmciimn deiiisclicn Crediian1talt in Leipzig ist Frkgcndcs mirmtkcilen: 21115 dcm Reingewinn VNL 1,008,442 „16, sollen 40/0 ordentliche Diridcnde imd 2% Superdiridcnde an die Akiionäre (165211211 werden. Auf dem Effektenconw hat der Gesammtumsatz 106865337 „16. betrazxcn, iibcr- trifft mithin dcn deH VorjnHres um ca“. 14000000 „sé. Lieé'iand 11111 31. Dczemiycr 1876 10,783,040 „161 Die Vcrmindrrimg dcr Srciial- rcsérvc um 800,000 «15 erfolgte wegen dcs aus dcchriaiif drs KH:“.- kurscs der Chemnixer MaschincnbaugcsclisÖafi, vorm. A. 911111111111) u. Co. dcr Amstalt tobenden Vcrlustcs; dic Sdczialrrscrrc crswcint nunmehr in 'der Bilanz pro 1876 in Höhe ron 5310004 .11: M»- schreibungen von 197,051 „16 stehen 32,286 „Fé- Cingängc an friibcr verloren qeglanbie Forderungen gegenüber.

_ „ie Oestxrreich1schc Bankgesc117cha1t (Zrbiff- bank), dercn bevorstehende Generalversammlimg die Liquidation [*c- schließen soll, veröffentlicht Rechnungsabschlurß 2:11? Bilan; 1»: 1876. Das Bilanzkonw feßt sich folgendermaßen zusammen: Activa: Kaffe 2,145,324 Fl.. PortefeuiUc 4,797,312 Fl., EFcltcn 5388624 Fl., Vor- schüffe anf Effekten 805,797 Fl., Debitoren 8857565 Fl., Jnrcntar 20,000 Fl., zusammen 17,014,624 Fl. Paiiira: Aktieiikapital 10,000,000 Fl., Accevte und Amreisun1cn 3988265 FF., Reserve für Dubioscn 281,356 Fl„ Resrrvefonds 64,451 Fl., rucknändige Divi- denden 816 Fl., K'reditrren 2,115,353 l., Sicwinn per Saldo 564,362 (“l. Das Gewinn- und Verlusioxito zeigt folgende Posi- tionen: «011: Gehalte128,419 Fl., SWM 33,780 Fl., Verkuste 203 037 Fl., Abschreibung vom Inventar 17,405 Fl., Otcnkrn und Geöühren 82,865 Fl., Gewinn per Saldo 564362 Fl., zusammen 1029880 Fl. Haben: Gewinnvortrag 32,965 Fi„ Zinsen 525,237 Zl., Provi1ionen 144,769 Fl., Gewinn an Valuten und Devisen "2 ,908 Fl., zusammen 1,0“ 9,880 Fl.

Verkehrs-Anftalten.

PWMOUÉH- 13- März; (W. T. B.) Der Hamburger Postdamvfcr „Suevia“ 1st_hier emqetrcffen.

Southamvtkn- 13- Marz. (W. T. B.) Der Dampfer „Neckar“ dcsNorddeutichen Lloyd ist hier ein ctroffen.

New-York, 13. „Marz. (W. T. V.) Der ostdamkfer der Haniburg-Iln1eriia1111_chen Compagnie .Wieland“ ist eute Nachmittag 2 Uhr h1er eingetroffen.