Die Illumination der Stadt war eine allgemeine. Die Linden, die Vläße am Opern use und a_m Zrughausc, die Friedrichs; Yehrrn- und Franzöischestraße, die Zuger- und die Leipzigcrstraße, der Werdersche Markt, der Lustgartxn, der Schloßplatz, die Vreitrstraße und die Kömgßstraße, dre Wilhelm- straße, der Wilhelm: und der Zietenplaß ze1chnetens1chror Allein durch geschmackvolle Arrangements ausz. an den Grbaudep, die gestern Abend zum erstrn Male mi Lichte der Gaskörper
rangten, traten die National-Galerie, die Reichsba'zik. das Mini- terium des Innern, die 11. Abtheilung dcs AuswartYenAmtes (Neubau am Wilhelmsplatz), und namentlich"das . rchitenktrn: Vrrrinshaus hervor. Jm UebrigenÉatten sammtliche Konig: liche Gebäude, sowie die Palais; der otsdhafter und Gesandten festlich illuminirt. Wie eine xeurige Saule rczgte der Nath- hausthunn in die dunkle Nacht empor und verkundrte weithin im Lande die freudige Theilmihme; der Stadt Berlin an dem Jubel: und Ehrentage des Kaiserlicher: Herrn. . _ '
Die hiesigs Königliche_ Universitgt beging die_ Feier des Geburtstages Sr. Majestät des Kaiiers Und Komgs 111 der Aula. . „_
Trrsclben wohnten bei: der Kultus:?)iimjtex ])r. Falk, der Gouverneur UdnBerlin,_Grnerz1l der Infanterie v. Boyen, drr C rf:Präsidrnt des Ober-Tribunals, Staatz-Mimster 1). Uhren, drr CheftPräsrdcnt' des Kaiznnergerichtszx' Ok. 1). Strampff, drr Ministerial-Direktor Greiff, drr Prasident des- evangelischen Ober-Kirchenraths,_1)r. Herrmgirn, i_md noch amderc höhere Beamte der verschiedenen Mimsterirn und Brhdrdrn. ' „_ .
Nachdem die Feier tmr Gesang eroxmct worden, hislt der Professor "Or. Brunner die Festredr in deutscher Sprache. Drr Redner sprach über die jüngst begrinxdrte chhtS- und Gericht?,cinhcit. Aus der Geschichte des „dentichen chhtsyarti- kiilariMnns suchte er nach uwriscn, daß dieser durch dirMangel dcr deutschen Grrichtsveri'as un verschuldet wordrn fei, wobei er u. a. als einen für die ? tHeinhezt nachthriligen Umstand hrrvorhob, daß das;“: NrichSkammrrgcricht nicht (UU Sitze der NcichScrntralgewalt residirte. Nach _einrm Ueberblick uber die Geschichte der Kodifikatidncsidee pries or die Segnungrn der Recht?:einbeit, wirS darauf hin, daß die'srltenr Erscheinung drs zuglrich sieghaftegi Und saßrmgsgrwgltigen Herr_schrrs von Alter?, her ger111a11i1che€5 _VolkHideal sex und schloß, rnit dem Wunsche, daß es dem Kaiier, wrlcher demYuhme krirgerischrr Erfolge den lcgislatorischrn Ruhm hmzugefugt, beschiedrn sein möge, das brgonnene Werk der NrchtSrefdrncr zum Heile der Nation zu vollrndcn. Mithsang wurdo die ZFLWL' geichloffen.
_ Uebrr dir auswärtige Feier dr§_ Allerhöchsten Geburtstagrs lirgen heute bereitS folgende Berichte vor:
Breslan, 22. Mär“. (MTB,) Zur Frier drs Geburts- tages Sr. Majestät dcs kaisers pranE dir Stadt UU reichsten Flaggenschmucke. Mittags findet ein zxrstdiiicr der gLsLUUntEU städtischen, sowis siimmtlichrrKdnigliihrn Brhordsxi statt. zur den Abend ist eine allgemeine Illumination 111 Yusiicht enommen, zu wrlcher großartige Vorbereitungrn getrofsen wer cn.1 ' "
P 01" e n , 22. März. (W. T. B.) Drr'Geburtstag Sr. Yiajrstat des Kaisers ist Uhter lebhafter VLMCTUJUUJM drr Bevolkerrmg grieiertworden. Die Stadt war iiberall nntzlaggon geschmurlt. Mittags fand eine Paradr der ganzrn Gasrmion statt, welcher einr große Menschenmenge beiwohnte. Die heute Abend ver- anstaltrte Illumination war eine fast allgemeine. '
Frankfurt a. M., 22. März,. (W.T.B.)Z1trVorferer dcs Grburtéstags SrMajeftät des Kaisers ,]a11d_grslkl'll2lve1t? ber Fackclbrleuchtimg rin großrr Zapfenstreich “UWHYJUMYrMZ psn statt- HSUW_1„VUWU..ÖJT*MYYÜWÉÉWUWM der Garnison: Zléx/Wrradgrhaltrn Und Nachmittags hatten sich dir Mitglieder drr“ Brhördrn, sowir eine große Anzahl von Bürgrrn zu einem Fcytdinrr im Palmengarten verrini t.
Cdln, 22. März. (Köln, Ztg.? Feirrlich zog grstrrn am NÜMÖ dad Festgrläntr aller Glocken iibrr die Stadt und weit iibrr daß Wrichbild drrsrlbrn himeH, dir Vorfrirr des Ge- burtstages Sr. Majestät drs Kaisrcm anzuk'iindigrn. Die Kaisrrgldcke drs Domrs mischte ihre tiefen Klänge mit rin in drxi FrierChor, der ergrrifsnd Mid rrhebrnd in mrlodischrn “erlrn dahinsthwrbtr. Um hiilb 9 Uhr durchzogen dir Musik: Mid Tambour-Corps der hier in Garnison strhrndrn Regi- Mcntrr imter klingendem Spicl diirch dir Strrißen. Einzelne V“.)rrinc,_wic drr Deutsche Kric-erverein, die Cdlnrr Schüben- griellschait und der Bürgerli :kamrradschaftlickW Verrin in Vcrbmdnng niit drm I]“iiinnergesangverei11 Polyhymnia feirrtrn de_n Tag diirch Friidorstellimgrn, Reden, Toaste, gemeimschaftliche Lirdrr, mniifaliichr imd theatralischeVorstellungen in hirsigen fiir das Fest niitPflanzen Und Büsten geschmücktenLokalen. Heute Vormittag prangten viele Straßen der Stadt, die öffentlichen Gebäudr, dir beiden Rheinbriickcn und dir, in dén Häfrn vor Anker licgendrn Schiffe in wallrndem Frstgewande. Auf den briden Thiirmrii des DomeH wehten, weithin sichtbar, zwei 117ächtige Fahnrn. Zu friiher Stunde erklangcn von mehreren Thiirmen herab sWMML Choräle und patriotische Weisrn, das Hrrz zur Andacht Und zur Liebe für Kahrr imd Vaterland mahnrnd. In der hohrn Domkirche, in St. Pantaleon und in der Synagogr wurde Festgottesdienst abgehalten. Die höheren Lrhranstalten, ebenso die Volksschnlen begingen thrils schon grstern Nachmittag, theils währejid der heutigen Morgen: stunden den frstlichen Tag durch Red-salte, patriotische Gr: sängr, Vorträge drr Lchrprrsdnrn Und Schüler durch Dekla- mation von Grdichtcn u. s. f. Wiihrend um Mittag 101 Ka- nonenschiisse ihre Grüße von den Frstungswrrken in die Fernr sandten, nahm anf drm Neumarkt vor ciner großen Schaar von Zuschauern drr Divisions-Commandeur Grnrral-Liruienant von Zichlinsky die von dem (Hrnrral-Majdr von Gärtner kom: mandirte Paradr dcr gesammten hiesigen Garnison ab. Eine Reihe von Festlichkriten folgte am Nachtiiittagc, denen sich hrnte Abend noch fsrnere anschließen werden.
Miinchen, 22. März. (W. T. B.) Die Stadt hat zu Ehren des Geburtstags Sr. Majestät des Kaisers reichen Flaggenschmuck abgelegt imd triigt ein festtägliches Ansehen, die meisten Kirchen, die Kasernen und alle öffentlichen Grbäude sind de- kdrirt. 'Dem Fcstdiner wohnten gegen 250 Personrn, darunter sammtlmhr Ministrr und die Mitglieder der Verwaltungs- behordeix, www die A[Zier akkreditirten Gesandten der deutschen BMWLMUWU bA- rofrffor Bursicm brachte den ersten Toast an Se. Majestat den König Ludwig von Bayern aus, darauf WMS SWUTSWU) Schloer m längerer Rede Se. Majestät den
Kaiser, zum Schluß wies Reichsrath Badhäuier anf die Ver-
dirnste des Fürst?" v. Bis'marck mn Deutschlmid hin.
_ _ (A . Ztg.) Die Glückwunscl-Adresse, welche die beiden Geizieindekdllcgien der Re idenzstadt München an Se. Majestat de_n_Kaiser richteten, lautet:
„Allcrdurckylauckithiter W'Tc. Des Allerhöchsten Gnade bat Ew. Majestät 80 Lebe::§;abre m emer seltenen Fülle geistiger und körper.
li er Kra verlie n und wunderbaren Segen über „Ew. Ma'eftät LeYen au fZgoiien. beWohl find es die eiten, welche dre Gesch! e der Völker vo ziehen, aber jede Zeit bedar großerngnner, um Gr'o es zu vollenden. Die Geschichte wird Ew. Maxestad unverwelkli en Ruhm verkünden; uns aber dränat es am Heutigen ng-_Ew. Majestät, dem Schöpfer des neuen Deutsche_n Reiches, d'en rnmgsten Dank und Glücävunscb darzubringen. Mogen Ew. Kaiserliche und Königliche Majestät noch lange dem Vaterland xrbalten werden und möge unter dem Schutz Ew. Majestät das gcnntgte Vaterland ge- inbZchtens r'iZden? und dauernder Wohlfahrt sich erfreuen.“ (Folgen 16 n er U en. D re 53 d e n , 22. März. (W. T. B.) Die Feier des Geburtstq s Sr. Majestät deö Kaisers wurde ain Mor en WU einer Never e eröffnet, alle Staatsgebäude und viele Privathauser hatten_ reich geflag t. Sodann fand eine Morgrnmusik bei dern prerxßischen Gesan ten statt, welchem später die StaatS=M1nzsirr, die Hof- chargen, dcr Stadt-Kommandant, die „Generalitat und, drr Ober-Vürgermeister i rs Glückwünsche fiir des Kaisers Majestat darbrachten. Heute ?) achmitta „_fmden Festdmers der Ver- treter der Stadt und des OFLJLLLYCQTPS unter T_heilnahme der Minister statt. Der preußisch? Gesandte hat irr lebende preußische Staatsangehörige zu rmemFeftmahle ei src!) ver- sammelt. Abends werden alle offentluben Plaße festlich er- leu tet werden. ' „ ckL e i p z i g, 22. März. (W. T. BZ Der Geburtstag Sr. _Maxeftat des Kaisers wurde mit einer Revei e der NegrmentSmusik einge- leitet, am Vormittag wurden xestakte m den Schulen abge- halten, am Mittag ertönte Yetmusik vom Ratbhaufe, am Nachmittage fand ein vom athe der Stadt veranstaltetes großes Festmahl im Schüßeyhause statt. Heute Abendwerden alle öY'entlichen Plätze festlich beleuchtet, im Theater ist Fest- vorste ung. .
Stuttgart, 22. März. (W. T.;B.) Heute Abend fajzd zur Feier des Geburtßtages Sr. Ma1estat des Karsch ein Ban et in der Liederhalle statt. _Profeffor Oskar von xxraaß brachte einen Toast auf den Kaiser aus, der von den "Anwe- senden begeistert aufgenommen wurde. Die Stadt ist uberall reich beflaggt. '
Bremen, 22. März. (Wes._ Ztg.). Der Grburtstag Sr. Majestät des Kaisers wurde M üblicher Weise heute gefeiert. Morgens Reveille, Mittags Parade des ,b)? garm- sonirenden Bataillons nach vorausgegangenem MLÜTÜTJOULS: dienste in U. L. Fr. Kirche. Auf der obrrrii Bdrse faird em Banket des Senats statt, zu dem die Prasidiezi der Burger- xchast, der Handels: und Gewerbekammer, sonne der Kammer
iir Landwirthscbaft, die Spißen der Reichs- Und brrmxschen Brhörden zugezogen waren. JU der Union war gemeinsames Festmahl von Bürgern und Offtzreren. Dat.?- Hoch auf Se. Maje- stät den Kaiser brachte der Festprändent Konsul H. H. Meier aud. Derselbe theilte sodann mit, daß in Vorschlag ebracht Ze“), das folgende Telegrammabgehrii zu lassey: „An e. Maxe tat Kaiser Wilhelm, Brrlin. Die “JUL? Feier des GeburtStages Ew. Majestät versammelten Offiziere, Beamte und Birr er Bremens vereinigen sich zu einem ]ubelnden Hoch Undvknup en daran die innigsten Wünsche für das Wohlergehen ihres er- habenen Kaisers zum Wohle des geliebten Vaterlaizdes! Unter ebhastrm uruf wurde dies Telegramm genehnngt. Abend“; findet im iinstlrrverein ein großer Festkommers statt; der Kriegerverein begeht die Heier in der Central alle., Außerdem wird der Tag in vielen rivatkreisen und d entlichrn Lokalen gefeiert. Die öffehtlichen Gebälxde und Viele Privathauser
Mapnn assozok
Hamburg? 22. Marz» Giftern Abend um 9 Uhr ver- xündxtx sÖQU 9.111, von dM Tamhnnrs "UL- v-„ K...,»rr» v»:- 6. xznianterirMegiments ausgeführter großer Zapfenstreich“ den heutigen Fetta . Heute Morgen um 6 Uhr fand die Reveille statt. Im au e des Tages wurden bereits und werden noch verschiedene estlichkeiten abgehalten “werden. Um 10 Uhr Vorimttags egann in der Aula des ohanneums eine Schulfeierlichkeit, welche außer der ber-Schulbehörde und den Lehrern und Schülern der Grlehrtenschule eine zahlrei ?. Versammlung von Damen“ und Hrrren vrreinigt hattr. Die S ulen waren zur Feier des Tagrs siimmtlich gesch offen und „auch in mehrrrrn anderen derselben fanden anregende Frstlichkeiten statt. Ein offizielles Diner vereinigt heute Nach: MUMF den Senat und die Spißen der Civil: und Militär- behör en im Hause das Bürgermeisters ])1'. Petersen. Ein andrres Festmahl wird in Sagebiels Etablissement ab: gchqltcn. Die: große Parade zur Feier des Geburthagcs Sr. Ma1estät des Kaisersfand hrutr an dem Heiligengeistfelde um 12? Uhr Mittach in Gegenwart deeZ kommandirenden General-Z von Treskow, drs General-Majors von Flöckher, sowie der Sipitzrn der Militär: Mid Civildehörden von Hamburg und A tdna statt. Grneral von Treskow nahm die Parade ab. Das Okstzirrcorps drs hiesigen Landwrhr-BataillonZ brßing schon getern im Watrrloo-Hotel eine Vorfeier des Ge urtstages Sr. Majestät dees Kaiiers durch ein solennes Abendesen.
Londo11,22.Miirz.(W.T.B,)Vridemdeuts enBots after, Greifen Münster, findet heute zur Feier des Ge urtstages Sr. Ma1estät _des Kaisers Wilhelm ein gro es Diner statt. _ Bei der gestrigen Jahresfeier der Gesells aft zur Unterstiitzung nothletdender Ausländer brachte der österreichische Botschafter, Graf “Brust, einrn Toast auf Se. Majestät den Kaiser Willelm aus, in „welchem rr hervorhob, daß seine Eigenschaft als er- trrter ,LMCS Freundes und BundeSgenoffen des Kaisers und als Ritter des Schwarzen Adlsr-Ordend ihn zn diesem Trink: spruchs bercchtige. Der Toast wurde begeistert aufgenommen.
B ut a r e st,22. März. W. T. B.) ur Feier des Geburtstages 4Sr.Maxstät des Kaisecm ilhelmfan heute hier ein Festgottes- dirnst statt, welchem der General-Konsul von Alvensleben mit seinem Personal und die ganze deutsche Kolonie, sowie ein Vertreter drs Würsten und dcr Minister deRAchwärtigen, als Vertretrr der Regierung, beiwohnten. Leßterer und der Flügel: lewtant dréz Fürsten machten dem deutschen General-Konsul hierauf offizie e Besuche und brachten demselben die“ Glück- wünsche des Fürsten Und der Regierung dar.
_ Ferner liegen uns Stettin, Magdeburg, Kiel, Elberfeld, Braunschweig Festberichte vor. Die Stadt Detmold und deren Vertreter haben eine künstlerisch aUngstattete Glückwunsch-Adref e übersandt, in welcher besonders der Amor enheit Sr. ajestät des Kaiser-Z in Detmold gelegentlich er-Enthüllu des Hermannsde-nkmals in Wort Und Bild Erwähnung chhieht; - _
Berlin, 23. März. Die vereinigten Ausschüsse des Buxtdeßraths _für das Seewefsen und für Justizwefen, die vereinigten Außfchiiffe desselben ür Handel un Vrrke r und
fiir Elsaß-Lothrin en“, der AuHschuß für Handel und erkehr und der AuSschuß ?i'tr Elsaß-Lothriugrn hielten heute Sißungen.
_ In der eutigen (15.)Sißung des Rei ster s, welcher der Prä ident des Reichskanzler-Amts, Staatk- im _ Ho ann und mehrere Bevollmcichtißte zum Bundeörath bei- wo nten, theilte der Präsident mrt, aß Se. Majestät der Kais er den Gesammtvorftand des Hauses (Zefcern empfangen und die von demselben außgesprochenen lückwünsche huld- reichst entgegen zu ne men geruht habe; Auf den Antra des Abg.Frhrn. von Fran enstein wurden hierquf der Prüf i xnt und die beiden Vize-Präsidenten für die Dauer der Sesnon durch Akklamation wiedergewählt._ Ohne Debatte genehmigte das Haus sodann in erster und zweiter Berathung den GYeYent- wurf, betreffend die vorläufige Erstreckung des_ aus- halts-Etats des Deutschen Reichs für das Viertel- ]ähr vom 1. Januar bis 31. März 1877 auf drn Mo- nat April 1877 (S. Nr. 70 d. Bl.). Es olgte die dritte Berathung des Gesetzentwurfs, betref end die Lai)- desgeseßgebung in El aß-Lothringen, zu welchem die Abgg. Simonis, Vr. Rei ensperger (Crefeld), Diincker m_td Grumbrecht sprachen, worauf der Gesetzentwurf in der m Reiter Le ung beschlossenen Fassung unter Zustimmung des evollmä tigten zum BundeSratl), Unter = Staatssekretars Herzog, mit einem vom Abg.???rhrn. Schenk von Stauffenberg beantragten redaktionellen mendement genehmigt wurde. Die Petition des ehemaligen Unteroffiziers Wilhelm Duckwiß wegen Geerung der geießlichen _ „nvaliden- Benefizien wurde auf iztrag der Petitionskonmnszion Na- mens welcher der Abg. Hoffmann referirte dcm Reichséqnzler zur nochmaligen Erwägung und eventuellen Berücksichtigung tiberwiesen. , „ missar Major Spitz die Abgg. Dr. von Bunjrn, Albrecht (Osterode), von Benda und van, Freeden. Darayf motivirte der Abg. Nittinghausen seinen Antrag, betr. die c“Festungé'owerke der Stadt Cöln. Nachdem noch der Abg. Dr. Reichenspzrger (Crefeld) hieriiber esprochen, wurde, dem An- tra e des Ab . l)r. Lucius (Erfurt gemäß, drr Antrag der Vu getkommiZsion ur Vorberathung Überwresen. Schluß 21/2 Uhr. Nächste ißung Sonnabend 11 Uhr.
_ Nachdem sämmtliche Kuratqrien derBeamtey-Penfions- und Unterstiißungskaffen sich für die gänzl1che Beseitigung des insichtlich der Rückgewähr 'von Priisionskaijen- eiträgen bestehenden Unterschiedes zwrschen preußiichem Staatsdienst und deutschem Reichsdwnst ausgesprochen haben, hat der Handels-Minifter durcb Erlaß vom 9. v. M. bestimmt, daß die reglementarischen Vorschriften, nach welchen an die zu einem anderen VerwaltungSzwei 6 ch preußischen Streites übertretenden Beamten Pensionska enbeiträge zuriickzugrwaZren sind, vom 1. Januar d. I. ab unverändert auck) auf den *all deS Uebertritts in den Dienst des Reichs zur Anwendung komme. Den bereits vor dem 1. Januar d. J. in den Dienst des Reichs oder des Norddeutschrn Brinded übrrgetretßnen Beamten erwachsen aus dieser Bestimmung keinerlei Ansprache.
_ Jm Verfolg der Cirkularverfiiguztg voni 24. 1). M., durch welche der Minister des Innern die Verlangerung der Erziehungsbeihiilfen fiir die Töchter von verstorbenen Beamten des Ressorts der Verwaltung des Innern angrordnet, hat der Minister die Bezirksregirrungen durch „ Cirkular- Erlaß vom 16. d. M. veranlaßt, die fiir die Sohnieron verstorbenen Beamten seiner Verwaltrxng bemilli'gten Erziehungsgelder in dem Falle, daß bei der Ursprung- lichen Gewährung ein kürzerer Bewilligungstermin
als das volle11dete17. Lebensjahr festgesetzt sein „sollte, „nnd daß derm» Zahlung 11ichf mogen thablnnfs bereits m1tEnde
_Dezember V. Z. erloschen ist, vom 1. anuar cr. ab in jedem Falle bis zum vollendeten 17. ebensjahre fort- zuzahlen.
_ Ein AppellationSgericht hatte in einer Untersuchung egen den Gärtner K., welcher bei einem Streit mit einem An eren sick) ciner Waffe bedient hatte und deshalb wegen Uebertretung (Vetheiligung an einer Schlägerei) angeklagt worden war, denselben frrigesprorhen, weil ein Konflikt zwischen zwei Per- sonen nicht alsS lägerei znbetrachten fei. Dieses Urtheilwurde vom Ober-Tri, unal durch Erkenntnis; vom 22. Februar d. J.. vernichtet, indem der höchste Gerichtshof vonder Ansicht gus mg, daß ein Konflikt zwischen nur wei Personen 1771 ?trafrechtlichen Sinne ebenfalls als „ chlägrrei“ zu b rtrachten s ei. „Der Appellationsrichter, fiihrt daS Erkennt- niß des Ober-Tribunals aus, führt zur Ne tfertigung seiner Geseßesauslegung, nach welcher der Gebrau eines ge- fährlichen Instruments bei einem Konflikts zwischen nur zwei Personen ck §. 376 Nr. 10 nicht strafbar sein würde, zwar noch an, bei wechselseitigen Körperverletzungen hätten nur die beiden Personen der Betheiligten ein Jntrresse, WZ;
handlungen eine Mezrheit von Personen betheiligt sei. Diese Unterscheidun erscheint jedoch als eine willkürliche und steht auch Mit der bsicht deZ Gesetzes im Widerspruch. Dassrlbe hat dem immer mehr um sich greifenden, gemrinkgefährlichen Miß- brauch entgegenwirken wollen, bei Streitig eiten sofort zum Messer und anderen gefä rlicl en Instrumenten zu greifen. Die wesentlich polizeiliche * _ors )rift des Paragraphen mußte zur mdglicl sten Erreichun dieses Zweckes 'eden Grbrauck) eines- 1olchex1 Jnitrmnents im andgemenge tre en, nicht nur ohne Rücksicht arif die an dessen Gebrauch oder die Schlägerei überhaupt sich fiir den emen oder anderen Theil kniipfenden Folgen, somie cinch. d'arartf, ob nach dem Resultate der Beweis- aumahme und im Hinblick auf die nach der freien Entschlie- ßung der Verletzten gestellten Strafanträge eine Bestrafung wegen Körperverletzung oder Mißhandlun eintreten konnte, ondern aiich ohnr Riicksicht auf die Zah der bei dem Kon: ikte Betheiligten. Denn der in dem gefährdeten Interesse es Lebens liegende Grnnd, ge en den gemeingefährlichen Ge: brauch von Messern und derg eichen unabhängig von jenen Riicksichten, insbesondere von dem Willen der Verleßtcn ein: zuschreiten, trifft bei einer S lägerei zwischen zwei Personen ebensowohl zu, als bei einer olchen zwischen mehreren.“
_ Nach einem Erkenntniß des Ober-Tribunals vom 27. April 1876 ist, wer den Stempel u einer Urkunde nicht rechtzeitiJ beikassirt, nicht schon desha b straflos, weil der Stempel istributor seines Wohnortsden erforderlichen Stem: pel nicht vorräthig hatte resp. ihn M deii Glauben verießte, daß er denselben nicht vorräthig habe. Vielmehr bedarf es dann noch des ferneren Nachwxises, daß, rr xl? den Stempel auch nicht auf andere Wrise hatte rexhtzng e chaffen können oder überhaupt, daß er M'Hle Unmoglichkeit verseßt war, die. Stempelverwendung rechtzeitig vorzunehmen.
_ Der Bundeßraths- Bevollmä ti te, Fiirstlick)
schaumburg:lippischer Gehrimer Regierungs: kat) Spring ist von Berlin wieder abgereist.
Es sprachen hierzu außer dem Bundeskom-
. Ausschuéses die unabhängige li
rend das öffentliche 0“nteresse erst eintrete, wenn bei den Mi “'
Württemberg, Stuttgart, 20. März. (Schw. M.) Die Finanzkoxnynssion der Kammer der Abgeord- neten hat bet ihrem gestrigen Wiederzusammentntt den Hauprmanzetat ftir die Zeit vom 1. Juli 1877 bis 31. Marz 1879 und einen, Theil der Spezia etats für die enannte Periode, sowre emen Geseßentwurf betr. die Fest- eßung des steuerbaren JahreSertrages der Gebäude vor: ge unden. Der erstere besteht aus zwei Theilen, dem Finanz- „etat pro 1877/78 und einem Stücketat pro 1. I i 1878 bis 31. Marz 1879. Für das volle Finanzjahr 1877/78 soll der Staatsbedarf 47,669,000 M, die Staats: einnahmen 43,894,000 „,x-z betragen, mithin ein Defizit von 3,778,000_ „rr sich_ ergeben. Das gleiche Verhältniß und Er- gebmß wird naturlich auch bei dem Stücketat eintreten, so daß das Defizit von der ganzen 13/4 Jahre umfassenden Finanz: periode 1877/79 auf 6,343,000 «ck sich beziffern "wird. & ur Deckung desselben sollen die Mittel der Rextverwaltun ,we che .sich dermalen noch auf 6,979,000 «FQ belau en, verwen et wer: den, so daß noch „636,000 .“. für außerordentliche Staatsbe- dürfntssr, namentlich fiir Straßenbauten, Albwaffcrvrrsorgung, .ein weiteres kat olisches Schullelzrer-Seminar 2c. verbleiben. “An? der Uebersi t ist ersichtlich, aß einerseits der Staatsbe- dari fi.ch nicht unbedeutend erhöht hat, daß andererseits aber auch die, StaatSLmnahmen in einze nen Positionen in nicht un- beträchtlicler Maße höher veranschlagt sind, daß endlich inH- besonderr; 16Steuerrz von Gebäuden und Gewerben 61716 namhaft "höhere iffer nachweisen.. Leßteres hat seinen Grund in den bei iesrn teuerproxekten 111 diesem Jahre erstmals zur Anwen- dung koxnmrnden neurn Steuergeseßen. Auf Grund derselben “ist beabsichtigt, für, die GebéiUde emen Steuersatz von 4pCt., für die Gewerbe 111 Brrticksrchtigung der gegenwärtigen Un: giinstigen Verhältniss einen Steuersaß von ZPCt. vorzuschla- gen. Wax; endlich „no den Eingangs erwähnten Gesetzrnt- wurf betrifft, so Wird _urch denselben der steuerbare Jahres- ertrag aus dem durch diejEinschäHung ermitteltenKapitalwrrth der Gebäude auf ZPCt. ]encs Kapitalwerths festgeseßt.
Oesterreich-ngarn. Wien, 22. März. *(W. T. B.)
' Diirch cine Kaiserliche Verordnung vom 20. d. werden der
Landtag der Vukowma für drn 11. April, die Landtage von Böhmen und Tirol fiir den 9. April und die iibrigen Land- tage, mitAusizahrxie derjenigen von Galizien Und Dalmatien, fiir den 5. April einberufen.
_ Nach drr „Presse“ wurden in den deutschen Land: gemein den Tirols 17 Mitglieder der Recht?:partei wieder- und 5 klerikale Kandidaten neugewählt. _
_ 23. März. (W. T. B.) Dax?- „Fremdenblatt“ widmet drm achtzigsten Geburtsfeste des „Deutschen Kaisers einen herzlichen sympathischen Artikel und hebt in demselben besonders hervor, daß Kaiser Wilhelm als Hrrr- scher und Held, als Völkerbirtqund Schlachtenführer, als Er- halter und Neubegründer auf em so langes Leben der Arbeit und Pfiichterfüllung mit dem beruhigten Bewußtsein, das Beste: gewollt und mit der lohnendrn Genugthuung, das Höchste erreicht zu haben,.zuriickzublicken vermögc. „_
Pest, 21. März. Die Konferenz der _ liberalen Partei beschloß, bei der Wahl des Finanz: und Justiz-
erale Partei a11§zuschließen. Jn Fo ge dessen richtete der Präsident der urzabhängigen liberalen Partei eine Zuschrift an den Präsidenten der liberalen Partei, worin erklärt wird, daß die unabhängige liberale Partei bei der Wahl der Ausschüsse sick) mit der libe- ralen Partei nicht mehr ins Einvernehmev setzen, sdndern selbständig, abeY-inverständlich mit denlibrigen OppositionH- parteien vorgehen werde. Minister-Präsident TicZza erklärte, das; in England, dem parlamentarischen Musterstaatr, der Minister, wenn er einen Gesetzentwrrf vorlegt, die Mitglieder der Kommission für diese Vorlage sclbst bezeichnet; von einer Beschränkung der Kontrole könne keine Rede sein, da die Aus- schußsitzungeen öffentlich seien. Die Konferenz nahm die Er- klärung drs Minister-Präsidenten zustimmend zur Kenntniß. _ Der ungarische Finanz-Minister Koloman Szell ist nach "Wien abgerrist, um an Besprrchungrn Über die Vegrbung drr Ungarischen Goldrente theilzunrhmcn.
_ Wie die W. „Presse“ mrldet, hat der Ausschuß des- Pcster Comitats in seiurr grstrigeu Ouartal=Kongreaati0n beschlossen, daS Abgeordnetenhaus in einer Rrpräicntation Um Ablehnung der auf den Aiisgleick) brzugprhmsndrn Grießentwürfe zu ersuchen, und die Reyräsentation behufs BeitrittS den sämmtlichen Mimizi ien zuzuicnden.
_ Der Baron Joika, itredactrur des „Magyar Allam“, erklärt, wie der „Köln. Ztg.“ gemeldrt' wrrd, in den heuti en Blättern, daß die Betheiligun g der ungaris en Katholiken an dem KUThOlLkS'TU Kongreß dem Gesetze zuwiderlaufe, Und daß die Redaktion deZ „Mag ar Allam“ bei der Uebersetzung des feudalen Auf- rufs eine 'iilschung des Originaltextes begangen habe.
Niederlande. Haag, 19. März. (Lpz. Ztg.) In
der heutigenSißung der Zweiten Kammer der General-
staaten interprllirte Hr. Haffmans den Minister der aus: wärtigen Angelegenheiten, van Does, Über die ]iingsthm er- folgte Zuriickziehung des den päpstlichen Konsulatezi in den Niedrrlandrn ertheilten, Exequatur. Er stellte die Frage, ob in der letzten Zeit sich eine Thatsache zugetragen, welche die Auflrbung dieser KonsUlate nothwendig gemci t und die Fortdauer des 8t3tu5 (1110. seit 1871 ni t mehr gestattet habe; und wenn „1a, welches diese Thatsache sei. Hr. Haffmans, meinte, es bestünden keine annehmbaren Griinde fiir eme solche Mgßnahme, die um so mehr an allend erscheine, da der, Minister, welcher ste getroffen, selbt Kat olik sei., Der MUU ter van Doex, erwrderte, daß, er per önlich hier nicht ste 6 als Katholik oder Protektor der Kat oliken, sondern als Vollstreckung der ReictherTaffung und der Staathgesrtze; was die Aufhebung des päpst ichen General-Konsulates in Amsterdam betreffe, so abe die write Kammer der Generalstqaten selbst ihm zuerst ei einer riiheren Erörteruné einen Wink dazu gegeben, und es sri die Maßre el eine Fo ge der unhaltbaren, LY?“ da
Neben einem KOLZUlate des Königreichs «italien ein . enera : konsulat des Kirchenstaats, jeßt einer Provinz Italiens, be- stehe“ auf Andringen des italienischen Gesandten habe er (der Minister) unter Hinweis auf das in anderen Staaten gegebene Beispiel den päpstlichenGeneral-Konsul zu WiederholtenMaletx ersucht, sich zurückzuziehrn; da dies nicht geschehrn, habe, er bei 'em Könige darauf antragcn müssen, das einer Zeit den päpstliYen Konsuln in dezi Niederlanden gewährte Excquatur nunme 1: wieder zurückzuziehen.
Großbritauyieu und Irland. London, 21. März. (E. C.) „Die Königin hielt gestern Mittag eine Geheim: rathssißung ab, an welcher der Herzog von Richmond und Gordon, Lord Derby, der Marquis of Hertford und Mr., Croß Theil nahmen. Vor der Sisung empfing 0hre Majestät den General Jgnatieff, der der Königin vonbem Grafen Schuwaloff vorgestellt ward, wä rend Lady Derby die Gemahlin de§ Generals einführte. Au Lord Derby war zugegen. Der bisherige britßsche Konsul in Shang ai, Mr. Walter Med urst ferner zwei Beamte der Insel kan, Mr. Geli Und rin water wurden vom Ober-Kammerherrn (Marqms of Hrrtford) der Königin vorgestellt und erhielten
- die Ritterwürde. Der Minister des Innern war bei der Audienz
zizgcgen. Die Insel Man, die nicht als Theil Großbritan- niens, ondern als europäische Befißuug gezählt wird und ihre eigene, erfassung hat, besißt in_ dem nunmehrigen Sir Ymes Geli ihren General-Anwalt und in Sir William Drin ater ihren sogeimnnten „First Deemster.“ _ Auf eine Anfrage des Deputirten Harrington erklärte der Kanzler der Schatz: kammer, Northcotc, daß er das Bildget am 12. April vorlegen werde.
_ 22. März. (W. T. B.) m Unterhause erwiderte der Unterstaatssekretär Vourke an eine Anfrage Potters, der
Khedive habe Gordon ermächtigt, mit Nbrssinien den '
F r i e d e n abzuschließrn.
_ Frankreich. Paris, 21. März. (Fr. C.) DerKriegs- Minist rr General Berthaut konferirte heute mit dem Auk': 1chu_sse fur den Antrag Levavaffeur auf Abschaffung des klerikalen „Gesetzes über die Feldgeistlichkeit. Der Minister erklart? sich gegen die eigens den Negimrntern attachirten Feldgeistlichen.“ Um ]edock) drn Soldaten die Gelegenhrit zur Brfriedigung'ihror religiösen Bedürfnisse nicht zu entziehen, mochte er, Wie schon der Antra steller selbst für die Forts und, Lager vorschlägt, so an in den Garnisonstädten gemiffe Seelsorger be eichnen, an wrlchr sich die Soldaten, gegebenen Fa s zu wenden hätten, und die auch mit dem ReligionHunterrichte für die Garnison zu brtratten „wären. Er wolle indes; den Priester grundsatzlich mcht in die Kaserne eindringen lassen. _ In Liner heute abgehaltenen Versammlung von Senatoren und Abgeordneten der großen Jndustriebezirke wurde nach einem Vortrage. dW Hrn. Feray beschlossen: 1) in der morgien Kammersißung daran anzufragen, daß die Kommission (f]ür den von dem Handels-Minister Teisserenc de Wort ein: gebrachten allgemeinen Tarif von den Abtheilungen noch vor drn Ferien ernannt, 2) daß der HandelS-Ministcr auf- grfordert wiirde, 3. zu den Unterhandlungeu mit England LMM großen Mgnufaktnristen als Vertreter der französischen Industrie zuzuztrhen, b. die Unterhandlungen nicht ab: zuschließen, sd lange die Kammern sich nicht über den all: gememrn Tarif cäußert hätten. Eine Depntation dieser Ver- samanung sollte rute Nachmittag von dem Minister empfangrn wer en.
_ (Kiiln.Ztg.) Heute hielten die republikanische Linke und das linke Centrum Versammlungen. Das linke Cen: trum beschä tigts' sich mit der Eiscnbahnfrage. Die republikams )6 Linke sprqch sich dahin aus:, daß die Ge: neralrathswahlen (die Hälfte wird neugewählt) im Monat August stattfinden sollen._ Fewrr erörterte man die Frage betrrffs der Dauer der Osterferien. Die allgemeine Ansicht war, daß die Kammern brreits am 1. Mai wieder zusammentreten möchten. Man war gegen zu lange Fericn, weil man befürchtet, daß während dieser Zeit gewisse Pläne, mit welchrn sich dir Antirr ublikaner tragen, zurNuH-fi'thrung kommen kömiten. _ Drr Aus chuß zur UntersuckUmF der Nechmmgen von 1870 und 1871 brftbloß heute, daß ein efonderer Brricht iiber die betreffenden KriegSrechnu 11 gen drs Kaiserreichs abgestattet werden soll. _ Gegenwärtig werden in Frankrrick) fol: gende Kriegsschiffe gebaut: die gepanzerte Fregatte „Triomphante“, der Kiistenwächter „Vrngeur“, das Kanonen: boot „Lutrin“ Und die Avisos „Chaffeur“, „Voltigcur“, „Hussard“ und „Lancier“.
_ Die Frage des Riickkaufes der Eisenbahnsn durch den Staat hat in der Pariser Presse nrine lebhaften Widerhall gefnndon. Die „République Frantyaisr“ fiihrt anläßlich drr Debatten aus: ,Die Idee des Rückkaufs der Eisenbahnen durch den Staat hat in unserem Parlamrnt einen großen Schritt vorwärts gemacht Und wird, wie wir glauben, in der öffentlichen Mrmung noch einen größeren Schritt vorwärts machen. Hr. LeceSne, Vertreter der Seestadt Havre, hat die Their des Hrn. Allain Tarch wieder aufgenommen und dieselbe mit einer Klarheit und Präzision behandelt, welche einen [chr tir: fen Eindruck gemacht lawn. „Hr. Leershe ist_ mit den großen Geschäften wol) vertraut imd läßt sich fiir icinrn Theil durch die chimärischrn Befürchtungen mcht abschrecken, welche gewisse Leute zur Schau tragen, wenn man auf diese so einfache Operation des Rückkaufs; durch den Staat zu sprechen kommt. Er hat die Saxhe vor der Kammer au-de- rechnrt und da?- Ergebniß läßt sich kurz wre folgt zusammen- xaffen. Wenn die Bahnen zehn Milliarden kosten, so ent: allen davon acht auf die Obligationen und zwei auf die Aktien. Die Obligationen sind vom Staate garantirt, UUd nichts ist daher einfacher, als die Titel der Gescllßhaft in Staatstitel umzuwandcln; eZ wird dazu an, den bisherigen Bedingun en beinahe gar nichts zit_ändern seit). Der Staat würde, so ald er einmal Herr der Einnahmen ist, die Zinsen gerade so gut zahlen, wie 1th die Gesellschaften. Was die Aktien betrifft, so sind sie, wenn man den Dingen an den Grund gehen will, schon längst nichts mehr, als um re bli- ationen mit garantirtem Einkommen. DW Feststc»; ung des
reifes jeder Bahn, welche nach den in _den Konzesnonsbedin: gungrn selbst stipulirten Grimdlagen leicht zu bewerkstelligen wäre, würde den Prozentsaß ergeben, zii welchem dieses Ein- kommen kapitalisirt werden müßte. Die Opßratioxi könnte nicht die eringste Schwierigkeit fiir eme Nation bieten, die eine Anlei e von fünf Milliarden aufzunehmen und die Kon- version ihrer öffentlichen Papiere dur usühren per- mochte. Hr. Lece-Zne forderte lz_um chlusse seiner Rede den Minister der öffent iclen Arbeiten 'auf, einen vollständigen Entwurf znm ückquf 'der „Etien- bahnen vorzulegen und sicherte ihnr dafür die einstim- mige GenÉmigun? des Hauses zu. Die Haltung 'der Rechten zu diesen _orten äßt uns annehmen, daß er damit etwas zu weit ging; aber die Linke war ihm hdchli dankbardafür, daß er [ant auSÉesprochen, was eder bei st im Stillen dachte, daß er die eister mit einer peration vertraut gemacht, die nicht lange mehr hinausgeschoben werden kann, daß er endlirh eine Menge von Vorurtheilen zertriimmert hat, welche dte
öffentliche Meinung bisher verhindert haben, fi mit Ent- schiedenheit krmdzugeben. Hr. Lecesne hat unsYen äfen, Zinserßtliu Fabriksxadten, kderchZZdustrilT, dem Handel, dem cker- an, - em, wa Fran ei ervor rin t und ve ,e rt, '
wahren Dienst]]kgeleisteéééz V) g rz h emen _ _ 22. ärz. 5 .T. . General (* n t' '“ hier eingetroffen. sg (1 chf "t
„ „quxtiext. Madrid, 20. März. (Ag_ Hav.) Der Koiiig _nt m Ceuta angekommen und wird morgen in Cadiz fem.
Portugal. Nach einem Telegramm der „Daily Noms“ aus Lissabon vom 20. d. M. Abends hat der Präsident der transvaaliirhrn Republik in Siida rika dem König von Portugal schriftlich die Nothwendigkeit der geplanten Eisen: bahn durch die ProvmzLaurcnco Marques bis an die Küste dargelegt „U".d Se. Ma1rstät gebeten, die dem Werke begegnen- den Schwierigkeiten aus dem Wrgc zu räumen.
Türkei. Ueber“ die orientali en An elo en- heiten lirgen folgendr Nachrichtrn vor:seh g g
Londoti , 22. März. Jm U ntcrhaus e bczeichncte der Unter:StaatHiekretar Bourkc Fawcctt gcgeniibrr die Nach: richten von U,.nruhen, die in der Nähe von Adrianopél stattgefundrn hatten, als iibrrtricbcn. Gleichwohl sei der exiglische Konsiil giigckWiesrn wordrn, an Ort und Stelle per- sonlich Erkundi, ungen rinzuzichrn. Northcote erklärte auf eine Anfrage _Camy slch, die „vom Sirltan ertheilte Amnestie erstrrckr_sich nicht auf die1enigen, dir an den Grenelthatrn in Bulgarien theilgenommcn hätten.
m Oberhause erklärte Lord Derby anf eine Anfrage drs arl voxi Ditdlry, der Text des vorgrschlagrnrn Proto- kolls und dir Bedingungrn, Unter denen die Englische? Nrgie: Ning dasselbe unterzeichnen würds, falls rs zu cinrr Under: zeichnitjrgk01nmen sollts, seien noch Gegenstand der Erwiigungrn des Kabinrts. DSB Earl von Dudlc verlangte Nachrichten libr]: drn Stand der orirntalischen Frage Und sprach die Be: furchtung aus, daß das Proto k oll, obschon die Unterzrichnung desirlben den rziropäiichen Friedrn sichern würde, doch keine Bürg- schaften fiir eme bessere Verwaltung der christlichen Provinzen schafsrxr würde. Dudlrh beantragtr rine weitere Vorlage drr die orientalische Frage betreffenden Schriftstücke und erklärte, aus drr bererts vorlirgendrn Korrespondenz erscheine ihm da?, Verhalten drs Botschaftors Elliot als Diplomat tadrlnswerth. LordSomerietsprach sein Brdaurrn Über diesen ohne. vorherige Anzrige grgen Elliot gerichtetcn Angriff aus. GrafDerby beklagte rbcnsalch die Unregelmäßigkeit drs Verfahrens und fiihrte aus, f(LÜÖ'DUdlLk) das Vlaiibuchgrlrsrn habe, wiirde er wissen, daß die diylomatischcn Beziehungen Eiglanch znr Pforte nie abgebrochen worden seien, und daß die iibrigen Mächte hirr- von Untrrrichtet waren. Falls Dndlry wisse, daß das Ein: verständnis; auf dem Punkto des Abschlusses strhe, so wisse Dudlrh mrhr, als er (Derby). Nach der Zlnsicht Dudlrys sci drs Erhaltung des ruropiiischen Frirdeiis iiberhau it von unter: grordnrter „Bedeutung und die Erzirlung einer briirrrn Verwal: tu_ng dcr europäi1chcnProvi11zrn drr Türkei der Hauptzwrcl ' es. sei doch aber zu erwägen, daß ein europäischer Krieg gröxre Grenrl hervorbringen wiirde, als dicienigrn, wrlchr in )'cnrn Provinzrn vorgrkominrn scirn, Dcr Text dec?- vorgeschlagrnrn Protokolls und die Brdingungen, Unter denen dasselbr Untrr: zeichnet werden würde, falls es iiberhaupt 311 einer Unter: zeichnung kommrn sollts, seien noch Gegenstand drr Er: wägnngrn ch Kabinets. Wenn dir Umterzcickmmm erfolgt wärs, wiirde sir nicht mmöthigrr Wrisc vrrhrimlicht werdcn, WelchrS auch immrr seine Gesinnungrn gcgrn dir Pforte scirn, fuhr Derby fort, er, als unabhängiger Pair, würde rs sich zwrimal iibrrlrgt haben, ob er rine solche Sprache gebraucht hätte, wie sir Dndleh gefiihrt hab?, Line Sprache, wrlche, soweit sie anßcrhalb Englands Eiuflus; habrn könnts, greignrt ici, das:“) rnssiichr Volk gegen die Frirdrns: politik scinrr Rrairrnng, die diese, sehr zn ihrrr Ehre, anzu- Uehmcn gcncigt sri, anfzurrizcn, eine solche Sprache, wrlche zudem grrignrt sri, Srhwirrigkcitcn in den Brzichungcn zu drn brfrrundeten Mächten hrrvorzurnfrn Und die allseitig ge: wünschte Lösung 311 vrrschiebcn, wenn nicht Unmöglich zu machs". Derby schloß, indcm rr das Verhalten Ellidts ver: theidigtr imd LMG baldige: Vorlagr drr weiteren atis dir orien- talischr Frage bcziiglichrn Schriftstiickr versprach. _ Lord Strathrden vrrtagtr seinen auf die orientalisch Frage brziig: lichrn Antrag angesichts der gegenwärtigen kritischen Unter- handlungen bis nach Oftrrn.
_ (W. T. V.) General Jgnatieff hat mit seiner Gr- mahlin heute Vormittag dir Riickrrisr nach Paris angetrrtrn Und wird sich nach den biHhrrigcn Bestimmungen von dort. iiber Wien nach St. Petersbnrg znriickbegebrn.
Paris, 22. März. (W. T. B.) Der „Monitrnr“ cr: wähnt die augenblicklich zwischen England und Rußland schwebench Verhandlungen und glaubt dabei, im Grgrnsaß zu anderweitigen, aus dem Au-Zlandr kommrndrn Nachrichten, die Lage als eine für den Frieden sehr giinstige auf: fassen zu dürfen. „_
_ Ans Konstantinoprl, 16. März, schrerbt mcm drr „Pol. Korr.“: „Die Aufregung in Stambill und die Unzu- eriedrnheit mit dem Ministerium nchmrnmxiachgerade größere
erhiiltniffe an. Außer den berrits sigii'altnrtcnVrrhastnngrtt nahm die Polizri seither noch anderwe1t1gr_vor. „Dieselbe cut: wickelt eine unermüdliche Thätigkeit, Uin ]eden Vrrsuch eincr Ordnungsstörung odcr Erhebung'im Kemie zn erstickrii . . Vorgestern wurden abermals einige Zöglinge drr Militar- s ck 11 l e untrr Umständen verhaftet, welchr zur Genüge, darthun, wie weit die Aufregung drr Gemüther 1laß gegriffen'hat. Diese Zöglinge schrieben nach der Verha tung 'rmiger ihrer Kameraden emen heftigen Artikel und trizgen ihn znr Ber- öffentlichung in die Redaktion des „Val'tt“. Der, Direktor diefes Journals, ein Armenier, ersuchte die' Zoglmge, den Artikel zu unterzeichnen, welchem A_n nchen d'iesxlbrn auch so: fort „Folge leisteten. Kaum latten si, die Zogluigr e1-1tfernt, so beeilte sich der Direktor, en Artikel dcm Kriegd-Mimster zu überbringen. Dieser wüthend, ließ die UUTWUÄJPU des Artikel?- sofort in das eraskierat rufen und fra te dieselben
unter beleidigenden Ausdrücken, ob sie wirklich diesen Artikel
unter ei net aben. Ohne außer Fassung zu gerathen, mit: WOÜLJLXTH die Zöglin e in lcicbem Tone: „Kior Mjsen! Biß; Du blind? Siehst u niZtZt unsere Unter€christen? Za! „mir selbst haben diesen Artike unterzeichnet und halten senzen, Jn alt aufrecht.“ Diesrlbrn haben das Seraskzerat nxcht me r verlasxen; Der Minister [Lesz ihnen die Lirutenants: U“? M hera reißen MW sis sOÖUUk-“c m das Gefängmß werfen.
An dem Wége dahin riefrxi fie fortwährend; „Es lebe Mi hat !“ '