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"Francesco Morello, ist gestorben.
eintretenden Rothweiidigkeit„für den Beamten einen Stell- vertreter zu beschaffen, thunlichst Rechnung getragen werde.
_ Jm §. 6 der Cirkularverfügung vom 2. anuar 1863 Und im 3“. 8 der Cirkularverfügung vom 30. 2) ärz 1867 1st die Bestimmung enthalten, daß die Beschäftigung u,nge- prüfter Schulamtskandidaten nur mit Gxnehmußun des Ministers der geistlichen 2c. Angelegenheiten erfolgen ark? Um jedoch den Geschäftsgang den bestehenden Verhäxtniffen anzupassen und möglichst zu vereinfachen, hat der Minister das bisher vorgeschriebene Verfahren in folgonder, Wene abgeän: dert: EZ ist künftig nicht me r die Genehmigung flix ],eden einzelnen Fall vorher nachzusu en, sondem (i_m Schluß jedes Schulhalb1ahre§ ein Verzeichni dcr ungeprüstxn Schulamt?- kandidaten einzursichen, welche im Verlauf desielben den ein- zelnen Anstalten der Provinz zur Aushülfe überwiesen worden Und. Die weitere Bestimmung, daß eine solche Beschäftigung fick) auf öchstens zwei Semester ausdehnen darf, behält auch fiir die ukunft ihre Giiltigkeit, und eine Abweichung von der- selben darf nur mit besonderer, vorher einzuholender Geneh- migung des Ministsrs erfolgen.
_Die SusPension eines katholischen HiilFS- geistlichen Seitens des ihm unmittelbar vorgesetzten Pfar- rcrs kann, nach einem Erkenntnisse des Ober-Tribunals vom 15. Februar 1877, Senat für Strafsachen, im Geltungs- brreiche des Allgemeinen Landrechts rechtsgültig nur vixrmöge einer dem Pfarrer vom Bischof delegirtcn Gewalt ersolgexi, und die geseßwidrige Ausiibung dieses bischöfli 611 Rechts ist auf Grund des Geseßes iiber die Verwaltung er edigter katho- lischer Bisthümer vom 20. Mai 1874 zu bestrafen.
_ Se. Durchlaucht der General-Lieutenani K ra ft V ri nz zu Hohenlohe-Jng el fingen, General-Ad1utant Sr. Ma- jestät des Kaisers und Königs und Commandeur der 12. Division hat sich nach beendigtcm Urlaub in seine Garnison Neisse zuriickbcgeben.
_ Die Biindesratbs:Bevo[lmc'ickxiigten: König- lich bayerischer Ministerial-Direktor von Riedel, Königlich bayerischrr Ober:Zo[lratk) Schmidtkonz und Königlich wiirt: tembergischer Wirklicher Geh. Krichrath v o n. Maud smd von hier abgereist.
_ Der Kaiserliche Vize:Konsul in Licata (Sizilien),
Bayern. München, 26. März. Der König hat, wie die „Alle. Ztg.“ meldet, heute Nachmittag den groß: britannis en Geschäftsträger, General=Major Stan- ton, welcher durch den Oberst-Cercmonicnmeistcr eingeführt wurde, in Audienz empfangen.
Baden. Heidelberg, 26. März. Der König Oskar von Schweden und Norwegen traf heute von Stockholm kommend zum Besuch seiner schon seit einigen Monaten ihrer Gcsundhcii halber hier wcilenden Gemahlin Lin.
Oesterreich-Ungarn. Wien, 26. März. Die Kais erin ist gßstern nach Gödöllö abgereist. _ Der Erzherzog Karl Lwaig traf gßstern Vormittags von Berlin in Wien ein und reiste Mittags nach Italien ab. Wie das „Vaterland“ mittheilt, wurde Se. Kaiserliche Hoheit telegraphisck) an das Kranksnlager seiner Gemahlin, der Frau Erzherzogin Maria Theresia nacb Genua berufen.
_ Vorgestern haben in Tyrol die Landtagcswahlen iti drr Gruppe der Städte: stattgefunden. Soweit bisher dis, Ergebnisse bekannt sind, wnrden vorwiegcnd liberale Kandidaten gewählt, so namentlich in Jnn-Zerck, Hal] und BMU. Auch im Bezirke LandccßJmst, der bishsr durch einen klkrikaleii Alzgeordneten vsrtreten war, siegte dieswal der ÜWAG Kandidat. Nur im Bezirke Brixen wurde der klerikale Kaiididatgcwählt. _ Die in Angslsgénheit des österreichisch: Uix_gari1chen Llokd enisendcie gemischte Regierimch-Kom: mimidn hat ihre Arwit bereits bcendigt Und das Resnltat der Bkrcxil [ingen in ein Protokoll gefaßt, welches als Kommissions- Vorchlag der Verwaltmig der Llodessellschastzur Meinung?,- äizxzxrimg _iilwrgeben wurds. Jm Sinne der von drr Kom- mmnon gesaßieii Beschlüsse wird die vom Lkdyd gsforderte Erhöhung dEr „FabrecZiudventidn entschieden abgelehnt,
_ 27. März. (28. “T. B.) Getwral Zgnatieff wurde hrUt-Z'Nachnnttag um 1 Uhr von dcm Kais er in einsr hald: stiindigéii Audiexiz empfangen und stattrte alsdann dem Graxcn Andrasiy einen Beine!) ab, welcher etwa eine SUMO? währte. _ General Jgnatieff nahm an der heu- tigsn Hoftafel Theil und konferirte im Laufe des Nach: mittags: mit dem italienischen Botschaftcr, Grafen von No: bilant, und dem russischen Botschafter, von Nowikoff. AOLUÖÖ 87,“ Uhr ist General Jgnatieff mit dem Conrierzuge dsr Nordwestbahn nach Berlin abgereist, nachdem er:,uvor an? dem Bahnhofs nochmals mit dem rnssischen Botscßafter kwiisrirt _hatte. Dsr italienische Botschafter mit seiner Ge: mahlin,_ iowic derwumiinische Agent geleiteten Jgnatieff zum Bahnhoxe, wo _(lUßLr dem russischen Botschafter auch das ge: sainmts Y_otichaitspersonal anwesend war.
, _ (W. TUB.) Der russische Botschafter Nowikoff
imd der iranzönWZ Botschafter Graf Vogue“; machten dem Géiwral Jgnatiess heute Vormittag längere Besuche. Von dem Brgleitex des General Zgnatieff , Prinzen Tzeretleff, WM'ÖLU drr 7erdische Oberst Becker und der russische Agent WZffelini empfangen. _ West, 26. März. Wie man der „BudKorr.“ aus Wien 1chrcibt, wnrde im Schdoße des österreichischen Finanz:?)éinisté- rium-Z am Grund der zwischen beidsn ngierungen getroffe- nrn Vereinbarungen ebenfalch cine Fassung des Vankstatu: tewßxntwurfes ausgearbeitst. TSU nächsten Gegenstand d€r_LF_e_rhm_1d1ung wird der Entwurf iibcr dat; Hypothekar: Gexchatt bilden._ Die in dem von der Bank aus. earbeiieten Statutepexitwurx Znthaltene Bestimmung, wonach a 8 aus dem BMFgRchaflß entiiehenden Prozesse mit un (irischen Parteien ebema11§_ beim Wiener Handels: und We llselgericht geführt Mrdext Wilen, wurd der oben zitirten Que e zufolge nicht acceptrrt _werden und „für etwaige ungarische Prozesse das Buda-Peiter Wechselkiericht als Forum bestimmt werden.
„ "- ?7- Marz. „W. T. B. 23an Oberhaus geneh- mrgte m der_(senergl: m_id Spezialdebatte die Regierungs- vorlage, betreneiid die Aumahme der neuen Goldrenten-
Anleihe. Schweiz. Bern, 26. März., (N. Zürch. Ztg.) Der Militärjteiiergeseß mit 64
Nationalrath hat das
[edi te dieDi erenzen bxzüglich des Stimmrechtögeseßes. Er rich die estimmungen, daß der Aufenthalter pack) einem Jahre die Niederlassung nehmen müsse und daß die Kantone auf eine schriftliche Erklärung des Stimmcnden ve ichten können, beharrte bei den schweren selbstverschuldeten Kon ursen auf einen zehnjährigen Verlust des Stimmrechts und ge- nehmigte das ganze Geseß mit schließlich 22 gegen 11 Stim- men. Ferner bewiUigte er für die Betheiligung an der Pa- riser Weltausstellung 375,000 Franken.
Großbritannien und Irland., London, 27. März. (W. T. B.) Das Oberhaus hat sich heute bis zum 13. April, daS Unterhaus bis zum 5. April vertagt.. _
Neuschottland. (A. A. C.) Aus Halifax mird unterm 23. d. M. tclegraphirt: Die Legislatur von Neu: schottland hat den Vorschlag der Regierung, neuschottländische Delegirte zu der Konferenz zu senden, die_ demnächst zur Berathung derFrage einer legislativen Union zwischen den Seeprovinzen abgehalten werden soll, genehmigt.
Frankreich. P a ris , 26. März. (Fr. C.) Die gestrigeW a hl eines Deputirten im 2. Bezirke von Bordeayx hatfolgen: des Ergebnis; geliefert: Advokat Mie, Jntranstgenter, 5652; Yaftor Steeg, fortgefchrittener Republikaner und Kandidat der
ambettisten, 3501; Abbé Chavant , Klerikaler, 2335; Saugxon,
transigenter, 1386; Custaing, ozialdemokratischer Arbeiter- andidat, 335 Stimmen. Es ist demnach noch eine Stichwghl nothwendig. _ Heute früh begab sich angekündigtermaßen eme Deputation von Senatoren und De u,tirten_ der großen Industriebezirke, verstärkt dur “eme zahlreiche Gruppe von Fabrikanten, zu dem Minister-Präsidenten Jul es Sim o n, der sie im Beisein des Handels-Ministers Teifferenc de Bort empfing. Tiefe Deputation richtete an das Ministeriitm das Anliegen: 1) daß der allgemeine Zolltarif nicht eher festgestcllt würde, als [W die neuen YandelSiZerträge zu Stande gebracht wären; 2) daß 1mter den ranzösi1chen Uziter- händlern auch ein JndustrteUer PlaZ-Wfinde. Hr. Juxes Simon erwiderte, hinsichtlich des ersteren unktes könne nichts mehr geschehen, da der Tarif schon festgesteth und in der Kammer vertheilt sei. Was die Unterhändler betreffe, so seien auch diese bekanntlich schon ernannt und zwar sei die Wahl der Regierung auf die Zerren Ozenne, Generalsekretär des Han- delS-Ministeriumß, olldirektor Aimé und Senator Leonce de Lavergne gefallen; doch woÜe er, der Minister, sich bemühen, daß nachträglich noch ein vierter Unterhändler zugelassen würde, welcher dann jedenfalls aus dem Kreise der In- dustrieklen gewii [t werden soUte.
_ (Köln. Rig? Der katholische Cercle in Annecy wurde auf Befel) des Präfekten geschlossen. _ Dcr Coy1eils-Präsident, Jules Simon, wird eine UrlaubH- reiye noch Venedig antreten. Auck) der italienische Botschafter, General Cialdini, geht am Mittwoch auf vierzehn Tage nach Italien. _ Der Conseils-Präsident hat als: Minister des (“nnern betreffs der am 8. Aprik beginnenden Session der
eneralräthe ein Schreiben an die Präfekten ge: sandt, worin er dieselben auffordert, die genannten Versamm- lungen zu bestimmen, sich einfach auf dem Boden der Geschäfte zu halten und die Vo [i_tik un berührt zu laYen, weil Fran: reich und desien Institutionen der Ruhe edürftig seien. _ Ministerium des Außwärtigen fand heute unter dem Vorsiße des Herzogs Decazes die erste Konferenz 11er die mit Großbritannien neu abzuschließenden Handels- verträge statt, welcher "der Minister für Ackerbau und Handel, der britische Botschafter Lord Lyons und die_ drei en lischen Delegirten anwohnten. _ Der Budgetaus1chuß be chloß, seine Sitzungen nur fÜr die Dauer der Sißungen der Gsrzeralräthe zu'unterbrechen. Nach dem 15. April wil] sick] d€r1elbe regelmäßig zwsimal in der Woche vereinigen, da- mit bis zur Wiederaufnahme d8r parlamentarischen Session der Verathung dss Budgets kein Hinderniß mehr im Wege stshe.
Spanien. Cuba. Havana, 24. März. Der General Martinez Campos séßt sick), nachdem er in Cinco 78111an eine Garnison errichtet hat, mit dem Rest seiner Truppen nach dem östlichen Theil der Insel in BeWqung.
Italien. Rom, 25. März. (I. d. Deb.) Midhat Pa1cha hat Rom verlaffsn und sich nach Nizza begeben.
_ 27. März. (W. T. V.) In der heutigen Sißung der Deputirtenkammer lsgte dcr Minister:Präsident und Finanz:Minifter Deprdtis das Finanz-Exposéz vor. Nach de_mselben weist das Budget für das Jahr 1877 einen Ueberichuß von ca. 12 Millionen Lire auf. Der Mini ter crklärts, daß die AUSgaben beschränkt bleiben müßten. as den Bau neuer Eisenbahnen betreffe, so werde man entweder durch die Garantirimg det.?- Erträgniffes derselben oder durch die Veränßerung von Rente Vorsorge tragen müffen, jedoch
würde das Kapital jährlich 50 bis 60 Millionen Lire nicht iiber- „
1“ chreiten. Was die Baseler Konvention ange 8, so sei die Regierung mit der Liquidirung dcr Rechnun en der esells aft beschäftigt. Der Minister erklärte ferner, er Joffe noch in die er Session dem Hause die Gsseßentwiirfe, betreffend den Eisenbahnbetrieb,*vor- legen zu können. Weiter konstatirte Hr. Depretis, daß daS Budget sich gebeffert habe und fügte hinzu die Regierun beabsickitige, administrative Reformen einzufii ren, ohne jedo da?, Gleichgewicht des Budgets dadurch zu verrücken. _ Der Minister legte ierner Gcseßentwürfe vor, betreffend die allmähliche Aiifhebung des Zwangscourfes, die Konvertirung des unbswrglichen Vermögens der Vrüderschaften und Pfarreien, die Bssteixerung der Fabrikation des Uckers im anande, sowie endlich einen Geseßentwurf, betre end die Abänderung des Zolltarifes. Auf die Handelsverträge Über- gehend, sprach, Hr. DepreiiS die Hoffnung aus, daß das maß- volle und billige Begehren der italieni1chen Regierung Wür- digung finden würde und daß die Abschlüsse dsr neuen Han- delswerträge gelingen wiirden. Lange Verzögerungen könne er nicht zugeben und werde er in seiner Forderung der Parität der Behandlung unerschütterlich sein. Nachdem r. Depretis Hierauf noch die oben erwähnten administrativen Ge eßentwi'xrfe, owie Gesantwürfe, betreffend die Beschränkung der Cirku: lation des apiergeldes und die Bildung eines AmortisgtionH- fonds von 20 Millionen vorgelegt hatte, vertagte slch ÖW Kammer bis zum 9. April.
Türkei. Konstantinopel, 27. März. (W. T. B.) Der Minister deS Auswärtigen hat heute folgendes Telegramm an die diplomatischen Vertreter der Pforie im Auslande gerichtet: Die von „den Zeitungen verbreiteten Gerüchte, betreffend die angeblich hier hertz schendevAufregungFind durchaus unbe kündet, es herrscht in der Hauptstadt die voklständigste RuHe.
London, 27. März. (W. T. B.) Im nterhause
gegen 26 Stimmen angenommen. _ Der Ständerath er-
erwiderte auf eine Anfrage von Hartington Über den
Stand der VeYidlungen, betreffend die orientalische
Politik, der „a kanzler Northcote, _daß die Unter- handlungen zimf en den Großmächtm über den Text des
rotokoll_s ndch fortdauern, da derselbe noch nicht völlig estgestellt set; die_ hauptsächlichsie gegenwärtig zur Erwägung stehende Frage sei die, unter wel en Bedin-ungen die Unter; Yeichnung stattfinden [!0115; _er ho e, x_lach den Osterferien in er Lage zu sem, xfnedigendere Mittheilungen machen zu können. _ Im weiteren Verlaufe der Siyung erklärte der Unter-Staatsfekretär Bourke' dem „Deputtrten Jenkins gegenüber, die Regierun habe, keine Mittheilungen über die von den Türken in o6n1en und der Her egowina an eblich neuerdings verübten Grausam eiten er- Za ten. Dem Deputirten Samuelson erwiderte Vourke, der onsul Holmes habe am 13. d. der Regierung berichtek, daß
sich in BoSnien an verschiedenen Orten Abtheilungen von
'Jnsurgenten zei ten und daß es wohl auch zu Ruhestörun-
gen käme, die inde en nicht ernstlicher Natur seien. Die Aus- wanderungen aus den aufständischen Provinzen nach Oeßer- rei dau_erten fort. _ Der Deputirte Nylands wünschte die Au nerk1amkeit des Hauses auf den früheren Botschafter in Konstantinopel, _Elliot, zu lenken und protestirte gegen die in AUSslcht genommene Rückkehr desselben nach Konstantinopel. orsier und Gladstone protestirten ebenfalls heftig gegen die ückkehr Elliots dorthin und stellten das drin- ?ende Ersuchen an die Regierun , sie möge geeignete Vor- ehrungen treffen, um die ristlichen Untert anen der Türkei zu schüßen. Der Unter:Staat-Zfekretär ourke und der Schatzkanzler Northcote vert eidigten Elliot wider die ZFR" ihn gerichteten Angriffe. orthcote fü te hinzu, die egierung fühle die Pflicht, die innere Verwa tun del Türkei zu verbessern, aber sie müffe sich ge en eine olitik der „ wangsmaszregeln erklären, denn eine sol e würde die zu Gun ten der Christen gemachten Anstrengungen unwirksam
machen.
London, 28. März. (W. T. B.) Das Kabinet tritt leute zur Berathung über die von Rußland betreffs des Zßrotokolles ema ien Vorschläge zusammen. Die „Mor- ningpoft“ äu ert 1ch_se?r_ hoffn ung-Zvoll, da Ruß- land augenscheinlich geneigt, 61, den Wünschen Englands in dcr Abrüstunésfrage so weit möglich zu begegnen.
Brüsse , 27. März. _(W. T. B.) Das ournal „Le Nord“ äußert lebhafte Zweifel über die Richtig eit der von dem „Daily Telegrap “ gebrachten Mittheilung, daß , die VrotokollveYandlungen in London auf der Basis der sofortigen Abrüstun ußlands wieder aufgenommen werden sollten.
St. etersburg, 27. März. (W. T. B.) Nach hier vorliegenden Mittheilungen aus" London sollte morgen da- selbst ein Ministerrath stattfinden, welcher von durch- schlagender Bedeutung für die Protokollfrage sein dürfte. _ Wie aus Konstantinopel gemeldet wird, smd die Friedensverhandlungen mit Montenegro kei- neswegs abgebrochen, sondern nur sußpendirt. Die Sei- tens der Pforte beanstandete Abtretung von Nikfik bildet augenblicklick das Haupthinderniß der Lösun_ . _
Nagu a, 24. März. «Tier eingetro enen Nachrichten zufolge haben die Miri iten mit Montenegro ein Bündnis; abgeschlossen, wodurch sie zur Stellung von Hülfstruppen verpflichtet werdcn. .
Cattaro, 25. März. Ein achtes russisches Mer,- ccmtilschiff, „Kornilow“ (1540 Tonnen), ist gestern mrt Getreide und Mehl für Montenegro [Zier angelangt.
_ AusKonstantinopel, 20. d., chreibt man dem W. „Fremdenbl.“: Die Liste der durch Kaiserl1che Ordonnan; 'er- nannten Senatoren ist bereits bestimmt. Em flüchtiger Blick anf dieselbe genü t, um zu ersehen, daß'man'sick) bxt der Ernennung hauptsä lich von der Rück1icht Yeiten ließ, die älteren Minister unterzubringen. Riza, Nannk und Sam1h Pascha sind echte Alitürken Und zählen zu den ältesten Groß- würdenträgern, die zu wiederholten Malen den Posten eines Krieges: und Marine-Ministeréz, sowie eines General-Gouver- neurs bekleidet haben und einander in dieser Stelle ablösten. Arifi Pascha, Arif Effendi Und Muffurus Pascha, welch Leß- terer übrigens auf seinem dermaligen Posten moLoxidon ver- bleibt, sind aus ihrer diplomatischen Laufbahn YMBULHL'UD be; kannt. Halid, Derwisch und Ibrahim Paschg „md gleichfaYs vollständige Alttürken, von denen der Erste in intimen Bezie- Zungen zu weiland Sultan Abdul AziÉ stand, und durch lange
eit die Stelle des Zahlmeisiers der ultamn Mutter versah, und der Dritte sick) durch viele Jahre auf dem Posten eines General-Gouverneurs der Dardanellen zu be auyten wußte. Nach dem Reli ionHunterschiede genommen, ste t sich das Ver- hältniß der Zs amiten zu den Nichd-Jslamxten wie 4:1, 'das heißt, von den bisher ernannten 32 Senatoren smd 8 Nicht- Mohamedaner, nämlich 7 Christen und 1 _Jsraelite.
_ Man schreibt demselben Blatts weiter: „War es schon noch vor Auézschreibung der Wghlen der feste Entschluß der türkis en Regierung, das eben zummmengrtretene P arlam e nt nur a H ein Vorparlament zu betrachten, das bald nachher einem ehörixZ zusammengeseßten Parlcrment Plaß machen soll, so ist 12 in ieser ihrer früheren Absicht“ durch die neuesten Ereignisse nur bestärkt worden, denn noch immer, giebt es einige Provinzen in ihrem Reiche, die keine Dedunrten nach Konstantinopel schicken_ und sich natürlich auch 111cht den Be- schlüssen, dieim türkixchen Parlamente für das ganze Reich gefaßt werden sollten, fügen wolXen. _So beharren sowohl die Drusen, als auch die Maroniten im Libanon noch immer aux. ihren diesbezüglich schon, früher gemachten Angaben, daß 12 ihre inneren Angelegßnheiten iiur nach dex: von den Großmächten im Jahre 1860 ihiien erwxrkten PWV]; legien ordnen wollen. Die türkische Regieriing hegt zwar die Hoffnung, daß die Kurie in Rom, mit der sie 1e_t,3t beYanntluh auf dem besten Fuße steht, die katholischen Maronilen zur Vornahme der ParlamentSwahlen bewegen werde. Die schis- matischen Maroniten und die Drusen hingegen werden wa _- fcheinlich auch später noch in ihrer Abstinenz verharren.. e Kretenser wieder möchten gerne aus ihrer Insel, einen eigenen Staat im türkischen Staate machen und stZLÜ die Parlaments- wahlen vorzunehmen, verlangen ie Erweiterung der Befug- nisse ihres Landta es. Die Mönch-Zrepublik au_f dezn Berge Athos is ebenfaUs noch nicht vertreten, ebemowetxtg als die Miriditen und der Stamnx der „Zagorzen mr Südsn Albaniens. Zn Mesop_otam1en_ Wieder, dann auß im Süden Arabiens, wo zahlreiche „Beduinenstämme nomadi- firen konnten dieselben natürlich n1cht_ zu den Parxaments- wahlen herangezogen wxrden, und so ist wenig Ausncht yor- handen, daß das türkische Parlament noch während seiner 1eßigen Session zum Vollparlqment werde.“
_ Die Zahl der ]th in Konstantinopel weilxnden osmanischen Deputirten beläuft fich auf 84. Unter
* weil die Linke den Abgang des Mini
diesen befinden fich 45 Muselmanen, 16 Griechen, 10 Ar- menier, 8 Slaven. und Vulgqren, 3 ?ristliche Araber und 2 Juden., Der Sitzungssaal „ist nicht ehr geräumig. Auf die Galerien findet daß Publikum nur vermittelst Eintritts- karten Einlaß. Für die Eröffnungsstßung waren 80 solcher Karten aussegeben worden und zwar 10 für das diploma- tische Corps, 10 für die Wähler von Konstantinopel, 40 für die Notabeln aller Klassen, 10 für die Korrespondenten „aus- wärtiger Blätter und 10 r die in Konstantinopel, erscheinen- den Journale. Ob die ournalisten auch, für die späteren SisunÉen Eintrittskarten erhalten werden, ist noch sehr fra : sich. in an den Präsidenten des Hauses Achmed Vefi , gerichtetes Gesuch um fernere Gewähruiig fo1cher Karten wurde von diesem dahin beantwortet daß „dies eme Angelegenheit Fei, welche zum Ressort des Ministeriums des Innern gehöre.
_ Der „Pol. Korr.“ meldet maxi iznterm 20. d. aus Cettinje: „Der Fürst verkehrt täglich mel mit den seit drei Tagen ier anwesenden Jnsurgentenchefs. Es werden alle nöt igen Vorbereitungen für den Fall der Wiederauf- na me der Feindseligkeiten, etroffe_n. Merkwürdi er Weise zießt man )'th Boximen lei fuld; m „den ngon er künfti- gen Thätigkeit und find iir BoSmen vier W51woden bestimmt, “welche sich eventuell dorthin zu begeben und die Leitung des Aufstandes zu übernehmen haben werden.“
_ Der Belgarder Kdrrespondent der „Times“ tele- graphirt unterm 25.'d.: „Die türkischen Redifs in Bos- nien stehen sämmtlich unter Waffxn und die National- Miliz wird bewaffnet 1_1nd emexerzicrt. E?- ist eine aus Offizieren und Aerzten bestehende prziallommission ernannt worden, um darnach zu sehen, dgß kixnie „militärpftichtige Per- son sich dem _Dienste entzieht. Die Miliz ist mit Sniderbüchseu aus Konstantmqpel bewaffnxt und m den Distrikten Tuzla, Grashfißa, Bellma, Zworntck und Brackzka sind sie im Exer- zitium soweit vorgeschritten, “daß sie den Redif-Reserven nicht nachstehen. Das Amtsblatt Ui Serajewo veröffentlicht eine Liste der von der muselmänmschen Bevölkerung zum Krieg?- fond beigesteuerten Summen. Geld, Schuhwerk und Pferde werden den Behörden „ zur AUSrüstixng der neumobilisirten Miliz übergeben, uiid em? Lager-Eqmpirung wird bereit ge-
alten, im Falle die Milizstrxitkriifte für aktiven Dienst im
elde gebraucht werden. Die kriegerische Stimmung wird durch die fanati1chen Aufrufe der Ulemas und Der- wischewach erhglteii. Jnsurgentenbanden tauchen in Distrikten auf die bisher von ihren Operationen frei waren, und da das Wetter milde genug ist, um den Aufenthalt in den Bergen zu ermöglichen, werden diese Vanden große Zu- züge von der Rathbevölferung erhalten, die durch die Miß- verwaltung der türkischen Beamten zur Verzweiflung getrieben wrr .“
Rumänien. Bukarest, 27. März. (W. T. B.) Das Ministerium beschloß, da die allgemeine Krifis die Aufna me einer Anl eihe im AUS lande nicht gestattet hat, be ufs D e ck U n g des bei der Uebernahme der Geschäfte vorgefundenen Defizits eine innere Anleihe im Betrage von 32 Mil- lionen durch AUSgabe von Papiergeld ohne wanchours auf: zunehmen. Dieselbe soll periodisch nach aßgabe des Ver- kaufs der Dominialgüter getilgt werden. _ Die Nachricht be- treffend den Ankauf von 35,000 Chasxepotgewehren durch die Regierung wird als unbegrün et bezeichnet. _ Die Kammer hat die Regierungsvorlage, nach welcher die provisorischen Handelskonventionen um 9 Monate
_ verlänßert werden sollten, angenommen.
W. T. B.) In der Deputirtenkammer brachte die Re ierung einen Geseßentwurf ein, nach welchem die Geha te der öffentlichen Beamten, sowie die der Privat: beamten mit einer Steuer von 5 Proz. belegt werden sollen. Der Gesetzentwurf, betreffend die Besteuerung der Eisen- bahnfahrkarten mit 15 Proz. wurde angenommen.
Dänemark. Kopenhagen, 26. März. (H.R.) Da der DreißigerMuEschuß keinen Aus leich herbeigeführt hat, Tieriums festhält, so hat der König eine Verlängerung er Session bis zum 15. Aprik gene migt und ein vorläufigeß Bewilligung?- geseß bis da in vorgelegt. _ 27. är“. (H. N.) heute ohne Dis ussion in dritter Berathung 1nterimistische Finanzgeseß.
Amerika. Washington, 27. März. (W. T. V.) Der republikanisch und der demokratische Gou- vernsur von S' karolina, Chamberlain und Hampton, haben die Einladung des Präsidenten, hierher zu kommen Und mit ihm über die Lage in Südkarolina zz: kon: feriren, angenommen. In New-OrleanE hat jawohl 5HLZackard, wie„Nicho[ls eine 5157"rcd'c*lariic1tidii an die Be- WEMPE t gerichtet und darin eren Unterstüßung für sich na geu .
_ Der „NewYork Times“ vom 24. d. M. zufol e ist der gegen Mr. Tweyd schwebende Prozeß rtiedergesck) agen worden, nachdem vereinbart worden, daß Tweed, da er die Summe von 250,000 Dollars der Munizipalität von New: York zurückerstattet, am. nächsten Mittwoch aus der Haft ent- assen werden soll; _ Der frühere Präsident Grant hat "Washington verlasxen, um eine Reise nach dem Welsten anzu- treten. Am 10. Mai Wird sich derselbe in Philade phia nach Liverpool einfchiffen.
Australien. (21. A. C.) Aus Sydney wird unterm
20. d6. Mts. per Kabel. gemeldet: „Mr. Parkes hat ein neues Mini terium gebildet, das Wie folgt usammengeseßt
Daß Folkrthin? fFezitßhmthse e mw a
_ist: Mr. Par es, Premier-Minister und Ko onial:Sekretär;
Mr. rodington, Kolonial-Schaßmeister; Mr. Samuel, Ge: ner_al: ostmeifter; Mr. Lloyd, Sekretär für Bergbau; Mr. _Drwer, Sekretär für Ländereien; Mr. Hoskins„Sekretär für öffentliche Bauten“ Mr. Francis Sailor, Justiz und öffent- [1cher Unterricht; Mr. Windeger, General-Anwalt. Die Mit- glieder dss neuen Kabinets leisteten heute den Amtseid.
Vereinswesen.
. In Gegenwart Ihrer Majestät dcr Kaiserin-Königi'n btel_t das preußische und deut che Central-Cowrté der MZnnerlY-flegevereine am 27. ärz eine zahlreich besuchte
1 ung a ,
_ Auf der Tageßordnung tand die Wahl eineß Dexxgirtcn fur,das Auffichts-Comité der deut chen National-Heilstatte fur In- validen und Kranke in Lo cbwiß bei Dresden. '
Zur Gründung und nostattuug dieser Heilstätte, in welcher
Itnvalide aus allen Theilen Deutschlands Aufnahme flnden sollen, smd von Berlin aus sehr bedeutende Summen
beigesteuert worden". Ihre Ma'eftäk die Kaiserin hat 3200- [r- die Kaiser-thbelmttiftung 6000 Thlr., die Victc'ria-JnvalidYtif- tung 6000 Thlr., das preußikcbe und deutßbe Central-Comité zu- sammen 5000 Th ., der Mi itär-Jnspecteur der freiwilligen Kran- kenpflege cxus _S aatömitteln 8000 Thlr., und der Vaterländische
rauenverem in Berlin 2000 .“ beigetragen, was eine Gesammt- umme_von 86,500 „FQ ausmacht.
Die Loschwitzer Nationalstiftung, Welche das umfangreiche Grundstück der kurzlich verstorbenen Frau Simon erworben hat, ist auch zur Apsbildun von Krankenpflegerinnen verpflichtet. Zum De'legirten tn das ufficbts-Comité wurde einstimmig Hr. Ober Tribunals-thb von Holleben gewählt.
Der zthte_Punkt der Tageßordnung betraf die Frage über eine dem Vqterlandischen Frauenverein für die Kriegesarbeit bez. die Vorbereitung auf de): rieg, im Preußischen, Went. im Deut- sch_en Cen'tral-Comtté einzuräumende Stimme. Es wurden hierzu zwei Anfrage eingebracht:
, Der eine ging dahin, „daß immer mindestens ein Vorstands- mttglzed des Vaterländischen Frauenvereins im Preußischen Central- (5961116 diirch Kooptatwn des Letzteren Sitz und Stimme als Co- mrt€m1tglied baberrund daß dieses Ykitglied des Preußischen Cen- tral-Comités zugleich eme von den fiebenzehn Stimmen führen solle, welche Preußen tm Deutschen Central-Comité zustehen.“ Der zweite Aritrag lautete: „daß der Vaterländische Frauenverein an_ den „Sitzungen. drs Preußi chen und Deutschen Ceniral-Co- mités mrt einer beltehtaen Anza [ seiner Mitglieder sich betbeiliqen, und dabß axle Gegenstande, welche die vorbereitendeTbäti keit für den Krieg_ strafen, gemeinsam von den beiden Körperschaften Zerathen und entschieden werden sollten.
Dtesxr zrvette, weitergehende Antrag wurde von mehreren Be- voUn/tZckytxgten der_LazxdeHvereine als em solcher bezeichnet, welcher das «ttmxnenderbaltmwim Deutschen Central-Comité alterire, und dxshalb nicht ohne ZustimmunZ der Landesvereine beschlossen werden konne. Er wurde von den Bevo mächtigten ac] refereuäum genommen und sol] zunächst gxnauer formulirt werden.
In Folge de]]en Wurde der erste Antrag, als der minder Weit gebende, welcher innerhalb der beiden preußischen Vereine erledigt werden_ kan11„ einstweilen zurückgezogen.
, Die zivei weiteren auf der TageSordnung befindliÖen Angelegen- heiten brtrafen Rechenschaftsberickyte von subventionirten Instituten YurtAusbildung von Krankenpflegerinnen und Anträge auf neue Sub- en ionen.
Statistische Nachrichten.
_ Nach statistisckyen Mittheilun en des Evangelischen Ober- ercben-Rathes ' aus der erwaltung des evangelischen Kirchenwesens m den ackt älteren preußischen Provinzen und m Hohenzollern für das Jahr 187 5 belief fick) die Ge- sqmmtzal der im „Jahre 1875 neu besetzten geist- ltqchen Stellen bei Einrechnung von 118 mcht fundirten Hulfspredtger-Stellen auf 542; hiernach hat bei dem zwölften Theil der m der Zahl von rund 6600 vvrbandenen geistlichen Stellen eine Neubeseiiung stattgefunden. Die Erledigung resp. Be- seyung der fundtrten 424 geiftlichen Stellen ist herbeigeführt wvr- den: 5:1115 Sie!]en durch'Ablebcn des bisherigen Inhabers, bei 82 durch Emerrtrrung des bisherigen Inhabers, bei 4 durch Bestel- lun eines Sußstituten, bei 193 durch Versetznng des Bisheri en In abers, 13er, 8 durch AmiSniederlegung des bisherigen n- habers. und bei 26 Stellen in olge Neugründung derselben. Obgleich die Zahl der durch Able en, Emeritirung oder Amis- mederlegung, also durck) völliges Ausscheiden der Geistlichen herbei-
,?efübrten Erledigungen fick) etwas höher als im Jahre 1874 belau-
en hat (201 gegen 196 dxs Jahres 1874), ist die Zahl der stattge- habtexi Verseßungen eme geringere getvesen (im Jahre 1874 = 261, im Jahre 1870 =- 193). „Von den fundirten SteUen find mehr axs , 3 durch das, sta'nde'sherrltcbe oder Privat-Patronat, nicht vollig ?; durch 'die geistlichen und andere Königliche Behörden, und 7/8 durch Gememdewabl besetzt Worden. Das durchschnittliche Lebenßalter der tm Amte verstorbenen Geistlichen betrug 60? Jahre, “(1874: 611/3), das der emeritirten Geistlichen zur Zeit der Ewerzitruna 68T Jahre (1874: 68), das der emeritirten Geistlichen zur Zeit ihres AHle'ens 721- Jahre; das Dienstalter der im Amte Ver- storhenxn Geistlichen betrug 305Jahre (1874: 31 Jabrc), das durch- sÖnittliche Dienstalier'der emeriiirten Geistlichen 38,1 Jahre (1874: 373), die durchschnittliÖe Dauer des Emeritenstandes: 55 Jahre. Die Gesammtzahl der Taufen betrug: 481,056, der Konfirma- rionen: 259,510, der Trauungen: 95,440, dcr SühneMrsuche: 8208, der Kommunikanten: 5,237,026, der kirchlichen Be- gräbnisse: 203,444. „Hiervon entfallen durchschnittlich auf jede der vorhandenen 6600 geistlichen Steklen: Taufen: 73, Konfirma-
tionen: 39, Trauungen: 14, Sühneversuche: 1, Kommu- nikanten 793“, kirchliche Begräbniffx: 31. Von w:lcher Bedeutung die Einrmrkung des geiitlichcn Amtes bei den
demselben übertragenen SühneVers 11chen ist, erhellt aus den auf das letzte Jahrzehnt sicb erstreckenden statistischen Mitthsilungen, wo- nach durchschnittlich von den in Streit gcrathencn Ehegatten etwas mehr als “'“/“7 durch die Einwirkung des geistlichen Amtes wieder der- söhnt worden sind. Die Gesammtzahl der zur evangelischen KWÖL übergetretenen Personen beläuft sich auf 2079, die- jenige der bekanntermaßen aus derselben ausYes chied e 11 en auf 1176, so da?) 903 Personen mehr iibergetretrn sin . Als bemerkenswertl) ervorgeboben, daß 54 Juden zur evangelischen Kirchr, aber auch 19 Personen aus derselben zum Judenihum übergetreten TMD. Die Anzahl der auf deutschen Universitäten immatri- ulirten , den 8 äkteren preußiséhen Provinzen (m ehörigen Studirenden der Theologie betrug im Sommersemeßter 1875 = 589 und im Winterssmester 1875/76 :: 573. Die seit dem Sommer 1862 ein etretene rückläufige Bewegung hat sich sonach noch fortgeseßf, obg eich nicht in erheblichem Maße. Die erste theologische Priifung haben im Ganzen 130, die Prüfung ])r0 minigtsrio 166 Kandidat:“n bestanden. Diese Zak)[en Ver- lichen mit der Zahl der ordinirten Predigtamts-Kandidaten, weche ich im Ganzen auf 174 belief, ergeben," daß der Mangel an Theologen in den nächsten Jahren noch starker hervortreten wird. Die Gründung neuer fundirter Stelle)] hgt auch im Jahre 1875 weiteren Fortgan gehabt. Jm ganzer) Ut die Gründung von 28 netzen Stxüe'n erfo gt. An Kirchengebauden wurden 24 ein- geweiht., Die innerhalb des Umfanges einer anzen Provinz oder ein- zelner Rexiierixngsbezirke abgehaltenen kirchll en Kolsekten haben im Ganzen emen Ertrag von 649,373 «75 gxliefert, Die den Kirchen zugeivandten Geschenke und Vermächtnisse betragen1,258,006„ké und" belaufxn sich fast auf den doppelten Beirag der Kollekten- ertrage. Die aus dem Kollektenffonds geleisteten Zahlungen belaufen sich für das Jahr 1875 an 1603003,“ _ _Seiterzs der Stettiner Kaufmannschaft ist emeStatistik der in 1876 seewarts inden Hafen einge angencn und uns dem- elben abgegangenen Waarcn an gestxllt worden. Es beläuft 1ch danach der Waarenein ang excl. Holz, Vieh und Edelmetakle auf 14,132,225 Ctr. (gegen 18- 5 mehr 3,488,643 CtrZ; davon entfallen auf Verzehrungßgegenstände 7,198,659 Ctr. (+3, 14,920 Str.), auf Rohstoffe 6,502,956 Ctr. (+12,466 Str.), Halbxabrikaie 195,190 Ctr. (_125,884 Ctr.) 2c. Der Waarenausan (mt denselben Aus- nahmen) betrug 4,752,269 Ctr. _331,926 trß; VerzehrungSSge enstände 2,010, 70 Gtr. (_518,297 (EU.), auf Roh- stoffe 2282.05 Ctr. (+103,379 Gtr.), auf Halbfabrikate 81,151 Ctr. (+45,337 Ctr.) )(. Eine Uebersicht der mxter Kontrole des Haupt-Steueramkes u Stettin im Jahre 1876 eingegangenen iind aus claufenen SeescFiffa weist als eingegangen nach 2251 Schiffe 7:1" 03);_d.“avon 1199 Dampfschiffe; als außaegancxewwerden aufge- ubrt 29,94 Seeschiffe (+329), davon 1542 Damp schiffe.
Kunst, Wissenschaft und Literatur.
Lotzdon, 26, März. Am 24." d. M. sigkb biex nacb kurzer Krankheit Mr. Walter Bagebot, der langläbkksß Redacteur des
wird
davon kommen auf *
xeitenden Londoner Finanzorgans ,Eeonomist', im Alter von 01 Jahren.
__T-er „Daily Tele raph' bringt in seiner Nummer vorn 26;_Marz den ersten der Ytaul'eyschen Briefe, überschrieben .Lx'zung des Problems des Tangamka“, Derselbe ist datirt vom 7. August 1876, etwa 6Spalien lang und von einer Kaxte begleitet. _Die zweiteitalieniscbe Expedition für die Er- fSorschung yon (Zentralafrika [angie am 25. d. M. in uez an.
_,Dte Zölle und indirekten Steuern in Elsa - Lothringen, im Auftrage- des Ober-Präfidenten berausge ?Hn von L, Leidbecker, Kaiserlicbem Re- ierungs-RatH. Erster Hand- Straßburg. Verlag von Karl I. kühner. _ Die Einführung: einer neuZn Gesetzgebung und neueren Verwaltungspkinzipim in ein Land, „day biéher unter der Herrschaft verschiedener Gesetze gelebt b,at, Ut _ zumal in 'der Uebergangsperiode, in der sich die qxsetzgeberiscbe _Tbättgkeii häuft, so schwicrig, daß je; der Beitrag. zur Erleickxtxrung und Vereinfachung derfelben Aner- kennung verdient. Die vdrliegende Arbeitbathierauf umsomehr AnZPkucb', als ste _von kizndiger Hand in amtlichem Austraae unter- nymmen ist, und eine der wichtigsten und verwickeltften Materien, dle Zokl- urid Steuergrseßgekxupg, zum Gegenstande bat. Der Heraus- geber hat die_einschlagmen Ge1et_3e, Verordnungen, Regulaüve, Bun- deßratbsbeschlune und Erlaße nach systematischer Anordnung in grö- eremGruppen' gebracht, innerhalb derselben aber die Ökono- ygiiche Reibenfqlge Heobachtet. Dem Inhalte nach zerfällk die Sammlung in 51er Theile: der erste umfaßt die Verwaltixng nebst, einigen Gesetzen allgemeiner Natur, die bxyonders [music: zu praktischer Anwendung kom- i_nxn; die,;„wette behandelt den_Verkcbr mit steuerpflichtigen Gegen- ]tariden innerhalb des gememfchaftlichen Zollgebiets _ hiermit 1chltefzt der erste Band _, undder dritte die Geseßgebung in Bkzug auf die Zolle uiid gemetxischafilichen Steuern des Deutschen Reich; der vierte endltck) enthalt die GesetZe über die indirekten Landes- steuern uiid das Oktxm. „Von den gesammten gesetzlichen Bestim- mungen “tft der Voüjtßndtge Tert abgedruckt, die Verfügungen des GeneraldirektorH der ZoÜe und indirekten Steuern sind da egen in der Regel nur m den Anmerkungen erwähnt. Auf diese ist ewndere Sorgfalt VerWeNst, uw den Zusammsnhang der einzelnen Grund- bestimmungen und AußqurungSanordnungen möglixbst klar darzuthun. Die Vorbenicrkungen zu den _cmzelnen Abschnitten stellen die geschicht- liche Entimckelimg drr heytehenden Institutionen dar; die noch ZZÉtLZUden franzosisében Geieße sind in deutscher Ueberseßung wieder- en.
Gewerbe und Handel.
' dcr Märkisck; -Po1“ener Ei'enba n ür 1876 enthalt u. A. folgende Positionen: Einnahmen: ?Uebertéaa asus der_n Vorjahre 9507 «;ck, aus dem Personenverkehr 1,092141 „16, Guterverkehr 1,803,539 «„ Extraordinaria 131,642 „FQ, Rest 2889535, Zusan11ne:13,119,724«sé Angabrn: Restausgaße 15,608-16, Bcirrqb 1,737,228 „16. Zinsen der Prioritätsanleihe 150,000 „45, Ein- !age im den Reserwrfonds 46,500 „FC., in den Erneuerungsfonds 293,830 xxx., zur"Amortisation der PrioritätEanleihe 15,000 „14, Ei1enb§chmieuer fur 861,558 «15. 21,317 «14, 3? 0/0 Dividende pro 1875 fur die Stammprioritätcn 815,625 „16, Tantiéme fiir den Ver- Waltungsraxh 8156 «15., zu ammen 3,103,265 „45, so daß ein Vortrag auf neue Reckynuna'von 1',459 «ckck erübrigt. Die Betriebskosten be- trugen 58% der Einnahmen."
_ In der Generalverjammkung der Frankfurter Trans- Fort- und Glasversicherxings-Aktien-Gese[lschaft in rankfurt a./M. voni 27. Marz d. J. erstattete der Präsident des VerivaltungNanes Bericht über den Verlauf des Geschäftes in 1876. Demnach verblieb, nachdem das Schaden-Reserve-Konio mit 25700514 und das„Pramten-Reserve-Konto mit 86,358 Mä dotirt waren, ein Beingewmn von 56,730 „7-6, welcher wie folgt verwendet wird: 21,821 «kü zur Kapital-Reserve, 7481 „M zu statutarischen und ver- traglichen Tantiémen 1111527428.“ an die Aktionäre als 40/0 Divi- dxnde und. 12 0/0 Superdwidende. Das Kapital-Reserve-Konw be- lauft fich ]exzt auf 29,668 576.
*- Der Jahrcsyeright der Süddeutschen Bodenkredif- bank pro 1876 _Zntbalt folgende Daten: Die Pfandbricf-Cirkulation, Kelche Ende 1875 93926900 «45 betragen hatte, erhöhte ,Fick) im: «zahr 1876 auf 111,231,700 «M Der Htkpothekenstand hat ich bis Ende 1876 auf 117013925 «76 erhöht. Das Gewinn- und Verlust- konw zeigt folgende Positionen: erzie1te Provisionen 648,212 (46. ein- ;]eiidmmene _Zmsen 6,()11,903 «76, ver chicdene Gewinne und Ueber- chUffe 14,072 „46. : 6,674,187 «46 iervon find abzurechncm be- zahulte Provisionen 78,537 576, bezak) te Zinsen 4,653,922 „M., Ge- schaftskostcn 219,701'376, Abschreibungen, und zwar auf Disiigiokonw 187,918 25, Jmmwbtlfen 3786 „44 Und Mobilien 3594 “M, Verluste 19,933 „Fü : 5,167,387 „76. Zu den hiernach bleibenden 1,506,800-«16. kommt der Germnnvortrag von 1875, und zivar reiner Gewinn- vortrag 127,299 „M=, Provisionsrrserve 397,705 „76, ergiebt einen Totalngim von 2,031,805 «M _ Es Werden nach der Dotirung der Reserven, den Tantiemen 2c. 9% Dividende an die Aktionäre gezahlt.
Wien, 28. M'arz._ (W. T. B.) Der Rechnungsabschlus; der erditatistalt Weist emen Gewimisaldo von 656,406 Fl. auf. An 5Ilfktwen LMV vorhanden: Effekten 16,287,093 Fl., Portefeuille 33,317,30 FY, Kassabcstände 3,018,283 Fl., Vorskhüffe (mf Effekten „3,295,404 Fl., Debitoren 96,187,6 6 J!. Die Passiva bestehen in: Accepie 22567539 Fl., Reservefond 1,006,037 Fk., Spezialreserve 824,000 Fl., verzinsliche Einlagen 13,986,175 Fl., Kreditoren 75.189,634 Fl. Das Debitorenkonto Weist auf: Debi- toren, ivelchejmtt gleichem Betrage auch Kreditoren sind 25,819,161 Fl., irgnsiwrlscbx Bucbuiigsposten 3,410,182 Fl., Vorschüffe an den osierre1chischen Fmanz-Ministrr 9,100,000 Fl., Aushiilfsaktionen gcgen v,o[[e Deckung 285,000 Fl„ Einzahlungen (mf Konsortialgeskhäffe (it]cl. dcr Vollzahlung für die ungarische Goldrente) 11,878,426 Fl., Einlage bei der ungarischen Kreditbank 3,000,000 Fl., Debitoren aus dem„laxif_enden Vankgeychäftc 42,694,895F1. Die wichtigsten Geschäfts- ertragxyne des [anfenden Gesidcifte's _smd: Zinsen 2,977,811 “71, Provnwnexi 1,400,194 Fl., Dcvi1engejchäft 778,81] Fl. Das 2- sammtertragmß weist 5,2]3,194 F1. Die Aitsaaben bestehen in: Gehalte und Spesen 1,150,669 Fl., Steuern 365,788 Zl., Verluste- an F?rdexunaen 543,303 Fk., Gesammtaiisgaben 20.-39,760 Fl. Der Gxschaft5uberschuß aus dem laufenden Geschäfte 'bcträgi soxnit ohne Rucksicht auf die Verluste an Effekten und Kovsortiakgescbäftm 3,15_3,434 [. (7,88% des Aktienkapitaks). Der Verlust an Effekten [ckckth 2,4 9,169 Fl. Der Effektcnbeftand Weist, zum Course vdm 31. Dezember 1.3. Z. gerechnet, auf: Notenreate 3,572,222 [„ Aktien von Vapken 1,599,797 Fl., Eisenbabnaktien1,727,838 Fk., * ktien von. Jndustricunternebmungen 1,674,184 Fl. (dätlintér 683 Stück Inner- berger im Betrage von 19,533 Fl., 14,525 Stiick Judenburger im; Betrage von 72,625 l., 1408 Stück Schlesische KoblenWerke im Betragcxvon 15,599 l., 784 Stück Laurahütte mit 205 277 Fl., 300 Stuck Gutsinhabung Pardubi 1,140,000 FL,“ 1834 Stück“ FUD" deutsche Immobilien. mit 104,98 Fl.), Eisenbabnvrioritäten ind vorhanden 1111 Bekxage von 7,077632 Fl. (darunter Theifibahn, zum Courxe von„77,„'„ mit 4,056,040 Fl., S_alzburg-Tirolerbabn, zum Cour_e vo!) -9,2, mit 1,865 318 Fl., ungcznséhe Westbahn, zum Course VM S_5- mtt 468,130 Fl., Neuberg-Mariazell, zum Course von 55,7, mit 339-6029 Fl., Alföld - Fiumanerbahn, zum Course von 64, mit 225,152 “FU-
, "Washingtyn, 27.Mäv. (W.NB.) Der Schaßsekretär. ,Soerman hat weitere 10 Miélionen ***/20er Bonds zur Rückzah- tung einberufen. “
Die Bilanz
Verkehrs-Anftalten.
ZnGjesvaerin Norwegen wurde am 7. d. M eine Tele-
rapbcnstation eröffnet. Es ist dies egenwärtiß ZZ, am nörd- ichstcn gelegene Tele rapbenstation, wel e e jtirß ** . in 710 51“ nördlicher Breite befindet. xs - da fick.) dieselbe