"zum Betrieb; der im §. 59 der Gewerbeordnung vom 21. 'u111_1869 benannten Gewerbe wegen_ man: elnden edürsmffes versagt worden, die Klage bet dem ezirksvemvaltUUJSgerichte nicht zulässig sei, für zutre end nicht erachtet. Der Umstand, daß in dem §- 131, des, om: petenzgeseßes vom 26. Juli 1876 ein besonderer Hinweis quf §. 59 der Gewerbeordnung nicht enthalten sei, erscheine ni t geeignet, die Richtigkeit der entgegen eseßten 2111- na me zu begründen. Eines solchen Hinwei es habe _es ni t bedurft, weil die im €;. 59 der Gewerbeordnung bezeich- neten Gewerbe unter den im §. 55 Nr. 4 aufgeführten 1n1t- begriffen werden, der §. 59 also keine hesonderen Arten von Gewerben aufstelle, vielmehr 11111: besnmtne, unte]: welchen Vorausießungen und Bedingungen der Betrieb ew1ffexArte11 der im §. 55 Nr. 4 bezeichneten Gewerbe zuzula en sei. Daß durch den §. 131 des Kompetenzgeseßes vom 26. Juli 1876 die Zulässigkeit der Klage bei dem BezirkSUcrwaltnngSgerichte auch gegen Verfügungen der zuständigen Behörden, durch welche der Legiti1nations1chein zum Betriebe der im §. 59 der Gewerbeordnung bezeichneten Gewerbe versagt worden, habe ausgesprochen werden sollen, sei aus den dem Erlasse des Kompe- tenzgefeßes vorausgegangenen Verhandlungen deutlich zu ent- nehmen. Wiihrend nämlich (der dem Landtage Seitens dex Staatsregierung vorgelegte Gesetzentwurf die (Hutschen- dung iiber die Verfiigun von Legitimatio11eZschcine11 zum Gewerbebetriebe im Um erziehen in allen FäÜen den Verwaltungsbeschlußbehörden überwiesen hatte, 121 von der )(11. Kommission des Hauses der Ab eordneten vorgeschla- gen worden, diese Entscheidung iibera _ mn besonderer Hervorhebung der Fälle des §. 59 der Gewerbcordnung _ den Verwaltunngemchten zu überweisen, welcher Vorf lag demnächst von dem Hause der Abgeordneten zum Besch 11T? erZobcn und von den iibrigen gesetzgebenden Faktoren gle1 fa s angenommen worden sei.
_ Die rechtswidrige Zueignung 11011 adgdspielten, "aber noch nicht zur Erlangung neuer Loose fiir 01? nächst'e Lot- terie verwendeten Loosen der Preußischen Kla sen-Lotterie der 1.,11., 111. oder 117. Klasse ist nach einem rkenntniffe des Ober-Tribunals vom 15. Februar 1877 als Diebstahl re- spektive Unterschlagung zu bestrafen. _Die Strafbarkeit dieser Handlung ist auch dann nicht auSgeschloffen, wenn die Loose einem Loosehändler gestohlen respektive unterschlagen werden, den reglementSmiißig keine Loose verkauft werden dürfen.
_ Der seit erige interimiftifche Gcschäftsträger in Kon: stantinopel, Wir liche Legations-Rwl) ])1.Busch hat znm Zwecke der Wiederaufnahme seiner Dienstobliegenheiten 1111 AUÖWärÜgLU Amte Konstantinopel verlassen, nachddm er die Ges äfte der Kaiserlichen Botschaft dem B011chasts-Rath Graen von Radolinsky übergeben.
Baden. KarlSrnhe, 31. März. Die „Karlsr. Ztg.“ schreibt: Eine Straßburger Korrespondenz des „Frgnkfnrxer Journals“ 110111 26. d. M., welche inzwischen anch 111 einige badische Zeitungen iibergegangen ist, brmgT die a11gebl1ch auf gutem Vernehmen beruhende Mittheilung, daß Verhand- lungen zwischen dem Reick) und der badischzn RegierunK wegen einer Vereinigung deZ elsaß:lothringiichen e1chs- Eisenbahnneßecs mit dem badische11E1senbahnneße unter einer gemeinsamen Direktion mit dein Siß zu quls- ruhe im Gange 161111. Wir sind in dsn Stand geseßt, d1es'e Mittheilung fiir grundlos zu erklären. _ Dns M1- 11isteri11111 des Innern hat, dem „Frkf. J.“ zufolge, 1111t Ver: fügung vom 27. 1.1. M. die altkatholische Gemeinschaft zu Mannheim als staatliche Gemeinde anerkannt, nachdem die betreffende Nachwsisung die Zahl der selbständigen Mit- glieder zu 340 angegeben hat.
Mecklenburg. Schwerin, 2. April. ( „. N.) Wie die
„M. A.“ vor einigen Tagen meldeten, wird der 9 egierim „s:.Nati) Schmidt in Neustreliß zu Mi aelis d. J. ach M1tg1ed des
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Ober-Kirckwnrathesz in Gro herzoglich 1neckle11burg:schwe-'
ri11sche Dienste treten. _ Nachdem der Bau einEZ Schlosses an der nördlichen Seite des Alten Gartens seit 1842, also 35 ZYX, geruht hat, ist in diesen Tagen an derseiben Stelle der an einss Museums in Angriff genommen worden. Dex ver: ' storbene Großherzog Paul Friedrich wollte hier sein Residenz- schloß erbauen. Nach seinem Tode aber blieben die downs fertigen andamente bis zu diesem Augenblicke lisgen und werden jetzt, so weit es UUJLM, fiir das 112116 Musemn benutzt, welches eine architektonische Zierde der Residenz FU werden verspricht. Hr. Hof-Baurath Wiildrandt ist der eitende Architekt bei diesem Van.
Oesterreich-Ungarn. Wien, 3. April. Das jüngst: Biilletin iiber das Befinden der,?“ran Erzherzogin Mari: Theres e lautst: „Ihre Kaiierli ,e Hoheit d1e Fynn Erz: herzogin Marie Therese haben mehrere Stunden ut „geschlafen, die Rachengebilde sind nur an kleinen Stellen 110 11111 Exsudat belegt. Die Gelenksschmerzen haben ihr; Steile zum The1le gewßdchselt und sind im Ganzen sow1e d1e F1eberbewegungen ma 1 .“ *
Frag, 31. März. Gegenüber den tendentiösen Be- séwerden von czechis er Seite weist das „Prager Abend- b att“ nach, daß die tatthalterei ihr Mögl1chftesf zur _Fdr- derun der öffentlichen ErwerbSthßtig'kUt 112111711136 und daS bei der Vertheilung der Spsnden für d1e Nothle1den- den ine Rücksicht auf die Nationalität genommen werde, troßd m von czechisscher Seite bisher noch nichts für die Noth- leidenden eingeflos en sei. Bei der Bewikligung von neuen Schulen werde ebenfalls der nationalen _Glcichberechti ung voll- ständig Rechnung getragen, da im Vorjahre 46 czecZische und 24 deutsche Schulen neu gegründet und 85 czechische und 57 deutsche Schnlen erweitert wurden.
Pest, 31. März. Ueber d1e Stärke der verschiedenen Parteien im Abgeordnetenhause ye'röffentlicht „Hon“ die foxgenden Daten: Die Zahl der verifiz1rten Abgeordneten be: tragt 441; von diesen sind in das Klubbuck) der liberalen Va'k'tLL 253, der unabhängigen Libera1e11 69, der Op: Posttwn dex Rechten 26, der äußersten L1nken 31 einge- txagen; blinden somit 62 Abgeordnete, wovon ein Theil zwar eine bekannte Parteistellung einnimmt, jedoch keinem der ge: nannten Kinds angehöxt, während die politischen Prinzipien dxs Restes unbekannt smd. Zu den ersteren ehören 20 säch- sif e „Abgkordnete'. Von den Kroaten Find drei keinem Klu be1getrete11, wahrend drei Andere sich in den Klub der Rechten e111gezeichnet haben.
Großbritannien und Irland.
London, 2. April. (A. A. C.)
England beginnt bekanntlich sein Finanzjahr
mit dem 1. April eines jeden „Jahres. Heute liegt schon der detaillirte Ausweis über Staats:Einna men und Aus aben vom 1. April 1876 bis 11111 vorge rigen Tage einsch ießlick) vor. Die esammten innahmen betragen 78,565,036 Pfd. Sterl. 11 er 1,433,343 Psd. Sterl. mehr als die Einnahmen des vorhergehenden Fmanzjahres und unge: führ 153,036 fd. Sterk. mehr als die Voranschläge des Budgets. An iesem Zuwachs der Staatseinkünfte sind fast alle Einnaxmequellen betheiligt, mit Au6nahme der Zölle und Stempelge 11116. Die ZöÜe lieferten einen Ertrag von 19,922,000 Pfd. Sterk. gegen 20,020,000 Pfd. Sterl. im Vorjalere' die Accisegefälle 27,736,000 Pfd. Ster]. gegen 27,626 000P . Éterl. im Vorjahre" die Stempelsteucr 10,890,000 YH. Sterl. gegen 11,002,000 fd. Sterl. im Vorjahre; die rund- und Ge- bäudesteuer 2,532,000 Pfd. Sterl. gegen 2,496,000 Pfd. Sterl. im Vorjahre; die Einkommensteuer 5,280,000 Pfd. Sterl. gegen 4,109,000 Pfd. Sterl. 1111 Vorja re; die Post 6,000,000 Pfd. Sterk. gegen 5,950,000 fd. Sterl. im Vorjahre; die Telegraphenlinien 1,305 000 Pfd. Sterl. gegen 1,245,000 Pfd. Sterl. im Borja re; die Kronlän- dereien 410,000 Pfd. Sterl. gegen 395,000 Pfd. Sterl. im Vorjahre, und verschiedene andere Einna men 4,490,036 Pfd. Stcrl. gegen 4,288,693 Pfd. Sterl. im orjahre. Was die Außgaben des abgelaufenen Finanzjahreéz betrifft, so wurden dieselben im vorjährigen Budqet einschließlich der Etatsiiberschreitungen auf 79,020,000 Pfd. Sterl. veranschlagt. _ Am Freitag starb Sir David Dundas, Mitglied des Geheimraths, im Alter von 78 Jahren.
Frankveich. Paris, 1. April. Die „AgHav.“ veröffent- licht folgende Note: „Man sucht vergebens in gewissen Kreisen dem Zwischenfall, welcher von den Senatoren herbeigefii rt (301119176) wurde, die von demHerzogDecazes Erklärungen ii er die dem Papste bersitete Lage gefordert haben, eine künstliche Wichtigkeit zu geben. Dieser Zwischenfaü iibrt sich selbst auf seine wahrén Verhältnisse zurück. Der inister der Aus- wärtigen Angelegenheiten hat auf die. Interpellation seine Rede vom 20. Januar 1874 paraphrasirt, dsren Ausdrücke bei Niemand den gerin sten Zweifel iiber den Willen der französis en Regierung aden Übrig lassen können, mit Jta- lien die esten Beziehungen zu unterhalten.“
_ 2. April. (Fr. C.) Der französische Botschafter am
aris eingetroffen. _ Morgen beginnt in Paris der se ste atholische Kongreß unter den Auspizien des Kardinal- Erzbischofs von Paris, der Herren Ehe?:nelong, de Mun, von Belcastel nnd Genossen. Der Kongreß taZt als Privat: versammlung, zu der man nur gegen eine esondere Ein- ladungskarte Zutritt erhält. _ In einer Polemik mit dsm „Univers“ veröffentlicht die „Petite Republique francxaise“ eine Liste von 22 Mitgliedern des katholischen Kleruéz und seiner Partei in Frankreich, die seit dem 1. Ja- nuar d. J. wegen gemeiner und meistens wegen Ver- bre en gegsn die Sittlichkeit strafgerichtlich verurtheilt wor en sind. _(Köln.Ztg.)Das „Univers“iheiltmit,derConseilSpräsident J u [ e s S i m o 11 habe vor seiner Abreise nach V.1iedig dem Polizei: präfekten _den Befehl ge eben, eine Verordnung zu erlassen, durch welche das katho ische ,Czamité von Paris auf: gelöst wird. _ Der Minister 79.1: öffentlichen Bunten hat dem von der Deputirtonkmnmer nach der Verathun? iiber die Verschmelzung mehrerer Eisenbah11geselschaften zweiten Ranges mit der Bahn von Orleans ausgedrückten Wunscbe entsprochen Und Unterhandlungen zum Rückkauf der die- sen Gesellschaften concedirten Linien eingeleitet. Zwischen dem Minister und den Gesellschaften wurde das sckiedsrichteoriiche Verfahren vereinbart. Vorgestern wurde eine ersWoMmsjion zmn Rückkauf der Gesellschaft von Cbarentes ildet. Die S iedHrichter sind bkanftragt, den Werth nach den wirklichen Ko ten der Herstellung der Linien zu bestimmen. Die Gesell- schaften der Vendée, diejenigen von Vressuire-Poiiiers, Poitiers- Saumnr 11. s. w. stimmcn diesem Verfahren bei. Zu gleicher Zeit vsrfolgt der Vauten-Minister die Unterhandlm1gen1nit der OriennéZ-Gescüschast betreffs der Uebernahuw dieser Linien und einiger anderer, welche den Eisenbahngestllschasten von Nantes, von Maine-Loire, von Clermont-Hulle 11. s. w. ge- hören. Diese Unterhandlnngen 161111211 im Monat April 11e- endigt sein und ein neuer Entwurf wiirde dann bei Wieder: aufnahme der Session vorgelegt werden können.
_ 32111111. Daß „Journal officiel“ veröffentlicht ein Dekret des Präsidenten, welches dem Marins-Minister, Vize- Admiral Fonrichon, die Vertretung des MinisterS der Auswärtigen Angelegenheiten, Herzogs Decazes, während der Abwesenheit desselben iiberträgt. _ DLV Herzog DecazeS ist, der „Corr. Hav.“ zufolge, am Sonntag nach Cannes ab: gereist, wo er bis zum 10. April verweilen wird. _ Das Gerücht, wonach die Reise der Ministßr Jules Simon und Léon Say nach talien Besprechungen bezügli des Han- del-Zvertrages nut ,;talien zum Zweck hätte, wir von der „Corr. Hav.“ fiir unbegründet erklärt.
Griechenland. Athen, 3. April. (W. T. B.) Die Einberusfung der Deputirtenkammer zur außerordent- lichen Ses ion ist, dem Verneh111e11 nach, fiir den 7. k. M12. in AuSsicht genommen. _ Das (Heseß iiber die Aufstellung einsr außerordentlichen Reserve soil soxort 111 Wirk- samkeit treten; wie es heißt, wiirden dre1 Ue ungslager ge- bildet werden.
Türkei. Konstantinopel„ 3. April. (W. T. V.) Auch. heute hat wiederum ein M1n1sterratl) tattgefunden, der fick) aller Wahrs einlichkeit nach 1111t der Frage des €FFW- tokolls beschäftigt at. Dasselbe w11d, obwohl es der forte
itiYaltlich durch iFren Botschafter in London, Musurus Pascha,
?Toßbritannischen Hofe, Marquis d'H a r c 11 U rt, ist heute frii in
be annt ist, of iziell durch die Geschäftsträger der Mächte voraussichtlich ert Ende der Woche 11011 3111 werden und aiS- dann gleichzeitig an die YUM die An orderung ergehen, sich mit Rußland wegen der brüstun Sfrage in Verbindung zu seßen. Ueber die Ansi ten der P N16 111 Betreff dex: Proto: kolls liegen noch keine ' eren NachrtchZen vor.
_ Dem W. „ emdenbl.“ _ wird aus Konstanti- nopel, 2. April, gemeldet: Wie 111 „den hiesigen Regie- run skre1se11 versichert wird, beYbe sich Abdul Kerim Pa cha nur zu dem Zwecke zur onau-Armee, um die: seibe zn inspiziren nnd diirfte er s 011 nach einigen Tagen Wieder 21erher zurückkehren. _ DÜ'S 6 en von Torpedos an der al anefischen Küste, wom1t 6th vor wenigen Tagen begonnen wurde, soll noch imLa11f_e die er Woche wieder ein- gesteilt werdcn. _ Die Vorarbeiten zur Ausführung des Vilaxetgeseßes, das vorgestern der Kammxr zur parla- mentarischen Verhandlung unterbrenet wurde, 1ind schon im
ganzen Reiche im Gange und dürfte daher mit der Ausfüh- rung dieses Gefeßes, nach dessen Votirun , noch im Laufe dieses Monates begonnen werden._Jn ie 1gen diplomatischen Kreisen glaubt man, daß, da die politis Situation sich sehr Jebeffert hat, selbst wenn der Friede mi“. Montene ro is zum 13. ds. nicht zu Stande kommen 'ollte, es des alb dennoch zu ke1nem Blutvergießen me r kommen werde. _ Die türkische Regierung hat Weisungen an die kommandirenden Offiziere am Yavor und an der Drina ergehen lassen, und war an die Eriteren, eine Kette von Hochplateaus gegeniiber ovi- Bazar und Sjenißa _ und an die Leßteren, die Jnéeln in der Drina zu räumen, wodur dieEvakuationdes bisjeßt estrittenen Terrains vollständig wir . Die serbifche Regierung ihrerseits Yk ihren an der Drina und dem Yavor stationirten Offizieren
efehl ertheilt, si mit den türk1chen Offizieren ins Emver- nehmen zu setzen un die endliche Uebergabe der in Rede stehenden Positionen auf jede mögliche Weise zu erleichtern. _ Der Neffe und Abgesandte JakubBeg 5 aus Kaschgar, Said ak ub Khan, ist richtiLZ hier eingetroffen. Derselbe ist der eher- bringer vieler eschenke und 1111 eines Schreibens seines Souveräns an den Sulta11,_in we chem dieser sick) bereit er- klärt, die Oberhoheit der Psorte anzuerkennen, sowie er es schon bei Lebzeiten des Sultans Abdul Aziz gethan at. €3Yugleich bittet er, die Pforte möge sich diplomatisch bei en
eemächten Europas verwenden, auf daß diese den chinesi- schen Hof bewe en sollen, von seinem begonnenen Feldzuge gegen Kaschgar a zustehen.
_ Der Entwurf des Vila'etgeseßes, der dem otto: manischen Parlament zunä st unterbreitet wird, ist, wie man der „Turquie“ entnimmt, auf der Grundlage des De- zentralisationSprinzipes und der auf die Provinzverwaltung bezügliYen Artikel der neuen Verfassung ausgearbeitet. Um die raf e Einfiihrung dieses (Heseßes zu ermöglichen, hat der Großvezier ein lanxzes Cirkular erlassen, in welchem die Gouverneure der einzelnen Provinzen aufgefordert werden, sofort zur Abgrenzung der Gemeinden zu schreiten. Jede Gruppe von Dörfern und Marktflccken, die zusammen eine Bevölkerung von mindestens 5000 und höchstens 10,000 Köpfen zählt, wird künftighin eine Gemeinde bilden, deren Lauptsiiz der bedeutendste V11nkt_dieser Grnppe sein soll.
iese vorbkreitende Arbeit folk in ]edem Vilajet Unverziiglick) von einer aus sachverständigen Leuten gebildeten Spezial- Kommission vorgenommen werden.
_ Aus Konstantinopel, 27. Mä?1T schreibt man der „Vol. Korr.“: „Die Wiederaufnahme der üstungen macht natürlicherweise neue Fonds nothwendig, welche die Re ierung durch eine neue Papiergeld-EmiYion zu beschaßsen ge- denkt. Zn diesem Ende greift dis forte auf d1e rühere Maßnahme zurück, welche die Ziffer des auszugebenden Papier- eldes auf zehn MiÜionen türkis eLire, daS ist 230 Millionen rancs, festseßte. Vis jsßt hat ie erst die Hälfte di-Ifss Be- irageH emitiirt. Durc? die Umstände gedrängt, hat sie soeben beschlossen, anch die iinf weiteren Millionen in Umlauf zu scßen. Binnen Kurzem werden wir sonach 1111t Papiergeld Überschwemmt sein, während baare Münze immer seltener werden wird. Das Agio beträgt 1th bereits 70 Prozent. Die neue Emission wird das Papier zweifelsohne vol!- ständig entwerthen und das öffentliche Elend LrhöhL-U. _ Die Deputirtenkammer hat gestern abermals eine öffentliche Sißung gehalten. ' Die Deputirten vsrsammeln sick) täglich _ Sonntag und Freitag ausgenommen _ in geheimer SiJng und nur ?in- oder zWLimal die Woche läßt der Kmnnwr- rä- sident Achmed Vesik E endi einige der Blätter _ dcr Reißen- folge nach, nicht alis g sichzeitig _ und einigs andere Per ön- lichkeiten einladen, so daß ianLsammt etwa 80 bis 100 Zu- hörer anwesend sind. Die parla1nentarischen Arbeiwn WWW nicht vorwärts zu gehen; es sind 10 Tage seitdem dic Kammer zusammengetreten ist und 110ck)l)atsieil)re G 2 s ck (1 sts d 1“ d n 11 11 9 nicht durchberathsn und votirt. Die Debatten dsr gestrigen öffent- lichen Sitzung boten kein grdßercs Interesse, als jsne dsr vor- aiisgegangenen. Und ohiw den durch einige 111111111?- nnd Zriechische Dsputirte hervorZerufsnen ZwischenfaÜ, dieselben es19h€11 nämlich anf der A änderung der Artikel, lictrcffend die Juterpeüationen an die Minister, wiihrend der Präsident dieses Kapitel absolut durchdringen 111111 _ ohne diesen Zwischenfali also hätte die Sißung nur das Sxizauspiel Unseres alten Staatswthes gebildet, dessen Mitglieder in vollständigem Schweigen verharrten und nur ab und zu das Evet Effendim (Ja, Herr !) hören ließen. Das gesammte Kapitel wnrde nicht votirt und der von der Majorität geschlagene Präsidsnt ver- tagte die Berathung auf eine andere Sitzung; Noch ist das [salbe Reglement zu [wrathen nnd eZ werden d1ese Verathungen ei dem langsamen Gange der Arbeiten 11011) mehrere Sitzungen ausafiillen. Es ist somit mehr als zwe1felhast, ob alle durch das Rundschreiben Safvet PafZas' a11gekiind1gten Geseßentwiirfe noch in dieser Session znr ot1rung gelangen. _ Ueber die Absendung Mr. Layards nach Konstan- tinopel schreiben d1e „Times“: „Jene, welche Sir Henry Elliot auf Grund seiner unüberwindlichen Parteilichkeit fiir die Türken angegriffen haben, werden schwerlich besser zufrie- den mit der Anstellung eines Gentlemans sein, welcher als ein starrer Kämpe der ottomanischen Regierung während der zweifelhaften Periode bekannt war, in welcher diese so viele Millionen englischen Goldes an sich zog und damit so wenig Gutes that. Aber Herr Layard, ob er nun ein Turkophile bleibe oder ni t und vielleiY gerade deshalb, weik er einer ist, besitzt die “( ähigkeit, die chwächen der Re iernng und des Volkes zu sehen, den Muth, kräftig dem ultan,u11d den Paschas gegeniiber aufzutreten und den gesunden Smn, seine FLUG Voreingenommenheit den Interessen Englands und der *iirde seiner SteÜung unterzuordnen.“ '
_ , Ueber die Lage der Christen 111 _Unter- AlbÖnien schreibt man der „Pol. Korr.“ aus Prisrend, 16. ärz: .
Seit es bekannt wurde, daß Serbien Frieden mit der Pforte geschloßen und Fürst Mikan fich abermals als Vasall dem Sultan unter1verfe11111ußte, ist dsr Uebermuth der Mohamedaner 1112111- Serbien auf das Höchste gestlegen. , Sie schanen auf alle Cbrtsten. namenUici) aber auf die Serben, mit „grenzenloser Verachtung herab und erlauben sich Ausschreitungen, dre d1e aligemeine Sicherheit eradezu illusorisch machen. In Prtichtxna, dieser neuen Haupt- ?tadt des neu errichteten Koffower V1la eis, sind Raub und Mord an der TageSordnung.„ Es vergebt eine Nacht, in welcher nicht ein oder der andsre Christ anégeraubt und ermordet wird. Aber auch am hellen Tagx Yommen M1xzband1nngen empörendster Art vor. Die in Prisrend reiidirenden Kon 11111 Haben durch Ausflüge nach Priscbtina, wo bi? jetzt noch kerne K_onsulate inftaÜirt Wurden, sich von dieser tcaur1gen Lage der Dinge persönlich überzeugi. An Schritten bei den kompetenten Behörden fehlt es nicht; leider bleibt aber Alles erfolglos. Nock) trauriger gestaltet sic!) die Lage der Dinge in Ipek, diesem uralten Stammsitze dcs ScrbentHums und des seit
Jahrhunderten ein egangenen serbischen atriarchats. Diese Stadt befißt einx scbßne, irche, die auf Kosten es außerhalb der türkischen Grenzen 111 gluchtchexen Verhältnissen lebenden serbischen Volkes ge- baut wurde. Die Kirche ist nun seit Wochen (zeschloffen, _da man einen türkischen Ueberfall der Kirchenbesucher befurchtet. Die Furcht vor deni gewaltig überhandnebmenden Fanatiömus ist so gr_o , daß selbst "o_te Jpeker Schule eschloffen wurde. Man wagt 111 t, die Kinder'm die Schule zu scZicken. Diese wilden Leidenschajten werden tbeilwech; diirch die Re1ierung selbst entflammt. Um die Aysopfe- rungsfa tgkett der Mobamedaner, die cht zur Landsturmverpfi1chtung ange alten werden, künstlich zu erhöhen, w1rd von Amtswegen dqxgestelli, daß ußland die Absicht hege, das Reich des Suxtans zu zertrummern, den Glauben zu vernichten und alle Rechtßglaubtgen zu Sklaven zu machen. Die odzas schildern diese Gefahren zu den dusiersten Harden und aif en FanatiSmus wird in bedenkltcbste'r Weise ge- ündtgt._ 'Die armen, geheyten und eingeschüchterten Christen Werden andexerxeits wieder auf alle mögliche Art in Anspruch genommen und 1111 Interesse der Mohamedaner zu Dienstleistungen angehalten. So mussen 800 christliche Arbeiter, allerdings von einem Vataiilon Rcdifs 'unterstüvt, die unpraktikabel geWordene Straße zwischen Mitrovx a und Novibazar herstellen, theilweise ganz neu bauen. Diese. traße ist fiir die Beförderung von Truppen und Kriegs- materml nacb BoSnien und der Herzegowina äußerst wichtig. Die Arbeiten Und schon ziemlich vorgeschrrttcn und es ist zu erwarten, das: dieselben 111 sechs Wochen beendet sein werden.
„Belgrad, 3. Apr1l. (W. T. B.) In der Wohnung de.?- 1tal1en1xschen_Kons,ujls waren vorgestern bei Gele en: YU des Zapsenstrnchs einige Fenster zertrümmert wor en.
as „?lmtsblatt“ drückt heute das, Bedauern der Regierung iiber d1esen Vorgang aus, der, w1e die eingeleitete Unter: suchung ergeben, 11011 11121 fremden Knaben verübt worden iet nnd welchem keiner 21 gegen den Vertreter der italienischen Regierung gerichtete Absicht zu Grunde liege. _ Zur Aus- arbeitung deß Entwuer emer , neuen HeereSOr ani- sation ist eme besondere Komm1ffion niedergeseßt worden.
Nuß1and und Polen. St. etersbnrg, 2. April. Ddr „RegwrungS-Anzeigexk“ erhält olgendes Telegramm ans K1sch1new vom 31. Marz: Nach einer zwölftägigen Rcise zur, Besichngung' der Truppenthetle der aktiven Armee ist Se. Ka1ierliche oh91t der_Ober-Kommandirende heute um 51 Uhr Na,m,1t'tags 'm Beglejtung Sr. Hoheit des Herzogs Eugen Max11111l1anow1is von Leuchtenberg, des Stabs-Chefs nnd der Smte nach Kis inew zurückgekehrt. Auf dem Bahn- hof? wurde der Großfürst von allen Chefs, den anwesenden O_f_f1 ieren und, den Chargen des Stabes empfan en. M16 in Kn inew bef1ndl1ch€n Truppen bildeten die auschanskaja entlang Spal1er. Be1m „Palais war eine Ehrenmache aufge: stellt. 'Der Empfang Se1tens der Truppen imd des Volks war e1n begeisterter.
Afrika. Aegypten. Alexandria, 1. April. (Daily News.) Der Kapitän Burton verließ gestern Suez im be- sonderenAustrage des K edive. Der Zweck ist unbekannt. Der Bes111nmungsvrt ist orlah, ein Seehafen an der ara- bis en Küste de?) Nothßn Meeres, naLe dem Eingangs ziim Go_f 11011, _Akabah. Kapnän Burton fu 1 auf dem ägyptischen Krie sschifse „SezmaarÜab Und war bdgleitet von zwei euro: pä1s en und 311161 ägyptischenStabsoffizieren sowie 811161.“ Leib- wache von außerlesenen Truppen.
„Nr. 13 des „Central - Blatts für das Deutsche Reich“, heraizsgegeben 1111 Reichskanzler-Amt, hat folgenden In- Halt: AÜaeweme 'Verwaltungssachen: Verweisung Von Ausländern (1116 dem Re1chsgebtet. _ MünzWesen: Ueberficht über die Ausprä- snmg von R61chSmiinzen. _ Zoll- und Steuerwesen: Errichtung von Stenersteiien. _ Maß-wnd GewichtStvesen: Bekanntmachung, be- ixxffend die znr Beglaubigung der periodischen Nacheichung der guß- enernen Genncbie dentscher Form in Elsaß-Loihringen anzuwenden- den Stempel. _ MilitärWesen: Bekanntmachung, betreffend Berich- ttgung der Landwebrbezirks-Einthcilung. _ Marine und Schiffahrt: Extbeilnng eines Flaggenattestes. _ Post-_ und Telegraphenwcsen: Emheidlicher Packetpoxto-Tarif im Verkehr zwischen Deutschland und-Danemark: Beitritt fremder Länder zum Allgemeinen Post- vexein: Vriefverkehr zwischen Deutschland und Canada; Bricfverkehr 11111 Tunis, Tripolis und mit St. Helena. _ Konsiilativesen: Todesfall.
_Nr.8 des Armee-Vercrdnnnch-Blattes hat folgenden Inhalt: Diesjährige größere Truppenübungen. _ Behandlung 11ach- gxmachter und verfälschter Reichsba11knotcn. _ Einführung eines Unbeitlichen Papierformats. _ Ausbildung der 311 den Piomer-Ba- ta1Üonen behufs UnterWeisun im Feld-Pionierdienst kommandirten Unteroffiziere der Infanterie, ?owic der Jäger und SchülZen. _ An- legen der Uniform Seitens der einjährig-freiwilligen Pharmazeuten. _ VorräihighaltunZl von Formularen aus dern Reglement über die Remontirung der rmee bei der Köni lichen Staatsdruckerei. _ 1. Nachtrag zu der Instruktion znr AiisZiibrung des Gesetzes vom 17. Juli 1865, einige Abänderungen des Reglements fiir die Offi- zier-WiLTWenkaffe vom 3. März 1792 betreffend, vom 26. September 1865. _ Extraordinäre Verpflegungßzuscbüffe pro 2. Quartak 1877.
,_ Nr. 6 des „Marine-Verordnungs-B[atis“ hat fol- 911152 1 Inhalt: Revision und Lüften der Munition resp. der Pulver- und Granaikammern an Bord S. M. Schiffe und Fabrzenge. _ Eßgerath der Mannschaften auf in Dienst gesteliten Schiffen. _ Zu- sa? zii dem §. 1 des Kontraktschemas fur Stewards und Köche. (5) karnie-Verordnungs-Blatt Für 1873, Nr. 66, Seite 70.) _ Abgabe dez: 'Schiffsausriistu11JSgegenstande bei der Außerdienststellun in ge- reinigten) Zustande. _ Vermeidung und Bekämpfung 111.111 In ektions- Krankhetdn. _ Geldbeschaffun? 111 Barbadoes. _ Verpflegungs- zuschuß fin: das 2. Quartal 187 . _ Bemerkung zur „Zusammenstel- lung der vorhandenen Geschüykalibcr ic. Berlin, 1873.“ _ Fertig- machen von Uebungs ranaten. _ Umarmirung S. M. Korvetten „Armdne“, .,Luise“ U11 „Freya.“ _ Personal-Veränderungen._Be- 11achrichtigungen.
Reichstags :Angelegenheiten.
Dem Reichstage ist der Enthrf eines Gesetzes, betreffend die Feststeliung des Landeshaushalts-Etats von Elsaß- othringen für das Jahr, 1878, nebst Geseßeßanlagen .4„ 13. und 0. und Etatöanlagen 1. [116 F111. yorgelegt wvrden. Der Etat schließt in AuSgabe und Einnahme m1t 39,353,315 „46: Von den Ausgaben sind 32,911,712 .“ fortdauernde, 6,441,603 „14 einmalige und außerordentliche.
Statistische Nachrichten. -
„ Mortalitäts-Statistik und Gesundheiisverhält' 11 Life. Gemäß den Veröffentl1chungen dcs K"a1scr11che11 G esnnd e1tsamts find bis zu der am 24. Marz cr. beendetenckztv'olften
ahresnwche von je 1000 Bewohnern auf den Jahresdurchs matt,be- rechnet, gestorben: in Berlin 26,5, in Breslau 33,5, 111 Konigs- herg 31,6, in Cöln 25,3, in Hannover 18,71, in Magdebur " 38,4, in Stettin 19,9, in Altona 32,7, in Straßburg 41,5, in ' unchen 33-1, in Augsbur 45,7, in Dresden 33,4, in Letpzig 21,1, 111 Stutt- gart 19,3, in rau11sch1veig 33,7, in Karlörube 18,0, m Hamburg 26,6, in Wien 35,8, in Budapest 49,6, in Prag 54,3, in Basel 29,7,
in Brfzffel 26,5, in Paris 30,7, in Amsterdam 29,8, in Rotterdam 25.9,_ „im, Haag 21,5, in Kopenhagen 24,4, in Stockholm 33,2, in Cbrisiiama 20,4, in Odessa 31,6, in' Warschau 23,2, in Neapel 36,5, 111 Tu'rm 31,7. in Bukaresi 33,8, in London 26,6, in Glaßgow 37,2, 111 Ltvxrpool 30,6, in Liffabon 34,7, in Dublin 31,3, in Edin. burgl) 23,0, in Alexandria (Aegypten) 43,1, in New-York 27,1, in Philadelph1g 19,1, 111 Boston 20,7, 111 San Franzisko 21,3, in Cal- cutta 30,3, 111 Madras 132,0, in Bombay 47,0.
Wahrend der Berichtszvoche hielt fich die Luftwärme im Ganzen auf_ dersxlben Höhe wie m der "Vqrwoche und zeigte nur gegen die zweiteXxglfte der Woche in den sudltcheren Stationen nebst Breslau e1n_e__ armestetgerung. Auch der Gang des Luftdrucks war ein ma"131g sch1va11kendxr und so niedrig wie 111 der Vorwoche; nur in Mnnchewwar d1e Schwankung desselben am 20. bei bedeutender Warmexsteigerung' (bis 111 + 13 Gr. R.) eine größere.
Dte allgememe Sterblichkeit in Deutschland Hat ge en die vor- bxrgegangene Woche etwas abgenommen; die Ster lichkeitsver- baltntßzabl sank von 29,8 auf, 28,5 (auf 1000 Bewohner und aufs Jahr berechnet). Die Vcrmmderung betraf fast ausschließlich das Krundeßalter b1s zu 5 Jahren, welches in der Vorwvche die hguptsachlrckstq Steigerung erlitten hatte. Am stärksten war dtx Stexblrxhkettßabnabme im süddeutschen Hochlande und in den benden ostlichsten Städtegruppen, wo fie in 17er Vorherge augenen Woche am me1sten zugenonnnen hatte. ' Dage en war diesel e in den Mttteldeutschen Gruppen, vorzugsweise in der [ltersklaffe von 20 bis 40 Jahren, die in _der vorangegangenen Woche eine Minderung der Sterbl1chkcxit aufw1efen, eine erhöhter'e' namentlich ist die Zahl der an Schwwdsucht und an entzündli en Prozessen der Athmungs- oxgane Gestorbenen eine namhaft größere. Es machten fich also in diesen Gegxndezi die Folgen der Übeln, bis dahin herrschenden Witterungsctnfluffe erst eine Woche später geltend. Ein ähnliches Verhalten dteser Todeöursachen zeigt sich auch in den klimatisch wilder gelegenen größeren außerdeutschen Städten Wien, Paris London. Masern, Diphihene, Keuchbeusten und Unterleibs- typhus Haben 1m Ganzen gegen die Vorwvcben akgenommen, Schar- lach, Flecki'yphuß (in Obers_chles1en) auf derselben öbe gehalten. In Wien laßt dte Typhu6ep1dem1e nach; gls hauptsä liebstes Motiv zur Entstehung der Epidemie hat fich die Benutzung eines Theiles der alten, langexc Zeit unbenutZt gebliebenen, Kaiser-Ferdinands (Donau) WasserlUiung ergeben, die kve en Mangel an Hochquellen- Wassers anakordnci 111111 und in dessen augkanälen das dort stagni- xende Wasfer niit Zerseizunnsprodukten überhänft war. _ In Paris ist dageg911 d1e Jbl der Typben wieder erheblicher geworden. Die Pocken Jeden in ra und London Nachlässe, in Wien wieder eine Zunahme, Auch in Qndien wiiihen fie noch sehr heftig, während die
holera daselbst etwas milder aufzutreten scheint.
' _ Die Biiierfelder Thonröhrenfabrikanten haben dem Handels- Mimster eine, Eingabe überreicht, in Welcher fie verschiedene Vergün- stigungen erbitten. Diese Eingabe ist auch unter dem Titel: „ Die Lagfe dcr Bitterfelder Tbonröbren-Jndustrie“ im Druck erschtenen." Nack) dexsclden beschäftigen sich gegenwärtig bei Bitter- fiZ-xd 6 gro ere Fabriken mit der HersieÜung von glasirten Thon- rohren. 171, vcrganxzcnen „Jahre wurden 6 MilLionen lfd. Meter Rohren fabriztrt. Sammtltche abriken konsumirten ca. 1 Million Centner Bitterfe1der Braunkoh en, 160,000 Ctr. böhmische und 50,000 „Cir. Steinkohlen. Während einige Hunderte Arbeiter ihr direkt d1encn, „be'schaftizét die Bitterfelder Thonröhrenfabrikation, 11101111 xe t cq. 2 Millionen „Mark angelegt und thätig sind, noch eine be- txachtl1che,An'zak)l,von Nedengewerben. Bekanntlich sind auch die für die Kanalrsatwn 111 Berlin vermendeten Thonröhren aus den Bitter- felder Fabriken hervorgegangen.
_ Die vor'Kurzem erschienenenHeste 111. und 17., Jahrgang 1876, der Ze1tschrift des Königlich sächsischen statistischen Bureaus, beraußgegeben von dessen Direktor Dr. Viktor Böh- 1ner_t, Enthalten xine größere Arbeit des sächsischen Gesandten in Berlin, O. v. Nost1z-Waliw115, über „die Finanzwirtbswaft des Kö- nigreichs Sachsen sert dem Jahre 1867“, worin der StaatSaufwand bis zum Jahre 1834 zuriick übersichtlich dargestellt -u11d insbesondere d1e Entwicklung des sachsischen Finanzwesens seit dem Eintritt Sachsens 111 den Norddeutschen Bund eingehend behandelt wird. Fer- ner brmgen diese Hefte einen Artikel des Direktors des Dresdener PolyYechmkumZ, 131. Gustav Zeuner, „über das Zeitmaas; in der Stat1stik“, worm ausgeführt wird, daß Unsere Theilung des Jahres nach Monaten und'Tagen zum Zwecke 1abeklarischer Zusammenstel- lun cn von sia11jtisxhen Beobachtungen und für hierher gehöri e Re nungen unpraktnch sei und daß es sich für die Statistik empfek) e, die Unter'abibeilungen, des Jahres, wie es in der Astronomie geschikht, nach Dkznnalbruchthetlen darzustellen. Der Direktor 1)1'.Böhmcrtbataus dem Gebteie der Bevölkertmgsstatistik eine Reihe von Aufs ("115211 Über Ge- schlexht, erlstand, Alter und Staatsangehörigkoit der sächsischen Bendlkerung cim 1. Dezember 1875 11111) 40 jährige Rückblicke auf die sachs1sche_ Bevolerung nach Stadd'nnd Land und nach den Religions- bekenntnissen geliefert; fernex AUMY iiber die Statistik des Fleisch- verbrauchs und zur Stanstik des ierbrauerei- und Branntwein- brennere1betrwbes, in Sachsen von 1836_1875, sowie über den inter- nationalen stqtisttschen Kongreß in Budapest. Der Asieffor Arthur v. Studm g1e51 eme Umschau auf dem Gebiete der statistischen 11111) xolkHwixth chaftlrchen Literatur imd eine „Wirthschaftliche Umschau 1111 Komgrewl) Sachsen“, in welch_er leßteren insbesondere der Haupt- mhalt der Jahresberichte der 1ächsische11 andels- und Gewerbe- kammern vergleichend dargelegt wird. Der sseffor 07. 111811, Geißler veröffentlicht eine „Vergleichende Statistik der Geburts- und Sterk)- ["chkeitZVerhältniffe in Sachsen von 1834_1875“ und einen Aufsatz nber „die Farbe der Augen, der Haare und der Haut bei den Schul- kmdern Sachsens, mit xiner farbigen Tafel“. Endlich hat der Di- rextor dcs Le1pziger städtischen statistischen Bureaus „dic Schneliig- Fett des Wohnungsweéosels und die Wohnungs-Mietbpreise in Leipzig 1111 Noveniber 1875“ behandelt. Der'Schluß des Heftes drin 1 „Repertonsche Rückblicke auf die wichtigsten Begebenheiten, iveche d1e Verfaffung, Geseßgebung, Verwaltung und Voikswvhlfahrt des Dentscheu Re1ches und des Königreichs Sachsen berühren, auf das zweite Halbjahr 1876 nach offiziellen Quellen.“ _ Die Zeitschrift, welche im Kommissionsverlag von 91.11. Zahn, vormals G. Schön- fe'ldsche Buchhandlung, erscheint und jahrliÖ Z „75 kostet, kann durch die Post und aÜe Buchhandlungen bezogen werden.
Kunst, Wissenschaft und Literatur. " Bei H. S. King & Co. in London erscheint im Mai ein Werk uber „deutschen Pessimismus“ (011 gamma posßimikm) aus der Feder von Mr. James Sully. Dxr Verfasser sucht den Ur- prung der „optimistischen und pes11m111schen Anschauungen vom _eben zn erlautern und unterzieht dqs ystem Schopenhauers und die Ansichten seiner Anhänger einer emgehendm Kritik.
_ VondemPrachtwerk „Das S ch w e 1 z e rl a nd, eine Sommerfahrt durch Gebirg und Thal“, in Schilderungen von Woldemar Kaden (Stuttgar't, Verlag von F. Engelhorn 1st soeben ein Doppelhest 15., 16.21ef.) erschienen, welches besonderes Interesse bietet, rveil es die den Tourlsten bekanntesten und bes11chtcsten Gegenden der Schwäz, In- txrlaken, Thun, Meiringen, das Lauterbrunnex Thal u. s.w. umfaßt. Auch die Tonbtlder'und die Te t-Jllustrationen dteses Heftes sind besonders gelungen. D1e ersteren ind: Auf der Alp, von Faul Meyerbeim; thwinget auf dem Hasleberge, von Konrad Gro ; Pioitaichlucht be1 Fatdo auf dem St. Gotthard, von Ali). Hertel; Hof des Rath- hauses 111 Basxl, von Gast. Bauernfemd; InnfaÜ bei St. Moritz, von Ludw. Dtll; Thun von G. Franz. Di'e Text-Illustrationen zergen Ansichten aus „Bern, Interlaken, , Thun, Meiringen, vom Re1chenbach, vbm Brienzer Sec, dem Gil bach, aus dem Lanier- brzmnex Thal, das Faulborn u. s, w., von ust. Bauernfeind, Carl
aberlm, Ernst Hevn, Ad. Schrödter, 21. E. Disen, T1). 11. Ecken- recher, G. Franz, Arth. Calame und D1ethelm Meyer.
Land- und ForstWirthschaft. D _r e s d en , 29. März. (Dr. J.) u' „thunlichsier Beförderung des, W1e'deranbaues abgebolzter lachen hat das Finanz- Mimstcrtum beschlossen, waldbefitzcnden Gemeinden und Privaten
auf Verlangen eme Unterstützung bei Ausführung der Kul- turen durch Unterweisung und Anleitung Seitens der Staatsforst- beaniten gegen Gewßhrung de_r rxgulativmäßi en Auslösungen zu Theil werden zu laiien, soweit dies die GescLäfte in den Staats- wgldungen gestatten. Die erforderl1chen Pflanzen sollen in solchen FaÜen um den Selbstkostenpreis abgegeben werden.
Geverbe und Handel.
Der Rechnun Habschluß der Berliner Cickoorien- nbrik (H'. L. Voigt) gesJattet die Vertheilung einer Dividende vo? 12%. Die „Abschreibungen betrugen für Gebäude 39/0, Maschinen und Utensilien 109/7, ferde und Wagen 20%; dem Reservefonds ivur- den 10% vom_ eingewiun überwiesen. Am 31. Dezember 1876 hatte die' Geseil1chaft einc Hypothekcnschuld von 180,000 „74 Es be- trugen die Debitoren 289,008, abrikationsbeständc 233,618, Bankier- guthaben „10,837, Wechsel 4,1 4, Kaffe 18,916 «14 Die Maschinen und 111€11s111e11siehen mit 150,25], die Gsbäude mit 388,343, der Grund und ?Oodewn1it 311,824 „76. zu Buch.
_ Am 3. April fand in Frankfurt a. M. die Generalver- samrnlun der Frankfurter Rückversicheru ngs - Gesell- sxhaftF 1111. „Dem Ber1chte dcs Direktors ist 111 entneHMLn, daß die Pramwnemnahmcn far geleistete Rückvkrsikherungen in den Zweigen der _Feuerverficknrung" und Lebensverficherung sich auf 594,836 „46. beliefen, Wogßgen 1111 Fcuerschäden und Sterbefälic aus 1876 274,277 «76. zu verguten waren. _ Nach Bestreitung aller Aus- gaben, welche dem Jahre 1876 zur Laii fallen, ist ein Reingewinn von 124638516 erz1elt worden, Wovon, nach Zunwndung von 1070 an die kamnreserve, die Sum e von 113,144 „46 als Dividende 1111 die Aktionarix vertbeilt erd. inschließlich der Jahreszinsen er- halt demgemaß jede Aktie 14% der Baareinlage.
_ Nach dem Geschäftsbericht der Bank von das Jahr 1876 betrug der Gesammtumsai; 41,9 iilliarden «egen 4,6“Mil'liarden 1111 Vorjahre. Die- eigenen Gefckyäste der Bank be- liescn swb aus 9,1 M1Uiarde11 gege1111,6 Milliarden Frcs. In Paris eskomptirte, die Bank. 3,204,150 Wechsel in Höhe von 2,541,430,410 Frcs., bet „den Ftlialxn 3,189,393 mit 3,118,224,493 Frcs. VorschMges'ckyafte bat die Bank in Höhe von 280 Millionen (327 [Uionen Frcs. 111 1875) emacht. Cs betrug “cer Diskonio 4 Monate 4 0/0 , 8 19111116 3 0/9. Der Rotsti- umia'uf steÜte Fick) am niedrigsten (1111 1. Januar (2374 Miuionen), am Hochsten am 30. November (2617 Millionen). Der Metallschaß fluktmrte zwischen 1672 Millionen (1. Januar) Und 2182 M1llion€n (31. Dezember). Die 11othleidendc11Wcchsel betragen 7,820,532 Frc§.'111 Paris und 637,658 Frcs. in den ffFilialen. Die Bank hat 76 F111alen_; 14 find im Entstehen begri cn. Der Ge- iammtnußxn beirug 35,813,900 Frcs. gegen 47,782,069 Frcs. im Vor- jahre. 201€ Gequmtspesen beliefen sich ans 14,622,963 Frcs. Um den 182,500 Aktixn eine Dividende von 149,47 Frcs. (87,132 im ersten 11111) 61,81 _1111 zwe1ten Semester) zu geben, mußte die Bank ihrer Re- sZrVe 4,375,000 res. entnehmen. An den Staat bezahlt die Bank 1111: Steuern 4,8 9,600 Fxcs. Die Reserve beträgt 17,694,000 Frcs.
_ Nach dem Geielxafisbemcht der Frankfurter Z1311131311111.- kenbank Fm: das Ge1chaftsjabr 1876 betriigt das Aiienkapital (5000 Aktien 71. 1000 “Fl. mit. 40 “70 Einzahlung) Unverändert 3,428,571 516. Auf dre bis ]. Aprtl 1877 zu leistende Einzahlung Waren bxretts 30,643 116. antic1prrt. Die Smnme der cmiitirtcn Pfandb'riefe [i_etragt 33,5 Millionen Mark gcgen 26,5 Miilioncn Marx „1111 Vorjahre. _ Von dem erzielten kainne kommen auf Prowswnen 171,000 «!./;. (1875: 177,300 .jé), H11PotHekenzinsen 1,672,500 «16. (1875: 1,388,800 446), DiSkonfcn 67,400 „14. 1875: 59,700 516), Sonstiges 17,600 .lé: (1875: 24,900 „16., insZe ammt Br'utto 1,938,744 „117. (1875: 1,668,9"0 7.16). Als 5 eingewinn der- bleiben 292,962 «16 (1875: 393,700 .16.) : 8,54 0/9 des Aktienkapitals Jegen,11,480/0 1111 Voxjabre. Hiervon werden der Reserve 18,698 „14. UÖLTWlJeU, an Tantiemen und Graiifikationen 27,899 71-6. gezahlt, und so en 911 die Aktionäre 240,000 «(: : 7 [1/0 Dividende vertbeilt werden (18- 1: 811/74 (',/0). Die im Vorjahre beschloffenc Umwandiung jeder 10005 [.-Akt1e 111,2 solche zu je 1000 «16. erhielt nicdt die han- de_l§ger1cht[11;)e Genehmigung. EiiistWeilen wird durch die eingerufene EinFahlung (1210/73) der eingezahlte Beirag sich auf 900 „Fl: ab- run e11.
_ Dem'Jahresderichte dcr Weiinarisckyen Bank sind fol- ?ende „Mittheckiingen eiitnonnnen: Die 111 1875 begonnene Einschrän- una tm Gesxhastshctxieb wurde 111 1876 fortgcseßt, die Auflöfung der Agentur 111 Leipzig, [011115 der Kommanditbetheiligung in Stutt- Zaixt durchgef11hrt Und d1e Emlösung der Banknoten bis auf einen lxmen Rest von 114,290 «15 beendigt. Der für 1876 erzielte Ge- 11111111 betriigt 822,443 „16., gegen 1,241,563 «14. im Vorjahre. Davon kommen ,in Abzug gezahlte Zinsen 278,631-14, Kosten der Regie- ru11gs61ufs1cht 4200 ckck und Vernialtungskosten 239,650 „76, zusannnen 522487516, und es 111111161111 ein Reingewinn von 299,955 „44, dkr 511 Abschre1bungen und zwar auf zweifelhafte Foidcrimgcn mit 169,438 “M', anf Inventar mit 3847 „47. und auf _Konsortialbetheiligungen m1t 126,669 „16. verWendet Werden soll. Der Rescrvefond bcirägt unverändert 1,105,278 .xe ' London, 2. April. (A. A. C.) Unter den Sébifisbauern 111 Stockton-on-Tees ist 111 Folge der Weigerung der Meister, eme 11achgesuchte Lohnerhöhung von 10 0/0 zu gewähren, einSirike entstanden; Es feiern bereits über 1000 Arbeiter.
Paxis, 22113111. Der Lyoner „Moniieur des Soies“ _charaktezrisirt unter dein 31.Mcirz die Lage der Scidenindustrie 111 Wenigen Wortxn w1e Folgt: „Zu unserem Bedauern sehen wir unsere Fabriken 111 vollstandigster „Arbeitsruhe. Mit AuLnahme dcr Taffetban'der, deren 211711113 111kSa1nt-Etien11e wieder etwas zunimmt, bletben sa111111111che Se1de11artikc1 nahezu Unverkäufliäy, 1111 Aufträgen fehlt Cs ganz und gar.“
Verkehrs-Anftalten.
Auf duet indo-europäischen Telegraphenlinic sind im Monat Marz 1877 an gcbiibrenpfiichtigen Depeschen befördert worden: 8. ans London, dem übrigen England und Amerika nacb Persien und Jninen 1556 Stück; 11. aus Persien und Indien nach London, dem übrigen England und Amerika 1911 Stiick; 0. Vom europäischen Kontinent _ exklusive Rußland _ nacb Persien und Indien 371 Stiick; 6; aus Persien und Indien nacb dem europäisÖeannti- nent_ e_rlluswe Rußland _ 384 Stiick. Summa 4222 Stück. .
_ Die Gxoße Berliner Pferde-Eisenbahn-Gesell schaft bcabßchngt, nacb Meldung hiesiger Blätter,i111lai1fc11de11 Jahre folgen e Bauten in Ausführung zu bringen: 1) Den Ring- bahnschluß voni Landsberger Thor durch die Straußbergcrstraße, die Frankfurter Linden, die Andreasstraße etwa 2000 Meter Doppel- geleise. „2 Von dem ZooloZischen Garten durch die Kurfürsten- und Sch1 straße iiber den iißowplatz, die Lüxzow- und Flottivell- stra c, das Schönelyerger User, die Schöneber cr-, Anhaltische-
rankrcich fiir
'Wihelm- und Kochstra e nach dem Dönhofsp aß, beziehentlich,
unter Benn ung der *barlotten- und Kroneanaße nach dem FauSvoigieip ay, 4700 Meter Doppelgeleisc. 3) _ ie Linie von der
indenstraße, durb die Oranien-, Brandenburg-, Ritter: und Reichen- bergerstraße bis zum Kottbuser Thore, ]800 Meter Doppelgeleise. 4) Die Linie Schlesisches Thor_Treptow, 3100 Meter einfaches Gelcife. 5) Die Verlängerung der Pankower Linie vom Schön- bacher Thor durch die Alte und Neue Schönhauserstraße nach dem - Za e'schen Markt. 6) Eine Bahn von der Wilhelms: durcb die
ehren-, Mauer-, Französtsche,_WexderstraÜe iiber den Schloßplaß und die Breitestraße nacb'dem 316Ün1sche11 Fischmarkt. Jm Betriebe befinden Iich gegenwärtig 1111 Ganzen 88,3.k 16 Meter Geleise.
Ba timore, 29. Marz. Das Postdampfschiff „Nürn- berg“ VOM Norddeutschen Lloyd "in Bremen, welches am 14. März von Bremen und „am 17. Marz von Southampton abge- gangen war, ist heute Voxnitttag wohlbehalten hier angekommen.
Nkw*Yokk-1-APT1['. DasPostdamfschiff „Rhein“ vom Norddeutschen LWV?) 1n Bremen, welches am 17. März von Bremen und am 20. Marz von Souibampton abgegangcn n'ar, ist gestern 11 Uhr Abends wohlbehalten hier angekommen.