_ Wie bereits gemeldet, sind die Delegirten der deut- schen Regierung zu den Verhandlungen über den neuen HandeltZ-vertrch,k zwischen Oesterreich - Ungarxi und dem Deutschen ' eiche gestern hier eingetroffen. Dieseiben wurden, wie die „Presse“ meldet, noch im Laufe des gestrigen Tages vom HandclS-Minister Ritter von Chliimecky em: pfangcn und werden heute die erste Konferenz nut den Dele- girten der beiderseitigen Regierungen abhalten. _ Heure bx,-
innen hier die Gesammiberathungen des ofterreicbi- Zchen Episkopats, die, demselben Blatts zufolge, m erster Reihe die Feststellung der Modalitäten betreffen, unter, denen die österreichischen Bischöfe an dem fünfzigjahrigen B1sch0f§= jubiläum des Papstes theilnehmen sollen. Außerdem aber dürften noch andere Gegenstände zur Verhandlung kommen, darunter hauptsächlich die Frage des ferneren Verhaltens der Bischöfe gegenüber den Schulgeseßen. Ueber die Dauer der Konferenzen verlautet nichts Bestimmtes. . k?nnsbruck, 16. April. Bei den_ Gewernderaths: wal) en aus dcm ersten Wahlkörper siegte dux liberale Par: tei mit großer Majorität. Die klerikalen Kandidaten brachten es nur auf 11 Stimmen. . '
Prag, 16. April. Dem „Pesicr Lloyd“ wrrd von hier tclegraphisch angezeigt, daß die Jungczechen alt:, Demon- stration gegen die vom Pragrr Katholikrntag 5eschlossene Adresse an den Papst eine Monstre-Adreffe an das italieinsche Volk vorbereiten. In derselben werde die klerikale Manifesta- tion deHavouirt und der liberale Standpunkt der Bevölkerung Böhmens betont werden.
Pest, 16. April. Wie die „Budap. Corr.“ meldet, hat Hier gestern abermals eine Ministerraihssißung stattge- imden, deren (He_enfta11d die Außgleichxovorlagen waren. Das genannte B att fiigt dem hinzu, daß die Grießeniwiirfe sshr umfangreich sind und daß derixn Durchberaihung noch iixehrere Ministerrathsfißungen in Anipruch nehmen werde.
Schweiz. Chur, 15. April. (N. Zürck). Ztg.) Mit 67,1 gigen 503 Stimmen hat die Einwohnergemeindc Chur ,die konservative Verfassung-Zrevisiori qcceptiri; gleichzeitig wurde ein Verfaffungsrath von 21 iitgliedern gutgrheißcn.
Großbritannien und Irland. London, 16. Ayril. (E. C.) Die Königin empfing in OZborne den Admirai Sir James Drummond, der_bis )'th das Kommando der Miticlmecr-Floiie gefiihrt hatte. _ Am Sonnabend, ward der 20jährige Geburtstag der Prinzessin Beatrire ]estlich brgangen. _ Bei dem gm 14. d. M. siattgebabien Minister- rathe waren sännniliche Mitglieder d.?S Kabmeis anwesend. _ Derr deutsche Botschafter Graf M iin1ter "kgm gesicrn_Abend von Berlin zuriick. Auch der franzö111che V0t1chafirr Marquis - d'Harcouri ist zuriickgskehrt. Der ihn vertretende Mr. Gavard isi znr Beraihung üher dcn Haiidelsvcrirag vorgestern nach Paris abgereist. _ Am der Schiffswerft der Gebrüder Samuda in Bd piar (London) lief am Sonnabend Nachmittag unis): zaZÉreicher Brihciligung dcs Pnblikums die fiir die japan11che “egie: rung gebaute Panzerfregatte „For):fo“ vom Stapel. Ta?- Schiff hat 220 Fuß Länge, 48 Fuß Breite, 31 Fuß Tiefe und eine Größe von 3700 T0116. Die Panzerplaiten siiid 7_9 Zoll dick. Dax; Schiff hat Kruppsche Geschüße und eincn mächtigen Widder. Die Geschwindigkeit_ soll 13 Knoten die Stunde anHmachen. Nach dem Stapellauf fand ein Fest- ,!)le statt. _ Drr Commandeur Henry Sewell ist ge- tor cn.
Frankreich. Paris, 16. April. Dic Regierung be- r*:itrt, wie man der „Köln. Zig.“ schreibt, ein Geseiz vor, Um den Sinai-Zrath zu verstärken. Derselbe besteht (LUS 22 Mitgliedern im ordrntlichen und 15 Mitgliedern im außrr- ordrntlichcn Dicnst; die lcßieren sind hohe Beamte dsr ver: fckiichnen Ministerien. Der Staatsrat!) umfaßt vier Sektio- nen: 1) fiir. Streitfragen, 2) fiir das Innere, die Justiz, dir KULtcn, den öffciitlichrn Unterricht Und dic schönrnKünste, 3) fiir die Finanzrn, dcn Krieg, die Marinr und die Kolonien, 4) fiir die öffentlichen Arbeiten, den Ackerbau, den Handel und dir aU-I-wiirtigrn Angelcgrnheiien. Diese Eintheilung wnrde als ungxniigrnd anerkannt; dis RegierungeZ-vorlage be- a::iragt dahrr, dcm Staatsratl) sechs neue Mitglieder zu gsben, damit man eine fiinfis Sektion bilden könne, die Sektion fiir Gesrßgrbnng, die sich mit der Vorbereitung der Ge- srßo, welche die Regierung den Kammern vorlrgt, odrr mit der Prüfimg der ihr von den Kammern iiberwiesenen Anträge [isirixäftigen wiirdr. _ Hr. Thiers feiert hrnte seinen 80. Ge- bixrt-Ztag.
Spanien. iadrid, 15. April. (Ag. Hav.) Dio Ge: ri';ck)tc, die über Eine vor der Wiedersröffnmig der Corts?- iiiiiglicho Aenderung im Ministerium verbreitet sind, sind Uitgenau. _ Die ehemaligen Carlistrnchefév Dorrcgaray 11:27) Parulo sind in Madrid eingetroffrn. _ Der König und drr Erzherzog und die Erzherzogin Rainer wrrden sick; morgen nach dem Echrial begeben.
Portugal. Lporio, 7. April. (Mlg. Zig.) Die bis: [irrige Scestation der Vereinigten Staaten von Nr-rdamcrika in Nizza ist nach Lissabon verlegt worden. Die Republik unisrhandelt augenblicklich iiber den Ankauf der Zollmagazinr am Porto Franco, nahe bei dcr Torre de Belem, um an dirsem fiir den Verkehr im Tajo sehr gi':::stig gelegenen Punkt ihre Depots anzulegen. Die ameri- kaxxiiche Korvette „A(liance“ von 6 Grschiißcn und 157 Mann
(775311an ist, von Norfolk kommend, in den Gewässern dcs Tajo eingetroffen; drei weitere KriegHschiffe werdcn nächster TKZ? erwartet.
Italien. Rom, 15. April. (Ag. Hav.) Die Nachricht brziiglich zweier neuer Banden von Jnternationalisten ist irrig. Weder in Tricia noch sonstwo ift irgend eine Bande er;"ä)icnen.
„„ _ Turin, 16.21pril. DieHerri-n Layard und Ksnnedy ")*-7; nach Brindisi abgerrisi, wo sie sich nach Konstantinopel et::*;chiffen werden.
. Tiirkei. Konstantinopel, 17, April. (W. T. B.) T:? Situgtion ist unverändert; täglich finden Mini: sierraihßiißungcn statt. _ Es ist davon die Rede, daß dW ru1111chen_Unterthanen im FaUe des Ausbruch-Z des Krirge; aiisgewuzsen werden sollen.
Vgrna, 17. April. (W. T. V.) Der türkische Ge: neralstab ist heute zu Schiff hier angekommen, und trifft Vorbereitgtxigen zur Weiterreise nr? Rujtscbuk.
Ru 1i1 uk, 17. April. (5 . T. „B. Der hiesige russische onsul erhielt dewBefehl, fi zur Abrei1e brrait zu halten._ _ Der _türkijche Generalisfimus Abdul Kerim Pascha ist in Begleitung Achmed Ejub Paschas hier
angekommen und reifi morgen nach Silifiria weiter. _ Es sind 70 Kruppsche Geschütze hier eingetroffen.
St. Petersburg, 17. April. _(W. T; V.) Rach bis- heriger Bestimmung wird der Kaiser seine Reis e pax? Kischeneff morgen Abend antreten; GeneralIgnatief wird denselben begleiten. .
Kis cheneff, 17. April. (W., T. B.) Die von Kon- stantinopel abgereisten montenegrinischen Bevollmäch- tigten werden dem Vernehmen nach vom Kaiser Alexan- der in einer Audienz empfangen werden.
London, 17. April. (W. T. B.) Im Unierhause er: klärte der Unter-StaaiHsekreiär Bourke, auf erne Anfrage Sandfords, die Neutralität Rumäniens sei weder_m dem Pariser Vertrage, noch in anderen Verträgen garantirt. Rumänien, daS amtlich Fürstenthum Moldau und Walachei genannt werde, werde in seinen amtlichenBeziehungen zii den anderen Mächten als ein Theil des türkischen Reiches
angesehen.
_ (W. T. B.) Das „Reutersche Bureau“ meldet aus Teheran, von einer Absicht PersienZZ, seine Ansprüche auf Bagdad geltend zu machen, wie sie_ 'nach Wirner Mel- dungen der Pforte mitgetheilt sein soÜe, 1er dortknichts be: kannt. Persien habe im Gegentheil, um zu keinerlei Miß- verständniffen Anlaß zu geben, das an der Grenze bri Kar- manfchah, nordöstlich von Bagdad, gelegene Feldlager auf- gehoben und die Truppen desselben nach dem Innern des Landes dirigirt.
_ 18. April. (W. T. B.) Wie die „Morningposi“ bestätigt, ist der Vermittelungsversuch Oesterreichs in der orientalischen Angelegenheit a_l_s gescheitert zu betrachten. Dasselbe Blatt erfährt, der rufnscLe Botschafter, Graf Schuwaloff werde sobald die noch schwe enden Unter- handlungen zu Ende gelangt feien,London auf einige Zeit verlassen. Dieser Schritt, fügt die „Morningpost“ hinzu, involvire jedoch keinerlei Veränderun en in den Beziehungen zwischen England und Rußland ;vielme r dürfte diese Reise zu einer schließlichen Ver- ständiguaniihren. _ „Daily News“ empfiehlt eine Be- seßung_ onstantinopels dnrch England, falls Ruß- land Ab1ichten auf dessen Befiß offenbaren solide. Eine solche Beseßung Konstantinopels; durch England düryr indeß nicht mit dessen Rückgabe an die Türkei enden, wenn die Be1eßung im Interesse England?- unternommcn worden sei.
Wien, 17. April. (W. T. V.) Korrespdndenz“ aus Bukarest gemeldet wird, hat sich er rnmäni1che Ministerrath mit der Frage der Mobilisi- run? der ganzen Armee be1chä1tigt. General Joan Ghi a ist gestern Abend in einer Sprzialmisjion nach Kischeneff abgereist. Ein St. Petersburger Tele ramm der- selben Korrespondenz meldet, der russische eschäfts- träger in Konstantinopel, StaaiSratk) Nelidoff habe die Wei1ung erhalten, sich für den 19. d. Mis. zur Abreise von Konstantinopel bereit zu halten.
Bukarest, 17. April. (W. T“. V.) Einzelne Abtheilun- en der russischen Südarmcs sind von Lischeneff in der ichtung auf Ungheni vorgeriickt.
Rom, 17. April. (W T. B.) In der Deputirten: kammrr kündigte Musolino eineJnterpellation an über die Absichten der Regierung angesichts der im Orient ein- , etretenen Verwickelungen. Cesaro kündigte gleickx ZIM; eine Interpellation „an Über die Maßnahmen der _ egierung zum Sckxiiße der italienischen Unterthanen falls es zum Kriege kame, sowie darüber, ob die italienische Regierung "mit den übrigen Mächten ein Einver- ständnis; binnrhtlich der Neutralität Rumäniens grtroffen habe. Der Minister deS Auswärtigen, Melegari, erklärte, daß er beide Jnterpellaiionen am nächsten Montag beantworten werde. _ Aus den herite in der Kammer zur Ergänzung des Grünbuchs vertheilten weiteren diplomatischen Aktenjtiicken geht hervor, daß in dem Momente, wo die Uxitsrzeichmmg des Londoner ProtokoÜ-Z durch das engli1che Abrüstungézverlangen beinahe vereitelt wurde, die italienische Regierung bemüht war, die Schwirrigkeii dadurch zu ebnrn, daß sie eine spontane Dekla- ration Rußlanch; anregte. Der in dem Procés verbal aufge- nommene Vorbehalt Italiens wird in einer Depesche deS _ Minister?- des Auswärtigen, Melsgari, an den Bot- schafter Menabrea vom 31. v. Mis. dahin erläutert, daß Italien für den Fakl, daß England erklären werde, das Protokoll habe, so weit es England angshe, seinen Wrril) verloren, voll_e Aktionsfreiheit sich vorbehalten w0_lle. In einer Deprgche Melegari's an den italienischen Geschäjiß- träger in Komtaniinopel heißt es, Mele ari habe bei Empfang des türkischen Rundschreibené; dem tür ischen Gesagidten sein lebhaftes Bedauern iiber die Entschließung_ der Worte aus- gesprochen, welche leider )'?er ernste Und :ür die sich an die Erhaltung des Frieden?: kniip enden Interessen sehr nachtheilige Folgen haben könne.
Tultfcha, 17. April. (W. T“. B.) “Zwei neue tür- kische Monitors sind an der Donaumiindung vor Anker gegangen.
_ Dem W. „Fremdenbl.“ wird aus Konstantinopel, 15. April, telegraphirt: Das Krie s-Ministsrium ließ die : brikanten in Oesterreich und Deut?chland, bei denen es 6: stellungen gemacht hat, ermahnen, schleuni | die Waaren hier- herzusenden, da der Eisenbahnverke )r Rustschuk-Krakau schon in den nächsten Tagen eingestellt Werden dürfte. Man befürchtet daher hier allgemein, daß der Landpostver: Fehr zwischrn hier und Wien schon im Laufe dieser Woche 1ist1ri werden dürfte.
_ Der W. „Preffe“ wird aus Konstantinopel, 16. April, gemeldet: Die bei Bujnkdere, im oberen BoSporch ankernde Panzerflotte soll für den Fall des Krieges in zwei Geschwader getheilt werden, wovon das eine nach den Donaumiindungen abgehen, das andere zwischen Varna und der Mündung desBWporus kreuzen würde. _ Achmed Vesik Pascha theilte Über eine dieHbezüglicb an ihn gerichtete Anfrage mleeren Deputiiien mit, daß die Re-
ierung erst in den näch en Tagen einen Entschuß darüber
Hassen werde, ob die legichatorische Thätigkeit es Parla- nZentY-chtfür den Fall ch Krieges unterbrOchen werden sosl 0 er 111 .
_ ,Daily Telegraph“ meldet vom 14. April: Hobart Pascha ist zum Oberbefehlshaberdes Geschwaders de6__Schwarzen Meeres ernannt worden, welche?- 15 Panzer- schine enthalten wird. „
Wien, 16. April. In hiesigen diplomatischen Kreisen äußert man wieder Friedenshoffnungxn; so _bemerkte gestern, wie die „Presse“ hört, Alcko Pastha geypriichsweüe Zn- dustriellen gegenüber, „es werde nicht ziim Kriege kommen“ (il 117)“ aura (16 gusrrs).
Wie der „Politis en"
_ Die „Bud. Cork,? enthält folgende Depesche: Aus Wien wird uns vox! de_simformirter Seite telcgraphirt: „Die mehrseittg, namenxlich m deuts 11 Blättern, a fiauchenden Meldungen über eme bevorsie ende Modili irung der österreichisch-ungarischen rmee oder eine even bewaffnete Intervention Seitens der österreichisch-ungarischen Monarchie, entbehren ]eder Begründung und bafiren blos auf willkürlichen, der Monarchie feindlichen Kombinatio- nen. Von einer Mobilifirun oder einer Engagirun in welcher Hinsicht immer, ist ab olut keine Rede und ist Fierzu auch gar keine Nothwendigkeit. Der einzige Fall kann ein- treten, daß wir zur Wahrung unserer gefährdeten Ju- tereffen eventueu in VoSmen einrücken. Die ahl der boSnischen Flüchtlinge auf dem Gebiete der Monarchie betrug,
_nach einer Antwort unseres Aeußeren Amtes auf eine Anfrage
Lord Werby's am 1. April d. J. 110,962. Die Erhaltung dieser größtentheils kränklichen und herabgekommenen Indi- viduen kostet uns monatlich über 300,000 Fl. Wenn nun der Fall eintritt, daß in olge der neu auflodernden Insur- rektion noch 100,000 See en zu uns herüberwandern, und diese Eventualität ist nicht außgeschloffen, so sind wir eradezu gezwungen, die Grenze mit bewaffneter Macht zu überkzschreiten und unyxr eigene?- Haus dadurch vor Gefahr zu schüßen, daß wir selbst den Brand im Nachbarhause lokalisiren, nachdem wir die Erfahrung gemacht, daß die Nachbarn zu schwach hiezu sind. Es ist damit noch keineswegs gesagt, daß dieser "all auch wirklich eintreten wird, aber es werden alle Vor: ehrungen getroffen, _daß der Divisionär Graf Szapary im äußersten Nothfalle mit den an der Grenze aufgestellten Truppen in Vospnien einrücke.“
Pest, 16. April. „Ellenör“ erfä rt aus „authentischer“ QueÜe, daß von einer dsferreichis en Besetzung Bos- niens als Parallel=Akt1on mit jener Rußland?- und ähnlichen Yrixchtwei'se verbreiteten Ungeheuerlichkeiien ernstlich nicht di
e e 61. *
_ Die Sanitäts:Adminisiration des oSmani-
schen Reiches veröffentlicht folgende Mittlfxilung: „Nach- richten an?: Bagdad sprechen 'von weniger be riedigenden Gx sundheitszuftänden. Vom 1. bis 7. April einschließlich belaufen fick) die von der Pesx herrührenden Todesfälle auf90 gegen 131 von anderen Krankheiten herriihrenden. Vielleicht dürfte aber auch ein Theil diescr leßtxrew aux_Rechnung der Pest zu seßen sein. Seit dieser Zeit dürfte sich die „Zahl der Todesfälle verdoppelt haben. Doch wehte seitdem Jord: und Ostwind, und die Temperatur ging zur Mittagsstunde nicht über 25 Centi- rade. Im Allgemeinen ist, Bagdad aUSgenommen, der Ge- undheithuftand iii Mesopotamien und Bafforah ein guter, und es nnd energische Maßregelp ergriffen worden, um die Epidemie auf ihren gegenwärtigen Herd einzuschränken und deren Wirkungen abzuschwächen.“
Paris, 15. April. Telegraphisck) wird von hier ge- meldet: Die Pforte hat neuestens ihren Vertretern im Aus- lande die Weisung ertheilt, zu erklären, die oswanische RegierunJ bleibe unerschütterlich bei i ren Ve- s chlüs 1" en ezi'iglick) Montenegros und des Protoko s; wollten die Mächte von Neuem in Unierhandlungen eintreten, so könnte die Konferenz nur in Konstantinopsl tagen. Die Pforte begreife nicht, wie Europa so lange an Rußlands friedfertig: Gefühle glauben könne, während man doch wissen sollte, daß es nur Krieg im Schilde führe.
_ Ueber die gegenwärtige Vertheilung der türkischen Armeen bringt der „Nuss. Invalide“ in seiner Nummer vom 12. ds. die folgenden, vom „Journal de. St. Petersbourg“ an der Spitze des Blattes mitgetheilten Nachrichten:
Jn BoLnien stehen 26 Bataiklone, 12 Eandronen, 30 Ge-
schüF mit 19,000 Mann; in der Herzegowina 37 Bataillone mit
24 cschüian und 24,000 Mathim Sandschak von Novibazar14 Bataillone mit 18 Geschü13en und 9000 Mann. Zn Nordals) anie 11 gegen Montenegro 23 Batailione mit 30 Geschützen und 15,000 Mann; gegen Griechenland, nämlich in Macedonien, 4 Bataillone mit 6 Gescbüizen und 3000 Mann; in Thes salicn 18 Bataillone, 6 EScadronen mit 18 Ge1chüßen und 13,000 Mann. Das Reserve- Corps bei Sofiaimd Philippopel beträgt 38 Batailione mit 25,000 Mann. Die Besayungßiruppen von Konstantinopcl und Um- gcbnna sind auf 32 Bataillone, 6 Cécadronen und„ 18 GesÖüiZe mit 22,000 Marin normirt' auf den Jns eln im Archipelag befinden sicb im Ganzen 14 Bataillone mit 24 Geschüyen und 9000 Mann. Bei diesen, Wi? in den niickofolgenden Angaben sind die Positionsciescbüße in den Festun en nicht mitgerechnet. Die Truppenmenge, Welche nach dieser Darste ung den_ eigentlichen Kriegsschaupläjzen gegen Rußland entzogen würde, betragt also 216 Bataillone, 31 Escadronen mit 168 Geschützen und 139,00) Mann. _ In Donau-Bus arien solen die Türkischen Streitkräfte folgendermaßen veriheilt sein: ie e e- mals gegen Serbien verwendete und KY zum größten Theile ei Widdin koxizenirirte Armee beträgt 86 ataiilone, 30 EFcadronen mit 150 Ge1chüßen und 61,000 Mgun. Davon befinden 1ich einige BataiÜone als Besatzungen in Nijch, Lom-Palanka iind Belgrad- schik, so daß bei Widdin selbst etwa an 50,000 Mann stehezi dürften. Jm Raron zwischen Rabrvo, Berkoxaz, Tirnoro und Sistow, also in Mittel-Bulaarien, befinden 1111) 10 Bataillone und 5 Esca- droncn mit 7000 Mann; im Festungsviereck Rustschuk-Schumla- Varna-Silistria 51 Bataillone, 18 EScadronen mit 144 Gescbü m und 37,000 Mann. Zur Vertbeidigung Bulgariens zwis der Donau und dem Balkan würden d_e_mnacb der Pforte an Nizams und Redijs erster und zweiter Klane nicht mehr 109,0(X) Mann zu Gcbote stehen. (Hierzu käme noch, wenn einmal die Oma- nifation und Bewaffnung der Mustebafis mit 27,000 und der Re- diss dritter Klasse mit 75,000 Mann im ganzen Reiche durchgeführt sein wird, eine Verstärkung von 102,000 Mann, welche aber nicht m ihrer Ge ammtheit in Bulgarien auftreten könnten,_ da ihre Gegen- Wart an auf den Westlichen und östlichen Kriegsjckyaupläizen nosb- ivendig sein wird.) _ In der asiatischen Türkei sollen folgende StreitkräsieVZrsammeltsein:Anderrussi1(!)-kaukasischenGrenze 80 Bataillone, 24 CScadronen mit 162 Geschützen und 57,000 Mann; an der persischen Grenze 26 Baiaillone, 12 EScadronxn mxt 66 Ge- Müxen und 19,000 Mann; in Kurdistan 12 Batarllorie mit 80V ann, in Syrien 27 Bataillone, 28 EScadronen mit., 108 Gc- schiiyen und 22,000 Mann, in Arabien 20 Bataillone Mit 36 Ge- schüßen und 14,000 Mann. Somit in Europa: 367 Bataillone, 83 EScadronen, 468 Geschüße, zusammen 2484000 Mann; in Asien: 165 Bataiiione, 64 Eandronen und 372 Geschu e, zusawmen 120,0W Mann; in Summa: 368,000 Mann. Niles m_ [lem wnrden demnach die türkischen Armeen auf alle:) Kriegsthratern nacb vollendeter Organisation und AuSrüstung nicht wehr als 443,000 Mann, [xe- tra cn. Der „R. I.“ seßt weiter auxemander, da:; die Donauknie. tre che eine Länge von über 800 Kilometer hat, nur von 87, Mann vertheidigt wird, so daß auf jeden Kilometer etwas über 100 Mann kommen. Die Resxrvearmex bei Sofia sei von dem eigent- lichen Kriegsschaupla e nicht Weniger als 150 Kilymeter, also fakt acht Ta emärsche en ernt. In Afien_kommen aus die Front yon evva Kilometer 37,000 Mann, aljo 90 Mann auf emen Kilo“ meter. _ , _ . _ DM„Times (Wird aus Belgrad geschrieben: „Ick vernehme aus BoSnien, daß_ dort Handel urid Jndysme durch den Zwanéßcours des Papiergeldes vollständig darmeder- liegen. Die In urgentenbanden erhalten beständig Verßär-
kun en, Truppxn mid Artillerie werden nach allen Richtungen SÜW xmd die kriegerischeri Vdrbereitun en nehmen ifiren un eschzvachten qrtgang; „DW Einwohner agen, daß sie nicht re „ wissen, ob iese xmlitarix' Thiitigkeit gegen Montenegro oder gegen _Oefierreich geri tet ist. Da die Regierung ohne. Geld ist, so begehren die, Behörden Geld und Proviant von den Christen. Diese werden in das Heer „ r'?efieckt und n_a Asten geschickt, um , wie die Tu en sagen, die Raza Bevölkerung und damit die Zahl brauchbarer Hülfstruypen bei Ausbreitung des Aufstandes zu vermindert). D_er „Prev; der Proviantartikel, sowie der übrigen Lebensbedurfmsse, ist, im beständi en Steigen. n der bos: nischen Hauptstadt wüthet der Typ us und viele - ürken sier- ben an, diesem Uebxl. Man sagt, daß die Sterblichkeit unter der christlichen Bevol_kerung nicht so groß ist, wie unter den “Türken. Der fraxizdfische Konsul in Sera'ewo, Hr. Morreau, befindet fich noch 111 Brod auf österreichis em Gebiet und es ist keine AUSficht zu seiner Rückkehr nach Sarajewo vorhanden.“
_ Der „Pol. Korr._“ wird gemeldetx
Ragusa, 16. April. Bei Uteß smd akle herzego: winxschen ?nsu'rgentenschaaren kqnzentrirt worden. Suleiman Pa cha ist gestern ix_i Gaczko eingetroffen. Seine Armee hat sich gegen Preßxeka in Bewegung cseßt.
AZranz, 16. April. 'Am 12. d. M. anden mehrere Känip e bei Topola Zwrschen de_n Jnsurgenten unter Babic und den Türken unter Cengic statt. Der beiderseitige Verlust betragt 210 Ma_nn.
Cettinje, 8; April. Der „Pol. Korr.“ wird geschrieben:
, cute hahen die Montenegriner aus den ferneren Nabien den Mar (1) an die Grenze_ angetreten. Der Fürst scheint abermals den Schwerpunkt der Aktion nach der Herzegowina v-rlegcn zu wollen, indem er 15,000 Mann am Eingange zum Dugapaffe zu kon- zentriren keabsichtmt._ Bei Medun werden unter dem provisorischen Befehl dcs_Krtegs-Mimsiers Plamenaz, Welcher bis zur Rückkehr des Senats-Prafidenien Boscho. Petkovics diesen vertritt, 11,300 Mann zusammengezogen. Auf eiiien starken uzug neuer Jusurgmten- sckoaaren aus der Herzrgong ist mit icherbeit zu rechnen. Der Wojwode Stephan Payrcs, em angexebener herzegowiniscbec Insur- geniencbrf, sagte dies np Namen der Herzxgowiner dem Fürsten zu. _ In einem'am 2. April an den Czar gerichtetenSckyreiben sagthürst Nikolaus, daß Europa einsehen werde, das; die Monte- ncgrmcr obne Brod iind Waser, ohne Land und Luft nicht leben Bönnen. Das Meer isi Lins versperrt, fruchtbare Felder Haben wir niiht, Anhaltspunkte für emen Handel fehlen und die kahlen Berge erdrücken'das arme Volk. Der größte Tr-eil von Ceta und die Brdas können die Leute absoiui nicht ernähren. Von den 84 Quadratmeilen, Welche Yiontenegro za lt, smd nur .40 baldivegs zu bewohnen; dieser Fläcbenraum kann aier „unmöglich 193.329 Mcnschcn ernähren. Die Pforte bat u_ns überdies 1862, als Omer Pascha die nicht ge- riisteten und un1chu1digen Montenegriner überfiel, ganz unmögsiche Grenzen arxfgcnötßigt. Jeb wage zu hoffen , sagt der Fürst zum Schlune, „daß Erice Majestät uns nicht Unrcxht geben werde, Wenn wir erklaren, unter solchen Verhältninen unser Schicksal dem SchWerie anrertrauen zu vaen.“ Die General- Konsuln dcr Großmächte, welche in Ragusa refidiren, haben eine Note Vom Fürsten erhalten, in welcher mit anderen Worten dem- selben Gedanken _Ausdruck gegeben wird. _ Der Fürst ist rniscbloffen, bis auf das Aeugcrsic zu kampfen. Er wird ein Manifest auch an die BoZnier erlaffen, Welchen er von nun an seinen Schu13 in Axisjicbt stellen wird. Gesicru fand ein großer Kriegsrat!) im Konak statt, der drei voile Stunden währte. Eine Minoritäi War für eine Defensive, insolauge nicht eine Entscheidung auf russischer Seite er- folgt sei. Die Majorität jedoch war für eine sofortige Offensive, zu rrelcher die eigenen Mittel soirohl, wie auch die Schwäche des Geg- ners einladen. Die Abreise dcs Fürsien zur herzegowiniscben Grenze soll am 13. April erfo[gen. Viikoiits bat den Bcfebl erhalten, Niksics mit 1400 Mann enger zu ccrniren. Eine fernere Verpro- viantirung dicjcr Festung wird unter keiner Bedingung zugelaffcn
Werden.“
Rumänien. Bukarest, 17. April. (W. T. B). Es ist Befehl ergangen, alle Depeschen anzuhalten, in welchen Truppenbewegungen signalisirt werden. _ Zwischen den Regierungen der Garantiemächte und deren hiesigen diplomatischen Vertretern findet über die dcr rumänischen Regierung angesicht6 der bevorstehenden Er: eigniffe anzuraihende Haltung eine lebhafte Korrespon- denz statt; keine der Garantiemächie hat indeß bis jcßi ihrem Agenten bestimmte Instruktionen ertheilt, auch die rumänischr Regierriiig hat ihre Entschließung noch.nicht formuliri.
SchWeden und Norwegen. Stockholm, 15. April. (Hamb. Nachr.) Bei dem großen Juterrssc, welches der wichtigsten Frage der dieHjährigen Session von asien Seiten zu Theil wird, ist es nicht zu verwundern, daß sich die gesammte Presse augenblick- lich ausschlirßlich mit_dem nun vorliegenden Gutachten des Separatausschusws für das Vertheidi ungs: wesen brschäftigt. Schon das Justandckommen die es Gut: acltens läßt darauf schließen, da sich uicht nur zwischen den beiden Kammern, sondern amis) innerhaib der Einzelnen „Fraktionen höchst divergirende Nn ichten geltend machen werden. Ueber die wickxtigstcn Punkte war Nämlich innerhalb der e: nannten Kommission eine Einigung nicht zu erzielen, mid die ?; schliisse kamen nur mit einer verschwindend kleinen Mazoriiät zu Stande, die Reservanten gegen die Heeresordnungsvorschläge
ehören der herrschenden Majorität der Zweiten Kammer an, ind sick) jedoch nur darin einig, daß sie gegen dir Beschlüsse protestiren, Unter ihnen selbst herrscht jedoch, wenn auch der- selben Fraktion angehörig, über die Gestaltung der nruen Armeeorganisation der größte Antagonismus, und jeder der- selben wird in der Kammer seine eigene Ansicht mit allen Kräften vertreten, so daß eine Spaltung innerhalb der Bauernpartei unvrrmeidlich, eine befriedigende Lösung der Frage aber mehr denn je in Frage gestellt ist. Bekannt: ich bezeichnete die Regierung ihren diesjährigen Herres: ordnunthvorschlag lediglich als emen UebergangHvomchlag, von welchem dcr Uebergang_ zu der Organisation, wie sie die 1875er Vorlage anftrekt, wwie auch. zu einem auf Stamm und Bewehrung basirenden, System„ leicht zu ermöglichen “sei. Der Au§schuß verwahrt sich entschieden dagegen und giebt seine Ansicht, WF der Vorschlag nicht als die Einleitung zu einem reinen We rpflichtögeseß betrachtei werden dürfe, klar zu erkennen und sagt ausdrücklich, daß die 1875er Organisation nicht den Intentionen des Reichstages entspreche. Wegen der Dienstlänge Für die Bewehrungßmannscha ten war eine Einigung nicht s wer zu erzielen, man war 1 allgemein be- wußt, daß in dieser Beziehung etwas ges eher) müsse, um UiisxertVertheidigungswesen zu einem mehr befriedigenden zu ge a en.
Dänemark. Ueber die von der Oppofition in Aussicht genommene Steuerverweigerung wird den „Hamb. Nachr.“ aus Kopenhagen geschrieben: „Von den etwa 38 Millionen Kronen Steuern, welche der Staat im Laufe eines Jahres erhebt, sind ,etwa 80 Miklionen indirekte Steuern: Zol], Stempelpapierabgabcn, Abgaben für Erb:
schaftrn, ,für Grundstücke, für Gerichtßarbeiten u. s. w., und diese indirekten Steuern können selbstverständlich ganz unmöglich verweigert werden. Der Staat liefert keine zolipflicbtigen Waaren aus, bevor der Zoll erlegt ifi, und Diejenigen welche den Zoll bxzahlen sol1en, die Kaufleute werden ckck) wohl hüten, die Zahlung. zu verweigern; denn dies würde mit der ganzlrckZZ-„n Einstellung ihrer Geschäfte leichbedeutend sein, wozii ich wdhl Niemand veranlaßt ühlen dürfte. Jn (Zylicher Weise eht es mit den anderen indirekten Abgaben. 9 ahrend es som1t ganz undenkbar ist, daß irgend Jemand das Bezahlexi indirekter Steuern verweigern sollte, könnte es dagegexi scheinen, „als ob fich dies mit den direkten Steuern thun ließe, und diese Steuern hat man wohl auch im Auge gehabt, als_man die Steuerverweigerung anrieth. Aber erstens betragen diese Steuern einen so verschwindenden Theil der Ge_sammteinnahme des Staates, nämlich nur etwa 8 Mi11,Kr., daß, es den Gang der Staatszchine nicht im Mindesien gxniren würde, wenn auch ein Theil dieser Steuern nicht einginge; . aber außxrdem muß man wohl erinnern, daß die Verweigerung dieier Steuern dem Verweigerer iiicht min: der schaden "würde als die Verweigerun der indirekten Steuern._ SammiUche direkten Abgaben [aten nämlich auf festeni Eigenthuni, entweder in Städten oder auf dem Lande, und in allen_Prioriiätsobligationen ist die Klausel enthalten, daß das Kapital__ sofort zur AUSzahlung verfallen sein soll, wenn dem „betreffenden Eigenthum Steuer- oder Abgabenrestan- ten aufgeburdrt werden. Derjenige, welcher. Steuern verwei- an will, muß also wohl bedenken, daß in solchem Falle seine 5 rioritaten zur AUSzahlung vcrfaÜen. Sollte sich deshalb Jemand von den («Führern verführen laffen, diese-Z Experiment vorziznehwen, i_o edenke er wohl, daß, während ein solcher SPUR die Regierung nicht das Mindeste geniren, er selbst den großien Schaden und Verlust dadurch erleiden wiirde.“
Amerika. Aus Washington wird dem „Reutersthen Bureau“ nuierm 15. dM. telegrapbirt: Zn amtlichen Kreisen verlaxitrt pofitw, die Politik des Präsidenten Hayes in Louisiana werde nicht _von der in Süd-Carolina adoptirten abweichen. „DL? Abbermung dcr Bundesiruppen aus New- OrlcanH Wird in Kurzem erwartet. Drei weitere Mitglieder der Legislatur Pgckardß haben sich dem Mr. Nicholls anerken- nendeii dex11okrat11chen Repräsentantenhause angeschlossen. Lexx teres zahltjeßt 57 Mitglieder desWahl-Comiiés. Der Gouverneur Hampton hat_ an Mr. Chamberlains Beamten ein Schreiben ger1chiet, worm er sie ersucht, ihre Aemter ihren Nachfolgern zii Übergeben, vorbexzaltlick) der Entscheidung des höchsten Ge- richtshoxes, wenn die es Tribunal durch die Wahl eines Ober- richters _ die aiif den 24. dM. anberaumt ift _ vollständig wird. _ Soweit [US jeßi bestimmt ermittelt worden, haben bei dem Brande des:; Sonthern-Hotels in St. Louis 12 Personen ihr Leben verloren.
Asten. Aus Kalkutta wird der „Timss“ unterm 15. d. M. ielegraphirt: „Es hieß zum Beginn voriger Woche, der Emir voii Kabul hätte einen anderen Gesandten ab: geschickt, um die durch den Tod des früherenGesandten unter- brochene_Ko'nserenz mii Sir Lewis Pelli) wieder aufzunehmen. Der „Pionier? erklärt ]eßt, daß die indische Regierun ent- schlossexi sei, die Konferenz abzubrechen und daß der Ge andte und „sein' Personal er1ucht worden 1eion, sofort daS britische Territorium zu yerlaffen. Dasselbe Journal behauptet, daß dieser plößliche Wechsel der Politik der Thatsache zuzuschreiben sei, daß der Emrr vrrsucht habe, in Kandahar einen religiösen Krieg anzustisten Mit der Absicht, die britischen Truppen aus thlat zu vertreiben.“
Afrika. Aegypten. (A. U.S.) Ju JHUiailia fand am 15. d. M. die feierliche Eröffnung des Süßwasser: kanalS, der Cairo, Zagazgi Und die Hauptdistrikie dcs Deltas mit dem Suezkanal im Timsi-See verbindet, statt. Der Schiffahrt wird der Kanal indeffen erst am 15. August iibe_rgebeii werden, wenn der Nil hoch ist. Er hat sine gleich- mäßige Tiefe von 111/2 Fuß und eine Breite von 180 Fuß.
Statistische Nachrichten.
"11er die Handelsbewcgungen in Königsberg liegen siatniqche Nachrichten vor, denen über den Waaren-Eingang und AuSgang im Jahre 1876 die fokgeridcn Daten entnommen find: Es betrrg u. A. der Eingang an tober Baumrroüe 4351 Ctr. (1875: 5897 Sir.), an Banmwollengarn 19,963 Ctr. (15,894 Str,); Brannixrem, Rum :c. 54,137 Cir. (27,220 Etc.); Roheisen und BTUÖLULÜ 63,748 (Tir. (81,420 Str.), Stabeisen 65,603 Ctr. (67,096 (Ltr.), Eissnbabnfckyienen 338,635 Ctr. (194,442 Sir.), (Eisen- und Stahldraht 43,217 Cir. (34,120 Gtr.), grobe und ganz grobe Eisen- urid Stablwaaren 121,498 Str. (144,669 (Gtr.); Getreide und Hülsenfrüchie 11,058 Ctr. (3297 Sir.); roher Kaffce 38,052 Ctr. (31,541 Str.); Kalk 498,249 Ctr. (296,507 Str.)“ Maschinen und Maschincuiheile 20,999 (Tir. (23,486 Str.); Petro eum 339,032 Cir. (265,724 Ctr. ; robe Tabacksbkäticr 8752Ctr. (5165 Str.); fabri- zirier Taba 1822 Ctr. (1481 Str.); TH-ee 141.197 Ctr. (200,700 Gtr.); WoÜe und Shoddy 14,419 Ctr. (11,054 Sir.); Rokszucker 5 Ctr. (1061 Str.), raffinirter Zucker 122,256 Cir. (83,854 Ctr.) Der WaarcnaitMang belief sich an Braniitivein, Rum 2c. auf _1115 Ctr. (1875: 2661 (Ltr.); Butter 5298 Ctr. (6524 Str.); Rohei1en und Bruckocisen 2198 Str. (119 (Gtr.), geschmiedetes und _gervalztes Eisen in Stäben 12,907 (5155 Str.), Eisenbahnsckzienen 439,722 Cir. (239,641 CW,), ganz große und grobe Eiscn- und Stahl- waaren 777,787 Cir. (56,808 Gtr.); threide und Hülsenfrüchte 5,952,849 Etc, ('7,929,423 Gtr.), davvn Weizen 1,994,863 Ctr. ("2.951,3„49 (Gtr.), Roggen 2,110,662 Ctr. (2,481,506 Cir.), Mehl und Muhlenfabrikate 34,905 Ctr. (53.447 Gtr.); Tbee 139,863 Ctr. (210,626 CTU); robe Woile 8433 Ctr. (21,676 (Gtr.), Sboddv 1744 (Hir, (3764 „Ctr.); Zucker 4880 Ctr. (1398 Etc.). _ Ju Königsberg sind 1876 eingegangen 1362 beladene Schiffe, darunter 340 Dampf- schlffe und 218 Baklastsckoiffe, davon 60 Dampfschiffe; es find aus- elaufen 1459 beladene Schiffe, darunter 376 Dampfschiffe und 74
allastschiffe, davon 25 Dampfschiffe.
Kunst, Wissenschaft und Literatur.
Die topdgraphischen Arbeiten der im Zusammenhange mit dem Generalstabe der Armee organisirien preußischen Landesauf- nahme Werden sich von jeßt an auch auf das Großberzqgihum Mecklenbur -Schwerin erstrecken und im Monat'Mar d J. in dem nördli en Theile des Landes ihren Anfang nehmen. _
_ Von der zum Handgebrauch fur Juristen und Geschaftsleute bestimmten, im Verlage von Carl Heymann herausgegebenen „TextauSgabe der JustizgexpetZe fü]: das Deutsche Reich“ ist in der kurzen Zeit seit der u [ikation der'betreffenden Gesetze bereits eine zweite Auflage nötbig geworden. Sie e_nibält das Ge- ricthverfaffungSgesexz, die Civilprozeyp, _Strafprozeg- und Koni'urs- Ordnung nebjt den entsprechenden CinfubrungSgeseyen und zeichner sich durch Kyrrekthcit, handliches Format_ und _guten Druck bei biUime „Prci1e aus. _Jedem einzelnen Gewßc ijt ein bejonderes, vollstandige?) Sachregister beigegeben.
_ Naeh Cimeßung der neuen Ceniral-Direktion für die Her- ausgabe der quumsoia (Jornmuias b'storioa wurde bkfanntlich zur Beförderung jenes großxn Unternebkxens das Neue Archiv der Gesellschaft “fur al_tere „deuticbe Geschichtskunde ins Leben gerufen. Voit “vermelden txt so_eém das 3. _Heft des ?, Bandes (Hangover, Habnsche BLZÖH-x) erschienm. Dastelb? enthält außer verschiedenen kürzeren Mittheilungen ([oxzobar'sifcb: Personennamen, ungedruckte Grabschriften u. s. w.), fcsqmde drei größne' Ab- bandlungeri: 1) Georg Heinrich Perß msd die Udonmeutz 691-- mamas bllltA'iTQ, von . Waitz , 2) Beiträge zur Kritik der Karoltrigijcben Annalen, von E. Dünzekrrann; 3) Beiträge zur Kritik deutjcber GTskhichtquLUkn des 11. Jahrhunderts (die Hildes- brimer Anualexi, Herrmann v, Reichenau und die sog. inr, ZMYÜY die verlornen 1chwab. ReiÖYannalen, Wipo und dieYsrhwäb. Reichs- annalen) ron Harry Breylau. Besonders inkrrcxyant isi die Ab- handlung dcs Pros. W563 über das Verhältniß Prrxi's zu den Yonnm. Sem]. und zu seinen Mitarbeitern; fie trimmt die von Kats Kletke_ fast ganz nal!) Archivnackyricbten verfaßFe, und in der! ,Deut]chcn Moxiatsbeften (Bd. 17., Th. 2) abgedrnckFe Geschicßie dec Uonuments zu ihrer Grundlagr, dient aber zu deren Ergäniunz.
_ Dec .meircial“ meldet den am 7. d. M. in Sevilla erfol ten Tod Cecilia BOW, der unter dem Ramm Fernan Ca- bal ero [*rkannten Sclyxiftyiellerip.
_ Wie der .Rusmche Regierungs-Anzeiger“ mitiheikt, ioüxn AuSgrabungen m_: Kubaii-Gebiet und rorzungeise auf der „ÜWUUÜ Tainan 111 Zukurrst nur mit EinwiUigung der resk. Be- iHZr dcs Brdciis, auf deiii die Kurgane u. 1". w. grlrgen sind, aus- gefuhri und dix dcn_Be1ch.ern durch die Angrabimgcn entstehenden Verluste voll Wiedercrjtattct Werden.
Land: und Forféwirthschaft.
AU?- Vayern lauten die Nachrichten über den Sfand des Getreides nach" der ,C.W.' sehr günstig; schwache Saaten haben sich den Winter ubxr erholt, und der im vorigen Herbste spärlich aiifgegangene Klee yat fich gut bestocki und verspricht eine normale Cryte. Der Raps, _wo er nicht in naffen Feldern sieht, hat nich gelitten und iteht kraftig imd üppig. Tie Wiesen sclxrn besonders Zur aus, m x_rnnteii den Winter über gut bewäffert wrrden. Dec ckuttermanqu_11tgeirichcn, an einzelnen Orten wird bereits Gras auf den Wiejcn gemäht.
Lynchn, 16. Y_pril. (C“. C.) Die Regierung hat in Bezug aiif die Rinderpext [aut amilicher Bekanntmacßnng vom Freitag eiiien sebr eniicheidenden Schritt gethan. Sie bat die gesammte Leitiirig der Vernichrungsmaßrcgein gegen die Senche den Ort?- beborden ahgenommen und selbst ergriffen. Dieser Schritt ist auf Royal das Eriuchxn zweier sebr kenntniß- und einflußreicben Vereine. der Agricultural Sociciy und der ShortbornSocieiy unternommen ivor- deii. Ucberdies befindet 1ich die thieräcztliche Abtheilung des Ge- hximrathes in d__en ficheren Händen woblgcübtcr Inspektoren mit drm tnchiigen Pryfeiwr Bremm an der Spixxe. So ist “denn bestimmt worden, daß ieder verdächtige Fall von Rindcrerkrankung sofort einem, Poxizcidicner mitgetheilt werde, drr Anzeige uiid die Abxxndung eines Jiispektors erwirken wird. Niemand darf die qunkhrii§1tätte ver1affen, obne in amtlich für genügend Erklär- ter Weise ]Zme Kleider desinfizirt zu been. Ein zufällig anwessn- der Hund ist an Ort und Stelle zu lauen, Gefäße irgend einer Ari“, die_ fur Milch gebraucht werden, sind zu desinfiziren, deLgleichen der Dunger, wxlcber darauf zu vernichten ist, der Maß ist unter amt- licher A_uf11cht zu reinigen und einzig und aÜein der Besitzer zuzu- lasen; jedes erkrankte Thier ist in einem eigens für diesen Zweck be- stimmten Wagen fortzuxühren. Auf Ucbcrtretung dieser Bestimmun- gxn steht ichwere Strafe. „Aber“, bemerkt die .Morning-Post“ zu diesen chxrrungsmqßregcln, „ihre Erzwi*ignng wird natiirlich außer- ordeiiilicb _]chwer kalten und ein tüchtiaer Prüfstein amtlicher Orga- nisation sem. Die NinderpestbcrrscbtinENgland seit Mitte Januar und in den [2131211 dreiMonaicn [)akrn sich etwa 30 Fälle einzelner Ausbrücha
ezrigt. Von diesen find 22 im Ostende Londons grivesen, einer in-
rimsbv, sechs in Hall, einer in Sbepbré Bush und einer in. Willesden, Gkiicklicherweisc ist die Krankbeit Weder ron (Hrimey nchh ron „Hull aus in das Inland grdrungrn. Im Ganzen smd scxtUAnfana des Jahres etwa 1000 Thiere entweder gestorben oder voriichtshalbrr geschlachtet Wordcn, Und die jimgsten Erschrimmgen in Willesdrii lassen uns fürchten, daß der Austeckungßkeim viel writer gciangt itt, iris man fiir mög[ich bielt._ Ermuihigend jedoch ist es 311 Hören, dai; durch das uuvrrzügliiizc „Handeln der prenixifchrn Re- gierung die Seuche beinahr, wo nicht voUi-g, in Dcutscblank vcr- 1chw_undcn ili und wir vertrauen daran, da!"; die hier zu nchmeudm Maßregckn in glricher Weise erfolgrriä) sein werden.“
Wa1hingi5n, 17. April. (W. T. B.) Nack) dem von drm Bureau für Landwirthscßaft erstatteten Bcrirbis ist der Stand dcr Weizensaai in 21815011 868 Distriktenriu ungünstigrr, In den anderen 650 Distrikten iii derselbe durchschniiikich rin guter odcr wenigstens ein [*csierer, als ursprünglich angegeben War, der Burri) Frost zugefügte Skhoden ist weniger erheblich, UZ sonst. Ja einzelnen THeijcn ron Kansas, Nebraska, Texas und Indiana find Heuschrcékcxi aufgetreten und drohen die Ernte zu zerstören.
Gewerbe und Handel.
In der gestrigrn Gencraiversammlang der Kommandit- gesellschaft auf Aktien Ludwig Loewe u. Co. wurdcn Gs- schäfisbcricht und Bilanz einschließlich der auf 10 0/g festgesexztcn Dividende genchniigt und Derbarge ert[)eilt.
_ Nach dem Gesibäfisbrriwt der Geraer Bank pro 1876 bx- icägt der Bruiiozewinn 544,471 „44 und das Reinerträgnrß 155,012 M., aus Welchem nach Vorschlag der VcertuxigHorgane eine Dividende von 20/0 rertheili werden soll. Denz Reservchndéx kann (1116 den Erträgnissen von 1876 kein Betrag zufließen, der Fonds brirägt unverändert 540,313 „sé Die von dcr Gerarr Bank zu ver- Waltcnde Landrentenbank für das Fürstentbum Ran); j. L. gibt vom ]. Janaar 1877 ab auf den Staat Über, und das darin inrcsiirte Kapital (Ende . 1876 794,495 «M) «,e- langt zur Rückzahlung, wogegen die Birnk. iich Verpßrchiei, die verfügbaren Gelder des Staates, wwre der Furstlichen Sparkasse _ leiziere bis zur Höhe von 300,000 „44 _ nach xvic vyr mii 49/0 zu rerzinsen, dem FiirstkiÖcn RejgterungZ-Kommimar die). bisherige Rermmeration rrn 1500 „14 auch in Zukunft zu gewähren, die Spärkaffc, sowie andere Fürstliche Aemier bis1879 mieihefrei in den Räumen des Bankgebäudes zu [*claffrn, sowie endlick) der Staats- regierung, anstatt des iHr nach Präkludirung der Bgnktwten 'der Geraer Bank stainlengemäß zu überweisenden Vierthcils der Nicht zur Einlösung ge[angton Summe die Hälfte derselben" bis „_zur Maximalböbe von 30,000 „sé, zu mikden Stiftungen _zu ubechtjen. Auf der Tagckordming der bevorstehenden Gencralvcrmnimlung be- findxt sich der_Anirag, alle etwa noch Vorkommenden Banknoien cinch ferner einzulöjen.
machen
Verkehrs-Außalten.
Rom, 11. Avril. (H. N.) In Folge einrs va Ykinifterium mit dem Hause Florio & Co. in Paxcrmo abge1ch1241crzeti Vertrages wird alle acht Tage ein Dampf1chisf von Brindisi riacb de:“r Levante abgehen, welches den direkten Verkehr mrt Griechenland und der Türkei vermitteln soll. „ ,
_ (A A. C.) Die Anglo-Amertxanisébe Telegrapßen- G es cllschaft veriheilt für das a_m,31. Marz abgekaufene Quarta eine Interims-Dividende von 10 _Schillmgen' auf die Stamm-Akttxn und von 20 Schillingcn auf die Prioritats-Aktien. Die Gesellschaft zeigt, ('m, daß vom 1. Mai ab der Tarif von 3 SchrUmgen pro Wort wiU-dec in Kraft tritt. _ Eine ähnliche Anzeige bat die ])jrch Unxtsä Iraker; Subls-(Iomxanzx erlassen.
_ Aus Alexan ria Wirk? dem „Standard" gemelch, daß die Uebertare der Suezkanalzdll: am 13, April, wie Bedungen worden, um einen halben Frank berab eseßt worden 127.
Plymouth, 17. April. (W, T? B.) Dir Hamburger Postdaiiipch „Cimbria“ ist von New-York bier eingetroffen,