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weite VolkSkreise schwer bedrückender Mißftand bezeichnet ist, und über die Frage nach den Mitteln zur Abhilfe, nach den Mitteln zur Verhütung ähnlicher Zustände für die Zukunft. In der Begründung der Interpeilation sind bon dem Herrn Vor- redner eine Menge von Einzelbetten vorgetragen, die sich zum tbeil auf die Gebabrung des Koblensvndikats, welches im Rubr- Koblenrevier besteht, beziehen, zum tbeil beziehen auf die Veriheuerung der Koblenpreise, wie sie im Zwisckoenbandel und im Kleinbandel stattgefunden bat. Die Einzelheiten, die in dieser Beziehung von dem Herrn Vorredner vorgetragen sind, bin ich meinerseits nicht zu kontrolieren im stande. Mir sieht auck) eine Einwirkung weder auf die geschäftliche Gebabrung des Koblensyndikats noch auf die geschäft- liche Gebabrung der Koblenzwisckyenbändler zu Gebote. Ich kann meinerseits hier nur das Ergebnis; derjenigen Wabr- nehmungen vortragen, die ich in meiner amtlichen Stellung über die hier beklagten Mißstände während des laufenden Jahres innerhalb Preußens gemacht babe. Ich kann diese Wahrnehmungen über die Koblenvertheuerung vortragen, ihr Maß, ihre Bedeutung, ihre Ursache darlegen und sodann mich darüber aus- sprechen, was ich meinerseits in Aussicht genommen habe, um diese Mißstände zu beseitigen und ihnen für die Zukunft vorzubeugen. Zunächst möchte ich mir nun gcstattxn, einige Mittheilungen zu machen über die Ursachen und das Maß der Ausdehnung der Koblentbeuerung, die wir in diesem Jahre zu beklagen haben. Die Ursachen find ja bekannt; es ist der Ausfall der Englischen Kohle während eines Theils des Jahres, der Ausfall der sächsifoben Koblenproduktion, drr Ausfall der böhmischen Kohle infolge des Ausstandes in Sachsen und Böhmen und endlich der gesteigerte Bedarf unserer Industrie, wie wir ibn bis Mitte dieses „Jahres gehabt haben.
Was zunächst die englische Kohle anbetrifft, so beträZt der Im- port englischer Kohle jrtzt bereits über 5 000 000 “0; damit wird das Küstengebiet der Nord- und auch der Ostsee versehen, die Kobler dringt auch bis Berlin; in Bärlin werden mehrere 100000 b dixser Kohle verbraucht. Dadurch, daß nun während einer bestimmten Zrit infolge des Transpaalkrieges und seiner Folgen, infolge der Steigerung der Koblenpreise und der Schiffsfrachtsn in England die englischen Kohlen angeblieben sind, sind selbstbersiändlich in diesen Küstengebieten solche Mißstände hervorgetreten. Diejenigen, die bis dahin die englische Kohle bezogen batten, wünschten nun- mehr inländische Kohle zu beziehen. Sie wandten sich an inländische Gruben und Händler; das; aber dic Gruben wie die Händler zunächst ibre bisherigen Kunden berücksichtigtkn, das ergab sich einer- seits aus den abgeschlossenen Verträgru, die sie erfüllen mußten, andererseits aus dem Geschäftsxxebraucb, der allgemein üblich ist. Man bedenkt in erster Linie die alten Kunden und erst in zweiter Linie die neu hinzugekommenen. Was die Ausfuhr der sächsischen Kohlen betrifft, so beziffert sie sich auf 5 bis 6 Mtilionén Tons; sie ist während des Ausstands in Sachsen fast vollständig aus- gefallen, die böhmische Einfuhr beziffsrt sich im Jahre 1899 auf 8,6 Millionen Tonnen, die theils nach Bavkrn gebrn - vorzugsweise wird Bayrrn damit versorgt _, ibeils rach Norddeutschland geben, nacb Sachsen, Preußrn. Hier in Berlin werden aliein über 800 000 i böhmischer Briqueis verbraucht. Daß ir-idlge des Ausfalls einsr so bedeuten- den Zufubr an Kohle während dieses begrenztxn Zrit- raums und auf diesém engéren Gebiete innerhalb disses Grbiets Notbsiände entstehen, darübsr kann man sich nicht wundern, um so weniger, wenn man bedenkt. dab das geradr in eine Zeit fällt, wo seitens der Industrie Anforderungen an die Koblenvroduktion gestelit sind, wie wir sie bis dahin noch niemais gekannt haben. Unter solchen Umständen War es die Aufgabe der inländischen Koblenproduktion, alles aufzubieten, um den Ausfali zu erseßen. Das bat sie auch »“ das muß ich hier offen anerkennrn --- redlich und mit allrn Kräften gethan; denn ibaisäckolich bat fich die Koblrnprodukiion im Jnlande in diesem Jahre weit über das Maß ihrer bisherigen Begrenzung er- höht. Es sind über 10 Miliionen Tonnen in diesem Jahre mehr ge- fördert und dem Konsum zugeführt worden. ,“
Nun, meine .Herren, möchte ich mir gestatten, Ihnen auch über die Höhe der Preise, die nach meinen amtlichen Erfahrungen zur Er- hebung gekommen sind, einige Mittheilungen zu machen. Man muß bei den Preiscn unterscheiden dir Grubenpreise und die Preise der Großhändler einerseits und die Prdise, die der Zwischenhandel und der Kleinbandel erbebi, andererseits. Das; die leßteren brdeutend böber sicb stellern, darüber darf man sich nicht wundern. Der Preis steigt in der zweiten Hand, in der dritten Hand noch mehr und erst recht in der vierten. Die vierte'Hand, der Kieinbandel, bat die ent- legeneren Gebiete zu versorgen, bat die hohe Fracht zu bs- zablen, er hat die Kohle zu magazinieren; da kommen die Lagerkosten bipzu, er hat den grringeren'Umscblag und muß infolge dessen auch den größeren Verdienst baben. Daß also die Kohlen "beim Zwischenhandel und beim Kleinbandel erheblich ibkurer werden, darüber darf man sich nicht wundern. In der That sind fie aber nach meinen amtlichen Wahrnehmungen auf Grund der Beschwerden, die an mich gelangt sind, in vielen Gegenden über das Maß der Ge- bühr, über das Maß eines angemkffenen verhältnißmäßigen Gewinns bis zu wvcberiseber Höhe im Preise gesteigert worden. (Sebr wahr!) Das ist tbatsächlicb der Fail gewesen zunächst in den Ge- bieten, die aus der Vcrsorgung durch ausländische Kohle aus den Gründen auSgeschaltrt wurden, die ich schon angeführt babe. Es trat dort“ ein Noibsiand ein, der die Leute zwang, erhöhte Preise sick) gefallen zu lassen, wenn sie nur überhaupt Kohlen bekamen. Es ist das ferner in den großen Jndustriegebieten hervorgetreten, weil dort die Nachfrage am allergrößten war. Es ist aber eigenibümlicberweise auch in der allernächfien Nähe der Gruben hervorgetreten (hört! hört!), und zwar aus folgenden Gründen. In Oberschlesien haben wir diese Erfahrung gemacht: die (Gruben baden, nach dem Vorgang der Staatsgruben, auch einen Landdebit eingeführt, in dem sie die Kohlen an die nächstgelegene Umgegend der Gruben ]u den Tagespreisen verkaufen. Da sind nun die Händler hinzugekommen und haben in der Nähe dieser Gruben die Kohlen aufgekauft, haben die Fuhrleute für sich engagiert; diese haben die Kohlen von den Gruben zu den Eisenbahnglsisen gefahren, dort sind sie verladen worden und sind in entfernte Gebiete, zum großen Tbeil ins Ausland," gegangen. (Sehr wahr!) Auf diese Weise sind aliein aus dem oberschlesischen Bezirk 316 000 1; entfernt wvrden, die zum großen Theil ins Ausländ gegangen sind. Ja, wie sollte man das hindern? Das war that- ,särhlicb nicht möglich, zu beseitigen; denn auf den Graben Wußte man nicht, wohin die Kohlen gingen. Dort kamen die Fuhrleute bin,
nahmen die Kohlen in Empfang und fuhren sie ab. Ich babe den Herrn Eisenbabn-Minister gefragt, ob er nicht die Verladung auf den Eisenbahngleisen inbibieren könnte. Er bat mir geantwortet: nein, das, kann ich nicht, das widerspricht den Bestimmungen des Betriebs- reglements. Dagegen war also nichts zu machrn.
Sie sehen, meine Herren, daß an Verschiedenen Stellen, aber vorübergehend und örtlich vereinzelt, in der That eine wucherische Vertbeuerung der Koblenpreise stattgefunden hat. Diese Vertbeuerung ist nun aber andererseits auch noch dadurch nicht unwesentlich gesteigert worden, daß, wie immer in solchen Fällen, eine allgemeine Panik unter den Käufern entstanden ist. Meine Herren, es wird in den Zeitungen die Koblennoib in sensationellen Artikeln dargelegt, in öffentlichen Versammlungen wird sie ebenso besprochen. Das wirkt auf den Einzelnen beängstigend ein. Jeder sucht sich zu versorgen, und so kommt eine Uebersiürzung in der Koblenanforderung und dem- gemäß auch eine Uebersiürzung des Preises heraus, die in hohem Grade zu beklagen isi. Ick muß das aber hervorheben, weil ich auf diesen Punkt nachher zurückkomme.
Nun komme ich auf die Frage: wir haben fich denn nun die Preise bei uns in Deutschland gestellt? Was da von dem Herrn Vorredner an Einzelheiten mitgetheilt wird, das bin ich, wie gesagt, zu kon- trolieren nicht im stande. Ich kann nur meinerseits die Mittheilung machen, daß sowohl in Oberschlesikn wie an der Ruhr und an der Saar die Grubenvreise und die Preise der Großhändler eine Erhöhung bis zu 2,50 „zz., 260 „ja pro Tonne nicbt übrr- schritten haben gigen den Preis von 1898. In Obrrschlesien kosirten Stück- und Würfelkoblen am 1. September 1898 9,50 .“, 1900 12 „M, Differenz 2,5026 Ebenso Kirinkoblc 1898 6,20 «;ck, 1900 840 „;ck, Differenz 2,20 .“: An der Ruhr kosteten Gasfiammförder- kohlen am 1. September 1898 9 .“, 1900 11,50 „16, Differenz 2,50.“ Stückkoble 12 „ii rksp. 14,50 „zz, Differenz 2,50 „M; besimelirrie dele 9,50 resp. 11,75 «sé, Differenz 2,25 „;ck; gewaschene Nußkdble 10 «M resp. 12,50, Differenz 2,50 «16 Das sind die Prrise, die man tbatsächlich seitens der waen und drs Großhandels krbobxn bat.
Vergleicht man damit die Preisentwickeiung dcs Arislandks, so muß man doch sagen, daß bei uns gegenüber den Ursachen, die ici) mir erlaubt babe, Ihnen vorzutragen, die Gruben- und GroßbairdrlSPr-sise nicht das gebübrlicbe Maß überschritten babcn. In England 3. B. kostete Wkstbartiév Stückkoblk 1898 8,8 bis 10 Sb„ 1900 18 bis 20, noch jest 16,6 Sb, Stramfmall 1898 3.6 bis 4,0 Sb„ 1900 10 bis 18 Sb„ also unsefäbr 200 0/0 mehr. In Belgien sind die Preise für Gruskoble auf 20 bis 22,50 Fr., iür Förderkobls auf 25 bis 27, für Hausbrandkoble auf 28 bis 29 Fr. grsiirgrn. Ju Böbmrn ist die Braunkohle von Ende 1899 bis jetzt griiissxn bon 4,5 bis 8,5 „45 Die Ostrauer, also österrrichiscbe', Koble Wards 1898 mit 4,1 Fl., 1900 mit 0 Fl. blzablt, also eine Steigsrung don ;)00/0. Sie sehen, bei uns geht die Strigerung nicht über 25"/o birmus, während sie im Ausla7:d€ 50---100, ja bis 2000/g brirägt. Ick) glaube, deshalb kann man sagen, die Preise, die Von den Grub?" Und von dem Großhandel grfielit werden, halten sich in mäsiigsn Erknzcn. Die Preise aber, die im eriichrnbandel und im Kleiubandrl erbobc'n find, gebsn al1€rdings an biclrn Sicücn über das Maß drr Gebühr hinaus.
Dcmgegenübrr erbkbt sicb mm die Frage, und das ist nach insider Mrinung vieliricht dia Hauptsad'ok, was können wir tbun, Um solchem unrrträglicbrn und unerwünschtrn Mißständen für die Folge zn br- gcgnen, und da möcbis ich mir nun grsiaiirn, dir brrscbiedrncn, bicr in Frage kommendrn Maßnahmen zu brsprrrhrn fis find i: (1115!) von drm Herrn Vorredner bereits brrübrt wordrn nrd üirr iki“? derselben mrine Msinung zu sagen.
Zuriächst bandeit es sich um die Crböbung der Produktion, fc- dann um die! Bcichränkung, untrr Umständen Bsseiiiguug der AUF- fubr, drittens um die Einschränkung des Zwischenhandels, des Kirin- bandels,dadurch,daß man in größsrrm MaßedieK-obikn dirrkrdrm Konsum zuführt, und €ndlich dirriens noch um cinen anderen Punkt, dt'n derH-krr Vorrsdncr allerdinßs auch nur dbrriläcblicb berührtk, das isi dir Fragr: kann man denn nicht dem Zwischenhandel kßiitkoiikllii und dafür sorgen, daß solche nicbtswürdige Geschichten nicbt wiedsr bdrkdmmkn? Ueber dirse Punktr werde ich mich bkuie aassprrcbkn. Zunächst also die Prodxktion. Wie ich bereits erwäbni baby, isi dir Produktion in diesem Jahre in Prrrißer! gxiirigkrt wordrn aui Übrr 100 Millionex', um mrbr als 10 Miiiionkn gezemibrr drm Vor- jabk. Dirie Steigcrung repräsentirrt also eiae Steigerung don Über 10 0/0. Ick) babe natürlich msinerieits Viradlaffuna grnommrn, die sorgfältigsien Erbebungrn darübrr anzustrilcn, ob wir denn nun auch im nächsten Jahre das (Hiricbe zu leistrn im stande sein Werden, und ich kann anrn die Verfickperunz gkbkp, daß diefs Erhebungen volikommsn befrikdigcnd sind. Wir babén festgestellt, daß eine Sisigcrung in den jkat WM im Bririrbc bcfind- lichrn Gruben bis zu 7 und 8% durchschni1t1ich krrrirbt werdkn kann. Wir haben aber ferner fesigksiélit, daß im Ganzen 72 Neuanldgen auf den preußischen Gruben in dir Ausführung bkgriffe'n sind und sämmiiich im Laufe der k-äi-“bstén 4 bis 5 Jahre in Fbrdcrung kbmmcn Werden, sodaß im nächsten Jahre 2 MiÜi-znen Plus aus dirirn 51111- iagrn fich ergiebt und im 1631811 drr fünf Jahre 12 000 000 i mehr. Unter dikskn Umständen wrrdxn wir also eine Mcbrleisiung gegenüber dem laufenden Jahre Von 10 0/0 zu leistrn im stands sein. Unter diesen Umständen glaube ich, nm io mcbr als die Konjunktur anfängt, rim? rückgängige zu Werden, daß wir uns keinrn Briorgnisikn hinzugeben brauchrrr
Ich darf nun wohl zum zWriirn Punkte übrrgxbcn, drr Frage der Beschränkung der Ausfuhr. Hier muß ich nun zunächst konstatikrrn, daß in der That die Ausfuhr in dixsem Jahre nicht unbeiräcbjlicb zu- genommen zu haben scheint, wenigstens in den abgelaufenen 10 Monaten. Es sind eingeführt im Jahre 1899 12 800000 d wäbrknd der ersten 10 Monate, angefübrt 18300000, die Mehrausfubr brtrug also 50000015. Im laufenden Zabre find eingeführt 18 000000 t„ ausgeführt 14 600000 d, also mehr auSgeiührt 1300000. Es muß bier allerdings berücksichtigt werden, daß in der Ausfuhr auch die Bunkerkoble enihalirn ist, dir in deutschen Schiffen verladxn wird, und auch die Ausfuhr, die in das zollfreie Gebirt grbt, zu einem sebr großen Theile auf diesen Schiffen verladen wird. Wenn man das in Betracht zirbt, fo reduziert sich diese Mehrausfubr nicht un- erheblich, sodaß sie jedenfalis weniger als eine Million betragen würde. Diese Ausfuhr ist ja an fich immerhin nicht unbedeutend, man muß aber berücksichtigen, daß sich der gesammte Austausck; von Kohlen mit dem Auslande, also Ein- und Ausfuhr zusammen, auf dreißig Millionen Tonnen beläuft. Dem gegenüber ifi eine Mehr-
ausfubr von einer Million in diesem Jahre nicht gerade sehr [„, fremdlicb, denn man muß ja bedenken, daß die Einfuhr fremder Kobj, im Laufe einiger Monate gänzlick; aufgehört hat, sowohl aus Böhme. wie aus England.
Nun entsteht die Frage, ob es angezeigt wäre, in solchen Fällen, wo wir im Inland:? allgemein oder an einzelnen Stellen eine Kohlen. notb oder Koblentbeuerung haben, mit einem Ausfuhrverbot vor. zugeben. Das hat der Herr Vorredner mit sehr warmen Worten empfohlen. Ich muß nun sagen, nach meinen Erfabrungen würde das ganz entschieden nicht empfehlenswert!) sein, und zwar aus folgendem (Grunde. Die Produktionsgebieie sind soivobl im Inlande wie im Auslande so belegen, daß, Wenn der Vertrieb der Kohle in einer wirtbschaftiich rationellen Weise stattfinden will, er nicht auf das Inland beschränkt werden darf. Unsere Saarkoble liegt dicht an der Grenze, unsere oberschlesiscbe Koble liegt richt an der Grenze, unsere Rubrkoble bat den Rhein zu ihm Verfügung und kann die (Grenze leicht und ohne große Kosten erreichen. Es ist deshalb ganz naturgemäß, daß in das Absaygebiet dieser Kohlen auch die ausländischen Bezirke einbezogen werden. Ganz ebenso liegt es aber auch mit der ausländischen Kohle. Die österreichische Kohle und die böhmische Kohle liegt auch unmittelbar an unserer Grenze, versorgt auch große Strecken in unserem Jnlande. Die englische Kohle lirgt dicht an der Küste, Erreicht auf dem Wafferwege brqurm unsdre nordischrn Küstengebiete und versorgt sie mit Köhlen, Wlnn abcr dieser Austausch der Kohlen, der sich auf fünizcin Millionen bon beiden Seiten beläuft, nicht siattfändr, ,so würde die Folge eins gänzlich unwirtbschaftliche' Versorgung „sein, und es würde, wenn man die (Grenze schlösse, keine englische? oder böhmiscbr Kohle berkinkommen. Bayern, das Land, für das der err Vorredner ein besonderes Jntereffe bat, versorgt sich Vorzugsweise mit böhmischer Braunkobic. Es würde darm genötbigt sein, seine Koblrn don der Saar ddsr Von der Ruhr zu beziebsn, und “hätte schwere Fracht zu bezahlen. Da würde Badrrn also jedenfalls sehr Wknig dankbar sein, wenn man dazu überginge, durch ein diesseitiges Ausfubrberbot ein glricbes Nusiubrbrrbdt für böbmischr Kohlen zu brodozirren; Und ist ('s nicht Ebenso an drr Osi- und Nordsee, Wenn man da die rngliscben Kohlen aussckyibssr, und man auf die oberschlesiscbe oder auf dir Kobler: aus dem Rubrgrbict angkwiesrn wäre? Sie köbncn mir glauben, dirsc Gebicte müßtkn viel böbere Preiss brzablrn, als fie sie ikst bezahlsn. Ich glaube aixo, meine Herren, es wäre wiribscbaftlicb bkrkcbrt, wcnn man sir: sdlchrs Liusfubwekrboi rintrrten ließe, Und ich möchte dringknd rmpfeblc'n, dadon abjusrben. Dasselbr .;ilt rnrxiuiix. mgiumijx auch fiir die' Llusfubrbkschränkunae'n, für DET! Ausfubrch. Dabri muß ich bemrrken. daf; die Ausfrtbrzöiic heutzutage iasi voli- ständig auigcbobi'n sind, und wenn wir dazu übrrgingen, dirieibln rin- zdfübrrn, so wäir das ('in? brdch1klichrck11iaßrkgcb Wé'ii anch “Staate'n nachkommrn würdkn.
Würdcn wir briidielsrveiie zu 81116!!! Yiaumwoüsnausiubrzoü gs- langrn, fo lägén wir mit [msc'rer ganzen Triiilinduitrir 3:7. drr Erdl. (Srbr richtigk links.)
Nun möchte? ich zu linen! dritten Punkt Übergeben, zii drr Frggk drr Einsckpräniumg drs Zwifckprnbandlis. Hier bin i:!) in drr Lask, ancn sirms bkffkW Aussichten eröffnen zu könnln. Ick bin siris dsr Mrianmg «Sirksrn, daß der delknbandrl für di:? Grubenbrodaiiion nicht „zu kntbrbrsn ist, das; es abrr erwünscht iii, ibn so wrii als möglich cinzusÖränkon. Ick wii] ansx; zmiächii das kriirrr anseinandrrseykn. Daß der Kobicnbatrdci nicht zu entbebrrn ist, bringt mit dcr Cigrnart drr delrngkwinnmig zusammcn. DiTsCibk grscbie'bt brkannilich auf Grund rincs Bidirirbsylancs, in dem das Näbrrc vorgrsrben wird 111 Brzug auf di? Cinzclnen Bktricbdpunktr, die im nächiier Jabrr abgrbaut wrrdkn idiirn, in szug auf di? Brlegscbaii, die Aus- und Vor- richiax;g, in Brzug auf die? Ordnitng ddr oberirdische", und untrr- irdisch€11 Axiidgcn. Kurz, ('I wird im Detail gsc-rdnri wie der *G*:- iric'b drr Grnbe statisirrn icli. Diesem Betriebsdlan [iki]! aber cine briiiwmts Scbäßuna, d doranssickßilicbcn Absay7s z:: Grunde. Nun lsbrt dir Erfahrung. und es liegt in der Natur dir Ding?, daß der I)ie'ge'i nach von dkn Grubrn thatsächlicb der Brdarf Übrrfcbäyt wird. Sir wolikn natürlich nicht hinter dcn Aniordkrungkn zurückbikibcn und nrbmen lirbir ("inen böberrn Budarf an, als er tbaiiäch1ich Lintriti, sodas; dir Regel dit? Kobirnabundanj, der Koblsrimxxigri di: Ausnahme ist. In ZsitM drs Koblrnmangkls ist ja bis Véribeilung drr Koblen sebr einfach, dieselben dkrtbriit man dc'n Verbäliniffrn nach an die! Anfordrrer. Andrrs [ikst aber die Sdcbe in dkn Zeiten der Koble'nabundanz. Da bai man ein Plus über die Anfordrrungen hinaus. Tissrs ist Unter Umständen ikbr bedkuirnd, Und Ls muß unter alllu Umständen los- geicbiagkn Werdkn. Denn das rperdrn Sie selbst wiffen »» aus Laser kann mon die Kohlen nichtfchüitrn. Die Kohlen müffen in ihrer grdßrn Masse aus drn Grubcn auf die Eisenbahnwagen und aus diescr: auf die Bedarisfie-Ue gebracht werden. Die Lagerung auf der Halde ist mit Kosicn verbunden, die sebr weitgehender Natur smd. Auch dis LaudabiUbr kann nur eimas accefforiicb 18111. C).: die Hauptme'nge in ddr Weise, wie icb anen .;esdgt babe, Okk- trieben wrrdxn muß, so können Sie auch den Handel garnicht er.!- bébkkkt. Wrnn wir kagrgen Verkaufsbureaux im Lande einrichten wolitrn, io Würden sik diese Aufgabe nicht erfüllen könnkn. Sie sind bloß Anmridestrlien, die bringen uns die Anmeldungen, und wenn die Anmrldungen nicht ausrricbcnd sind, um die Produktion aufzunehmen, so muß rbrn das Plus nach wie bor durcb dkn Hande! u::teraebracht werden. Der Handel hat dir Aufgabe, die Kundrn aufzusuchen im Auslande wie im Inland? und dafür zu sorgen, daß das Plus- der Produktion untergebracht wird, daß den Abnehmern angrmeffenk, möglichst koulanie Lieferungs- und Zahlungsbedingungen gebote): wrrden, daß fie die Sorte bekommen, die sie haben wollen, daf; sie die Kohlen auf dem Verfrachtungßimge beziehen, der ihnen koribknient ist. Das ist die Ansgabe des Handels, und in der Be- ziehung hat der Handel tbatsächlich ganz erhebliche Verdiensir um die Entwickelung unserrr Koblenprodukiion. Meine Herren, hier in Bsrlin hatte früher die englische Kohle den Markt, die oberschlefiscbe kam erst in zweitrr Linie in Betracht. Wie ist es jest? Die obrr- schlesische bat den Markt, und die Englische Kohle kommt nur in dritter und vierter Linie in Betracht. Das ist ein Ver- dienst unseres Handels, das man nach meiner Meinung anerkennen muß, und ich würde gegen meine Ueberzeugung handeln, wenn ich das nicht anerkennen wollte. (Zurufe und Heiterkeit.) Nun, meine Herren, so sehr ich der Meinung bin, daß der Handel unentbehrlich ist für die normalen Zeiten der Koblenabundam, so bin ich doch der
Meinung, es ist wünschenöwertb, so weit wie möglich die Kohlen direkt in die Hände der Konsumenten zu bringen, und eins der wesent- lichsten Mittel, um dies zu erreichen, ist die genossenschaftliche Ver- einigung. Ick) stehe auf dem Standpunkt, daß eine verständige Organisation sowohl drr Käufer wie der Verkäufer in hohem Grade wünschenswertb ist, um zu einer richtigen und angemessenen Preis- entwicklung zu kommen. Die Organisation der Verkäufer haben wir in den Syndikaien. Wenn die Syndikate gut organisiert sind, wirken sie thxtsächlicb dahin, daß die PreiSentwicklung eine normale isi. (Heiter- keit bei den Sozialdemokraten.) Ich habe bier eine graphisÖe Dar- ßeaung, aus der die Herren genau ersehen können, wie die Preis- entwickelung sich gestaltet hat in der Zeit, ebe das Rubrkoblen- Syndikat existierte, und in der Zeit nachdem, wie fie sich gestaltet hat bei uns und in den fremden Ländern. Da werden Sie finden, das; in den Zriten der aufsteigenden Konjunktur sowohl wie auch in der Zeit 1889/90 die Koblenpreise im Auslande rapide in die Höhe gegangen sind, während im Jnlande die Entwickelung der Preise in eim'r langsam aufsteigenden Linie bis auf die Gegenwart stattgefunden hat, während sie andererseits im Auslarid in der gleich rapiden Weise in die Höhe gingen. - Wer sich dafür interessiéri, kann dies? Karte hier mal einsehen.
Nun, meine Herren, ich will hier dem Koblensyndikat nicht ein uneingesobränktes Lob singen; ich weiß wobl, daß überall Mißstände möglich sind; die können sich auch bier entwickeln, und wenn man in dsr Folge dazu kommen iollie, eine Kontrole oder Aussibt der Syndikate zu organisieren, «“ ich meinerseits habe nichts dagegrn ein- zuwenden, bin aber der Meinung, daß man in diesen Dingen mit Vorsicht vorgeben soil.
Nuri komme ich auf die Frage bezüglich der Käufer. Anti) hier bin ich entschieden für eine Organisation, für eine sachgemäße und zweckmäßige Vereinigung der Käufer zu gemeinschaftlichem Bézug. Das haben wir aber bon iiber seitens der fiskalischen Werke begünsiiqt. Wir haben immer die Genossenschaften bevorzugt, und in diessm Jahre habe ich Veranlassung genommsn, mich mit dem Herrn landwirtbschaft- lichen Ministrr in Verbindung zu slß-Zn; ich babe ibn gebeten, die Genossenschaftan zu kondozieren und sie zu vrrständigen darüber, daß die Anforderungen seitens der Einzelnen Genossenschaften für die Gruben sebr störend sind, und das; Es Vié'l brffer wäre, Wenn sie sich wiederum über einen Gesammtbezug verständigen würden. Das haben sik eingeskben und griban. Sie wrrden also don der Saar einerseits und don Oberschlesien andererseits durch zwei große Genosienschaftkn dir Koblkn beziehen, und dadurch werden alis Mitgliedkr dikskr Genossenschaften mit Kohlen Versorgt. Aber, meine Herren, vorsichtig muß man in solchen Tingrn sein. Wenn ich (3an weiteres die gesammten Anforde- rungsn dieser Gcncffensckyaiicn Übernommrn hätte, so hätte ich mich yinrr ganz großen (kaübr angLsLLi, denn die', Untrrbringung der Koblkn ist doch bei dsn GLNOffSU sebr schwieriß; sowie die Preis- kdniunkiur fich ändert Und sie die deikn andsrsws billiger bekommen können, als sie sie durch die Eendffknfchaftén beziehen, dann find die Genofirn sebr iäxrver iestzubalten, fi»;- ßkben Jbrtkn aus der Ver- rkiicbiung berdus, und dir. Grndsisnscbaft wird ihre deikn nicht los. Tann tmrs; dis (Grubs 1111de Ein (Finikbsn babsn Und muß die Koblkn bebalirn rssd. wicdernebmrn; drnn wenn si? zu Schleudsr- kreisen schließlich verkanf! werde?", so ist das für dir Grub? noch viel unanxrnebmer. Six sdbrn also, mrinr *Öxrrsn, disskr gsrwffen- icbaixlicbe Bkzug hat auch seine Bedknkkn, nnd ich kann nicht saßen, das; dir bisbkrigrn Erfabrungrn gecignrt sind, diese Bedenken abzufcbwäcben. Ich habe mich désbalb entschlossen, (zin bssiimmtes Quantum deien 311 rrserbiercn; das babs ich drn Großhändlern kinfach an ibrem diesjährigxn Bkzug gestricbcn und für die Genosien- schaften ressrbicrt. (Sri): gut! rechts.) Damit Werde ich den Ver- such machen. Bkwäbrt sich dcr Versuch, nehmen die Genossenschaften ab, was ich ihnen rrserbixrt babe, darm bsbalte ich mir bor, weiter- zugeben. Abkr ich gebe bei diesem Versuch etappenweise vor, denn ili: kann die großen Wsribe, die in der Produktion der Staatsberg- wrrke gegeben fink“, nicbt leichtfinnis derschl€ud€rn.
Nun komme ich zit drm ikßikn Punkt -- Sir nehmen es mir nicht «ck, meine Hirten, da?“; ich eimas writiäusiz bin »; das ist die Frazxe, ob es nicht zwsckmäßig uud anzängig ist. den Zwischen- bandel zu konirsiicrrn md zu berbindern, dax“; xine Vertbeurrung der Kobienvreiie durch dknselbrn siatißndét. In dieser Beziehung sind icbbn vikle Vorschläge gemacht, und man hat namentlich am Rhein einen Vorschlag gemacht. dsr dabin giug, daß man dic Prrife für den Zwischknbandel und für dkn Kleinbandsl [imitieren soll?. Diese Limiten soliten zunächst bon den Grubrn drn Großbändlern, Von den Großhändlern drr: Zwischrnbändlerw Von den Zwiscbrnbändlern den Kleinbändlern aufgegeben werden; sir fciitrn nicht überschritten werdkn, und diejenigen, die sie überschritten, sollten aus- geschloffen we'rden. Da hat aber das Koblensyndikat gesagt: das gebt nicht ---- und ich glaube mit chbt. Wesrvegen, meine Herren“.) Nun deshalb. Weil ibaisäcblick) die Preiie, die die Zwischenbändlrr und die Kleinbändler fordrrn, nach den einzelnen Ortén und Gebieten ganz verschiedkn sind. Das eine Mal likgen virle Frachtkosten darauf, das andere Mal wenigrr; das eine Mal Entstehen viel Mazazin- und Lagerkosten, das andere Mal wrniger; das 81716 Mal baben sie es mit Konkurrenz zu thun, das andere Mal nicht - kurz und gut, über- einstimmende Limiten [affen sich nicht feststellen. Da ist das Syndikat zu dem Auswege gekommen und bat Vorgeschlagen: wir wollen fest- stellen, daß diejenigen Händler, die unberbältnißmäßig hohe Gewinne sich stipulieren, künftig ausgeschlossen werden, überhaupt keine Koblkn mehr bekommen. Darüber, ob die Preise ungebübrlicb boch sind, soli die Handelskammer in Effen entscheiden. (Zuruf rechts.) -- Ja, das ist ein Versuch, bei dem ich nicht sicher bin, ob er Erfolg haben wird; daß man aber einen solchen Versuch macht, halte ich für sehr ver- siändig, und ick; bin der Vieinung, wenn wir in Oberschlrsien dazu übergingen und mit den Privatgruben eine gemeinsame Stelle er- richteten, an die die Beschwerden aus den Kreisen der Koblenkonsu- menten gerichtet werden, die die Aufgabe bai, diese Beschwerden zu unter- suchen, festzustellen und demnächst die drr wuchcrischen Vertbeuerung überführten Händler einfach aus dem Veririsb der Koblen auszu- schalten, so würde ich das meinerseits für einen Vortheil baljen. Ick habe an:!) nicht unterlassen, in dcr oberschlesischen Koblen- komrention diese Frage zur Sprache zu bringen, und ich würde es meinerseits dankbar begrüßen, wenn sie zu cinem Erfolge führen sollte.
Nun, meine Herren, babe ich mir gestattet, Ihnen meine Meinung, meine amtlichen Wahrnehmungen und das, was ich in
Aussicht genommen habe zur Beseitigung der tbatsächlicb vorhandenen Mißstände, darzulegm. Ick spreche die Hoffnung aus, daß diese Mittheilungen dazu beitragen werden, in dem Kreise der Koblen- verbraucher etwas mehr Beruhigung und Vertrauen zu der staat- lichen Verwaltung, der staatlichen Aufsicht zu erwecken. Sollten noch weitere Auskünfte erbeten werden, ich bin meinerseits gern bereit, fie zu geben. (Bravo!)
Minister der öffentlichen Arbeiisn von Thielen:
Meine Herren! Nach den sehr eingehenden Ausführungen des preußischen Herrn Handels-Minifiers, die für mich Vollständig über- zeugend sind, und denen ich darum durchaus beipflichtk, bleibt mir eine verhältnißmäßig geringfügige Nachlese. Meine Herren, es ist wohl keiner in der vorliegenden Frage so sehr betbeiligt wie der preußische Minister der öffentlichen Arbeiten in Vereinigung mit dem Chef der Reichs-Eifenbabnen in Elsaß-Loibringen. Interessiert einer- seits als der Leiter des größten Verkehrsunternebmens, welches 'existiert, und zweitens auch interessiert als einer der allergrößten Konsumenten *- in ltßier Beziehung will ich nur kurz an- führen, daß wir tagiäglicb im Durchschnitt 17000 !- Kohlen gebrauchen, also 1700 Doppelwaggons; ob diese Kohlen billig oder tbeuer find, macht für die Rente der Staats- eisenbabnverwaltung einen ganz bedeutenden Faktor aus. Auch habe ich perföniick; seit langen Jahren ein ganz besonderes Interesse gerade in dieser Frage. Seit 34 Jahren babe ich den Koblenbedarf für das meiner Lsitung anbertraute Eisenbahngebiet be- sorgt, und habe es mir auch nicht nehmen lassen, in den Zi Jahren, daß ich die Ehre babe, an der Spiße der preußischen Staatseisen- babnen zu sieben, persönlich jedes Jahr drn Koblenabsckyluß zu machen- Jch darf daher, obne unbescheid€n zu sein, don mir behaupten, daß ich in dieser Frage einigermaßen orieniiert bin.
Meine Herren, solange es (Eisenbabnm giebt, hat es auch Koblenausfubrtarife gegeben; und zwar sowohl Privatbahnen wie Staatsbahnen babsn derartigk Koblenausiubriarife beibätigt. Ganz natürlich, denn sie waren davon überzsugt, und die Erfahrung hat diese Ueberzeugu-g bestätigt, das; sie dabei nicht nur ihre Eigenen finanziellem Jniereffcn wahrten, ,sondern auch wcsenilich dazu beiirugxn, die Koblenproduktion drs Landks, also die Pro- duktion eines der wichtigsten Produkte des Landes erheblich zu fördern. Auf der anderen Seite ist es von jeher seitkns der Privatbabnxn so- wohl als auch der Staatsbahnen als ibre Aufgabe betrachtet wdrdkn, einetbunlicbstc Stabilisierung in den Beförderungsbedingrmgcn für diesen wichtigsten Artikel bkrbeizufübren, nicbt beute die Tarife niedrig zugsstalfyn und morgen zu erböben und übérmorgen wieder zu ernikdrigen, sondern, wie gesagt, in dieskr Beziehung eine tbunlichsie Stabilität berbeizuiübrrn. Das ist, seitdem die Babnrn im großrn (Ganzen verstaatlicht wdrdrn smd, auch stets von den brrfchiedknxn Leitrrn der Staatsbahn?" als ihre Aufgabe betrachtet wordsn, und zwar um so mehr, da der andrre Faktor ja [Libkk sehr variabel ist, der Vérkaaisdreis an der Pro- duktionsstättk, an der (Grube. Werm Sie, ich wil] einmal sagen dom Jahre 1870 an, sich Eine Zuiammensteüuns der Koblendreifr in den bsrscbiedenrn deutschen Koblrngebietrn ansebrn, io wsrden Sir findrn, daß fich da kdloffale Untersckyirdk bemcrkbar „machen, Und wie schon der Herr Handsls-Minister irbr richtig aasgkiübrt bar, zeigt sich in einsr drrariigen Nachweisung immer ganz deutlich, dai; die Zritcn der Hochkonjunkturen immer scbr [diy sind und nicht lange dauern, raf; dagegrn die Zeiten drr Niedrigkdnjunkturen sicb aui langén Linien Ersircckeb. Meine Herrrn, man ist , auch schon früher stets der Ansicht gewesen, dax“; man aus Anlaß dieser kurz drriaufenden Hochkonjunkturen nicht ani ibäte, b€sondere I)iaßrégeln zu ergreifen. Wir babkn früher Koninnkiuren gehabt, die in Bezug auf die Koblrnnotb und in Bezug auf die Koblsntbeuerung viel schärfer gewcsen sind als dir jrßige. die nach meiner Ansicht nun schon ganz übrrwiegend binter uns liegt, während allerdings andrre LLUtS meinrn, das; wir uns noch mitten darin brfinden. Jm Fabre 1872 7.1 babe ich für das damals bon mir brrwaitrie Eisenbahngsbirt dis Kohlen genau mit derselben Zahl von Thaler" bezahlen müffsn, wie ich six beats mit Mark bczablr, also zum dreifachen Preise, und man mußte froh seiy, wrnn man alte Lagerposten, die kaum noch den 4. odsr 5. Theil des Wertbes batten, Überhaupt ncch dirkkaufen konnte. Ich habe noch im Jahre 1891 im Auftrage des damaligen Herrn Ministers für öffentliche Arbeitkn, meines bcrebrten Herrn Vorgängers, weil die Eisenbahnen fich da- mals aus Anlaß des Strikes ebenfaiis in Notb byfanden, in England Kobisn auflaufen müffen, was ich kaufen konntr, zu Preisen, dir über das Dovdelie binairsgingkn iiber den grwöbnlicben Preis der Kohlen. Weder in der einen noch in der andern Periode" drr Hochkonjunktur hat man indessen daran gedacht, Ausfubrbsrboie zu erlassen oder die bestehenden Ausfuhr- tarife aufzuheben oder auch nur das mildeste Mittel zu rrgrrifen, was die preußische Staatsregierung nach Beschluß des Staatx-Minisieriums ergriffrn bat, nämlich die Einfuhr bon Koblcn tariiarisch zu verhindern.
Meine Herren, ich bitt: nun um die Erlaubniß, auf das Tbkma der Ausfubrtarife, die Schädigungrn derselben näbcr einzugeben. Zu dem Zwecke muß ich die zur Zsii bestehenden Tarifberbältniffr mit den in Betracht kommendsn Nachbarüaaien Ihnen so kurz als möglich mit kinigen Ziffern vorführen. Da kommt zunächst Rußland in Betracht. Ebe ick) darauf eingebe, möchte ich mich zu drr Be- merkung des Harrn Abg. [)r. Heim wenden: was Rußland babe thun können, das könnten wir doch auch tbun, müßten wir sogar noch viel eher tbun können; Rußland habe aber seinem Koblrnausfubriarif auf- gehoben. Nun, meine Herren, das ist für einen Eisenbahner, ich will nicht sagen gerade komisch, aber doch völiig bedeutungslos. Rußland hat seine Ausfubrtarife aufgehoben und konnte dies tbun, weil eine Koblenausfubr aus Rußland überhaupt nicht siaiifindet. Jene Tarife waren rusfifcherseits gemacht worden lediglich aus lokalen Interessen. Später fiklen diese fort, dcr Tirif wirkte nicht mehr und konnte naturgemäß aufgehoben werden.
Wir unsererseits geben Ermäßigungen nacb Rußland für den Export nur in einem Einzelfalle, für Eydtkubncn transito, eine ganz geringfügige Sache. Und dann müffen wir dafür sorgen, daß der niederschlesische Koks, bezw. die niederschlesiscbe Kokskoble, da sie in Niederschlesien keinen Absav finden können, irgendwo vxrkauft werden, --- und da hat sich Rußland als das geeignete Absaßgebiet erwiesen. Es wird also etwas niederschlesischer Koks nacb Rußiand zu ermäßigtrm Tarif ausgeführt. Wir haben in Berücksickpiigung deffen, daß die Eisenbahnverwaltung aus allgemein wirtbfchaftlichén
Gründen alle Ursache hat, das von Obersthlesien und von der Ruhr arg bedrängte niederschlesifcbe Koblengtbiet einigermaßen zu kräftigen, uns entschlossen, einige Ermäßigungen für niederschleiislben Koks zu geben. SiS werder) mir beistimmen. daß dies von irgend einem Ein- fluß auf di:- InlandsVersorzung nicht sein kann.
Oesterreich! Da liegen die Verhältnisse anders. Eine allgemeine Ermäßigung für die Ausfuhr nach Oesterreich besteht nicht; nur nach einem Theile Böhmens ist eine Ermäßigung von 35 „5 pro Tonne und nach einer einzigen Station aus ganz besonderen (Gründen eine Ermäßigung von 65 „3 pro Tonne gegeben. Außerdem liefern die Ruhr und Niederschlesien für die Hochöfen bei Kladno Koks zu ermäßigtem Tarif. Im Übrigen ist, wo Ermäßigung besteht, diese naturgemäß auf der preußischen Seite, da die Entfernungen bis zur ernze sehr kurz sind, absolut sebr geringfügig; der größte Theil der Ermäßigung wird von den ösikrreichischen Bahnen getragen. Es sind exportiert 1899 nach Oesterreich 5360 000 r, davon sind 16,5 0/0 zu ermäßiqtrm Tarif gelaufen.
Italien! Bei den leßten Verhandlungen und auch beute wieder hat Italien und die Schweiz eine Robi: gespielt. Man hat behauptet, dorthin würden ganz außerordentliche Ermäßigungen nicht nur von den Eisenbabnkn gegeben, sondern dir! Saar Verkaufe auch nach Italien und der Schweiz erheblich billiger als im Jnlande. Beides ist nicht richtig. Die Ausfuhr nacb Jiaiien ist überhaupt sebr gering, 1899 betrug sie 30000 Tonnen. Wir hätten gern die Ausfuhr nach Italien im Jntereffe unserer bximischen Produktion und auch um unseren Einfluß auf die Gditbardbabn und die: italienischen Bahnen etwas zu der- stärken, vsrgxößsrt. Aliein rs iii nicht möglich gewesen. An den Ausiubrtarifen sind brtbriiidt die Ruhr und die Saar, in erfier Linie die Ruhr. Die Ermäßigungen wsrdsn grgeben je nach den ver- schiedenkn Empfangs- und Versandarten! bis zu 3 „FC vw Tonne. Die Goitbardbabn, welches ja beianntlib mit deutschen Subsidien gebaut wdrdrn iii, wbt? in rrster Bini? in deutschem Interesse dazu benutzt w-„rden, urn den druiscbrn Export zu fördern; in diesem Sinne iind damals die', Säbfidikrbsriräge aUSTrücklich geschloffen morden. Die (Gotthardbahn hat nun die Tarifs“, dis nach Italien brrgestxlit Worden iind, ibrérsrits benußt, um auf (Grund dieser Tarife dic Diensikobien zu beziehen; si:- bxt also die Ermäßigung für ihre Diknstkobien mitgsnoffSti. Es war das eins Konzkssion, die wir machen mußten.
Bei Einer Beseitigung der iiaiikniichrn Ausiubrtariie würde dieFolge leicht einiréten können, daß Line ganze Reibe don Tarifbesünstigungen iür andere: Artikel seitens der Gotthardbahn oder des icbwsizerischen Bundssratbs ,;ekündigt wärdrn.
Die Schweiz) Die Schweiz bai kkins briondrre Ermäßigung; sie macht mir don DM italieniichen Brgünstigungen in iowrii Gebrauch, als diesribrn aaf Stationcn der Gotthardbahn rückwirkcn; ali-xrdings find diss féile Piäßr, w€iche einen nennenswertben Koblen- betbraucb Labin, dn Luzern zu dkliilibén nicbt mrbr gehört. Also man kann im GrOß-Jn Und Ganzen Jagen: nach der Schwriz brfteben kéinr (Ermäßigungen außcr iür die Gotthardbahn.
Frankreichk Nach Frankreich briteben Ausdabmeiariie, solang? die Nachbari-är-drr durcb Schienen mit einander ver- bunden find, “and zwar i:?strbrxi Ausnahmetarifk von der Saar und Rubr. Die Saar b.".t das dringendste Intereffe an dieirn Ausnabmeiariikn, Mil die Saar einen großen Tbeii ihrer geringwrribigen Klrinkbbie mach Frankreich abficßi, die in Deutsch- land übrrbaupt nicbt unterzubringen ist, außer in Zeiten großer Noth. Dir (Eiienbabn bat bei diesen Tarifen das natürliche Jniereffe, auf drr Schirn? dir Kohlen nacb Frankrrich zu bringen, anstatt daß dieirlbr sonst durch die ausländischen Kanäle geht. Die Rukr ist betbeiiigt mit gsringeren Quantitäten Koks iür die- jknigen iranzösifckorn -Hochöfrn, die dicht an der Grenze von Lothringen liegen, und die: ddr] drn nacb drr reichsländiscben Grenzstation be- stehenden Frachtsäßeri (Hebrauck) machen. Die' Ruhr ist iernsr durch einen alte'n, Vor 25 Jahren einqsgangrnen Vertrag bétbeiligt, der im WSW don Sondrrziisrn dir Gaskobirnlieierung für die Pariser Gas- ansialten der Ruhr überträgt. Dis Ermäßigung, die bier gegeben ist, ist derbältnißmäßig gering., sii? beträgt 2.51 „_5 vw Tonne. Diese 25 „1 Pro Tonne rvsrde'n Weitaus aukgeglicbsn durib die ver- minderten BCirirbSauMach, weich? dir Befördrrung in Sonderzügen mit sich bringt. Ick wrrde darauf nachher nochmals zurückkommen. Es würdr dir Aufhebung dicses Tarifs dur zur Folge haben, daß die Kobler: über den Rhein Und durch desi?" Kanäir nach PNY gebracht wrrden.
Weidien bat don urs im Fabry. 1899 2155000 “» bezogen, wobei fast durchwkg Fracht€rmäßi§ungen in Frage kommen. Die (Er- mäßigung betrug 25 „4, und bei Beförderung in Sonderzügen 60 «5 pro Tonne. Dir Brigikr gyben für unicrr Koblenausiubr böbcre Ermäßißungkn,
Hannd bat, abgrskbrn VN! Okitrrrrécb, den größten Antbeil an drr deutsÖen Koblkrausiubr, nämlich im Jahre 1899: 4630000 "t., Von drnen 2220 000, also ungefäbr 48 “4/9, Frachibegünfiigung gehabt baden, und zwar eine Ermäßigung diesseits bis zu 40 „5. während von ieitrn der bbÜändis-“brn Bahnen solche von 150 „5 gegeben werden. Eine Anibrbung dsr bier fast ausschließlich in Betracht kommenden Exirazugbe'förderunx; nach Holland würde dahin fübrkn, das; darum kkin Ldib Kohle im Lande mebr xurückbliebe, sondern daß die Kohle statt drn Schienenweg den Wasserweg einicblüge. Das ist ganz unzweifelhaft zu erwarten. Die Folds für die Eisenbahn wäre. abgesehen bon dem großen Fraciptausfai], die, das; statt der Be- fördkrun-g in geschlossenen Sonderzügen bis zum Konsum- orte nun Einzeltransporte bis du dm Rbeinbäfen zu bewältigen sein würden, die nur mit ungeheuren Kosten und wabrfchein1ich außer- ordentlicben Verkehröersckpwerungen zu bewältigen sein würden. Eine Aufhebung dieser Tarife würde daher auf das empfindlichste die gesammten Einnahmeverbäitniffe nicht nur, sondern wesentlieh auch die Betriebsverbältniffe der StaatSeisenbabnen beeinträchtigen.
Außerdem würde auch unsere deutsche Nbederei davon große Nach- tbeile haben, da sie in Antwerpen und Rotterdam ibre Bunker mit deutschen Kohlen auffüllen, die von uns dabin «;eliefert werden." Die Menge der von den deutschen Schiffen allein in Antwerpen übergekommenen Bunkerkoble wird auf auf 350000 r beziffert. Wenn ich nun aus alledem, was ich mir erlaubt babe bezüglich der bestehenden Ausfubrtarife anzuführen, ein Fazit sieben darf, so würde das dahin geben, daß nach meiner festen Ueberreugung die Aufbebuna der Ausfubrtarise niemand nüßen würde, dagegen weite Kreise aufs empfindlichsie schädigen würde und zwar, BY.- Srbaden, den die Eisenbahnverwaltungen haben würden,
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