etatisirt werden. Seitens drr Konynission war folgende Umgestaltung dieser Steuer in Vorichlag gebracht worden: Wegfall des 13. und 14. Steuertermins U11ter_Erhöhung der einzelnen Steuerstufrn, Deklarqttonkzzwang, öncntlicher_Aus: legung der Steuerltftx'n, Kontmgentirung und Quottstrnng, Beseitigung der Grundsteuer und Verichiedcntlichkett des progressiven Steuersaßes, je nach dem fundirten oder nichtfundirten Einkommen. Nachdem der Stagtsrath Sammer darauf aufmerksam gemacht hatte, daß ' bei eine; Umgestaltung der Einkommen: und Klaffensteyer nach_der v_on der Kommissionsmajorität vorgeichlagenen Rtch- tung hin iich rechnerisch schon ein ungedeckt bleibender Steuer: ertragSausfall von jährlich 141,740 „46 an der einzustrüx'nden Summe von 560,00036 ergebe, wurde heute der Komm1s1ions: antrag mit 13 gegen 6 Stimmen abgelehnt.
Schwarzburg=Nudolstadt. Rudolstadt, 15. Mai. (Lripz. Ztg.) Der neugewählte Landtag des ; ürstenthums ist zum 28. Mai zu „einer außerordentlichen 5 ersammlung einberufen.
Lippe. Detmold, 16. Mai. Der Fürst ist gestern Abend von der Reiss nach Steiermark hierher zurückgekehrt.
Hamburg, 16. Mai. (H. R.) Der neu erwählte Präsident des Obergrrichts, Hr. Dr. Schwarße, wurde gestern Nachmitta in einer Plcnar-Sißung deS Ober- gerichts feierlich in sein mt eingeführt. VomSenate waren dazu die Herren Senatoren [)r. Weber und Großmann, vom Obergericht die Herren ObergerichtS-Rath Or, Lrhmann und Richter Mestern deputirt.
Oesterreich=Ungarm Wien, 15. Mai. _xTiekKaiscrin weilt seit einigen Tagen in Reichenau bei GlOggmß, woselbst fie _ wie der „Volkcsfreund“ erfährt _ 1ich bis “gegrn Ende dieses Monates aufzuhalten gedenkt. Anfang?- Juli wird Jhre Majestät in Fossenhofen bei ihren hohen Verwandten eintreffen und dann is Ende September in Feldasfing verweilen. _ Der Erzherzog Albrecht ist heute nach Wien zurückgekehrt.
_ Wie das „Fremdenbl.“ vernimmt, wirdsder Rückrehr des Greifen Andrassy von der zur Besichtigung seiner Güter unternommenen Reise für das Ende dieser Woche ent: gegengesehcen.
_ on der gestrigen Sißung der Negnikolar-Depn- tation egte der Finanz-Minister auch einen Nachweis Über die Einnahmen der Verzehrungssteuer für Branntwein, Bier und Zucker, dann über die geleistete Steuerrestitution fiir die achtjä rige Periode von 1868 bis 1875 vor. Nach Abzug ver- schiedener Zuschläge und Nebenabgabeu ergeben sich als Ge- sammtsumme 358,242,477 ff., fiir Oesterreich 289,152,376 fl. und für Ungarn 69,090,101 fl. An Steuer-Rcstitution beiin Exporte wurden geleistet im Ganzen 51,541,745 ft., wovon auf Oesterreich 44,681,788 fl. , anf Ungarn 6,859,957 fl. entfaÜen. _ Eine besonders Tabelle be: rechnet das Prozentualverhäktniß diescr Einnahmen und Resti- tutionen für jede der binden Reichshälsten. Danach ergiebi sich für Oesterreich ein Antheil von 80,71 Prozent für Un- garn von 19,29 Proz. an den Gesammteitmabmcn, ferner für Oesterreich ein Antheil von 86,69 Proz., iir Ungarn ein solcher von 13,31 Proz. an den empfangenen Steuerrestiiutio: 11611. In der beigegebrnrn Begründung heißt es Unter Ande- rem: „Bei Anwendun der veroinbarten künftigen Art der Belastung für die zur , ahlung gelangten Steucrrestiiuiionen er iebt sick) _ ein verhältnißmäßiges Gleichbleiben der Pro: du ion und Restitution vorausgeseßt _ fiir die im Ncichs: rathe vertretenen Königreiche Und Länder eins jährliche Mehr- belastung von circa einer Million Guldsn, dagegen für die Länder der ungarischen Krone eine gleich hohe Minder- belastung.“
_ (W. T. B.) Der „NFr. Pr.“ wird ans Asch, 16. d. telegraphirtr Bri dem hier ausgebrochrnen Strike der SLinnereiarbeiter mußte die Gensd'armerie Einschreiten Un gegeniiber dem Widerstand drr Arbritsr von der Waffe Gebrauch machen. Ein Arbeiter ist todt Und mebrore Arbeiter sind verwundrt.
SchWeiz. Genf. Das seit dem 1._ Mai hier Lr: scheinende neue Blatt „La Suisse“ tritt entschieden fiir eine Totalrevision der kantonalen Verfassung ein. Nach Vorschrift dsr gegenwärtig noch in Kraft bestehenden Verfassung vom Jahre 1846 muß ails 15 Jahre dem Volke die Frage vorgelegt werden, ob es eim: Reviswn dieses Grund: gefeßes verlangc. Im Jahre 1862 wnrde diese Fra 6 ver- neint, und man hat bis zur Stunde immer mit artial: revifionen nachgeholfen. Am 27. Mai hat mm das Genfer Volk sich zum zweiten Mal darüber zu entscheiden, was für Direktiven er:“- in diesrr Beziehung grben woile. Die „Sniffe“ plaidirt fiir Revision, um die vielen schwebendrn Fragen bei diesem Anlasse zu einrr ent1prechenden Lösung zu bringen.
Großbritannien und Irland. London, 15. Mai. (E. C. Jm Oberhause tbeilte der Minister für die Kolo: nien, „ord Carnarvon, gc», tern mit, daß er in einem soeben eingegan enen Telegramme des Gouvernenrs Sir Varlle Frere den Zu alt der von Sir T. Shepstone erlassenen Pro: klamation, betreffend die Einverleib U ng Traiisvaaliens, empfangen habe. Das Telegramm sei vom 15. April datirt und meldr, daß die Einwohner sich willig in die neue Ord- nung der Dinge fügten. Ein rivattelegramm vom 25. April melde ferner, daß in der Cap tadt die Proklamation als in versöhnendexn Geiste abgefaszt angesehen werde und daß Trans: vaalien ruhig sei.
Frankreich. Paris, der Republik Marschall Vormittag folgenden, Brief an den sidentcn Julrs Srmon gerichtet:
„Ich habe:- 1111 „Journql of “ciel“ den Bericht über die gestrige Sißung dcr Deputirten ammer gelesen und habe zu meiner Ueberraschung gesehen, ' daß weder Sie noch der Siegelbewahrer von der Tribüne ?srab die Gründe geltend gemacht aben, welche 1316. Auf ebung eine-Z Ge- seßes über die re e hätten verhindern können, welches vor _noch nicht zwci «;anren (mf den Antrag anaure's ge: schaffen wurde und deien Anwendung SLL selbst jüngst von de_n Gerichten verlangt haben. Und doch war in mehre- ren Sitzungen des Conseil-Z und noch in der gesterg Morgen stattgehabten beschlossen worden, daß der Conseiipräiidentgmd der Siegelbewahrer es übernehmen sollten, gegen die Abschaffung des Gyseßes aufzutreten. Es war schozr befremdlich, daß die Deputirtcnkammer in ihren leßten Sißungen das ganze Ma-
16. Mai. Drr Präsidrnt Mac Mahon hat heute Conseils-Prä:
::izipalgcseß berathen und sogar einige Bestimmungsn ange: nommen Ft, wie dir Oeffentlichkeit der Sißungen der Mu- nizipalrät , die Sie selbst im Minlsierrathe als gefährltch be: eichnet haben, 0er daß der Mmtster des Innern an er Diskussion thei genommen hätte. Diese Haltung des Chrfs des Kabinets veranlaßt mich zu der rage, ob derselbe sich den Einfluß auf die Kammer bewahrt at, der nothwendig ist, um seine Ansichten zur Geltung zu brinßen? Eine AUSe-m: anderseßung Über diesen Punkt ist un edingt erforderltch, denn, wenn ich auch nicht wie Sie dem Parlamente verant-
wortlich bin, so habe ich doch eine Verantwortlichkeit g???"- em
übeZ Frankreich, von der ich heute mehr als jemals erfiillt mu .“
In Folge dieses Briefes reichte der ConseilSpräsident J u l e s Simon seine Entlassung ein. Der PräfidentMacMahon nahm dieselbe an und ließ den Herzog Audiffret PaSquier zu sich rufen._Jn“dem Briefe,inwelchem „Dr.JulesSimon den Präsidenten um seine Entlassung hat, erklärt derselbe, daß er am Sonnabend durch cin_Unwohlsein in Paris zurück- ?ehalten worden wäre. Hinsichilzch der Frage der Oeffentlich- eit der Sitzungen der Mun1z1palräthe,_macht Hr. Jules Simon geltend, daß die Enxjchetdung derielben in Ueberein- stimmung mit der Kommimon bis zur zweiten Lesung des Geießentwurfs vertagt worden wäre. Die Kammßr sei dann durch das Amendement des Deputirten Perras überrascht worden. Er (Simon) habe darauf am Frxitag mit der Komfnission verhandelt, um sie zu bestimmen, aus ihr vor der Kammerdebatte abgegebencs Votum urückzukonimen. Be- züglich des (Hefe es über diePreffe bemer tHr. Simon, daß die Einwände der inister [edi lick) die ste_mden Souveräiie im Auge gehabthätten. Am Sch uffe des Briefes erklärt HrSimon, er wünsche nicht nur als Minister, sondern auch als Viirger, daß er durch einen Mann erseßt werden möge, der, wie er, znr reyublikanisch:konservativen Partei gehöre.
_ (W. T. B.) In der heute Abend stattZehabtcn Ver: sammlung der verschiedenen Gruppen der inken wurde einstimmig folgende TageSordnung angenommen: ,Die Deputirtenkammer wird nur Vertrauen zu einem Kabmete haben, das frei,ist in séincm Handeln und entschlossen, nach den republikanischen Prinzipien zu regieren, wclche „allein die Ruhe im Innern und dcn Frieden nach Außen hin garan- tiren können._Der Senat ist auf morgen 31: einer SiHung zusammenberufen. _
_ 17. Mai. (W. T. B.) Das „(“ournal officiel“ meldet die Annahme des EntlassungSge uches der Minister, sowie daß dieselben bis zu der Ernennung ihrer Nachfolger die Geschäfte fortführen werden.
Türkei. Konstantinopel, 16. Mai. (W. T. B.) Serkis Effendi begiebt sick) morgen zum Empfang des britischen und des österreichisch:ungarisck)en Botschafters nach den DardanelXen. _ Ahmet Pascha ist an SteUe Sadik Paschas zum Generalgonverneur des Donauvilnjets ernannt worden.
_ Der „Pol. Korrespondrnz“ wird aus Syra vom 16. telegraphisch emeidet, daß Prinz Reuß, Graf Zichy und GrafCorti ente morgen daselbst eingetrofsen seien und Mittags die Reise nach Konstantinopel fortgesetzt hätten.
Rußland und Polen. St. Petersburg, 15. Mai. In der AdelSversammlung des?- St. Petersburger Gouvernements, die ani12.d.M. stattfand, ist nach Mittheilung,der,ä8irsh. Wed.“ beschlossen worden: „1)60,000 Rubel Zur Unter üßung der Familien von in Dienst stehen- den EdeÜeuten des Gouvernements St. Petersburg, die ver- wundet oder getödtet werden sollten, zu assigniren und dieie Summe durck) 10,000 Rbl. aus“ den Mitteln, welche dem OekonomieComiiéz zur Dir?.position stehen, und durch eine jä rliche Abgabe von den Immobilien zu beschaffen; 2) ein be onderes Comité? aus den KrciH=AdelSmarschällen und Depu: tirten des Adels zu crwählen und ihm die Die.?position Über die as1ignirte Summe _311 überlassen; 3) Ihre Majestät die Kaiserin zu er111chen, das Comité unter ihren Schnix, zit nsbmen; _ 4) eins Subskription für Spendensammlungen zu eröffnen; 5) Sr. Majestät dem Kaiser in einer Adresse die ergebrnsien Gefühle dees St. Pe: tersburger Adels auSzuspreckxn; 6) mit Ueberreichung der Adress? den GouvernementS-AdelSmarschall und zwei der Dirnstzeit nack) älteste KreiS-Adel-Zmarschälle zu beaiistragen; 7) die Berathung iiber anderweiti ?. Theiliiahwe des Adels bei Unterstützung der durch den rieg Geschädigtxn auf die nächste Vrrsammlung zu verschieben.“ Zum Schluß der Ver: sammlung theilte der Adeanarsrhall GrafBobrinsky init, daß die verstorbene Generalin Pol1akow einen Theil ihres Vrr- mögens dem Adel des St. Petersburger Gouvernements zn ärztlichen Zwecken vermacht habe. _ um General-Super- intcndsnten des Bezirks des St. setersburger evangelisch: lutherischen Konsistoriums ist der Pastor Laaland von_der St. Johanniskirche definitiv ernannt worden, nachdem derielbe bisher schon als fteilvertretender General:Superintendent fitngirt hatte. -
_ 16. Mai. (W. T. V.) Die von auswärtigrn Zeitungen gebrachten Gerüchte Über die angebliche Demisiion des Fürsten Orloff werden von der „Agence Russe“ als völlig un: begriindet bezeichnet.
Schweden und NorWegen. Stockholm, 14. Mai. (H. R.) Der Staatsausfchuß hat den von der Regierung verlangten Kredit von 2,000,000 Kr. zur event. Aufrecht: erhaltung der Neutralität genehmigt.
Amerika. Columbia. Cartagena, 4. April, Dcr Bürgerkrieg zwischen der liberalen Regierung des Präsi: denten Parra und der sogenanntex konservativen Partei nimmt seinrn Fortgang, ohn_e daß [ich bis jeßt absehen ließe, auf welchcr Srite der Endersolg 18111 wird. Schaupläße der Kämpfe waren bisher die oberer) Ufer des Ma da[enenstromS und der Strom selbst. Die Regierung hat 12 affagier: und Frachtdampfer, zum Theil Deutschen gehörig, mit Beschlag belegt und benußt dieselben als Krregsfahrzeuge. _
Der nisderiändische Konsul hiserselbst ist wegeii ieincr Aehnlichkeit mit einem bekannten Agitator, kiirzlich auf offener Straße, gleichzeitig mit mehreren, anderen Personen crmordst worden. Die niederländische Regierung, darin von drr engli- schen untersiüßt, hat Bestrafung „drr Mörder und eme Ent- schädigungssumme für die Fam1l1? drs Konsuls verlangt. Ersteres wird schwerlich, leßterch yiellxtchr zu erreichen sein. Ein niederländisches KriegSschiff wird m 6111-1ng Zeit [)erkom: men, um die Antwort der Regierung von Colnmbicn in Empfang zu nehmen. '
Afien. Japan. Yedo, 24. März. Die täglich zwischen
den Kaiserlichen Truppen und den Rebellen nördlich von
Kmnamoto stattfindenden K ä m pfe haben bisher für keine Seite entscheidende Vortheile ergeben, doch stehen die Chancen für dre Regierung m Folge der glücklich bewerkstelligten Ve: seßungKagoschimas wesentlich günstiger.
Dre gegen Kagoschima unter dem Befehle des Ge- nerals Kuroda entsendeten Expedition fand die Stadt voll- ständig „ruhig und von der männlichen Bevölkerung so- Zistr mie verlassen. Kuroda konnte sich, ohne auf « ider'stand zu stoßen, in den Befiß des Arsenals und der Befestigungen seßen. Das gesammte vorgefundene Kriegs: matrrial „war fortgefii rt oder zerstört und die theilweise an: gebltck) mit Krupp-Grs üßen armirten Forts geschleift worden.
ES hat nach diesem Preisgeben der Hauptstadt Sasu- mas Seitens der Jnsurgenten fast den Anschein, als ob diese, im Vertrauen auf die bisherigen Rück- fichten der Regierung und auf ihren eigenen krie; gerischen Ruf, einen energischen Widerstand gar nicht erwar- teten. Sie glaubten, man würde sich auf Unterhandlungen einlassen und vielleicht durch Absetzung mißliebiger Beamten und sonstige Konzessionen die Ruhe erkaufen. Offenbar ist die ge; genwärtigc Stärke der Regierung von den ParteifüFrern sehr unterschäßtworden;Saigos eintnichtbcrücksichti tza aben,daß dem Mikadojeßtganzandere räfte und Hilfsmitte zur Verfügung stehen als zur Zeit dcr Revolutionskämpfe des Jahres 1869; nicht allein Heer und Flotte sind seitdem geschaffen worden, sondern auch die Organisation der Polizei, die Anlage von Tele- graphen Und Eisenbahnen und n_amentlich die Gründung der einheimischen Dampfergescllschaft iällt in diese Zeit. Lediglich die zahlreichen Schiffe der Mithu Bischi Compagnie haben die Regierung in den Stand esth, 20,000 Mann in wenig mehr als 14 Tagen nach Kiuschgiu zu expediren, ein TranSport, der früher Monate erfordert hätte.
Die schwierigen Terrainverhältniffe, die mangelhaften Kommunikationen und namentlich auch wohl die größere Orts- kenntniß drs Feindes scheint bisher den Kaiserlichen den Vor- marsch und die energische Verfolgung jeden erzielten Vortheils arxßerordentlich zu erschweren. Die Saßumaner vertheidigen offenbar ihre gut gewählten Positionen mit großer Bravour und Hartnäckigkeit und benutzen, von ortskundigen Higo Sa- murais gefiihrt, jeden Fehler ihrer Gegner und jeden Vortheil, den das Terrain bietet, zu fortwährenden Offensivstößen, Um- gehunZen und Ueberfällen; sie führen mit einem Worte einen Gueri akrieg, in welchem die bessere Bewaffnung und Orga- nisation der Kaiserlichen nicht zur Geltung kommen kann.
Die Letzteren sollen in den bisherigen Kämpfen einen Verlust von ca. 3000 Mann an Todten, darunter besonders Viele Offiziere, gehabt haben. Die Todten der Jnsurgenten schäßt man auf 5000.
Afrika. Aus Madeira erhalten die „Daily News“ unter dem 14. d. M. folgendes Telegramm: Die Proklamation Sir Th. Sbepstonss, betreffend die Annexion von Transvaal, erklärt, da?: Land bleibe cin besonderes Gouvernement, die Einwohner im Besiße vollster legislativsr Vorrechte. Die holländische Sprache werde praktisch, ebenso die offizielle Sprache ssin, wie 643 das E11gli1ch8 ist, die jeßigen Geseße würden vorläufig mwerändert bleiben. Gleiche Gerechtigkeit wrrde Weißen und S warzen zu Theil werden, doch nicht gleiche bürgerliche Re te. Alles EigenthumcF-rccht werde ge- achtet werden. Alle Beamten, die den Willrn und die Fähig- ksit haben, sollen in ihrer SteÜung verbleiben. AÜG 001171 635 geschehenen Konzessionen U*kd Kontrakte mit dcr Regie- rung, den öffentlichen Gesellschaften oder Einzrlnen, werden ansrkannt. Für die Zahlung der Staatssthuld werde gesorgt ZVFden. _ Es hat sich ein 200 Mann starker Schußverein ge: i et.
Australien. (A. A. C.) Aus Melbourne _wird unter dem 14. d. M. telegraphirt: In Folge des AquaÜes der'leßten Wahlen in Victoria hat das Ministerium ssine Demission gegcben.
Der russisch=türkiscke Krieg.
St. Petersburg, 16. Mai. (W. T. B.) Fünf tür: fische Panzerschifse haben vorgestern Sukum (SnkumKath, Festung am schwarzen Merre in Trans:Kaukasien in der „andschaft Abcbaiicn. D. Ned.) bombardirt; die Stadt hat gelitten. Ein Landung_c3v ers_uch wurde durch:“; Compagnien mit zwei Geschiißen zuriickgswieien; viele türkische Todte sind am Ufer [irgen geblieben.
_ (W. T. B.) Tclegramm dcs Großfürsten Niko- [ans ach Plojesti, den 14. d.: „Heuts Morgen bin ich wohlbehalten hier angelangt, der Empfang war cin festlicher, Die städtischen Behörden, die Geistlichkeit, sowie das Volk be- grüßten mich mit lautem Hurral). Man iiberreichte mir Salz und Brod. Vor meinem Qiiartier in Plojsfti stand eine bul- garische Ehrenwache. Um 2 Uhr erschien Fürst Karl, um mich zu besuchen; ick) latte denselben auf der Station mit einer Ehrenwa e begrüßt. Nach zwei- stündigem Aufenthalt kehrte der Fürst nach Bukarest zuriick. Morgen reise ich nach Bukarxkst, um seinen Besuch zu er- widern Und gehe Abends zurii . Unsere: Abtheilungrn hatten keinen Zusammenstoß mit den Türken. Dio Rumänier hatten unbedeutende Gefechte _bei Widdin und Oltenißa. Das Wetter ist heiß und schwül. Die Gesundheit der Armee ist vollkommen zufriedenstellend. Die Offiziere, welche sick) bei der Explosion dss türkischen Monitors auSzeichneten, sind mit Orden belohnt.“
Telrgramm des Genrral-Adjutanten Ssemeka aus Odessa, 15. d.: Von vier Böten, welche vom Dampfer „Konftantin“ nach dem ?€an Batnm abgeschickt waren, sind zwei am 12. d. früh in oti eingetroffen den andersn beiden
elang es, zum „Konstantin“ zurückzukehren, welcher heute Früh wohlbehalten in Sebastopol eintraf, ohne Verluste an Todtcn Und Verwundeten gehabt zu haben. Der Dampfer „Argonaut“, welcher von Otschakoff (am Ein ang des Dniepr- MeerbufenS) zum Kreuzen zwischen Otfchako und Odessa ab: dirigirt_war, stieß, bei der Sulinami'mdun angelangt, anf 4 türki1che Panzerschiffe, welche ihn zu der?]olgen begannen, bald1edochdcwon abließen. Heute Morgen traf der „Argonaut“ wieder in Otschakoff ein. __ ,
_ (W. T. B.) Aus Tiilis, den 15. er., wird hisr- her gemeldet: Die Ruhe im Terekgebiete kann als wiederhergestellt beirachtet werdexr. Die Aufriihrer sind unter Mitwirknng der Einwohner zweimal geschlagen worden. _ Ueber das bereits gestern &gemeldete Bombardement von Sukum wird folgendes T_elegramm drs Oberkomman- dirsnden der Kaukasus'armee veroffentlicht: Tiflis, den 15. Mai. Jünf türkische Montt'orZWl)aben gestern 2? Stunden lang '«ukum bombardirt; em Thril der Stadt ist bedeutend be-
schädigt. Der Versuch, Truppen außzuschiffen, wurde durch 5 Compagxnen und 2 Geschüße zurückgeschlagen. Die Türken verloren viele Todte. Unsererseits gab es weder Todte noch Verwundetx, nur 6 Kosaken werden vermißt. Feindliche Schiffe stattoniren fortdauernd vor Sukum.
_ (W. TFB.) Die „Agence Russe“ bemerkt bezüglich Serbiens, daß, wenn Serbien Rußlanch Rath einholen sollte, dieses ihm die Bewahrung der Neutralität an: rathen würde.
Konstantinopel, 16. Mai. (W. T. B.) Der Mi- nister der AUSWärligen Angelegenheiten hat den Vertretern der Pforte im Auslande folgende Mitthei- lung zugehen lassen: Dsokuf (?) Snchumkale ist durch unsere Truppen zu Lande und zu Wasser angegriffen worden und in unsere ände gefallen. Der Feind ist vollständig in die Flucht gesch agen und hat große Verluste erlitten. Die Bevölkerung nimmt unsere Truppen überall sehr freundlich auf. _, In Cirkassien und in mehreren Orten im Kau- kasus smd Jnsurrektionen auSgebrochen.
Bukarest, 16. Mai. (W. T. B.) Die Russrn er: richteten bei dem Dorfe Ghiacit eine schwere Batterie, um den alten Donauarm zu sperren. Zwischen Galaß und Plojesti werden starke Bewegungen russischer Trup- pen bemerkt. Zwischen Oltenißa und Turtukai hat heute Mittaa daS Feuer wieder begonnen.
Wisn, 16. Mai. (W. T. B.) Aus Bukarest, 16. d. wird der „N. Fr. Pr.“ gemeldet: Gestern Abend fand bei Oltenißa ein Artilleriegefecht statt. _ Die Türken errichteten bei Turtukai neue Batterien.
_ (W. T. B.) Telegramm der „Politischen Korrespon- denz“ ach Bukarest vom heutigen Tage: In Plojesti haben die Minister Bratiano und Cogalniceano mit den russischen Armeekommandanten Verabredungen getroffen, um die zahl: reichen Schwierigkeiten zu beseitigen, welche den russischen Truppen auf ihrem Durchmarsch erwachsen. Fürst Karl theilte dem Großfürsten Nikolaus als Bewris der Sympathien Rumäniens mit der Sache Rußlands mit, daß er den russi- schen Truppen gestalte, zur Ersparung von Umwegen ihren Weg über Bukarest zu nehmen. _ Bei dem leßten Ar: tilleriekampfe zwischen Kaiafat Und Widdin hatten die Rumänen 110 Todte'und Verwundete.
_ 17. Mai. (W. T. B.) Telegramm der„Prcffe“ aus B ukarest vom 16.: Währrnd des heute wieder aufgenommenen Bombardements zwischen Oltenißa und Turtukai wurde von Oltenißa aus drr Ausdruck; einer Feuersbrunst in Tur- tukai beobachtet. Ein von türkischen Truppen gemachter Landungsversuck) wurde zurückgewiesen. _Großfiirst Nikolaus hat gestern eine Deputation von Bulgaren empfangrn. _ Ein weiteres, Telegramm der „Presse“ aus Bukarest bestätigt den Uebergang russischer Trnppen über die Donau bei Gbiacit unter heftigem Kampfe bei Podbaschi in der Dobrudscha. _ Ein Landungsversnck) der türkischen Truppen bri der Insel Molau Unweit Giurgewo wurde zurückgsschlagen.
_ (W. T. B.) Meldungcn hiesiger Blätter: „Neues Wiener Tageblatt“ aus Bukarest vom 16.: Das am Mittag begonnene Bombardement von Olteniiza hielt bis Nach: mittags 3 Uhr an. _ Nach Mittheilungen von rumänischer Seite beginnen die Türken bsi Florentin dcn Brücken- schlag über die Donau. _ „Deittsche Zeitung“ aus Bukarest vom 16.: Von Giorgewo aus wurde heute eine große Bewegung der Türken in Rastschuk wahrgenommen.“
Vest 16. Mai. (W. T. B.) Im Unterhause mel- dete der Äbg. Jranyi eine Jnterprllation darüber an, ob die Regierung dem Berliner Memorandum, den Be: schlüssen der Konstantinopeler Konferenz Und dem Londoner Protokoll zugestimmt habe und im Falle der stahung, wie diese Zustimmung vereinbar ssi mit dem Pariser Vertrage von 1856 und mit den Interessen Un: garns. Der Abg. Helfy interpellirte die Regierung na- mentlich angesicbtéz der Vorgänge in Rumänien dar: über, ob die Regierung die Zeit noch nicht fÜr gekommen erachte, entschieden SteÜung zu nehmen und im Einvrrnehmen mit den anderen Mächten die Aufrechtsrhaltung drs Paris er Vertrages, u erwirken. Der Minister:?ßräsident Tisza erwiderte daran?, daß in Rumänien ein ngrefiions: fall nicht vorliege, da das rnssische Heer im Einverständnis; mit der rumänischen Regierun eingezogen sei. Auch sei Rumänien durch den Pariser Vertrag von 1856 nicht neutralisirt worden Und sei es fra : [ich, ob eine solche Neutralität für den österreichiscZ: ungarischen Staat wünschenswerth sei. Der Minister: Präsident berief sich sodann auf seine jüngste Erklärung, in welcher er die Haltung der Monarchie gekennzeichnet habe. Auf weitere Bemerkungen des Abgeordneten Helft) erklärte der MinistewPräsideni, daß keine Regierung parlamentarische Znstrukiionrn zur Leitung der äußeren Politik annehmen önne. Wenn die Regierung in der Minorität bleibe, gebe es nur einen Weg, nämlich den, daß derjenige, welchrr das Vertrauen des Hauses genieße, die Regierung _Übernehme. Das Haus nahm die Antwort des Ministcr-Präiidenten zur Kenntniß.
_ Die bisher in Rumänien aus 4 Armce-Corps be: stehende Operationsaarmee wird durch das 4., 13. und 14. Armee-Corps verstärkt, welckw bisher eine Armeereserve mit den St_äben in Minsk, Schitomir und Kiew, bildeten. Die ruisi1che Operationsarmer würde, der Wien. „Presse“ zufolge, demnach 242,000 Mann Infanterie, 60,000 Reiter und über 900 Geschütze betragen.
Rustichuk, 12. Mai. Der „Pol. Korr.“ wird von hier geschrieben :
Unsere Stadt ist momentan der Centralpunkt fiir alle über die gesammte KriegSaktion längs des ganzen rechten Donau-Ufers ein- langenden Bulletins. Seit drei Tagen geht es sotrohl bei Widdin als auch bei Turtukai recht lebendigcher. Die auf diesen Punkten etablirten türkischen Batterien sind mit Erfolg bestrebt, die rumäni- schcu und russischen Batteriebauten 'zu stören. Nach den bisher ein- gelangten Rapporten der _türktschen Battxrie - Kommandantan wären die vereinigten Rasten und Rumanen bisher nicht im Stande geWesen, bei Oltenißa ihre Emplacxments zu voil- enden. Trotz des schrveren Kalibers ist den „Rumanen ein Geschüß bei Oltenixza demontirt worden. Ebenso günstig lauten die Rapporte von den unterhalb Widdins etablirten 2 türktschxn Batterien, welche in einem lärgeren Gefechte der gegenüber ber Kalafat postirten rumänischen Batterie, wie auch dem genannten Ortr arg zugese t haben. Der Schaden, welchen die rumänischen Projekttiegn Widdm angerichtet haben, ist ein sehr geringfügiger. Ziveimal zundeten die rumänischen Granaten in der Stadt; jedeßmal wurde der B'ka'iid sofort gelöscht. Jm hiesigen Hauptquariiere scheint man_ nun eim e Besorgniß vor der Ueberlegknbeit des russischen Fe[darti1[eric-Mater19 's zu haben, wogegen die Armirung sämmtlicber Donau-Festungen dem rurst- ]“ chen Belagerungsparke vollständig gewachsen erachtet wird. Abdul Kerim
bat neuerlich 18,000 Mann von dem bei Widdin kcnzentcirten Armee- Corps hierher gezogen. Immerhin stehen unter dem Befehle OSman Pa7chas bei Widdin noch immer 17,000 Mann, n'elche dem rumä- nischen Armee-Corvs, falls es, wie es den Anschein hat, den Donau- übergang von Kalafat aus aUcin riékircn sollte, die Stirne zu bieten, genügend sind. Man hat von hier den Béfcbl crtheilt, auch die kleinen festen Punkte in dcr Nähe von Wlddin, wie Flcrcntin, Arzar - Palanka, Lom - Palanka, Djbra-Yalanka, andercrseits aber auch Rabowo, Nikcrrljc und Sistowo, etwas stärker zu armircn und mit starken Garnisoncn zu böse!;en. Mit der Vcrproviantirung akler dieser Punkte steht es mißlicb aus und__werden eiligst im benachbarten Serbien und zwar im Negotiner Kchc über Hals und Kopf Mehl, Reis und Hammel eingekauft. Vektf Paycba wurde zum Kommandanten der Widdiner Mustabafiz ernannt. me hier und Widdin emigriren viele bulgarische, ja selbst mohamedaniiäye Familien nach Serbien.
_ Aus Ruftschuk, 15. Mai, wird dem W. „Femdenbl.“ gemeldet: Ter Generalissimus Abdul Kerim Pascha zieht nun _auch die Besatzungen ach den Provinzen Salonichi, Lartjsa und Janina an sich, die in Eilmärschen Über Sophia 1xn_d Kasanlik an die Donau rücken. Die Be: wqchixtzg 1316161? drei südlichen Provinzen, ebcnso auch der türkisch: griechnchen Grenzs wurde der dortigen türkischen Nationalgarde aizvertraut, die nun von Salonichi aue?- mit Waffen versehen wird. _ Die Pässe, die ausVulgarien nachRumelicii rühren, werden schleunigst befestigt und mit OL]! nöthigen Blockhäusern versehen.
_ Aus Kischineff, 12. Mai, meldet ein Telegramm des Ober-Kommandirenden nach St. Petersbur : Das ge- sunkenc türkische Panzerychiff „Litfi:Ds elil“ ist das: selbe, welches Braila bombadirt hat. Umgekommcn sind: der Kapitän Nedshib-ch und 200 Mann der Equipage. Unsere dux Pulverkammer sprengende Bombe veranlaßte das sofortige Sinken des Panzerfch€ffes. Oberst Struckow und Kapitän 1._ Ranges Ragulja beeilten sich, mit drei Schaluppen die Er: trmkenden zu retten, was jedoch nur mit einem derselben ge: lang. _Der Lieutenant der Gardr-Equipage Dubaffow nahm dem geinnkenen Panzerschiff die Flagge ab. _ Der „.RJnv.“ bemerkt übrr das Schiff: Daß Panzerschiff „Litfi-Dshelil“ Fehört zu den Tbrzrm=Vanzerschiffeir Dic Artillerie-Armirnng
esteht (ms- 5 GLUÜÜHLU, von denen zwsi ZzölXige im vorde-
ren Thurm, zwei 7zöllige im hinteron Und ein 40pfiindiges Armstronggesihiiß .an der hinteren Deckwand. Das Deck ist nicht mit Vlindagrn versehen. Tiefgang 18 Fuß; Schriellig: keit 12 Meilen in der Stundr.
_ Ans Bukarest, 14. Mai, wird der „Pol. Korr.“ ge: meldet: Zn politischen Kreisen wird der ,;"weck der heute er: folgenden Ankunft des Großfürsten Nif)olaus in folgen: der Weiss definirt: Erstlich handelt es sich um einen Akt dsr Courtoiiie gegxniiber dem Fürsten Carl und Rumänien, wel: chesder_Groß1ürst schon vor mehreren Tagen betreten hat. Weitrr 1011 eine definitive Vsreinbarung iiber die Operationrn des rechten Flügel?- erfolgen, welcher ans der vom Fürsten Carl kbinmandirten rumänischen Armre besteht. Fiir den hiengen Anfenthalt des Großfiirstrn Nikolaus sind drei Tage in Aussicht genommen. Die von der Kammer Sonnabend und vom Senate gestern angcrwmmenrii gleich: lautenden Motionen übrr die Stellrmg zur Türkri bedcutcn einext Sieg der rescrvirten Politik Cogolniceano'S gegen die rück1ichtslose, kriegerische Politik Bratiano's. Die von Bra: tiano im intimsten Kreise: gestrllten Motionen hatten nicht nur die offene Kriegserklärung Rumätiiens an die Türkei, sondern auch die volle UnabhängigkeitSerlärung'“- zum Aunganch- Und Jielpunkte. Dirselben gingsn aber nicht durch, da sich im Senate alls Parteien ohne Unterschied der Nuance der Politik Cogolniceano's angeschlossen haben.
_ Als Gegenstück_zu_dcm neulich erwiihnten, von Kon: stantinopel datirtr'n Yusruw cm die polni1che Emigration zur Bildmig einer pqlnisckwn Freiwilligcn-Legiqn in der Tiirke1, veröffentlicht drr „Czas“ folgendes Maniscit an dir Polen im Anslaiide:
„Es wäre ein jcbändlichkr Verratk) und eine Vrleugnung aller Unserer Grund1äßr, Wenn wir in dem grgenwärtigcn, für die Befrriung unserer Brüder ron dcm Despotxismus und der Barbarei dcr Muselmänner - unternommenen Kriege Rußlands uns in die türkischen Sckolachtreiben begeben würden. Die Kränkungcn, die wir von Rußland erlitten , recht- fertigen nicht _einen brudermördcrischen Krieg, denn außer den slawischen Christen, die um Befreiung von dem Heidniscben Joche flehcn, werden wir auf den Schlachtfeldern Tausenden von Polen und Lithaucrn in den russischen Kampfreihen braegnen. Dcr Panslawismus hat mit der BefreiUn-g von MiUionen Christen nichts gemein, und die slavisrbcn Stämrnc__rr*crde11 uns nie unsern Vorrath an den nationalen Prinzipien vcrgeiien. Abenteurer und Schwiiidler, welche Venia odcr Verdienst in den Heerscbaaren der Feiiide Christi suchen, dürfen keine polnischen chionen bilden, sri cs unti'r Anfüb- rung Klapka's oder andcrcr Abenteurer. Wenn ungeachtet dieser Verwahrung sich leichtfinnigc Rencgaten finden sollten, so möge dic Emigration ihre Namen mit öffentlichcr Verachtung brandmarkcn. Im Jahre 1868 War cbenfalis die Bildung päpstlicher und türkischer Legionen vielfach bxabsichtigt, aber die „Gazeta Narodowa“, „CzaS“, „Dziennik Poznansfi“ nnd „Glos Wolnü“ haben diese Projekte ver- dammt und die Werbungen Hörtcn auf. Im gegenwärtigen Augen- blicke Habrn wir eine viel höhere Aufgabe zu ersüÜen. Wir Wollen nicht Söldner von Fremdrn sein, die uns als schmutziges Werkzeug während der Zeit politischer Verwirbelungen benjißcn!“
_ Ucbsr die_ biHherige militärische Unthätigkeit Monteiregros 1chreibt nian der „Poltt. Korrespondenz“ aus Cettinze, 7. Mai, von hier: '
Die in der Herzegowina und Albgnten sicb befindenden monte- negrinischeu Armec-Corps verharren bis zxn: Stunde in voller Passi- vität. Der Aufntarjcb auf Bafis der kunfttgen Kriegsoperationen ist bereits vollzogen. Auch hat der von K;.Znstantinopel zurückgekehrte Bozidar Petrovic bereits das Kommando uber die sogenannte Slid- Armee übernommen. Das Kommando der Avant arde hat der Mi- nister des Aeußern, Randonic, übernommen, wel er, wie schon oft, die Feder mit dem Schwerte vertaunbte. 'Mit der Ergreifung der Offensive aber scheint es rwcb seme _ guten Wege zu haben ...... Das montenegrintscbe „De_er 1cbeint sich so lange
' Defensive beschränken zu 1_ol[ez1, bis nicht die russische Armee den Donauübergang bewerkiteUtZt und in Bulgarien eingedrungen sein wird. Weiter kann dte quhatigkeit dcr Montene- griner auch durcb die in diessm Momente zwtfchen dem Fürsten Ni- kolaus und den albanischen Stämmen gefuhrten Unterhandlungen erklärt werden. Hier glaubt man Grund zu der Hoffnung zu liaben, daß in Albanien fich die Dinge so gestalten Werden, daß die Armee Ali Saib Paichas bald zwischen zwei _Feuern zu stehen kommen dürfte. Indexien scheint schon jetzt so viel „fest zu, stehen, 'das; selbst nach Beginn dcr Operationen der Krieg" keine allzu großen Dimensionen annehmen dürfte. Der Jurst scheint gesonnen zu Ein, das Blut seiner Cernogorzcn moglichst zu schonen, da die usficht auf viel größere Vortheile, als die bereits errungenen, keine großeist. Für Montenegro handelt ,es sich mehr darum, das bereits Errungene festiubaltcn. Jm Vorjahre find 37,1 Quadrat- mcilen türkischen Territoriums in der Herzegowina und Albanien erobert wordcn, welche von den Montenegrmern besetzt gehalten Werden. Der wesemlicbste Wunsch geht nnr noch dahiti, Niksic zu
erlaZi-ch, was schlieülicb auck; durcb einc cngc (Ternirung dieses Maßes erreicht werden dürfte. Daf; sklbst große Siege weder die Herzego- wma _rzrcb Albanien einbringen werden, davon ist man heute bei der europattkben Konstellation bereits allzu überzeugt. Auch von St. Peteréburg aus izt bier vorgesorgt worden, da!"; die diesseitigen Hoff- nungen nicht zu ]:mguinisch wcrden.
Aus dem Wolffschen Telegraphen-Vureau.
London, Donnerstag, 17. Mai, Vormittags. Wie dem „Reuterschen Bureau“ aus San Franci-Zco vom 16. d. gemel- det wird, sind nunmehr auch die iibrigen Schiffe des russischen Geschwaders mit versiegelten Ordres in See gegangen.
Statiftische Nachrichten.
Die Kaiserlich? General-Tirektwn dcr Zölle und indirxftrn Stegcrn in Straßburg hat kürzlich Ucbcrsichtcm 1"!er “cen Wetnbau Elsaß- Lothringens im Jahre 1876 veröFent- 11cht.___Danach betrug die Zahl der WsinbaUer 89,648 gcgen 85,893 m 1875; de_r _Flacbeninbalt des von denselben l'epilanzién Reblandes umfaßte 3-2,-0.),83 Heß., von denen etwa 9/10 711029435243 „Heki. tragbar gerresrn Und. Der mttxlexe Ertrag an Wrin von einem Hektar wird auf,34,86 Hekwlrter ge]cha*t und danach dir Gesannntproduktidn von Wein 1111 Jahre 1876 au 1,026,114 Hektoliter zum Duribscbnitts- preqe O_OU 29,11 „76 pro Hektoliter angenommen, so da?“; iich der Geiammtwertb der Weinproduktion auf 29870179 YM. stellt., (Heger) 1875 bat iich die Produktion verringert, da m dxeyem Jahre bei einem mittleren Ertragc von 69,96 Hektoliter vor!, einem Hrktar im Gatizen 2059293 Hcktrlitcr gewomxen nwrden imd. Dagegen betrug der mittlcre Preis eines Hektoliters Wein in 1875 nur 18,09 „15 und sonack) der (Besamml- Werth der „1875er Wriqcrzeugnng 37252610 «16, mithin 738243136 mehr «16 1x1 1,876. _Tte Gesammtsinabme an inneren Abgaben ron Traubcnrretn m Eljaß=LothriUgrn belief sicb in 1876 auf 2,697360 «W (gegen 1875 rnehr 385,228 „;,/;) mid entfallen Hiervon auf: Wrin- steucr 2482915 „45 (gegen 1875 mehr 388,46] „W), AUMrtigUngs- 11117) Stewrelgcbübren 74,433 „46, (gcgen1875 ircmigcr 8028 „M.), Ltccnzgxbnhreli dcrnWeingroßhändlcr 27434 446. (gegen 1875 mehr 522.““')- Ltrcxixgcbubrcn _der Weinkkcinberkäufcr 112,578 „76 (gegen 1875_1nebr 42-3 „M.) D:? Einfuhr von Wein in Eksaß-Lc'ibringen belief _fikb im qure 1876 im Ganzen auf 126,138 Hsktol. gegen 150,33.) Yekiol. in 1875 und find hicrvon ringgangén aus: Ba- den „14,935 xcktol. (argen 1875 mehr 3735 Hektol.), dsr bayerischen Rheinpfalz 6132 _Hektoi. (Fegerl 1875 weniger 241.0 Hektol.), anderen T_Heilcn kes deuticben Zolgebiets 5889 Hektol. (gegen 1875 weniger 9566 katol.), dern Zollausland und in ClsaH-Lotbringcn in freien Ver- kehr ge:]exzt 99,182 Hektoi. (gegen 1875 Weniger 15,966 Hrkwl.) Der von dresexn Wem erbobenc Eingangszoll belief sicb auf ],867,697 «75. gegen 27256451 «15 m 1875. Die W2inausfuhr Elsaß-Loihring'ns Mrd fur 1876 ans 133,77? Hektol. axigcgcb n und hat sick) gegen das Vorjahr um 80,016 Hektol. vermindert. Von diesen Mexiaén erpbr- tlrten__ nach: Baden 37,317 Hektol. (1875: 70,314 HMM), der babesrtichen Rheinpfalz 6449 Hrktdl. (1875: 8278 HMM), andcren Theilen des drntjrben Zollgebiets 60,182 Hkktol. (1875: 89,833 Hektol.) und dem Zollausland "29,833 Hektol. (1875: 45,363Hektr1.).
_ Rumänien zählt anf 2209 Qn.-Mei1€n 5,073,000 Cin- wobner, "wovon 4,500000 der griechisckrn Re(igion atigshören; 400,000 ]md JZraeliten, 200,000 Zigeum'r, 85,000 Sinken, 39,000 Dxutsche, 29,500_Ungar11, 800391r1112nier, 5000Gri€chrm "2000 Fran- zoj'en, 1000 Englander U. s. w., ziisammen 700.000 Nichtrnmänen. Die Zabl der RUMÜULU überbaupt schätzt man auf 10 Millionen, dayon 4,300000 in RUMÜLÜLU, 1,171,700 in Ungarn, 1,500,000 in Stebenbrrrgen, 360,000 in andxren österreichischen Ländern, 1,600000 111 Serbien Und der Türkei, 1000000 in Bessarabisn, Podolicn :c. _ Die Stadt Bukarest [)at 221,805, Fasst) 90,000, Galas 80,000, Botoscbam 40,000, Ploéscbti 33,000, Braila "28,000, Krajowa 23,000, Berlad 26,000, J§mai1 "21,000, Giurgetro 21,000, Foksckyani 20,000, Piatra 20,000 Einrrobncr. _ Der Senat bestebt ab? 76, das Abgeordnetenhaus aus 157 Mitgliedern. *
Kunft, Wissenschaft und Literatur.
In Regetisbnrg Hat_ man bei den Fundamcntirungen von Neubauten manchcrkei römixch Altcrtbümc'r, Banik", Mümcn und dergleichch' ron mrhr odcr mindercm Wertb auxgcgrabem Bc- sonders interesiirt der W[gende Fund: Nächst dcr Kartnélitrrkirtbr, tro vor einigen Jahrem erheblicbe Reste dcr p0rtapr1m31931155j111§tradkr römischen Militärikadt cms erheblicher Tiefe gsboben Mtrdén, stieß mcm socbcn anf ein in virlen seiner Theile doch gut arbalrenes Hv- pokanstum, Welches rvabrsöbeinlikb zur Erwärmung der Zimmer einer Tborirache gcdicnbbat.
, Bremen, 16. Mar. (Wes, Ztg.) Dir Arbeiten für die sibi- rrsckxe Agsstrllung drr geographischen Gesrllscbaft sind nun 10 welt «x_sördert, dax; dieyelbc vom 1. Pßngstfcsttage an fiir das Publikum geöffnet 1cin wird.
Kopenhagen, _14. Mai. (H. N.) Aus Anlaß “des im Sep- tembkr d. J. bevrrxtehenden 400jähriqen JUbiläums der Universirat in [L_psala smd mehrere Ebrendvktoren erxmnni nwrdcn, _ worunter iich folgende Mäxmer der Wissenschaft in Däne- mark befinden: drr_Höchstcn-Grrickytsirffrffrr, frijbrrc Minisrer Krieger, Kammerherr Woriaar, die Professorcn Stspheiis, Sr. Grundtrig, Julius Thomsen, Johan Lange und L. Lorenz, sbwie der Isländer Gudbrandr Vigfussoa (in Oxford).
_ Ueber das kiirzlich aufgeftmdrxir Mammutk) girbt ein Brief des Hrn. Arkcbaulow aus Tomsk Bericht auf Grund der dahin be- züglicben bon HM. Ssidorow cingrsammclxexiNacbrbbten. Die „Now. Wr.“ entnimmt daraus, daß der in cincr Kalksrbicbienlagerung dcs Mariengebietes von Arbcirern in einer Tiefe von 7Llrskbin anfgefmi- dene Koloß sich, wie man aus dem abgerissenen “Fleisiié- [md Haut- klmnpen ersehen kann, vonommrn unversehrt chaifcn bat. Das anfänglich rosafarbenr Fleisch verlor an der Liift mit der Zeit seine Farbe und nahnr nacb einigén Tagea den Charaktrr einer Hartrn Wei“en Thonmasic an. Nach Dafiirbaltrti des Hrn. Arschaulrw dür te die AUSgrabung nicht vor dcm September-Monat vorgenom- men werden, falls man bei der Ausgrabung des scltenen Fundes rationell zu Werke gehcn wil].
Land: und Forstwirthfchaft.
Ueber die ErntrauLsichten in Bayern bcrichtet die „E. W.“ vom 1_5.'Mar: Nach dem gegenwärtigen Stande der Dinge scheinen trotz emtgcr h_eftrgen Frosttage ivedsr die Feldprodukte noch die Obstbäume und Weinberge Schaden gclitten zu haben. Nur der Raps, der thrilwetse m Blütbe steht, wird bei dem trüben kühlen Weiter stark durkb den Glanzkäfer geschädigt.
Bremen, 16. Mai. (Wes. Zig) Der Staats-Minister 1)r. rirdenthal bai am Sonnabend hierher wim_rn laffxn, daß ein ategorischer ärztlicher Ausspruch ihn für jetzt letdcr verhindere, den beabsichtigten Besuch in Bremen zu mackwn, „auf den er sich be- sonders gefreut Habe, und da[“; er dent1mch_rrok)l bis zum Herbste da- mit ivxrde warten müssen. Der Vcrern gegen das Moor- brennen sandte ihm am Sonntag von der getncinschaftlichen Tafel ein Begrüßungstelegratnm, worauf am_so[getid€11 Morgen auf gleichem Wege eine: dankende nnd die überemmmmcnden Bestrebungen für rationelle Moorkuliur hervorhebende Antwort erfolgte.
Getverbe und Handel.
In einer gestern unter Vorfib des Präsidenten Scheele statt- gchabten Sixxung ch VerwaltungSraths der Dinonto-Gesell- 1chaft wurde die Bilanz des abgelaufene_n Gejcbästsjabres vorgelegt. Nack» Abschreibung dcr crltttcnen erlwte beträgt der Gewinn ca. 4,100,000 5-6, wovrn cn. 700,000 „46. 711.1: Verwaltungskosten abgeben