1877 / 139 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger, Sat, 16 Jun 1877 18:00:01 GMT) scan diff

Xru, See. der Res., zu den Ofßzn. der Res. des Inf. Regis. . 104. Blum, Sec. Lt. der Res., zu den Offizu. der Res. des Inf. Regts. Nr. 107. Yabmanu, Sec. Lt. _ Res., m den Offi n. der Res. des Schußeu-Regts. Nr. 108. Katser, Stk. Lt. der Sees., zu den Offizn. der Res. des Inf. Regis. Nr. 106. Auf- schläger, Siegel, Sec. Lts. der Res., zu den Res. Offizn. des "K. Bals. Nr. 12. Rother, See. Lt. der Res., zu den Res. zu. des Fuß-Art. Regis. Nr. 12. O e lzner, Sec. Lt, der Landw.,

zu den Offizn. der Lapdnx. Inf. des ]. Bals. Landw. Regis. Nr. 104. Abschiedsbewtllggungen. Jm aktiven Heere. Kdr. Bacboff_ v. Echt,. R1ttm.„und Cécadr. Chef im Ulan. cgi. Nr. 18, in Genehqum) semes Abschiedßgesuches mit der gesetzl. Pens. urid der Erlaubm zum Tragen der Regis. Unif. mit den vorgeschrteb. Abzeichen, zur Diop. gestellt. an Beurlaubtcnstande. v. ?eldreich, Sec. Lt. ;. D., wegen uberkommener ßänzlicber Dienstun an?,liichkeit, unter Fügewähr. der geseßl._Pens., E meier, Pr. Lt. der es. des Feld- rt. R ts. Nr. 12, niit der gese [. Pens. und der Erlaubnis; zum Tragen er Armee-Umf., Kre 1; cbmar, Sec. Lt. der Res. des Inf. Regis. Nr. 106, der Abschied bewilligt. _ Jm Sanitäts-Corps. ])r. Bever, Ober-StabSarzt 2. Kl.

des Schüßen-Regts. Nr. 108, Ok. _Vrückner, Ober-StabSarzt 2. Kl. des us. Regis. Nr. ]8, ])r. Trey, Ober-Stabsarzt 2. Kl. des Feld- rt. Reßts. Nr. 12, zu Ober-Stabsärzten 1. Kl. befördert. 1)r. iealer, O er-Staböarzt 2. Kl. des Garde-Reiter-Regts., der Char. als Ober-Stabsarzt 1. Kl. verliehen.

Yiehtamtliches.

Deutsches Neich.

Preußen. Berlin, 16. Juni. Sc. Majestät der Kais er und König empfingen gestern Nachmittags 5 Uhr das StaatS-Ministerium. Abends 9 Uhr 45 Minuten tra.en Allerhöchstdieselben die Reise nach Ems an, woselbst Se. Majestät heut? Vormrttag 91 Uhr wohlbehalten eingetrokfen find. Se. Ma1estät wurden von der zahlreich versamme ten Einwohnerschaft „und von den Kurgästen enthusiastisch begrüßt und begaben S1ch m offenem Wagen durch die mit Blumen und laggen geschmückten Straßen nach dem alten Kurhause, wo Uerhöchstdieselben Wohnung genommen haben.

_ Se. Kaiserliche und Königliche HoZeit der Kronprinz wird heute Abends 101 Uhr von Pots am nach Darmstadt gbreisen, um der am 18. d. M. dort stattfindenden Beise ungfrier beizuwohnen. Höchftderselbe beabsichtigt, auf der ürkreise Ihrer Majestät der Kaiserin in Coblenz und Sr. Ma1estät'. dem Kaiser in Ems Besuche abzustatten und iyirtd ffvorausnchtlich am 20. d. M. wieder im Neuen Palais em re en.

, In , der „Begleitung Sr. Kaiserlichen Hoheit auf dieser Ziezse mird sich der persönliche Adjutant Oberst Mischke be- n en.

_ Se. Königliche Hoheit der Prinz Carl ist, [altlt fftrlegraphischer Meldung, heute Vormittag in Ems ein- ge ro en.

_ D_er BundeSratl) hielt_ am 14. d. M. die 27. Pl'enarstßung. Den Vorsiß rührte der Präsident des Reichskanzler-Amts, Staats-Minister Hofmann.

Nach Frststellung des Protokolls der vorigen Sißung wurde bezüglich der Zusammensetzung der Kommiss'on zur weiteren Ausbildung er Statistik des Waarenverke rs mit Jom Nuilanbo bcsxhlosscu, daß zu dieser Kommission auch ein Vertreter der ostverwaltung zugezogen werden so!!. Ueber einen Anrrqa, etreffend das_Pensionsverhältniß eines Beamten des StatlsÜschen Amts, soll in einer späteren Sißung Beschluß gefaßt werden.

Auf Antrag des Vorsißcnden wurde die Veröffentlichung der VorlaJe, betreffend die Apothekengefeßgebung, genehmigt.

"Von er chrlage, betreffend das Ergebnis; des Heere?- Erganzungsgeschasts für 1876, wurde Kenntniß genommen.

, Em Antrag des )'. AUHschuffes und des Ausschusses ür die Verfaffurig, beirefsend Grundsäße für die Bildung Lier Eisenbghn-(Hutertarife, wurde von der TageSordnung abgesetzt, und 'die Angelegenheit an die genannten Ausschüsse zuriick: venviesen. ,

AYf Bericht des 117. Ausschusses wurde der Abschluß eines Uebereinkommens mrt Oesterreich wegen der Naturalisation der beiderseitigen Angehörigen genehmigt.

__ AYf Bericht des: 171. Ausschusses erfolgte Beschlußfassung uber die für Bxseßung von drei Rathsfteklen bei dem Reichs: ZHLLTxPelßgericht Sr. Majestät dem Kaiser zu machendrn

or age.

A,.Uf Bericht des 117. Ausschusses wurde in gleicher Rich- tung uber dw Beseßung cirier Steüe im Yatentamt beschlossen. ' Endlich'kamen drei Eingaben zur orlage und geschY- l1ch€n Erxedigung, nämlich: 8. eine Eingabe des M. . LassalZk hier, betreffend das von ihm hxrausge ebene Werk ,Der arketischuß.,2[llgemeznes Zeichenregister für as Deutschs Reich;“ 1), eme Eingabe eines Studirenden der Medizin, be: treffend Gestattung einer weiteren Wiederholung der medi ini- schen StaatsPrüfungz c:. eine Eingabe des Verbandes deutZcher Müller und MühlenmtereYsxenten zu Berlin, betreffend Ver- Jllung “von Mehl im erkehr zwischen Deutschland Und

esterrerch=Ungarn. -

_ Von der hiesigßn Kaiserlich russischen Botschaft i dem Außxvartigen L_lmte mitgetheilt worden, daß für die auer des 1eß1gen Krieges die Küstenschiffahrt (cabotach) unter neutraler Flagge für alle' Arten von Ladungen, KriegScontre- bande auHZFnommen, zwrschen allen Häfen des Schwarzen und des zowschen Meeres Vstattet worden ist.

_ Die Hohe Pforte hat den Kaiserlichen Botscha ter in Konsiantinopel behufs Mittheilung an das handeltrfeibende rxbltkurri davon_ bena mchttgt, daß in Folge der gegenwärtigen itumstande em an das ganze türki che Reich sich er- reckendes Verbot der AUquhr von ferden, Maul- eseln und Rindvieh erlassen worden it.

_ Der Diskont derReichsbank ist heute auf4Pro- zent und der Lorxtbard-Zméxfuß für Waaren wie Effekten auf 5 Prozent ermäßigt worden.

_ Die in der heuti en Börsenbeilage abgedruckte tabellarische Uebersicht cr Wochen-Ausweise der deutsch_en Zeitelbanken vom 7. Juni schließt mit fol-

enden 1ummar1schen Daten: Es betrug der gesammte Kassen- ftand 715,191,000 «75, d. h. 2,578000-«M weni er als in der Vorwoche; ebenso weist der .Wechfelbe tand mit

die Lombardforderu en zekgen mit 787727000.“ einen solchen um 497,000 „45; erner hat fich der Notenumlauf um 11225000 „75 auf 857,420000'cké „vermindert, während die sonstigen täglich fälligen bmdlichkeiten im“ Betrage von 197,176,000 „45 einen uwachs von 4,908,000 „xz ergeben; die an eine Kündigungs "sl gebundenen Verbindlichkeiten in Höhe von 77,083,000cké erscheinen der Vorwoche gegenüber um 10,503,000 „FQ verringert.

_ In Hamburg haben am 11. d. M. die kommissari- schen Konferenzen von Bevollmächtigten Preußens und der Nachbarflaaten: Königreich Sachsen, Großherzogthümer Mecklenburg-Schwerin und MecklenburxStreliß, Oldenburg,

erzcägthum Braunschweig, sowic dcr Freien ujw Hansestädte ühe , Bremen, Hamburg über die Einführung einer gleich: artigen Fischereigeseßgebung begonnen»

_ Jm Civilin'urienprozesse ist, nach einem Er- kexmtmß des Ober: ribunals vom 3. Mai 1877, der Richter so wenig, als im ordentlichen Strafprozesse, bezüglich der Qualifikation der That und des auf dieselbe anzuwendenden Strafgeseßes an die Anträge des Klägers gßbunden. Insbesondere ift der Appellationörichter an die _der eleidtgung vom ersten Richter gegebene Qualifikation zucht deshalb lFebunden, weil der Ap- xellant gegen dieselbe picht appe irt, sich also mit dem An-

prtzche des ersten thlzters . in dieser Beziehung zufrieden erklart hat. ES müssen hier vielmehr die Grundsäße des Straf- Ziriozeffes zur Anwendung kommen, nach welchem der zweite _chter durch dix zu Gunsten des Angeklagten (Verklagten) eingetretene relativ? Rechtskraft des e:sten Erkenntniffes nur gehindert ist, auf eine härtere als die vom ersten Richter fest- eseßxe Strafe zu erkennen, nicht aber auch fi über die

ualifikatwn der That selbst und das auf diese be anwend- bare Strafgesetz „nach seinem freien Ermessen auszusprechen u.nd nach Umständen sogar den Angeklagten (Verklagten) eines schwereren Verbrechens oder Vergehens, als das vom ersten Richter bezeichnete, für schuldig zu erklären._Jn dem: selben Erkennimß hat das Ober-Tribunal auch aUSgesprochen, daß sowohl, m Sirafsachen, als auch in Jnjuriensachen, wenn der. Richter die That aus einem milderen Gesichtspunkte als der; m der Anklagr, resp. Klage geltend gemachten, auf- faßt, nicht statthaft, 1mndestenS_rechtl1ch unwirksam ist, den Angekla ten, resp. Verklagten' 1111 Tenor von der Anschul- digung, er schwerexi _That freizusprechen und wegen derselben aber „müder qualifiztrten That zu verurtheilen. Der Richter YFU Ü.ch. vielmeßr darauf zu beschränken, im Tenor die Strafe izr d1e1emge" trafbarq Handlung, die er für die zutre ende halt, zu verhangenxdie übri 6 zur Erledigung der An lage, resprYage erforderliche Aus ührUng aber dcn Gründen vor- zu e a en.

, _ Der General-Feldmarschall Graf v on Wrangel hat sich auf drei Monate nach Warmbrunn begeben.

_ Der General der Kavaüerie Baron von Rhein: bqben, General? nspecteur des Militär-Erziehungs: und BildungswesensUt von der Juspizirungsreise nach Preußen und Pommern hierher zurückgekehrt.

_ Der A yt der Königlichen Hauptverwaltung der Staatsschulden , lll). Maurer zu Berlin ist auch zum AgeFten der Reichsbank er Geld: und Fondsgeschäfte ernannt wor en. ** - .; * , **

„_ _K 0111 Eber, , 13. nm. „Die Rede, mit welcher der Komgliche ommr arms ber-Yräsidrnt Wirklicher Geheimer Rath'von Horn heute den 24. rovrnzial-Landtag der Provinz Preußen geschleTen, hat folgenden Wortlaut:

" „Hoch eehrte_-Herren! Die yon Ihnen auf der Grundlage sorg- fczltiger orarbeiten Ihres Aus1chuffes und Ihres Herrn Landes- direktors gepflogenxn Beratbungen haben in Folge Jbrer Vereinten angestrengtet) Bennzbungen “und drs von allen Seiten auf das ge- meinsame Ziel „gerichteten erebens in verhältnißmäßig kurzer Zeit zu de_m [L_„eberemkomme'n gefuhrt, Welches die vrrmögeusrechtlichcn Verhaltnizye der Provinzen Ostpreußen und Westpreußen zu regeln bestimmt ist.

. Mit Befriedigungfjverden Sie, wird die Bevölkerung der Pro- Nn'z auf dieses Ergebnis; „Ihrer Beraibungen blicken, Ihnen aber, meme Herren, wird 88 m_ wohlthuender Erinnerung bleiben, daß Joke Verhandlungen" bci aUer Exitscbixdenbeit in der Vertretung der gegxnserttgen Anspruche, doch m frtcdfertigem und versöhnlichem Gerste gepflogen worden sind. _

Reden der Hauptaufgabe die1es Landtages haben Sie verschiedene Gegenstande der laufenden Verivaltung in ersprießlicher Weise geord- net, und insbesondere Wegen der_Ausfübrung und Unterstützung von Cbauffeebauterx, fur - welchc Zu1agen des Staates geltend zu machen waren, Besrhlyffe gefaßt, die zivar uicht al[ e Wünsche und Erwar- tungen befriedigen, doch in sehr erfreulicher Weise eine erhebliche Zahl vyn yeuxn Knnststraxen, welche für den Verkehr der Proviaz von Wichtigkeit find, sicher stellen.

Nach dem (Harxge der Verhandlungen und nach dem Inhalte des Leyckylossenen Ucbereymkommens steht „zu erWarten, dasz dasselbe die er- orderltche Genehmxxxung des Königlichen Staats-Ministeriums erhal- ten, wird. _ Datmt jvtrd dann das Einschreiten der allge- meinen Geßßgebung entbehrlich gemachi, und für die kommu- ngle _Vernxaltng der beiden neu Jejckyaffenen Provinzen den kneryacbsi emzurtghienden Organen dersel en ein genau abgegrenzies Gebiet ihrer Thattgkxii mit den zur Vechndung “stehenden, geson- derten Mitteln uberwwsen, Wenngleich zur völligen Abwickeluu ver- schiedener „Angelegenheiten geschäftliche Beziehungen zwischrn Seiden Frovmztßexlcn auch nach ihrem Außeinandergehen eine gewisse Zeit mdurch zu unterhalten bleiben. . Bis zum Eintritt der neuen Organe für die kommunale Ver- waltung der beiden Provinzen werden die" bisherigen Selbstverrval- in_ngs-Organe der Gesammtprovinz ihre Tbatigkeit mit der bewährten Fxngebimg fortseßen, um die ihrer Verwaltung anvertrauten Gegen- tande 131 wohigeordnsetem'Zustande ihren Nachfolgern zu übergeben.

M_ogen diese mit gleichem Eifer und znit gleich günstigem Cr- folge fur daks Wohl der beiden neuen Provinzen weiter arbeiten. Und mogen dxesx Provinzen, ihre Vertreter und Vervobner, ein- gxdenk ihrer ruhntretchen Geschichte und tbre_s geschichtlichen Berufs, _emgedenk ck„rer langen Zusammengehöri keit und eingedenk ihrer innigen, unlosbaren Bezie ungen zu unézerem erhabenen Herrscher- hause, m edlem Wetterfer estrebt bleiben, in der Reihe der Provin- zerz der Moriarchie stets an erster Stelle, genannt zu werden, ein kraftraes Glied des G'esammtvaterlandes, em Muster in der Selbst- verwaltu?g_, ein Vorbild in Bethätigung wahrer patriotischer Gesm- nung zu em.

, „Kraft der mir gewordenen Vollmacht schließe ich den 24. Pro- vmzral-Landtag der Provinz Preußen.

Bayern. München, 14. Juni. (Allg. t . m Ll'uftrage, des_ Königs wird Prin Luitpold ÖZUZZLÄÖJLW Eierlichkeiten in Darmstadt beiwoZnen. _ Der Kronprinz

“udolf von Oesterreich ist zu einem mehrtägigenBesuche seiner ohen Verwandten heute Mor en hier eingetroffen. _

583,372,000 «% einen Rückgang nach um 9,735,000.7é, und

Darmstadt, 15. Juni. In den Nachmittags-

zmdetx gestrigen „Tages wurde, nach der Darms. Hy,“,

- te Let e des verschiedenen Großherzogs Ludwi 11. in

dem en Saale des Großherzoglichen Refiden schlo es aus-

gesxßt. Der hqhe Todte la , mil: der Genera Suni orm be;

kleidet i_md mit dem Groß euz des Ludwigs-Ordens in dem

Sar e, m welchem er ausdem Schlosse zu Seeheim inher-

Jefü rt worden war., Die Obersdßofchargen, Hof rgen, ammerherrn uyd Adjutanten versahen den Dienst.

_ 16.Jum. (W.T.V.) Die feierliche Beisevung der Yesiches Fs Großherzogs Ladung 111. ist auf nächsten Mon: ag 2 ge e .

__ Der schon „erwähnte amtliche Erlaß über den RFterungsantrttt des, Groß 998 Ludwig 117. hat na der _„Darm. Ztg.“ fol enden ortlaut:

' Ludwig 17. von Gottes naden Großherzog von Hessen und be: YeJdM' :c- d All (1 em es em mächtigen gefallen hat, Un eres viel eliebten und hochverebrten Herrn Obeims, des Großherzogs sLudwig KU. ron Hessen und be: Rhein ;_c. Königliche Hoheit um größten Schmerze Semes Hayses'ww Seiner gesammten Untert auen am Heutigen aus dieser ettltchkett abzurufen, haben Wir die Regierung des Groß- herzogt ums, Welche Uns vermöge der in Unserem Großherzoglichen Hause geltenden Erbfolgeordnun als nächstem Stammfolger nach detxt Rechte der Erstgeburt und mealfolge angefallen ist, angetreten. Wir versehen Uns daher zu,Unseren getreuen Ständen, den Gro - bxrzogltcben soww'den sonst m öffentlichen Diensten angestellten gei t- ltchen und weltlichen Beamten und Dienern, sowie überhaupt zu allcn Unterthanen und Arxgevhörigen Unseres Großbrzogtbums, da:“; fie Ups„ als der_n recxztxnaßtgxn Landesherrn, Treue und Gehorfméi so willig als pflichtmaßrg Zetjten werden.

Dagegey versichern Wir fie Unserer auf andhabung von Recht und Gerechtigkeit und Beförderung der Wo!) fahrt und des Besten des La'ndes unausgcsexzt erichtetxn landesväterlichen Fürsorge, werden auch dte Verfaffuxtg des and:s in allen ihren Bestimmungen wäh- rend Unserer Re terung beobachten, aufrecht halten und be chüßen.

, Damit der ang er Stgatßgescbäfte nicht unterbro en Werde, ist Unser Willx, daß sxxmmtliche Behörden ihre Verrichtungen bis auf Unsere wettere Bestimmung pflichtmä ia fortsetzen.

Gegebxß z§u Seeheim, mn 13. Juni] 77. '

. L u d w i g. v. Starck. Kempff. Schleiermacher.

, Oesterreich-Ungarn. Wien, 15. Juni. Der Kais er ist gestern den 14. d. M., Morgens, von Ischl nach Wien zuruckgekeßrt und hat Nachm1ttag den Aufenthalt in Laxen- burg genommezi.

_ Wie die „Presse“ meldet, trat die österreichische Quoten-Depuxatton gestern Vormittags zu einer Sitzung zusammen, um die Antwort auf das ungarische Nuntium fest: zustelien. Verfasser derselhen ist, wie bereits gemeldet, Dr. Herbst. Was d1e ungaris'che_Deputalion betrifft, so werden ]e'xw Mitglieder derselben, dre sich zu den Sißungen des unga- r11chen Abgeordneienhqyses begeben hatten, sowie jene Minister, deren Atiwesenheit wahrend der DeputationS-Verhandlungen nothwendig werden kann, am Sonnabend nach Wien zurück: kehrßp. Nach dem „Hon“ hofft die Deputation, die Antwort der osterreickyischxn am Sonntag entgegennehmen zu können, worauf sofort die Verhandlun über dieselbe stattfinden soll. _ Ueber den Jnhqlt der ntwort der österreichischen Ortoten-Deputation auf das ungarische Nuntium, ver- lautet iiach dem „Fremdenblatt“, daß fick) die österreichische Deputation entschieden gegen den von beiden Regierungen ver- einbarten Modus der Steuer-Restitutionen erklären wird, indem ste yon_der Anschauung ausgeht, daß im Jahre 1867 dar.?- NeftüutwnHwesen nur de_shalb so geordnet worden ist, wie 28 besteht, ipeil man damit andßre Ungerechtigkeiten des Aus- Jetchs Fur Oesterre1ch paralysiren woslte. Die Verkürzung

esxerreichs bei den' Zolleinnahmcn stellt sich nach Anneyt der Deputation nahezu auf das Zehnfache der von den Ungqrn bei der Steuer-Restitution behaupxeten „Benachtheiltgung. Die Deputation hat weiter b_e[chlosjeit, d1e Regelyng des VerLZältniffes bezüglich der Mi: litargrenze ausdrücklY als eine auernde zu erklären. End: [lch hat, der „N. Fr. r.“ zufolge, die Deputation auf Grund- lage der ihr 'von , der Regierung gemachten Vorlagen be- sxhloffen, daß m Hinkunft das Quotenverhältniß 68,25 Proz. fur Osstcrreich urzd 31,75 Prozent Für Unéarn betragen sos]. D)? 'Frage der Fmanzzölle ist gleich aÜs ge egentlich mehrerer osßzieller Erklärungen beider Regierungen zur Sprache ge- kpmmen. Die Deputation beschloß, wiewohl ihr eine bezüg- l1_che Vorlage noch nicht gemacht wurde, einen Vorbehalt gcgen die Fmanzzöllc auszusprechen. _ (W. T.. B.) Anläßlich einer ge en Mitglieder der Internationalen geührten Unter Uchung wurde ein Beamter der. Universitätsbibliothek verhaftet. Bei demselben wurde: eme Y_nzahl Schriftstücke in russischer und pdlmscher Sprache „vorgesunden, die für sämmtliche Angesckzul- digte ayßerordentlich gravirend sind und das Bestehen einer miernatwnalen Propaganda zur erbeiführung einer Um- wälzung des Siaatswesens in Nuß and und Oesterreich kon- statiren. Die'm Folge dessen verhafteten 5 Personen sind dem LandeSgertchte überwiesen worden.,

_ ?L. H. T. V.) Nach einem Telegramm der „D. Z.“

au? Pet verabfolgt die ungarische Regierung an Militär- pfttchtige von jeßt ab keine AuslandsPässe. Pest, 14. Juni. Wie dem „Prag. Abdbl.“ berichtct wird, ist es nunmehr entschieden, daß die Außgleichsvor- lagen auch im ungarischen NeichQaY nicht vor dem Herbste zur Berathuxig gelangen werden. ährend der kur- en Pause bis zur „eintretenden Vertagung der beiden äuser Hollen nyr nock) einige Gesekentwürfe von geringerer eden- tung, wre das Vormundscha tdeseH und die Vorlage bezüglich der Pariser Weltaussteüung erledigt werden. Der Wieder- zxfscxmmentritt des ungarischen Reichstages soll im Septemder e o gen.

Niederlande. Amsterdam, 15. Juni. (W. T, V.) Das Resultat der Ergänzungswahlen zur Repräsen- tantenkammer stel1t fich nunmehr“ wie folgt heraus: Es sind gewählt 27 Liberale und 14 Antilibxrale, zwei engere Wahlen finden in 14 Tagen statt. Die; Liberalen gewannen 5 neue Siße und haben )'th von 80 Sißen 48 inne.

Großbritannien und Irland. London, 14. Juni. (E. C.) Jm Unterhause gelangte estern ein Parlaments- wahlregistrirungSgeseß für Örland ur Verhandlung, dessen zweite Lesung der Urheber de elben, r.Mitchell Henry, beantragte, Er führte aus, daß von den 18 Millionen männ- licher Einwohner der vereinigten Königreiche nur 3 Millionen

n Ater von 85 Lebensw ren ve tarb gestern Abend der taatSrath Dr. Anton von ischer.

das Wahlrecht besäßen. Eine der Ursachen daß diese Zahl so gering sei, liege in dem mangelhaften Negiftrirungssystem

*

welches besonders bei Irland ins Gewicht fakle. Während nämlich in England auf je 51 männli Einwohner 1 Wähler komme und in Schottland auf je 5, ei in Irland das Ver- hältniß nur 1 zu 11. _Der Zweck des vorliegenden (Hefe;- entwurfes ist es nun, diese Mängel zu beseitigen., 'Nazhdem der General-StaatSamvalt für Irland die Bereitmlli keit der Regierung aUSgesprochen, der zweiten Lesung uzu 'mmen, * unter der Vorausseßung, daß nur dem Grundßaße des Ge- ] seßes dadurch Anerkennung zu “[ werde, Einzelheiten indeß für die Comitéberathung des Hau es vorbehalten werden sothen, wurde die Vorlage; zum zweiten Male gelesen. _ Der Kaiser und die Kaiserin von Brasilien kamen ßestern Ahend von Paris hier an nachdem fie in Folkestone von er brafiltam- schen Gesandtschafi empfangen worden waren. _ ,

_ 15. Juni. ZW. T. B.) In der heutigen Sißung des Oberhauses enkte Alderley die Aufmerksamkeit des Fuses auf die Korrespondenz, betreffend die Behandlung der

it lieder der griechischen unirten Kirche in Nuß- lanJ. Hau hton, Ripon, Waveny und Forteßcue bethejligten fich an der sei in Folge all emeinen , , land habe inde en kein Recht, in dieser Beziehung bei der ru : fischen Regierung Protest zu erheben, weil das Territorium Ru lands nicht garantirt worden sei. Wohl aber könnte England beider Pforte wegen der in der Türkei begangenen Grausamkßiten protestiren, weil die Integrität des 05mamschen Reiches unter gewissen Bedingungen garantirt sei. _,Llrgyll verlngte Aufklärungen über die Beziehungen zwrschen Jiidien und Afghanistan. Salisbury erklärte, der Emm: von Afghanistan habe fich geweigert, einen Vertreter_E1iglandS aii seinem Hofe zu gestatten, Uebrigens sei es unri tig„daß die Beziehungen zu dem Emir von Afghanistan me entlich ver- ändert seien. _ _ _ _

_ (W. T. B.) Heute sand der feierlicheCmpfang des früheren Präsidenten der nordamerikmzischen Union, Generals Grant, durch die Londoner M1miz1palitätstatt, die dem- selben das City-Ehrenbürgerrecht verlieh. EE; wurde eme Adresse verlesen, in wel er General Grant Willkontmezi g?- heißen und in der zugleich den Gefühlen der Brüderlichkeit und Herzlichkeit, durch welche England und die Vereinigten Staaten mit einander verbundenseien, Ausdruck gegeben Wird.

Frankreich. Paris. 15. Juni. (W. T. B.) 'Die re- publikanischen Deputirten f?abxn die_ beabsichtigte. Ab- haltung. einer Vorversammlung de nino auxgegeben, ,da ihnen von der Regierung angedeutet worden war, daß eine solchc Versammlung aufgelöst werden würde. Ditz, Deputirten der Linken werden daher erst mor en vor der Sißung zusammen: treten. _ Ju emer heute Zattgehabten Versammlung der Mitglieder des linken Centrums des Senats wurd: einstimmig beschlossen, gegen die Auflösung der Kammer zu stimmen.

_ 16. Juni. (W. T. B.) In einer durch die Journale veröffentlichten amtlichen Note werdeji die BWauytungen ,übelwollender“ Preßorgane, daß durch die M0d1s1kat101', der Politik vom 16. v. Mts. Handel und Industrie eme Störung erfahren hätten, zurückgewiesen. Zugleich wrxd 1111ka dem Hinweis auf Einzelnheiten hervorgehoben, dqß dLL'lm Jahre 1876 in Frankreich eingetretene Handelskrist? eme ange: meine auf ganz Europa auSgedehnte gewesen sei. Jndeß [eien begründete An ichen für eine in verschiedrnen HandelHerigen eintretende Be erung vorhanden, nqmentlich auf dem mcznz- markte, auf dem Gebiete der Baumdustrie , der Raf nerien, des Lyoner Seidenhandels und der, MetaÜmdustme voti St. Etienne. Dic Krise scheine demnach m_ der Abnahme begriffen, und es sei gestattet, zu hoffen, daß die BeFesttgunF „der Ord- nun und des Friedens ein baldiges Wiederauf luhen der Gef äfte herbeiführen werde. «**-..»,

Spanien. Cuba. (A. A. C.) Gensral Mqrtinez Campos befindet sich noch in Saxitiago de Cuba; die Trup- pen operiren auf der ganzen _Linux m jener Gegend." Die Regenzeit hat begonnen und Wird die Operationen ve ogern. Jm Hauptquartier hegt man wegeri det.? GxsundkzextSzu Landes der Soldaten Befürchtungen, und die Militarlgospitaler werden reorganisirt. Nach einem Berichte der spanischen 23an von Havanna sind bis jeßt13,800,000'Dollars„deZ'Papiergelde-Z amortisirt, so daß sich noch 46 Miklionen m Cirkulation be-

finden. Italien. Rom, 12. Juni. Die Klerikalen haben bsi

den Munizipal- und Provinzial-Wahlxn eine Niederlgge erlitten. Von 20,317 eingeschriebenen Stimmberechtißten smd

ebatte. Gra Derby erklärte, die Korrespondenz unsches veröffentlicht worden; EnT-

9570 an den Urnen erschienen, also bedeutend me 1: als in

früheren Jahren. Das Endresultar der Wahlen wurde erst bekannt gemacht, als die_ Deputirtenxammer gestern die Beratbung des Entwurfs zur Reor qmsation des „Ober- Schulraths begonnen hatte. Die eiden „ersten Artikel des Geseßes wurden angenommen. Der _1. Artikel lautet:, „Der oberste Schulratb wird aus 30 Mitgliederii und dem Minister, welcher i m präsidirt, zusammengesetzt. Dieselben sollen, akle vornehm ten Zweige der Wissenschaft „vertreten. „Zu diesem «Zwecke wird dies Kollegium in_SeYtzonen gethe1lt werden.

in Mitglied desselben kann gleichzemg mehreren Sektronrn angehören.“ Artikel 2 bestimmt: „Das Konegium hat sich mit der DiZziplin, mit debrsYeZvaltung und mit dem Unter: ri tim All emeinen u e 5 igen.“

ck _ 15. 8Juni. (2133. TB.) Jm Senate begründete heute Rossi seine JnterpelXation übser die Ha_11del§vertrage. Der Minister-Präfident und Fmanz-Mmister Depretts erkannt'e an, daß das bestehende Steuersy st_e_m mangeZhast [ey wies indessen darauf hin, daß 1e1ne Vorßgnger im Amte den Bedürfnissen des Staatsschaßes „alten ge- recht werden müssen. Die„Frage betreffs AUSglxichung der Grundsteuer sei eine schwierige,“ er hoffe aber, sie werde ge- löst werden können. Die Negixrung habe dix Abst t, alle Steuern umzugestaüen. Was die atzdelsvertrage an elange, so sei er der Ansicht daß das Prinzip (zleickxer Behandlung und „egenfeitiger ompenstrutzg unumganglich 0,nothWanig séi. as Ministerium werde dW Jnterejsen der ndustrrelleu nicht außer Acht la en, könxie a'ber 1th auf etails der schwebenden Verhand ungen nicht eingehen. EH wurde an' die “nterpellation und deren Beantwortung keinerlei weitere

ebatte oder Antrag geknüpft.

Türkei. Konstantinopel, 2.'J1m1. Nach den dem hiesigen - internationalen Gefundhxrtéöraihe, zugegangendn neuerenY Nachrichten ist die Pestepidemie 111 Bagdad m weiterer bnahme begriffen.

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Bagdad starben in der Woche vom'13. bis 19. Mai _ m [. eines Todesfalls auf 4 m der Garnison vorgekomme- nen Erkrankungsfälle _ im Ganzen 147 Personen an der Pest (77 weniger als in der Vorwoche?

_ n der darauf folgenden Woche md in Bagdad _ ein- schlte lich eines Todesfasles auf 3 Erkrankungen in der Sar- nison _ 103 Personen der Seuche erlegen.

Em Tele ramm vom 17. v. Mis. erklärt Kerbela und Amara für pe frei. _ 15. Juni. (W. T. B.) Gestern fand unter Vorsiß des Sultans ein KriegSrath imoSeraE-kierate statt. _ Der bulgarische Exarch wurde gleichfalls gestern vom Sultan empfangen. _ Die egyptis en Truppen werden morgen erwartet und gehen direkt na dem Kriegsschauplaß ab.

_ (L. H. T. B.) Die Regierung arbeitet für das

arlament ein Exposé aus, in welchem die innxre Lage des ei s und die durchzuführenden Reformen, „sonne die Was;- rege n zur Aufhebung des Sklavenhandels itz Arabien und Tripolis dargelegt werden. _ Aus strategischen Gründen wurde das westliche Ende der Bahnstrecke Kusiendsche: Czernavoda zerstört. . Belgrad, 15. Juni. (L. H. T“. B.) ,Die Wcchsxl der serbischen Regierung, welch? in Wien und „Berlin fällig waren, wurden soeben auf weitere drei Monate pro- lJongirt. _ Die Türken verstärken die Besaßung der ser: bischen Drinagrenze.

Rumänien. Bukarest 15. Juni. (JW. T'B.) Der Senat hat den Geseßentwu , betreffend die Ennsfion von Hypothekarnoten, genehmigt und de'n Zwangscours_ dertupo- thekarnoten sowoyl für die öffentlichen Kaffen, wre fur den Privatverkehr so ort einzuführexi beschlossen. DW Depri- tirtenkammer hat das Ueberemkommen, wonach .der ruma- nischen Staat we en Hes Betrages von 10 Millionen dem englischen Eisenba nbau-Unternehmer Craiylet) gegenüber als Schuldner anerkannt wird, abgelehnt. _ Die Bahn a rbeiten auf der Strecke Plojesti=Dredea waren heute unterbrochen. _ Fürst Milan von Serbien ist heute Abend 8 Uhr hier em: getroffen.

SchWeden und Norwegen. Christiania, 12. Juni. JVM Ztg.) Das Storthing hat, w1e_schozi gemeldet, dhrie ebatte einstimmig den Antrag des Aus1chus1eS: geZÉnwarng Nichts für Maßregeln zur Aufrechterhaltung der eritra: lität Norwegens zu“ bewilligen, a_ngenommen.„ Die Regierung hatte, nachdem der schwedische Reichstag. 2 MLÜWULU Kronen zu diesem Zwecke bewikligt hatte, 1? M10. Kronen gefordert. In dem Gutachten, welches der Ausschuß des Storthmgs abgab, heißt es: „Selbstverständlich verkennt der AuSschnß nicht die außerordentliche Wichtigksit der Aufrechterhaltzmg der Nentralität der vereinigten Reichs wahrexid eines Krieges zwischen fremden Mächten. Auch .brzwetselt der- "elbe nicht, daß die Regierungen der vereimgtetz Rerche, ;oweit es in ihrer Macht steht, die Neutralität aztsrecht Lr: halten werden, gleichwie das Styrthmg ganz 911)le auch de- willigen wird, was sich zur Erreuhurzg diese?, nzeckes „i_iothig erweist. Ebenso wenig wie jedoch nicht nachgewrefen 111,_ zu welchem Zwecke der genannte Betrag verwendet werden 7011, ebenso wenig liegt ein Nachweis darüber dor, daß eine extra- ordinäre Bewilligung erforderlich ist. Die Negterrzng. seldst hebt als allgemein bekannt hervor, ,daß_auge1zb1ickli k_em Grund zu der Befürchtungvorliegt, daß es fiir die dexermgten eiche mit Schwierigkeiten verbunden ist, die Neutralitat a'ufrechtzue'r- halten.“ Allerdings wird auch hervorgehqben, daß „wre aklgemem bekannt, die Frage, welche Anlaß zum Kriege gegeben hat, manxhe wichtige und weit verzweigte Interessen brriihrt, so daß keine vollständige Sicherheit dafür vorhanden ist, daß derselbe sich nicht weiter ausdehnt.“ Der A11S1chiiß geht aber dgvmz qus, daß die Regierung, faUs die Verhältnisseunerwaiiet1chw19rig§r werden und Maßre eln ur Aufrschterhaltung der Neutralttqt der vereinigten Rei 2 «?orderlick) machen solltsix, dW dnrch die Bedürfnisse des Augenblicks nothwendigen Schritte Wird _“zhun können, und sollte die Steklung derart1g_ werden, daß grosere Summen erforderlich würden, dann wrrd eme außerordent: liche Session bald berufen wsrden können. Der Llir§sch1tß „be: antragt daher: „Den beantragten Betrag gegenwartig nicht zu bewikligen.“

Der ruffifch-türkisthe Krieg.“

Konstantinopel, 14. Juni. (W,. T. B.) Der Mi- nister des Llunärtigen hat an _die Vertreter der Pforte im Auslande folgende Mittheilung_gerichtxt: Aus dem Verlangen der 06111am1chen Regierung, bei den tur- kischen Ambulanzen an StLUZ deH rothen Kreuzes dxn rothen Halbmond treten zu lassen, Und Weisel uber unsere Absicht, die Genfer Konvention zu r2_pekttrejx, hergelsttet worden. Um jedem Mißverständnis; in dre1_er Beziehung vorzubeugen, erklärt hiermit die Kaiserliche. Régierxmg, daß gßmaß der ge- dachten Konvention, welcher die Türkei beigetretexi ist, das rothe Kreuz unter allen Umständen geryiffenhafi vox: derturkis _en Armee fortdauernd respektirtwerdexi Wlkd,daß1n diesemBetre formel]? Instruktionen an die türkiichen Armeen erlasseii wdrden smd und daß die durch den rothen Halbmond redrawniirte Gefra- schaft zur Hülfeleiftung für verrvundete Krieger m Wirklich: keit nichts ist, als der oriental11che Zweigverein der Gesell: schaft des rothen Kreuzes. & _ Pest, 15. Juni. (W."*1,.V.) Jm Uziterl)a,u1e er- klärte Minister-Präsident Tisza zu der auf den Yariser Ver: trag Bezug nehmenden Jnterpellcrtion Jranyi ?- m der Orientfrage, der Zweck des Berliner Memorandums, der Beschlü e der Konstantinopeler Konferenz und des Londoner Protoko s sei die möglichste Erhaltung des Friedens, eventuech eine Lokalisirung des Kriegs „und eme Perhefferung der La e der christlichen Bevölkerung in der Turkei gewesen; eben 0 habe das Entstehen von den Interessen. OesterrerchUngarns zu- widerlaufenden Gestaltungen verhindert wxrden sollezi. Die Mehr eit der betreffenden Aktenstückß ser unter Mit- wirkung ämmtlicher Pariser“ Trakratmachte zu Stande ekommen und diese Aktenstücke stimden' au ' lxzxntereffen Oesterreich : Ungarns 11th un" ZersPrUch- Auf eine weitere Entge nung Zranytß erklarte »iSza, die Regierung ziehe es vor, ich vorlaufig l1ebe_r tadxln zu laffxtz, als eine gegen die Interessen der Monarch1x_?erichiete quitik ein uschla en. Die entSegengeseßte Pdlttt wurde emen Oeéterrei ":Ungarn näYTr erührenden Krieg zur Folge gehabt haben. Die fremden ächte hatten zu keiner Zeit em grö 9- res Vertrauen, eine größere Freundschaft und Herzlich ext Oesterreich gegenüber an den ag gßlegt, als eßx. __ Die Antwort Tisza's wurde vom Hause Mit großer axoritat zur

mit den

Europäischer Kriegsschauplav. Bukarest, 15. Juni. (L. H. T. B.) Alle Ueber: gangSvorhereitungen werden auf Turn-Magurelli kon- entrrrt. Die Corpsstäbe der russischen Donauarmee befinde.: ich diSpomrt: 4. Corpsstab in Bukarest; 7. Corpsftab in Kalarasch; 8. Corpsstab in Simnißa; 9. Corpsstab in Islas und Turn-Magureüi; _11. Corpsstab in Nuschedewede; 12. Corpzxpstah'm Alexandria; 13. Corpsstab in Reni; 14. Corps: stab m Giurgewo und die Stäbe der bulgarischen Legion und der fliegenden Corps in PloÉefti.

Bukarest, 15. Zum. ( „H. T“. B.) Der Belagerun s- zustand ist vers ärsx. _ Von 8 Uhr Abends dürfen die 'n: wohner nur mit as11r1cheinen di? Straße betreten. Bukarest, 15._Zum. (L. 19. T“. B.) Fürst Milan, welcher am BMWA vom Fürsten Karl erwartet wurde, ist soeben eingetro"en. _ Seit gestern wird der TranoI-port des Frloviants dortauwärts mit größter Befchlsunigung bewerkZ te igt.

Ruftschuk, 15. Juni. (L. H. T. _B.) Die Tii_r_ken errichten nem: Vattsrien östlich des Bahnhoxs, um die r_us111chen Batterien auf der Donau-Jnsel Mothani zu paraliyiren. _ Abdul Kerim bildete zur besseren Ueberwachung der Donau ein fliegendes Corps von 2000 Mann.

Wien, 16. Juni. (W. T, B.) Telegramm der „Deut: schen Zeitung“ aus Galaß, den 15. d.: Der Tratisport von EilgUtern und Frachten ist auf aUen rmnänischen Linien wieder auf 1111bestimmte_Zeit eingestellt. _ Die Hcerstraße vom Pruth nach Galaß ist weganuStritxes des Bratisch-Seeaß unpasjirbar.

Wien, 15. Juni. (W. T. B.) Die „Pol. Korr.“ meldet tele raphisch aus Belgrad: Serbixn bleibt unter_ aßen Umtiinden neutral. Bei der Eröffnung der Skuwchtma wird das neutrale Verhalten Serbiens in der Thronrede des Fürsten ausdrücklich konstatirt werden.

Belgrad, 15. Juni. (L. H. T. B.), Der „Jstok“ he: zeichnet die NLisL des Fürsten Milan ch__Pauptqu'artier von Plojesti ach epochemachend fiir das politmche National- dasein Serbiens.

Wien, 16. Juni. (W.T.B.) Telegramme des „Nexuen Wiener Tageblatteß“. Ans Belgrad: Suleyma11Pa1_cha ließ Bjelina durch 3 Tabors befe?en. Die Lage der Montenegrian wird als eine sehr mißliche ge childert. _ Aus Agrair): Die Jusurgenten haben die zwischen Jajaß und Travmk lic: genden Ortschaften niedergebrannt. JLmet Pascha rückt aus Serajewo in Eilmärschen nac!) Travnik heran.. ,_

Agram, 15. Jimi. (L. H. T., B.) _Die boSnUchetx Zn f u rge ute n nahmen die OrtsckZaften Goelhiffar„Varkarnakus und die Dörfer zwischen Travnik und Jgjaß cm, und ver: brannten dieselben. Mehrere Tausend Jmurgcntexi hedrohen Travnik, wohin JSrnet Pascha in Eilmärs en marychirt.

_ Der Belgrader Korrcspondent er„TimecZ“ tele: graphirt unterm 11. dB.: „Einer von dxn sieben Ukemas, die durch den Scheik-ul-Jslam von KonstantmoPel nach den Provinzen gesandt worden, ist in BWnien angekommen, ivo er in seinen Predigten erklärt, daß der gcgeiiwärtigeKrieg mit Rußland kein politischer, sondern einreltgiöserdst, indem sein Ziel die Aitsrottung des slam sei“ er 'crmnert'Alle daran, daß Diejenigen, die iir die Veriheidigung ihrer Religion ilzr Leben lassen, „Chazi“ und Märtyrer für dsn Glauben genannt wcrdrn würden. Dem ofxizieklen Journal „BOSna“ zufolge kehren nur wenige Flüchtlinge nach Lhkér Heimail) cms Ssrbien znriick, troßdem 01116 Amnestie pro- klamirt wordén ift.“

Asiatischer Kriegsschauplaß.

St. Petrrcsburg, 16. Juni. (W. T. B.) _Telegramm deS Ober:Konnnandirenden der KaukasuCo : Armee vom 13. d. M.: Gestsrn eröffnstcn die Türken von den vdrdcrcn Befestigungen von KarH und von den auf den Höhen errich- teten Batterien ein Fensr auf 11116, wurdßn aber bald durch unser Geschützieuer zum Schtyeigcn gsbracht. GeWrgl Tergu: kaffoff Hat am 9. d, M. Llla1chkert mid am 10. _„Seidkfan be- setzt. Von leßterem Orte aus zogen dW Türken nch eilig nach Kenrikew zUrück und ließen cinen bedeutendenPromantvorrail) in unseren Händen. , .

K 0 11 | an ti n () pel, 14.Jum._(Tel. d. W. Frsxndex1bl.)qulr Paschi, Konnnmidant der türkischen Truppeii imKaukaUtH, berief vor einigen Tagen dW StamrnsH-Hanptlinge der Ab- chasen nack) Suchum-Kalechkx wo er ihnen die Mitilxtlung machte, daß schon in wenigen „&!an Mrhernet Ghazi Pascha, Sohn Sckmmych, in Begleitung eincs Regiments ber1ttener T1cher= kessrn, in ihrer Mitte §r1cheinen werde Und daß dann dix Zn: snrgirung der Kaufa1uésstéimme m1t bedeuictid verstarktrn Kräften fortgeseßt werden soixe. Hauptsächlrch werde es des Lcßtéren Streben sein, die zwi1chen Achalkalaka 1_md Suchtmi- Kalk.!) wohnsndsn Tscherkeffenstiimme zu den Waffsn zu rufezt.

_ Der Verichterstattcr dcs „Daily T_“elrxgxaplß m Bakum telegraphirt Unterm 13. d. M.: „Die '?)rnsxen 6,11 ihre Belagerungsarbeiten fort und rücken stundltch vor. “_ “ie legen Siraßen durch den Wald an. VW dyn tnrkU en Außenwerken werden gelegeytlick) Granatriivcibgeseuert, 17)? che die Russen ZUM Rückzug nzmgen. „Dr_r HSM!) kehrtY-Zdock) stets urück und fährt in ?LMLL' Arbeit [ort, sobaid das Federn eingesziellt wird. Verstärkungen smd, drrtzgrxid iidxhtg. Wenn sie nicht bald ankommen, xverden du?. hiestjxe1i_chruppen den Muth verlieren. Die tiirktschrn Offizier? smd1nedergeschlagen. Hussein Vasfi Pascha ist Mit 500 fur Suchmu-Kaleh be- stimmten Tscherkeffen angekommen. Nachrichten o_on Livana zufolge droht dort eine HnngerMoth. Der neue Gouverneur von Batum ist angekommen.“ _ ' "

_ Aus Tiflis, 1. Juni, wird'k-er „Pol. „Korr. nber die letzten Vch änge auf dem asiatischen Kriegsschau-

e 6 me en: pla?Au Wm kleinasiatischen Kriegsscbcruplaye haben sich neuerer Zeit Eretgniffe zugetragen, welche für emen rascheren Verlauf der Campagne von Einfluß werden" dürften. Auf der Route von „Kats fich bewegend, erreichte die Flugelgbthetlungder Acb'alxrcher

auptkolonne des General-Adxutantxn Lorts-Mxltko f (im 9. Mai das 16 Werft (etWas über zwei deutsche Mailen) sludltch von Kars entfernte Hadzi-Chalil. Hier xrfuhr der Geqnera von Kundschaftern, daß einen Tag vorher die feindliche irregulare Kaval- lerie unter den Befehlen des russischexi Deserteurs Muffa Pascha Kun- duchoff aus Saganluq nach Kats 11ch m waegung gesetzt habe. Mit der dem General eigenthümlichen Raschbett und Ener ie wurde noch am 29. Mai, um 9 Uhr Abxnds, General-MaFor Fürst Tschawtschawadze mit der 2. Kavallertedwi 1911, dem 2. Dagestaner Kumiko-Kabardiner Regiment und 16 Ges aßen der reitenden Ar- tillerie nach dem 12 Werft Westlich von Hadzi-Cbalil liegenden Ardost beordert. Gegen Mitternacht wurde das Lager Muffa Pa-

*) cfr, Nr. 128 des „Reichs-AnzeigerS“.

Kenntnis; genommen.

schas bei dem auf der Er erumer Strgße, 22 Werft südWesilich von Kats entfernten Marktélccken Begli-Achmed entdeckt. General-