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21tägige _Frisi fich nicht auch auf die Anbrir. ung dcr Rechts: mittel im Verwaltungsstreitverfahren bezie t, für diese viel- mehr die im §. 54 ]. Nr. 1 des Ges vom 3. Juli 1875 besiimmte 10tägige Frist gilt. Der im'fter des nn'ern e?“ mittelst Cirkularerla es vom 15. Juli d. J. Abs “ft di es Erkenntniffes den Bczirksregierungen zur Kcnntnißnabme und Nachachtung mitgetheilt.
_ Nach der Stempelgeseßgebung fiir die Provinzen Hannover und HeffemNaffau muß jeder Produzent einer stemiielpfiichtigen Urkunde als solckißr und unbeschadet seiner Strafbarkeit als eißentlicer Kontravenient fich gefallen lassen, daß gegen ihn, ne en Nachbringung des Stempels, auch die ordentliche Stempelstrafe, bestehend in dem vierfachen Betrage des Stempels, verfolgt werde. Er hat für die Strafen des oder der eigentlichen Kontravenientcn, vorbehaltlich seines Re: greffes gegen diese, einzustehen, und umfaßt seine Verpflichtung daher auch die Strafen, welche bei mehrseitigen Verträgen von den übrigen nicht als Produzenten auftretenden Paciszenten verwirkt sind. Der Produzent einer auf einen mehrseitigen Vertrag beziiglichen Urkunde, die nicht gestempelt ist, ist also neben seiner Stempelstrafe auch fiir die von seinen Mit: kontrahenten verwirkten Stempelstrafen haftbar. „Diese Haft: barkeit beruht nacb einem Erkennttziß des Tber-Tribunals, vom 11.Juli 1877, auf der Rückiicbt, das;, wer von einer Ur: kunde Gebrauch macht, damit die Pflicht übernimmt, sich zuvor über deren Stempekpfiichtigkeit zu vergewissern und deren Bc: reinigung, sei es durch den Aussteuer bezw. Mitaussteller oder in Selbstperion, zu betreiben.“ ;,
"!:-„vk . „„ , _ Der Grueral-Feldmarichall “;)-reiherr von Man-
teuffel, General-Adjritant Sr. Majestät des Kaisers Und König?- ist hier eingetronsn.
_ Der General der Infanterie von Ollech, Direktor der Kriegs-Akademie, ist von Urlaub hierher zurückgekehrt, ebenso drr Contre-Adnxiral Henk , Direktor der Kaiserlichen Admiralität.
_ _ Der Komleiche Gesandte m Hambnrg, von Wentzel, isi auf seinen Posten zurückgekehrt.
_ Zur Beiwohnung der Herbstiibungcn sind ferner unter Aiideren hier angekommen: dcr (Hencral-Major, Freiherr von Cederström, Commandeur des 5. Militärdisirikts der Königlich schwedischen Armee, der Königlich großbritannischc General, Lord Airey, und der Kaiserlich österreichische Ge: neral-Major von Cornaro.
Sachsen. Dresden, 28. August. Wie das „Dr. J.“ vernimmt, werden fick) die Seitens der Staatsregierung der nächsten Stänxeveriammlung zu unterbreitcnden Geseß: gebungsvorlagen, abgssehen von einigen kleinerexi, auf Anträgen des letzten Landtages beruhenden Gescßentwiirfen
und einem Geseße wegsn Besteuerung dcs Gewerbebetriebs-
im Umherzieben und namentlich der sogenannten Wan: dexlager, in der Hauptsache auf die Entwürfe der VoUzugs: geieße zu den Reichsjristizgeseßen beschränken. Jn Ver: bindung hiermit steht einc Revision des Verfahrens in Ver: waltun sstrasiachen und des Verfahrens bei Kraftloserklärung inländi (!)-Zr Jnhaberpapisre. Ruck) wird den ständis 11 An: trägen ent1prechend die vorbereitste Revision des Ein Ummen- steuerges SZ vom 22. Dezember 1874, sobald die ausfiihr- licheren atisiischen Ergebnisse der leßien Abscbäßung vor: liegen,_zmn Abschluß gebracht und ein Geseßentwurf wsgen der am Grund der gemachten Erfahrungen nöthigen Abände- rungßn des bEregten Geseßes dem nächsten Landtag vorgelegt werden.
Württemberg. Stuttgart, 30. August. (W. T. B.) Der für Rußland ausgerüstete, aus 19 Wagen be: stehende Sanitätsziig geht, wie der „Schwäbische Merkur“ meldet, heute nach Bukarest ab. Dsrselbe wird in Ulm von der Königin inspizirt werden.
Schloß Friedrichshafen, 28. August. Der Prinz Alexander der Niederlande ist heute von hier wieder abgereist. Der Prinz begiebt sick) von hier aus zunächst in die Schweiz.
_Oesterreich-Un arn. Wien, 29, August. Der Bot: schafter des T21111chLn siches, Graf zu Stolbsrg, ist gestern von Gastern _nach Wien zurückgekehrt. _ Der ungarische Minister-Präiidentb Tisza und der Minister v. Bsdekovich find heute aus Veit hier eingetroffen.
_ Fürst _Nikolaus orm Montenegro hatte, wia immer, au_ch dieies Jahr am Geburtstage des Kaisers isine Glüchwiimche dargrbrackit; Der Kaiser hat, wie man der „Polit. K.“ mis Cettinje 1chreibt, dies? Gratulation mit 61118111 Telegramme beantwortet, in welchem er seiner Sympathie für Fürst und Vo_lk v_o_n Montenegro Ausdruck verlieh.
_ Jm dteffeiti en Finqnz-Ministerium haben dieseWocbe _ der „Deutschen tg.“ zufolge _ die Konferenzen der Fach: referenten iiber den neuen Zucksrfteurwaeseycntwurf begonnen. Von ungarischer Seite wurde zn diesen Verathun: en der Sektionsrath Matlekovics delogirt. Im Handel?-
inisterinm konferiren gleichzeirig _die beiderseitigen Handels: Minister_ Ritter v. Chlumeßky und Trefort in Sachen des deutséxöfterreichischen Zolivertrages.
_ In der heutigen Sißung des Gsmeinderaths wird, wie das „Fremdenbl.“ meldet, l)r. B*Trg den Entwurf einer an das Ab eordnetenhaus zu richtenden Petition, betreffend dieNicht: beßteuerung der Einnahmen der Kommunen, vor: legen. Die Petition 1" ließt mit der Bitte, „es möge bei der BeraLtZung der neuen *teuergeseße in klarer und Unzweideuti: ger eise der Grundfaß aufgestellt werden, daß das Einkom: men der Gemeinden erst dann einer Besteuerung dürfe unter: zogen werden, wemi es in seiner Toiakität den fiir die ver: s iedenen Zweige der Gemeindeverwaltung erforderlichen
_ufwand Übersteigt.“ In der Motivirußg. dieses ErsuFens rmrd daran erinnert, daß die Steuerbehörden u ien xine Reihe von Einnahmen, die seit mehr als 20 Ja?;ren von ihnen sélbft als steuerfrei behandelt worden waren, nunme r ebenfails der Besteuerung unterziehen wollen. Sodann bei 1 es: „Ein soicher Vorgang isi schon rundsäßlich nicht 11 rechtfertigen, in Bezug auf Wien ers eint er aber um 3so bedauerlicher, als diese Gemeinde, wie sowohl im niWer-öster- reichischen Landiage,;als in diesem hohen Hause wiederholt betont wurde, in ganz unverhältnißmäßiger Weise zu den La en des Landes und des Reiches herangezogen wird, ohne da ihr in diesen Vertretungskörpern eiiie der Steuerleisiunß entsprechende Zahl yon Abgeordneten bewilligt worden wäre. “
_ Den wichtigsten Verhandlungs egenstand des dem: nächst zusammentretenden kroatischen andtages werden,
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demselben Viatte zufolge, die Gesehentwürfe _ Sxäkeordnung und über die Gemein nisation bilden. Dansk sou die einhkkl' angelegte r Administration in Kroatien abgeschl und du eführt werden. In Kroatien gab es bis drei Städteordnun en, eine für Agram, eine andere für Effegg und eine dritte ür die übrigen Städte. Dieser unhaltbaren Anomalie soll nun im legis- lativen We e abgeholfen werden. Man glaubt, daß die be»- treffenden eseßentwürse im Landtage kaum eine Opposition finden werden.
Lemberg, 30. August. Fm galizischen Landtage hat gestern die Wahl der Er aßmäuner für den Landes- ausschuß stattgefunden. _ Neugewä lt wurden drei Polen, wie- dergewählt der rutheniiche ReichSrathS-Abgeordnete Kowalski. Es wird somit auch in der gegenwärtigen Periode im gali- znchen Landeßausschuffe kein rut1_)enischer Veisißer, sondem nur ein Rutbene als Ersaßmann ungiren.
_ (W. „o,. B.) Der Landtag ist heute nach Erledigung des Finanzgeseßes und vor Beginn der Adreßdcbatte durch den Statthalter geschlossen worden.
Pest, 29. August. Die Manöver bei Kaschau, denen bekanntlich der Kurs er beiwohnen wird, beginnen am 10. Sep- tember und werden bis einschließlich 12. September fortgeseyt werden. Am 13. ist Rafitag, an welchem Tage Se. Majestät die humanitären und andere öffentliche Institute Kafchaus be- nchtigen dürfte. Der ErzherzogAlbrecht mit Gefolge, ferner der LandesvertheidYungs-Mimster Szende und der Landeskom- mandirende Baron delSheimGyuiay sollen schon am 6. Septem- ber in Krischan eintreffen. _ Das ungarische Amtsblatt veröffent- licht die Ausweise über dieStaatseinnahmen undAus- gaben im zweiten Quartal dieses Jahres. Die Ge; sammteinnahmen bétrugen 46,363,667 Fl., um 2,443,847 Fl. mehr als in der gleichen Periode des Vorjahres, und nachdem die auf 50,944,483 Fl. sich belaufenden Ausgaben ein Plus von 260,642 Fl. gegen das zweite Quartal 1876 aufweisen, ist die entsprechende Bilanz für 1877 um 2,183,205 Fl. giin- stiger, Das Defizit stellt sich auf 4,580,816 Fl. _ Die Blätter besprechen den Quartalsausweis der Staatseinnahme aufs Günstigste.
Schweiz. Bern, 29. August. (N. Ziirck). Ztg.) Alle Regierungsrathsmitglieder haben hsute auf den 30. Ok- tober ihre Entl_assung gegeben. Der Großr Rath wird wahrscbeinlich aus den 17. September zur Berathung dieser Demiiiionsbcgehren zniawmenbcrufcn werdcn.
_ Bellinzona, 29. August. (N. Ziirck). SWT): Die Re: gierung hat die'. militärische Beseßung der Stadt Lu:
ano_d11rch drei Compagnien Infanterie angeordnet, die sich Feute 1ammcln und abmarschiren werden.
Großbritannien und Irland. London, 29. 211151311. (EC.) DerKriegs-Ministsr Gathorne Hardt) verweilt gegenwärtig in Balmoral als berathender Minister der Königin. _ Aus Fernando Po wird der Tod des dortigen britiicbcn Konsuls, M1". George Hartley, gemeldet. Der Verstorbene war früher Vize-Konsul in Loanda und seit 1871 Vize-Konsul fiir Angola und Depen- denzen, nebst den Inseln San Thomé und Vrino'pe. _ Der Ge neral Grant reist heute Morgen nach Schott: land, wird einige Tage in Edinburgh bleiben und darauf den Herzog von Sutherland auf Schloß Drmrobin und später den Herzog von Argyll “in nverary besuchcn.
_ (A. A. C.) Das Handelsamt hat von dem Staats- sekretär fiir die auswärti e'n Angelegenheiten eine Depesche des englisckwn Konsuls in _ akhoi erhalten,_ wclche meldet, daß dieierHafen dem britiichen Handel eröffnet worden ist.
Frankreich. P_aris,29.Auguft. (Fr.C.) BeiGclegen: heit eines Wettkampies von savoyixhen Gesangvereinen haben die friiheren Deputirten dieser egend, Philippe und Ducroz, sowie ein Senator des Departements von Ober- Savoyen, Hr. Chardon, Reden gehalten, welche bei der Be- hörde Anstoß erregten. Dieselbe hat nicht blos den Herren Philippe und Durroz, sondern auc!) dem Senator Chardon den Prozeß gemacht, Und es wirft sich nun die Frage auf, ob die Senatoren zur Zsit die parlamentcxrische Unvcrleßlichkeit bx sitzen oder nicht. Nach der Versaffung diirfen die_Mit: glieder des Senats „wiihrend der Dauer der S_cjsion“ nicht ohne Ziisiimmnng der Versammlung, der 116 “an: gehören, vorioigt werden. Der Präsident des Senats, Herzo von Audiffret:Pasq11ier, 1ch10fz die leßte Sißung mit den orten: „Der Senat vertagt iich, bis eine neue Depu- tirtcnkammer zusammsngetretcn is .“ Danach liegt für den Senat also eine einfache Vertagung, d. i. einc Fortdauer sei: ner Session vor. Auf der anderen Seite bestimmt aber die: selbe Verfassung, daß dsr Senat nicht Sißung halten darf, so [ange nicht auch die Deputirtenkammer Session hält woraus man umgekehrt den Schluß ziehen kann, es bestehe keine Session des Senats, so lange es keine Deputirtenkam: mer giebt. Das „Evénement“ meldet, das Comité der Rechtsgelehrten der Linksn werde sich heute versammeln, um sich mit disser Frage zu beschäftigen.
Griechenland. Aus Athen wird 11911 „Times“ unterm 26. August gßmeldet: „Eine jürkische Abibeilnng hat einen Einfall auf griechisches Gebiet bei Lamia gemacht und 400 Stück Vieh fortgeführt.“ Die Griechen woÜien die Plünderer verfolgen, wurdcn aber von den Behörden daran verhindert. Die türkischen Beamten, obschon von diesem Vorfaü in Kennt: nis; geseßt, machten keine Schritte, um das geraubte Eigen: thurn zuriiäzustellen, und gestatteten den Besißern nicht, türki- sches Gebiet zu betreten. In den benachbarten Orten herrscht große Aufregung.“
Dänemark. Kopenhagen, 28. August. (H. C. Der König ist heute Vormittag von seiner Reise na Deutschland und England zurückgekehrt und bat die während seiner Abwesenheit von dem Kronprinzen geführte Regierung wieder übernommen.
Amerika. N ew -Y () rk, 28. August. (A. A, C.) Der Indiana rstamm Nez Perces hat zwei Gruppen von Ansiedlern angegriffen. Sechs ehn der Leßteren w_urden_ ge: tödtet. General H o w a r d seßt die Verfolgung der Indianer sort.
Afrika. Madagascar. (A. A. C.) _Mr. Pakenhgm, der britische Konsul in Madagascar, meldet m eiiier Depe1che an Lord Derbi), datirt vom 28. Juni, daß (_w1e schon vor einiger Zeit kurz gemeldet wurde) als Ergebnis; der U_i_1ter: Findlu'ngen, welche seit geraumer Zeit zwnchen der engluckzen
egierung und der Hovaregieruxg gepftogen wurden, ein Edikt
rerMa'estät der Köni in Ranavalo, welches (1611 Mozam: , __ Ih ] g “Aus Odessa kommen Nachricbien, wonach der rufiifche
biques, d. h. afrikanische Sklaven, welcheinMadagascar
über die "
impoitirt worden, innerhalb der Befisungcn Ihrer Majestät emanzipirt, am 20.11.22. in Antakianariwe und allen zmderen ova=Stationen in Madagaöcar proklamirt worden ist. 311 amatave wurde die Proklamation öffentlich von K_ommiffären aus Antananariwe im Beisein der versammelten eingeborenen Bevölkerung, der hervorragendsten Mitglieder der Fremdenkolonie, des Hova-Gouverneurs und seines Stabes, der meisten auswärtigen Vertreter und des Kommodore und der OffiziLere der englischen Kriegsschaluppe „Flying Fish“ ver: lesen. ährend der Verlesung feuerte die Hova-Vatterie 21 Salutschüffe ab, welche von dem „Flying FisH“ erwidert wur: den. Am folgenden Tage erließ die Köni 'n ein Dekret, welches für den Unterhalt aller befreiten aven so lange Fürsorge trifft, bis fie entweder fich in den Dörfern angx iedelt, dder Beschäftigun erhalten haben. Mr. Pakenham schäßt die _Zahl der Sk aven, welche ihre Freiheit erhalten werden, auf ungefähr 300,000.
Der rnsßsch-türkifche Krieg.
Wien, 29. August. Das „Fremdenbl.“ schreibt: „Graf
Zichy bestätigt in einem Bericht an das Auswärtige Amt, daß die Schritte, welche von der Gesammthcit der europäischen Mächte zur Respektirung der Genfer Konqention in Konstantinopel gethan wurden, bereits einen zweifachen Erfolg gehabt haben. Einmal isi der Beféhl erlassen, die russischen Kriegsgefangenen in Zukunft nach Konfrantinopel zu befördern, das heißt mit anderen Worten, die russischen Kriegsgefan- enen, deren das türkische Heer bislang so gut wie gar eine hatte, weil man selten Pardon gab, im Sinne der Genfer Konvention zu behandeln. Der zweite Erfolg liegt darin, daß von Seiten der türkischen Regierung die schleunige Ueber- seßung der Genfer Konvention und die Vertheilung derselben an _die einzelnen Truppenkörper angeordnet wurde. Beide Verfügungen beweisen, wie berechtigt drr Humanitätsprotest Europas war. Das bisherige Verfahren der Pforte erscheint in einem um so weni er vortheilhaften Lichte, wenn man be: denkt, das; die christli en Möchte der Türkei, welche sich um die Zulassung der Genfer Konvention beworben hatte, die Konzession gemacht hatten, sich des rothen Halbmondes statt des Kreuzes, als des neutralen Zeichens, zu bedienen.“
Paris, 30. August. (W. T. B.) Nach einer Meldung der „Agence Havas“ aus B el grad hat der dortige englis che Konsul der Regierung ernste VorsteUungcn bezüglich der kriegerischen Haltung Serbiens gemacht und erklärt, daß, im Falle: die Sache einen für Serbien ungünstigen Verlauf nehndie, Serbien “der Willkür der Türkei preisgegeben werden wür e.
_ Zu den Nachrichten über serbische Rüstungen be- merkt die „St. Petersburgsr Zeitung“: „Es mag auch in Rußland nicht an Solchen fehlen, welche kurzsichtig genug sind, eine Theilnahme Srrbiens am Krirgc gegen dio Türkei zu wünschen; daß aber unsere maßgebenden Kreise hierüber andrrs denken, ist oft „armig ausgesprochen worden. Vom Wunsche bis zum Eiitschluffe ist Übrigens auch in Serbien noch ein guter Schritt, den man sich voraussichtlich noch reif: lick) Überlegen wird. Die russischen Staatsmännsr haben nie: mals mit anderen Faktoren gerechnet, als mit der eigenen Waffenmacht, und haben die übrigens auch sonst nur gering: fiigige Kraft der Serben und Bulgaren niemals ernsthaft in Anschlag gebracht.“ - _
Belgrad, 30. Aagust. (W. T. V.) Troß der Mittels Cirkular des Kriegs:Miniftcrs offizieil aiigekiindigten Marsch: bereitschaft der Armee gilt die Aktion iiir aufgeschoben, weil an der ssrbischen Grenze eine tiirkischc Truppenmaxht konzentrirt wird.
Europäischer Kriegsschauplaß.
St. Petersburg, 30. August. (W.T. B.) Offi- zielles Telegramm aus Gornji Studen vom 29. (k., Abends: Arif dem Schipkapaß ist Mies ruhig, in der Nähe unserer Positionen sind keine Feinde sichtbar. Es ist noch Uiigewiß, ob dieselben einen neuen Angriff vorbereiten, oder sich zurückziehen, oder eine Umgchung auszuführen beabsich- tigen: eine Aufklärung dariiber ist aber in kürzester Frist zu erwarten. Unser Verlust bis zum Abend des 28. d. Mis. beträgt 98 Offiziere und 2633 Mann an Verwundeten. _ Vom Rustichuker Corps wird gemeldet: Am 26. cr. marscbirte eine aus 3 Waffen; gattungen bestehende feindliche Kolonne in der Richinng aui Sadina, welche Kavallerie und 2 Geschüße vorausschickie. Zwei Compagnien vom Saraiskischen Regiment und zwei Gez schütze eröffnetcn indessen ein Feuer auf den Feind, woraus diescr zurückging, indem er 8 Todte zuriickließ und_viele Ver: wundere mitnahm. Die Dubnoschen Husaren verfolgten den Feind. Unser Verlust betrug 3 Todte und 3 Verwundete. Am 27. (. rückten von Rus;schuk aus 1 Bataillon türkischer
Infanterie, 2 GLschÜHL und 6000 Tschßrkefferi ngen Kadikioei vor, wnrden aber von 3 Compagmen des Ukrainer Regiments, 2 Geichiißeu Und 500 Kosaken
in die Festung zuriickgrworfeu. Auf unserer Seite gab es hierbei keine Verluste. _ Von dem an der Unteren Do_nau operirenden Corps werden zwei glückliche Reitergeiechte vom 28. c. gemeldet. General Janoff überfiel bei Kusgun eine Abtheilung fonragirender Türken, tödtete 11 und nalZm 7 gefangen, 2 entflolsn. Oberst Warlamoff überfiel bei 2) az mula und Asarlyk emen tiir'kiscben Transport unter Konvdi von 400 Tscherkeffcn m_id 80 Mann egyptischer Kavallerie, schlug die Begleitmanmchaft in die Flucht, machte 96 Ge- fangene und erbeutets 237 Stück Hornvieh und 4000 Hammel. Unser Verlust bstrug 3 verwundete Kosaken. _ Im Westen, bei Vlewna und Lowtscha, ist Alles ruhig.
Konstantinopel, 30. August. (W. T. B.) Eiize De- pesche Suleiman Paschas vom 28. d. meldet: Wir fahren fort den Feind u blokiren, indem wir seinen_Rückzug “_be- dro en. Der Geéchiißkampf wird fortgeseßt, die Vorposten wechseln Gewehrschüffe, aus einer vorgenommenen Rekognos: zirung ergiebt sich, daß die Russen Echil Agatch, 3 Stunden von Gabrdwa entfernt, beseßt balken.
“Wien, 30. August. (W. T. B.) Tele r_amm der „Presse“ aus Bukarest vom 29. d., Nachts: e Türken haben gestern den Angriff auf den Schipkapaß_auf e rden, die Russen ziehen fortwährend Versiäriimgen in die be 2 tigtexi Stellungen heran. _ Auf der Eiienbahnstrecke Unghem- Kischineff-Radjelnaje hat die Heraniiihrung von Trup- pen, Pferden, Geschüßmaterial und Proviant unauSgeseßt ihren Fortgang. _
_ Aus Bukarest, 29. August, meldet 016 „W. Presse“:
Damp „Konfiantin“ abermals zwei türkische Briggs in die Luft prengte._ _ Von_ der Garde befinden nch bereits 10,000 Mann in Rumämen._ Sämmtliche Garde wird bis 10. September an 1 Bestimmung sein.
_ Aus Go rnxi-Studen schreibt ein Korrespondent der __Jndépendance beige“ vom 19. d. M.: „Das Hauptquartier des Kaisers und des Großfürsten Nikolaus befindet fich gegen: warn" "g hier, 25 Kilometer von der Donau entfernt. Die Position 1| gut gewählt ebensowohl für den Vormarsch, wenn es ur entschiedenen Aktion gegen Mehemed Ali oder Osman Pa cha kommt, als an für den all eines Rückzuges, der allerdings unwahrscheinlich ist, a 1: doch auch in Be; tracht gezogen werden muß. Der Weg von Sistowa nach (Horn 1=St_uden ist sehr malerisch; die bulgarischen Bauernhäu er sind aber iiberaus armselig. Zn Akciar, 4Kilo: meter vom Hauptquartiers, zweigt fich die direkt nach Plewna führende Straße ab; eine Division, me_l_)r als 15,000 Mann stark, ka'mpirte an derselbsn; ne ist offenbar ein Theil der Verstärkungen, welche Tag für Tag aus Rußland ankomriien und auf Plewna und Lowac dirigirt werden. Die: Diviiion brach eben am frühen Morgen nach Gornji Studen auf, als ich in Akciar übernachtet hatte; sie bildete eine Linie von mehr als 2 Kilometer Länge und hatte einen ungeheuren Wagenzug hinter sich. Ich 1chloßn_1ich ihr an. Die Hitze wurde im Laufe des Tages drückend; 1113 stieg bis aus 44 Grad Celsius und Gornji Studen ist ein wahrer Ofen. Dem auf 21716111 Plateau gelegenen Lager besonders bleibt kein Soiinen- strahl erspart. Offiziere und Soldateix ersticken fast unter ihren engen, niedrigen Zelten. Doch hcrr1cht zum Glücke auf dem Plateau immer ein leichter Luftzug und man hat _dort nicht wie anderwärts unter den widrigen Miasmen_ zu [erden.“
_ Aus dem russischen H ;uptquartiere zu Bore- din vor Plewna schreibt sin Korrespondent _der „Times“ am 20. d. M.: „Ich habe alle Vorposten zwiichen__L_ovac und Bogot besucht; das Terrain, über welches d13_ruf111ch_2__ Armee zum Angriffe vorgehen muß, ist außrrordsntlich zerrmen und bat starke Vertheidigangsstellungen 111 re_ichlicher Anzahl. Die Riiffen befestigen ihre gegenwärtigen_Auxsteklrmgen. Die Tür: ken erhielten gestern 15,000 Mann Nizams (Linientruppen) von der Armee SuleimanPaschas zur Verstärkung ihrer bei Plewna stehenden Armee, welche gegenwärtig au1_75,000 Maxin geschiißt wird und 200 Geschütze haben 1011. W1r_warten hier aui das Losungswort, aber außer dem Griieralstabe_ weiß Nixmand, wann der Schlag zu erwarten sieht. Die Witterimg 11T schön Und die Straßen sind wieder in gutem Zustande, nur daß a_n manchen Stellen Brücken fehlen. Das ganze Interesse ist 'th auf Plewna und_den hier bevorstehenden „Zusamiiienstoß Zonzcntrirt; die rnsfiichen Streitkräfte konzentriren sich b61 Lowac und es werden (169 Vorbereitungen getroffen, 11111 die Niederlage Osman Paschqs, wenn es gelingt, ihm eine iolche beizubringen, so voliständig als 1110g11ck) 311 111achen.“ _
_ Der Korrespondent der „Daily News“, Mawr Archibald Forbes, meldet seinem Blatts aus Bukarest, 26. August: _ __
„Noch immer wütbet der Kampf in. dem Schipkapaiie; er wurde beute abermals erneuert, doch Radctzki hält wacker Stand. Es ist jetzt haupiiäch1ich eine Frage der Liusdauer;_auch durften die Türken versuchen woi1en, die Schwikrigkciten der 7111111511 511 vsrmebren, indem fie die Position derselben an drr recbtczi und lixiken Flanke angreifen. Wohl hat es Mexbmed Aki Paicbg bereits _vecsucbt,
egen den Cäsarewiisch vorzusiorzen; aber ich bleibe bei memerqAn- Zähl, daß der jetzt von Radetxii gehaltene Schivka voÜkommen Ueber
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' ist und daß Suleiman Pascha, iobald er nicht eine Heeresabtbeilnng
durch einen andern Paß schieben" kann _ betrsffs dessen Pr_:1_ftikabi- lität oder des Gegenibeils deiielben niir 111chts bekannt11t_ er (eine ganze Armee vernichten wird, _wenn er__1"ie derart ununterbrochen gcgen die Felsen von Schipka amturmen laßt.“
Konstantinopel, 30. Angriff, (W. T“. B.) Das „N. W. Tageblatt“ meldet von hier: Der innmandant von Newciinje hat angezeigt, daß dis Montenegrinxr _11ch unrer Zurücklaffung eines Observations:Corps von Niksic zurück- gezogen haben.
Asiatisägar Kriegssckzauplaß.
St. Petersburg, 31. August. . (W. T. 23.) OW: zislles Telegramm aus Kiiri'rk_dara,__30. d.: Dre m Jgdyr befindliche Kolonne. des er_11v9_n11chen Detache: ments unter dem Obersten Jsmarlois wiirde am 24. d. von iiberwiegenden feindlichen Kräften angegriffen. _Der_ An- riff wurdc indeffen erfolgreich zurückgsschlagen. Die Turken ießen eine Anzahl von Todien auf drm Kampfplaßix; Am 27. d. erneuerten drei türkische Kolonnen den Angriq auf die Front und die Flanken unserer Truppen bei Chatfoly und Tscharuchtschi. Ungrachtet ihrer bedeuien; den Uebermacht wurden die Tiichn nach einem fum- sti'mdigen Kampfe, in welchem es zu einem Handgemenge kam, mit einem Verlust von 400 Mann znriickgescLl gen. Der Ver: lust auf russischer Seite war nur unbedsuten . _ Am 24. d. griffen die Türken noch eine andere Kolonne des eriwamfcbxn Detachements bei dem Paffe von Abusgel an, _wußten sich aber auch hier nach einem unbedeutendeii Gsplankel zuriick: ziehen, ohne unseren Truppen Verlizfte beizubringen. _ Von der Kabuletischen Kolonne mird gemeldet:_2_1m 24. c. griff der Feind allmählich die ganze vdrdere L_ime unierer Position bei Muhaeftate an. chch einem langeren Ge; plänkel entspann sich ein heftiges Gefecht auf urisersm rechten Flügel; der Angriff der Türken wurde schlik-ßllch unter großen Verlusten derselben abgeschlagen. Wir verloren 21 Todte und 24 verwundete Soldaten und eine.: Ystermärarzt. _ Die gegen Suchum Kalel) entsendeten rusnschen Truppen setzen ihren Vormarsch ununterbrochen fort. Die Kolonne des Generals Alchasoff hat am 28. d. den Kelaffurifluß iiber- schritten und die Avantgarde derselben Agdschagowa beseßt. _ Die vom Fluss Marucha vorgerückte Koldnne _ des Generals Babitsch ist am 24. d. im Dorfe Zebeldmskor eingetroffen. Der Feind, welcher Verstärkungen aus Bakum erhglten hat, befestigt sich auf den Suchum Kaleh umgebenden Hohen.
Die Nrn. 52 und 53 des „Amtsblatts der Deutschen Rkichs-Post- und Telegraphenverwaltung' habxn fol- enden Inhalt: Nr. 52. Versüaun en: vom 25. 5L_lugust 1877: ricfrerkebr mit Persien; vom 27. ugusi 1877: Bruivxrkebr mri China. Nr, 53. Verfügung: vom 29. August 1877: Abanderungen Und Ergänzungen der Telegrapben-Ordnung.
Statistische Nachrichten.
_ Yach Mittheiluu _ des statistischen Bureaus der Stadt Ber- lin nud bei_ de_n _ rei" ea Standesämtern in der Woche vom 19. ?_lua_u1t bis incl. ' 5. August cr. zur Anmeldung qekommen: 146 Ehejchließuugen, 844 Lebendgeborne, 23 Teilgekoruc, 68-1 Sterbefallc.
_ _ Jm Königreich Sachsen hakin VerbindungmitderVolks- zahlung vom 1. Dezember 1875 auch eine Jrrenzäblung statt- gefunden, de_ren Nejultaie jetzt vom Königlich sächsischen Lankes-Medi- zmal-Kollegium in Dreßdcn v:röffentlicht worden find. Danach waren im Lande 2344 Jrrsinnige und 3787 Blökfinnige, zusammen 6131, Ynter den Blödünnigen sind nur die verstanden, bei denen der Blöd- 11_nn_angeboren oder in der sübeiten Kindheit eingetreien ist, während die Kateqocie der Jrrfinnigen diejenigen umfaßt. welcbe erst in 1115-
- teren Ja ren die Geisteskrankheit erworben bxben. Vergleicht 111311
die Ecgebniffe der leßten Zählung mit denen der irüderen, so zeigt U(b Folgendes: Jrr- und Blödsinnize Überhaupt aui is 100) Einwobnr
1858 . . , 5517 26,03 1861 . . . 6099 27,41 1864 . . . 5726 24,50 1867 . . , 5585 23,05 1871 . . . 5326 20,5; 1875 6131 22,20
_ Es geht Hieraus hervor, daß die lethe Zählung absolut und rc- latw mehr Jrr- und Blödiinnige ergeben at, als dir des Jabres 1871, gegen derexi Zuverläsiigkeit aber insofern Zweifel bestehen, als die Zabxm der in den Krankenhäusern und in den Verivrg- und Armenhausxrn vorhandenen Irren im Vcraleich mit den Resultaten fruherer Zahlungen zu gering erscheinen. Stellt man die Ergebniffe der beidxkn letzten Zählungen nach den Aufeiiibaltsortexi getrennt Zicken einander, io ergiebt sich, das; Jrr- und Blödfinnige vorhanden waren in den LandeSanstalfen 1871: 2164, 1875: 2574, Privatanstalfen 1871: 143, 1875: 156, Krankenhäusern 1871: 16, 1875: 66, Versorg- und Armcnbäusern 1871: 289, 1875: 356, Familien 1871: 2714, 1875: 2979. Die Zahl der in den Landes- anitaiten, deren das Königreiä) Saihsen vier, in Sonnenstein, Colditz, Hubertusburg u_nd Hochweiizicben, 11271151, untergebrachten Jrr- und Blödfinnigen itt erheblich geitiegen und beiträgt 42'41 akier im Lande gezählten Geisteskrankrn, während es im Jahre 1858 nur 2370 und nock) im Jahre 1867 nur 34,6'3/0 waren. Man ersieht hieraus, wie die Bestrebungen d'r Gemeinden und Familien, ihre ixieisteskianken de_n staatlichen Jrrenanstalfen zuxufübren, immer leb- k):ifter geworden nnd. Von den überhaupt ciezäblten Jrrfinnigen sind nahezu zwei Dritirl (64,6“310, von den Blödfinnigei dagegen nicht vieldübec ein Viertel (28,1%) in den Landesanstalti'n aufgenommen tror en.
Was die Y_ltersverbälinisse der Jrr- und Blödsinnigen anlangt, so wächjt vom 20. Lebensjahre an die Zahl der Jrrsinnigsn sehr bedeutend, relativ genommen erreicht aber die Zahl der Irr- und Blödfinnigen erst nach dem 30. Jahre ihre Höhe Und erbältfirb auf derselben bi-3_5um LebenSende grit nur nnwesentlickyen Sébwan- fungen. _ Bezüglich des Verbältniiies der Geschlechter ist UOÖ zu bemerken, daß von den Jrriinnigen 1204 dem männlichen und 1104 dem weiblichen, von den Blödsmnigcn 1760 den Männern und 2027 den Fragen angcbören. Rechnet i_nan beide Kategorien zu- sammen, so iit das Verhältniß dcr griiteskranken Männer zu dem der Frauen wie 100: 104,4, während es in der Gesammibcvölkerung wie 100 : 104,1, „1110 fait genau daselbe ist.
Kunst, Wiffenfchaft und Literatur.
Am 29. d. M. ist bierselbit der Direktor der hiesigen König- lichen ThierarzneisÖrzle, Geheime Medizinal-Raib Profrffor Christ. Andreas G erlacb gestorben. Derselbe wurde im J. 1847 an die König- liche Tbierarzneischuie in Berlin Skrufen, welcher er zuerst als Repetitor, dann als Lehrer bis 1859 angehörte. In diesem Jahre wurde er Direktor der Königlichen Tkierarzneischnle in Hannover, um 1870 als Direktor der Berliner Tbierarzneifchule an die Stätte seiner früheren Wirksamkeit zurückzukehren.
Straßburg, 26. August. Der untcrelsäs'sisébe Bezirkstag Hut zu den Kosten für den Bau der hiesigen Universität einen BFFUZJ von 500,000 «16. aus den bereiten Mitteln des Bezirkes de- im ig .
_ In der unmittelbaren Nähe von Florenz xndeie im Alter von beinahe 80 Jahren dnrch eigeme „Hand in der ans den 20. August foigendcn Nacbt der Car). LuiJi Crisostomo Zerrucci, Ober-Bib- liotbekar der Laurentiana, einer der tüchtig ten Latinisten Italiens und fruchtbarer lateinischer DickZter, Eine Auswahl _[einer lateinischen Poefien bat Konstantin bon Ti1cheiidcrf,Leipzig,1872,Herau§gegeben,
Stockholm, 26. August. Die von der norwegischen Regierung aus;;erüitete Expedition nacb dem Arktiicben Meere hat ihre Arbeiten für dieses Jahr beendet und ißt am 23. d. M. nüch Bergen zurückgekrbit. In diesem Jahre hat Wies nach dem angelegten Plan ausgeführt werden können, was bekaxint- lich im vorigen Jahre nicht der Fall War. Auch dir schwedi1che hydrograpbische Expedition, welcher die _KriegMchiffe „'Uifhild“ und „Gustav af Klint“ zur Verfügung _ e]i_e_[[t Waren, bat ihre Arbeiten für dieses Jahr abge! 1011611. Das Schiff „Alfhild“, melchés seine bridrographischen Arbeiten _am 2. Juli im Skagerack begann, schloß _die]e[beu bei _Fßröiund auf Gotland am 2. August. „Gustav af Klint“ begann die ieiiiigen bei Lulea am 4. Juli und schloß dicse'ben am 31. Juli bei Härad-É-kär (Ost oiland) ab. Das Resultai der Ervediiion, welch dcn Salz- geha 1, sowie die Temperatur und Tiriexwerbälfniffe dcs ga113e_n Meeresgebietes zwischen der schwediicheii Küjic eincr- urid der 611111- schen, russischen, deutschen, dänischen imd norwegischen Küste Niderer- seits untersuchte, wird als ein durchaus befriedigendss bezeichnct. Die wiffenscbaftlicbe Leitung der Erpedition war drm Profeiibc F. L. Ekmann übertra en, ivelibcin_K_aPitän Maltnberg, Dozeanronander und Ingenieur cholandcr amiitirten.
Gewerbe und Handei.
Dem Gcsébäfisbericbt der Hannoveriscloen Staatsbahn für 1876 find folgende Mitibeilungen entnommen: Das verwendete Anlagekapikal beträgt 230,430,522 «M oder 264,735 „M Pro Kilom. Babnlänge. Werden von demselben die i_remdherrlicHen Antk)_eile LBremen, Schaumbiirg-Lippe und CöliZZMmdener (__Tiienbabngeiell- chaft) ab erechnet, io verbleibt als preußischer Antbeil des Anlage- kapitals (?ür 735,93? Km.) 200430522361 : 272,346 „46 pro Kilom. Jm Personenverkehr kamen zur Beförderung 6,42-2,909 Perionen, 23,241,5 Tonnen Reisegepäck, im Güterverkehr 36,330 TonnenEilgut. 1,262,772,3 Tonnen Kohlen und Koks, zusammen 4,599,932,4 Tonnen Cil- Und Frachtgut. Die Einnahmen haben betragen im Personen- verkebre: 9,663,013 „kk. im Güterverkebre: 22,77_2,770 «M und aus sonstigen Quellen 1,926,097 «ki (darunter an Wagenmxcthe 1,271,782 „FH), zusammen 34,331,880 „kö AuSgegeben wurden: fur die aligemerxie Verwaltung 1,844,718 „zs, für die Babuverwaliung 4,8_73,819 „M, fiir die Transportverrvaltung 11,478,600 «“:, zu Melroraiionen :c. 2,577,682 „46, zusammen 20,774,819 „kk Gegen das Vorjahr sind diese Außgaben, Welche 60,29 0/0 der Einnahmen (gegen 61,31% des Vorjahres und 71,20 0/9 des Jahrks 1874) betrazen iiaben, um 760,016 „M : 3,53 0/0 Jefallen. An Bremen_ und Schaumburg- Lippe :c. als Mitei enthümer einiger Strecken smd 2,345348 «. ge- zahlt, so daß die gesiammten AuGgaben 23,120,167 „M und der Ueber- schus; 11,340,596 „ji betragen bat. Das verwendete Gesammi-Aii- lagekavital verzinste sich im Jahre 1876 zu 5,94 9/0, gegen 6,48 ('/0 im Vorjahre. Der preußische Theil des Anlggekapitgls ergab dagegen eine Verzinsung von 5,66"/0 gegen 652% im Vorjahre. _
_ Ueber den Bernsteinbandel Dari_zigs entnebmkn wir dem Jahresbericht des Vorsteheramts der dortigen Kaufmannschaft
* pro 1876 Folgendrx: Die Berristeinauébeute am Danziger und dem
Kö.1igsbe_rzer_ Zee'trxnkc, kur!» J.Men, war im * abre 1376 wieder 1ebr_ germgfuzig, '.'n_d_ r: die ÄUZUUJUU rer * anzigcr Strand- Gxabereien, welcbe 15.51 noch ziemlich rei en Ertrag aeliefert batte, mi! dem 1_. April 1876 auibörte, weil der bezüglicbe Pacht- kontkakt__m1_t __diescm Tage erlosch und nicht mehr erneuert worde_n_11t. 10 lit _der Werth res direkt an den Markt gekommenen Berniteins von kexriem gco_:;en Belang gswesen. D.: somit für nennenéwertbe Umjaße genugenxes Material aus erster Hand nicht vorhanden war, wurden v_on_3eit zchit größere Partien unsortirter Waaren aus den iamlandiicben ' ernstein-Gräbereien acquirirt, i_velcb: alödann in Danzia iortir! und in den Handel gebracht worden 11_nd. Auch in iortirter Wxare bezog Danziz wieder ardßerz Quanti- taéxn 7111“ den Playkonsum, deren W'rtb 1“in auf („122211103661 ver- gnicblagen läßt égegen 1875 ca. 170,11)l).4éweni3er). *Der Hauptoerkauf tand,_wie i_tets, wieder 1131) Wien statt, wo RemiiÖ andauernd gute Nacbxrage für Fliesenitein (Sorte zur Ciqarrenipißenfabcikation) in allen Gattungen war, und dürften die Danziger Läger von dieser Sorte bis_Ende des Jahres wohl nahezu ganz geräumt worden sein. Die Preiie x_Ür Flieicn hielten 11T!) auf dem Niveau des Vor- jahres, und Und erhebliche Srbwankungen nicht zu konsiatiren. Ruridcr Yaitarr-Stein,_3ur Korallen- und Perlenfabrikaiion, war wcriig gciucbt, und müiien Ende des Jahres ansehnliche Bestände darin ix_crblieken 1ein._ Für runden klaren Stein fehlte auch in 1876 wreder jede Nachfrage_ von Bedeutung, da China, auf welchcs Land _der Ervdrt in di.]er Sorte hauptsächlich angewiesen ist, noch immer keimn Begebr zeigt. Für die in Konstantinopel zur Verarbeitung gelangeiiden Sorten Bsrnstein, sogenannt: Sortimente, stellte 7152 in den ersten Monaten etwas Nachfrage ein, und wurden derzeit kleine Umsäxe dort bewirkt. Seb: bald indeffm hörte der Begebr auf. Die zur Lack- und FirniÖfabrikation die- nanren Sorten Biankeri und Abfälle fanden in 1876 ziemlich guten Y_biaxz; die Prriie verblieben indessen noch immer auf ihrem sebr niedrigen Standrxiukk. Für den Absaix» drr vorwiegend in Danzig fabrizirten Bernsteinwaaren, wclche bauptsäckylich nach dem Orient verkauft werden, war das veriloffene Jahr wenig günstig. Dxr Vsrkauf voii Bastard-Anqlais-Corailen (für die Westküste Airikas) hat in 1876 völlig „aerubt. Von Bastard-Livorneser CoraUen (fur den Norden und die Ostküstc Afrikas) wurde in größeren Nummern nur weniges Umgesetzt, und blieben nur die kleineren Sorten begrbri, fiir welch [2131252 sicb Ende des Jahres sogar direkt axis Arabien kommende Käufer in Danzig einfanden. Vox! Baitard-Olivenverlen, Welche zumeist imb dcr Lrvants ihren Abiay finden, wurden nur sebr geringe Quantitäten verkauft. Kere Olivenperlen, zum Export naéb China und Japan, wurden in 1876 gar nicbt fabrizirt, _da der Begcbr dafür noch immer fehlt. Fur klare ordinäre geiwliffene KoraÜen war einige Nachfrage. Der Verkauf der Zigarrenipiizcn und Ansäxzc ging in ziemlich nor- xnaler Weise O_Ok iich. Ein lebhaftcres Geschäft fand indes; nur 111 klarrn Bcrnitcinspiyen statt. Aus Mangel an tauglichkm Rob- maierial konnte “crm andauernden Brgebr nicht einmal immer vöili gxnuqt wcrdrn. In gleickwr Weiss waren klare Bornstein-Kege sur Indien ]ebx gesucht; die Sä,)wierizkeii, dieselben anzufertigen, macht; es indeiien unmöglicb, dem Bcgebr ausreichend zu entsprechen. Bcrmtein-SÖmucksackzen fiir dkn europäisibcn Markt fangen an, die_ Zugkraft zu verlieren, die fie in frühsten Jahren be- sanxn, Und sind die Umfäize in dicsem Aciikei 1876 bedeutend kleiner als im Vorjahre gewesen. _ London, 29. August. (E. C.) Laut dem von Mr. Parkan in amtlichem Auxirage brraiisgsgebenen Berichte bat die Zahl der Baiikcrotte im Jahre 1876 17,483 oder 1360 mehr als tm Vor- jahre béfragmi.
__30. August. (M.TB.) In der gestrigen Wollauktion War auxiralisäye Wolle kamm bcbauptet.
_ ___Der_Kaiserlicbe Senat für Finnland bat am 20. Juni dJ. be1chioiien, wwobk einheimische als fremde Arckyiiektcn aufzufordern, fich an der Anferxigang von Plänen 311 einem in der Stadt Hel- s1_ngfor5 311 erbauendcn Hospital für an äußeren Krankheiten leidende_Paticnten :,u beibeiligsn. Die Frist zur Einreichung der Plane lauft ab mit dem 30. April 1878. Die ausgesetzten Preise 1011) zwei, und zwar drr erste fünftausend und der zweite zweitausend- funfbundert Mark“ ffmiiirber Währung. Das Programm nebst dem Situationsplan werden in d€11C01UP101ks dcr BanquierbäuserBlciw- röder in Berlin und M. A. v. Rofbichild & Söhne in Frank- furt .1. M. dM betrcffenden Arkbiteiten vcrabfolgi.
_ Die „New-Yorker .?»leng äußert sick) in ihrem vom 17. AugUii datirendsn Wochenberichi iiber die Geschäftslage fol- gendermaßen: Die Abundanz dcs Geldstandes zeigte zwar in der [213th Woche kciue Abnahme, doch isi die Lage eine solche, daß ein PlötzliäskrUmschwung nicbt iibrrrascdxn würde, Je befriedigender die Ernteaitsiicbten find, desto sicherer ist es, daß in diesem Jahre die New-Yorkcr Banken bedeutend größerenAnfordkruiigcn zu cntspreéhen haben werden, als 31: irgend einer Zeit seir der Kriss von 1873. _ Den Traiisaktionrn im dieswöcizcritlichcn Goldmarkt_ man- grite es an jeglicbrm Intereiie. Fluktuationen beichränk- ten fich auf & ",/0, zwischen 51 bis 572; , mit letzterem Course als Heutiger Schlußnotirung. Der Markt steht noch immer unter dem Einfluß der S1md_ik-:ii§Operationen, durch welche wie seither eine Knappheit in Caih-Goid beroorgerufrn wird. Dieier Knappbsii ist es zuzuschreiben, das; 1ich das Agio, trotz ch fiauen Wechselmarkics und lebhaftsn Prrdukten-Erports unverändert i_eit be- haupten konnte. Das Waaren- nnd ProdukteZi-Geicbäft blieb in den meisten Exporten Von befriedigendkm Umfang und in der Jmporf-Branche Hat die Saison unter günstigem Anspizien be- aonnen als seit einer Reihe von Jahren. Dem Vrodstofs- Markt verlirh die als geficbcri zu betrachtende sehr reich- liche Ernte Weichende Tendenz, Welche durkb das gleirbzextige Anziebeiider Schiffsfracbten verschärfiwurde. _ Baumwolle Zrlitt am Dicnstag einen Rückgang 0911 X; C., holte dcnfelbc_n am nachst- folgenden Tage jsdocb zur Hälfte wiedrr ein und schlox; still zu No- tirungen, welche um 1711; C. niedriger sind als vor acht Tugen. Der vom 15. August datirte Bericht des Agrikultur-Dep_arte- ments in Washington ergiebt keine Wesentliche Veränderung in Be- ircff dcs wahrscheinlickzkn Erirxigs dcr diesjährizcn Baumwollcrnie; die Zahl 11 0 als Basis für eine voÜe Ernte _angenommen, kalkulirr sich der Gesammi-Durchscbniit laut Augustbericht auf 93 chgen 93,3 nach dem Julibericbt. _ Raffinirtes Petroleum verfolgte in Sym- pathie mit den westlichen Robölmärkten azibaliend steigende Tendenz.
Der Waaren- und Produktenrmport während der am 11. August beendeten Woche repräsentirt einen Gesammtwertb von 5,040,949 Doll. gegen 6928867 Doli. in der Vorwoche, eirze_ _le- nadme von 1,887,918 Doll. eriiebend. Fremde Webstoffe paritztptren am Gesammtwerik) dcs leßtwöchentlichen Imports mit 2,165563 Doll . resp. mit 11,010 Doll. mehr als in der Vorwoche, wahrend der Import diverser Produkte und Waaren um 1,898,928 Doll. ge- ringer war. _ _
Am Waareu- und Produkxen-Export Wabrxnd der am 14. August beendeten Woche _ denen Gesammtwch _m Hohe yon 4,464,346 Doki. gegen die Vorwoche eine Abnahme von 060,885 Dou. aufweist _ partizipiri Baumwoüe mit 4302 Ball_en mi klaririen Werth von 256,719 DoÜ. gegen 3491 Ballen im Werth von 197,810 Doll. in dsr VorWoche und 5258 Balien resp. 3936 Ballen im Werth von 287,356 resp. 265,105 Doll. in der Parallelwoche beider Vorjahre.
Verkehrs-Anstalten.
Metz, 28. August. Gestern wurde die neu erbaute fran- zösische Grenzbabn, welche von dem benachbarterr_Paqr_1y über MarL-la-Tour nach Conflans und Jarny, großtent 1118 die französische Grenze entlang gebt, «River. In Pagny fcb reizt 7111; diese neue Bahn an die Linie Metz- ancy, in Jarny an die Linie Mexz-Verdun m:.