1877 / 204 p. 8 (Deutscher Reichsanzeiger, Fri, 31 Aug 1877 18:00:01 GMT) scan diff

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institut zu Camberg. sowie der naffauische Central-Waisenfondß dem kymmunalständiscben Verbande übereignet worden, Zur Beihülse für dre Kosten der Landarmcn- und Wai1cnpf1ege wurde demselben durch das Gesc vom 11 März 1871 eine jabrliche Staatßrente von 14,855 Tb r. bewilligt. Eine weitere Rente von 142,000 Thlr. jährlich erhielt der Verband durch das Gesep vom 11. März 1872 zur Er- bauung chaus'firter Verbindungsstraßen n.; ferner durch das Geseß von. 8. Jul! 1875 für die Unterhaltung der früheren Staats-

uffxen 639,598 «M Rente und einen noch nicht festgestellten ' ytbejl an 4,000,000 «* sodann 1374 „46 Rente zur Unter- stuyung yiederer landwirtbscöastlicber Lehranstalten, 2400 „16- Rente zur Gewabrunq von Zuschüssen für Blinden_- und „Mankenanstalten und 55,146 „716 Rente zur Durchführung der Kreisordnung. Da dem Komnxunalverbanxe age? die Nassauische Landesbank, al? besonderer Vermvgxnnbeil ubenme en ist, deren Ueberstbüffe tbcllwe1se(imEtat 1876 mtt 68,775 «) zur Bestreitung der laufenden Bedürfnisse der stgndxschen Berwalxung verwendet werden, so ist Steuercrhebung für ftandtscbe Zwecke1btsber vrrmieden worden. '

Im vormalagen erzo fbum Nassau bestanden 28 Aemter. In Folge der „durch, A erböcYste KabinetSordre vom 22. ebruar 1867

stimmten Em'tbetlung in 12 Kreis e wurden me rere Amts- emem Kreise vereinigt, und die Rxcbtspflegc von der „Verwaltung auch für die untere Instanz ge- trennt. Hier wie im Gebiete der ehemaligen Landgrafschaft Zeesen-Homburg „bestehen noch Amts-BezirkSrätbe, welche für den exreffcnYen Kreis qucb gleichzeitig die Kreisversammlung bilden. D1e_ Kretßocrfaffung ist erst zu kurze Zeit cingefübrt, als daß die Kreise rxut der Errkcbtung selbständi er Anstalten in erheblichem Um- fa.Yc batten voxgeben können. Es eßchränkten sich daher auch im J.“ re" 1869, sc1t_ welchem sich im A gemeinen nicht viel an diesen Berhaltmffcn „geandert bat, die Netto-Außgaben der Kreis; im ganzen Requrquöbeztkk auf „9918 Tblr. wovon 5830 Thlr. nu bar als Aktwkapttal agaclegt' smd. Den„ÄuSgaben standen 9326 T lr. Ein- nahmen gegenuber, tm Wesentlnhen aus den Jagdscheingebühren. Das “Akttvvermö exj der Kreise betrug im Jahre 1869 bereits 10,403 Thlr. akr'end in der ganzen Monarchie die Kreise 8,956,870 Thlr. _A twa und 23,286,452 Thlr. Paffiva batten, steüten stcb tm chjerungsbezirk Wixsbaden die Aktiva au] 12,385 Thlr. und dae Passiva uur aaf 1947 Thlr. Und xvahrend tm ganzxn Mopat 2.080,358 Thlr. für Provinzial- und 3,835,432 )Tblr. fyr Kretßzzvecke an Jahressteuern erhoben wurden, stnzerxen tm Remerungsbeztrke Wiesbaden nur zwei Kreise geringe Beitrage zu den KreidauSJaben.

Dre (Hemejndeverwaltung ist bei der Neubildung des Re- gierungsbxztrkß im Wesentlichen unberührt geblieben. Im Jahre 1857 beltcf stcb das VennöJcn der vormals nassauiscben Gemeinden auf 111,184,465 [. (Gebäu e 3,466,800 Fl., 97,461 Morgen steuer- bare uind 36,778 oraen nicbt steuerbare Feldgüter : 29,238,300 Fl. bezjy. 367,780 Fl., 576,455 Morgen Wald = 74.939,150 Fl., Aktiv- kavttalten "2764782 Fl., Fundusbeständc 407,652 Fl.) Die Schul- den der (Hexnemden _betru en 1,850,541 Fl. (1844 noch 2,097,912 Fl.), zu dere'n T1l ung jabrli 48,176 Fl. verwendet wurden.

Die Ia reSauSaaben, die sich tm Jahre 1844 auf 1,555,458 Fl. herecbneten, baltten sich im Jahre 1863 (2,595,803 Thlr.) verdreifacht, im Jahre 1873 (3,659,351 Thlr.) vervierfacht, wogegen aber auch die Einnahmen aus den Waldungen in den Jahren 1868-1873 allein voz1 823,485 Tblr. auf 1,060,437„Tblr., also um 29 0/0 gestiegen sind. Dje (Hememdesteucrn babcn fich m demselben Zeitraum nur von 29 auf 41"/., der Stagtsstxuern erhöht. Wenn man die städtischen Ge- nzeinden von den landltchm trennt, so crgisbt sich, daß sich bei jenen dxe Ago aben von 1868-1873 :*zm 54% gesteigert haben, wovon beinahe dteHal te auf WtesbaYen fgllt", welches durch Ankauf der Gasfabrik und des Kyrsaales ungxwobnltch hohe Außgaben hatte. Im Uebrigen stud m den' Stadten dle Auftrendungen für Schulzwcckc um 85% und, m Fol e des neuen Armengeseßes, diejenigen für die Armenpflege, um, “4% erhöht worden. Zur Deckung der ver- mehrten Außgahen diente zunachst der gestiegene Ertrag des Waldes und 17128 Gemexndeguts, dann eine Erhöhung der Steuern um 26% und eme betrqcbtltche. Vermehrung der Passivkapitalieu. In den Mgrktfiexten „siteaen dle Ausgaben nur um 358/11, insbesondere die- jemgey fur ch Schulen nur um 32%, und für die Armenverwalfnng nm 33%. u_dcm Mehrbedarf x'vurde ein Viertel aus den erhöhten Ertraaen der aldex entnommen, fnrdas Weitere finddie Aktivkapitalicn verbraucht 11!de Anleihen aufge.1ommen wvrden, um die Steuern nicht über 41%, zu cxbohen. Auf hexn platter) Lande Hud dic Außgaben um 31% nesttexen, möbesondcre dtejxntgep fur Schu zwecke um ebensoviel, für We c avien um 9"/."- fur dix Armenpßeae nur um 50/0. Den Me rbedarf_brachte bier hauptsachlich 'der Wald auf, Wclcher 24 0/0 bobere Ertrage lteferte, dre Steuern wurden um 60/0 erhöht, die Sebulbdetn aber nicht, vielmehr das Aktivvermögen um 44,937 Thlr. vcrmc :.

Die Gemeinden d.s Kreises Biedenkopf, Welche noch nach dem de_sfifchen Gcseße vom 30. Juni 1821 organifirt find, befißen ein ntcbt unbedeutendes Vctmö en. Für das Jahr 1871 War dasselbe yeranschlagt: Kommunalge äude 304,256 Thlr., ?eldßüter 295,077 Thlr., Wa1dungxn 957,135 Thlr., nuvbare Rechte 1,326 Thlr. Den 55,258 Aktwkapjtalren standen 199,745 Thlr. Schulden gegenüber. Nach pxm Durchschnitt der “Jahre 1868u-1871 betrugen die Aus- ggbcn jahrlich 226,483 FThlr. (5,9 Thlr. ro Kopf), wobei indessen dak, den mecindmxttgltedern selbst zuste ende Nu ungen des Ge- mcmdcvcxmogeps mjtgcrecbnet sind. Die Kommuna steuern Wechseln von 25 bw 405% der Staatssteuern.

bezirkc zu

Auch die 9 Gemeinden des Amts Homburg befißen ein ansehn- liches Vermögen, und zwar (1871) Gebäude 118,105 Thlr., 125 ekt. Ländereien = 27,496 Thlr., 1975 Heft. Wald :: 368,300 hlx. Der Wald, der hier nach dem Nutzungswmb veranschlagt tst, hat 111

Wirklichkeit einen höheren Werth. Steuerzuschläge find _ mit Aus-

nafthe *klpesztadt Homburg (98,83 0/9 in 1874) - nur in geringem Maße er or er 1 .

Die Stadt Frankfurt a. M. befißt 3420 Hekt. Wald, welche im Etat 1875 mit 200,090 „“ Einnahme angeseßt find, deckt,aber 2,099,291 „M tbrer Außgaben im Ordinarium durch verschiedene dtrekte Steuern. Dte [e*teren berechnkxten fich im Jahre 1874 auf 206,9 Sgr. pro Kop .

Von den 9 Landgemeinden des Kreises Frankfurt cbarakterifiren fich mehrere ihrer Grö e wegen alk? Stadte. Da kr erklärt es fich. daf; ier die Gemeinde feuern (1873 : 137,40/0 der taatssteuern) und die uSgabebudgets vcrhältnißmäßig hock) find.

. Im „Ganzetz bictet die Gemeindeverwaltung im Regierungsbezirk em günsttges Blld.

„„Das Gemeindevermögen ist so bedeutend, wie es nur wenige Provmzcn aufzuweisen vermögen. Die Verwaltung desselben ist ge- ordnet, das Rechnungswesen durchstchtt und musterhaft, gegen Un- ordnungen und Unredlicbkeiten durcb Zrenge Rechnungsprufung ein starker Damm vorhanden. Dabei stehen die Gemeindeanstalten auf dex Höhe der Zeit, und wenn befferz-Einficht Veränderungen gebietet, ward rasch die befferndc Hand angelegt.

Es hat sich die SelbstverWaltung im ganzen Bezirke bewährt und so fest ezngelcbt, daß fie mit vöüi cr Sicherheit und Selbst- vertrauen arbeitet und das; die Bürgerscha?t sich unter ihr wohlfühlt."

Die protestantischen und katholischen Kirchengemein- den sind ebenfalls mit mehr oder weniger Selbstvermaltungs- und Besteuerun Srecht auögestattet. Im vormaligen Herzogtbum Nassau ;md durcb dikt vom 11. August 1817 beide mit völlig leichen ver- gffungsmäßigen Rechten bis dahin rezipirtx protestantiHche Landes- ktrcben zu emer emzigen „evangelisch-christltchen“ vereinigt worden. Unter 20 Dekanaten bestanden mit 186 Pfarrern und 3 Kaplänen 175 Gemeinden, deren Vermögen fick) im Jahre1857 auf 10 MiUio- nen Gulden : 17,142,860 „FH. betzifferte.

In den ehemals Großbérzog ich be1s1schen Landestbeilen bestehen lutherische und rcformirje Gememdcn gleichberechtigt nebeneinander. Von der Erlaubniß, fich zu unirten Gemeinden zu vereinigen, haben die Lutheraner im Kreise Biedenkopf keinen Gebrauch emacht.

, Jn'Her früheren Landgrafschaft HeffeU-Homburg md die luthe- rischep, dte deutsch-reformirten und die französiscky-relxormirten Kirchen- gcxnrmdxn einander gleichberechtigt. Von den vor andeneu 8 Kirch- spielen smd „5 lutherisch, 1 deutsch- und 2 französisÖ-reformirt.

' Zur Zxrt bestehen im Regierungsbezirk Wtesbaden 20 Dekanate mtt 227 Ktrchspielen, 228 Pfarr-, 80 Filialkirében, „108 Kapellen, 251 Pfarr-, dgvon 41 Patronatsstellenz in 920 Ortschaften mit 299,161 „Parocbtanen (1871). Die protekéantischen Kirchengemkinden besaßen up Jghrc 1872 emen Kapitalstock von 1,979,017 Thlr. Das Durchschmttöemkommen einer Pfarrstelle ist von 695 Thlrn. im Jahre 1869 auf 934 Thlr. im Jahre 1875 gestiegen.

Im Gebtete “9er vormaligen freien Stadt Frankfurt gehört die Mehrzahl der Etnwohner der evangeltsch -lutheri chen Gesammt- ?ememde an, „welche nach den vorhandenen 6 Kir en in 6 Pfarr- prengel cFethetlt _1st. Daneben besteht noch“eine deutsch- und eine franzofis -reform_trte Geweindc. In den zum Landgebiet gehörigen Ort1chqften Tungtren 6 lutherische Geistliche. *

Dte ]41 kaxbolischen Pfarreien imGebiet des vormaligen Herzogthums NaUau (D1özese Limbur ) standen im Jahre 1870 unter 15 Dekanen und besaßen im Ia re 1857 ein Aktivvermögen Fach Abzu der Schulden) von ZMilLionen Gulden =13,714,228„M

„u detx De ayaten gehört auch noch das Kommissariat Frankfurt für die gletchnatzngc Stad] farrei. Im Jahre 1873 waren im Regie- rungsbeztrk 35 ordxnßa nliche Kongregationen mit 73 männlichen und 245 zvetblicben Mztgliedern.

,Dte Zahl der tsranixisÖen Kultußgemeinden beträgt 91 Zit 18,€00 5xl))er1:stc)rxen(,ß“Okt)e 1J1872Z531Zo21JZks1chen GZmeindLn leben. Die emctn en a en 11 e , „ck “a ita vermö en un 7329235 „Fx SckhxldenS p 8 d

n ire en taatssteuern brachte der Re ierun sbeirk Wiesbaden im Jghre 1875 5,281,033 „M auf und außerdemg3,503?082z« (66,32'70) Zuschlagc, fur dre_K1rchx (0,12"/0), fur die bürgerlichen Gcmemdetx (54,67 17.) Zuschlage, dte evangelischen Kirchengemeinden (6,4970, dtc katholtschcn Ktrchengemeindeu (2,14*'/(,) und “Ole israeli- tischen KultuSgemcmden (2,900/0), zusammen 8,784,1]5 „M oder 12,91 „ck pro Kopf der Bevölkerung, ohne die Zuschläge nur 7,76 „M

Zur Geschichjte _des_ Gartenbaus, mit besonderer Beruckstchttgung des Obstbans *). Von D. Hüttig, Landschaftögärtuer. 17, (Vergl. Bes. Beil. Nr. 30 vom 25. August.) erühmt wegen ihrer bezaubernden Schönheit waren die Höfe und Garten der Kalifen von Bagdad und Bashora und des

, *) Aus dem „Kursus für Gartxnbau,“ Vorträ c, c alten im Winter und Frühjahr 1877. 9 gl)

im 13. und 14. Jahr?1mdert von den mauris chen König en

erbauten Palastes A hambra zu Granada, von dem no einige seiner we entlichsten Theile erhalten sßnd. Fürst ' ückler: Muskau schreibt Über den Leßteren: „Du», zum The1l src!) kreu- zenden, mit Steinsi en versehenen Zugänge _und Wege, welche zu diesem Palast Jinaufführten, waren m1t Sprmgbrunnen und offenen Wasserleitungen, dem Abflußwaffer von de1xFon: tasnen und Bassins der Höfe, belebt, welches nach allen (Denen YU die üppigfte Ve station erzeugte. Von den Höf-m des

alastes zog zunä t der m1t weißem Marmor gepftasterte und mit leichten maurischen Säulen ängen umgebenx „pr der Alberia“ die Aufmerksamkeit auf [ck, in dessen Mttte em 130 Fuß langer und 30 Fuß breiter Fischteich, voll von Goxd: fischen, und von Rosengebüsch Myrt en und Oleandem em: gefaßt,sich befand. Noch anmutßigerun bxinahezauberhaftwar der berühmte of der Löwen“, mit seinen in der Mttte stehenden, durcb esang und Gcschicbtc berühmten, von zwölf waffersprühenden Löwen umgebenen Brunnen, dessen alabaster- nem Becken immer noch diamantcne Tropfen cntstckern. Auch dieser Hof war mit Blumenbeeten ausgelegt und von leichten arabischen, von schlanken Säulen aus weißem Marmor getra- genen Arkaden mit schönstsr durchbrochener Arden _um 6: ben. -- - _- Die Aussicht war nach alLen' Seiten hm, e- sonders gegen Süden, herrlich; es schwelgte lter das Auge ayf den üppLgen Schönheiten der Vega, einer b ÜhendenW1ldn1ß von Hainen und Fruchtgärten, durch welche der stlberhelle Xenil dahineilt und unzähligs kleine aus der Maurenzeit stammende Bächelchen füllt, welche hier, wo einsx die lieblichey Lauben, Gärten und Lustsiye sich befanden, für welche Tue Mauren mit so verzweifelter TaYerkeit fo ten, “die Landschaft in beständigem Grün erhalten. osengebü ck an Gtttern und Lauben hinaufklimmender WWW und Capri olium, Orangen, Myrthen,Oleander und ein lieblich duftender Blumenflor fehl- ten in keinem derselben.“-

Inzwischen hat der Garten:, namentlich der Obstbau, auch im mittleren Europa, höhere Bedeutung ge- wonnen, So beschreibt um das Jahr 1600 der „Vater des Landbaus“, Ollivier de Sexres, 46 Sorten Aepfel und 69 Sorten Bimten'; Parkinson in England ze1gt uns in seinem Werke „l)aracjißus t61'1'65tr38“ (1629) 57 Sorten Aepfel, 64 Birnen, 62 Pflaumen. und 33 Kiréchey. Ouintinie, der „Vater der Pomologie“, vcrzeichnete zur JM Ludwi s )(17. (1670) 60 Aepfel- und 164 Birnensorten. thoop in Ho and Jab beinahe 100 Jahre später (1760) in semem kloj'tulanuZ ]) atbczMrtian at Zaisutjürum 111118101" eim: ausführ- li 6 Beschreibung über einen großen Theil von Europas O stsortsn heraus.

Auch in Ttalien machte sich von Mitte des 16. Jahr: hunderts an ie Gartenkunst neben der Baukunst wie- der bemerkbar. Von den thlen, welche durch guten Geschmack und durch Kunstwertl) der Gärten jene EWF? bezeichnen, ver: dienen u. A. erwähnt zu werden die Villa adama bei Rom

1492-1546 von dem Kardinal Julius von Medici nach den

eichnungen Giulio Romano's, eines Schülers Raphaels, erbaut), die Villa Medici zu Rom (in der Mitte des 16. Jahrhunderts vom Kardinal Gio. Ricci da Monte *ulcmno begonnen, erweitert Und bereichert vom Kardinal Ferdinand dei Medici); dic Villa Pia zu Rom (1557 erbaut vom Papste Paul M.), die WM Monte Dragonc zwischen FraScati und dem Berge Porcio (begonnen 1567 vom Kar: dinal Marco Sitico Altemp-Z), die Villa Mattei u Rom (erbaut von Cyarique Mattei, 1581 bis 1586) und ie Villa Aldobrandini auf dem Bergabkzange von Frascati (1598 er: baut vom Kardinal Petro Aldo randiniZ.

Man suchte im Ganzen den Baufty der Alten, die. Unter- brechung der Faxade durch große Bogenöffuungcn, Vorsprünge und ungleiche Abmsffungen der Theile, so wie auch die An: ordnung ihrer (Härten, so weit sie an?, dem Studium Her hintxrlassenen Schriften und aus den vorhandenen Resten _stck) ermitteln ließ, einzuhalten. Demgemäß enthielten auch, melo der Villen ein gartenähnlich atxßgeschmücktes, mit Sänlen: gängen umgebenes und durch eins *011täne belebtes Höschen, nach welchem die Fenster hinauEgehen ;o t auch Hildete ein derarttges Höf en einen 5ZZoxhof zur Villa, oder das verbindende Glied zwis en zwei Gebäudegruppen. Vor die Hauptfronte kam die, m dxr Regel in der Form eines Circus eingerichtete Terrasse zu l1egen; wurden deren mehrere außgeführt, so erhielt die Lauptterraffe den halbzirkelförmigen Abschluß. Die emzelnen

erraffen ordnete man in ihrer ch e, Ausdehnung und Form, nach den Niveauverhältm en des Terrains, den vorspringenden und zurücktretenden Theilen des

Wohngebäudes und den aufzunehmenden Ornamenten an,

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so daß sie nach Maßgabe der durch jene Umstände gebotenen Längs- und Queraxen, und gestützt durch hohe Futtermauern und mit einander durch imposante FrYitrepYen verbunden, nach einer oder mehreren R1chtun_genhn_1 m strenger oder freier Regelmäßigkeit an einander stch anbxsdeten;

Geschieden wurden die einzelnext Abthetlungen des Gartens durch die hohen, mit Ntschen“ Grotten und antiken Fragmenten verzierten, und mtt Valustraden und Vasen gekrönten Futtermauern, durch Lauben: und Säulengänge, Heckenwerk 2012611, im „Verband“ gepflanzte Haine und durch dichte Pflanzungen. Dux Formen. bewegten steh in streng architektonischen Limen und Verl)ältn1ffen„ und das Ganze stellte fich als eine nach Maßgabe der Oertluhkett und des: Geschmack?; des Besitzers von der Wohnxmg aus sich fortseßende, mit dem Grün vermischte, oder d1eses als Material benußende Architektur dgr. ' ' _

Den'Küchcngart2n, reichmit Fetgen PfirsrchemApmk'osen und Weingeländern beseßt, brachte man (Urwärts oder hmter de_r Wohnung an, und die „Wege in demselben faßte man mtt Blumenrabattm ein. ' '

Für den Bau der bedeutendexen Villen mtx tZren Gar: ten wurden in der Re el ein Architekt und em ngemeur der Garten: und Wa erleitungskunst herange ogen; „Der Erstere entwarf den Plan zur ci_ entliehen V1 a mtt xhrezt Wohn: und Nebengebäuden, her eßtere hen Plan fürkdte Anordnung der Gärten mit 1l)rc21 Terrasstrungen, Sprmg: brunnen und Anpflanzungen. ' . _ _

Solche Garten-Jngenieure waren R. A, Orakto Ohmerx aus Tivoli für die Gärten der Villa d'Este" Cgr o Ramaldr Fr die Vil1a Monte Dragone; Domenicp Égvmo dl Mon_te

ulciano und Giovanni Fontana ür 519 Vxlla Borghese m Rom; Antonio Nolli für die Villa [bam,

Zuweilen wurden die Gärtsn mit an Ort und Sxxüe durch Auggrabungen gefundenen Alterthümern geschnmckt oder richtiger, da auch mit der Zeit aus dex Ferne gesammelte Alterthümer hinzuge ogen wurden, mit 1hnen_ überladen, so da die Gärten beztimmt zu sein schienen, dxe Stelle von S ulpturen-Galerien zu vertreten. '

Hirschfeld („Theorie der Gartenkunst“) führt mxs xm qus Jagemanns Bmefen Über Italien entlehntes Be1sp1el 101- cher AUSartung aus dem berühmten Garten „des erzog- lick)en Lustschlosses Pratolino bei Florenz m fo gender Skizze vor: „. . . . Ohne des Riesen zu aedeyken, in dessen Bauch sick) eine Grotte befindet, _noch des JuptterH, dessen glänzender Donnerkeil Wasser spmßt, verwe1lex1 wn: zuerst bei den Künsten der langen Grotten, an der Setxe des Schlosses. Eine davon, mit dem Namen Galatea beze1ch11et, hat in der Mitte ein sog. Meer von hellem Wasser, aus welchem sich Felsen erheben, die nzit KyraÜerx und Meersä-ne'cken bedeckt sind. Unvermuthet erscbemt 2111 TUton, der an emer Seemuschel bläsct. Sogleich eröffnet fiel) ein Fels, u_nd Galatea kommt hervor, auf emer vergoldeten Mu chel srßend, von

meien Delphinen gezo en, die aus ihrem Rachen Wasser aus- Zpeien. wei andre nscheln, aus deren Mitte hohe Wasser: strahlen ervorsprißen, begleiten sie auf be1den Setten 1118 ans Ufer. In einer anderenGrotte sieht man auf großen Wasser- strahlen zwei erzene Harp ien, 516 Wasser quSspejen, noch zwei andere, die mit moéaischer Arbeit bekletdet smd, und einen Knaben mit einer Weltkugel, die vom Wasser umgedreht wird. Zu seinen Füßen sind in einem kleinen Teiche Enten, die sich ins Wasser tauchen und trinken. Fast in allen Grotten sind betxügerische Sitze an den Wänden an ebracht; seßt man sah nieder, so HKM ein Waffe rahl unter den Füßen gerade empor. eiter findet man in den. Grotten kleino Bildsäulen, die hin und her gehen, singende Vögel„ein rauenzimmer, das, nut einem Eémer in der Hand aus emer lch öffnenden Thür hervorkommt, und untex dem Échakl xines Dudelsackcs, den ein nahkr Hirte bläst, eme Strecke . bxs zu einem Brunnen fortgeht, wo sie Wasser fcköpft, worauf ste 1?ren Weg urückkehrt. Man nennt diese Dame_Samaritana.“ u. .w.

Dieser entartete Zustand der 1taliemschen Gärten „dauexte bis egen Mitte des 17. Jahrhunderts. SYM dte Vrlla 5Yam "11 1644 eingerichtet) bei Rom zeigt eine. 5Ysexyng des

eschma S. Die Gärten dieser Villa smd, wxe emer und Fontaine bemerken, s mmetrisck) ohne Monotome, und es fällt daselbst die Kunst au , mit welcher die Anordnung eines regel: mäßigen Gartens nut der ländljchen Natur, welche davon einen Theil auSmacht, verbunden Lst.