Z'Weite Beilagé
zum Deutschen Reichsanzeiger und Königlich Preußischen Staatsanzeiger.
„KH 10.
Berlin, Sonnabend, den 12. Januar
1907.
(Schluß aus der Ersten Beilage.)
Minister der geistlichen 2c. Angelegenhslkkn Dk- U on SWN;
Meine Herren! (Gestatten Sie mir nur wenige Worte als Erwiderung auf die Rede des Herrn Abg. Siychel; ich bin dazu ge- nötigt, um nicht wieder Irrtümer aufkommen zu lassen. Es sind einige Aeußerungen gefallen, die namentlich in den Provinzen Posen und Westpreußen, d. b, also in dem beteiligten Streikgebiet, allerhand Verwir nri ten können.
MFI „ZerrYi, berücksichtigen Sie die Tatsache, daß , lediglich innerhalb des Agitationsjzebiets ber nationalpolnischen Partei sich der Streik entwickelt und weiter. aus;;edebnt bat, so werden Sie finden, daß nicht aus religiösen Beweggründen Heraus, sondern lediglich aus politischen Beweggründen der ganze Streik überhaupt in Szene geseßt worden ifi- (Sebr TZÖÜJ! rechts.) Er geht auf eine Kraftprobe binaUS, die, wie 1171 Jsane, durch ruhige und konsequente Behandlung seitens 'der Königlkkben StaaLSregierung mit der Niederlage derjenigen enden Wird, die in so frivole): Weise den ganzen Streik hervorgerufen baden- (Lebbastes Bravo! reehts. _ Widerspruch bei den Polen. _ 3117"de9 Abg- Skvchel: Das liegt an den Maßnahmen der Regierung !) MSM Herren, seit dem Jahre 1873 _ (Glocke des Präsidenten.)
Meine Herren, seit dem Jahre 1873 bestebt auf Grund von Oberpräfidialverocdnungen das System, das gegenwärtig in den Pro- vinzen Posen und Westpreußen, überhaupt in den gemischisprachigen Landesteilen des Ostens, befolgt wird, das System der Anwendung der deutschen Sprache im Schulunterricht, speziell UUÖ, abgesehen von einigen Modalitäten, für den Religionsunterricbi. Aber gerade die PWani Posen hat am aklerwenigsten Veranlaffung, sich in der Be- ziehung über schlechte oder differentielle Behandlung zu beklagen; denn, meine Herren, es bestehen beute noch in dieser Provinz über 800 Schulen, in denen ReligionSunterricbt in polnischer Sprache erteilt wird. (Hört, bört! rechts.) Diese Tatsache wird von den Agitatoren beständig versibwiegen.
Meine Herren, den Vorwurf, daß die Schulkinder aks sogenannte Ver- sUÖSkanimbenseitens der UnterrichtsvetWaltung benußt werden, kann ich dem Herrn Abgeordneten nur in vouem Maße zurückgeben. (Sehr richiigi MHM) Wer hat denn die SÖulkinder dazu angeregt, die Schulordnung du durcbbrechen? (Zuruf bei den Polen: Die Eltern!) W:: bat sie dazu angeregt, einen Streik zu inszenieren, zu dem sie nicht die ge- ringste Neigung batten? Meine Herren, wie ich erwähnt babe: seit 33 Jabren besteht dieses System; das System hat sich durchaus bewährt. (Zuruf bei den Polen: Niemalßk) Unter diesem System ist eine GenNaiion entstanden, meine Herren, die an Gesiitung und Wohlstand zugenommen bat. (Sebr richtig! rechts.) Das erkennen auch selbst polnische Blätter an. Die Schulberwaitung bat ihre volle Schukbigkeit getan. (Es ist eine große Undankbnrkeii, wenn außerdem behauptet wird, daß die Polen auch auf wirtschaftlichem Gebiete ge- kuechtet werden. Ihre wirtschaftliche Entwicklung ist eine sebr günstige; sie zeigt fich aueh in der Expanfion (sebr richtig! rechts), die namentlich in neuerer Zeit ihre Früchte uns vor Augen führt. (Seb: richtig! techts.) Meine Herren, wollen Sie nur aber _ ick; will nicht weiter auf die prinzipielle Seite eingeben _ die eine Tatsache berücksichtigen: das durchaus traurige Experiment, das burch die nationalpoinisäxe Agitation mit den polnischen Kindern angesieUt ist, bai Frücbie gezeiiigt, die nur als pädagogische Verbrechen angesehen werden können. (Zuruf bei den Polen: die Regierung ist daran schuld !) Nur eine Tatsache! In verschiedénen FäÜen ift konstgiiert, daß die Kinder, durch den Wiilen der Eltern beeinflußt, zunäckyst die Antwort in deutscher Sprache im Re[igionSunterricht verweigert baben. Kurze Zeit darauf haben sie aber eingesebcn _ in dieser Be- ziebung isi wirklick; de: Verstand der Kinder der vernünftigere ge- wesen “' daß es kkchtig sei, die Schulordnung zu befolgen: fie Haben Jus Vertrauen gegen den Lehrer wieder Deutsc!) geantwortet. Um mm ck“" Eltern und namentlicb den kontrollierenden Agitaioren gegenüber es zu verbeimlicben, daß fie sich der Schulordnung fügen, geben die “W Kinder Nachmittags in die Arreststunde, bloß um auf diese Weise äußer1ich zu dokumentieren, daß fie um!) zu den Streikenden gehören. (Öökk- hört!) Wir werden ruhig und konstant unser Programm verfolgen und werden die Aufgabe durchführen, wieder ftiedlüß? Zusiände in der Provinz zu schaffen. Allerdings nicht auf dem Wege, den der Herr Abgeordnete vorschlägt.
SÜW Vorausskßungen treffen außerdem absolut nicht zu. Er Böse um den Grundsaß der katholischen Religion angeben, ber Wfokdukx daß die Kinder unter allen Umständen den Religions- WM m der MUÜUsPlacbe erhalten müssen. Es ist nur der Übles wnXTDendig, daß fie die Spratbe beherrschen, in der sie unier- in („.ng ,? und dieser Nachweis wird durch schuliechnische Krafte der Kirche isn eZ Zeise festgesteUt, Insofern ist den Anfordersungen ckckck;- daß jedeos »Jake entsprochen. Es ist außerdem völlig. un- baupt nur in seine Unspcuckz darauf bat, in der Volksschule uber- will auf d;, Mick, Muttersvrczche unterrichtet zu werben. Jeb raison _ das . (| ? FWW „1th nicht eingeben. D:: Staats- daß auch in de„ Wise,?" “ck Uchtig _ bai ihrerseits verlangt, preußischen Einheitsscbul vrachjgen _LandeSieilen das System der großen System, das sich im Laue gleichmaßiß zur Anwendung gelangt, ein
fe Ml“ Dezennien durchaus bewährt ["ck die
. " Polen den ' mit GW“ Maer-er)" schaffe" (ZurUf bei deéY-Ileet-TUYT Wen es geian!), aber "eng und konseqUZnt vorgeben um 555 unverrückbare Zic'l, ibelcbes der iinierriäytsverwaltung geftLUt ist auch in Zukunft gletchmaßtg zu erreichen. Unsere Volksschule ist eine einheitliche und muß es bleiben. (Lebhafter Beifall rechts und bei den National- liberalen; Zischen bei den Polen.)
Um 51/2 Uhr wird die Fortseßun
. d Sonnabend vormittag 11 Uhr vertagt. 9 er Beratung auf
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Land: und Forstwirtschaft. Lage der russischen Viebzucbt. [) b
Die ru sche Viehzucht gebt ständig zurück. Im leßien Ja rze nt bat die vonsßbr auf den Markt gebrachte Menge um 50 bis 60 0/0 ab- genommen. Die Schuld daran dürfte die s(bnelle und ununterbrolbene Abnahme der Weidepläse und die Verschlechterunßen der leisteten tragen. In dem Viehzucht treibenden Landstrich Rußlands, der sich von dem Fuße des Kaukasus und den Gegenden am Dniepr bis zum Altai und zu dem Gebiet Semirjetscbensk binziebt, la en sich die Mißernten an Gras in einigen Gegenden, nicht wie in rgentinien, wo gute Transportmittel vorhanden und die Entfernungen geringer sind, fchwerlich dureh die guten Ernten anderer Gegenden ausgleichen.
Im Frühjahr des laufenden Jabxes, als die ersten Herden von den Viebbändlexn für die Sommermastung ausgewählt wurden, be- gannen Klagen über schlechte Ernieausfichten bon Viebfutter ig dem südrusfischen Gebiet verlautbar zu werden, wodurck; die Viebbandler exwungen wurden, Vieb nur auf solchen Weidepläßen zu halten, wo Ziegen gefallen war. Dageßen bei Rostow _am Don, wo_ starke Trockenheit geberrscht batie und (x_lle Weideplaize von dxr glubenden Sonne auSgebrannt waren, bemubien fich die Viebbandler, ihre Herden aus Furcht, daFksie eingeben könnten, los zu werden. Gleich- zeiiig trafen ähnliche “ achrichten auch von der unteren Wolga und den Gouvernements jenseits der Wolga ein. _
Die Dürre, die so hartnäckig in dem sublichen und den an der Wolga be1egenen Ravons aufgetreten War, debnte sich noch weiter nach den südöstlichen Weidepläßen aus. _Zur Ftublingßmeffe wurden daher größere Mengen nicht gut außgefutterten Vtebs gebraibt. Die Nachfrage seitens der Viebbändler ivar sehr gering Wegezi Mangel an Weidepläßm. Aufgefüitertes Viel) dagegen stieg stark im Preise. Es trat eine Verwirrung im Handel ein. Bei ganz bedeutendem Ueberfluß an Vieh auf den Märkten feblte die Nachfrage, während die Preise für aufgefüttertes Schlacbtvteb eine ganz gußerordenxlickpe Steigerung erfuhren. Im Sommer schloß die Durre boüstandig die Mögiickpkeit des Weidens auf Gras aus, und nur einige Niederungen hatten noch etwas_ Viebfutier dufzuweisen. Die Meffert, besonders in ben sudrufsiscben Viehzucht_ treiberiden Gegenden und vorzugsweise im Don-Gebiet, sind,mit_Vteb überfullt, jedoch nur mit Vieh schlechterer Ogalitat. D thebbandler weigerten sicb, solche Ware selbst zu ermäßigten Preisen abzunehmen, da sie keine Möglichkeit finden konnten, passende Weidepläße zur Auf- fütterung des Viebs zu schaffen. Da auch die_unterwegs liegenden Weideplätze von Futter entblößt waren, War xede Möglichkeit aus- aescbloffen, die Viebbetden nach den Abfertigungsstationen der Eisen- bahnen, die sich in einer Entfernung von 60 bis 100 Werft von den Viehzucht treibenden Gegenden befinden, zu bringen. Im Herbst wurde die Lage der Viehzucht treibenden ruffischen Rayons noch ungünstiger; es fehlte an Futter und mangelte an Nachfrage, sodaß man vielfach gezwungen war, den Ueberséhuß an Vieh unter dem Preise an kleine Schlächter zu verkaufen. (“korg krom. 138,2.)
Die jetzt in den 11. Jahrgang eingetretene, von iZZro/effor O. Warburg-Berlin und Gebeimem Re ierungsrat, Profe or Dr. F. Wobltmann-Haile herausgegebene Zeit?chrift für tropische “Land- wirtschaft .Der Tropenpflanzer“, Organ des Koioniglwirtscbaft- lieben Komiiees in Berlin, Unter den Linden 40, enthalt im Januar- beft in dem Artikel .NeujabrßYanken 1907", ver.:faßt vom Geheimen Regierungsrat, Profe or Dr. obltmann, aÜgemeine- Betrachtun en über den Stand der olonialen Landwirtschaft, über das bis er s on Erreichte und das noch zu Erstrebende. Dec Verfaffer [) ont die Wichtigkeit ja Notwendigieit der lantagen- oder Großkultue neben den Klein etrieben oder Volksfu turen. Vor allem weist er auf die Wichtigkeit der Kolonialwirtscbaft für unsere heimische Industrie und auf die weit größeren Erfolge bin, welche die Fran- zosen erzielt haben, deren ja_brlicher kolonialer Gesamtbandel s(bon 1200 Millionen Mark betragt gegenüber 75 MiUionen Mark der deutschen Kolonien; von der wirtschaftlichen Richtung unserer jetzigen Kolonialverwaltung verspricht sich der Verfasser bin- fichtlick) der kolonialen Landwirticbaft eine schnellere Entwicklung. _ In einem Auffaß über einen_deutschen Hanfmarkt zeigt Max Einstein (Hamburg), das; der schon 1eßt emen wichtigen E portartikei bildende Sisalbans Deutsch-Osiaftikas- nicbt Mkt dem bk lgeren und schlechteren Yukaian-Sisalbanf m Korxkurrenz tritt, sondern den teureren Manilabanf vielfach zu erseßen beginnt. Er weist darauf bin, wie wichtig es nicht nur für “den deutschen Handxl, sondern auch für die deut- schen Pflanze: in Ostafrika ist, durch aUSsÖlteßltche Beschickung des Ham- burger Hafens die Entwicklung eines großen Weltbanfmarkts zu ermög- lichen. _ Ein Bericht übzr die Kautschukausstellung in Ceylon 1906 zeigt die große Bedeutung namentiirb der englischen Kautschukkultur, die in Ceylon schon 110000 in Malaga 60000 Acres umfaßt; neuerdin 5 kommt die Hersieliuna_des Blockkauls als in Aufnahme, und Ver uche sind im Gange,)ie Farbung des Kau chuks schon an der Kautschuknolde vor der Gewirznun? vorzunehmen, wodurch sige nn- zerstörbare, namentliä» für Kinder pielieug sebr vorteilhafte Farbung erzielt würde. _ Von den Mitteilungen „Aus deutschen Kolonien“ sind vor allem die über günstige Ergebntffx dkk Anjapsung des Manibot- kautstbukbaumes der Agupflamung m Togo sowie aber gute Ergeb- niffe der Sisalbanfkultur in Neux'uinea un_d Togo erwahnenswert. Von Interesse find auch die Mitteilulzßen uber Kampferbaufse und „kultur, Kakaopwduktion und -kon um, die neue australische Caravonica- baumwolle, die schnelle Crxth ung_ dxr Obsikultur in Westindien und vieles mehr. Auch die ubngen i_iandtgen iJkubiiken: „Aus fremden Produktionsgebieten', ,Vsrmistbies „. .Anßzuge und Mitteilungen“, .Neue Literatur“ und „Marktbericht enthalten lesenswerte Angaben über koloniale Fragen-
, Tierkrankheiteu und Ab Gesundheitsuwfeu maßregelu. sperrungs-
Gesundheitssiand und (Gang der Volkskrankheiten.
tli n en dQs Kaiserlichen G .. (Aus den 'VuzffeFir. Zuyßm 9. Januar 1907.) tsunbbeitSamU
Pest.
Ae ten. Vom 22. bis 28. Dezember v. I. sind 8 neue Er- krankunxexpwm) 10 Todesfälle) an der est angezeigt worden, davon 2 (2) in Alexandrien_ und 6 (8) im ezirke Nag Zamadi,
Britiseb-Ostindten- Wabxenx der am 15. ezember v. J. abgelaufenen Woche find in der Prasihentschaft Bombay 2329 neue Erkrankungen (und 1362 Todesfalle) an der Pest gemeldet, davon 15 (12) in der Stadt Bombay, 46 (46) im Stadt- und
fengebiet von Karachi, 18 (16) in dem von Bbavnagar, 5 (5) 11 dem von Jamnagax und 4 (4) in dem von Surat.
Japan. Von Mitte Oktobzr bis zum 15. November_ v._ I, wurden aus Osaka 43 neue Peftfalle_ gemeldet; der Preis fur jede- eingelieferte tote Ratte ist daselbst auf 10 Sen erhöht worden. Je ein anscheinend einges [UPM Pesifall ist UZ November in den Städten Kagawa und (? im estf(a1zf dßrliZnsel Sbikoku) festgestellt worden.
it neuerd n s pe ret ge 8 en. KobeVrsasilien. gIn Para find am 31. Dezember v. J. 3 Pest- todesfäkle festgestellt worden.
Chile. Zufolge einer Miiteilung vom 30. November sind in Antofagasta letzthin wieder vereinzelte Pesifälle beobackytet worden.
Pest und Cholera.
Britisch-Ostindien. In Kalkutta starben in der Woche vom 18 bis 24. November v. J. 19 Personen an der Pest und 73 an der Cholera.
Gelbfieber.
Es gelanaten zur Amex: in Rio de Janeiro vom 15. Oktober bis 4. November v. J. 1 rkrankung (und 1 Todesfall), in Havana vom 21. November bis 11. Dezember 14 (2), in den cubanischen Pro- vinzen Matanzas vom 8. November bis 3. Dezember 4 (1), Santa Clara vom 18. bis 29. November 4 (_), in Guayaquil vom 15. Oktober bis 15. November _ (8), in Veracruz vom 11. bis 26. November 2 (1); ferner war am 7. Dezember in Barbados von dem Damp er .Maranbense', welcher am 3. De- zember . ara verlassen hatte, eine Person gelandet, bei der Gelbfieber festgesie t wurde. _
Der Hafen von La Ceiba in Honduras, welcher imOktober und November v. I. als verseucht galt, ist zufolge einer Mikteilung vom 3. Dezember seitens der Gesundheitsbehörden in“ New Orleans und Mobile für seuchenfrei erklärt. .
Pocken.
Deutsches Reith. In der Woche vom 30. Dezember bis 5. Januar sind in Schwedenböbe (Landkreis Bromberg) und in Metz je 3 Pockenerkrankungen zur Anzeige gelangt. Für die'Vor- woche wurden aus Meß außerdem 10 Fälle mitgeteilt.
Genickstarre.
Preußen. In der Wo 8 pom 23. bis 29. Dezember v. I. ,sind 8 Erkrankungen (und 3 Todes älie) an Genickstarre angezeigt worden in folgenden Regierungsbezirken [und Kreisen]: Reg.-Bez. Arnsberg 3 (_) [Bochum Land, Dortmund Land, Hagen Land je 1 (_)], Köslin 1 (_) [Lauenburg i. Pomm.], Lünebur 1 (_) [Harburg Studi], Ma'gdeburg-1 (_) [Quedlinburg], ppeln 2 (3) [Veuihem Kattowiß je 1 (1),-Meß _ 1 .
SÖWSU- Vom 23. bis 29. Dezember 17. J. 1 Erkrankung im Kanton Bern. '
Verschiedene Krankbeiten.
P 1) ck en: Warschau 4 Tobesfälle; New York 5„Paris 4, St. Peters- buxg 5, Warschau (Krankenbauser) 10 Erkrankungen; Varizellen: Nurnberg 33, Budapest 55, New York 140, St. Petersburg 21, Wien 149 Erkrankungen; Genickstarre: (Glasxxow 4, New York 13 Todesfälle, Nexv York 3 Erkrankungen; Rotlauf: Wien 39 Er- krankungen; eprdemiscbe Obrfpeickpeldrüsenentzündung: Wien 67 Erkrankungen; Influenza: Berlin 19, London 55, Moskau 5, New York 10, Paris 3, St. Petersburg 5 Todesfälle; Nürnberg 21, Hambur 25, Kopenhagen 53, Stockhoim 26 Er- krankungen; konta iöJe Augencntzündung: Neg-Bej. Posen 53 Erkrankungen; nkylostomiasis: Reg.-Bez. Arnsberg 17 Er- krankungen. _ Mehr als ein Zebntel aller Gestorbenen sigrb an Masern und Röteln (Durchs niit aller deutschen Be- rtchtSorte 1886/95: 1,15 0/9): in Darm iadt, Hagen, Heidelberg, Kaiserslautern, Mülhausen 1. E., Oberhausen _ E rankungen wurden gemeldet in Nürnberg 46, Hamburg 28, Budapest 215, New York 163, Paris 114, St. Petersbur 119, Prag 27, Wien 331; deßgl. an Diphtherie und rupp (1886/95: 4,27 c%): in Bamberg Hannover Kaiserslautern, Münster _ Er- krankungen kamen zur Anzeige in Berlin 37, Breslau 21, im Reg.- Bez. Du eldorf 115, in Nürnberg 22, Hamburg 29,_ Budapest 31, Christian (: „66, Edinburg 24, „London (Krankenhäuser) 126, New York 289, Paris 77, St. Petersburg 191, Stockholm 34, Wien 102; ferner wurden Erkrankungen an ezeigt an Scharlach in Berlin 31, Breslau 26, im Reg.-Vez. Dü eldorf 105, in Budapest 46 London (Krankenbauser) 237, New York 185, Paris 125, St. Petersburg 121, Wien 105; deSgl. an Keuchhusten in New York 71; deSgl. an Typbus in New York 51, Paris 52, St. Petersburg 88.
Im Monat November 1906 (für die deulckxen Orte nd nachstehende Todesfälle _ außer den in den fortlasufenden wZÖFnt- lichen Mitteilungen verzeichneten Fällen von Cholera, Pest und Gelbfieber _ gemeldet worden: Pocken: Atben 15, Barcelona?) 26, Alexandrien 4, Kairo 2; Fleckfieber: Madrid“) 3, Alexandrien 8, Kairo 41; Genickstarre: Baltimore 5, Vuffaio“) 3; Jnkluenza: Berlin 16, Leipzig 8, Braunschweig 3, Madrid?) 5, Mar eiue 25, Nancy 2, Havana 1), New Orleans je 4, Rio de Janeiro 34; Aussaß: Rio de Janeiro 2; Beriberi: Rio de Janeiry 2; Ankylofiomiasis: Rio de Janeiro 8.
Im ubrigen „war in nachstehenden Orten die Sterblichkeit an einzelnen Krankhezten im Vergleich zur ©esamtsterblichkeit eine be“- sonders große, namlieb höher als ein Zehntel: an Scharlach B886/95 erlagen diesem 0,91 von je 100 in sämtlichen deutschen
erichtßotten Eestorbenen); in Eisleben, Emden, Hoben- salsa, KöniTZbutte, Schwientochlowiß, Staßfurt, Tilsit, Eß- lingen; an asern und Röteln (1886/95: 1,150/6' in aßen deutschen Orten : in Allenstein, Neumünster, Prenzlau, Bamberg, Kaiserslautern, udwigsbafen, Offenbach, Delmenhorst, Alexandrien; an Diphtherie und Kxuyp (1886/95: 4,27 0/0 in allen deutschen Oxten): in Roßberg, Staßfurt, Wittenberge, Neustadt a. Haardt, Dobeln; „an Keuchhusten: in Zabrze; an Typhus (1886/95: 0,75 0/0 m axlen deutschen Orten): in Kempten. "- “Mehr als ein Funftel aller Gestorbenen ist ferner nach- stehenden Krankheiten erlegen: der Tuberkulose (1886/95 starben an Lungenschwindsucbt 12,38 0/9 in asien deutschen Orten): in Biebrich, Bocholt, Bunzlau, Cleve, Gevelsberg, M.-Gladbach, "Glaß, ZUM" walde, Odenkirchen, Oppeln, Saarbrücken Schneidemubl, Schweim, Siegburg, Soest, Solingen, Velbert, Pirmasens, Worms, Mei- ningen, Oldenburg, Bern, Genf, Hävre, Innsbruck, Rio de Janeiro; den Krankheiten der Atmungsorgane (1886/95 starben an akuten Erkrankungen der AtmungSorgane 11,98 0/9 in allen deutschen Orten): in 54 dxutschen Orten, darunter sogar mehr 'als ein Drittel in Pankow, Caternberg, EilenburJ, Osterfeld,Natibor, Recklinghausen Land, Rotthausen; ferner in Mar eiiie; dem Magen- und Darmkatarrb, Brechdurchfall (1886/95 starben an akuten Darmkrankheiten 11,72 0/0 in allen deut chen OrienZ: in Burg Kleve, Köpenick, Herten, Odenkirchen S öne eck a. El e, Unna, Velbert, Fürth, Ingolstadt, Lechbausen, Éttau ina, Helmstedt, Offenbur , Zerbst,
agenau, Baxcelona“), Genua 1), Haag, Madrid"), alaga'),
urcia“), Rotterdam, Utrechi, Alexandrien, Kaito.
Von den 317 deutscheri Ortxn batte Lechbausen im Berichts- monat die böch te Sterblichkeit 'mit 34,70/o5. Im Vormonat betrug das Ster lichkeit8maximum 34,0 0/00. _ Die Säu lings- sterblichkeit War in 5 Orten eine beträchtliche, d. b. öher als ein Drittel aller LebendZebotenen, in: Reichenbach i. V. 365 0/09 (Ge- samtsterblichkeit 22,9), nnaberg 393 (22,3), Straubing 396 (21,4), Lechbausen 403 (34,7), Mitiweida 417 (24,2).
Die Gesamtsterblicbkeit war während des Berichißmonats
eringer als 15,0 (auf je 1000 Einwohner und aufs Jabr berechnet) n 132 Orten. Unter 9,0 0/00 betrug sie: in Dudweiler 8,7 Bayreuth 8,7 (1886/95: 20,9), Velbert 8,5 (1902/04: 18,5), Aschaffenburg 8,5
1) Juli 1906. - 2) August 1906. - '.) September 1906.