1907 / 12 p. 3 (Deutscher Reichsanzeiger, Tue, 15 Jan 1907 18:00:01 GMT) scan diff

dis Speisung “bunariger Schulkinder Unter Miibilfe von Privat-,

wohltätigkeit mit Erfolg einxritt. Im ber€_]994/05 wurden von Vsreinen in London 28 951 Schu§kinker xcgelmaßkg JLsPSift- außerdem

bak die Heilsareyeß im Wintsr des genannsten Jahre: Uw“ 750000 belzeiten an Schulkinder v:rabrercht. Eine Reihe

M' Ssebsner Londoner Vereine bat säch dersn Svenang “ks “US" sch§iéßlichén Zweck geseßt. andere Vereinx suchen ck11 "kb?" “LILLY? Ausgaben zu fördern, In mancYen'englxsäyen Orxindsucb th-ran- Eltem zu den Kosten der Spetsuyg ihrer , Y durcb - die“ zuiirben. Die Außwahl der beduxftkqen Kl" er "fi icht Lebte: wird von der genannten UntersUÖUUISkUMZUZ) MA nten Lmvfoblen, sondern fie will die Auswahl SÜW" AWMF Mb sxexßzderé Akmfienxlféskaärn k)unködfreisjcxzszilliécht HFTJZÉFFYÉIZ LWL,! I)as; die EM) ? ea er ie on ara , . d örtlichen Schul- UnksksUÖUnßskommisfion das ZasamUk-"akokltk" d t ist

behörden Steinen für Schulspe1sungxn forser. _ ganz natürlich YetnsxeFasVVerlan en, wenn max: emma! xtne'Pfltcht untd Nokwend,j*keik derartiger Spei ungen dure!) dzeAllgemetnbett anerxenn , daß diese*: das ganze Jahr. binducch und mmdestens einmal an jedem

ultage erfolgen. ' .

- n Staaten vpn Amerika tst schon,sebk fkükartji der;,ieV FXeYFe für di? Svkkklmg bunariger _Schulkmd'er gegeben (; wordkn aber dieser Zwetg der Wohltatxgkeix tft Üoßdem bis “Heute über einzelne Versuch: nicht hinaus- gekommen obgleich. nach den ,in einzelnen Städten (zugestellten Er- hebun en “daz Elensder Scblzlkmder in den großen Mtttewsunkten der neusngWelt noc'b t": er axs tn Her alten Welt zu sein'scbemt. Nach einer von ärztlicher ite "1 Cbkkägo- Philadelphia, Buffalo und NewYork vor enonzmenen Untersuchung waren von 40 746 S»!- kindern 34,65 9/o “oLne Jedes oder dokq obne ausreichendes Frubsjan. In den Schulen der ärmsten Gegenden von New York 1tieg dtese Zahl auf 8-2 0/9 der Schulkinder.

In Frankreich gibt es seit etwa 25 Jahren Einrichtungen_ zur Speksuua de'aktkgek Kmder. Heute bestehen dort zahlreiche ?WUWSI saolairSZ, die als mustergültig angesehen werden. Ste ruhen matexiell auf den (_:8i5595 Ü'ÉWWI, den Schulkaffen, deren Be- - 'ndung durcb Gejeß aus dem Jabre 1882 den _Gemeinden zur Michl gemaxlyt wird. Die Verwendung der Betrage dkeser Kaffen

ébY im Belteben der Gemeinden, die mit ihnen vielfach jene Säml- speijungen untcrsjüßen. Es hat fich dabei die Regel h_eraUSgebtldet, daß die Spkisung gegen Marken erfolgt, für die das Ktnd 15 Cents zu Ublen bat. Sind die Eltern bedürftig,_ sz) erhalten die Kinder fie zu einem ermäßigten Preis; sind fie ganzltcb MU- so gibt man die Marken unentgeltlich. Durch dieses Markensystem erreicht man, daß es unter den Kindern nicht hekannt wird, wxlcbes von ihnen bezahlt und welÖes umsonst speist. Das verabreubte0 Essen besteht aus Suppe, reichlichem Gemü1e und leistb; etwa 90 /0 Yer Lehrer nehmen an den Schulspei7un en fxeiw [lig teil. Feblbetrage der Srbulkantinen Werden durch uscbufje der (Gemeindebehörden gedeckt; in Paris 1wavxerögzu FMM? ZJveszett einer Reihe von Jahren 16 elmäßi etwa 000 0 r. nur er „_ __ _

g Auchgin Bel ien gibt es z:blr_eich_: Emrixbkungkn zur SWWUA Der Schulkinder; ?ür unbemittelte in vaefe,_fret, andere babex! einen kleinen Betrag zu zahlen. Jedks der gespenten Schulkixder wzrd dort alle zkbn Tage durch den Sbulatzt untersuÖt und erbal! Starkung» mittel, wenn es als besonders schwäcblikb befunden Wkkd- '

In Norwegen sud gleichfaUs von manchen Gemeiydxn, so, von Cbtksiiania, Trondjem usw., lcFreispeisungen der Schulkmder ernae- kkchtet. an denen diese sämtl teilnehmen können, auch wenn i„re Elte"! sich nicht in bedürfü er Lage befinden. Man will durch dass allen Kindern obne Untersch ed gewährten Mahlzetten von der Schul- syeisana das Merkmal des Almosens fernhalten. Die Kosten dieser Einrichtung tragen die Gemeindxn; _

In Italien hat fich die Schulwetsung m manchen Gemeinden fast zum Extrem entwickelt. So ist in der etwa 25 000 Einwohner zählenden Stadt Vsrché die ?reiwiüigkait der Teilnahme völltg auf- gehoben; es ist durch Ortsseeß eine zwangsweise Speisung der Schulkinder eingxfübrt, an der jedes Kind teilnebmsrx_muß und von der nur ärztliche Anordnung befreit. Außerkesm werpen 1amtliche'Schul- kinder ärztlich beaufficbtigt, und bei Krank'oetten wtrd ihnen fcete arzt- chl): Behandlung zu teil, ,

Ja der Schweiz sind manche Gemeinden in den lasten Ja_bren zu der Schaffung eigener Sveiseeknrichtungen für Schulkinder uber- gegangen, in anderm Orten ist dies Aufgabe von privaten_ Vereinen, denen, wenn es erforderlich ist die Gemeinden _Zuscbuffe geben. Grundsaß ist dabei überall, daß die Kinder wirkxub anyer Eltern Umsonst, die osndesren, Tenn ste teilnehmen onen, gegen eme-gexinge

e ablun ae veit wer en. _

V z Ganzg ähnlich liegan die Verbältniffe in Deutjcbland. _Im Rsicb ist Uns kein Oct bekannf, in dem die Spetsuxg der Schulkmder allgemein oder die Teilnahme an ihr gar Zwang _ware; Doch befxeben *bskanntlick) in zzblceicbcn gxößeren un? auch m !mttleren Stadien Vereine, die sicb der hunzrigep Schulkinder annehmen. Oft reichen die Mittel nicht so weit, wie me Not, th'gebsn we mesmden Zu- schüss:, bin und wieder erfolgt die prtjung auxh ganzlich auf städtische Kosten, wie z. B. in Magnbetm, wo jm Jabre1904/05 etwa 3000 Schulkinder mit einem sjadtnchen Aufwands von 19 000 „M . "tück er ielten. F hÉb1rlichbgefazt, so wird zu dieser internatwnalext Ueherfickot nx der „Sozialkorrespondenz' bemerkt, können nxir uns mL diefer Spetfung notleidende: Kinder durch Staat, Gemeinde oder _Scbule nicht recht befreunden. Gebolfen werden muß ihnen n'aturlich, abex man sollte versuchen, die Not schon in der Famtlie zu bekampfey. Ein hungrige»? Schulkind läßt stets den Schluß zu, das; 111 seiner Familie etwas nick)! in Ordrxung tft. Hier an der Quelle der Not foals daher die HtlfSarbeit beginnen. Es bkaUÖt dies nicht etwa durch die öffentli'che Armenpflege 'zu “ge- sibebxn. Die Wege, drinaende Not zu lmdern, s'md- wle dtese Abst. so vielseitig, daß die öffentliche Armenpflege, nach Unserem Gefühl, immxr erst der [este Außweq sein sollte. ?" „allem muß natürlich durch dix geeigneten Organe M;“- ucht Werden, wob-kr die Not eigentlich stammt, unter der (:S „,x, bunoria in die Schule geben muß. Man myß festYeUé?“ TUNNEL,“ ÜkÜUkbekt, Atbeilslofigkeit, geringex Verdick-sk-i k?" - dann" rbeitsschu oder eine andere Ursaehe vorlcegt. Nach br wa?)?

' Üfömaßregeln zu ergreifen. Jedenfaüs' sollte man sick) - vfleg: : Wale nicht zu einer Jnstitutxoy der Arlezedu- in ihr U?Uden zu lassen und die Speisung bedurfttger Skbu Z?) er Üüsßg in «I ste oder durch SLaat und Gemeinde möglichst u er-

Kmtsi uud Wißeusäxast-

Q" Z:!m Besten ist ' der M C arlottenburger Hauspflege m Ausstueglxul'gShalleh am Zoolpgischen Galt?" FHF eit zum Gegensj'ellunß- dke das Berlin'der Biedeéyjae, tewn Liiboarapbien R.:Önde bat, eröffnet. In emer großen d'? 'alten Straßenbildeé ge ej Z"","Ikn _ und ZTLÖ-Lungen werdend ! [s aus- sabZn und vo-x zkg dk? Playe unkz Gebaude, wie sie am; d ran 7chLicßen fich BRL" d?maliqen Kunstlern gesehen wurdcn-„lka “Us dm Straß (: te'k- dt? das Leben zmkz Trerbcn_ der BW e_rutng und in ihren S:!- und in den Häusern, m thren aUtagli'cben Geschaxtkn Persönlichkeit,.zk'tk" schildern, und endlich jmd auch die mezrkante. CU * it:e in sabl'n- von Anfang des Vergangenen Iahrbunderjs bxs zu seterr cine béstim tkklch€n Potträfs festgehalten. (Fine solche 5«Flusstcellung, „T€ jmmkt & omde tht und einen bkstimmten Oxt_anfchaulzch macht, wn:t an in _ n ers, bez_eichpend sein, wenn nur Kunstler, dte an jenem Or den 1: Wer JUZ tatig UYU?"- zu Worte kommen. Denn nxchts k,;mn Ligen i§nachabmbchen Stimmungsbaxul) exfeven, ker solxben Arbenen o fein - und hex uns in seiney Bann zwingt. mehr als 1eoe_ mit npcb Regt «1232-73 “KPW„WMMFK“" 8-33 «x; - uer m FZZYMZ ?LYZMHM"LHch-ZFXZ'ÜJUYZ":x-?“ 1a i * - Uk :ue.een; azu kommt, daß diese ganze EOOÖL für uns mit den wichtigsten CcYnnex-mjgen

verknüpft ist historisch sowohl wke likerarisek, die das Jntereffe noch steigern en. " ' '

Berlin hat seinen ganz außgepragten, eigenen Charakter m der Biedermeiekz-it aebabt, die lokale Fäxbang tst außerordxntkkch ent- schéeden. Aehnliche Ausstellungen etw; in Drcsden, ix! Munchen oder in Wien würden wieder einen ganz anderen Gesamtetndxuck ngeben. In Berliä ist die qanze Mischung entschieden eine sehr etgentuuxlicbe. Nüchterne Sachlichkeit überwiegt; man sehe die mit fast pedanttsäper Genauigkeit gezeichneten Straßenzüge„_ die so gar nicht au_f das Malerische oder Künstlerische bin gearbeitet wurden, und die fur; uns doch eigentümlich reizvoll find. Dann ist besonders charakteristisch ein scblagfert er, immer lebendiger Humor, der sckarf und ficher einzelne pen erfaßt und sie mit Liebe aus_qestaltet, und der ohne Schärfe ü r die eigxne Enge und Beschranktbeit zu lachen versteht. Hier find die Blätter von Schoppe Schwedter und Hosemann besonders hervorzuheben, die mit_éöstlicher Laune, gber derb enug das Stra enleben schildern. In dkejer Enge einer klemen GroßkiZtadt, die von i rer künftigen Bedeutung noch nichts abnt, ist jedoch das Vezeicönendste das rege geistige Leben und Kuusiintereffe, das schon damals die bedeutendsten Begabungen bstanziebt. Besonders auf dem Gebiet des Theaters. Welch-stattlicbe Reihe von Bühnxnstemen, deren Namen uns noch heute geläufig find! In xum Teil kunstleriscb vollendeten Lithographien sehen wir die Bildmsfe der Unzelmann, Crelinger, Schröder-Devrient, Henriette Sorzutag u.Ä.m. Dre i_nuige Lieblichkeit, die die Frauenbüdmffe jener Zett besäßen, ist auch lhnen eigen. Sanfte Scheitel, klare, wrglose Sthnen, treubferzkg l_indliche Augen, ein bold [äcbelnder Mund, das aues wixd unt enizuckender Liebliebkeit und Einfachbeit gegeben. Seb: zahlreich find auch die Porträts der Prinzen und Prinzessinnen, inedr1chWilbelm§ 111. und Friedrich Wilhelms 17. mit ihren Gemablmnen; Luise; dre „Unve'c- gleichliche“, ist öfter dargesteüt und von der Kömgin Elxsabetl) xfx em sebr reizendes Iugendbildnis zu sehen. Die Mehrzahl diexer Lttbo- rapbien xübren von Franz Krüger [)er, dessen Arbeiten_uberbaupt Ln der Ausstellung durchaus vorherrschen. _Sein trefflicbes Konnen,_sein klarer Blick, sein unermüdlicher Fleiß wnd durzb all diese Blatter von neuem auf das beste gekennzeichnet. Auch der xugerxdliche Menzel ist vertreten mit Holzschnitten zu alimodljckpezx qujahrskarten und Festblättern, in denen der kaum Acbtxebniahnge ern ganzes Fuyken- werk von Geist aufsprühen läßt. Den Beschluß der Außstellung bilden ein paar Karrikaturen aus dem Jahre 48, d : gxgenuber den barm- losen in engem Kreis fich bewegenden Illustrationen von Schoppe und Schwedter nicht nur eine allgemeinxre Bedeutung bgben und_einen größeren Blick verraten, sondern auch kunstleriscb ungleich großzugigec und freier wirken.

George Minne, der belgische Bildhauer, und die Maler Ulrich Hübner, Max BecYmantx und „Hagen haben im Kunstsalon P. Cassirer eme großere Zahl ihrer Werke aus- estellt. Minnes bier vertretene Arbeiten kann man nach ihrer Auf- affung in drei streng voneinandexgeschiedene Klassen teilen. Dre „weinenden Frauen“ (gleich am Em ang links) geben auf goiische Vorbilder zurück und zwar auf die se dtragenden Figuren des Grab- denkmals Philipps des Kühnen von Claus quxer. Jn gotistben Nischen stehen dort 40 solche Alabasterfiguren rings um den Sockel der Tumba; fie find ganz in weiche, kultenartige Gewänder ae- büllt, eine schwere Kapuze verhüllt vkélen auch das Antliy. Gleich bei dem ersten Anblick der Minnesckpen Gtuppe fallen uns diese jest im Museum zu Dijon befindlichen Arbziten eén, betrachten wir dann aber die Arbeiten der zeitlich so weit getrennten Künstler genauer, werden wir bald einsehen, daß in der Ausführung, der feineren Durchbildung und in dem Reichtum de; Er- findung die '! uren Slater; der Minnesrbkn HoTzskulytur weit über- !egen find. ie fein find dort die Gewänder beobachtet, unter deren streng archiléktonisä) gezogenen Falten die Körperformen, wie Kopf, Schultern und Hände, duräozuschimmern scheinen, wie mannigfaltig und abwechslungßreicb find die Kapuzen un_d Mäntel bei aller detail- verneinenden Einfachheit gegeben! Hier i1t alles völlig gleich ebildet. Die Ränder der Kopfbüüen kräuseln fich in symmetrischen SKlangen- linien, die in ihrer absichtlicben Strenge wenig zu den fast impresfionistiscb frei behandelten Röcken passen. In einer weiteren Reihe von Werken, meist vortrefflichen Porträtbüsje'n, wandelx der Bildhauer in den Ba yen seiner Landsleute" van der Stappen, Laoa Lambeaux. ei aller Straffb'ekl in den Um- rissen ist der Ökannor selbst w (5 behandelt, die Bildnisse König Leopolds und der verstorbenen belg schxn Königin zeigen uns Köpfe von einer zwingend ähnlichen und dabei großen und vornehmen Auffassung. Ei ene Wege gebt Minne in den Werken, in denen er den mensch- li en Körper m gewi e tektonisch starre Lmien und Massen zwingt; die feinbewegte Außen ontur wird gerade wie eéne Gebäudelinie, die weichen *Vicgungen tznd Krümmupgen des Körpers und der Gelenke wnden vermteden; _allxs tn 'rechtwinklig hart gebrochen; die Knochen sind nur sparljch mtt rundendem Fleisch und schlaffer Haut überzogen, um den Eindruck des Tektonischen noch zu verschärfen. Aus diexer Tendcnx_ heraus find die' .kniende War“, der ,Maurer' und die eigentümltch archaisch wtrkende ännerfigur, „Aufexstebung' betitelt,ents1anden. Wie eme „absichtliche Regierung der natürlichen Pose wirkt diese eWal1s9me Gliederverrsnkung, die so, bei aller Achéung des guten Wo, ens, Md?! Zur P_ose wird, nur nach der anderen Seite bin- Natürlech entstehen bei dlesem Zwingen des Aktes in gewisse Linien eine ganze Reihe von Fehlern un_d kkaffen Unmöglichkeiten, die heute frexlkkh oft als nebensäthlicb uberseben werden. Bei dzr knienden Junglinqsfigur z. B. ruht der _rechte CUenbogen genau vor der linken Schuhxr, eine widernaturliche Stellung, die, wenn sie überhaupt ausxubrbgr ist, dennoch nie dauewd sein kann. Eine andere Arbßtt tft, wie sxbon er- wähnt, 'Auf-:rstebung“ genannt. Ohne “dtese Bezeichnung tm Tkxt würde gewiß niemand abnen, daß Mm"? gerade d_ick Motiv im Sinn batte- Doch das ist Red_enfacbe- Rubi nebenfachlieh dagegen ist es, wenn |ck der Künstler, elner eigenfinnkgxn Auffassung zuliebe, geradezu bizarre Dinge leistet. Anf breitem, komscb zulaufendem Halse fist ein viel zu schmaler Kopf, _der mit seinxm wie eine dicke Gummi- kappe wirkenden Haar fakt an aginetisch Giebelfiguren erinnert. Der ruhende Köxpxr vexschwinvet nacb MMZ ""t“ einem „musfi en Ge- wandblock, am Rande reckt_s'1ch Ukcklsck) ki" Fuß in die Lufk- Bei diesem Anblick muß man [arbeln- So streckt eine Bcettldiva ib: schmales ,Fußerl' durch die Spalte des schweren_ Vorhangs, wenn : am Schluß ihres Auftretens vom dankbaren Publikum gar zu stürmi ck wikd. , ,

„“[an Berliner Maler Ulrich Hubner ist mit einer Reihe toniger Arbeiten vertreten, deren Motivx mexft aus Travemünde und Umgebung stammen. Tiefe„ WSUS Bttcke UlZer das atmende Meer, stille Winkel unter boden Baumert oder in grunen Hecken Versteckt find die Lieblingßmotive des Künstlers. An klaren, dmcbfihtigcn Herbst. und Novembertugen beobachtet er die Natur, wenn .die Konturen fich scharf gegen den kalten Himmel abbebe_n, „am besten [FWH gelingt ihm die malerische Wiedergabe weicher Frublxngs- und Sommertage; ein feiner Dunstbauch löst alle hatten „Umrisse und Lokaltöne auf, das Meer liczt friedlich vor uns _in'schxmmemdem Perlmuttergsanz, die Segel der S?: : werfen skunlkkb? Reflst auf,das träFkWaffer, darüber wölb' ck wolkenlos der blaugxau'e Himmel. anchmal hat der Gesamtwn der Bilder schls SUßÜchSS, Koketles; _manch- mal werden wir an Manet, Liebermann und Trübner ertnnert; Leistikow bat ähnlich: Marinen gemalt; kwßdem betrachten wir die Werke des Künstlers, auch wenn thm die [33112 persönliche Note fehlt, Mt Freude und stiuem Webagen. Zwet Ixatexieurs mogen noch hervorgeb0bkn werden, vor allem abxr ein vorzugltcbes Stilleben, das in seinen aedämpften Faxbenbarmomen ungemein wohltuend auf sen- ' »

fible ÖuZnBchrkkman n ist ebenfalls mit zwei outen Stilleben vertreten; vor dem-dunklen Grund: stehen die blajzerx Pflaumen auf lxuchlend weißem Teller oder die go]denen un_d ro'tbacktgen Aepfcloausgxzetclmet in der Farbe. Tem Künstler scheinen abnl_1che Arbekten WrUexn Kalffs vor- geschwebtzu haben als er diese Fruchtstuck; malte._ Bei emem anderen StiÜeben lösen fick; die sekdenweichen, sonmgen Blatter d:: Primeln sehr

vornehm von einer den Hkntergrund abschließenden Porkiere los. Seéne Porträts und Figuren bolt Bechmann kräétig aus blauscbwarzem Dunkel heraus, der Ausdruck der Dargestellten ist kühn und un,1eschminktwieder- gkgeben. Häßlieb wirkt bei„dem „Bildnis der Scbcvester' das gelbrote Haar und der aschfahle kranklicbe Fleischton. Das ,Selbstvorträt“ vor dem bellen Fenster mit weitem Blick auf glänzende Schieferdächer ist in seiner tonigen Heüigkeit sebr anziehend. Die Landschaften, als impresßonistische Skizzen betrachtet, erfreuen'durch die reiche Abtönung der grünen Laubmaffen', das „sonnige Meer“ ist wohl eher eine An- häufung rüner nebeneinandergepreßter Würmxr; es ehlt jede intimen Beobachtung der reizvoÜen Bewegungen des - randenden Wassers. Das große Gemälde „Junge Männer am Meer“ erinnert stark an die Raumkompofitionen H. von Matzes; auch die schlanken Körper mit den übertrieben langen Gliedern und die im Vordergrunde ' fißenden, gegen die übrigen Akte véel zu kleinen Figuren find über- nommen. Die Akte selbst s'md in ihrer dunklen Modellierung vielleicht in trübem Atelierlicht [i ,' nicht aber am hellen Strande und am reflektierenden Wa er. Die ,Sterbesjene' wirkt brutal. Ebenso unmögltch wie abstoßend bockt mit nach rechts und links espreizten Beinen ein Weib vor dem Wette„ auf dem der Tote verröcßelt. Warum die Klagxnden in diesem kahlen Schlafraum alle * fast nackt find, ist unverstänxlxck). Vor dxm Fenstsr reckt sich eine händeringend: Person als durxes Gespenst. Nichts Ergreifendes, nichts von dem heiligen Ernst dieser [eßten Augenblicke _ nur wilde, zügellofe Uebertrelbung! Die .Kreuzi ung“ überbietet aber alleö! An dünnen Brettern winden sich 3 A e, nicht etwa der Herr und die Schäcber. In Wirklichkeit würden diese Kreuze zumindest sich tief unter der Last der Gemarterten beugen. Vorn zerrt ein Mann' *ein renitentes Weib den Abbau herunter, den Hintexgrund schließt ein“ farbiges Gekröße, das wie e n leuchtendes Tulpenbeet ausschaut. Es stnd aber Men chen, die im Schmerz die Arme emporzuheben s(heinen. Der Gesamtkon ist ein kalkiges Weißrosa, die Konfuren find an den, Schattenpartien knallrot, die Schatten selbst giftkggrün und das Gan beißt: .Kreudisung!“ Derselbe Maler hat, wie erwähnt; treffli e Strlleben und Porträts gemacht; wäre er doch dabei gebliebZenÖ !( c: - .

Theater und Musik.

Konzerte.

Jm Königl'ieben Opernbause fand am Donnerstag der 71.'Sympbonteabenv der Königlichen Kapelle unter Wetngartnerß Leitung statt. Der erste Teil wurde mit der flott vorgetragenen, in ihrer Ursprünglichkeit stets erfrischend wirkenden

Ouvertüre zu Smetanas Oper .Die verkaufte Bram“ eröffxt und brachte dann zwei Neuheiten: eine Symphonie Nr. 1 in E-Moll von Sibelius und eine symphonische Dichtun

.Pompeji'. von Paul Ertel. Der Berliner Komponi steht in eme! Traumphantafie ein neu erstandenes Pompeji im Glanze der Gegenwart; er schildert in lose“ aneinander gereihten Bildern Secenaden, Volksaetümmel, Schaus iel: und Tänze. Zu den Aeußerungen froher Lebenslust ertönt ein ge Male in Pauken- wixbeln und drohenden Posaunenstößen das mabnende GroUen des Yesuvs, das durch „eine Bittprozesfion fich nicht bannen laßt., In ' dem wilden Taumel, einer Tarantella bricht schließlich dre Katastrophe herein, und ein lange nachzittexnder Tamtamschlag macht Pompejix und der symphoniseben Dichtun ein Ende. Herr Ertel beweist in dieser Arbeit aufs neue, da er fi ßuf den Kontrapunkt versteht und außerordentlich ges ickt zu msirumentieren weiß. Jm übrigan leidet sein Werk an denS wächen. die dieser Gattuyg von Mufik überhaupt anhaften. Solche musikalische SÖilderungen außerer Vorgänge enthalten etwas dem Wesen der Musik Fremdes und vermögen, obgleich äußerlich witkungsvoll, keine re_chte innere Teilnahme zu erwecken. An der Ausführung des Werks durfte der Komponist seine Freude gehabt haben; der Bei- fal] war lebhaft. anz anders geartet ist die Symphonie von Sibelius. Es Zst keine Symphonie, wie wir fie gewöhnt find, und wie wir fie m unseren Meisterwerken lieben. Zwar ist die Vierzabl der Süße uxtd ihr allgemeiner Cbarakteruntersckpted gewahrt, aber der Bau der Satze weicht wesentlich von den klassischen Vor- bildern ab; Es werdxn nicht einige Haupt» und Nebenthemen auf- gestellt, in Gehgmsaß jxxxxebracht und durchgearbelte * sondern ein: große Anja! von bemen. und kXeineren“ motiv süßen Ge- bilden jiebt schnell wechselnd an uns vorüber; das eine ver- schwindet, das andere, meist mät veränderter Instrumentation, taucht, auf, um bald wieder einem anderen Ylaß zu machen, Troß dieses rbavsodischen Zyßes ist die Embeit er Stimmung gewahrt, und darin liegt dix u erzeugende Kraft dieser Musik. Die Stimmung ist ernst, fast duster; ein Hauch aus der nordischen Heimat des Kom- ponisten webt uns daraus entgegen. ie einzelnen Themen fänd immer ausdrucksvoll, und wo e ck etwas breiter entwickeln, von großer melodischer Kraft. Ein starkes Empfinden sprickpt M) in dieser Musik aus, und mag man damit sympathifieren oder nicht, der Wabxbeit und dem überzeugenden kunsjlertschen Ernst kann man seine Anerkennung nicht versagen. Den zweiten Teil des Programms bildete Beethovens C-Moll-Sympbonie m der kaum zu erreichenden, nie zu überbietenden Ausführung, wie wir fie von de); Könxglichen KapeÜe unter Weingartner gewohnt find. Der gerakZezu ubenvaltigende Beifall, der nach dem ersten Sake das Haus erfullte, hatte wohl kaum elwas Demonstratwes, es war die gack) der vorhergegangenen Programmufik um so machtvoller fich außernde, zu Herzen dringende Gewalt der Beethovenschen Tonsprache. - Im „Beethoven-„Saal fuhrte, gleichfalls am Donnerstag, der Piamst" IgnazÉkrjednxan den Klavierparf in drei Occhesterwarken mit glanzerxder irtuosttgt durch. Die Großzügigkeit der Intentionen und die uberlexzene Sjcberheit des Spixls ließen den Meister pianistischer Kuni erkennen; des Künstkers stürmisckpes Temperament bevorvugte fre1lich starke Klangeffskte, wobei dem metallischen (Manz

dkß ,Fokkk' gem „der zarte Schmelz eines überaus duftigen Pmngstmo geggnuberxestel-lt wurde. Troßdem fehlten fein abgetontc dynami1cheS attterungen keineswegs; besonders die Wieder-

gabe des Cbopin-Konzerts war reich daran. Dem charakteriti durcb- gefübrten Konzert in B-Moll von Tschaikowsky, das an exsteséSteUe des Programms stand, ließ der Künstler eine Neuheit, eine preis ekxönte Arbeit der Rubinstein-Konkurrenz, folgen, das Kornett in -Moll fur Klavisr und Orchester von H. Melcer; ein bedeutendes formales Können, ein feiner (Geschmack für orchestrale Klangwirkung und ein natür- licher Melodicnftuß, der sie!; darin betätigte, boten den örexn zahlreiche Anregungen. Die schwungvolle Wiedergabe durch Yen olUten und das Philharmonische Occhester verhalf dem Werk zu lucklicher WickUn . - Von den vorttefflichen künstlerischen Eigen «haften des Ge gers Alfred Wittenberg konnte man sich an demselben Abend im Mozart-Saal wieder einmal überzeugen. Er svieltein Gemeinschaft mit dem von Paul Prill schwungvoll und umstchtig geleiteten Orchester des Hauses die Konzerje von Bach und Mozart sowke das D-Moll- Konzert von Wieniawßki und außerdem fur Violine allein Präludium und Fuge in A-Moll von Back). In alley Stilarten war er zu Hause und fand von seiten der zahlreichen Zuhörerschaft [eb- bafiesten Bsifall. _ Jm Saal_Bechstein stellte M) zu gleiche: Zeit Nanny Merzenich als Sangean vor. Sie verfügt über einen wohlklingenden Mezzosopran, der recht aut gebildet scheint und zeigt im_ Vort'rag aucb Ausrruck und (Empfinden. Ehe sie Vollendetes leistet wird fie ihre Studien freilich noch fort aßen müssen.

Än dem jweiten der von Ferruccio ufoni veranstalteten Abende mit dem Philharmonischen Orchester an denen neuere und selten auf;?efübrte Werke zu Geöör gelangen, fübxten am Donnerstag m' Beethoven-Saal zwei hier bisher unbekannte Komponisten selbst ihre Werke vor. dirigierte zwei e,- ein Adagio und ein Scherzo, aus einer Symphonie in Es oll, die den Eindruck nicht eben eigenartiger, aber gedieaxner mustkalitrljer Arbeit machten und viel Veifal] fanden. Weniger Elgenes batte freilich Johann Wagenaar aus Utrecht in seiner Tondßchtung „Saul und David“ (Zach Rembrandts Gemälde) zu sagen, Yte |ck von Programmufiken ahnlicher Art und deutscher Herkunft mcht wssentlicb unterschied. Die Tondicbtung war dx. am

Hermann Behr