S. M. S. „Fürst Bi5marck“ Kreuzergeschwaders gestern von Saigon gegangen.
S. M. S. „Tig er“ in See gegangen.
ist mit dem Chef des nach Singapore in See
ist gestern von Saigon nach Bangkok é"
Oefterreich-Ungarn.
Der Minister des Aeußern Freiherr von Aehrenthal at von der iHm von den Botschaftern Frankreichs und paniens am 22. Januar überreichten identischen Note, in
der die baldige Zur_uckziehung der französischen und der spanischenthegssckziffe aus den marokkanischen Gewässern angekundigt wrrd, „W. T. V.“ zufolge, mit dem Benxerkep Kenntnis genommen, das; Oesterretch-Un arn gern "berytt set, dre auf Errtchtung der Polizei in arokko gertchteten Schritte zu unterjtüßen.
** _Das_öst_err_eichische Angordnetenhaus seßte Xftern m melstundtger Debatte d1e Beratung über die an ruagesYe fort. ach dem ericht des „W. T. B.“ Morsey, Pastor und der Berichterstatter Fuchs energisch gegen die AusfaUe der Soziaidemokraten egen die Kirche und den Klerus und wiesen den zweifellosen Anspru der Kirche auf Beitragsleistung de_s Siaateß zum Unterhalt: des Seelsorgeklerus nacb. Bei der Ab- strmmung uber § 1 nahm das Haus mit großer Mehrheit den An- trag Perle an, nach dem auch Ordenspriester, die Kongrua beziehen, in das Geseß eingeschlossen sein sollen. Die A1]- deutschen protestierten lärmend die Einbeziehung der Ordenspriester in das Gases. Der Abg. Stein erging fich in heftigen Auskallen ge en die Ordenspriester. Unter andauerndem Lärm wurden die nachsten Faraqrapben angenommen. Bei der Abstimmung über den von Dr. _Steinwender beantragten neuen Paragraphen 6, be- txeffend die Abanderun? d„es Geseßes über die Besteuerung der Kirchen- etnnabmen und der Be trage zu dem Religionsfonds, ergab fick) infolge des anhaltenden Lärmes ein zweideutiges Abstimmungßresultat. Der Vizepra 1dent Zacek war gexwungen, die Sißung zu unterbrechen. Nach iederaufnabme der Sitzung beantragte der Berichterstatter Fuchs, da der Antrag Peric bei § 1 irrtümlich angenommen sei, die Wiederbolun der Abstimmuxxg über diesen Paragraphen. Die Abgg. ernerftor er und Graf Sternberg protestierten ener isch gegen die Wiederholung, da diese einen krassen Bruck) der GeschäHtsordnung bedeuten wurde. Der Abg. Graf Silva-Tarduca stimmte dieser nscbauun zu und bezeichnete als den einzigen Ausweg, daß die Wiedethe teUung der ursprün lichen Fassung des § 1 des Geseßes, das auf eln_em Kompromiß beruSL, durch das Herrenhaus vorgenommen werde, wofur die Parteien fich verwenden möchten. Der Abg. Seis
protesiierten die Abgg.
sprach die" Hoffnung aus, daß die Regierung, faÜs das errenbaus dle ursprungliche Fassung nicht wiederherstellen soUte, das esch nicht zur Sanktion unterbreiten werde.
Das Gesetz wurde hierauf in aUen Lejungen angenommen, desgletchcxn d_as Geseß, betreksend die Erhohung der Be üge der- grte'chtsck) = katholi chen Seelsorgegeistlick) eit, worauf mtt der Verhandlung über die Dringlichkeit der Vor- lagen,_ betreffend Deckung der von den Delegationen be- wxlltgten Militärkredite, begonnen wurde.
In der Debatte befürwortete der Finanzminister Dr. von Kory- towskl die Annahme der Vorlage und betonte die Notwendi keit einer Anleihe von 141,8 Millionen Kronen, um die aus den KULT)?“ besk'mden für Rüstunaszwecke entnommenen Beträge zurückzuge n. Daß es bisher ohne Anleihe möglich gewesen sei, aus den Kassen-
bestanden über 122 Millionen zu entnehmen, sei den außnabmSWeise Mnstiqen volkswirtschaftlichen Verbältniffen zuzuschreiben. Der inister konstatierte den günstigen der
Einfluß seit der Reform der Valuta Oesterreicb-Ungarns befolgken Währungs- politik auf die Befestigung des Staatskredits und die gesamte Volkswirtschaft und onte der gediegenen Leitung der Oester- reichiscb-Un arischxn Bank Lob, der es gekungen sei, den Ztnsfuß im„leßten abre auf 4? 0/9 zu erhalten, während in London und Berlin ungewöhnXich Hohe Diskontsäße zur Anwendung gekommen seien. Der Minister hob den Aufschwung des inländischen Geschäfts- hervor und erkannte an, daß die heimische Geschäftswelt an den Ueberspekulationen der ausländischen PläZeR fast gar nicbt teil- genommen habe. Schließlich betonte der inister den günstigen Stand der österreichischen Rentenkurse, auf welche die Geldteuerung nicht, wie anderwärts, eingewltkt babe. _- an ungarischen Ab eordnetenhaufc erklärte der Mintsterprafident Dr; Weker e bei der Verhandlung des Fmanzrefforts bezüglich der Gerüchte über den Abschluß einer Anleihe, dasz-namentltck) in Frankreich verschiedene Personen als angeblrche Unterhändler für eine ungarische Staatsanleihe aufgetreten_ seien. Die Gerüchte seien jedoch bloße'Vor'sptegelun en. Dre Staatsännahmen seien so günsti , dgß Lx mcht nur _ür dre laufenden AUSgaben, sondern au 1? ts Kostxn fur diy, Reformen und Investitionen dicses ahres aUSr_etchten._ Wte das „W. T. .“ Meldet, schloß der inlsterpräftdent seme Erklärung mit folgenden Worten: „Obgleich wir zur Zeit auf Anleihen nicbt angewiesen find, so werden wir zum Zwecke von Investitionen groSen Stils späterbin,
faÜs die Vorbedin ungen für einen ünti en A l b sollten, eine Anlei e aufnehmen.“ g s g fck uß gege en sein
Auf eine Bemerkung „des Abgeordneten Lazar antwortete Wekerle, man werde dafur sorgen, daß die Anleihe in ver- schiedenen Staaten des Auslandes placiert werde.
Großbritannien und Irland.
Amtlich wird bekannt grgeben, daß der bisherige Unter- richtSMinister Birrell das frühex von_Bryce verwaltete_Amt des Staatssekretärs für Irland uberntmmt, und der ]eßige Schaßsekretär Mc. Kenna Nachfolger Btrreüs als Unterrichts- minister wird. *
- Frankreich.
Die Armeekommission wird, „W. T. B.“ zufolge, bei der RegierUng den Antrag stellen, die nzegen threr Steüung- nahme in der DreJusangelegenHett aus dem Heexe ausgeschlossenen ffiziere der .R_eserv_e tznd T_errt- torialarmee, besonders das Kommtsstonßmxtglxed Remach, wieder in ihre Stellungen einzuseßenn. '
- Der Senat verhandelte gqstern uber'dgs Ftnanz- qeseß und lehnte auf den Antrag seiner Kommtsswn, troß des W1derspruchs des Finanzministers Caillaux, den von der Deputiertenkammer beschloffenen Zoll auf Klaviere, Har- monien und Orgeln sowie den gleichfalls von der Kammer angenommenen Artikel des Finandeseßes, nach denen Adels- titel besteuert werden sollen, a . '
- Nach einer Meldung der „Agence Havas“ xvtxd heute amtlich die Konstituierung einer Kultusvxremtgxtng, die sich französische katholisch-apostoltsche Kirche nennt, veröffentlicht.
_ Rußland.
Der Ministerrat at- cstern ;,W. T. B.“ zufolge, dem Vorschlag des Minifterilt)tmsg für Volksaufklärung, betreffend
die Zulässigkeit der deutschen Sprache als Unter: richtssprache in den_Elementar: und Privatschulen des Warschauer Lehrbezirks, aUSgenommen für den Unterricht in der russtschen Sprache, in Geographie und Ge- schichte, zugestimmt.
_ Nach einer Mexdung dks „W. T. B.“ ist es gestattet worden, zeitweilig den ]üdifchen Kaufleuten in Moskau Ge- werbescheine für das Jahr 1907 ohne den polizeilichen Nachweis der Berechtigunq zum Auhfenthalt und zum Betreiben eines Handels auszu ändigen. Die Anordnung bleibt in Krafx, bis die Entscheidung über diese Frage im Senat gefällt sem mird.
Spanien.
_ Der Ministerrat hat gestern, „W. T. B.“ zufo[ge, seinen Präftdenten beauftra t, „dem König heute die Ver- trauensfrage zu unter retten. .
Türkei.
Der italienische' und der französische Bot- sxhaftex in Konstanttnopel haben vorgestern der Pforte eine gletchlautende Notz? überreicht, in der, nach einer Meldung der, „_Aqencia Stefan:“, qngekündigt wixd, daß folgende relt töse Anstalten, d1e der Dommikanermisfion in Koz1 tantinopel und Smyrna und der Franziskanermission in Trtpqlis und Cyrenatka gehöxen, endgultig in den Schuß Italiens übergegangen smd:
In Galata das Kloster, die Kirckze und die Schule der Domini- kanerväter; in Yedi-Koulé das Kloster und die Kapelle der Dominikanerväter, die Schuse der Dominikanerschwestern; kn
akrikeni das Kloster, die Kirche und die Schule der Dominikaner- väter, das Kloster und die Schule der Dominikanersckpwestern; _in Smyrna das Kloster und die Kirche der Dominikanerväter; m Tripolis das Kloster und die Kirche der Franziskanxr und ein Nebenbaus mit einer Zweiganstalt, enthaltend enz Kloster und eine Kirche mit Garten in La Meßcia und em (Grund- stück in Datrara' in Homs ein Haus mit Kapeüe, ein Kloster unk? eine Kirche im Van, den Franziskanern gehörig; in Ven Gbast ein Kloster, eine Kirche und eine von Franziskanern geleitete Knaben- schule mit Filiale in Barka nahe bei Ben Gbasi, die einen Garten und ein Haus mit Kapeüe enthält; in Derna ein Haus mit einer provisorischen Kapelle und ein für den Vau_eines Klosters und einer Kirche der Franziskaner bestimmtes Gruydfiuck.
Bulgarien. ß
n der eftri en Si ung der Sohranje veranla te ein ZIZlntra , ?mcb gdem dße Sobranje thr Bedauern und ihre Entrütung über die am 20. d. M. von Studenten verübten Demonstrationen gechn den_ ursten _ays- sprechen sollte, „W. T. V.“ zufolge, xmen Tex] _ er Opposxtton u sjürmischen Szenen. Der Mimsterprasxdent schloß Jie Debatte unter Stellung der Vert'rauensfrgge. Die Opposition protestierte sodann egen_ dte Vorlage uber die f(*“schksießung der Univerfität un die Entlassung der
ro e oren. _
P _ Eine Kundgebung dér Professoren sprtcht die Entrüstung derselben über die „Straßendemonstrationen auß, protestiert aber ge en dte Schließung der Um- versität, die ungeseßli gewesen ser, un_d appelliert an das bulgarische Volk, pie Profefforenßm dem Kampfe um die Autonomie der Universttät zu unterstußen.
Amerika.
Der Präsidknt der Vereinigten Staaten von Amerika Roosevelt hat dem Kongreßxine' So_nderbotsch_ast zu- gehen lassen, in der er darauf hmmezst, wre sehr es wun chens- mertsei, den amerikanischen Schtffahrtx'z- undHandels- kreisen auf dem Wege der Gefetzgebxmg'betm Bau großer Schnelldampfer und der Ernrtchtung schnexller Dampferlinien nach Südamerika und dem Ortent Unterstüßung angedeihen zu lassen. Roosevelt erklärt, nach einer Meldung des „W. T. B.“, daß er Hierauf ganz besonders durch die Erfahrun en, die Staatssekretär Root auf seiner kürzlichen Rundrei?e in Sßdamerika gesammelt habe, aufmerksam geworden sei. Aus_d1esen Erfahrungen er: ebe fich, daß dieses große Land im Suden, das ckJen§ltch mit _en Vereinigten Staaten in den engsten Hgndels eztehungen stehen müßte, kaum einen direkten erkehr m1t_den Vereinigten Staaten habe, da dessen Handelsbczlelßsungen stck) fast nur auf Europa beschränkten, Das dem Kongre e vorgelegte Geseß sei in keiner Weise ein Versuch, sondern auf ausgeze1chnete Erfah- rungen gestüßt, so zum Beispiel auf den Kynxrakt, den dre enJltsche Regierun kürzlich mit der Cunard-Ltme abgeschlossen ha e. Der Wür e der Vereinigten Staaten entspreche es nicht, den Großhandel mit dem Qrtent „inen Handels- konkurrenten zu überlassen. Südamertka mus e dem Groß- handel der Vereinkten Staaten ewonnen wexden und der amerikanische Groß andel müsse ogar einen eigenen Verkehr unt Hawai und den Philippinen erhalten.
Afrika. . „ Nach einer Meldung der „Agence Havas“ sMÖ die militärischen Operationen gegen d'en Kaid_Ze[lal vom Stamme der Benimsaur, zu dem Ratsull_ JLÜuchlel ist, wieder auf enommen worden.- Die Mahalla 1st_ durch dl? Truppen, Jie Arzila beseßt haben, und durch dte Truppen Ben Mansurs verstärkt worden und hat darauf gestern den Maxsch nach der Residen Zellals angetretxn. Der Kriegs- mmtster Gebbas ist entéchloffen, dem Kmd ZLÜal MLM dessen Treulosigkeit keinen Pardon zu gewahren.
Koloniales.
der Lieder alle zx: Stuttgart" hielt gestern abend in Gegenwart JhrkZ-„r Majestaten des :Kon'igs unh _der Königin, des Herzogs von UYÜLÜ/ _samtltcher Munster, der Spißen der Zivil: und Mt'lttarbehorden der stellv'ertretende Direktor der Kolonialabietlung des Aus: wärtxgeg Amts, Wirkliche Geheime Rat Bernburg emen MWMM» R d a em er erlandes ei tSrat UPP en e ver ke en en Direktor des Kolonialamts, wi? TZI. T. V.“ berichtet, Ils Mann des klaren Bjickes, der Kraft imd der Tat begrüßt batte, erinnerte dieser zunächst an die Bedeutung Würjtembergs in der Kolonisation und sprach dann über „koloniale Lehrjahr?“- um Polisik oder um konfessionelle Fragen; von der Güte der Sache gefehlt.
Im großen Saal
uns habe die Ueberxeugung Koloni eren" sei eine Wxffen-
schaft und eine Technik, die nur dur 4Studium der Be- dürfnisse an Ort und Stelle, durch Aneignun der Mittel der Wissenschaft und namentlich der Er abrungen der
-für Württemberg besonders intereffante
Es handle sich nicht
Nachkarn fick; erlernen lasse. Unsere kolonialen Gesellschaften seien noch zu jung, als daß der kolonisawrische Aufwand befriedigendere Früchte hätte tragen können. Der Redner wics dann an den Bei- spielen der englischen und der franzlYscben Kolonien den aroßen WEU der Eisenbahnen für den Handel na und bezeichneke als Hauptgegen- stand u:“.serer Mühe die Eingeborenen. Die Mißgtiffe auf diesem Ge- biete hätten vermisdkn wexden kömJen, wenn wir uns die Erfabrlxngs" der Nachbarn zunutze Yemacht hatten. Die Eingeborenen mußten zuerst zur Arbeit und zar Kultur erzogen werden, alles andere werde mit dem kultureüen Bedürfnis kommen. Auch in bezug auf die Einführung der für die Kolonéen geeigneten Kultur hätten wir von den Nachbarn lernen sonen. Hoffentlich schlöffen fick) die Konsumenten der kolonialen Produkte zusammen. Der Redner besprack weiter die
und betonte, man müsse vom Nachbar übertragen, was übertragbar sei. Der Kolonialbeamte brauche kein Jurist zg sein, nur müsse er gesunden Menschenverstand und die notigen Kennt- nisse, auch von den Gewohnheiten der Eirxgeborenen, haben. In bezug auf die Besiedelung dec Kolonien bedurfe es der Geduld. Die Vorbedingungen seien jest in Südafrika _durch den Bau von Bahnen, geordnete Verwaltung und Nixderwerfung des Aufstandes eschaffen. Hoffenilieh würden viele tüchttge und nicht zu kap-ixalarme I)eutscbe dorthin gehen. Der Redner besprach schließlich „die Stquna der Regierung. Diese könne nicht alles tun; es h_edurfe privater Initiative. Jeder Deutsche müffe don den„Koloniext wtssen, und jeder praktisch fich damit Beschäftigende müffe seine Lshrxahre du:;chgemachk haben. Die Regierung könne die Tatsachen, die Vorgange, die Möglichkeiten mit einem Scheinwerfer beleuchten, und wenn Gefahr drohe, Signal geben, das die Nation aufmecke zu nationalen Impulsen- aber die Nation und die Stämme müßten dieses Signal aufgebmen- die Lichtblicke verfolgen, fich klar sein, daß große nationale Guter auf dem Spiele stehen. Der Redner schloß mit der Mahnung: „Halte, was Du hast, auf daß Dir niemand Deine Krone taube!“ Lange anhaltender Beifall folgte dem wiederholt durch Bravorufe unter- brochenen Vortrage.
_In Frankfurt a. M. htelt au Einladung der dorti en Abtezlung der Deutschen Kolonialge eUschaft vor za [rei eu Zuhorern der Karserlrche Gouverneur Deutsch-Südmeta rikas von Lindequist emen Vortra über die deut. chen Kolonien, insbesondere Deuts = Südwestafrika. Er führte, nach einem Ber1cht des „W. T. B.“, etwa folgendes aus:
Angesi ts der Teilnabmloslgkeit und der auf Unkenntnis be- ruhenden fa schen Vorsteüungen, _die in weiten Kreisen unseres Volks bezüglich unserer kolonialen Angelegenheiten herrschen, dränge cb immer wieder die Frage auf, nzas gescheben könne, um die kolonia en Fragen, die von so eminent natxonaler Bedeutung find, volkstümlicher zu machen, die Neigung zur Betatigung in den Kolonien zu Heben und den kolonialen Gedanken im deutschcn Volke zu vsrtiefen. Nachdem" die militärische Okkupations- und Ex editionstäligkeix in den deutschen Schuß- gebieten im wesentlichen als abge (blossen gelten konne, müsse die friedliche, wirtsckjaftliche Erschließung derselben in den Vordergrund treten und energisch in AYriff genommen werden. Gleickueitig müffe eine weit- scbauende, die ewegungsfreibeit gewährleisterzde Zentralverwaltung in denselben eingerichtet und zielbewqßt durchgefuhrt werden. In einem Rückblick auf die 20jäbrige „Entwu'klung unserer Kolonien führte der Redner zunächst aus, daß diese qute namentlkch_ in unseren ößeren afrikanischen Kolonien, voc aklem m Deutsä; - Ostafrika und Beats» Südwestafrika mit Expeditionen 'er Unterwerfuyg der Eingeborknen und Niederstblagung von Aufständen auSgefuÜt gewesen seien, Zweifellos sei es bedauerlich, daß bei der Pazi zierung unserer Schu gebiete so viel e_dles deutsch? Blu? efloffen ej. ber wenn wir d : koloniale G2schtchke aller "MIM ationen betrachteten, sv müßten wir zu der Ueberzeugung gelangen, daß Kolonifieren leider ohne Blutvergießen nicht möglich s_ei. Der Rd l g schweren Kämpfe ein die _die Englander in Indien, in Südafrika
egen Kaffern- und ulustamme, im Sudan gegen die
?ckließlicb km Burenkriege; dxr auch als ein Kolonialkri t
sek, geführt hätten. Bezugltch Frankreichs erinnerte der Redner an d“ schWLren Verluste an Menschxn und Geld, die in Algier, Mada- gaskar, Dahomé und Tonkmg eingetreten Leien- Hannd habe noch bis auf den heutigen Tag in I iedsrländksch . Indien immer wieder aufkeimsnde Aufsjande nieerFUWL_rfc11. Im Ver. gleich mit den Kämpfen dieser Nationen sexen dtexeukgeu, die wir in den Schußgebieten zu bestehenshatten, weder sehr zahlreich, noch besonders verlustreich und kostspielxg 'geMsen. Dex große Unterschied sei der, daß jene Nationen zu würdigen gewußt hatten, was fie_ au ihrem Kolonialbesiß hatten, und daß fie fich absokut klar daruber gewesen seien, daß die Opfer an Gut und Blut nicbt gescheut werden dürften, um die Kolonien zu halten und zu entwickeln, und daß ße die ihnen durch ihre Kolonialpolitik auferlegten Opfer wiÜig e_trageu hätten. Wir dagegen seien noch zu sehr in unserer rubsren Kleinstaaterei befangen, 1eien noch so jung als Nation- daß wir uns zwar über den unter dem Schuße des mächtl en Deutskhsu Reichs aufgeblähten Handel und Industrie freuten, aßer uns n
nicht mit dem Gedanken vertraut machen könnten, daß wir gerade für diesen Handel und für Yiese Industrie uns nach neuen Absaßgebieten und Märkten umsehen mußten. Der deutschen Verwaltung sei vielfaüh der Vorwurf gemacht worden, daß sie nicht richtig vorgegangen sek- Der Hauptfebler in unseren Kolonien sei aber ziveifellos falsche
Sparsamkeit und die Haltung von u ' äften in den Kolonien 3 ingeclÉgüereftSatfertt irn
gewesen. Wenn Jahre 1903 nur einige Kompagnken Truppen mebk :-
wesen wären, würde der Aufstand entweder n s“ "“ oder er hätte im Keimx erstickt werden könneré'arwtx tätetthstTWet “Ma gehabt, nachher BatatUone binauözusenden. , : an (HoF ?LdnYrUtlfisT beFuTrZich fie seien, i „ser n (: er eze ung ver ebli . L " Kolonialbefiß befestigt worden; gsodanen geTieseLin ngßéuearl ell delt Iugknkd duyseres Volkes im Kriege erprobt und an Körper und SFL im fen loben, Kugelrekgen gestärkt und geftählt worden. Auch 17“ SWM Pkakt1schenErahrungem welche die Heeresleitung' und die ffiziere aus Kriegen wiedenen in China und SüdWesta'frika gewonnen haben, seien nicht gerin einzuschäßen. Ein solcher Feldzug könne viel- leicht_ durcb sehn no so gut und geschickt angele te und geleitete Manyver in dieser Beziehung nicht aufgeivogen wer en. In einen! kunfttgen in Europa zu führenden Landkriege, den (Gott verhüten möge, der aber immerhin “ ' [_iege, würde das Yraktiscb in diesen Feldzügen angewandt werden konnen, und wenn wir dadurch aus einem sol en Lanhkriege siegreickp hervorgingen, dann sei fichex1jch der Preis an Gut und Blut, den uns die Kolonien gekostet hätten, nicht zu teßer bezahlt. Daher auch das IWJL Jntereffe, das diesen bei den Feldzugen von maßgebender Steße sowie seitens des großen Generalstabes entgegengebracht werde. Es sei XU hoffen. daß die Ruhe und Ordnung nicht wieher gestört werde, und daß die intensive Entwicklung sicb UU“ der friedxtcben Erschließung zUWLnden könne. Nichts würde mehr ge- eignet sem, dix Uebcrzeugung von der Wicbjigkeit und Notwendigkeit der Kolonien in das Volk zu tragen und dasselbe mit dem kolonialen Gedanken vertraut zu machen. In dieser Beziehun sei bi5ber im Vergleich Mit dem Werte der Kolonien zu weni ges eben. Ein LU Teil der SchUld sek Zolksvertretuna beizu- messxn- weil fi? "Wk energisch genug auf die Bewilligung von Mitteln Fdrangt oder die Lagbaft geforderten Mittel nicht bewiUigt hätten- ine wesentliche Schuld treffe dabei aber am!“- das Privatkapital, das sich zu Deni? i," den Kolonien betätigt, das offenbar deren Wert nicht tiÜÜJ SW? (haßt babe. er Redner ging dann näher auf den Wert der Kolonien ein, wies auf die Möglichkeit des Anbaues m_m Kolonialprodukten, der Viebqut usw. hin. Gleichmäßig fur
Im einzelnen Wert unserer Kolonien eine Reibe_ von
im Kapparlamente esat habe; “ Südwestafrika eit? ett 4"!
offe, daß die Deutschen in später die Engländer legen könnten. Er bäh? dies
machten, in das fich
darunter Cecil Rhodes, ber alS'
Frage der Baumwollkultur *
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