1907 / 51 p. 3 (Deutscher Reichsanzeiger, Mon, 25 Feb 1907 18:00:01 GMT) scan diff

Familien- wie Einzelbausbaltungen nehmen also der Zahl WZ FMI 1121117111 BevölkÖrYng treFllmFßigqu, 131an zwar dsiceb le terYscn'zie m er n ezur eamxa er aux1 a unßen ne er _

kkfteren, während die Zahl der Anstalten schwankt, hauptsacklick

it iter Era an und der mehr ach ver- Y'd'Yteer dFrLFZYIFZFMUZn. SLnLertg man_ die HausHaltungen 1905 und 1900 1100"; ihrer Personenzahl, so erhalt man die folgende Uebersickt:

[ der mithin 1905 Zahl der mithin 1905 HaulezlYltungen * gegen 1900 Mitglieder gegen 1900

Art der Haushaltungen. vom Hundert au 8 Hundert vom Hundert aufs Hundert

1905 1900 MhZ wen ger ZII 15314)? mehr weniger ' 15 0/ """" - 7 , """“ Ein-zeln lebende FßMilcibÉe Personen ck mit eigener Hauswirtsckaft ( ZZZ? Z177 0,1? _ ZZZ YZF 81T? _ FWUkenbausbaltungen mit ? Personen ........... FWF YÜZÉ ZZ) : 11:06 10,81 0:25 _ ' ' 4 ' ' ' ' ' ' ' ' ' J J : 16,75 16,51 0,24 _ 14,56 14,28 0,28 _ ' ' 5 ' """"""" 14,37 14,36 0,01 _ 15,61 15,53 0,08 _

' ' 6 ' """"" 11,01 11,23 _ 0,22 1436 14,57 _ 0,21

' ' 7 ' """""" 769 7,94 _ 0,25 11,70 12,02 _ 0,32

' -' 8 ' """""" 4:91 5,07 _ 0,16 8,54 8,78 _ 0,24

' ' 9 ' """""" 2,85 2,91 _ 0,06 * 5,58 5,67 _ 0,09

' ' 10 ' ' ' ' ' ' ' " ' Z Z J 1,53 1,54 _ 0,01 3,32 3,33 _ 0,01

: Z 11 und'm-he' 4551.15; : J .... 1,59 9291? 0-1] 0,_01 9433. 954353 ; 3:1)? ms'i'cixll'teanbaltmkg?" "" “YZ"?Mti, it """""" 9057 072 “_ 0 36 2395 2,88 0,07 _ en : emenamen nen 0 ............ , . _ _-_ _ __

ausbaltungen überhaupt . . . . . . . . 100.00 100,09 100,00 100,00 ! * er onen

Ver ältnLSmä i am zahlrei sten find demnach die Haushaltungen _ . . mit 3 ur?!) 4 Persanen, denen diechmit 2 und 5 sowie die mit 6 Per- dli s G finde „„„„ UPÉYY V2,*1H9 so"?" folgen. Diese Haußhaltungögruppen urnfassen fakt drei Viertel " ck? ei tb t“ “11111; des Gefindes 11788 0 03 der Gesamtzahl. Dabei erscheint es an erordentlicb bemerkenswert, Kinder der D ens boüen hilf 640929 1,80 daß in diesem Iabrfünfte nur die Zah der Haushaltungen bis zu GSWLTbe-bmxdt Ak sswsßk en ' - : : 468149 1,31 Züanersonen einschlie lich zu-, die der größeren dagegen_abgenommen immerg m ? er U - - * ' - : . ' 547 161 1154 at, obwohl die stadtiscbe und insbesondere ?roßstadtiscbe Be; cblafganger - - : -_ : : : . . _ 48 369 0:14 vzlerungßanbäufun in schnel1em Sckr1tte von tasten geht. Ve . . . 20107 0,06

Jeruck ti un ni t der Zahl der Haushaltun en, sondern der Zahl iFZr gZ))kétheder zeigt ck, daß die Hausbaétunngupven mZt einer Mitgliederzahl von 3 b s 7 Personen besonders häufig find, :: |S 1905 67,29 vom Hundert“ aUer Haußbaltunqßangebörigen umfaffen.

Innerhalb der 7494 840 amilienbausbaltungen (mit 2 und

m d : ck! Personen) waren 1905vor an en Personen

' 3'2b09'1'1a62'6 '89 4" amilienmitglieder . . . . . . . . , Zfikglinge, Pensionäre . . . . . . . 29? ZZZ 8,82 kdiebungöpersonal . . . . . . . . 767 036 215

Dienstvoten für häuslicke Dienstx. . . ,

samu1611 : Z Z 35618386 100,00.

Demna kou'nuen auf eine Familienhausbaltung_durckscknitilick 427 FamiliZmitglieder 0,04 PfleglinYe und Penfionare, 0,001 EZ" zéebun spersonal des usbaltungsvor andes, 0,10 Dienstboten fur 551190 6 Dienste, 0 10 ländliches Gesinde, 0,002 Kinder der Dienst- boten und des Geßndes, 0,09 Gewerbe- und Arbeiwgebilfen, 0,06 Zimmerabmieier, Aftermieter, Cbambregarnisten, 0,07 Schlafgänger, 0,01 auf Besuch anwesend, 0,003 einquarjierte Soldaten, zusammen 4,75 Köpfe.

Bek Untersckeidung von Stadt und Land kamen 1905

auf die dte“ HLFJgemeindeÖUtlid s [tun en Mitglieder _ an a ungen _ g e er . ' eFlrytaYst v'ZH überhaupt v. H- uberhaupt UH. uberhaupt v. H. 92 623 2,39 92 623 055 88 446 2 09 88 446 043

eindelu lebende männl. Person?" mit eigener HauswirtschaftY 236 240 6,10 236240 1,40 163 882 3:87 163 382 0:80

- , weibl. . 6,64 1289420 7,64 555 574 13,13 1111148 5,44 FWUWMSHKUMQM m" 2 Persone" """"" 75241? 117) 18,79 2184 351 12,95 646311 15,28 1938 933 9,49 - . . 3 . .......... 682726 17,62 2730904 16,19 674910 15,95 2699640 13,22 * . 4 . .......... 540955 13,96 2704775 16,03 623792 14,74 3118960 15,27 . . 5 . .......... 379138 9,79 2274828 13,49 513439 12,14 3080634 15,08 . . 6 , .......... 242155 6,25 1695085 10,05 381213 9,01 2668491 13,06 - - 7 ' """"" 143 285 3,70 1146 280 6,80 254777 6,02 2038216 9,98 . . 8 .......... 79593 2,05 716337 4,25 151608 3,58 1364472 6,68 ' ' 13 ' ' ' ' ' ' ' Ö : Z ) 41947 “08 419470 ZZ.? ZZZZZ YZF 1676113 WZ : : U “"d'mebk PURE" """" 45 720 "18 "Z' 192 9340 3966 494 9375 19 859 894 9723 Summe der Famüienbausznge" """""" ZMF? TIFF 15 782 608 465

Anstalten für gemeinsamen Aufentba

lt ........... * 17 Haushaltungen einschließlich der Anstalten . 30745

314139 1,53

, , 12138 0,29 70 100,00 16 066963 100,00 4230 960 100,00 20 426 361 100,

(Stat. Korr.)

Zur Arbeiterbewegung.

Während die Verhandlungen der Berliner Kraftdroschken- übrer mit dem Verein der Kraftdrosckenbesijzer ge- Jitett sind, hat, wie die .Voff. Ztg.“ mitteilt, die Streik-

_ ung„- am Sonnabendqacbwütag neue Verhandlungen mit den Kekneren Unterm mern. die dem Verein ebenfalls angehören, eingeleitet. Bei irma 'Lennert u. Bukowski führten diese Verhandlunßen am onnabendabend zur Annahme des schon früher ver ffentlickten Vergleichsvorscblags der Führer. Die Vubandlungen werden in den nächsten Tagen bei ,den übrigen Firmen fortgeseßt. - Die Aussperrung in der Berlmer ols- industrie bat eine weitere Aquebnung in den letzten Tagen er abreu. Sonnabend find abermals zahlreickye Holzarbeiter, besonders Bau- Usckler und deren HilfSarbeiter, 111 den Vororten entlassen worden. Die 351111 der bis 311111 Sonnazdend entlaffenen bezw. ausgesperrten

' mehr 919 14 00 . _ "'YZ'ZJ'W'W find, wie die „13315314: erfahrt, dre S ck11 eider in eine Lobnbxwegung eingetrkten. S1e kundigxen zqm Avr?! den 1904 mit großer Mühe gesch10ff€nen Lohntartf. Die Arbettgeber Wehnen mit einem AUSskand- . * - [

Die .Neue ür er eitung' erfahrt. daß UU Marz 3" Base ein Kongreß 6611011321: a?") sckweizeri1chec Seidenweber zur Ein-

ung einer Lohnbewegung zusammentreten soll.

Kunst und Wissenschaft.

4. 13, In der le ten a un der Gesellsckhaft füt EFT)“ lunde erstattete Dr. YJUÜFchTaFn aus Gresßwald Ber1ck_uber skin? mit Unterstützung der Karl Rikter-Stiftng ausgefuhrte Studienreise in dem nördlicken Apennin 1111 Somnxer 1906- Dies Gebirge ist besondexs interessant durck_ eme Erscheinung, die es mit wenig anderen teilt, namlich ziemlich häufige Bergrutscbe, die, obgleich selten von großer Ausdehnung, hinreicken, Beunruhigung bei der Bevölkerung zu "“Na, und an manchen Schaden an Eigentum, Acker- land und selbst Gebäuden hervorrufen. Die Ursache dieser Berg. kutsckpe enau zu ergründen, 111 deshalb nicht bloß von wissenschaft- nchkm ert, weil zu erwarten stkbt, daß aus der Kenntnis der Ursachen fich auch die Möglichkeit einer Vorhersage und Warnung er- geben wird. Dr. Braun hat seine Beobacktungen wesentlich den

eilen des Apennin zugewandt, in dem vorzugsweise solche Berg- 1chlupfe vorkamen. Es ist dies das zur Höhe von 1000 111 "4 111824111110 fich erhebende östliche Gebirgsvorland des Hoch- apennin- bezeichnet etwa durch die Lage von Bologna "" Modena und die Straße Vologna-Florenz. Dies Vorgebir : des aus ursprüngücb kritiallinischxm Urgestein bestehegden, aber dur Fällung und Verwerfung mit jungeren Schichten uber- laserten Hochapennin gehört ausschließlick dem TertiäYan, und in eimk Zusammenseßung aus Schichten der jüngeren Tertiarzeiten, des

iocän und Pikocän, beruht die Erklärung jener "Erscheinung der Hkkgschlupfe. Das bezeichnete Gebirgsland zeigt namlich die deut- ichen Spuren, daß es, bevor der Apennin zum letzten Male aus dem „M? auftauchte, viel tiefer gelegen hat und daß s1ck in Höhe 09114 76001111 YWÜI? Auf! üttungen von Sanden und Tonen_finden, die texls der unsti Sn Bede ung durch das Meer, teils späterer Fluffe Anschwemmungen nd kktabildungen ihre Entstehung verdanken. Solche SM?)- und Sonnblagerungen, namentlich ein Ton, der, in kleinen dunkelgrauen vonup en auftretend, Schuppent9n heißt, findey fich nun stellenweise [ekt eteren Gesteinen, Sandi und Kalksteinen, uberlagert. Sie geben 0 eren Bildlmßen begreiflicherweise keine sonderlich feste Basis, und Wioxmmt e - daß aus Gründen der Witterung, nasser Sommer oder Skni er“ und “"S Anlässen örtlicker Natur, wie z. B. Eröffnung von ?enYHFZXFNAYÜLÖungm des 171[)erl(1gerG11de1l1oGLÜFNSvk ?FHÜYFY bre " ' des beobachtenden eo gen n e

Schrecken Wird nehmen können.

Thoma und Steinhausen, die beiden ührer dJeser Vereini ung, ba

9.14. Der Karlßruber Künstlerbund, der über eine be- träcktlicke Zahl Von Mitgliedern und darunter einer Füüe junger Kräfte verfügt, hat je t eine größere Ausstellung im Künsilerbause veranstaltet. Ihr esamteindruck ist un ewöbnlich sympatbiJcb.

en do einen nackbal en tiefgebenden inftu auf die Küns [er, die sich 13:12" ansckloffen Ysg'eübt. Es istk Nachahmung rte, nur die Richtung bat er bestimmt. A en emeinsam ist der Sinn für einfache, liebliche Natur, in die ?ke |ck mit aller Liebe versenken und die fie anspruchslos mit voller Treue wiederzugeben trackteu. In dieser objek- tiven, selbstvergeffenen Art der Schilderung liegt unbedingt ein großer Reiz, und die Mehrzahl dieser Arbeiten zeicknet fick durck ihrén liefen, starken Stimmungßgebalt aus. Thoma selbst ist mit drei Arbkiten vertreten: mit dem bekannten älteren Bild .Tritonen- scherz“, mit einer von festlich warmem G19nz erfüllten Abend1andsckaft und einem von 1906 datierten Bild aus dem SchwarzWaLd, das in keiner Weiß ein Nachlassen der Kräfte des alten Meisters zeigt, sondern so klar, 581111111111 und sckön empfunden wirkt wie nur je eins seiner früheren. St_etnhausen hat das Doppelbi'ldnis .Gesckwister" aus- 96116111, 506, ltebenSwürdig in der Charakteristik, doch etwas weich und fast abficktlick wirkt, sodaß 86, obwohl es auch große malerische Schön- heiten kefiyt, nicht nachhaltig witkt. Volkmann liebt es, in seinen Landschaften einen kleinen Naturausschnitt groß und mit Voller Aus- führlichkeit zu «1196111. Wenn die meisten Künstler in gewisser Weise ihre Speztalitat haben, so ist seine die Schilderung des reichen blütesckMren Somme1s, Yon dessen warmer Prackt ec unermüdli erzählt. Das große Gemalde .Wolkensckalten*, das bier au€gesteUt ist, zeigte ein Stückck6n hlübender Wiesx, über das Schwalben hin und her fliegen, blaucn Hrmmel und ein Stückchen sonnenglämendes Land am Horizont. Weniger gleichnLäßig und ausgereift ist Gustav Kampmann, der oft in dem Suchen nach starker Stimmung unwahr wirkt.

An diese bekannte'stcn unter den Karlsmber Künstlern s ließen sich eine große 3051 weniger hckannter, die aber alle fast außna mSlos einen sehr guten Durchschnitt darßeüen. Eine Anzahl ganz neuer Namen, junger, kräftkgä Ta!en1e burgt für d1_e Lebenskrczft des Bundes, und ein gutes Zeichen ist es auch, daß er selb11Raum fur so besondere Begabung wie die Emil Noldes hat, in deffen Eigenart man fick) nicht ganz leickpt hineinzöfinden vermag. Wilhelm Volz, Ecnst Würtenberger, Siegfried von Letk); Karl Mutter mit dem zeichnerisch und malerisch sebr guten Bergabbang, Hel e n e Stro meyer, die ein recht feinfarbiges Stilleben angestcllt hat, seien unter dkk großen Zahl beackte119werter Künstler besonders hervorgehoben. “* Au er den Künstlern dks Künstlerbundss haben noch eine An1abl anderer ausaestellt: Raffael Sckuster Woldom eine sehr JUR“- Aktstudie, Otto Ubbelobde eine interessante roße Lakxdschast- Bemerkenswert find auch die beiden außerotdenUcd individuellen Frauenköpfe in Gips von M. Gerstel.

Gleichzeitig hat auch der vaeumklub seine erFte Kunst- ausstellung eröffnet. Drei Säle eben ibm dafür zur Verfugung, und diese Besckränkung des Raumes ringt das Gute mit skb, daß eine strenge Sonderung notwendig war und im ganzen nur wirklich tücktige und selbständige Arbeiten Aufnahme gefunden haben. Die besten Namen unter den deutschen Künfjlerinnen 0119 hier fast akle vertreten, und es find ;persönlichkeiten darunter, die die Welt mit eigenen Augen _ckauen und mit Erfox? um einen individuellen Außdrch fur das, was fie seben, ngen. Andere freilich widerstehen nickt der Gefahr, die gerade für die Künstlerinnen besonder; groß scheint, -fick die Ausdrucksweise eine“: stärkeren Individualitczt zu erborgen und ihr Eigenleben darip zu verlieren. Das _berubrt am UUsP„mPak_bischsken da, wo diese'Vor- bilder Modegrößen find, die 1111) m emer gewissen Gewaltsamkeit

eben [offen, _und wenn die Nachahmer nun gerade diese Seite noch Zetonen und ubertreiben. Solche Auswüchse fehlen bie: anj- Die Malerinnen, die ck an ein Vorbild anlehnen, tun es in e er stillen und geschmackvo en Weise, wie etwa Hanna Mebls in ihrem

ein influß, der zu“ äußerli kr-

.Au uftta der ent jeden den Ein 11 otti er Kun vert Gergtrudiurmb, E16 |ck in ibreftm ßfaFkYnfchföck11em paßtos ax: getragencn „Sonntag in der Bretagne" an Liebermann anschließt, U. a. m. Von den bekannten Künstlerinnen sind einiJe sehr gut vertreten. Von Julie Wolftborn ist besonders das keine zarte Bildchen, ein junges Mädchen im Kahn hervorzuheben. Dora Er und Sabine Reicke haben Blldni e ausgestellt, die Land ckaft lt sehr gut durch Eva Stort, M. von Keudell und .F. Fiscker vertreten. Malerisch eins der besten Bilder ist das Interieur von Alice Trübner, das in dem breiten, weichen Strick und der * tiefen Harmonie der Faxben eine weit über dem Durchschnitt stehende Arbeit ist. Auch Hedwig Weiß be- währt sicb in ihrem Bild der jungen Mutter unter dem blühenden Baum wieder als eine starke, eigene Persönlickpkeit. In der Sckwarz-Weiß-Kunst nimmt den ersten Plaß Käte Kollwiß ein, die freilich fast nur sckon bekannte Arbeiten aussteUt. Gustave: Häeger und Clara Sivers find neben ihr zu nennen. Eine ganz neue Erscheinung ist E11s_abe„tbRickter, die eine Reihe von eicknungen, die hauptsachlich landliche Arbeit sckildern, gesandt bat. ie verraten, daß ihr Auge |ck an den Zeichnungen des Si 11- zisfimus ebildet hat. Dieselbe kühne Vereinfackung, abrupte e- ?ung, d e eine erstaunliche Sickerbeit des Blicks und der Hand be- sen, zeichnen fie aus. Man fühlt, daß hier eine starke e abun t, alle Dinge unabban g und neu zu werten. Aber es it no ni t viel Liebe in dem lick, mit dem sie die Dinge betta tet. Man darf auf die weitere Entwicklung dieses Talents gespannt ein. Einen kleinen Saal für ck haben die harmlos liebenswürdigen, an- mutigen Arbeiten von arie von Olfers eingeräumt erhalten.

Gesundheitswesen, Ti'érkrankheiten und Älisperrungs- maßregeln.

Konstantinopel, 25. Februar. (Meldung des „Wiener K. K.

Telegr.-Kotr.-Bureau9'.) Die est in Dschedda greift weiter um

; lich werden etwa 5 is 6 Fälle festgestellt. Unter den ilgern ?00 noch kein Pestfall vorgekommen sein. '

Theater und Musik.

Königlickes Opernhaus.

Am Sonnabend wurde die vor vier Jahren hier zuerst gegebene einakti e Oper .Das war ich“ von Leo Blech unter der Leitung des omponiften wieder in den Spielplan aufgenommen. Die harmlose Heiterkeit desidylliscken Stoffes steht zwar zu den kraftvoüen Aukdruckßmitteln der Mufik in etwas zu schroffem Gegensaß, aber das Feingefühl des den Taktstock führenden Tondickters mildert: und dämpfte, wo es nötig war, sodaß man von dem Werk dieSmal einen vor- wiegend günstigen Eindruck empfing. Die Ausführung war sowobk in musikalischer wie in szenischer Hinsicht liebevoll vorbereitet. Die Haupt“- rollen lagen in den Händen der Herren Hoffmann (PUNK, Jöxn (Knecht) und der Damen Rotbauser (Pächterkn), DietricZ( öscken) und von Scheele-Müller (Nackbarin),. welche letztere die omik ihrer Roar 'mit Gesckmack von Uebertreibungen frei hielt. _ Den Abend Fsélxß .Der Postillon von Lonjumeau' in der bekannten

e e ung.

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Lessingtbeater.

Georg Hirsckfeld gab vor einigen Jahren ein Bänd Novellen heraus, deren eine, mehr in orm einer bumoristis en Skizze, von den Erfahrungen erzählt, d e ein reiches, kinderloses Ehepaar bei seinen Erziehungsversuchen mit einem kleinen Proletarier- mädchen macht, das es in seinen überfcinerten Familienkreis auf- nimmt, zu dem es insofern nabe Veziebyngen hat, als es den Haus- herrn Vater nennen darf. Da die Erzieher denkbar ungeeignet nd, sckl gt der Versuch naiü111ck fehl, und der kleine Fremdling vers fft

ck ckließlick mmlich gewaltsam seine Freiheit, um in die ihm ver- trauxe Sphäre zurückzufiieben. Die enttäusckt Zurückbleibenden werden durck Hoffnung auf legitimen Familienzuwaähs getrösiek. Diese Noweüe zeigte zwar keine Vertiefung in der Charakteristik und arbeitete elwas Park auf den komischen Effekt bin, fie war aber keck und frisch geschrieben und „daher ganz kurzwälig zu lesen. Kurz- weilekeit kann man der vierakngen Komödie „Mieze und Maria“,

Q-

die irschfeld aus der Novelle gemacht hat und die am Sonnabend im esfingtbeater zum ersten Male gegeben wurde, nickt nachrübmen. Die dürftige Handlung, die in dem Stück nickt weiter ausgestaltet, auch nicht vertieft ist, herum die vier Akte, die zudem kaum mehr als atzeinanderaerelhte Situat nsbilder find, nicht im entferntesten aUSzuquen. Die Personen, die außer den drei in der Noveüe genannten in dem Stück auftreten, haben mit *der Zaydlung kaum etwas zu tun, außer elfter, dem wackeren Sekretär o|ef Lindigkeit dem die Aufgabe zufällt, die Hohlbeit und Richtigkeit des blasterten Äesxbetentums, das in der Grunewaldvilla des pada- goglsch experimentierendm Ehepaars Herrscht, ebührend an den Pranger zu stellen. Dies Unterstreicken des im Stü schon bis zur Karikatur Uebxrzeickneten wirkt recht dilettantisck und störend. Georg Hirschfeld scketnt dgmxt aber denGcschmack seines Publikums richtig erkannt und eingejchaßt zu haben, denn eine schöne Rede Lindigkeits, in der er seinen ehemaligen Brotgeber und dessen Freund, einen trottel- haftetz Grafen, dcs elendesten Proßentnms und Snobißmus ubersuhrt, exregte stürmischen Beifall, obwohl der biedere Sekretär nur durch eme völlig unglaubhafte Szene in den Stand ese t wurde, sein voUes Herz durch diese Rede zu_ entlasten. A es 11 aUem, war es eine herzlich langweikge Aufführung, vbWobl die besten Kräfte des Lesfingtbeaters ihr Können einse ten und obwohl die Regie sehr geschickt und gesckmackV9ll waltete. err Bassermann, der den über- fZinerten Aestheten Dr. Wendelin Weisach spielte, enttäuschte. Vor- zuglieb war Ida Orloff, der die Rolle der kleinen Mieze-Maria an- vertraut war. Am Schluß der Vorstellung kam es zu der üblicken Theaterschlacht, in der die Beifaüspendknden das Feld behaupteten.

Neues Tbeater.

Einen festlichen Eindruck ma te am Sonnabend wiederum das Neue Theater, wo in Anwesen eit Ihrer Majestäten des Küksers und der Kaiserin, bei Allerhöcbstder-n Eintritt in die xecktsseitige Proszeniumsloge das Publikum |ck von den SWM erhob, Madame Suzanne Desprézs mit der GeseUschaft des Theaters „L'Okuvre“ aus Paris Racines Tragödke "131161176“ spielte. Das künstlerische Wesen Suzanne Després' ist kurzlickz 9918921111le) ihres _ersten Gastspiels an gleicher Stätte 9ekexxnzxichnet worden" es war mtereffant, xu erfahren, wie |ck d'iese Naturllchkeit und 'Échlicbtbeit in Spreckweise und Darstellung Mstrebende Schauspcklerm mit dem rednerischen Pathos der Alexandriner Yes französischen Klassikers abfinden würde. Man darf wohl sagen- Ubkkkaschend gut. Sie gab zwar nicht den Stil, der am '1'11691118 ÜWULUI gepflegt wird, zeigte nickt jenes Veranschen an roßen Worten, wie Sarah Bsrnbatdt als Pbaedra. sie war weniger eldin, aber dafür desto mehr Weib. Aus ihrem Munde klangen die Verse zumeist wie eine auf Moll gestimmte, weicke Mufik hin und wieder etwas eintönig, zumeist aber fesselnd und stets in klarer Gliederung der Rede, am ergreifendften aber egen den Schluß bin. ,In der Ersckeinung war fie, obne Abficktlickeit dabei zu verraten, stets auf die Bildwirkung bedacht und gemahnte mit der schönen Linie ihrer fließenden Gewandung, dem feingescknittenen Profil und den geme enen, niemals ecki en Bewegungen an das klasfiscke Vorbild und das ben- ma grieck1zfcker Statuen. In adame _Lemercier, die die wi ti e None der Oenone sebr verstandia spielte, batte fie ene 1refflkcke Stüße; auch der stattliche Theseus des Herrn Rameil konnte 1111; sehen und böten lassen. Die große Er- zählung vom Tode Hippolyts sprach Herr Lagné-Poe etwas ge- dämpfter, als es diese'dramatiscb bewegteS ilderun des entseylichen Vorgan s verträgt, und verfehlte daher de wi1kame Stck erung. Die anßeren Mitwirkenden . fielen wenig auÉ störten gber an nicht den im allgemeinen günstigen Eindruck der esamtauffubrung.