Koch ein(zebende Angaben gemaäht hatte über das Vorhandensein der Wagen 111 der Hauptförderstrecke, die für den Betrieb des Tages gebräucht wurden. Bald nach 7 Uhr wurde oben bekannt, daß ein
Unglücksfau in der Grube sich ereignet haben mußte. Es fuhr eine '
Unzahj Von Beamten ein. Es wurde festgesteüt, daß eine umfaffende Schlagwetter- resp. Kohlenstaubexplofion stattgefunden haben mußte. Es wurde nun sofort mit den Arbeiten zur Rettung etwa noch Lebend“ bezw. zur Bergung der Leichen begonnen
Was die Frage betrifft, inwieweit die Wettermänner und Vorfahre: ihre Pflicht getan haben, so möchke ich folgendes sWM- Es besteht für das Saarrevier die polizeiliche Vorschrift, daß vor der Belegschaft in angemeffener Zeit - es sind hier drei Stunden gewesen _ die sogenannten Wettermänner vorfahren, von jeder Ab- ÜÜUUJ einer. Nach den allgemeinen Vorschriften liegt diesen Wetter- männern ob die Prüfung der großen Betriebsstrecken und der Wetter- wek? auf das Vorhandensein schlagender Wetter. Dagegen liegt die PkÜfung der Strebstrecken, die von den Strecken und Bremsbergen zu den Arbeitspunkten führen, im Saarrevier den Ortsältesten, d- b- d?" sogenannten Vorfahrern ob, die ihrerseits, bevor die Belegschaft die Strebstrecken und Arbeitspunkte betritt, diese ableuchten sollen. m vorliegenden Fall war aber den Wettermännern außerdem kur PWM gemacht worden, auch die Sirebftrecken und die Arbeitspunkt: 'in" Prüfung zu unterziehen; fie waren dazu, wie durch Befahren "d Naibmeffungen seitens des Revierbeamten festgestellt ist, auch , _ande- Inwieweit fie es am Tage des Unglücks getan. haben, ck““ nicht festgestent werden; die Beteiligten find sämtlich ver- “nßlückt, Fest steht allerdings,. daß der eine Wettermann, Ringel, d“ 10 Minuten vor 6 Uhr die Meldung erstattete, daß alles
Ordnung sei, nicht, wie vorgeschrieben, um 3 Uhr, son'tZern “| 4 Uhr 50 angefahren Zst und 5 Uhr 50 bereits wieder aber
I? war. Es steht ferner fest, daß auch der zweite Wettermann 111 einer allerdings geringeren Verspätung, von etwa einer halben t""de- ?kngefahren ist. Was die Betreffenden unten gesehen, und ße nicht gesehen Haben, was fie versäumt haben, können wir nicht fkslsieUen. Auch wie weit ihnen eine unbedingte Schuld an dem Wü“! beigemeffen werden kann, vermögen wir nicht zu ermeffen. - ist denkbar, daß das Unglück aucb geschehen wäre, wenn die Be-
enden ihre Pflicht erfüllt hätten. ,
Ursache des Unglücks kann zweifellos eme Explosion von scblasenden Wettern festgestellt werden. Die Explosion bat statt- gefunden in der Strebstrecke 5 des Breu'tsberges 28. Es ist durch eidliche Vernehmung von Zeugen, Arbeitern und Beamten festgestellt,
in dieser Strecke vor dem Unglücksfall Schlagwetter nicht beobachtet
d' Es Hat auch der Revierbeamte nach dem Unglücksfall an dieser Sten? Zunächst Schlagwetter nicbt festfteUen können; erst bei wiederholten “vbacbiungen ist es ihm gelungen, Schlagwetter in gefabrdrobender Be- “ffenbekt und Menge festzusteÜen, aber nur vorübergehend und wokhselnd. Daß die Explosion sich an dieser Stelle ereignet bat, 11 aus zwei Gründen mit xiemliiber Zuverlässigkeit angenommen wUde . * . És ist eine bei anderen GeTegenbeiten beobachtete Cigentümlich- keit,*daß der Koblenstaub„ der durch die Explosion zur Entzündung bezw. selbst zur Explosion gebracht wird, ?ck in sogenannten Koks- berlen an der Zimmerung und anderen hervorragenden Gegenständen /estseßt, daß fich aber diese Koksperlen fast immer an der der Explofionsstelle abgewendeten Seite befinden. Nun ist festgestellt, daß hieseßokspertew fich auf den nördlich der Streb|recke 5 befind- UW Stempeln usW-“uur anf der Nordfeite der Stempel und auf den südlich davon klebenden, nur auf der Südseite befunden haben, ,„ also beiderseits auf den der Strebslrecke abgekebrten Seiten. Es ist ' ferner festgesteüt, daß gerade an dieser Stelle eine ziemlich simke Flammcnentwiälung gewesen sein muß, da dorf stark angebrannte Kleidungsstücke vorgefunden worden sind. '
Muß nun hier angenommen werden, daß" fich das Ungluck in der fünften Strebsjrecke ereignet hat, und berucksichtigt man, daß an dieser SteUe vorher von niemand Schlagwetter ermittelt worden Und, so wird man sagen müssen, daß den betreffenden Be'amten etwa der Vorwurf einer leichtfertigen Belegung dieser Stellekmcbt gemacht wkrden kann. Man wird ihnen auch nicht vorwerfen konn_en, daß fie sonst irgendwelche Vorfichtömaßregeln außer “ckck IWW" bäh?"- Aklerdings find früher an anderer Stelle gelegentlich Schlagrvetter konskaliert, und da möchte ich zunächst folgendes feststeüen.
Die Saargruben find im allgemeinen ziemlich reich an Schlag- weltern. Spezieu das Tbiele-Flöj aber, um das es fich hier handelt, [M eine relativ geringe Sckylagwejterentwicklung. Dem entsprechend wüten auch die Mitteilungen und Aussagen der Beamten und des von mir gehörten Vertrauenßmannes, daß im angemeinen im Thiele- Flöö |ck nicbt erhebliche Mengen von Schlagwettern entwickeljen.
Uk Um Ende des Bremsberges 20 beim Uebergange in die andere Abkeilung haben fich in den letzten Monaten vor dem Unglück Schlag- wélteransammlungen gezeigt. Diese find von den Beamten, wie die umfassenden Vernehmungen ergeben haben, ordnungsmäßig und korrekt
Undelt worden und waren seit Dienskag der leßten Woche bereits ganz verschwunden. Es kann also auch aus dem Vorhandensein dieser- chlagwettermengen und der Art, wie fie behandelt worden fänd, der Förwurf einer Vernachlässkgung für die Beamten nicht begründet
Skden.
Eine andere Frage ist es: Wie liegt es mit dem weiteren
Wente, welches zweifellos dem ganzen Unglücksfall seine weitgehende und verderbliche Wirkung gegeben hat, mit der Koblen- staubgefabr bezw. Koblenstaubexplofion? Hier besteht die Be-
mmUng, Baß die Arbeitépunkte und die Strecken hinreichend be- beféukhket werden müssen, sodaß eine gefährliche Staubentwickkung aus- gesch[*)ffkkn ist. Wie die Aussagen des VertrauenSmannes bestätigen,
"d die erforderliÖen Apparate vorhanden gewesen. Das bestätigt pkikell auch die Aussage des Revierbeamten, der unmittelbar nach der
W971011 eine Befahrung der Baue vorgenommen hat und festgesteUt m?, daß die Vetriebßeknricbtungen den Vorschriften FM?) dk" berg-
"Mischen Normen entsprackxen; insbesondere waren dle im Intereffe nah Wetterfübrung und Koblenstaubbekämvfung_ getroffenen Maß-
erén sachgemäß und außreicßend. Auf eine genugende Unterweisung
j b):; Abbau tätkßen Kameradschaft ließ der Umstand schließen, daß
26 betften Besichtigung nach der Explosion an drei Strebsxößen aefuudenerKTde er Beriéselungsschlauch an die Rohrleitung angescb offen UNFALL ferner festgestellt, daß einige Tage vor Eintritt des Un- “kuriÖtnnge "Wk webt einwandfreie Bestandteile der Verleselunas-
gen “UsaWechselt und durch neue ersevt worden sind. In
der Beschaffenheit der Berieselungseinricbtungen kann also ein Mangel auch nicht festgesteut werden; es fragt sich, ob fie in hinreichender Weise und zweckentsprecbend benußt sind- In der Beziehung ist nun festzusteUen, daß im aUgemeinen eine Beriesebxng der Baue „an Feier- und Festtagen nicht üblich gewesen ist, und daß man sie nicht für erforderlich gehalten hat allerdings unter der Vorausseßung, daß Wettermänner und Vorfahre): ihre Schuldigkeit tun. Wenn Wettermänner und Vorfahre: vorschriftSMäßkg ihre Strecken abgeleuchtet und festgestellt haben, das schlagende Weiter nicht vorhanden find, so genügt es zweifellos, wenn unmittelbar bei Beginn des Betriebs die-Berieselung erfolgt. Wenn aber, wie es bier der Fall gewesen zu sein scheint, diese Feststellungen nicht mit der nötigen Sorgfalt gemacht find, dann ist, wie der vorliegende Fall leider gezeigt hat, wohl anzunehmen, daß ein Auslaffen der Be- rieselung innerhalb 25 Stunden unter Umständen gefährliche Folgen haben kann.
Was mm endlich die ordnungßmäßige Vewetterung betrifft, die von seiten 7der beiden Herren Interpellanten in erster Linie in ZWeifel gezogen ist, so kann ich folgendes feststellen. Die Wetter-x einrichtungen waren nach dem Unglücksfall betriebsfäbig. Es ist durch die Meffung der Wettermenge am ZZ., also 5 Tage vor dem Unglücksfall, festgestellt, daß mehr als das Doppelte der- jenigen Wettermenge auf den Kopf der Belegschaft vorhanden war, als nach den bestehenden polizeilichen Vorschriften nötig war.
Was die Beschaffenheit der Wetterwege betrifft,. so ist zu be- merken, daß, wie das ja häufig gesehiebt, gerade die Wettersitecken stark im Druck standen und darin schwer in Ordnung zu halten waren, Es ist aber seitens der Bergpolizeibeamten durch regelmäßige Be- fahrung vor dem Unglücksfall festgestellf, daß die Wetterstrecke stets den vorgeschriebenen Durchmeffer gehabt hat, und es ist speziell auch durch den Herrn Oberbergbauptmann am Tage nach dem Unglücksfall durch Befahrung der-Wetterstrecke festgestellt, daß auch mal; dem Un- glüäsfall und, obwohl vielleicht Brüche und dergleichen infolge des Unglücksfans nachteiligen Einfluß gehabt haben können, doch noch der erforderliche Querschnitt vorhanden gewesen ist.
Es ist ferner festgestellt, daß dauernd 8. Mann damit beschäftigt waren, die Wetterstrecke xu beaufsichtigen und eventuelle Unordnungen und Unregelmäßigkeiten zu beseitigen.
Es ist sodann darauf hingewiesen worden, daß der Weiter- weg oberhalb des Bremsberges 26 nicht in Ordnung gewesen sei. In der Bejiebung ist festgestellt, sowohl durch den Revierbeamten als durch Zeugen, daß hier dauernd der entsprechende Querschnitt vorhanden gewesen ist. Das; alle diese Feststelwngen richtig sind, ergibt fich schon daraus, daß die Weiterführung überhaupt funktioniert hat. Denn wenn derartig starke Störungen, wie vorhin vermutet wurde, vorhanden gewesen wären, hätten die vorhandenen Wettermengen nicbt vorschriftöwäßig
' und regelmäßig zugeführt werden können.
Es ist endlich die Frage aufgeworfen, wie es mit der Temperatur gewesen'wäre. Die Temperaturtabelle ergab, daß vor dem Unglück die Temperatur zwischen 21 und 28 Grad Zelfius in dem betreffenden Felde geschwankt babe. Erst nach dem Unglüä'sfaü, der zweifellos auf die Weiterführung nachteiligen Einfluß gehabt haben muß, ist Vorübergehend eine Temperatur von 290 (J. gemessen Wurden. Jedenfalls ist also, soweit die Messungen das erkennen lassen, vor dem Unglücksfakl auch gegen die Temperatur nichts einzuwenden ge- wesen. , „ ck Jeb glaube, meine Herren, das „waren “wohl die bauptsächlicbsten Fragen, die gesteat worden sind in bezug auf die Sicherlseit der Baue und imbejug auf die Ordnungsmäßtgkeit des Betriebes.* Ich glaube, auf Grund dieser Ausführungen feststeüen zu können, daß, wie in der Interpellation gefragt worden ist, die vorgeschriebenen Einrichtungen zur Sicherheit des Lebens und der Gesundheit der Bergleute“ vor- handen gewesen find, und daß fie ordnungsmäßig funktioniert haben.
Meine Herren, eine derartige Feststellung enthebt uns selbstver- ständlicb nicht der Verpflichtung, zu prüfen, ob denn nun aber die be- stehenden Vorschrifjen und die nach diesen Vorschriften getroffenen An- ordnungen und Einrichtungen hinreickzend gewesen find, um, Gefahren von der Belegschaft abzulenken; denn ich bin der Ansicht _ und diese Anfiäyt wird geteilt von dem Herrn Oberbergbauptmann und von den Beamjen der gesamten Bergverwaltung -, daß eigentlich solche Unglücksfälle nicht vorkommen sollen, und daß, wenn fie vorkommen, durch eine sorgfältige Revifion aller in Betrach kommenden Momente zu prüfen ist, ob nicht vielleicht doch an dieser oder jener SteÜe eine Vervollkommnung möglich und notmxndig ift, '
In dieser Beziehung ist nun selbslverständkich bereits das Er- forderliche in die Wege geleitet. Es ist richtig, wie seitens dés Herrn Abg. Marx Vorhin bemerkt worden ist- daß bereits für den gesamten Bezirk der Bergwerksdireküon Saarbrücken eine Reihe von An- ordnungen getroffen ist. Es ist darin bestimmt worden:
1) Vor der Anfahrt der Frübschkchß insbesondere in der Nacht nach Sonn- und Feiertagen mUsK sämtlicher trockener Koblen- staub gründlich befeuchtet Werden. “
Die Weitermäémer haben bei ihrer Befahrung «UÖ den Erfolg der Berieselung zu prüfen und Vor der Anfahrt der Belegschaft darüber Meldung zu machen.
Zu Wettermännern smd nur ganz besonders zuverlässige Personen zu verwenden. '
2) An den Abenden von Sonn- und Feiertagen muß genügendkAUs- sicht über und unter Tage vorhanden sein, um eine KontroUe der An- fahrt der Sprißer, der Wettermänner,ejwa erforderlickzer Nobrscbloffer, sowie ihrerTätigkeit in der Grube fieber zu stellen. Dem anfficßkfübrenden Beamten muß Gelegenheit gegeben sein, für ausbleibende Spriyer oder Wettermänner geeigneten Ersaß sowie etwa erforderlickpe Robrscbloffer aus den nächsten Bergmannsdörfern berbeiholen zu können. '
Der SonntagSnackxtdienst soll wechseln. Er muß aLS eine Ver. trauensstellung angesehen werden, und die betreffenden Beamten und Arbeiter müssen es als Ebrenpflicbt betrachten, fich _- wje das schon heute bei de': Staatsbahn geschieht - 6 Stunden vor dem Dienstantritt des Alkoholgenuffes zu enthalten.
3) Der Vewetterung der Strebstrecken ist besondere Aufmerk- samkeit zu widmen. Die oberen Stöße der Strebstrecken find beim
Bergeversajz und Ausbau möglichst so zu gestalten, daß ßch SMW»
Wetter nicht stellen können.
4) Für jedes BUMSÜLLSKW muß im ein- und außziebenden WSUUÜWM je eine naffe Zone vorhanden sein. Als natürliche naffe Zonen gelten Strecken, in denen das Hangende, die Stöße
und das Liegende auf eine Erstreckung von wenigstens 10 :o naß find, sowie die Betriebe mit SpülverfaßZJn allen anderen Fällen Und eine oder mehrere Wafferbrausen erforderlich usw.
Damit ist ein Teil der zu Punkt 2 seitens der Herren Inter- peUanten gestellten Fragen bereits beantwortet, soweit es sich also um die vorläufig seitens der Bexgwerksdirektion selbst getroffenen An- ordnungen handelt. Selbstverständliab wird eine Reihe weiterer Prü- fungen erforderlich sein. Es wird zu prüfen sein, ob der Dienst der Wettermänner anders zu gestalten ist; es wird zu prüfensein, ob man eventuell den Wettermännern wenigstens an den Tagen nach Sonn- und Feiertagen noch Beamte beigibt; es wird zu prüfen sein,* ob man ihre Zahl vermehren soll.
Ich komme bei dieser Gelegenheit dann auf die weitere Frage, die aufgeworfen ist, ob es ordnungßmäßig war und worin es seinen Grund hatte, daß bei dem Unglücksfall kein Beamter in der Grube zugegen war. In dieser Beziehung ift festzustellen, daß es in den Staatögruben an der Saar und, soviel ich weiß, vielfach auch in privaten Gruben üblich ist, daß der Steiger erst nach der Belegschaft einfäbrt. Der Steiger hat zunächst die Leute zu verlesen; fehlen ibm Leute, so ist er genötigt, die entsprechendeu Anordnungen zu treffen, Er hat dann die erforderlichen Notizen zu machen über die ihm von den Wettermännern zugegangenen Meldungen; erst dann fährt er an, um die Mannschaften, die inzwischen die Arbeitspunkte erreicht haben. bei ihrer Arbeit zu sehen und die sonstigen KontroU-nüber den Betrieb, Ve- wetterung, Berieselung und dergl. mebr vorzunehmen. Diese Einrichtung bat fick: bisher bewährt. Oh das Unglück vermieden worden wäre, wenn der Steiger, wie das anderwärts der Fall ist, in dem letzten Korbe mit der Belegschaft angefahren wäre, ist in hohem Maße zweifelhaft; und man kann fick) fragen, ob seine Anwesenheit oben im Interesse des Dienstes und Betriebs nicht nüßlicher gewesen ist als unten. Immerhin ist das eine Frage, die einer eingehenden Prüfung unterzogen werden muß.
Der Herr Abg. Goldschmidt hat gestern die Frage aufgeworfen, warüm die elektrischen Lampen noch nicht durchweg eingeführt seien; und er hat Weiter die Frage aufgeworfen, ob es richtig sei, daß auf den staatlichen Gruben geistig minderwertige Leute mit der Instand- haltung und dem Reinigen der Lampen beschäftigt würden. Ick will auf das Detail dieser Fragen nicht eingehen; ich halte es für zweck- mäßiger, wenn fie nachher, soweit es erwünscht ist, von meinem sach- verständigen Kommiffar noch besonders beantwortet werden. Feststellen möchte ich nur das eine, daß die Einführung der elektrischen Lampen nicht etwa gescheitert ist am Geiz der Verwaltung _ wenn es fich um die Sicherheit der Leute handelt, können Geldfragen gar nicht in Betracht kommen -; sondern fie ist deswegen unterblieben, weil diese Lampen noch sebr schwer find (Abg. Hilbck: Sehr richtig!) - wir können pur Akkumulatoren verwenden _, und weil zweitens die Brenndauer boch vubältnißmäßig kurz ist und eine absolute Betriebsficherheit der elektrischen Lampen noch nicht gesichert ist. Es ist zu hoffen, daß diese Schwierigkeiten mit der Zeit behoben werden können.
Es ist dann moniert worden, daß keine Erkennungßmarken' für die Leute eingeführt worden seien. Meine Herren, daß diese Erkennungßmarken nicht eingeführt find, liegt nicht an der Staats- verwalkung, sondern daran, daß ein großer Teil der Berg- leute aus Aberglauben der Einführung der Erkennungs- marken entgegentrikt (Sehr richtig! bei den Nationalkiberalen); fie nennen die Dinger Todeßmarken und haben keine Lust, sich mit ihnen in die Grube zu begeben. Im übrigen wird selbst- verständlich gepxüft werden, ob nicht eine noch sorgsamere und schnellere Kontrolle der eingefahrenen Mannfcbaften möglich gewesen wäre.
Wenn dann moniert worden ist, daß es vorgekommen sei, daß Leichen an die falschen Angehörigen außgebändigt find, so teile ich die Empfindung desHerrn Abg.Marx, daß das für das Gefühl der beteiligten Familien etwas sebr Schmerzliches gehabt Haben muß. Auf der anderen Seite bitte ich die Herren aber, zu berücksichtigen, daß ein großer Teil der Leichen in einem Zustande war, der ein zuverlässiges Erkennen nicht mehr ermöglichte, sodaß die Angehörigen selbst Mühe gehabt haben, die Jbrigen beraußzucrkennen, und ich muß sagen, ich bin erstaunt, daß es schließlich möglich gewesen ist, bis auf einen sämtliche Ver- unglückten zu rekognoSzieren.
Ich glaube, meine Herren, daß ich bis auf einige Sachen, auf die ich noch kommen werde, die zahlreichen Fragen, die die beiden Herren an mich gesteut Haben, entmder einzeln beantwortet habe, oder daß fie fich aus den Ausführungen, die ich im ganzen über den Hergang des Unglücks gegeben habe, wohl beantworten lassen. Ich komme bloß noch auf einen Punkt: das ist die Frage der Arbeiterkontrolleure.
Meins Herren, ich würde im Zweifel sein, ob gerade das RedenuUnglück ßeeignet ist, das Jnstituj der Arbeiter. kontrolxeure als eine besonders zweckentsprechende Einrichtung erscheinen zu lasen. ' (Abg. Dr, Bols: Sehr «ng» Denn die Herren dürfen fich nicht darüber täuschen, daß, wenn im vorliegenden Falle Nachlässigkeiten eine Rolle gespielt haben, diese Nachlässigkeiten nicht von den Beamten begangen find, sondern von den Arbeitern, die in der Vertrauensstellung der Vorfahre: und der Wettermänner gewesen find, und ich glaube nicht, daß, wenn diese Leute von ihren Kameraden geWäHlt worden wären, damit eine ab- solute Garantie ihrer Zuverlässigkeit gegeben sein würde. Von den beiden unglücklichen Leuten, die vermutlich oder angeblich in dem vor- liegenden FaUe ihre Pflicht nicht getan haben und das mit ihrem Leben bezahlt haben, habe ich durch Befragen ihrer Kameraden und speziell dcs Vertrauenßmanns festgestellt, daß ße absokut zuverlässige und nüchterne Leute gewesen find. Meine Herren, wir wollen uns doch über 2an nicht täuschen: wir können die schönsten Anordnungen geben, wir können die schönsten Einrichtungen treffen, die Unvoll- kommenheit des Menschen wird uns. immer einen Strich durch die wohlüberlegtesten Maßnahmen und Rechnungen machen. (Sehr
wichtig! rechts und bei den Nationalliberalen.)
ch komme dann auf die Fragen, die mir vorgelegt find, speziell in bezug auf das Institut der Arbeiterkontroüeure im Saarrevier. Die Herren wissen, daß dieses Institut dort bereits seit mehreren Jah'ren besjebt, und zwar in der Weise: jede Steigerabteilung wählt in geheimer Wahl einen VertrauenSmann in den Arbeiterausschuß, und dieser VertrauenSmann hat das Recht, einmal im Monat nach seiner Wahl im Beisein eines Beamten die Baue feiner Abteilung zu befahren und auf ihre Sicherheit zu prüfen. Nun ist gesagt worden: diese Einrichtung hat keinen Wert, wie der Falk Krämer be- weist. Ick) will es dahingesteut sein lasen, ob es zweckmäßig iß, diesen einen Fall Krämer dauernd xu benußen, um danach den Wert oder Unwert bestehender Einrichtungen zu beurteilen. Feflßeum
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