1907 / 51 p. 8 (Deutscher Reichsanzeiger, Mon, 25 Feb 1907 18:00:01 GMT) scan diff

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möchte ich nur, daß, soweit ich informiert bin, der Vorwurf, der dem VertrauenSmann im Falle Krämer gemaeht sein soll,

sich darauf bezog, daß er Moniten gezogen hat, die Nicht seines Amtes waren, die sich auf die Fesisteklung des Gedinges bezogen. Meine Herren, das ist ein Punkt, in dem ich den Ausführungen des Herrn Marx nicht ganz folgen kann. Ich kann es verstehen, wenn die Arbeiter den Wunsch baden, aus sich selbst heraus durch einen

_, Mann ihres Vertrauens die Baue zu sehen und zu befahren-

" in denen sie arbeiten müffen, und in denen ße eventuel] durch schlechte Einrichtungen Leben und Gesundheit einbüßen können. Aber die Fesifteiiung des Gedinges kann unmöglich durch Ver- mittlung des Vertrauensmannes erfolgen. Es ist also richtig, wenn in unseren Instruktionen für das Saarrevier diese Punkte aus- geschlossen werden, und es ist richtig, wenn es den Vertrauens- männern untersagt wixd, diese Sachen in den Bereich ihrer Tätigkeit zu ziehen. (Sehr richtig! bei den Nationalliberalen.)

Auf der andern Seite kann ich der Auffaffung des Herrn Abg. Marx, daß unsere Bergleute an der Saar verschwiegen und ängstlich wären und es unterließen, aus Angst vor ihren Vorgeseßien ihre Wünsche und ihre Bemängelungen außzusprecben, zumal ihren An- regungen von seiten der Vorgeseßten doch nicht Folge gegeben würde, nicht beitreten (Abg. Dr. Röchling: Sehr richtig !), und zwar auf Grund der Erfahrungen, die ich inzwischen selbst gemacht habe. Ick) babe wiederholt mit Bergleuten gesprockpen; ich habe mich spezieli mit dem Vertrauenßmann in Reden unterhalten und habe gefunden," daß der Saarbergmann ein intelligenter, ungewöhnlich inteUigenter Berg. mann ist, der die Dinge, die ihn angeben, sehr wohl zu beurteilen in der Lage isi, und der auch seine Meinung frank und frei ausspricht (Abg. Dr. Röchling: Sehr richtig !).

Ich kann aber ferner feststellen, daß speziell im Saarrevier eine Anzahl von VertrauenSmännern wiederholt in den Bereich ihres Ressorts faliende Moniten gezogen Haben, daß diese Moniten mit ihnen besprochen sind, und daß fie sich im einen Fall überzeugt haben, daß sie unbegründet waren, während man im anderen Fall ihrem Wunsche entsprochen hat.

Es sind mir zwei Fälle in Erinnerung. In einem Falle batte dex Vertrauensmann moniert, daß zu viele eiserne Stempel verwandt

wurden, und die Befürchtung aus:;esproiben, daß dadutéh zu viele Unglücksfälle entstehen könnten, weil der eiserne Stempel nicht so wie der hölzerne das Zufammenbrecben und den Bergdruck anzeige. Darauf ist dem Manne bewiesen worden, daß auch eiserne Stempel derartige Anzeichen geben; er ist im übrigen dahin belehrt worden, daß eiserne Stempel an Stellen mit besonders starkem Druck nicht veWendet werden sollen, und damit war der Fall außgetragen.

geseßlicbe Regelung der Arbeiterkontroiieure, wie sie von seiten der Herren Vorredner gewünscht wird, nicht in Ausficht sielleff.

Es ist dann Von dem Herrn Abg. Marx noch eine ganze Rkibe von Spezialstagen erörtert wordkn, ob man vielieicbt eine andere Einteilung der Schichten eintreten lassen, ob man statt am Montag des Morgens schon am “Sonntag des Abends einfahren [affen foUte Usw. Ich glaube, auf diese Einzelheiten hier nicht näher eingehen zu sollen, Ich kann de1fichern, es wird alles eingehend und sorgsam geprüft werden, und ich werde im übrigen dem Harm Abg. Marx besonders dankbar sein, wenn er mir die Zeugm benennt, die eine weitere Aufklärung über die Vorgänge in Reden geben können. Ich wSrde nicbt verabsäumen, sie sofort Vernehmen zu laffen, und kann versichern, daß ich, wenit wider Erwarten durch diese Zeugen das Verschulden irgend eines Beamten nachgewiesen werden sollte, nichl zögern werde, mit der ganzen Strenge des Gesetzes gegen ihn vor- zugeben. Ich kann aber diese Versicherung nicht geben, ohne nochmals zu betonen, daß die Beamten, soweit ich die Sache übersehen kann, in Reden ihre Pflicht getan haben. (Bravo! bei den National-

liheralen.) Es ist mir von dem zuständigen Revierkeamten Versichert worden, daß die Grube ordnungswäßig und gut betrieben war, und ich kann zum Teil aus eigener Erfahrung beftätigen, daß, Wenn die Arbeiter mit Todesveraebiung beruntergegangen find, um ihre Kame- raden zu retten und die Leichen zu bergen, von seiten der Beamten mit einem Heldenmut und einer Unermüdlicbkeit gekämpft worden ist, die mich mit hoher Befriedigung erfüllt hat. (Bravo!) Ich selbst bin in der Lage gewesen, am letzten Tage einen Bsrgaffeffor nach Hause zu schicken und ihm zu sagen: Isst legen Sie fit!) ins Bett, Sie können nicht mehr.

Es bleibt nun die Frage übrig, in welcher Wikis? die Prüfung, die ich soeben dem Herrn Abg. Marx in Aussicht gesteÜt babe, statt- finden soll, und ich bin mir dabin schlüssig geworden, daß ich die sämtlichen staatlichen Gruben des Saarrevierd durch eine besondere Kommission werde befahren laffen, um etwaige Mißstände abstellen und etwaige Verbesserungen anordnen zu können. Ick bemerke dazu ausdrücklich, daß ick) zu dieser Befahrung dk? VertrauenWänner der betreffenden Steigerabteilungen stets werde zuziehen laffen.

Ick komme nunmehr zu dem dritten Punkt der Juterpellation. In diesem Punkt befinde ich mich- was die Ziele betriffk, in “völliger Uebereinfiimmung mit dem, was der H?" Abli- Marx vorbm “Us"

" t at.

“;ck"?th ich auf die Einzelheiten eingebe, möcht? Ü) folgendes Vokalis- schicken- Cs find verunglückt in Reden 149 Mann, es ist nachtraglich noch ein Bergmann an den FOM?" einer Koblenoxyddergiftung im Lazarett gestorben. Diese 150 Mann baben binterlaffen 61 Witwen,

In einem anderen Falle wünschte der Mann einen Quer- ““von denen 57 in Preußen angeseffen find, die übrigen werden vermut-

ichiltagd luxZ Interesse einer besseren Kommunikation. m en euten die Sach? besehen und fi- sind überzeu , - , gt wo den, daß ihr Wunsch “auf dem Wege, den sie vorschlagen, Licht ju egeexrießickxn Hi. [ckDie Verwaltung hat aber auf einem anderen rem un entspw en, u d di friedeZlZeü erledigt worden. ck a e Sache ist ju allseitiger Zu- babe eine große Anzahl von Protokollen aus de n Vertr - «n;;sxYngeJiieianentleitzteZFabxen durchgelesen und habe gefodß: erg eu e gewöhnt haben sich in d E , zu balken, die ihnen durch die Jnsiruktiori en renzen * en e LZ) FT): ?;sckpdeut Shikißben, ihre Wünsche vorzutrageß.zo2ieck'ie YYY; en ungen, wie- die Protokolle er eb ruhiger Weise erörtert worden und haben meistenß T:: ZJTZUT

Frieden wi gefunden.z We" _der Vermutung und dem Bergmann ihren Abschluß

, Nun wird vielleicht einer von bei: erte - das alles so wundersibön findest, dann ?uuß nie!;alÜ-b ZT'ebév-FLLdDu daß Du das Institut nicht weiter ausbaust und nicht in Ausse-LZ Renft, daß die Sache geseßlicb eiugefübrtiwird. Meine Herren ich babe ein Jahr Zeit gehabt, die Sache zu überlegen und durchsz „k und stehe noch auf dem Standpunkt, auf dem ich vor einem Jaden en

standen habe: es ist unzweckmäßig, ein solches Institut im We ; Fe-

Geseßes und zwangdweisekeinzufübren. Das ganze Institut ran?: es

bei gegenseitigem Vertrauen funktionieren. Solange VeWaltun nu;

Arbeiter fich verstehen, wird ein derartiges Institut funktionZexm*

sobald sich Verwaltung und Arbeiter nicbt versüßen, wird es alex);

funktionieren, und sobald das Institut zu politischer Agitation ur

Erörterung von Angelegenheiten, die mit dem Betriebe der Ö zbe

nichts zu tun haben, benußt werden sollte, ru

um es richtig!. bei den Nationalliberalen.) Ick, sin Fer ALYJMÉSY Arbeiter silb dieses Recht der Beteiligung an der Beaufsich'tjgxmg de; Bauezsoneit es ibnen *lbre Arbeitgeber nicht freiwiUig geben dadu ck) verdienen mögen, daß K? ("ck ihrerseits mit Vertrauen mit IT r

mit Jntereffe für den Betrieb an ihre Ardeit baanéebm "erilxlré Vorgesetzten gegenübettreten (Sehr richtig! bei den Nationalliberale )"- da"" W "“5- was die Herren wünschen. ganz von selbst ! " ' Ich muß aber nach diesen Erfabmngen wiederholen": ich bin :*FTY der Lage, nach dieser Riädfung etwa einen geseßlitben ZWUng „Mm schlagen, und zwar auch noch aus folgenden Gründen.

Es ist nicht nur eine Frage des Vertrauens, ob man d

Arbeitern eine derartige Beteiligung an der Ordnung des Betrieb?; gibt, sondern es ist das auch eine Fjage der Entwicklung des “kisüqen und ethischen Niveaus der Bergarbei er (sehr richtig! bei den National- liberalen), und das ist, wie ich mir!) inzwischen überzeugt babe, in den verschiedenen Teilen des deutscbén Vaterlandes verschieden. Was ich dem Harz- und dem Saarbergmann ohne weiteres geben würde, kann ich an anderen Stellen dem Bergmann nicht geben. Ein weiteres Moment! Es ist, wie i;!) glaube, gestern von dem Herrn Abgeordneten Goldschmidt betont worden, man möge den Arbeitern doch ein gewiffes Maß von Selbstverwaltung einräumen. Ia, meine Herren, ein giwiffes Maß von Selbstverwaltung mag man ihnen geben unter den Voraussetzungen, die ich eben anführte, und mit der Beschränkung, daß man ihnen nicht einen Einfluß auf die Gestaltung und vor alien Dingen nicht auf die finanzielle Verwaltung des Betriebes gibt, die für diesen selbst gefährlich werden kann. Dann gibt es noch eine dritte Schranke. Jede Selbstverwaltung erfordert ein großes Maß von Selbsizucbt und von Intelligenz. In dem Maße, wie die Selbst- |ucht und das Verständnis für den Betrieb und die Inteliigenz für die Beurteilung der Betriebsverbältniffe sich auf seiten der Arbeiter vxrmebrt, werden auch - deffen bin ich gewiß - unsere Arbeitgeber nicht zögern, den Wünschen der Arbeiter weiter und weiter entgegen- zukommen. Ick) kann aber zur Zeit, auch unter dem Eindruck des Redener Unglücks, das ich vielleicht noch mehr als Sie beklage, eine

Man hat 1

' barten ba erischen Pfalz zu Hause sein. Das [in- ZLckmbTTr LbeZTinilken ihr:)s Vaters beraubt, die vorher schon die Mutter verloren hatten, und es sind aus diesen Familien im ganzen 5 Vollwaisen zu zählen. Es ist dann, soweit es bai festgesteiit werden können, ein Aszendent durch das Unglück seines einzigen Ernabrers be. raubt worden, und es find im übrigen, wen-n wich mein Gedäch_tnis nicht täuscht, 151 Halbwaisen vorhanden. Fur diese Leute [)at zunachst einzutreten die Berufögenoffensäpaft, und War werden gezahlt 12 000 „46 Sterbegelder, und es sind an laufenden RVM" zu zahlen 43 000 „M (Hört, böjti) Die Renten belaufen sich fur eine Witwe mit mehr als 2 Kindern auf annähernd 900 .“; sie steigt aiierdmgs nicht in entsprechendkm Maße, wenn die Anzahl der Kinder iebr viel größer ist, und ist selbfiversiändlicb sehr viel geringer, sobald

8 um Aszendenten handelt. Immerhin wird man Teich Z:?en müffen, daß die Leistungen der Verungenoffen- schaft nicbt karg bemeffen find. Trotzdem werden aber

die Beteiligten unter Umständen in eine ganze Reihe großer ökono- mischer Schwierigkeiten geraten. Es werden ersienSmal die Witwen, die mit einer großen Amal)! von Kindern zurückgeblieben“ sind, dock) immejbin ihre Mühe haben, mit der Rente aukzukommen, und es Werden besondete Aufwendungen zu machen sein für kränkliche oder verkrüpveite Kinder, die des Ernährers beraubt sind. Es wird zu sorgen sein für Söhne, die in die Lehre geben wollen, es wird zu sorgen sein für die Konfirmanden aus Anlaß ihrer Konfirmation. Es wird ferner darauf Bedacht genommen werden müssen, daß die Hinter- bliebenen der Bergleute durch den Tod ihres Ernährers nicht in sonstige wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten. Es gehört zu den Lebenöwünscben des Saarbergmanns der Erwerb eines eigenen Hauses und eines eigenen Gtuydstücks. Sie fangen verhältnismäßig früh an, fich ein derartiges Anwesen zu beschaffen, und suchen es dann im Laufe ihrer Dienstzeit abzuzabien. Es wird danach meiner Ansicht nach die Pflicht der Verwaltung sein, dafür zu sorgen, daß derartige von dén

Vätern erworbenen Grundstücke den Hinterbliebctien erhalten bleiben. (Sehr gut!)

In aUen solchen und äbnlicben Fällen wird nach meiner Ansicht

die StaaLSregierung einzutreten haben über das Maß der berufs- genoffenscbastlicben Leistungen hinaus und ohne Rücksicht auf das, was die Privatwobltätigkeit eiwa geleiüet bat. (Sehr gut !) Es fragt sich nur, in welcher Weise das geschehen soll. Nun bin ich der An- sicht, daß der Zweck unvonommen erreicht werden würde, wenn man heute eine große Summe zur Verfügung stellte und verteilte, sondern ich würdxes für richtiger halten, wenn die Bergverwaltung die Sache in der Hand bebUt und in der Form von Renten einmalige oder Wiederholte Untersiüßungen im Einzelfall so lange ausbiift, als sich die Notwendigkeit dafür ergibt. Dann handelt es sick) nicht um ein- malige, sondern um Außgabeit, die unserm Etat auf Jahre hindurch belasten werden und in ibter Höhe heute nicht übersehen werden können._ Diese Außgaben können geleistet werden aus den Titeln zur Unterstußung der Arbeiter, die bereits im Bergetat vorhanden sind uxddich habe mich mit dem Herrn Finanzminisier dahin geeinigt, daß“ :ck KZs Zweckmézßigste sem wird, wenn die auf diesen Grundlagen, die Et is:? außgefubrt habe, 11! bemeffenden Unterstüßungen aus diesen a teln eventuell unter Ueberschreitung des Etats gezahlt we1den. Wir geben uns der Hoffnung bin, daß das bob? HWS diäe Uebersckoreinzngen genehmigen wird. (Sehr richtig!) Es w r sp terhin zu prufen sein, ob diese Leißungen dahin führen TIF", xi;.?)erktkeffkxden Eiatsiitel dauernd zu erhöhen. In dieser

agun u m no das sehr richtig bemerkt _ escbifi dafsolgende. Der Herr Abg. Marx Hat

ein Gedanke. der au 5 bewegt hat, als wir die Frage der Unterstüynng ?eanjYxx

bliebenen erwogen _ daß eine gewiffe Härte d . rechtigkeit darin liegt, daß bei derartigen MassenvequlückxZF; die die ungemein: Aufmerksamkeit und das Msemeine Mit:

leid erregen, die Hinterbliebenen überreich untersiüßt werden, während fich um die Witwe mid die Kinder einrs einzelnen Berg- manns, der im Berufe seinen Tod gefunden bat, kein Mensch 5S- kümmcri; ße bekwmmen ihre Unfallrsnie, und damit ist die Sache erledigt. Ich bin der Meinung, daß dieser Redener Fall Anlaß glb?“ soll, alie ähnlichen Fälie, auch dikjenigsn, wo nur ein einzelner Berg- mann oder ein paar Bergleute Verunglückt sind und die nicht die öffentliche Aufmerksamkeit auf sich ziehen, ebenso zu regein wie die Fälie, die ich anJeführt habe (lebhafter Beifall), daß also (:ck) in Zukunft in “USU Fällen, ohne daß es einer besonderen Vorlage bedarf- eine ähnliche Unterstüßung eintritt, wie ich sie eben für die Reben“ Hinterbliebenen charakterifiert habe. Das wird bei der Gestaltung unserer Etats in späteren Jahren zum Ausdruck kommen; ich

“nehme nach den Aeußerungen der Zustimmung, die ich kb?"

gehört habe, an, daß das hohe Haus mit einer derartigen Behandlung dieser Angelegenheit einverstanden sein wird. (Bravo!)

Es hat der Abg. Marx dann auch noch eine Frage gestreift, die uns auch beschäftigt und die, soweit ich unterrichtet bin, auch die Bergleute im Saarrevier sebr lebhaft beschäftigt, das ist nämlich der Umstand, daß die aus privaten Spenden des In: und Auslandes zusammengekommenen Summen so groß sind, daß sie eigentlich v““ ständigerweise unter die Hinterbliebenen der Opfer dieses einzeln?" Unfalles nicht verteilt werden können. Es hat sich infolgedeffen im Saarrevier der Wunsch entwickelt, eventuell nacb vorherigem Ein- vernehmen mit den Hauptspendern dieser Zuwendungen eine Ein- richtung dahin zu treffen, das; ein Teil dieses Fonds als ein ständis-e Unterstüßungsfonds für verunglückte Saarbetgleute und , Hinterbliebene etabliert wird. Ich teile das hier '"“ nachrichtlich mit; es ist nicht meine Sau): und nicht SMW Staates, diese Einrichtung zu treffen; das ist Sache des Prwat' komitees. Da aber der Herr Abg. Marx die Sache bier WMF hat, habe ich es für zweckmäßig gehalten, das hier zu bemerken- C' erübrigt sich daher die Hinterlegung einer besonderen Untersiüßungs' summe seitens des Fiskus, wie fie dec Hm Abg. Marx W“ geschlagen hat.

Ich bin damit am Ende- Ick babe zuleßt gesprochen von de" reichen Spenden, die aus In- und Ausiand für die Hinterbliebenen der verunglückten Redener Bergleute zusammengeflossen find, und i möchte nicbt schließen, ohne an dieser Stelle alien den Spendern in: In- und Auslande im Namen der Bergverwaltung und im Namen unseres Vaterlandes für diese werktätige Teilnahme hier noch einmal herzlich zu danken. (Lebhafte! Beifall auf allen Seiten.)

Auf den genügend geftüßten Antrag des Abg. Dr.

Dittrich (Zentr.) findet eine Besprechung der Inter- pellationen statt.

Abg. Stuckmann (kons.) ergreift zu einer kurzen Erklärung das Wort, die aber bei dem schwachen Organ des Redners und der im

Laufe nach der Rede des Ministers eintretenden Unruhe für di“: r spricht deut“

erickoterstatieriribüne fast gänzlich verloren geht. E Minister sowohl für sein umsichtiges und energisches Eingreifen, wie für seine heutigen Ausführungen seinen Dank aus und giht dxr Hoffnung Ausdruck, daß alles geschehen werde, um die Garantien fur Leben und Sicherheit der Bergleute möglichst zu vervollkommnen.

Abg. Brust (Zentr.): Ich bedauere mit den Vorrednern das so traurige Ereignis, welches sick) (zu der Saar zugetragen bat, mment- [ich deshalb, weil es meine fruheren Kameraden betroffen hat, Ich bali: mich deshalb für besonders verpflichtet die Hand in eine Wand; zu legen die der Heilung bedarf, und EinriZBtungen zu besprechen, die überauéreformbedürftig find. Man hat dj_e Saatgrube Reden vie!- fach ais wetterfrei bezeichnet: auch der Mimstex tat dies, obwohl er in der Kommission zugegeben hat, es set'in einem _ngle vom Ver- trauensmann auf Schlagweitervorbandensem bingewleien worden, da Er entdeckt habe:, daß mit elektrischen LamYen gearbeitet werde. Hiex- nacb konnte von „wetterfrei“ keine Rede sem. Cs kymmt eben (zuf die Auffaffung des Bkgriffs an. Für den Oberbekgawtsbxzirk Breslau ist vor- geschrieben daß, wenn schlag-ende Wetter durch die Stchxrbett5lampe nach- gewiesen werden, jede selbständige BetriebSabteilung eme: (Grube, WMF mehrere solche Abteilungen vorhanden sind„ ais'Grube zu gelten b&s Jm Saarrevier scheint eine solche Vorschrift nicht zu bestehen. n kann ja nicht alles schablonÖsieJ werden, aber die Besiimmunge " 'e Wette übrung un ie ' ZYX!) Tin. Leidel? fehlt es aber namegtltch" im OberbetYmLYkliFiz;c Bonn an einheitlichen Vorschriften; da ubxriaßt man den “(*,-[neu direktoren und Betriebsführern, weiche Wettermenge'n den ein :Tier- Anlagen zuzuführen sind, wie der Qixersckmitt der einzelnen soi]- wege sein soi], und wie die Wetterfubruyg kont_roi]tert_ werdenOber, Wir finden im Saargebiet keine Wettersietaer, Wk? sie fur den or- bergamtsbezirk Dortmund speziell durch Bergpoltzeiverordnung Lori geschrieben find; wenigstens smd mir solche Voxschrifien von en nicht bekannt und auch in der Sammlung der Bergpolixezverordnunizdee nicht zu finden. Für den Bezixk Dortmxxnd ist b4stimmt, daß "bft Grube für den Mann und die Minute 3 Kubikmeter frifche Luft 31163ka 5- werden muß; für Breslau find es 2 Kubikmeter; bei_Aufschließuns? arbeiten sogar 5 Kubikmeter. Wie steht es damit tm Saarrevkeli'?“ Nachdem einmal schlagende Wetter festgestellt waren, hatte die nd treffende Abteilung ständig als Schlagwettecabteilung zu gelten 'H," mußte entsprechend Vorsichtig behandelt werden. Die Arbeiter ba ie die Wetter auch bemerkt, aber es wird von ihnen berichtet, daß ck Beamten die Sache etwas leicht genommen hätten, daß M die Arbeitern sagten: ihr seht überall Wetter! Und daß dadyrck) "r Arbeiter in falsche Vertrauensseligkeit gewiegt woxden find, [regt mich klar auf der Hand. Vielleicht sind auch durch dgs VorgeY 'der Beamten die Wetterkontrolleure zur Gleickpmütigkett veranla ß ivorden, so daß es möglicherweise_ darauf zurückzufubren ist- ch am Ta e des Unfaiis die Wettermanner zu spät angefahren "; In Ar eiterkreisen nimmt man an, daß dies aus Sparsamkeit ger schehen ist, weil man möglichst viel Kohlen fördern wil]; die Arbeite vermuten auch, daß die GrubenvetWaltung damit einverstanden sei, da die Grube als wetterfrei bezeichnet wird, weil diese dam] von dk? Unfallberufögenoffenschaft in eine geringere Gefahrenklaffe eingeschä wird und weniger zu zahlen ist. da die; Grube, obwohl sie eine SchlagWettergrube ersten Nan 86 e- im die Leute manchmal gar nicht anfahren könnten, weil Wet er ße“ meidet seien, nur in die Gefahrenklaffe 28- eingescbä t sei; dadukkb ware fie jährlich 60 000 „ja, auch seien für 1,5 ere Gefahren“ kiaffen Pein Vorficbtßmaßregeln vorgeschrieben. Ick hoffe, da die RLILCLUUJ fich hierzu äußern wird. Daß die Beamten do etwas gleichmütiJl sind, möchte ich aucb daraus herleiten, da ein Steiger der bteilung )(]7 in einer Versammlung des Vereins christlicher Bergarbeiter die Zustände dort für mustergültjg erklär“- Ware dies Wabr. so hätte das schreckliche Unglück nicbt vorkomms" können. Der Minister erwähnte die nach seinem Dafürhalten auf- faÜende Tatsache, daß der Koblenstaub auf den Stempeln an gewiss“ Stellen keine Koksperle gebildet hätte. Ich führe das daran zurück- daß die Gewalt der schlagenden Wetterxxplofion den Koblenstaub von den Zunächst zu betübrenden Stempeln fortfe te sdß da solche Bildun nicht eintreten konnte. Der MiniZer“ oba " daß sieb früßer auf der Grube Wetter gezeigt hätten 9“ ja ] icht jn ??Ykl*iemOV§“ße' Die WettekiÜHrUng ist nächwY1e1inYchYjZeinuns

n r nun ew . x 29" “15 “ford“!i . ZageMt wYFenéMnisxr «JUNI sexbmeb nicbt durch icbarfere Anspannung des Ventilators möglich jsi-

(Schluß in der Zweiten Beilage.)

Wetterkontrolie sollten übera -

Mir wird briefliä) mila?" “*