Meine Herren, wer ist nun dadurch geschädigt worden? Nicht alT- gemekn Handel und Handwerk, sondern nur ganz bestimmte Kreise, und zwar in der Hauptsache die Kreise der Futtermittelbändler, der Düngemitfelbändler, Samenbändler und Getreidebändler.
Was nun die Zentralisierung des Betriebes der Anfiedlungs- kommission anlangt, so ist diese aus folgenden Gründen geboten- Einmal ist fie aus Gründen der Kontrolle notwendig. Es ist unmög- lich, bei Hunderten von Betrieben es dem einzelnen Verwalter zu überlassen, mit den einzelnen lokalen Händlern Geschäfte abzuschließen. Das kann vkeÜeicht cin Privatmann seinem Inspektor gestatten; in einem Staatsbetriebe, wo eine scharfe Kontrolle notwendig ist, wo wir eine Ober'cecbnungskammer Haben, ist es aber nicht möglich, da muß eine Zentralisation stattfinden- Sie erstreckt fich übrigens nur auf den Handel mit Fuktermitteln, Düngemitteln, Sämereien und Getreide. Die Zentralisatkon ist aber auch ferner nötig wegen der Vorteile, die fie bietet. Diese find so erheblich, daß die Anfiedlungs- kommission im Interesse des Fiskus davon Gebrauch macken mußte. Sie bezieht beispielsweise ihre Kohlen von der Königlichen Gruöe und hat dabei natürlich erhebliche Vorteile; |: bezieht ihre Futter- und Düngemittel durch die Genoffenschaften und unter- stüßt dadurch gleichzeitig das junge Genoffenschaftswesen in den An. sied!ungen. Die Genossenschaften bekommen von gewlffen Syndikaten, ich nenne das Kalisyndikat und das Thomasmehlsyndikat, ganz er- hebliehe Vorteile, die ihtxen durch Verträge mit den Syndikaten ficber- gestellt find. Die Anfiedlungskommisfion stützt also die Genossen. schaften in außerordentliche: Weise, wenn fie ihnen die Vermittlung dieser Käufe zukommen läßt, kauft aöer außerdem wesentlich billiger.
Die Zentralisation erstreckt fick, wie ich eben schon erwähnte, nur auf ganz bestimmte Geschäftszweige-, anf Geschäftszweige, die mehr oder weniger doch in den Händen des Großhandels liegen. Aber es hat hier der absolute Ausschluß des Handels gar nicht stattgefunden; im Gegenteil ist z. B. beim Getreidebandel immer noch über zwei Drittel - im Jahre 1905 von 360000 Ztr. noch 260 000 Ztr._an Händler verkauft worden (hört, hört! rechts) und nicht durch die Genoffen- schaften gegangen. Also die Klagen, die der Herr Abg. Aronsobn hier vorgebracht bat, find in der Ausdehnung, wie fi: vorgetragen find, unbegründet. Ich gestehe zu, daß einzelne Klassen von Händlern ge- schädigt find. Ick) bedauere es auch, und ich habe ebenso wie der Herr Abg. Aronsohn das Prinzip, den Handel und das Handwerk in den Städten zu stüßen, ich halte das für eine ebenso wichtige Aufgabe wie die Kolonisierung auf dem Lande; wenn aber im einzelnen FaÜe wichtige Intereffen vorkiegen, so muß auf diese Nückficht genommen werden.
Der Herr Aög. Aronsobn hat dann vorgeschlagen, Kaufleute in den Anfiedlungskommisfionen anstellen. leute dort sollen, weiß ich eigentlich nicht. Bei dem Ankauf der Güter können wir fie nkcht gebrauchen, und zum Abschluß der Ge- schäfte, die ich eben erwähnt habe, find Kaufleute auch nicht nötig. Das können die Beamten ganz alkekn macken. Es handelt sich doch einzig und allein darum, daß sie die Aufträge an die Genossenschaften erteilen, ,oder daß fie Offerten von Händlern einholen, und daß fie die Lieferungen an diejenigen vergeben, die die Mindestfordernden find.
Auf die Resolution, die der Herr Abg. von Kardorff nur vor- übergehend berührt hat, will ich zunächst nicht eingeben. Ich nehme an, daß seitens der Herren AntragsteUer die Resolution noch näher begründet werden wird, und werde mir dann erlauben, darauf ein- zugeben.
Geheimer Regierungßrat W ab :: schaffe
Frage des Abg. Grafen Yraschma nach einem Bert kommY on eingebepde
wir soUten Was die Kauf-
und folgert daxaus, daß mehr noch die Ansprüche der katholischen als die der edangehschen Anfiedler erfüat worden seien. Die katholischen stellten aucb vrel höhere Anforderungen als die evangelischen. Ferner erkennt der Redner zwar das Eutge enkommen des Erzbisckpofs be- züglich der Versorgung der katholi? en Anfiedler mit Priestern aus ihrer Heimat an, weist aber au die Lroßen Schwierigkeiten, die in de(Praxis doch in dieser Hinsicht von krchlicher Seite gemacht würden, hm. Der Erzbischof babe emmal sogar bei dem Landwitt- ! aftsminister den Antrag gestellt, mit der Anfiedlunq von Pro- tetanten überhaupt aufzuhören. Das entspreche doch nicht der Yarität. In emem Falle bgbe der Erzbisäbof erst nach dreimaligem
nlauf der AnZedlungskommxffion mit einem Antrag wegen Hkran- ziehung eines riesters aus Yer Heimat der Anfiedler Erwägungen darüber angesteüt. Wegen einer Kirche in Genthin sei ferner keine Zusage zu erhalten. , Ein Geistlicher habe von der Kanzel herab ge- sagt, solange er amttere, soUe nie ein deutsches Wort diese Heilige Stätte entweiben. Wenn ferner bxi den Reichstagswahlen Anfiedler ,für die sPolen gestimmt „hatten, so stimme das mit den Zielen des An 1edlungsgeseßxs Fuhr“ überein. Die Situation Werde itinner künstlich Verschoben, fur die Regierung handle es fich durchaus nicht um die Konfession, sonkZern nur um deutsch oder polnisch. Die polnische Presse habe dre deutscbkatbolischen Geist- lichen immer heftig angegriffen und namentlich „den' ehrwürdigen Fürstbischof Kopp in Brestau als preußischen LaYaten tm Kardinals-
ut bezeichnet. Solche Angriffe müßten zuruckgewresen werden.
Abg. von Wenßel (kons.): Der Abg. Graf Praschma bat gestern von der Agitation der deutschen GeistliÖen in den Ostmarken gesprochen. Das Gegenteil trifft zu, es ist eine Außnabme, wenn ein POlnisckverGetstlicber sich nicht an den Wahlen beteiligt, die Polen benutzen eben auch dxe 'Kirche als Agitationsmittel für sich. Bei "UTM" deutsébex! Geistltchen im Osten gibt es keinen Unter chied zwschen evangelisxh und katholisch. Geheimer Rat Witting atin einer bekannten Rede yber die Ostmarkenpolitik auch die Auf ebung des Ykkestekskmwaks "' Posen ?Wfoblen- Ick) muß anerkennen, daß
err Abg. Von Skarwnski gestern sebr maßvou gesprochen bat, und seitze Sorge_um Yas zu erwartende neue Gesetz gegen die polnjsche Agttatton wurde ganzlich unhegründet sein, wenn die Polen fich als gute Staatsbürger fuhlen wmden. 'Ein solches Gesc mu vor auem sehr vorsichtig formuliert werden nur Rücksicht daran? daß das Ver- hältnis des kleinen, mittleren unkz Großgrundbestßes ein lücklicbes ist. Dazu würde WFM empfehlen, dre Nikketséhaftswsse dur die Preußen- kaffe zu unterstuxzett. „ ,
Abg. Freiherr von Zedltv und Neukirtb (freikons.) ver- liest zunächst für den AW. von Kardorff lFolgende Erklärung: Durch die Trauerfeier fax meinen verstor enen Parteigenoffen (Grafen yon Bernstorff hm ich zum „Vetlaffen der Sitzung
zwangen. Jeb böksnne offen, daß nur der vom Abg. von Zzzdzewski monierte Jrrtxxm untergelausxn ist. YZFine Unter- redung mit dem Fürsten B1Emarck batte- tcb sexxerzetk ;: Frakan mitgeteilt, und es war mir'deutlieYLrinnerÜÖ- daß Ve-r FUF! Von e_rlxer Niederlage sprach, die er rm Reichstage durch die, „rhan ungen'u er - ' h be wxlche ihn tn die Notwendtgkeit Fin? Bpolrxscbcke, FFI: eckkclxttZthe ÖZa/jorität im Abgeordnetenhause zu ere ?“ "r S - ' Bei dieser ei en, daß wir Hm im Hause saten und blieb?"- „ LGFÜ enheit wurde der Name dks Abg. von ZazdzeWSkk erYFaßthtZuichr mir Jm Gedächtnis haften gebTiebekZ War, und dies verain ctf d den, die Stenogramme der damali en'Zert durchzusebcn, uyd ck an Di es Namen Iazdzewskk bei dem en tsverfaffunaSgeseß fur,PosLn- A verleitete mich zu der Annahme, daß dies die Veranlaffung zu dem "'
siedlungögeseße gegeben habe. Tatsächlich waren das die Verbandkungen des Nerchstags über die Polenausweisungen gewesen. Ich bitte Herrn von Jazdzewski wegen des Hereinziehens seines Namens um Entfchuldigung. er Redner fährt dann fort: Zu unserem Antrag habe ich zunächst zu bemerken, daß es ja keinem Zweifel unterliegt, daß das AnfiedlungSgese? zur Entwicklung und Verteilung im Verhältnis des deutschen un kolnischen Grundbefißes günstig gewirkt hat, und daß das Geseß auch m deuts nationalen Sinne fruchtbar gewesen ist; anderersetts 1st eine große S attenseite der Anfiedlungspolitik nicht zu Verkennen, mdem ein großer Teil des deutschen Großgrundbefißes nn Osten mobilisiert worden ist, und durch die Einwirkung auf die (Grund- und Bodenpreise diese Gefahr immer noch wachsen kann. Ob nun di? angekündigte Und von uns schleunigst geforderte neue Vorlage dazu Yuckliche Vorschlaße machen kann, ist ja eine mäßige Frage, solange die orlagevnicht da is '
etrachtungen darüber können eher schaden als nußen. Ick; muß anerkennen, daß der Abg. Glaßel ,vonommeZn recht batte, wenn er ausführte, daß wir mrt einem Drtttel der für den Erwerb deutschen Bodens in Posen verwandten Summe ebensoviel deutschen Boden hätten erhalten können. Wenn das eine oder andere Mal zu ganz übermäßigem Preise ein Gut in polnische Hände übergeht, so ist das wirklich kein nationales Unglück. Die Haupt- scbwierigkeit ist, daß man durch die Anfiedlungötäiigkeif die Grund- stückspreise von Jahr zu Jahr steigert und den Anreiz zum Verkauf des deutschen Veßßes verschärft. Wenn wir einmal wegen des hohen Preises ein Gut nicht ankaufen können, so isi das ein kleineres Uebel gegenüber den schlimmen „Wirkungen der Steigerung der Güterpreise, zumal diese auch auf dre angrenzenden Provinzen einwirkt. Man sollte deshalb selbst auf die Gefahr, daß deutsche Güter in polnische Hände überge en, für kurze Zeit ein langsameres Tempo in den An- käufen durch die Anfiedlungskommisfion einschkagen, um eine künst- liche Steigerung der (Hüterpreise zu verhindern. Dafür wird man in Zukunft mehr als bisher die AnYdlung deutscher Arbeiter in Betracht ziehen müffen, uux der deutschen evölkerung Zuwachs zuzuführen. So werden wir erreichen, daß dem polnischen Element ein ebenso kräftiges deutsches Element als Gegengewicht entgegengesteüt wird. Man hat immer geglaubt, daß die Heranziehung polnischer Arbeiter durchaus notwendig sei; die Erfahrun en der leßten Zei_t haben uns aber eines Besseren belehrt. Es it sehr wohl möglich, " den östlichen Provinzen zy Bevölkerung in den Dtenst der Anfiedlung von Arbeitern steÜt. Es um den Arbeitern Gelegenheit egeben werden, auSreichenden Grundbe 8 zu erwerben; das hat ck auch schon auf den Domänen und den AnYedlungsgütern als wirksam erwiesen, und deshalb sollte man me r als bisher, planmäßiger und mit größeren Mitteln Arbeiter durch die Anfiedlungskommisfion ansässig machen. Die Landflucht der deutschen Arbeiter ist vorhanden, deshalb hat man die AnfiedlungSgüter so beryessen, daß der Inhaber mit seiner Familié aUein die Wrrtscbaft machen kann. Zum Teil müssen sich aber auch die größeren
n edlungen mangels deutjcber Arbeiter der polnischen bedienen, und das ist namentlich in den katholischen Dörfern ein schwerer Miß- stand und Line Gefahr für das Deutschtum. Durch eine weitsichtige Und roße Anfiedlungspolitkk können wir aber den Zutritt vor? deutscsen Arbeitern ermöglichen. Besonders groß ist der Bedarf dafür dort, wo in der Nähe der Anfiedlungsdörfer zugleich Großgrundbefiß oder auch Städte find. ort wird man den deutschen Arbeiter gern sehen und ihm möglichst Konzessionen machen. Die Ansiedlungs- kommissjon würde fich ein großes Verdienst erwerben, nicht bloß um die deutkchen Großgrundbefißer, sondern überhaupt um die deutsche Bevölkerung, wenn sie planmäßig deutsche Arbeiter, anfiedelte. In den Städten ist auch Bedarf nach deutschen Arbettern vorhanden. Wir haben ebört, daß der sonst nicht ganz einwandsfreie Ankauf eineßGutes ei Posen zu dem Zweck erfolgen mußte, um deutsche Arbetter anzusiedeln. Das ist ein verheißungsvoüer Anfang, und in dieser Richtung können namentlich die großen Betriebe des Staates, vor allem die Eisenbahnverwaltung günst wirken. Mein Freund Gamp hat einmal angeregt, daß in Den gemi chtsprachigen Landesteilen die Eisenbahnwerkstätten auf das platte Land_ zu verlegen seien, und die Tausende Arbeiter der Werkstätten ansasstg zu machen seien, wie es z. B. die BergWerksdirektion in Saarbrücken "getan _hat, sodaß auch dadurch dem Deutschtum im Osten germ t wurde.
Eine solche Arbeiterpolitik würde die Anstedlung Von auern er-
gänzen, und diese Vermehrung der deutschen Bevölkerung ist mit un- Flckch geringeren Kosten zu machen, als die Ansiedlung von Bauxrn ei den hohen Güterpreifen- Unser Antrag wiÜ ferner eine Verstn- facbung der Organisation der Anfiedlungsbebörden, die jeßt nicht so gesxaltet find, wie es für dieses große Kulturwerk von Nußen ist. Bei aUen Geschäften der Ansiedlung ist die Kommission an die u- sttmmung des komplixierten Bebördenapparates gebunden. So nd unsere Anträge nichts als die Schlußfolgerung aus den ErfahrunTen [eyterz Jahre. Unter Beachtung dieser Gefickytspunkte bei er Bodenpolttik wird man die Nachteile vermeiden und das Ziel einer Kräftigung des Deutschtums, einer gesunden Verteilung von oben und einer Milderung der Gegensäße in jenen Landxsteilen imtIntereß'e des Vaterlandes erreichen. Darum nehmen Sie den n rag an. -
Minister für Landwirtschaft :e. von Arnim:
Meine Herren! Nur eine kurze Antwort auf die Ausführungen des Herrn Abg. von Wenßel. Herr von Wenßel beklagt sicb darüber, daß nicht genügend Bauernsöbne aus den Anfiedlungsprovinxen von der Anfiedlungskommisfion bei der Anfiedlung berücksichtigt würden. Ich bitte Sie, aus dem Bericht, der Ihnen zugegangen ist, zu ent- nehmen, daß gut ein Viertel der Ansiedler Bauernsöbne aus den An- stedlungsprovinzen sind. Mehr Anfiedker aus den Anfiedlungsprovinzen zuzulassen, hat doch seine erheblichen Bedenken, und auch das Ab- geordnetenhaus hat in früheren Beschlüffen diese Bedenken gewürdigt. Wir riskieren, daß wjr einen großen Teil der deutsckjen Bauern- bevölkerung wobil machen und sie veranlassen, ihre Höfe zu verkaufen und günstiger gelegene, für fie günstiger liegende Angebote der An- stedlungskommisfion anzunehmen. Uns find aus bäuerlichen Kreisen nach diesel“ Richtung Warnungen zugegangen. Man hat fich darüber beklagt, daß dadurch geradezu der Verkauf bäuerlichen Befißes aus deutscher Hand an deutsche Hand unmöglich geworden wäre. Also, meine Herren, wir müssen in dieser Beziehung vorsichtig sein.
Was nun die Erhaltung des Großgrundbesißes anbelangt, so haben wir genau den Wunsch wie Sie, meine Herren, den deutschen Großgrundbeßy zu erhalten. Wir find auf einem Standpunkte an- gekommen, wo eine weitere Dezimierung des deutschen Großgrund- befißes Mit erheblichen Gefahren verknüpft ist- Es liegt die Gefahr vor, daß, wenn wir weiter deutsöen Großgrundbefiß kaufen, auf vielen Kreistagen die deutsche Majorität Verschwindet und eine polnische Majorität eintritt. Sie können fich also denken, daß wir bestrebt smd, den deutschen Großgrundbeßß dort zu erhalten, wir können aber andererseits nicht dulden, daß deutsche Bessungen in polnische Hand übergehen. Wo dieseGefabr vorliegt, müssen wir Linareifen; denn da ist es doch beffer, der Befiß kommt in den Befiß der Anstedlungs- kommission, als daß er in polnische Hand übergeht.
Nun ist vorgeschlagen worden, wir sollten mehr auf die Bildung von Nestgütern Bedacht nehmen. Das ist sehr gut gedacht; aber in der Praxis stößt man auf große Schwierigkeiten. Selten find die Güter, die uns angeboten werden, so groß, daß wir daraus eine An-
siedlung machen und noch ein genügend großes Restgut ausschneiden ; können. Das kann in den allerseltensten Fällen geschehen. Meist find die Güter nur so groß, zumal in [ester Zeit, daß fie nur knapp eine
leistungsfäbkge: Anfiedlungögemeinde zulassen. Ick; kann “beriedeÜfaF? versichern, daß das Bestreben, den deutschen (&;Froßgrundbefisz : balken, bei der Staatöregierung ebenso stark ist wie auf Ihrer ä uns; und in den Geseßesmaßnabmen, die wir gegenwärkkß in CRUZ?" ziehen, wird das Bestreben, den deutschen Großgrundbefiß I"“ zum und ihn seiner nationalen Aufgabe zu erhalten, besonders kräf g Ausdruck kommen. frei-
Nun komme ich auf den“ Antrag , der v-Jn der des konservativen Partei eingebracht ist. Aus den Ausfuhrung?" da Herrn Freiherrn von Zedliß glaube ich entnehmen zu könneU-Vor- n dem Bedauern, welches darin zum Außdruck gebracht ist, ein Vor- wurf gegen die StaatSregierung nicht liegen soll. Unter dieser dieses ausseßung kann ich erklären, daß die Königliche StaatSregkkkung esel? Bedauern teilt. Auch fie bedauert, daß es ihr nicht möglich gew ist, eher mit den bezüglichen Gesetzen zu kommen- , daß
Was nun die Einzelheiten anbelangt, so kann ich exklaren-Hand “UÖ kch die Erhaltung des deutschen Grandbesißes in deutsck)er (He- für ebenso wichtig halte wie die Kolonisation, und gerade bei de" segesvoxlagen, die wir bearbeiten, wenden wir dieser Frage ganz sondere Aufmerksamkeit zu.
Herr Abg. von Zedliß hat mit seinem Lob über die WM? die wir bisher bezüglich der Festigung des Kleingrund " (bk getroffen haben, über die sogenannten NegulierungWanke" , zurückhalten. Er hat aber auch andererseits den Wunsch ausgespk daß die Einrichtung dieser Banken vereinfacht würde. MejneBetÜ'b ich glaube, daß hierzu eine Veranlassung nicht vorliegt. Der RW“ dieser Banken ist so einfach wie Möglich. Daß allerdings die al " lierung selbst häufig Schwierigkeiten macht insofern, als jedésm „„ mit weit aussedebnte grundbucbliche TranSaktionen verbuudknnkm. ist richtig; aber das liegt nicht an der Organisation dieser Biß blk Für die kurze Zeit, in der diese Banken im Betriebe find, „ fie Ausdehnung ihre: Geschäfte eine ganz außerordentlich große,;heak übertrifft alle Erwartungen, die bei der Gründung der Banken 9 worden sind, M
Dann wünscht die Resolution, daß der ,Landerwerb derPrekk“ fiedlungskommisfion so einzurichten ist, daß eine ungesunde n w , steigerung vermieden wird. Meine Herren, diesen Wunsch habl- „tum bisher natürlich auch gehabt; aber in dem Kampfe zwischen Po “ u und Deutschen, dür auf finanziellem Gebiete außgefocbten wurde, '" es zu Preissteigerungen kommen; fie waren unwermeidlkeY, we?,nxgebt' verhindern wollten, daß deutscher Bxsiß in polnische Hande üöeo Ich gebe vollständig zu, daß man in dieser Frage nichk nerv [nk darf, daß es nichts schadet, wenn auch mal ein Gut in you ge- Hände übergeht; man maß die Nerven haben, das auch mal ZHW stakten. Meine Herren, ich beabstabtkge, in der nächsten ZSÜ lick"- et1vas mehr, wie der Herr Abg. Freiherr von Zedliß, |ck “UW ckck kurz zu treten, mal nicht jedes Gut, welches uns unter dem erden eines polnischen Käufers angeboten wird, anzukaufcn. Wir !?!“, sehen, ob wir dadurch der weiteren Preissteigerung einen Riss?
leben werden. ' fck Dann hat der Herr Abg. Freiherr von Zedliß eine kräftig? planmäßigere Heranziehung und Ansiedlung deutsä'per Arbeiter unk dem Lande und in den Städten unter Mitwirkung der staatlichen 4 Betriebsverwaltungen gefordert, Meine Herren, was die Anstedsmz- von Landarbeitern anbelangt, so ist fie bisher auf große Schmitt:!lik keiten gestoßen. Der Präsident der Anfiedlungskommisfion, ask dem ich gerade wegen dieser Frage, für die ich mich “Fix! , besondcrs interessiere, Rücksprackx genommen habe, hat 1ank ; Schwierigkeiten dargelegt. Es hat fick) keine Neigunß ZM deutschen Arbeitern gefunden, fich dort anzusiedeln; sie les g:- aÜgemeinen die Konkurrenz der biüiger arbeitenden “MFM- „n- beiter. Wir haben aber in neuerer Zeit eine andere M“ “::-kx gefangen; wir haben Arbeitermietsstellen geschaffen und MÄRZ „[ck-* mehr Zuspruch gefunden. Es find im Testen Jahren“" „zit “f Stellen geschaffen worden. Die Leute nehmen die SWO" der U" Aussicht, später zunächst mal eine größere Pachtstelle "900959“, fiedlungskommisfion zu übernehmen oder auch ein A" e wei" käuflich zu erwerben. IedenfaUs werde ich mein Augen!“ masken“ auf die Anfiedlung von Arbeitern richtea und den Vers" MWM: mehr Wie [»Über auch solche Stellen zu schaffen, die 1791177,en käuflich erworben werden. b elangt“ so
Was die AUÜLdlung von städtischen Arbeitern an dß vv“ babe U) ja gestern schon darauf aufmerksam gemacbk- en We" privater Seite nach dieser Richtung hin in verschiedenbfichtissn“ die Initiative ergriffen worden ist, und daß wir 5“ ww“ derartige Unternehmungen nach Möglichkeit zu unterstüßen' n m der schon darauf hin, daß wir ein Gut St. Lazarus bei P“? „teneilkt Absicht angekauft haben, es für solche Zwecke in ZUkunf in dies“ dkenstbar su machen. Also wir werden alles tun, was Betxiebs" Richtung möglich ist. Ich hoffe auch, daß es den stemfließe „„ ft-k' möglich sein wird, der Anregung, die durch den Antrag konservativen Fraktion gegeben ist, Folge zu leisten. "ation dk-x
Was nun schließlich den Wunsck; anlangt, die OM“? au 911 Anfiedlungsbebörden zu vereinfachen - dieser Wunsch is mö dem Herrn Abg. Glaßel außgesprochen worden -- sTft ab : sagen: ein solcher Wunsch spricht steh sehr leicht aus, Wels? d , schwerer aussuführen. Ick weiß wirklich nicbt, i" wacherskommkssw“ Vereinfachung stattfinden so!!. Sie können die Ansiedxm':3 e 11 Staat““ nicht vollständig selbständig steüen und |: von der "berommisfis" verwaltung vollständig loslösen. Dazu hat die Anßkdlu'YSW ist zu weitgehende aUgemein-politische Interessen zu vertt der poll“ .noLWendig, daß die Oberpcäfidénten, denen die Vektketm'g e mit tischen Intereffen ihrer Provinzen übertragen ist, eine in den Sitzungen der Anfiedlungskommisfion haben- i li notwendig, daß die beteiligten Ministerien, die KWZ“? a geutki" regierung ihren Einfluß behalten, da es fich um so w sion zu erfüllen, politische Anfgaben handelt, die die Ans'cedlun[;ck-M""is wie '; hat. Ich glaube aber, daß durch diese VielköpfißkektZengkekten "ck ' Abg. Glaßel es nannte, bisher irgend welxbe SÜW entstanden find. ? Es
Wie vollzieht |ck) denn die ganze Angelegenheit n die Jahre meistens drei große Siyungen statt, in de?“ nannten Behörden mit vertreten sind. Dort wird ücklu g die der Anfiedlungskommisfion gemacht skUd- Bes die er werden Käufe vorgenommen oder abgelehnt, je nachdsßnm Rücksicbten, die dort vorgebracht und verteidigt werü "“ck erscheinen lassen. Irgend welche Schwierigkeiten Yes I der Güter sind daraus bisher nicht entstande"*
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