1907 / 100 p. 7 (Deutscher Reichsanzeiger, Thu, 25 Apr 1907 18:00:01 GMT) scan diff

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ks kommen noch im mer einzelne Fälle vor; in Darmstadt handelt e„s Fi ÖM Mißbandlungen, die si? über drei Jahre erstrecken. Wie Möglich rutale Schindereien jahrelang be- konnien, ohne daß ein Vorgeseßter nur das merkt? Dieser Soldatens inder bath? eine ee , wie aue diese Sadisten. Er P egke UÜMÜÖ, ab- fo are!" von einer Reihe anderer Praktiken den Soldaten die Brustwarzen er UF? mit den Fingernägeln zusammenzupressen, bis das Blut floß- fän is “nn bekam für die vielen Hunderte von Fällen ein Jahr Ge- abeI'td“ Ick) wundere mich, daß er nicht degradiert wurdx- "“ck mehr an ,d “ß er nicht gieicb Verhaftet wurde, mit, der Begrundung, daß zweif? Ehrenhaftigkeit des Charakters dieses Mannes nicbt J?- und et werden könne. Diese Begründung ist auch unbegreiflich m verstößt argen das (Gefühl des Volkes. Was soll man, dazu zu der Publizität der Gerichtsverhandlungen zu kommen, sagen, wenn aus Chemniß ein Pressevertreter schreibt, dad Mm dort die Abhaltung von Gerichtöderbandlungen nur au?!) merken könne, daß man die Ofenfeuerung untersuchte. In ewg eburg, in Hannover ist im aÜerleyten Moment erst mit einem Fndtffen Naffinement mitgeteilt, wann die Gerichtswerhandlungen _statt- Einen“ damrt die Pressevertreter nicht rechtzeitig dahinter kamen. beide soxche Behandlung der Oeffentlichkeit und der Presse ist für wise TUÜ- sNvobl für die Offiziere, die derartige Befehle geben, müffsur die deutsche Presse geradezu unwürdig. Die Herren verben nun einmal an die Oeffentlichkeit der Gerichts- daß delungen _gewöhnen. Der Reichskanzler hat ganz !“th- k te Publkzktat gerade im Interesse der Armee liegt und em MÜ?" fur sie ist. In weiten Kreisen wird über die Rücksichtslofig- von Öl Kontroüwesen geklagt und über das Bestreben einer Reihe' die kstrkskoxnmandos, sich in aÜe möglichen Dinge einzumischen, daß die eigentlich gar nichts angeben. Die rigorose Bestimmung, [ckden Reservisten am Tage" der Konirollversammlunq dem militäri- mjttelKotxlmaqdo unterstellt sind, ist eines der alierbesten Agitations- vers“ fur die Sozialdemokratie. Der Ton bei den Kontroll- ,„viUZmlungen ist sehr oft Wenig fein. Leider Gottes wird|auch Politik getrieben. Gerade wir dort der bürgerlichen Linken “ehren daßegen Front machen. In Dresden wurde kürzlich ein Land- er mann mit 14 Tagen Mittelarrest bestraft, weil er am Abend Wohnt ontrollversammlung einer Gewerkschaftsversammlung bei- Tag: 5 5Nach dieser Rechtsprechung „kann jeder, der an solchem dkmok as, Abonnement arif den Vorwarts oder eine andere sozial- iu kratlsÖL Zeitung rncht abbestellt, gewärtig sein ins Gefängnis ein ??men. Durch eine solche Rechtsprechung s afft man nur [ovalasibes Martyrium. (Gerade vom Standpunkt einer scharfen olcheesn Bekarxipfung der Sozialdemokratie gönne ich dieser ein ed tMati_yrtum und eine solche Rsklame nicht. Von prinzipieüer Reck)?! ung fur die Handhabung des Veschnöerderecbts ist der Fall des aktiv Lanwalts Dr. Schmidt in Magdeburg. Dieser gehörte nie der verse" Armee an, sondern war Ersaßresetvisi. Bei der Kontroll- Sämmlung im April 1906 paßte er sich nach dem Kommando ' Ügestanden“ die Nase und wurde Wegen dieser Schandtat zu dem tunden Mittelarrest verurteilt. Als er sich nach dem Vorfall bei w Offizier in aller Form entschuldigte und ihm sagte, daß er stark erkältet e Lien sei und sein Schnupfen den Höhepunkt erreicht hätte, wies v r Offizier ihn ,in _bqrscher Weise ab; er wurde sofort zum Straf- UÜqu unter mtlitariscber Bedeckung durch die Straßen abgeführt. Am September erhielt er einen Gestellungsbefehl zum Antritt einer kreststrafe. Ich riet ibm, auf seine telegrdpbiscbe Anfrage, sich [ofort zu erkundi en, warum er eingesperrt werden sollte, man sagte hkl, die An a e des Grundes und die Zeitdauer der Strafe Mgsse man hm erweigern; er würde den Grund und die Hohe der Strafe uberhaupt erst unmittelbar vor Antritt der Strafe erfahren. Das „geht gegen aUe Rechtsprinzipien und i geradezu exne Grausamkeit. Auf dem Bezirkskommando eröffnete mar! ibm spater, daß er zu 48 Stunden Mittelarrest Verurteilt sei WEZLU Ungeborsgms, da er seine Beschwerde schriftlich eingereicht babe, woßdem er bei der Kontroildersammlung über Beschwerden belehrt nl:)frden sei. Der Offizier mußte selbst zugeben, daß er nicht immer m" de'n KontroÜdersammlungen auf die Notwendigkeit, Beschwerden deirmdllcb vorzutraJen, hingewiesen babe. Wegen der in Ubi Beschwerdescbrit enthaltenen angeblichen Achtungsverlevung elt Dr. Schmidt später dann nm!) 10 Tage gelindert rkest- will ohne weiteres zugeben, vom militärischen Stand- "kt bat Schmidt sich etwas scharf ausgedrückt, aber auffallend boZ das; später eröffnet wurde, die strenge Bestrafung sei MMW deshalb erfolgt, weil die Preffe, besorxders das „Berliner Miklatt“, die Sache so unfreundlich behandelt hatte, Was kann, der seit?" dafür? (Es ist- dringend nötig, volle Klarheit zu „schaffen „k "s der Mjlitärverwaltung Über das Beschwerderechr, dUMÜ dieses "nt Ieradezu eine Faile für die Soldaten wird. Zweitenskmuß man Vexel“ allen Umständen eine größere Achtung Vor dem burgerlichen [Un "f? der Männer fordern, die M) zu solchen Kontrollversamm- find?" zu einem ganz bestimmten militärischen Zwecke ,ein- Minis?" Dafür, daß es daran fehlt, könnte ich dem Kriegs- esj er sebx schönes Material beibringen. Ich bin gern bereit, Der Zeil! ubergeben, wenn ich Weiß, daß dem Manne nichtsdescbiebt- "ck Wann weiß heute noch nicht, weshalb er eigentlich eingesperrt [Unger] er am unangenehmsten auffällt bei diesen Kontrollversamm- füue Tft Ü" gar nicht zu verkennendes Proßen mit einer Macht- «eradxixxxs dr? Bürgertum- das dies;? 9% 18213?" „nix?;

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eeresemrtcbtungen YFMFYW hmöcbte ick) den KrieJSminister

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we“ nd kae r u e en. krelitsßxxe Bitte auf GIL? devro ÖYHYUUJWHM mit _weiten Offizier- kommiisz Der Kriegsminister hat vor kurzer Zeit in ,der Budget- den [ebhon hervorgehoben, daß die Heranziehung zum Gerichtsdierxste zu selbsiVL scilßesten Klagen im Oifizierkorps geführt hat. Dagegen abe es Militär WMÖ Nur ein radikales Mittel, wenn man einfg den "B, Berichten alle diejenigen Delikte nimmt, die rein burgerlich : ab*“ das militärische Gebiet nicht betreffen. Da wir suchen er vorläufig nicht erreichen können, möchten wir er- mkbrß daß säMlicbe Offiziere mit auen Rechtßeinrichtungen geeignetektraut gema t„werden durch regelmäßige Vortrage be onders de“ Mer Milkkäkiutizbeämten über die Frage des Proze es" wie eriellen Militärstrafrechis. Der deutsche Offizier muß taglich '? aumann von Boyens Wort erinnert werden, daß dgsjenige Heer mens “beste Diöziplin befißen wird, das die vollstandigste und m““sck)" ste Geskßßebung besi t, und ich füge hinzu, daß eine recht: ck“ NTÖÜsPkechung vor a em best t. Der KriegSmimster hat am beänts'heidknd ist der Geist in der ??rmee; aber der'Geist Wird Sinne “U seboben, und geweckt durch die Gerechtigkeit und im wir insse"“"“s ““Wien AUSJleicbs zu Gunsten des Soldaten bitten ßsond“? auch- unseren Antrag anzunehmen. nut die;!“ Llehekmann von Sonnenberg (wirtscb. VW.)": Nicht wert, kasÖaftslaM sondern auch die Weltlage macht es wunscheno- Mklitä “lichst „kurz zu sein. Das Ausland soll wissen, daß wtr in gesproxz; ragen “"ja sind. Auch der _Vorredner hat nur von Außnabmen kenze “" Auch die Ausführungen des Abg. Bebel bewegten sich in ""s te "R aus denen das Ausland nicht gut törichte Anschauungen uber als im rm“ schöpfen konnte. Wir sind wesentlich besser darm), militax't enWbakk?" Frankreich, wo neulich wieder eine Yun- wir „““"versammlung stattfand. Die Resolution Absaß muff_en sÜasges-unserm Bedauern ablehnen, weil eine Nepision des Militar- 1'" n'ßes 95"? eine vorherige Reform des Reichsstrasgesey- UTch meiner Meinun nicbt angängig ist- An sich sehen wir in i esolution eine [rei nnige KundgebunS der frei nnigen Partei, mit der egrußem De Bewuckoarung der ffiziere ängt zusammen "Ms in der Armee, und da kann jeder, der die Armee Einfcikait Genuatuung konstaleken- daß der Luxus abnimmt, daß gekrete Lit der Sitten und Li" männlicher Sport an seine Stelle "ckckck ist" Um so mehr find die Angriffe von en lischer Seite i otte véäisZÜ-stkkke vkn ckHirter: Zenk [HTML]; dll"? S ie?s verxsémkenen " ' " ngen pkk LU- rau e o an an ere rappen Sudwestafrika hinzuweisen. Wir können stolz sein auf

, daß derartige

unsere Armee. In er Bekleidungsfrage ist das Nötige e- schehen; es ist nichts ubereilt worden und wir sind doch fertig. Jm Jntereffe des Offizierkorps des Beurlaubtenftandes läge es, die eingezogenen Offiziere auch niit Tagegeldern zu versehen, und den Eifer der Offiziere ?u freiwilligen Uebun en würde es er- höhen, wenn man den Offiz eren des BeurlaubtenZiandes die Pferde- gelder erhöhte. Mögen wir dazu kommen, den Einjährigendienfi Fanz aufzuheben, wir werden dann ein besseres Unteroffizier- orpsbekommen. Unsere Infanterie und Artilierie ist so gut be- waffnet, daß sie unübertroffen dasteht. Die Reglements und Vor- schriften haben sich bewährt und werden firen beobachtet. Dasselbe läßt sich auch von der Kavallerie sagen. e mehr gut gerittene Dienstpferde fie bat, um so mehr werden wir ersparen. Den Fabrikanten von Panzerplatten Werden hohe Summen für gute Ware egeben. Was den Fabrikanten recht ist, soÜte auch den Remonten esißern recht sein. Sie müssen dabei auch etwas vezdtenen. Die Fürsorge für die? Truppen liegt allen Parteien gleichmaßig am Herzen, darum werden wir für den Antrag Albrecht stimmen und uns nicht dadurch abhalten laffen, daß er von sozialdemvkrasischer Seite aus- geht, wenn auch die sozialdemokratiscbe Partei damit agitatoris : Zwecke Verfolgt. Der Antrag isi verständig und darum nehmen w r ihn an. Die Unteroffiziere stehen gegenüber den Zivilbeamten- kategorieen außerordentlich schlecht. Eine Hebung ihrer sozialen Stellung wird dazu beitragen, sie recht lange im Dienste zu halten. Diese Unteroffiziere werden sich auch von Miß- handlungen fernhalten. Friedrich Wilhelm 17. sagte einmal: „Nicht so bilii wie möglich, sondern so gut wie möglich muß für das Woh des bewaffneten Landessohnes gesorgt werden.“ Die Heereßderwaltung bat beides getan, in der Zabnpftege aÜerdin s nicht. Die Zahnpflege unserer Armee ist nicht gut, aber dafür um ?o teuerer. Ick habe nicht erwarten können, daß der Abg. Erzberger nach seiner sonstigen Haltung ck gegen meinen Antrag wenden würde. Er scheint gesagt zu aben, daß die Sache noch nicht außreichend nach der Bedürfnisfrage geklärt ei. Dxr Abg. Erzber er ehört für mich zu denjenigen, die das ild eines regen Fler es ieren. Er mag es mir aber nicht übel nehmen, über alles kann er nicht informiert sein, und daß er nicht informiert ist, ist noch kein Beweis, daß die Frage noch ni t geklart ist. Ich möchte die Tausende von Zahnärzten bitten, avon Kenntnis zu nehmen, daß der Abg. Erzber er nicht informiert ist, und fie bitten, ibm Informationen zu s icken. Im Laufe der Jahre haben Kongreffe und Versammlungen über diese Frage stattgefunden, deren Wünsche sich in der gleichen Richtung wie mein Antrag bewegen. Heute schließt die Verwaltung Verträge mit Zabnarzten, man schickt ihnen aber höchstens Kapitulanten bin und solche, von denen man befürchtet, daß sie wegen Zahnübel Invaliden werden können. Es wäre auch zu teuer, alle Rekruten untersuchen zu lassen. Jeder eingestellte Mann hat im Durchschnitt sieben kariöfe _Zahtxe. 175 Zahnärzte hätten ein PZamek; Jahr zu tun,_ um die Zabne in Ordnung zu bringen. ein Vorschlag . wurde hier Wandel sxhaffen. Eine roße Zahl von Zahnärzten rst bereit, in die Armee einzutreten. ProßeLor von Langenbeck sante vor seinem Tode, er wolle

sich erst auf Kke «verletzung untersuchen lassen ehe er wieder

in einen neuen Krie zöge. Die Engländer Haben im Buren- kkksgk mehr MannscbaLten an Zabnlciden verloren, als an Kugeln. Es waren 2451 Mann i invalide

nfolge von ZahnkrankZZeiten Zeworden. Wir sollten von England lernen; es hat eit 1904 _abn- arzte mit einem Gehalt von 5700 „M in seine Armee emge ubrt. 1903 wurden bei einer Untersuchung unserer Truppen in Kiautschou 1459 Mann "UteksUth- Tadellose Zähne wurden festgestSÜÜ„bei 44 Mann, kariose Z hne wurden fest esteilt 10196; 7500 Zahne waren noch zu retten durch FüÜung. JZ bitte Sie, unsere Resolution anzunehmen und damit zu beweisen, daß in der Fürsorge für unsere Armee keine Partei zuruckstehen will. Ernteurlaub, freie Urlaubs- karten, freie Sendung von Raketen nach der Heimat wünschen auch wir. Aus Kreisen ,der Milngrbeamten sind uns zahllose Petitionen zugegangen. Am _besien Wurden Beamtenausscbüffe diese Wünsche formxxlieren, die keine Benachteiligun zu befürchten hätten. Der Provrantbeamten babe ich mich s on im vorigen Jahre an- genommen. Die in Aussicht genommene Vermehrung der Stellen wird ihnen gute Dienste leisten. Erfreulich ,ist an die in Aus- Yckyt I??enotxnmxne angemeine GehaltSaufbefferung, de wohl auch en ilitarbeamten “zugute Bomann wird. Die_ Zivilbeamten in der Heeresverwaltung haben einen An druch auf die Vor- teile des Dienstalterssystems. Sie befinden 17 da gegenüber anderen Beamten, z. B. den Postbeamten im Nachteil. Die Büchsenmackxer wünsch5n mit Recht einen erhöhten Rang und erhöhte Kompktenzen. Das größere Gewicht aber legexi fie auf die Rangerböbung, denn sie Lud die Abkömmlinge der im Mittelalter so boch ängesehenen Schwert- 6 er. Der alten Veteranen wird sich hoffentlich der Schaßsekretär erinnern. In der Frage der Lieferungen könnte die Verwaltung etwas sozialer verfahrexi. Dre Zeit ist sebr ernst, Deutschland hat aber ein gutes, Gexvlffen. Wer uns Yrßiedensstörung nachsagt, ist ein Narr oder em Falscher- Den alten eibern beiderlei Geschlechts Wollen wir zurufen: Wir vertrauen auf Gott, auf unser gutes Recht, und im Vertrauen darauf wollen wir dauernd auf dem Posten sein und darauf sehen, daß unsere Rustung zu Lande und zu Wasser lückenlos _bleibt und aych den ortfchritten der Technik entspricht. Es gibt ein untcuglicbe? ittel, den Frieden in Europa zu erhalten. Man möge uns nn Auslande zufrieden laffen. Wenn man das nicht wii], nun gut, wir sind gerüstet, sie möge kommen.

Preußischer Krwgsminister von Einem gen. von Rot!)-

maler:

Meine Herren! Dein leßtcn Wunsche des Herrn Vorredners kann ich mich nur anschließen. .

Auf die Weiteren Einzelwünscbe desselben möchte, ich beute nicht weiter eingehen. Was die Besserstellung der Beamten betrifft, so wird ja für das nächste Jahr manches gescheben, was bis jeßt unter- blieben ist.

Der Herr Vorredner hat uns einen langen Vortrag gehalten über die Zahnpflege in der Armee und über die Notwendigkeit, diese Zahn- pflegeweiter außzubauen. Ich hatte mir eingebildet, daß wir eigentlich auf diesem Gebiete nicht schlecht ständen. Nach .dem sehr inter- essanten Vo'rtrage könnte man beinahe anderer Meinung sein. Vielleicht ist auchxder Herr Generalstabßarzt der Armee, wenn er den stenographiseken Bericht dieser eben gehaltenen Rede bekommi, nicht mehr der Meinung, der er bisher war. Iedenfakls werden wir an der Hand dieser Daten die Angelegenheit eingehend prüfen. Ick möchte indessen hinweisen auf einen Kongreß der Zahnärzte Deutsch- lands im Jahre 1904. Auf diesem Kongreß wurde :in Vorrrag ge. halten von einem Zahnarzt Schäfer, und dieser Herr kam ju dem Schluß:

„In der Tat steht Deutschland mit seinen kriegsminisieriellen Erlaffen der Jahre 1902 und 1903, die auf die Zabnpftege in der Armee hinweisen, an der Spitze der Kulturstaaten mit allgemeiner

Wehrpflicht.“ (Hört! hört! rechts.) Ick glaube, mich versichert balien zu können, daß unsere SanitätSoffiziere diesen Erlaffen ent-

sprechend ihre Pflicht getan haben. Bereits in den Jahren 1902 sowie 1903 und noch in leistet Zeit find eingehende Verfügungen an die Armee erlaffen, die dieses in der Tat sehr wichtige und für die Gesundheit der Armee durchaus notwendige Gebiet regeln. Ick kann es mir wohl versagen, bier die einzelnen Daten der Zahnpflege anzu- führen, möchte aber erwähnen, daß wir in der Tat in verschiedenen größeren Lazaretten und Garnisonen zahntechnisch ausgebildete Aerzte

Haben, die diesem Gebiete vorstehen- Der Herr Abgeordnete hat dann darauf hingewiesen, wie wichtig es wäre, der Zahnpflege im Kriege obzuliegen. Dieser Meinung sind wir auch. Wir haben zu diesem Zwecke in unseren Formationen Zahnärzte für den Krieg eingestellt; der Bedarf an solchen- Zahnärzten ist vollständig gedeckt. Aber es sol! gründlich geprüft werden, was auf diesem Gebiete weiter zu geschehen Hat. Diese Versicherung kann ich dem Herrn Ab. geordneten geben.

Meine Herren, wenn ich nun zusammenfassend auf das eingebe, was die Herren Vorredner bier vorgebracht haben, so haben ja wohl sämtliche Herren sich mit den Mißhandlungen in der Armee beschäftigt. Ick) habe jedes Jahr sebr eingehend über diesen Gegenstand gesprochen. Sie alle wiffen, wie sehr ich diese Mißbandlungen verurteile und daß ich sie für einen Krebsscbaden in der Armee halte, und ich glaube, Sie sind auch überzeugt - sogar der Herr Abgeordnete Bebel hat ja dieser Ueberzeugung Ausdruck gegeben -, daß in allen Stellen in der Armee dieselbe Meinung über die Schädlichkeit dieser Mißhandlungen vorherrscht. Um es zahlenmäßig deutlich zu machen, daß diese Meinung in der Armee vorhanden ist und daß sie Früchte getragen hat, möchte ich die Zahlen derjenigen Personen, die bestraft sind, und der Personen, die gemißhandelt sind, im Jahre 1904 und im Jahre 1906 mit einander vergleichen. Im Jahre 1904 sind bestraft wegen Mißbandlung Untergebener 509 Unteroffiziere,„ im Jahre 1906 305. Es hat also die Zahl sich um mehr als 200 vermindert. Wenn Sie bedenken, daß in der preußischen Armee sich ungefähr 70 000 Unteroffiziere befinden, so ist das ein unendlich kleiner Prozentsaß. Mißbandlungen an Mann- schaften haben stattgefunden im Jahre 1904 1572, im Jahre 1906 780. Also auch hier ist die Zahl um die Hälfte zurückgegangen, ein Beweis, daß seitens der Vorgeseßten mit aller Strenge auf diesem Gebiete vorgegangen wird. Wir haben in Preußen ungefähr 3100 Kompagnien, Schwadronen, Batterien oder andere gleichwertige Formationen, sodaß also noch etwa 2300 derartige Formationen übrig bleiben, in denen Mißbandlungsfälie nicbt nachgewiesen sind. Diese Zahlen reden eine deutliche und für uns sehr angenehme Sprache. Wenn immerhin noch einige Mißbandlungsfäue vorkommen, so ist das zu bedauern, namentlich dann, wenn sie brutaler Natur sind. Aber auch hier ist eine Besserung eingetreten; denn die brutalen Miß. handlungen sind auf 4 im Jahre 1906 zusammengescbrumpft. Ich möchte den Herrn Abg. Bebel dahin korrigieren, daß ich in meiner Rede vor drei Jahren nicht gesagt habe, wir werden alle diese Mißbandlungen aus der Welt schaffen, sondern ich habe gesagt: wir werden die brutalen Mißbandlungen aus der Welt schaffen, und dieser Meinung bin ich noch heute. Wsnn selbst Herr Nbg, Bebel sagt, er könne verstehen, wenn einem eine Ohrfeige gegeben wird, so wird er auch verstehen, daß alle die kleinen Mißhandlungen, die nun einmal nach unserm Strafgeseß unter Mißhandlungen faklen, nicht voklständig aus der Welt verschwinden können. Ick glaube, damit wird jedermann, der das Leben kennt, einverstanden sein.

Herr Abg. Dr. Mükler (Meinigen) hat nun einige Fälle von Mißhandlungen vorgebracht, auf die ich nicht näher eingeben kann, Weil das Material noch nicht in meinem Besiße ist. Im übrigen gebe ich gern zu, daß auch uns manche Urteile nicht gefallen und wir sie nicht verstehen. Ich möchte aber glauben, daß das auch bei manchen Zivilurteilen der Fall ist. (Sehr tichtig!) Man kennt die Akten nicht, man Weiß nicht, welchen Eindruck der Angeklagte macht, man kennt eine Menge Nebenumstände nicht, die auf die Richter ein-

,gewirkt haben, Ick glaube aber nicht, daß man in allen [len, wo

man der Sache nicht näher steht, nun berechtigter Weise einerseits von-einer brutalen Verurteilung oder andrerseits von einer Verur- teilung der Vergehen an fich überhaupt wird reden können, die nicht der Sühne entspreche. Ich glaube, daß man in dieser Richtung durchaus vorsichtig sein muß. Aber auf eins möchte ich hinweisen. Ein Unteroffizier, der mit einigen Mo- naten Gefängnis bestraft wird und mit Degradation, bat eine Strafe erlitten, die zweifellos eine sehr hatte ist; denn fie wirft ihn aus seiner Karriere heraus, und er kann das Ziel, das er sich gesteckt hat, nicht erreichen. Was das für einen Mann, zumal wenn er längere Zeit gedient hat und verheiratet ist, bedeutet, brauche ich hier nicht auSzumalen. Es ist neulich auch durch unsere Zeitungen die Mitteilung gegangen; daß ein"franzöfischer Offizier, um seine Leute beffer reiten zu lehren, ihnen ein Halsband umgebunden hat und ihnen den Sattel mit Nägeln hat beschlagen lassen. Dieser Mann ist _ ich zitiere hier aus dern „Petit Journal“ vom 10. April 1907 _ von seinem kommandierenden General bestraft worden mit 14 Tagen Arrest, eine Strafe, die der KrieJSminister verschärft hat auf 30 Tage Arresi. Meine Herren, ein solcher Offizier würde zweifellos bei uns vor ein Kriegögericht kommen und würde nicht mel): im Dienst behalten werden. Ein derartiger Fall ist mir wenigstens aus meiner ganzen Dienstzeit noch nirgends jemals zur Kenntnis ge- kommen. Meine Herren, ich habe hier auch ein Buch des : Er schreibt auf Seite 41 seines Buchs einen sehrMerrZFdJFYkYYx Zn ihc? den Herrenlvon der sozialdemokratiseben Partei zur besonders:; " . unedasagtnxg empfeb en möchte. Er spricht uber die Mißbandlungen Uns aber bietet gerade diese Form der diöziplinare (: n Gewalt- „MFM gerade wegen ihrer in der Armee begründeten Not-

- wie wenig die Noiwendi ke

mäßig nachgewiesen _ J it vorhanden ist, habe ich Ihnen zahlen-

ein ausgezeichnetes MULL!- den Militarismus rund ä i höchst erfolgreich zu bekämpfen, immer breitere MTffen sdßs! GWF: FMMaufsJeitYen,sdass Klaffenbewußtsein in solche Kreise en, : m ont n ni - gänglicher gemacht sein würden. och cht oder viel schwerer zu Meine Herren, wenn das richtig ist, dann müßte man also an. nehmen, daß die hier im Reichstage von“ den Sozialdemokraten vorgebrachten Beschwerden über Mißbandlungen weniger dazu dienen sollen, sie zu bekämpfen, als um Agitation zu machen. (Sehr richtig! rechts, Unruhe und Zurufe bei den Soziakdemokraten.) Meine Herren, wenn Sie derartige Motive nicht haben, so bekämpfen Sie derartige Ausführungen, bekämpfen Sie derartige Bücher. (Zuruf des Abg. Bebel: Das haben wir auch auf unseren Parteitagen getan.) Dann also sehen Sie das mii Erfolg fort, Herr Bebel. (Große Heiterkeit.) MeineHerren, ich möchte nun kurz den Fall berühren, den deer Abg. Müller (Meiningen) vorgetragen hät, den Fall eines Reibu- anwalts bei der Kontrollversammlung. Ick kenne den Fal! nicht so namentlich nicht in seinen Konsequenzen, die nachber zu einer stärkerer;