1907 / 246 p. 3 (Deutscher Reichsanzeiger, Tue, 15 Oct 1907 18:00:01 GMT) scan diff

Zu der in Nr. 242 d. Bl. gebrachten Notiz über drei in Bayern befindliche Handschriften aus der Karolingerxekt wird uns ergänzend mitgeteilt, daß noch eine vierte derartige Handschrift in Va ern vorhanden sei, nämlich ein „Evangeltarium, das"_der Kaiser Lot ar im Jahre 852 der Benedxktknerabtei zu Pram in der Eise! wo er die leßte Zeit seines Lebens- xubracbte, zum Geschenk machte. Bei der Aufhebung der Kloster zur Zeit dsr franzöftschen Revolution kam diese Handschrift, die 11:13 damals in dem Kloster St. Maximin bei Trier befand, mit so manchen anderen in den Befiß von I. SörreS'Tdeffen reiche und interessante Sammlungcn wurden nach fernem ode zerstreut Und verkauft“ ein Teil der Handschriften war schon vorher dem Gymnasium in Trieé geschenkt worden. Das Evgngeliaxium erwarb von den Erben der Antiquar Jacques Rosenthal m Munchen, in 'deffen reichem Handschriftenlager es gegenwärtig den ersten Platz e1nnimmt5 Die reicbgeschmückte Handschrift besteht aus 234 Blättern; die Schr1ft, in fünf verschiedenen Größen, ist z. T. auf purpurnem Grunde auf-

getragen.

Laud- uud Forstwirtsäzast.

Zur Fleischbeschau bei Hausschlacbtungen in Preußen.

lei beschaugeseße vom 3. Juni 1900 2) kann bei SÖlZYFic-„TT Teresnchxeisck? [TussdéliFZZschthgßnxx ZYUSZZF LY : e o , e ' YFZYUZTZWKTXHYZM? wenn keixe Meikmale einer dre Genu?- tauglichkeik des Fleisches ausschließenden Erkrankung vorhandea 1111" . Jedoch kann durch [andeörechtliche Vorschriften diefe reichgesbeß che Befreiung der sogenannten HOatzsschlachfungen von der Fle fck efchau * 24 a. a. . , . beseiYFsY-TYYÉZ Ausführungsgcseß Vom 23._Juni 1902 hat hier- . ' t: Über YYY? ?ZsrtluÉFmeknden mit SchlachtbaUSzwang, daß «Us in das öffentliche Schlachthaus gelangenden Schlachkttere“ vor unds MY der Schlachtung einer amtlichen Untersuchung untarlieöen, auch owkc;i reichögescßlich cin Untetsuckyungswang nicht besteht, also auch 2 Hauss chlachtungen ; ' s ' “* 1 en die Ausdehnung des Beschaquangc Mf Z'aZLsZlÖZZUdnangLYUYJ &slkzeiverordnqngen erfolgen kann, urJd daß die Polizeiverordnunxjxiené in'tdednenYFZZJedZTeYZ; YTFTFFMÉ Bestimmungen getroffen n , mt er d " , b i und nach der ntersuxbung die Grun saße FLY »ZÉTZÉÉÉWZJ dxr dazu erlasseven Ausfuhrungsbestimmungen Anwendung finden. d i . t eine Ermittlung darubxr siatkgefun Zn, 11 wiewZiztoriYYTusZerxt (IZ? Grund fxerYéend beZZ'ZZTFZUTiZsTrsÖZxY ein Beschauzwang auch bei aus “. ungen B _ck . i dn ezirkemm denen einssolcher es an LIFT?) ebrthbthéarßunnd 430/11 der GesamtbeVolkerung Wthcn, Dazu gehören sämtliche Schlachtbaußgemeiz1dxm also mZt Jenligesn NUSnabmen (wie z. B. Altona und die stadttsckyen Voror el kleir n ) die größeren Städte, daneben aber Ychiexne eYbLZdckxeoYWasz &??? Städte ferner von geschlossenen ez r en 1 ' . , 5 i U: sbezirk Oppe[t_1,'endlch eme_auf Yen MYM k,seerhrKveeZscl(;ixlzeln gverteilte Anzahl stadttschev und _land- lich€r Gemeinden. Die Ausdrhnung Ye? Beschauzwanges (m_f Yams- scblachtungen ist übrigensLÄth gdleiJchßeK], MZFYZ ÉYthbszY ' . ren TulfléeerchFLYFFg Flachßndß? sTieZzattungxanerzti YefséZuMacF? , stre ! e er wang ' YÜterZfFZvsZW. eIrZZeispieLSrveise find, in Heffen-Naffau dre Schafie und Ziegen ausgenommen, im Regterungsbezirk Oppeln aach de

Kalber. ,

bei der Viebzäblung am 1. Dezembex 1904 umb eme ZäblYßWdeenigen Tiere stattgefunden hat, die m der Zeit vom 1. Dezember 1903 bis zum 30. November 1904 gescHlackptel worden find, ohne der Fleisckybeschau unterlegen zu haben, ergibt fich folgendes Verhältnis der sogenannten Hausschlachiungen zu den Gesamt- schlacbtungen in Preußen:

abklf der YnteYZdTb von - Ek S an ' Gesamtzahl tungénéébei bsFrlethHaus- Tiergattung der denen e ne (1 ungen amtliche Be- an der Gesamt- Schlachtungen schau unier- zahl der blieben ist Schlachtungen ? . , KUZ? 1159: 3, Mor?“ e. 954 601 36 108 3,78 % Rinder jeglzcbeZtMY-

YLW." 9: . . J 1 922 833 65 565 3,41 % Kälberöis zaZMonaten 2 238 078 58 550 2,62 % SMYÉTFMFUZW 12 540 438 3 688 086 29,41 0/5 ' SéeTfeLäHYZ'xießéiä? 2 007 001 541 969 26,22 % ZiZZT"Lä„LYZLél„WiÜ 6 61220 503 918 76,21 0/0

zusammen 19 369 570 | 4 858 088 25 0/0.

" der höchste Prozentsay der Haussckylacbtungen (mebéixksnaZ J:?fchujtngm, dann folgen dieSchwcine mit nahezu 30 0/9 *1d die Schafe mit mehr als 4:- Bei Rindern ist der Antei! Yer Zaussäplachtungen gering, bei über dreinMonate alten Tieren betragt er etwa 36%, bei Kälbern nur wenig uber 2z %. In der Erwägung, daß die Beanstandungsproxente fich im Jahre aben bei ' 1904 belaufen 5 ganz um bedingt mi_nder- nur Teile zu- tauglich tauglich wertig beanstandet sammen auf 1,52 0,54 2,47 40,05 44,58 0/9

" en . . Y:?dern über ZMon.

_ S 0,92 0,45 1,65 30,93 33,96% 9933593311 993 3-92 19 123810

, () Schweinen - - - 8538 *_ 0:16 15:65 15,890/0

SETX" . . . - 023 _ 0,30i tsch4,f0t6 ;;,59 ?/0, -""-* "deraxc.nener ommt das MZÉFFFYMDFUUFWFZ zu folgendem Ergebnis: hierzu soehxn v,r nd Ziegen ist ein erhebliches sanitärcs Bedürfnis Bei Schafen Öls Bejcvauiwanßks auf die Haussckplachtun en kaum nacb AusvehnunßM'?s "Tiergatwn en verbältnißmäßig wenig nlaß ju anzuerkennen, da ebe Dic eanstandungcn einzelner Teile bci FMM?ÜZIdeYußY-los, da es ck dabei. fast durchweg ""t xm irJere Organe (Lebern) bündelt- die ohnehin mcht genossen zu wer en P egen. " Bedürnis nicht in gleichem ...?;185355-"93333 1113. 31 , * er men en 6- eine Trichtnxn- und Firmen KUCKFÜZÜÉLZMLÜUÜ werden, auch bei ZLZYÉrangtMYsF-ynn SSYFeYnen in den meisten preußiscbekn Bezirxen Schlachtung ommen eu tattfindet (höchstens 80/0 der *UPWÖL" 11“ “0 war meist in ZYXEL; wkxdeFeQYtLZZJFMWZMFFTWTY Usjkxlieté1 vorkkmmeÉ); anderer ei'ts it u erwä en, da die AusdeanUI der geme nen e“ s au aLf erbLblziäpen WJerstanß und vielfach auch auf große praktische ÖYeYigkxitenJetF-ßden WZB.l ckck"an ist zu unters e en n er an a »: ,.W elle ergibt, find die Beanstandungen 9? bl der Hausscblackj- kältniSmäßiKselten, und wenn nun axlch die 3“ ar am niedri'gften ungen bei älbern- nicht- groß ist, prozentual folg Wert der _. von allen Tierg1ttungen, so it doch auch der ger nge

cbeiden zwischen

meist bald nach der Geburt - zum Hausgebraucbe geschlach- teten Kälber als ein gegen die Ausdehnung des Beschauzwanges auf Hausschlatbtunßen von Kälbem sprechender Umstand in Betracht zu ziehen. Bei [teren Rindern bin egen liegen alle _Voraus- setzungen für die Ausdehnung vor: ein se !: erhebliches sanitares Ve- dürfnis (schon durch die obigen Beanstandungßziffern erwiesetz' bei Hausscblachtungen find Le aber ficherlicb noch viel höher, wer ein großer Teil der Hauss [achtungen Notscblachtungen find); die ver- bältniSmäßkg geringe Zahl der Hausschlacbtungen und vor allem die Erwägung, daß nach den vorliegenden Berichtetz gerade die soaenannten Haußschlachtungen von Rindern zu den baufiasten und gefährlichsten Umgebun en des Fleischbesckpaugeseßes Anlaß gegeben haben. Wixd den Kalt chlächtern durch die Ausdehnung des Beschau- zwanges auf Hausschlacbtungen von Rindern der Einwand der Be- freiung auf Grund des § 2 des Reichgeseßes entzogen, dann wird die Fleischkontrolle wesentlich erleichtert werden. _ _

Diese volstehenden Erwägungen haben dre zustand! en preußlsäzen Minister zwar bewogen, auf eine allgemeine Aux ebnung der Fleiséhbeschau insbesondere auf Schweine und Kalber einßweilen nicbt binzuwirken, fie haben ihnen aber Veranlassung gegeben, in einem Erlaß vom 17. August d. I. an alle Regierungs- präfidentcn einmal die Untersteklung der Hausschlachtuggen von Rindern im Alter von drei Monaten und daruber unter den Fleischbeschauzwang und zum andern eine Ein- schränkun bezw. schärfere Bestimmung des Begriffes der Haus?chlachtungen aueh bei Kleinvieh im Weae der Polizeiverordnuna 13 des AusfßbrungSJeseßes zum Fleisch- beschaugeseß vom 28. Juni 1902) nachdruckjicb zu betreiben.

Nac!) einem dem Erlaß beigefügten Entwurf sollen die_se möglichst für den Umfang einer ganzen Provinz von den Oberprafidenten zu eclaffenden Polizeiverordyungen folgenden Wortlaut ethaltex.

1. Rindvieb im Alter yon dreiMonaten und daruber unter- liegt auch dann, wenn das Fleisch aussch1jeßlich im eigsnen Haushalte des Vefißers zum Gxnusse für Menschen verwendet Werden son, in aUen Fällen vor und nach der Schlachtung einer (zmtlicben Unter- suchung nach Maßgabe der Vorschriften, des Vorbezetckyneten Geseßes und der dazu erlassenen Ausführungsbesttmwungen. '

§ 2. Rindvieh im Alter bis zu drei Monaten, Schweine, Schafe, Ziegen, Pferd: und Hunde unterliegen auch in'den Fallen, in denen auf Grund des § 2 des Geseßes, betreffend dxe Schkachtyieb- und Fleischbeschau, vom 3. Juni 1900 die Untersuchung uoterblejben darf, vor und nach der Schlachtung einer amtlichen Untersuchung na_ch Maß- gabe dxs vorkereicbncten Geseßes und der dazu erlassenen Ausfuhrungs-

ri ten, 0 ern worse?“ fdas Fleisch nicht nur im eigenen Haushalt e_incs Befißers, sondern in mel)? le einem Haushalte zum Genuss: fur Menschen ver-

det werden o , " wen 1). das Fleisch in einem Hausbalfe qu Genuffe fur Menschen verwendet Werden sol], in dem mehr als vt§r*) nicht znr_Familie oder zum Gesinde des Besitzers gehörige Kostgangec regelmaßig beköstigt werden, . * 0. die S [achtung zum Zwecke der Bewirtung eines die Zahl der sonst zum HZsbalte gehörigen Mitglieder erheblich übeksteigenden Kreises Von Pkrtsonen (z. B, bei Einquartierungen und größeren Fest- ' iten er 0 ,' [xchkeEs Yamx ng'rcht verkannt werden, daß es fich bei diesem Vorgehen, abgesehen von der Unterstellung dex Rinder im Alter von minkzestens drei Monaten unter die Flelsckobeschau, für die (:bx'r die angefulxrten (Gründe als stichhaltig wobl allseitig wxrden anerkgnnt werden mussen und gegen die auch mit Rucksicht auf die Verhaltnwmäßkg geringe Zahl der davon betroffenen bisherigen Haxsschlacbtungen erhebliche Bedenken nicht werden vorgebracht werden konnen, in der Hauptsache um eine schäkfere Abgrenzung der im Reichsfleisäybeschaugefeß ent- haltenen Bestkmmuug des Begriffs der Hausschlachtungen ( „Schlacht- tiere, deren Fleisch ausschlteßlicb im eigenen Haushalte des Besißers verwendek werden soll“) handelt. In dieser Be- ziehung sind bisher die Anschauungen keineswegs einheitliche gewesen, und die deshalb wiedarbolt angerufenen ericbte sind glekckyßaüs zu keiner einheitlichen Auffassung dieses Begriffs ekommen. Nack) Erla solcher Polizeiverodeungestxblwcin Zabesrxidieslädxberige Unisficberxeétßdxx ru an e U (! en en ere (! zu gre en a r WtkLY-efhszxke'n Ind dazmit auch für die Landwirtßhaft ein Vorteil aus ihnen erwachsen, _

Ernteergebnisse und Getreidebandes in Bulgarien.

Das Kaiserliche Konsulat in Rustsehuk berichtet unterm 7. d. M.: Der Monat Sepiember war, ebenso wie der August, in Nord- bulgarien troäen und heiß. Der Boden ist derart au§getrocknet, daß _ mit Ausnahme eines Striebes im Kreise Tirnowo, wo etwas Regen fiel - selbst mit eisernen Pflügen nicbt geackert und deshalb auch nicht gesät werden kann. Raps ist an solchen Orten, wo er infolge nieder- egangener Strichregen angebaut werden konnte, ggf aufgegangen und at ck leidlich gut entwickelt. Sonst ist es aber jetzt Für die Aussaat des apses schon zu spät. Sollten nicht bald ausgiebige Regenfälle eintreten, so ist die ganze Ernte an Wintergetreide des_ zuk'ünftk en_ Jahres bereits jet? in Frage gestellt. Die MaiSernte rst langs es Balkans mittel, änas der Donau aber sxhlecht außgefallen. Im allgemeinen dürfte für die Ausfuhr 661 dieser Frucht wenig oder garnichts in Betracht kommen.

Zufubren haben im Monat Sxptember nicht stattgefunden. AUIgeführt wurden bloß Mais in geringer Menge und etwa 4000 b

B en. MLM! Preise standen am 1. d. M. wie folgt: Weizen 20 Fr., Gerste 15 Fr., Mais 13 Fr. für den Doppelzentnsr.

Gesundheitswesen, Tierkraukheiten und Absperruugs- maßregelu.

Samara, 14. Oktober. (W. T. B.) Ein Va_schkir, der in einem cht einen Kilometer von dem Bauernbofe Ustrtanow entfernt im Nikolajewskiscben Bezirk wohnte, ist unter pestverdäckztigen Erscheinungen erkrankt. Die Behörde hat einen Bakteriologen dorthin entsandt,

BerkehrSanftalten.

Die Eisenbabndirektion in Breslau gibt bekannt, daß der Gesamtverkehr der österreichischen Nordwestbabn auf aßen Linien wieder aufgenommen ist. _

Theater und Musik.

Konzerte.

Am 7. Oktober gab im Saal Bechstein_ Herr Heinrich eskalozzi einen Liederabend mit zum Teil etgxnen, recht an- precbenden Komvofitionen. Der Sänger v:;fugt über eine sympathische, sebrlyrtsäye Baritonstjmme, die ihn bewnders das weiche Piano gelingen läßt. Die Behandlung des Organs verrät Geschmack und gute Schulung. Daß es manchmal an der nötigen Kraft und Mannigfaltigkeit des Ausdrucks gebrakh, darf wobl der Befangenheit des Künstlers zugute gehalten werden. "

In der Singakademic bot die SanHerin Grete Steffens am Donnerstag recht eindrucksvolxe Leitungen. Die Künstlerin weiß ihre Fähigkeiten richtig einzuschaßen und ihrer wobllautenden, wenn auch nicht gerade großen Stimme durch einen inbaltreichen Vortrag höheren Wert zu verleihen. Es glückte ibr zumeist, in ihren mustkalischen Darbietungen eine persönliche Note durcbklingen zu la en. - Der außgejeichnete Gel er Karl Fl'esckp spie_lte, gleichfa 9 am Donnerstag, im Beet ovenfgal mtt Unterstutzung des Pbi-l- harmonischen Orchesters em neues leinkonzert von Emanuel

*) Diese Zahl kann nach Maßgabe des örtlichen Bedürfnisses auch bis zu 6 erhöht werden.

Mozr. Der Verfasser der Tondichtung versteht, klangvolLe Motive und farbenreicheÉMrmonien zu entwickeln, obne jedoä') durcb bedeutsame Gedanken oder ißenart der pracbe sein Werk zu vertiefen. Karl Flescb Fährte die Solsost uzme in seiner vornehmen und tonscbönen Art durch; em großes Sul efubl und die Treffficberbsit seines technischen Könnens konnte der Kün tler erst in der köstlichen Sonate für Violine allein von Max Reger voll entfalten; in diesem Werk, und noch mehr in dem D-Dur-Konzert von Brahms, wurde die Tiefe und Größe seiner Kunst voll offenbar; was an reiner Schönheit des (Gedankens, an Adel des Tons geboten werden kann, trat hier in durchsichtiger Klar- heit und mit ergreifende: Wahrheit hervor. - Richard Koennecke hatte an seinem gleiäneitkg veranstalteten ersten Liederabend im Mok art- saal Schubert, Schumann, Wagner und vier ansprechende neue Lieder von Paul Schwers auf das Programm gesevk, von denen bejonders „Vor der Schmiede“ gefiel und wiederholt werden mußte. Das unvergleichlich schöne, kraftvoUe Organ des Konzertgebets, sein reizVolles Piano werden ibm stets einen vollen Erfolg fiebern, 01:15 ohne das kleine theatralische Beiwerk, dessen er fick), dießmal wenigstens, zuweilen bediente. Symxatbisch wirkt in seinem Vortraa auch der temperamentvolle Ausdru . Hervorragend War auch die Begleitung des Herrn Erich Wolff, die fich mit stilvoller einheit und musikalischem Empfinden dem Gesange anzu- paffen wu te. Das Publikum kargte nicht mit s einen Beifallsbezeugungen. - Die Klaviervorträge des errn Hermann Lafont zeigten an dem- sekben Abend im Saal 5 eckstein eine weitere Verfeinerung der virtuosen Darstellungskunst des bekannten Pianisten. Besonders glänzend löste der Künstler seine Aufgabe bei der Wiedergabe des Adagio der F-Dur-Sonate von Scriäbine. Außer vier anderen Werken desselben Komponisten bot er solche von Debussy, Ravel, LiSzt und Paganini, und brachte namentlich in dem letztgenannten sein technisches Können zur vollen Geltung. Durch einige Zugaben dankte er für'den ibm gespendeten Beifall. _ ' Ein außerordkntliches künstlerisches Ereignis war am Freitag die von der neu gegründeten (Gesellschaft der Musikfreunde in der Philharmonie unteßOßkar Frieds Leitung veranstaltete Aufführun der symphonischen Dichtung „Gloria ' von Jean Louis NJcodÖ. Das nach jeder Richtung hin anspruchsvoUe Werk,

dkssen Uraufführung unter des Komponisten eigener Leitung im Jahre -

1904 in rankfurt _a. M. stattfand und dort ebensoviel Beifall wie starken idersprucb hervorries, erfordert ein außergewöhnlich großes Orchester, fexner ein außerhalb des Saales befindliches Nebenorcbester, Orgel, eine Sokosümme und einen großen Chor. „Ein Sturm und Sonnenlied“ beißt der Untertikel und deutet schon an, daß der pro- grammatisckpe Inhalt fich um Stürmen und Drän en nach Sonne und Sieg, um Unterliegen und neuen Kampf und äFnliche Begriffe und StimmungSwerte bewegt. Dem Pxogrammbeft war eine Er- klärung der Grundgedanken beigegeben. Hiernach will der Tondichter das Lebensscbicksal eines Propheten schildern, der im Kampfe um seine Ideale von_der Macht der rauben Wirklichkeit zu Boden ge- run en, durcb Nuckebr zur hehren Natur sonnigen Frieden in der EinFamkeit und im Bannkreise idealer Vorsteüungen wiederfindet. Die ganz unerhörte FÜÜS der angewandten Mittel ermöglichte eine große Vielseitigkeit mustkalischer Charakteristik, Klangwirkungen und Tonmalereien, wie fie wobl selten erreicht werden. Das großartige kompofitionstecbnische Können, die geistvolle Gesialtungskcaft, die siets,neue Tonverbindungen und Formen findet, schufen hier ein unaufhörltches Fluten kraftVoÜer künstlerischer Mit- teilungen, sodaß man, wxnn aus!) schließlich abgespannt, so doch mit regem Jnlereffe der zweiundemshalbe Stunde währenden Aufführung folgte. Es kallgenziß etwas,!)edeuten, daß in einem so aUSJedebnten Werk verbaltmsmaßig wemg flczche Stellen, Trivialitäten und Geschmack- lostgkeiten, wie z. B. d1e naturalistisäxe Nachahmung von Tier- stimmen, fich finden, und man muß diesem glänzenden Können, dem fast keine Grenzen aesteckt zu, sein scheinen, bobe Achtung zollen. Zu anderern Ziel führt aber die Erwägung, welche Bedeutung eine derartige EntwicUung tonfeßeriscben Könnens für Kunst und

Menschheit überhaupt hat. Die einseitige Ausbildung des Mufik- '

technischen, die Außgestaltung der Programmufik bis zu ihren letzten Fol eétungen, läßt eines ganz in Verge enbeit geraten, und zwar ein WiF iges: das ist die für alles roße und Echte grundlegende

künstlerische Einfachheit, das 11- prünglich - starke das nicht durch noch so schillernbes Geitreichtum, dur noch so ausgebildxte handwerkliche Ferti keit erseßt werden kann.

Jmmerbm kann man dem intere anten Werk die Anerkennun nicht versagen. Eine künstlerische Tat war die äußer schwierige, aber mit Liebe und Verständnis und größtem Er ol von Oskar Fried durchgeführte Einstudierung und Leitung der Au füßrung. Auch dem Philharmonischen Orchester gebührt uneinge chränktes Lob. Der Chor des Sternstben Gesangvereins löste seine Auf-

gabe ebenfaUs recht wacker, ließ aber in bezug auf die Soprane doch-

mancben Wunsch junerfüllt. Um die Aufführung machten sich noch Walter Fischer (Orgel) und Else Schünemann (Altsolo) verdient. - Das Kunstlerebepaar Emy und Friedrich Schwabe Halte an sxinem Lieder- und Duetteabend am Freita im Beethovensaal emen hübschen Erfolg zu verzeichnen. elde St1mmen klangen harmonisch ineinander, auch der Vortrag war fein abschattiert und warm belebt. Der Menosopran der Sängerin ist von Natur chöner als der Bariton ihres Gatten, litt aber beim Forcieren der ö : und wurde dann scharf und raub. Nach einer Reihe von ekannten Liedern und Duetten sang das Ehepaar zum ersten Male mehrere Gesän 3 eines neuen Komponisten, Hermann Durra, die zwar eifällig aufgenommen wurden, aber doch nichts Besonderes boten. - Jm Saal Bechstein ließ fich gleichzeitig die Sängerin Paula Schick-Nautb hören. Der außerordentliche Wobllaut und die Kraft ihres Meuosopranö ßelen in den Vorträgen auf; um so empfindlicher machte fiel; aber auch die mangelhafte Kultur der Stimme wie des Ausdrucks bemxrkbar.

Die VorstehersÖaft der Singakadcmke hatte für den Sonn- abend, Nachmittags, zu einer Gedächtnisfeier für Professor Dr. Joseph Joachim eingeladxn. Der Saal zeigte an der Fenster- set_te_ ein großes, lorbeergescbmucktes Bild des dahingeschiedenen Kunstlexs. Die Feier wurde eingeleitet durch den Trauermarsch aus Handels .Saul', den das Philharmonische Orchester Yrtxug; IZM!) trat der Diirektor Adesc Sanakademie, Professor

eorg umann zu ener npra e vor; e c “Lie edÉFliäZÉ-“ÖliFtkhxitstlbeirschRZie, Bit d fi *griff

: er men e un an er e gen affen gewürdi twurden' es lag ein Hauch klasfisch Einfachheit und (Größe 1113281: ihr, fié Jckte gerade durch die etmeidung aUer überschnglicben Worte.

esonders liebevoll wurde auf die vierzigjähriae Tätigkeit Joachims an der Königlichen Hochschule eingegangen und auf das enge Verhältnis, das Joachim mit der Singakadßmie verband; als eines der Ihren ge- dachte die Singakademie webmutkg des Verewigten. Anschließend an die Rede spielten die Genossen des berühmten Zoachimquartejts, das durch Jahrzehnte seine Heimstätte in der Singakademie gefunden hatte, die Professoren Carl Halit, E. Wirth, Rob. Haus- mann, dzenen Karl Klingler |ck hinzugescllte, den [an samen Satz aus Beethovens Streichquartett Op. 135. Die unvergleTckjliche Wiedergabe von Brahms' „Deutschem Requiem“ vollendete dann die Feier. Der Trauer um den großen Toten wurde darin der edelste Ausdruck gegeben; selten sangen Frau J. Grumbacher de Jong und Herr Lederer-Prina so ergreifend, und jekten klangen die Chöre so innig und wehmutsvoll; es war, 019 tönte eine persönliche Kla e aus ihnen hervor. - Des verewigten 'Meisters gedachte au der vortreffliche Geiger Theodore Sptering im Programm seines am Sonnabend im Beethovensaal mit Unterstüßung des bilbarmonischen Orchesters gegebenen Konzerts. Dem Anden en Joachims war der Vortrag seiner h_ekannten Violinvariationen gewidmet. Die untadelige Technik des außfuhrenden Künstlers vermochte fich darin von zu ent- wickeln. Die Warme des Ausdrucks und Klarheit der Gedanken- gliederung, die dem Geiger eigen nd, traten ferner in Bachs E-Dur- Konjert kräftig hervor; am!) das -Moll-Konzert von Spohr fand eine ?chöne, „stilgerechte Mic_dergabe; die Welchbeü des Klanges und (Ge- chmeidtgkeit des Tons ubten hier besonders reizvoüerrkungen aus. -

er des verewigten“