. werden sou, wird fich
»zwei Namen at, erhielt
des Vormund afts- und des Strafrichters einführen, wie dies dem- nächst in FraskaUtt a. M. als erster Stadt in Deutschland ge- (heben wird. Ane Strafsaihen gegen Jugendliche sollen dort einem Richter überwiesen und diesem zugleich die Funktionen des Yormund- schaftsricbters beigelegt werden. Dieser uzerde dann, unterstu t durch berufßmäßige P eger, die Familienverbaltniffe der jugendli en An- geklagten einge end prüfen und alle gebotenen, BefferungSmaßnabmen treffen können. Nachdem die Tagesblätter berichtet haben, daß Feuer- dings WUWYZFÜS Trf"Frk§geddetrschjule§üstiin ?YYckzanäYYJZYF eri ts eau ur te en 6 u zauu Jugendg ck dem praktisckpen Vorgehen der Stadt Frankfurt in dieser Frage ein berechtigtes Interesse zuwenden.
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Kunst Ünd Wissenschaft.
Die Könialiche Akademie der Künste hat in 3 Salen annähernd 100 Werke des varstorbenen Malers Karl GuFsow aus- gestellt. Im ersten Raume find die Werke der fruheren Zeit des Künstlers vereinigt, der vor seiner Lebrtatigkeit an der Berliner Kochschule in Weimar und KarlSrube tätig war. Bemerkenswert ist
ier Lk" SÜÜLben (Nr. 2) durch seinen zarten silbergrauen Gesamt- ton, der durch eine goldgelbe Brokatdecke nchh gehoben wird, ferner Si"? GeWandstudie (Nr. 9), auf welcher der Kunsjler vor eine gobelin- bespannte stumpfe Wand ein leuchtendes, gelblich getöntes Seidenkleid Mit schweren, durchsichtigen Schatkenfalten gestel1t hat. Die Akbejken, die in den 70er Jahren entstanden, zeiFn Suffow, der in Berlin um diese Zeit neben Menzel zu den orkampfern eines gesunden Realismus gehörte, unter dem Einfluß Leibls und der Franzosen. Kleine tonige Skizzen und Gemälde erinnern i_n den satten, dunklen Farben, in der Technik und der wekchen Pinselfubrung an Leibl, so z. B. das Mädchen, das einen Stoff beschaut (Nr. 16). Die Kindergruppe vor dem mattblauen Hintexgrunde,„der das Schwarz des Knabencmzuges und das Weiß des "Madchenkletdes in vouftem' Glanze zum Ausdruck [31111 t, läßt an abnlickpx Farbenwirkungen be: Manet denken. Victor Mü ers „Schneewittchen , das in .der National- galerie hängt, wird bei Betrachtung „des Spazierganges (Nr. 24) in der Erinnerung lebendig. W): wie dor_t der welche, wie in Dunst verschwimmende Waldbinter rund, der grunbraxzne Schleier, in den alle Lokaltöne eingehüllt find. Feuerbach und Bocklin scheinen bei dem Bilde „Nymphe mit Faunen“ Pate gestanden zu haben Nr. 29), Somoff bei der kleinen reizenden Skizze einer Parkterra e, uber der fich schwärzliche Baumfilbouetten und ein schwerer, grauvioletter
immel spannen. Diese von anderen Meistern beeinflußten Werke nd wohl das Anziehendste, was die Sonderausstellung bietet. Dazu kommen noch einige wenige Porträts, allerx voran :das Bildnis der rau Luise Haase, 12131 im Besitz der Naxronßlgalerte, und mehrere Jentebikder, unter denen „Die TeppiÖfllcker das bedeutendste ist. Merkwürdig sticht gegen diese seinen Arbeiten die große Reihe der Bildnisse ab, die in dem geräumigen Saal; vereinigt find. Flach und bart wirken fie in ihren Hellen, meist sußlicben Tönen, leer und ausdruckslos blicken |: auf den Beschauer, ryan findet zwkschen diesen und den obenerwäbnten Werken keine Brucke. Nach den kräfti'gen Ansäßen der Jugendzeit, nach dem Experimentieren und der Perxode der Anlehnung an fremde Künstler folat_bier ein merkliches Abflauen. VieUeickpt hatte der Künstler zu viel Rucksicht auf seine Auftraggeber genommen, was freilich bei dem offenen Charaxter Guffows nicht gut anzunehmen ist; vielleicht hatten zu viel Auftrage ihm die Muße und die V::tiefung genommen, mit der ferne Jugendwerke geschaffen Waren.
11.1". Die Gesellschaft für Erdkunde eröffnete ihr Winkerhalbjabr am Sonnabend unter VorfiÉ des Geheimrats, Pro- fessors Dr. Hellmann. In den seit letzter, 1131an verfloffcnen drei Monaten hat die GeseÜLÖast außergewöhnlxcb Viele Eingänge neuer Werke zu verzsicspnen, über deren Inhalt der Vorsißende kurz unter- richtete. Aus der aroßen Zahl find das empfehlenswxrte Buch von Dr. Paul Rohrbach über den Wert unserer Kolonien, ferner ein teich illustriertes Werk über Neu - Gumea (1903) und eine Veröffemlicbung von Dr. Kocb-Grünberg über amerikanische Felözei nungen besonderer Helvorhebung wert. Auch wurde des erfol re chen Eintretens von Professor Dr. Conwenß-Danzig für die aturdenkmalp ege anerkennend gedacht. Nachdem die Organi- sationßarbeit geleitet und zu einem gewiffen Abschluß gelangt ist, werden sich diese Bestrebungen auch eines besonderen Organs, einer
ektschrift, erfreuen, die seit Quartalsbe inn erscheint und in der ersten ummer vorlag. Den Vortrag des A ends hielt der Professor Dr. K. Weule aus Leipzig, Leiter des dortigen Museums für Völkerkunde, über das Thema: Der Südosten Deutsch- Ostafrikas auf Grund eigener Reisen und Forschung_en. Froffeffor Weule hat über seine im Vorjahre aUSgefübrten Reisen _erett's am 16. März [. J. in der Gesellschaft für Anthropologie aus- fuhrltcb bexichtet, wie aus Nr. 69 des „Deutschen ReichsanzeigerS' [Jom 18. März zu ersehen ist, weshalb auf einen umfanglicben Bericht Uher den mit größtem BeifaÜ aufgenommenen, von vielen Lichtbllder-, ktnematograpbiscben und pbo1wgrapbischen Vorführungen “begleiteten Vortrag an dieser Stelle zu verzichten ist, Nur sei besonders erwähnt, daß Professor Weule die5mal durch ein reicheres Programm der begkeitenden Beigaben fesselte, als es ihm im März zur Verfügung stand, wo nach seinen damaligen Mitteilungen ein Teil seines Gepäcks noch nicht angelangt oder noch nicht ausgepackt war. Das hat Bezug vornehmlich auf die kinematograpbisÖ-pbonographischen Vorführungen. Es berührte Zuschauer und Zuhörer doch höchst seltsam und [ie fie Bewunderung empfinden für die neuen Hilfs- mittel der Wi enschaft und ihre zwar sehr mühevolle, aber erfolg- reiche Anwendung durch die Forschungsmetboden, als die anschaulich dureh den Kinematograpben vorgeführten Reigen und Tänze begleitet wurden durch_die- Originalgesänge der Eingeborenen, welche zu den UÜMÜÖSU Tanzen gesungen und gleichzeitig auf der phono- graphischen "Walze fixiert worden waren. Sehr fesselnd und etwas ausfuhrliche: als_ bei _der früheren Gelegenheit berichtete Professor Weule auch uber dre Erziehungsarbeit, welche die Be- wohner des Makondeplateaus, das zweimal so groß ist wie das Königreich Sachsen und von etwa 80000 Schwarzen bevölkert ist, an ihre männliche und weißliche Jugend wenden. Nach solchen Mit- teilungen werden die landlaufigen Anschauungen von dem Zustande der Unkultur und Wildheit dieser Eingeborenen Jnnerafrikas zu be- richtigen sein. Wenn beispielsweise einer Einrichtung gedacht wurde, auf Grund deren jedem fieben- oder achtjährigen Kinde aus der Zahl der älteren Personen ein Mentor bestellt wird, der für seine ganze LebenSzeit aewiffe Verantwortlicbkeiten für Belehrung und ortkommen des cbü lings übernimmt, so beweist dies eine bewu te Abkehr yon dem aturzustand, aber für uns zugleich die NoTWendlgkeit gründlichster KenntniSnabme vo1_1 solcher bereits vor- . andenen Kulturarbeit und vorsichtigfter Anknu fung daran bei dem estreben, die Eingeborenen auf eine bö_bere ulturstufe zu heben. Profeffor Weule hat mit Recht die Ergrundung der Anschauungen, Sitten, Gebräuche und Einrichtungen der Eingeborenen xuux Haupt- e enstand seines Studiums gemacht- Die intelligentenÉauptlinge
! . akarran find ihm dabei be flich ge- wesaetTua dF: 61111311 I)(kxber: ein? ältere Schwester Matans, die den guten Gedanken hatte 15 Greise ihres Volkes
zu Beratun en mit dem europäifcben Gelehrten binzuxuzieben. on diesen Zurde, wenn auch mit einigen Schwierigkeiten, mancherlei eMRM, während alLe jüngeren Personen beiderleiGesahlecth gänzlich unzugänglich blieben. zum Teil wobk deshalb-„wekl dk? Stammes- Lkgenqrten und -gebräuche ihnen selbst nicht geborig zum Bewußtsein sekommen waren. Selbst der alte Häuptling Makarran wurde erst "“ck reichlichen Spenden von Hirsebier oder kräftl en Alkoholika “evkääviaer welcbe Beobachtung natürlich zu esonders vor- Ü tiaer Beurteilung und Nachprüfung feiner Mitteilungen “öügte- Ueber den auffälli en Gebrauch, daß jeder Eingeborene &rofeffor Weule“ den Aufschluß, daß
dcr zweite ame bei , Erreichung des Mannbarkeiwalters gegeben wird und den hervorgetretenen besondereanigenschaftSn des
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Individuums e'nispcicht. Das erklärt, warum so sonderbare Eigen- namen vorkommen, wie ,Folgt nur dem eigenen Willen“, Stets bereijx', .Ich bin Dein!“ :c. Die fortZescbrljtene Kultur Yer Be- wohner des Makondeplateaus zeigt fich auh in der besseren Stellung des weiblichen Geschlechts, dem zwar manche ungewöhnlichen Arbeiten zugewiesen find, wie der Töpfereibetrieb, das dafur aber vom beschwer- lichen Wasserhosen und den Arbeiten des Feldbaues befreit ist, die ausschließlich von den Männern besorgt werden. In mit dieser vergleichsweise höheren Kulturstufe n cht in Einklang zu bringendem (Gegensatz steht die entseßliéhe Veranstaltung, die Männer und Weiber, diese namentlich, mit ihrem Kör er vornehmen. Jene bringen fich am ganzen Körper Ziernarben ei, denen die wunder- lichsten Gestalten gegeben werden. mit Vorliebe Tierfiguren, wie Antilopen, Löwen, Frösche7 aber sie [affen ibre Gefichter doch meist im natürlichen Zustande, während man nichts Groteskeres in der Welt sehen kann, als 20-30 Yao-Frauen mit ihrem riesigen, bis 7 0111 im Durchmesser haltenden Holzpflock in der Oberlippe, dem kaum weniger riesigen Holzpflock im rechten Obrlappen und dem zierlicberen Hol;- pflock am linken Nasenflügel. u essen vermögen soxche Frauen nur, indem sie mit der Hand die bes werte Oberlippe zuruckklappen, beim Sprechen find fie an der Aussprache des „S' Verhindert.
Literatur.
Der Direkwr des Hobenzollernmuseums und der Kunstsammlungen der Königlichen Schlöffer, Professor Dr. Paul Seidel hat im Verlage Von A. Scha11 in Berlin ein in der Reichsdruckerei ber- gestelltes, reich illustriertes Prachtwerk unter dem Titel „Der Kaiser und die Kunst“ beraußgegeben (25 „M), bei deffen Abfassung ihn eine Reihe von Künstlern, Kunstgelebrten und Beamten unterstüßt haben. Das prächtig aUSJestattete Werk verfolgt die Absicht, über d e vielfachen Anregungen zu unterrichten, die der Monarch auf dem Gebiete der Baukunst sowie der bildenden Künste enffaltet hat, und so ein eingehendes Bild Von der Persönlichkeit des Kaisers als Kunst- freund und Kunstförderer zu geben. Als Quellen standen dem Herausgeber sämtliche in Frage kommenden Akten und Vom Kaiser earbeiteten Pläne bei den verschiedenen Kabinetten, Ministerien und sonstigen Bebörden zur Verfügung. Bei den Abbildungen ist in erster Linie Werk darauf gelegt, nach MöJlicbkeit die von Seiner Majestät gezeichneten yerschiedenen Orig nalentwürfe wiederjugeben, und in vielen FäÜen konnten Nachbildungen der danach von Künstlerband fertiggestellten Ausführungen danebengestellt Werden. Einleitend weist der Herausgeber kurz auf die Förderungen bin, die die Künste seit je von dem Hause der Hohenzollern erfahren haben, und insbesondere auf die engen Zusammenhänge der künstlerischen Bestrebungen und Interessen des Herrschers mit jenen
Seiner Erlaucbten Eltern, als deren künstlerischen Testamentsvollstrecker _
der Kaiser Sick: ausdrücklich betrachtet. Es handle sich dabei nicht um eine höfische Kunst, _die im Ausbau und in der Schmückung von Schlöffern ihr Geprage finde, sondern um eine Volkskunst, die das öffeniliche Leben verschönern und mit künstlerischem Schmuck aus- 'tatten wolle. Der Verfasser geht dann auf die einzelnen Kunst- chöpfungen ein, die dem Vorgehen des Kaisers ihre Entstehung ver- danken, und betont dabei u. a., daß bei den Werken in der Sieges- allee um!) einer ausdrücklichen Abficht des Monarchen zu dieser großen Kunstanlage ausschließlich Berliner Bildhauer herangezogen seien, nicht weil der Monarch deren Leistungen jenen auswärtiger Künstler für unbedingt überlegen hielt, sondern weil es sich um eine besondere Kraftprobe der Berliner Künstler handeln sollte. Es soUte für die Reichshauptstadt eine spezifisch Berliner Kunstanlage geschaffen werden. Der Verfaffer nimmt_ auch Gelegenbeü, das Verhältnis des Monarchen zu den neuen Kunstrichtungen zu präzisieren. Dann werden dle einzelnen Kunstgattungen unter den oben angedeuteten GefiÖtSVUnkten durchgegangen: der Einfluß des Kaisers auf die Bau-
kuust (Saalburg, Marienburg, Hobkönigsburg), auf den Kkrähenbau, (
insbesondere den Berliner Dom, auf den Bau Von Museen und wissen- schaftlichen Anstalten und Kronbauten. Es folgen Abschnitte über Gartenkunst und Waldkultur, Vildbauerkunst, Makerei und Bübnendekoratkon und Kostümkunde, über die Kunst in der Marine und über Kunst ewerbe. Ein Kapitel“ über die Ent- wicklung der Fahnen und Stan arten der Armee unter Kaiser Wil- helm “11. bildet den Abschluß. DaS Werk ist von hohem Interesse nicht nur als Beitrag kur Charakteristik der Persönlickpkeit des Monarchen, sondern bei dem tiefen Einfluß, den Seine Majestät der Kaiser auf das Zeitgenössische Kunstschaffen ausübt, auch als Quererk über die egenwartige Kunstepockxe.
- on dem bei Strecker und SÖröder erscheinenden Lieferungs- werke Dreißig Jahre in der Südsee von R. Parkinson, beraußgegeben Von Dr. B. Ackermann, liegen die Lieferungen 16-21 vor, in denen der Verfaffer namentlich intereffante ethnographische Mitteilungen über drei kleine, östlich von den großen melanefischen Inseln liegende Atolle (Korallenriffe) macht. Er bietet Schilderunaen über die Körperbescbaffenbeit der Eingeborenen diefer Etlande, über ihre religiösen VorsteUun en, ihre Abnenbilder und ihren Akznenkultus, ihre Heiratßgebräuche, Ge räuche bei Geburt und Tod, über Tatowierung und die dazu benußten Instrumente, über den Charakter de_r Ein- geborenen, die Art ihres Fischbfanges, über Schmuck, Waffen usw. Besonders eigenartig ist die Ar eit der Insulaner am Webstuhl. Ein bisher sehr tveni bekanntes Gebiet hat Parkinson in dankenSwerter Weise einem be?onderen Kapitel seines umfangreichen Werkes "vor- behalten: Gebeimbünde, Totemkömus, Masken und Maskentanje. Diese geheimen Verbindungen mit ihren Festen find es auch, die den Kern des ganzen Geisteslebens dieser Naturvölker bilden. Der Ver- faffer hat gerade dies bisher wenig bearbeitete Gebiet außgiebkg be- handelt. Ueber das Gebeimbalten dieser Verbindungen, uber deren Verbreitung, Wesen und Zweck weiß er Interessantes ÜF" berichten. Zu den bekanntesten Gebeimbünden desB Emarckarch1§ls gebortdieDuk-Duk- Verbindung. Ihre Schilderung läßt fich der erfaffer besonders an- gelegen sein; die Ausführungen find mit zahlreichen Abbildungen ge- schmückt. Die Schädel-, Gefichts- und andere_Maskenarten der Ein- geborenen finden ebenfalls ibre gerechte Wyrdi ung. * Eine weit
rößere Bedeutung als die Duk-Duk-Institution at nacb Parkinson Fr die Bevölkerung des Nordostens der (Hazellebalbinsel die geheime
erbindung der Männer, die mit Marawot odxr Jngiet bezeichnet wird. Mit dem Duk-Duk bat Marawot oder Jngtet nichts gemeinsam, und während der erstere ziemlich neueren Datums ist, so reicht" die lest- genannte Institution weit in das Altertum des Volkes zuruck. ,De'r Schilderun der Gebeimbünde des nordöstlichen Teils der Gazellehalbmsel fol t die ü er die BaininÉ, über die Bewohner des fich in Oftricbtung na dem Sankt-Georgs- anal binziebenden Gebirges und über die Sulka. Anderen Gebeimbünden und Masken, die hier in Verbindung mit den Beschneidungszeremonien sieben begegnen wir auf den Französischen sowie auf den Liebli en Infeln und in den Gegenden am Südkap, östlicZ; und westli vom Möwebafen. Mit den Schilderungen der otenfeste der Insulaner, der_ Gebeimbünde in Bougainville, Buka und Nissan sowie der übrigen melanesischen Inseln schließt die Lieferung 21 des Werkes. Das ganze Buch wird nach Angabe des Verlags in kurzer Zeit abgeschlossen vorliegen und ge- heftet 14, gebunden 16 .“ kosten.
Land- und Forftwirtschaft. Ueber die Besiedelung von Krongütern in England
entnehmen wir einem dem deutschen Außwärtigen Amt erstatteten Ve-
ricbt des landwirtschaftlickpen Sa verstandigen bei dem Kaiserlichen
(Generalkonsulat in London Dr, S alweit, veröffentlicht in den „Mit-
Zilufngben der Deutschen Landwirtsthaftögesellschaft', die folgenden us 11 run en:
Durchg das kürzlich vom Parlament angenommene Geseß über Anlage von Kleinbetrieben und Arbeiterstellen (ZmaU U01äjngg 31141 4110ßm611b5 Hwk) ist die Beskedlungsfrage in England in ein neues Stadium getreten. Das Ge eß erteilt u. a. dem Landwirtschafts- ministerkum weitgelÉnde VoUmachten. Dasselbe ist nicht nur er- mächtigt, besondere nfiedlungsbeamte zu ernennen (8111311 11016111§5 Sowwjggiousrs), sondern auch da, wo die GrafschastSräte, wie
bisher, der Anlage von Kleinbetrieben ablehnend gegenüberstehen, die Besiedlung auf deren Kosten selbst in die Hand zu nehmen.
In der Absäcbt, das Anfiedlungswesen zu fördern, hatte bereits 1906 die Aufteilung von Kronland zur Anlage von Kleinbetrieben be- gonnen; erner wurde durch den Grown 1181165 „461: 1906 bestimmt, daß der andwirtschaft8minister der Verwaltung der Kronländereien von Aqtts wegen als Vorstandßmitglied angehören solle. Gleichzeitig wurde tbm, beginnend mtt dem 1. Januar 1907, die spezieÜe Ver- waltung der vorzugsweise landwirtschaftlichen (Grundstücke im Umfange von rund 25 000 118. überwiesen,
Der jeßige LandwirtsckpaftSMinister, Lord Carrington, der bereits auf seinen eigenen Gütern mit der Anfiedlun die besten Er- folge erzielt hat, beabsichtigt, sämtliche in ukunft pa tfrei werdenden Kronfarmen, sonzeit angangiß, in Kleinbetrke e aufzuteilen, und bat die Verwaltungsbebocden, in eren Bezirk solehe Kronländereien gelegen find, davon in Kenntnis gese 1, daß er fie i nen zur Weiterverpachtung an geeignete Bewerber über affen würde. ie VeWerber haben einen Fragebogen über ihre bisherige Tätigkeit und Erfahrungen sowie über ihre Vermögensverbältnisse auszufüllen.
m Jahre 1906 wurden die ersten Kronländereien bei Barwea in Cambridgeshire besiedelt. Die dortige Kronfarm, 917 Acces (370 1141) groß, mit einem geräumigeren und 2 kleineren Farmbäusern owke 15 Arbeiterwobnungen, ist in unmittelbarer Nähe der oben ge- nannten Ortschaft (2000 Einwohner) gelegen und nur 1-2 11111 von den beiden Stationen Vurwell und Fordham, 6x 1er von New- market entfernt. Sie zerfäklt in 3 getrennte Grundstücke: 1) Pitts Farm und Slade Farm, 2) Ref; und Broads Farm, 3) Fen Farm bei Reach Lode- Diese wurden Michaelis 1904 pacht- frei und mußten, da ksin Pächter für das Ganze zu finden war, in eigene Verwaltung genommen werden. Die Farmabrechnung für die 2 Jahre dieser Verwaltung wies einen, Verlust von 13 820 „Fi auf, wobei der Ausfall an Pacht und die Lettungskosten noch nicht in An- rechnung gebracht find.
Anfan 1906 trat Mr. C. D. Rose, Parlamentsverlreter für Ost-Cambr dgesbire, der einen Versueh mit Kleinbetrieben auf weniger utem Boden machen wollte, mit der Regierung wegen der Burwell- Farm in Verbindung. Man einigte fich auf eine Pacht von 14 000.“ auf 21 Jahre, beginnend von Michaelis 1906. Mr.Mose verpflichteke fich, außerdem die Steuern und Abgaben zu zahken, wozu unter anderm eine EntwäfferungSabgabe von je 7 8. auf 300 Acres Fennland und der Zehnte von 8 5. auf 1 Acre gehört, der auf_dem übrigen Lande ruht. erner bat er Wohn- und Wirtschafts-
Lebaude ju unterbczlten. De Verwalter der Kronlande batten hrerseits die Gebaude vor Beginn der Pacht in Ordnung zu bringen, wofür 21112,50 „Fi angegeben wurden. Dazu
kamen „noch weitere 36 000 „M Tür Neubauten und Vergrößerung der brsberrgen Gebäude, Einzaunungen usw. - Die leßt- genannte Summe Verzinst Mr. Rose mit 4 0/0 Zuschlag zur Pacht. Mr. Rose zahlt also ungefähr für 1 Acre: an Pacht 15 5. 3 (J„ an Zinsen 1 5. 7 (1, Entwässerung und Zehnten 7 bis 8 5. Dies wird ungefähr durch die Pacht der Kleinpächter von 25-26 8. für 1 Acre gedeckt, wobei noch ein Ueberschuß für Verwaltung und sonstige Unkosten bleibt. Für vorhandene Bestände batte Mr. Rose als neu einjiebender ächter eine Entschädigung zu jablen, die fich in diesem Fa e auf 44106,60 .“ belief. Diese Kosten wurden ebenfaUs unter die Kleinpächter in angemessenem Ver- hältnis verteilt, abzüglich von 3509.“ für Bauten, Ekuzäunungen usw., die nicht bar bezahlt wurden, sondern verzinst werden. Im ganzen ist die Farm an 75 Kleinpächter vergeben, deren Lose folgende Größe haben: 1 kleine Farm von 102 Acres (41 118, 50 (2
7 Lose über . 0 1171
„ von. . 30-40 , (12-16 113) 14 ., , . . 5-22 . (2-9 113 17 , . . . 1- 5 „ (0,4-2 118.) 32 unter . 1 , (0,4 1121)
Von den 3 getrennten Grundstücken, in welche das Kronland zerfällt, ck das größte von 479 Acres (192 113), bestehend aus Pitts und Slade Farm, dicht bei Burwell, zu beiden Seiten der Hauptstraße elegen, zum größeren Teil östlich derselben. 54 Acres sind Gras- and, davon 34 Acres alte Weide, 20 Acres frisch angesät. Der Boden, auf Kreideuntetla e, ist nur flachgründi , daher weni ec fur Hackfruebt geeignet, w brend“ Halm- und Hülsgenfrüchte gute (Lr- trä?e bringen. _Namentlich gedeiht aucb Klee und Esparsctte vorzüglich. It), olge der Nabe von Burwell, einer angrenzenden Kalkbrennerei und Dungerfabrik, macht sich hier die Nachfrage nach kleineren Arbeiter- parzeüenÉeltend, und es wurden:
26 tellen zu & Acre, davon 2 etwas kleiner,
15 . : 3-5'Acres angelegt, dock) sind an die : rö - teiks mit Getreide und Pferdebobnen angebaét, snugr HFL;- einzelt mit Kartoffeln und Gemüse. Das Bequem ge- legene Weideland wurde von einigen Fleischecn des Orts gepachtet. Die Stücke von 5-15 Acres (2-6 11a) nahmen Gewerbetreibenke aus Burwell und solche Leute, die bereits anderes Land besaßen, denn diese Stellen allein reichen nicht zum Lebens- unterhalt einer Familie aus: eine Farm von 22 Acres (rd. 9 113) scheint auf diesem Boden die untere Grenze des selbständigen Klein- betrxebes zu bilden. Die Größe der übrigen selbständigen Kleinfarmen betragt rd. 35, 40, 56 bezw. 79 Acres. Unter die Pächter derselben find „Wohn- und Wirtschaftßgebäude von Slade Farm geteilt; die fruheren Arbeiterwobnungen find vergrößert und den Vedürfniffen der Päckpter angepaßt, Stallungen und Laufpläße für Vie? find dur qurwände geschieden. Zu jedem dieser Betriebe gehör ein Stü? Weideland von ZY-Hk Acres. Es werden je 1-3 Pferde, 3-5 Kühe, FFS); Säcthweßjed MäbGefogic-„l gehßl§?.d Nezben den dgewöbnlichm
er er en 11 ma nen un er ere en vor an en, au Schrotmüble und Häckselmaschine mit Motorantrkxb.H ckck“
Das Weite Grundstück, in der Nähe von Fordham Station, be. stehend aus Meß und Broad Farm, ist 335 Acres (134 ha) roß, einschl. 73 Axres geringerer Weide. Ungefähr 90 Acres des Äcker- landes find Hober gelegen und auf Kreideunterlage, der Rest gebt all- mählich in Jennland uber. Die Farm ist mit Außnabme von zwei kleineren Stucken in 5 Kleinbetrie e von 36-68 Acres Größe ein- eteilt, 3 davon befxnden fick) in Neß, 2 in Broads Farm. Zu jedem
eil 5Zebört ein Stuck Kreideboden sowie Weide und Fennland.
uf der Neß Farm bewohnt ein Pächter von 72 Acres das Gutshaus, zwei andere mit 61 und 54 Acres die vergrößerten Arbeiter- wohnungen. Die Wirtsckoaftögedäude sind auch hier durch Querwände geteilt und Pferdestände Zingerichtet, An die früheren Arbeiter- wohnungen sind 2 kleine Raume für Meiereizwecke angebaut, in denen ein Handseparator (Melotte), ein Victorla-Butterfaß und ein Butter- tiscb [aß gefunden haben. Es werden auf 2 dieser armen je 3, "Yeflexeelc 2 fiTrdZ ißebaletfernerfjeBO? Kühe, chweine und
. e en er an roa s ar
68 bezw. 37 Acres (27 und 15 11a). F '" bewirtstbastm
_ Die_ en Farm von 102 Acres (41 113? bei Reach Lobe ist einem 73achter u ergeben, der fit!; vom landwirt chaftlichen Arbeiter - als olcher war er 27 Jahre auf einer SteUe tätig - aUmählich herauf- gearbextet hat. Die Farm war ursprünglich Ackerland, doch alte der fruhere Päckpter, der niedrigen Kornpreise wegen, alles zu ride niedergelegt, die aber nur armseli es enngras tru . Der eßige In- haber hat 2 Schlä?e_wieder (m?gep üHt, da fiZ der oben zum Anßau von Wurzel ruchten, Hafer, Ra gras, Wicken und Roggen zu GWYMÉ M*" cht i '
e x e una ma 111 großen und ganzen einen anderen u ordnungßmaßigen Eindruck, die Pächter sprachen sic!) ims allgemein??? zufrieden aus und die gqute Ernte dieses Jahres tragt nicht weni dgxu bei, ihnen vorwarts zu helfen. Ein abschließendes Uktel laßt fich indesßn bei der kurzen Zeit des Bestehens noch nicht ab- Yben, aucb wurde ein Vergxeich der Viebzabl mit dem früheren * estande kein zutreffenxses Bild geben, da noch aÜes im Werden begriffen ist. Die selbstandi en Kleinpächter Haben fast sämtlick) als landwirtschaftliche Arbeiter egonnen oder find Farmersöbne. Unter. den anderen Steüeninbabern herrschen Gewerbekrelbende und Industrie-