ort € an i rer [andwirtschaftlicben Betriebe im Schußgebiete erhält Jie SsißdelkiinYSJesellsehc-ft die aus Grundstücksverkäufen innerhalb ihres früheren Konzesfionsgebietes durch das Gouvernement vereinnahmten Kauferlöse so lange überwiesen, bis dadurch die Gesamtsumme von 200000 „M (zweihunderttauscnd Mark) erreicht ist. 42 Zur Ueber- Lragung des der Siedeiungsgcsclisäoaft unter 1, 2 geWabrten Eigen- tums an Ausländer bedarf es der Zustimmung des Gouvernements. Dieses ZustimmungSrecbt ist durch Vermerk im Grizndbuch sicher- zu teUen. 5) Das Reichskolonialamt genehmigt, daß dre Siedelungs- ge eÜscbaft ib! Vermögen, wie es ck nch dem vorstehenden Vertrage Ke taktet. in eine Gesellschaft mit esxbrankter Haftung nach deutschem Recht einbringt und sich sodann auflost. „ .
_ Der Kaiserliche Gouverneur des Schußgebxets Togo bat unterm 26. August 1). I. „eine soFort m_ Kraft getretene Verordnung, betreffend die Hetmbeforderung ' von Privatangestellten Undt unterhaljlosen Wetßen, er “ endes be timm :
WFT,- diiirbxiltZeber sind s[)erpfiicthei, ibre außerhalb de? SYM- ebiets beheimateten weißen AngesieÜten, Welche nicht in ex“; age Sind- die Kosten der Heimreise zu tragen, auf eigene Kosten nach [Zropa zu befördern, wenn das Vertragsverbältnis durcb Zeitablauf :)?)let udrch EUUaffUng bezw. Kündigung seitens des Arbeitgebers beendSet s obiex «...... .d «9.1.5 fck.
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iitnenlierlaYlbnatDierixch eerpeendigungg des Vertragsberbaktniffes oder mit dem Eintriit der Angestellten in den DienstS 2,1er anderen Arbeitgebers. _ § 2. Der Fahrer eines i ch1B e bat die von ihm mitgebrachten Weißen, Welche dbeßn nichei treZben dses ?öcbußgebxetßs Fichit irtiSckéFxngbieliorixiZéAi/Éieiiiilng oekiivorben na weien nnen, a e m „ [ck wieder an Haben, auf Aufforderung des Gouvernements unverzugt2 dis Ver- Bord xu nehmen. - § 3. Zuwiderhandlungen gegen § eteK i ord erden mit Geldstrafe bis zu 600 «FH, „an deren S e e m NiZilbiekitiYibungsfalle Gefängnisstrafe bis zu drei Mongten tritt, bie- sfkaft. Das Gouvernement ift bereäbtigt, bei Nichterfullung der n den §§ 1 und 2 bestimmten Verpflichtungen die Heimbeförderung Zet Angestellten oder Mittellosen auf Kosten der Verpfiichteten zu 2- wirken.
Statistik und Volkswirtschaft.
- ini er wichtiger Waren Eiinn dYYdZZiR-fxiitiir1ébisg10. Oktober 1907.
Einfuhr ] Ausfuhr Waxengattung im Spezialhandel „ (12 = 100 kJ
Baumwolle . . . . ..... 96 926 10 519
a 5, gebrochen, geschwungen usw. . 5373 563
. I't ' «ZZZ? ZZZ?
ute un u ewerg . ..... Herinowolle im Schweiß . . . . 5400 218 Kreuzzuchtwoile im Schweiß . . . . 4100 109 Eisenerze . ..... . . . . 4 128 679 990 646 Steinkohlen . . . . . . . . . 5217 779 5763 466 Braunkobien ..... . . . . 2 325 031 4 619 Erdöl, gereinigt . . . . . . . . 275 411 181 Cbilesalpeter ...... . . . 97 074 1 311 Roheisen ..... . . . . 124 007 85 517 Kupfer . ..... . 34 936 3 963.
Berlin, ben 18. Oktober 1907.
K i “li es Statistisches Amt. (: seba? der Borgbt-
' .
t e überseeische Auswanderung im MonatSep- XYÉÉMY und in dem gleichen Zeitraum des Vorjahres.
Es wurden befördert deutsche Auswanderer im Monat September über - 1907 1906
Bremen . . 1959 1779 Hamburg. . 1100 1050 deutsche Häfen zusammen . . 3059 2829 fremde Hafen (soweit ermittelt) 407 472
überhaupt . . . 3466 3301.
Aus deuts chen Häfen wurden im Monat September 1907 neben den 3059 deutschen Auöwanderern noch 23 470 Angeböriße fremder bStaatHZWbefördert, davon gingen über Bremen 17 798, aber Ham-
urg .
Zur Arbeiterbewegung.
Zweitausend streikende Berliner Töpfergesellen waren gestern nachmittag versammelt, um, wie die „Voss. Ztg.“ berichtet, zu der Resolution der vorgestrigen Arbcitgebetversammlung Steiiung u nehmen. Ohne jede Erörterung wurde in der Versammlung eine
esolution gefaßt, worin fie fich zu neuen Verhandlungen bereit erklärt. Es liege im beiderseitigen Interesse, daß die neuen Verhand- lungen günstigere Erfol e aufweisen mögen.
Der zweite deuthbe Arbeiterkongreß, d. i. der Kongreß der natioxtalen Arbeiter, wird vom 20. bis zum 22. Oktober in Berlin tagen. Der Verband der nationalen Arbeiter hat jeßt mehr als 900 000 organisierte Mitglieder, die ihre Vertreter- nach Beklin entsenden werden. Zur Beratung sieben folgende Verhandlungsge enstände: 1) Bericht des Kongreßausschuffes (ReiÖStagsabg- Frank ehrens-Effen). 2) Die, allgemeine sozial- politische Lage (Adam Stegerwald-Cöln, Generaiekretär der ckrist- lichen Gewerkschafter!)- 3. Die Sonntagsrube (R. öring-Hambuxg); ]3. Arbeiterscbuß in der gesundheitssckpädlicben und schweren Industrie Fr. Wieber-Duisburg); (J. geseßliebe Re elung der ArbeitSzeit (Franz
ischer-Mülbausen i. Els.); T)- die Arbe terinnenfrage (Fräulein M.
. .- adba .
WHZ? HGalnnoKr erfolgt, wie die .Kölzi. Ztg.,“ erfährt, eine Gesamtaussperrung im Baugewerbe nicht, da ble ausstandigen Stein- träge: erklärten, in der bisherigen Weise weiterarbeiten zu wollen.
Zur Lobnbeivegung der Leipjiger Musikinstrumenten- Arbeiter teilt die „Lm. Ztg.“ mit, daß die Yerhandlungen mit den Arbeitgebern zu einer Einigung bisher nicht gefuhrt haben. Es haben deshalb jeßt in einigen größeren Betrieben die Arbeitkr zum Teil die erbeit eingestellt,' um ihren Forderungen größeren Nachdruck zu ver- WLFU Turin „ck, wie „233, T. B.“ berichtet, die von den Arbeit- Zbern verhängte Sperre seit gestern fruh aufgehoben. Die Leiter der
rbeiterkammer und anderer Arbeiterkörperiibasten batten W Mitt“ wochabend eine Kundgebung erlassen, in der die Arbeiter aufgefordert wurden, gestern früh die Arbeit wieder aufzunehmen. In einer Ver- ammlung, in der die radlkaleren Elemente in der Mehrheit waren, War dagegen beschlossen worden, den Ausstand fortzuseßen. Die Arbeit ist indessen gestern früh fast überall wieder aufgenommen worden. Die Zabl der Ausständigen dürfte nicht mehr als 4000 be- tragen, sodaß der Ausstand als beendet angesehen Werden kann. Nach amtlicöen Feststeüungen der Stadtbebörden wurde vor estern in 213 Betrieben gearbeitet, wäbrend 200 geschlossen waren; es ar elteten 22 649 Arbeiter, während 25593 wegen Ausstands oder Ausf errang feierten- “ us Rom wird gemeldet, daß der Eisenba nverkebr in ordnungSmäßiger Weise vor sich geht; zu irgend welchen Kundgebungen
“Geschmack an der V
ist es nirgend gekommen. Alle Blätter sprechen |ck lebhaft Fgen einen eventueklen Ausstand der Eis en bahn er aus und Halten dem isenbabn- personal vor, daß die öffentliche Meinung so sehr dagegen ist, daß ein Ausstand mit einer vollständigen Niederlage der Eisenbahner e_nden würde. Der .Messagero' weist darauf hin, daß sogar die Fuhrer der Sozialisten durchaus gegen den Ausstand find.
Kunst und Wissenschaft.
14.17“. Gele entli einer nachträglichen Feier, die die „Bran den- burgia' , (Hefe schaféfür Heimatkunde, aus Anlaß des 70. (Geburts- tags ihres Ersten Vorfißenden Geheimrats riedei veranstaltete, hielt dér ProfessorDr. Pniow er einen Vortrag ü er Tbe odor Fontane, an den die neuerliche Denkmalentbullung in Neu-Ruppin wieder er- innert hatte, als über denjenigen unter allen modernen _DiÖtZrn, der als der bei Weitem .märkischste“ gelten darf. u einer Wurdigung des Unverge lichen schien der Redner besondxrs erufen, da ihm das Glück zutei geworden ist, die große Hmterlaffenschaft Fontanes durcharbeiten zu dürfen. .Was Theodor Fontane war“, die Aufgabe, dies vor Augen zu führen, konnte mitbin kaum in geeigxietere "ande gelegt werden. Auch dürfte gerade die .Brandenburgia“, die noch ungst eine Fahrt nach der Geburtsstadt Fontanes unternommen und dort ihre Schritte zunächst zum Denkmal des Verewigten - dem ersten, hoffentlich nicht dem [eßten - gelenkt hatte, diesZn Anlaß wohl zu einer besonderen (Gedächtnisfeier Tür den Mann nußen,_ den sie sechs Jahre lang zu ihrem Ehrenmitgl ede zu zahlen das Gluck gehabf. _ Die Mark Brandenbura, so leitete Professor Pniower sein Thema ein, hat viele tüchtige Dichter geboren, außer Willibald Alexis jedoch keinen, der mit solcher Vorliebe wie Fontane die Mark behandelte, ihrer Geschichte und dem Getriebe ihrer Gegenwart seine Stoffe entnommen hat. keinen, der zugleich von dem unserer Heimatsprovinz eigenen Geiste so durchtränkt war, wie Fontane. In seiner Person ist in gewissem Sinne die Mischung germanischen, slawischen Und französischen Blutes verkörpert, aus der jener der Mark eigentümliäße Geist entstanden ist, der in Fontanes Werken seinen Ausdruck findet. Was feine Schreibart auSzeicbnet: ein köst- licher Humor, eine graziöfe Plauderkunst, die überall obne lebrbafte Ab cbt hervorleucbtende nründlicbe Kenntnis der Literatur, Kunst und Ge chichte des Landes, die Fähigkeit jiefster Weltbeobacbtung, geziert mit hoher künstleriscber Gestaltungskraft _ aiies das ergibt die Vollendung, den echten und bleibenden Wert von Fontanes Werken und aleicbzeiti die Exklärung, warum fie seinen M!; in ihnen wiederfinden en engeren Landsleuten so teuer sind. Die Leser und Genießer diésék Geistesfrüchte vergeffen aber allzu leicht, fich der Summe unaebeurer Arbeit, der aetvaltigen Selbstzucht zu erinnern, die sie zu zeitigen und zu edler Reife zu bringen, er-_ forderlick» war. Es fällt auch in Genieland kein Mxister vom Himmel! Fontane ekbft bestätigt es in der Unterschr1ft, die er irgendwo unjer sein ild geießt bat: „Gaben, wer hätte sie nicht? Takente - Spiexzeug für Kinder. Erst der Ernst macht den Mann, erst der Fleiß das Genie!" Dkaalb ist es ein Akt der Dank- barkeit gegen den Dichter und zugleich ein Gewinn für jeden warm empfindenden Menschen, sich Fontanes dornenvolier Laufbahn mit tiefster Teilnahme zu erinnern. Auch er hat große Enttaufchungen und Demütigungen im Leben erfahren, ja sie haben bewirkt, daß “er in den leisten 15 Jahren bis zur Ungerechtigkeit verbittert und hypo- cbondrisöh gestimmt war. Hatte er doch beinahe das 70. Jahr er- reicht, ehe er den ersten Lykbeer auf dem (Gebiet pflücken durfte, das er mit Meisterschaft beherrschte. Gleich allen um 1820 (Geborenen, die sich liferarisci) betätigten, galt sein erstes Schaffen der Politik. Mit Seibstironie blickte er später auf seine Anfänge zurück, .in Arkadien wurde auch ich geboren, auch ich hab ma[ auf Freiheit e- schworen, baßte Schranzen und Fürstenschmeiihler ....... Leb- poeten waren mir Herwegh, Karl Beck und Dingelstädt“. Doch nicht lange litt es ihn auf “kern Felde. Hatte er zwiscben dem 20. und 30. Jabre fick; als Lyriker und zugleich als Ueberseßer englischer Dichtungen versucht, so sah das vierte Jahrzehnt seines Lebsns ihn den Uebergang, zum Geschichtlichen machen. Der alte Derfflin er, der alte Zieten fanden an ihm einen pietätvollen und ge- rechten iograpben. Es ist mit dieser Ricktungnabme von Fontanes Entwicklung das tie e Interesse wobl vereinbar, das er damals einer in Deutschland wen g bekannten, schon 1765 erschienenen englikcben Sammlung „Ls1jqu1'95 ot“ 311019111; Ingüsb ostry“ und :; eich- zeitig Walter Scott zuwandte. AuchHerders . timmen der Völker“, Bürgers Balladen waren von ihm hoibges-Bäßt. Die Liebe zur Volksdiebtung bestimmte seine Richtung auf Jahre hinaus. Er schuf im Geiste seiner Vorbilder. Damals entstand u. a. Fontanes BaUade „Archibald Douglas", die in der herrlichen Loewe chen Komposition so ungemein beliebt geworden ist. Auch die nordische Geschichte und Sagenwelt ubte auf Fontane große Anziehungskraft; doch blieb er bei der anfänglichen Vorlixbe für das Zeroiscbe und VolksliedermäßiY nicht stehen. War anfanalich ein
egenstand seiner liebevollen ersenkung darin um so sicherer, je ältcxr er war, so anderte fich das mit den Jahren. „Fontane sfand eobacbtung der Gegenwart, an einer satirichen Betrachtung der menschlichen Schwächen und machte gern Anwendung von seinen Erfahrungen auf die ihn umgebende Welt. Aber - und das ist in bobem Grade bezeichnend für den Menschen Fontane -, er geht nie schonungslos ins Gericht mit den Menschxn, uberall klingr eine leise Selbstironie, überall das Gefühl der eigenen UnvoÜkommenbeit durch, er schonte fich se[bst nicht. Mit 60 Jahren schrieb der Dichter Fontane, er wisse kaum noch, wie Verse gemacht" werden, und noch 1882 bekannte er, der inzwischen seine_ Erzahlerkunft auf eine hohe Stufe entwickelt, er empfinde, daß er xeßt erst Schriftstekler ge- worden sei. In diesem überraschend geringen Grad von Selbst- bewußtsein ma beigetragen haben, daß Fontanes LebenSumstände überaus ungünst ;; verliefen. Er lebte stets und ganz „allein vom Er- trage seiner Feder. Nach den bekannten Karrner-Dkensien, die er von 1851 bis 1871 als eyßlischer Korrespondent der „Neuen Preußischen Zeitung“ geln et, auch wenn er nicht in England weilte, was von 1855-1859 allerdings und 1851 vorübergehend der Fall war, gab er 1871 diese Stellung auf. Sie hatte ihm zwar, abgesehen von der geringen Bxfriedigung an dieser Tätigkeit, auch manchen Gewinn gebracht. Wahrend des Londoner Aufenthalts war das Leben in England von mächtigen: Einfluß auf ihn gewesen, batte seinen eschtchtli en Sinn und„die Anhänglichkeit an die ferne und qelie te märkis e Heimat gestarkt, und in dsu 60er Jahren war ibm Muße geblieben, seine hoch zu be- wertenden Kriegsbücber zu schreiben, feine KZnntnis der Heimatsprovinz zu bereichern und jene Liebe zu dem markis en Boden weiter zu entwickeln, die seine .Wanderungen“ so reizvo macht. Allein es war ihm doch wie eine Erholung aus schwerem Joch, als er jene Stellung aufgab, um für die nächsten 18 Jahre bis zu seinem 70. Geburtstag TheaterrezenÉent der „Vossisckpen Zeitung" zu werden. FreilicY auch hier gab es nttäuschungen, die ihm namentlich das Lesepu iikum bereitete, das die mit M1. D*. gezeichneten Kritiken als .tbeater-fremd“ gloYierte. Es wurde daher auch in diesem Falle von Fontane wie ein efübl der Befreiung von einer Last empfunden, als er 1889 kleb zum ganz unabhängigen Manne maehen durfte, nach- dem er inzwi chen inne geworden, daß soWobl sein Ideal als seine größte Befähigung aufbem Gebiete der Erzählung und des großen historischen Romans [We. u dieser Erkenntnis batte an leßter Stelle die freundliche ufna me beigetragen, die ein „Vor dem Sturm“ 1878 bei der gebildetenWelt gefunden. Vierzehn Romane hat nach dieser ersten literarischen Tat auf dem Gebiet die Feder Fontanes geliefert. Wer aber glaubt, daß sie ihr leicht entfloffen, befindet sich im Irrtum. Fontane arbeitete immer schwer und nervös. Von der Erfahrung, die andere S riftsteller mit ihm teilen, daß prickelnd, eistvoil und amüsant zu s reiben zu den schwierigsten Aufgaben e- ört, machte auch er keine Ausnahme., Um so bewundernswerter signd die vorliegenden Leistungen: _obne Ausnahme ein dauernder Gewinn der deutschen Literatur und fur die Märker, die ihren LandSmann be- sonders ut verstehen, Gaben von höchstem Wert, Perlen reifst Welterfa rung und wahrhaft weitblickender Weltanschauung! - DZ Vortragende schloß mit dem Ausdruck der Hoffnung, es möchte ibm
gelungen sein, dem Dichter Fontane Freunde unter denjenigen Hörern zu gewinnen, die ihn bis dahin vielleicht noch nicht gehörig kannten und genügend würdigten.
Am leßten Sonntag besuchie der Verein das benachbarte Rüders- dorf, um hier endlich einmal die berühmte Stekl: im Kalkbruä) zu beficbligen, an der Torrel, der schwedische Geologe, am 3. November 1875, den anfängliä) ibn keineswegs zustimmenden deutscKen Forschern zum, ersten Male die Erinnemngszeichen gezeigt at, die in Form von Schliffcn längs der Kalkwand der langsam, aber unwiderstehlich vorschreitende Gletscher zurückgelassen hat. Damals erschienen diese Beweise für die ßeitdem allgemein als richtig anerkannte Gletscherwanderungstheor e vielen als ungenügend, und man sab in den Rillen und Kraßern an der Felswand nur ZufäÜigkeiten. Späjer bat die Auffindung von mehr als 10 Gletschermüblen den vollgültigen Beweis einer Gletscher- tätigkeit geliefert, die ganz leicbartig der heute noch in der Schweiz und anderswo beobachteten is?. Leider bat der fortschreitende Abbau die meisten der Gietsehermüblenzerstört. Der Geheime SanitätsratUlricb, von dem die Anregung zur Aufsuchung des interessanten Punktes aus- Ygangen war, Wurde mit Recht nicht müde, die Stelle, an der die
esucher am Rande einer mehrere Meter tiefen Gletschermühic stehen, als einen historisch bedeutsamen Ort zu bezeichnen. Die Rüdersdorfer Kalkber e verdienen Wegen des groÉen wiffenfchaftlichen Intereffes, das sich an ?i- knüpft, viel fleißigeren esuch, als sie finden. Im Sommer mag der Sonnenbrand zwischen den wärmestrahlenden Felswänden lästig sein, gegenwärtig aber TKM es kaum' einen interessanteren Aus- flug in die Nachbarschaft der eichsbauptftadt. Einen ei enarti en Reiz gewährt augenblicklich der längs der Wände üppig wchernde eedorn (Uiypopbaö rbamno'iäczZ) mit dem prächtigen Herbstschmuck seiner bkennend-orangeroten Beeren. Noch wurde eine SteUe unter fachkundiger Führung besucht, an der das unter einem spi en Winkel erfolgende EinfaiTen der Schichten ebenso wie dkren orizontales Streichen deutlich zu erkennen war. Dem Entdecker Torxel ist ein schlichtes, aus Findlingen zusammengesteutes Denkmal mit der schlichtkn Inschrift .Torrel' unten im Dorfe geseßt worden; er verdiente ein würdigeres ErinnerungSmal. Der Nachmittag des Tages wurde durch eine schöne Motorbootfahrt von Woktersdorfer Schleuse aus über den Flakensee durch die Löckni nach Grünhaide ausgefüllt. Vorher hatte ein Teil der aus 24 Per onen, Damen und Herren, bestehenden (Ge- sellschaft die sebr sehenswerten Sammlungen von Rentier Busse in Woltersdorfer Schleuse besucht. Nach Ankunft in Grünhaide, wo die GeseÜstbaft sich der Gastfreundschaft des Geheimen Sanitätörats Ulrich exfreute, wurden die außerordentlich reichhaltigen geologischen und palaozoiscben Sammlungen dieses Herrn mit dem rößten Interesse besichtigt. Geheimrat Ulrich hielt dazu einen unterriiFtenden Vortrag.
Solche Sammlertätigkeit ist als Ausfluß eines schönen IdealiSmus großer Anerkennung wert.
Handel und Gewerbe.
In der Heutigen Sißung des “entralaus chus es wurde zunächst die neue WochenübxrßchtZder Reiihsbsank vor- etxagen. Der Yorfißende, Prästdent des Reichsbankdirektoriums,
[rkltche Gehetxne; Rat Dr. Koch bemerkte sodann, daß die AnlaÖe 1496 Millionen Mark, also 8 MilTionen mehr gegen das yrxahr betrqge. Während das Wechselportefeuiue um 45 Mtllwnen kleiner sei, „übersteigt: der Lombardbestand den von, _1906 um 49_M1[[ionen. An Banknoten seien 1597,M1l11on,en Mark rm Umlauf, 99 Millionen mehr al_s tm Vorzahre. Dex Metaüvorrai von 768 Millionen sei um _46 Mtlltonezi großer als 1906, obschon geringer als 1905 bis 1901. Die Notendeckung, der steuerpflichtige Noten- unxlauf, ber Prwatdxskonf in Berlin seien ungefähr die gleichen wxe 1906. Es mache Hierauf ur Erwägung gestellt, ob pichx der Diskont um em halbss rozent, also auf den vor1äbr1gen Betrag von sechs Prozent zu erhöhen sei, da auch
die nternationalen Geldmarktsverhältni € nicht befrie- digten. Nachdem * der antxalausschu nach längerer Beratung fick) gutachtlich _emsttmmi dafür erklärt atte
es einstweilen noch bei dem ]e igen Dis ont ubela en, be [ das Reichsbankdirektorium, mii: einer ?Diskcinterhös ung gYJeÉ warttg abzusehen. Besonders waren hierbei die Hohe des Metalx- beckw. Goldbestandes sowie der Umstand maßgebend, daß" dte'Ruckflusse ungea tet „des niedrigen Diskonts stch un- FLEX 1m_ iRahÉnterixtind OFYWÉ) gehalten MJ?" Hierauf n einge (: u ve re unqen ur sei an i Lombardverkehr der Reichsbank zugelaffen. 3 h g m
(Weitere Nachrichten über '.Handel und Gewe b ' . i. d. “ Ersten Beilage.) r e s
Verkehrsanftalten.
Wagenmangel im Rubrkoblenbezirk.
Die Befriedigung des Bedarfs der Zechen und Kokereien, die. im ganzen Monat September und in dem ersten Drittel des Oktober ch ohne nennenswerte Störungen abwickelte, begegnet seit Freitag, em 11. d. M., plötzlich gw en Schwierigkeiten. An diesem Tage konnten 930, am 12. 1884 agen nicht reYtzeitig gesteÜt werden obwohl die Wagenbeftände auch im laufenden abre ganz beträchtlicb- vermehrt worden sind.
Die Ursachen dieser Erscheinung find verschieden. die infolge der unJünstigen Witterun während des Sommers um mehrere Wochen bngus geschobene übenernte plötzlich in aus 6- debntestem Umfcxnge etngeseßt. Hierdurch werden täglich rund 8000 bis 9000 offene Guterwagen dem übrigen Verkehr entzogen, was bei ZUqundeiegung einer rund ziveitägigen Umlauijeit (für Veladun , Be örderung und Entladung) einen Mehrbedarf von 16 000 596 18 000 Wagen aUSmaÖt. Im Osten bat die Rübenernte schon zu Anfang Oktober begoxnen und in der Wagengestellun des ober- chkesischen,Bezirks wahrend der ersten 12 Tage des O tober täglich
Zisfäae bis zu 1900, zusammen 8090 Wagen verursacht. ur Unter. stußung dieses Gebiets mußten von der ZentralauSalei ssteile in Berlin aus dem Bezirk Altona und anderen zum Zuführungsgebiete des Rubrbezirks gehoriaen Bezirken leere Wagen in größerer ahl nach dem Osten abgelenkt werden. - Der durch den Rübenberéßand in den nZestlichen Gebieten selbst ohnehin geschwächte Rücklauf an Leermatertal erleidet hierdurch eine weiierz beträchtli : Abnahme.
Der Wasserstand des Rheins ist seit Anfang eptember steti- gefailen und weist nach dem Pegel v_on Caub kaum noch 1 m an . Deshalb haben die Vexfrachtungen m.; dem Wafferwege eine bedeutende
bnabme erfahren, wahrend der Versand auf dem Schienenwcge auf weite Eptfernun'gen, besonders nach Süddeuts land, Belgien und Houand eine ent prechende Vermehrung zeigt. aturgemäß brauchen diese Wagen die drei- bis vierfacke Umlauszeit egenüber der Beladung nach den RubrbäFen und sie ehren entspre end s äter na dem Koblenbejirk zuruck. Die Zahl der in den Ruhr äfen ve ügbar werdenden Wagen ist deshalb sehr gering und insbesondere nicht aus- reichend, um damit die Stationcxn _in der Mitte des Bezirks in dem erfordexlicben Umfange unterstützen zu können. Dadurch wird die *
leichmaßkge Verteilung des Leermaierials auf alle Verbraucher ganz edeutend erschwert, zeitweise gam unmöglich gemacht.
Leider ist bei der gegenwärtigen Witterung in der nächften Zeit weder auf eine Befferung des Rbeinwafferstandes noch auf eine Herab- minderung des Wagenbedarfs zum Rübenbersand zu hoffen, sodaß fich die Schwierigkeiten in der Bedarfsdeckung zum Koblenversand in der nachsten Zeit noéh steigern werden. Anderseits entspricht es den Wunscben der Zechenbesißer, daß die Rübenernte sich möglichst rasch vollzieht, wenn auch die Schwierigkeiten für den Zechenbetrieb augen-
Zunächft bat